Transfette – die heimlichen Killer

chicken-nuggets-246179_1920Jeder hat den Begriff schon mal gehört, und die meisten wissen, dass Transfette wohl nicht so gesund sind. In Amerika sind sie inzwischen sogar verboten. Das wäre doch mal eine Maßnahme, die wir uns von den Amerikanern abgucken könnten!

Transfettsäuren entstehen in einem Prozess, den man partielle Hydrierung nennt. Dabei wird ein Wasserstoffatom in einer flüssigen ungesättigten Fettsäure (FS) an eine andere Stelle „verrückt“, sodass eine FS mit mindestens einer trans-konfigurierten Kohlenstoff-Doppelbindung entsteht. Durch die Einbringung von Wasserstoffatomen werden aus flüssigen Pflanzenölen gehärtete streichfähige Fette. Natürliche ungesättigte FS wie beispielsweise die Ölsäure (Oleinsäure) sind bei Raumtemperatur flüssig. Ihnen fehlen an der Stelle, wo die Kohlenstoffatome durch eine Doppelbindung verbunden sind zwei Wasserstoffatome. Die Wassermoleküle an der Doppelbindung befinden sich auf der gleichen Seite (also in cis-Konfiguration). Durch die partielle Hydrierung wird ein Wasserstoffatom auf die andere Seite der Doppelbindung verschoben, und es entsteht die trans-Konfiguration. Zur Bildung von Transfettsäuren kommt es übrigens auch, wenn man Pflanzenöle auf über 130° C erhitzt.

 

Ölsäure                                         Elaidinsäure

cisfett transfett

 

cis-Fettsäure                             trans-Fettsäure

 

In der Lebensmittelindustrie wird dieser Vorgang gerne eingesetzt, um aus flüssigen ungesättigten FS Fettsäuren zu machen, die sich praktisch wie gesättigte FS verhalten, also bei Raumtemperatur fest sind (wie z.B. Butter oder Kokosöl). Die Fette, die durch dieses Verfahren hergestellt werden, sind nicht nur sehr billig sondern auch sehr viel länger haltbar als natürliche Fette.

Transfette kommen vor allem in teilgehärteten Pflanzenfetten (Backfett), mit ihnen hergestellten Lebensmitteln und frittierten Lebensmitteln vor (Pommes, Chips, Schmalzgebäck). Auch Backwaren enthalten häufig diese schädlichen Fette. Bei industriell gefertigten Lebensmitteln kann man relativ sicher davon ausgehen, dass die meisten Transfette enthalten. Die Hersteller müssen diese übrigens nur bei Lebensmitteln deklarieren, die der Diät-Verordnung unterliegen (z.B. Säuglings- und Diabetikernahrung), ansonsten ist die Deklaration freiwillig.

Unser Körper kann diese Transfette nicht verarbeiten, da sie keine Wasserstoffatome in cis-Kofiguration aufweisen, die für die Bindung in der Zellmembran benötigt werden. So bilden die Transfette eine klebrige Masse und lagern sich an Zellwände, Blutgefäße und Nerven an. Dadurch kommt es zu Fehlfunktionen auf zellulärer Ebene.

Welchen Schaden richten die Transfette nun im Einzelnen an?

  1. Sie wirken sich negativ auf den Cholesterinspiegel aus. Sie erhöhen das „schlechte“ LDL, die Triglyceride und das atherogene (Arteriosklerose auslösende) Lipoprotein (a) und senken das „gute“ HDL.  Es wird empfohlen, nicht mehr als 1 % der täglichen Kalorien in Form von Transfetten aufzunehmen. Das entspricht bei 2000 kcal pro Tag einem Anteil von 2,2 g Transfetten. Wenn Sie viel Fast Food und industriell gefertigte Nahrung essen, kommen Sie da locker drüber. Ihr Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen erhöht sich dabei je nach aufgenommener Menge um das 2,5 – 10-fache.
  2. Transfette stören den Insulinrezeptor in der Zellmembran und führen zu Insulinresistenz. Laut der Nurses Health Study haben Menschen, die viel Fast Food essen, ein 40 % höheres Risiko, an Diabetes zu erkranken.
  3. Transfette führen verstärkt zur Ansammlung von Bauchfett, also gerade dem Fett, das als besonders gefährlich eingestuft wird (1).  Dieses trifft vor allem bei Frauen zu.
  4. Transfette können das Krebsrisiko erhöhen – vor allem für Darmkrebs. Hier konnte in Untersuchungen gezeigt werden, dass Krebspatienten deutlich höhere Transfettwerte aufweisen (2). Die Fette verhindern, dass Enzyme des Körpers diesen gegen Krebszellen schützen können.
  5. In der Schwangerschaft können Transfettsäuren das ungeborene Kind schädigen. Sie gelangen über die Plazenta in den fetalen Kreislauf und führen zu vermindertem Geburtsgewicht und Motorikstörungen beim Baby. Auch der Gehalt an langkettigen ungesättigten Fettsäuren wie der Arachidonsäure wurde negativ beeinflusst. Ein ausreichender Arachidon-säurestatus wird als wichtig für das normale Wachstum und eine gesunde Entwicklung von Kindern eingeschätzt. Auch die Ausbildung bestimmter Gehirnfunktionen bei Säuglingen scheint abhängig vom Stoffwechsel der Arachidonsäure zu sein.
  6. Sie verursachen Chronische systemische Entzündungen. Die Entzündungsmarker Interleukin-6 und C-reaktives Protein (CRP) steigen unter dem Einfluss der Transfettsäuren an. Weiterhin blockieren Transfette die Produktion antiinflammatorischer langkettiger Omega-3-Fettsäuren und verstärken den oxidativen Stress in den Zellen.
  7. Forscher vom Deutschen Institut für Demenzprävention in Homburg fanden heraus, dass Transfettsäuren zu einer vermehrten Bildung von    β-Amyloid führen und damit das Alzheimerrisiko erhöhen.
  8. Transfettsäuren können bei Frauen zur Unfruchtbarkeit, Fehlgeburten und Endometriose führen (3).
  9. Bei Männern kann die erhöhte Aufnahme von Transfetten zu verminderter Spermienkonzentration führen (4).
  10. Depression: Prof. Miguel Martinez-Gonzalez und Kollegen untersuchten in ihrer SUN-Studie die Essgewohnheiten von 20.000 Probanden. Sie fanden heraus, dass die Personen, die sich mehr im Sinne einer mediterranen Diät ernährten, also viele frische Zutaten, Obst und Gemüse aßen, psychisch stabiler war als die Gruppe, die eher zu Fast Food, Snacks und Süßigkeiten griff. Bei diesen Probanden gab es fünf Prozent Depressionsfälle, die auf den Genuss von Transfetten zurückzuführen waren (5).
  11. Transfette stören sowohl die B- als auch die T-Zellfunktion und führen dadurch zu einer geschwächten Inmunabwehr.
  12. Aufgrund der aufgezeigten negativen Effekte der Transfettsäuren überrascht es nicht, dass Untersuchungen gezeigt haben, dass der Konsum von Transfetten zu einem vorzeitigen Tod führt (6).

In Milch und Milchprodukten natürlich vorkommende Transfettsäuren sind übrigens gesundheitlich nicht bedenklich sondern wahrscheinlich im Gegenteil eher gesund. So wurde gezeigt, dass die von Wiederkäuern gebildete trans-Palmitoleinsäure das Auftreten eines Typ II Diabetes senken kann (7). In Metaanalysen wurde festgestellt, dass die natürlichen Transfette im Gegensatz zu den industriell gefertigten Transfetten das cardiovaskuläre Risiko nicht erhöhen (8)(9). In Tierversuchen konnte eine positive Wirkung nicht nur gegen Diabetes sondern auch gegen Krebs und Osteoporose nachgewiesen werden.

Im Endeffekt lässt sich festhalten, dass Sie dem Problem der Transfette nur beikommen, wenn Sie den Verzehr von industriell gefertigter Nahrung stark einschränken. Am besten bereiten Sie sich Ihre Nahrung selber zu, dann wissen Sie, was in Ihrem Körper landet. Ich würde auf jeden Fall davon Abstand nehmen, in Restaurants oder Imbissbuden frittierte Produkte zu essen.

 

(1)http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=1451

(2)http://www.sprechzimmer.ch/sprechzimmer/News/Gesundheit_allgemein/Transfettsaeuren_koennen_das_Risiko_fuer_Darmkrebs_erhoehen.php

(3)http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/50751

(4)http://www.springermedizin.at/artikel/31219-ein-loefferl-fuer-den-papa

(5)http://www.unav.edu/departamento/preventiva/sun

(6)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9322581

(7)http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/44007

(8)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4301193/

(9)http://jn.nutrition.org/content/140/1/18.abstract

Veganismus – das Geschäft mit dem schlechten Gewissen

vegan-1343429_1920Veganer sind die besseren Menschen, denn sie sind um das Tierwohl bemüht und tragen mit ihrer Ernährung zum Erhalt unseres Planeten bei. Das ist es jedenfalls, was uns die vegane Propaganda weismachen möchte. Wie sieht es aber tatsächlich aus mit der veganen Ernährung. Ist sie ökologisch so viel verträglicher als eine Ernährung, die tierische Produkte beinhaltet?

In der Realität sieht es so aus, dass ca. 2/3 der Landfläche der Welt nicht für den Obst- und Gemüseanbau geeignet sind. Sie können auf Savannen keine Salatköpfe ziehen. Es ist aber wohl möglich, dort Tiere weiden zu lassen. Würde das Land nicht als Weideland genutzt, dann könnte es gar nicht genutzt werden und würde veröden. Denn wie so vieles auf der Welt besteht auch zwischen Bodengesundheit und Tieren ein Kreislauf. Die Tiere brauchen den Boden und was auf ihm wächst für ihre Ernährung, und der Boden braucht die Tiere, damit er mit Mineralstoffen und Dünger versorgt wird.

Weidetiere machen mit ihren Hufen kleine Eindellungen in den Boden, die das Wasser halten. Wenn sie Gras fressen, regt dies neues Wachstum an. Die Tiere verdauen das Gras und scheiden die Reste als Dünger aus, der mit Mikroben versetzt ist, die für ein gutes Bodenklima sorgen. Das hält den Boden gesund. Weidetiere sequestrieren Kohlenstoff in den Boden daraus ergibt sich eine positive Kohlenstoffbilanz (und nicht etwa die negative, die bei Massentierhaltung auftritt). In einer Studie wurde gezeigt, dass sich durch Ackerbau ausgelaugte Böden, die dann als Weideflächen intensiv genutzt wurden, sehr schnell wieder erholten und schon nach drei Jahren wieder eine sehr viel höhere Nährstoffdichte aufwiesen (1). Wir halten also fest: Weidetiere verbessern den Boden und wirken einer Verödung entgegen, Gemüseanbau laugt den Boden aus.

In einer Studie, die die Nachhaltigkeit von 10 verschiedenen Ernährungs-formen untersuchte, schnitt die vegane Diät schlechter ab als Lacto-Ovo-Vegetarier und zwei verschiedene omnivore Ernährungsformen (2). Zu diesem Ergebnis kam es, da bei einer veganen Ernährungsform weite Teile des Landes einfach ungenutzt bleiben, die ansonsten für die Erzeugung tierischer Nahrungsmittel genutzt werden könnten, die zudem noch einen höheren Nährwert haben (vor allem, wenn alle Teile des Tieres gegessen werden).

Ich möchte hier ganz klar sagen, dass diese Auswirkungen natürlich nicht zum Tragen kommen, wenn man sich die Massentierhaltung ansieht, in der die Tiere mit Getreide und Soja gefüttert werden, die extra für sie angebaut werden müssen. Ich lehne es auch ab, Fleisch von Tieren zu essen, die ihr (kurzes) Leben lang nur gequält wurden, und die mit Hormonen und Antibiotika vollgepumpt werden, damit sie möglichst viel Fett ansetzen. Diese Tier-KZs müssen abgeschafft werden!

Aber zurück zum Thema. Peta klärt uns auf, dass die Erzeugung von 1 kg Fleisch 4000 l Wasser verbraucht, während die gleiche Menge Wasser dazu genutzt werden könnte, 12 kg Weizen zu ernten (3). Das hört sich erstmal unerhört an, schließlich müssen wir die gesamte Weltbevölkerung satt kriegen. Man muss aber dabei bedenken, dass es sich hier um virtuelles Wasser handelt, also nicht nur das Wasser, dass aus dem Wasser-hahn kommt sondern auch Regenwasser, das sowieso auf den Boden fällt. Es wird übrigens geschätzt, dass bei Weidetieren das kg Fleisch 1750 l Wasser verbraucht, nämlich die Wassermenge, die das Tier tatsächlich trinkt. Und dann mal ganz ehrlich: 1 kg Steak gegen 12 kg Weizen? Wie sieht es denn da mit der Nährstoffdichte aus, mit Antinährstoffen und der Verdaulichkeit der Proteine, mit essentiellen Vitaminen wie Vitamin B12 (jawohl Veganismus führt zu B12-Mangel)? Und treiben wir das Spiel doch mal ein bisschen weiter: Hat mal jemand ausgerechnet, was so ein Tofuburger und all die anderen Sojaprodukte zu unserem ökologischen Disaster beitragen? Konsequenterweise dürften Veganer auch kein Soja essen, denn durch die Abholzung der Regenwälder sterben Millionen Tiere.

Apropos tote Tiere. In Soja- und Getreidefeldern lebende Tiere werden von den Landmaschinen bei der Ernte zerschreddert (ja, auch die niedlichen Kaninchen). Durch Pestizide sterben Bienen und andere Insekten und damit auch die Vögel, die sich von ihnen ernähren. Mal ehrlich: Tod ist Tod, ob selbst hervorgerufen (durch Schlachten) oder zufällig. Es gibt einfach keine Ernährung, die unsere Tiere nicht beeinflusst.

Was ich wirklich bitter finde, ist, dass die Nahrungsmittelindustrie diesen Trend hemmungslos ausnutzt und in Werbekampagnen Veganismus als eine gesunde Ernährung hinstellt, die wesentlich gesünder als omnivore Ernährungsformen ist. Die Absicht dahinter ist nur allzu durchschaubar: Vegane Produkte sind solche, die extrem billig produziert werden können, aber einen gewaltigen Gewinn für die Hersteller abwerfen.

Hier die Zutatenliste eines Tofuburgers:

Zutaten:
Trinkwasser, Sojaproteinkonzentrat (22 %), Rapsöl, Weizengluten, Aroma, Kochsalz, Verdickungsmittel: Methylcellulose, Sojaproteinisolat (1 %), Gewürze, Malzextrakt

Allergiehinweise:
Das Produkt enthält glutenhaltiges Getreide (Weizen), Soja und Sojaerzeugnisse.

Glauben Sie ernsthaft, das soetwas Bestandteil einer gesunden Ernährung sein kann?  Haben Sie sich schonmal gefragt, warum wir so eine starke Zunahme an Nahrungsmittelallergien haben. Oder ist Ihnen vielleicht noch gar nicht aufgefallen, dass Allergien auf dem Vormarsch sind? Und noch ein Tipp: Nahrungsmittelallergien treten auf, wenn der Darm durchlässig wird (sog. Leaky Gut). Gluten und Soja stehen ganz oben auf der Liste, der Nahrungsmittel, die zu dieser Durchlässigkeit führen. Denken Sie mal darüber nach…

 

(1)http://www.nature.com/articles/ncomms7995

(2)https://www.elementascience.org/articles/116

(3)http://www.peta.de/weltwassertag#.WBS4GfmLTIU

Zucker versteckt sich hinter vielen verschiedenen Namen

wave-pattern-956931Gesundheit ist im Trend, und viele Verbraucher versuchen, sich gesund zu ernähren. Dies wird ihnen von der Lebensmittel-industrie aber häufig nicht gerade einfach gemacht. Da wird bei stark zuckerhaltigen Müslis und Getreideflocken damit geworben, dass sie alle wichtigen Vitamine und Spurenelemente enthalten, der Joghurt hat nur 0,1 % Fett und ist selbstverständlich lactosefrei und die glutenfreien Kekse mit Vollmilchschokolade sind bio, das ist doch gesund oder? Gerne wird auch darauf hingewiesen, dass kein Zucker zugesetzt wurde. Das klingt erstmal gut, wenn man dann aber feststellen muss, dass das Produkt Trockenfrüchte, Agavendicksaft und Malzsirup enthält, so ist Haushalts-zucker eigentlich das einzige, was fehlt. Sie sollten aber nicht glauben, dass natürliche Zucker ein Produkt gesünder machen. Für Ihren Körper ist Zucker = Zucker und wird mit einem Anstieg Ihres Insulinspiegels beantwortet. Nur Fruktose ist eine Ausnahme (deshalb aber nicht gesünder).

Ich glaube, es ist höchste Zeit, dass Sie als Verbraucher lernen, Etiketten zu lesen. Sehr viel gesünder wäre es natürlich, auf essbare Dinge, die Etiketten brauchen, einfach zu verzichten. Nahrungsmittel kann man sie eigentlich nicht nennen, denn nähren tun sie ja nicht. Aber sei’s drum.

Hier eine Liste der am häufigsten verwendeten Bezeichnungen für Zucker. Sie ist beileibe nicht vollständig:

  • Zucker, Haushaltszucker
  • Brauner Zucker. Dieser ist eine Zwischenstufe zum weißen Zucker und auf keinen Fall gesünder
  • Dextrose, Dextrin
  • Diglyceride, Disaccharide
  • Fruchtsaftkonzentrat
  • Fruchtzucker, Fruktose
  • Fructooligosaccharide
  • Galaktose
  • Gelierzucker
  • Gerstenmalz
  • Glukose
  • Glukosesirup
  • Honig
  • Invertzucker
  • Isoglucose
  • Isomaltose
  • Kandiszucker
  • Karamell
  • Kokoszucker
  • Kristallzucker
  • Laevulose
  • Lactose
  • Maissirup
  • Maltodextrin, Maltodextrose
  • Maltose, Malzzucker
  • Mannit
  • Melasse
  • Milchzucker
  • Molkenerzeugnis, Molkenpulver
  • Nektar
  • Palmzucker
  • Puderzucker
  • Raffinade
  • Reissirup
  • Rohrzucker
  • Rübenzucker
  • Saccharose
  • Sirup, zum Beispiel Ahornsirup, Agavendicksaft
  • Sorbit
  • Vollmilchpulver
  • Zuckerrohr, Zuckerrüben……

Die Liste umfasst ungefähr 100 Begriffe, die für Zucker eingesetzt werden. Die Nahrungsmittelindustrie verwendet häufig für ein Produkt verschiedene Zuckerarten. Auf diese Weise können sie verhindern, dass Zucker als Inhaltsstoff zu weit vorne in der Zutatenliste stehen muss.

Hier als Beispiel die Inhaltsstoffe der Zimtcerealien einer bekannten Firma, die damit wirbt, dass ihre Frühstücksflocken 32 % Vollkorngetreide beinhalten. Die Auflistung der einzelnen Makronährstoffe auf der Vorder-seite bezieht sich auf eine Portion von 30 g (wer isst jemals nur 30 g) und beinhaltet 7,4 g Zucker. Sehen wir uns mal an, was genau drin steckt.

minis2Wie wir sehen können, enthält dieses Produkt nicht weniger als sechs verschiedene Zucker: Zucker, Glukosesirup, Maltodex-trin, Maisstärke, Dextrose, Zuckerculör. Übrigens auch Vollkornweizen und Reismehl sind letztendlich Zucker! 100 g dieses Produkts haben stolze          73,4 g Kohlenhydrate!!!

 

Das nächste Beispiel ein Superfood Chia Riegel. Von Natur aus reich an Antioxidantien, Vitamin B1 und Omega 3 Fettsäuren. Sehen wir uns mal an, was er uns sonst noch zu bieten hat.

bio-riegel2

Auch hier wieder sechs verschiedene Zuckerarten, die diesem“gesunden“Riegel zugesetzt wurden (sechs scheint eine magische Zahl zu sein). Im Einzelnen: Rohrohrzucker, Hochmaltosesirup, Gerstenmalzsirup, Agavendicksaft, Reis-Extrudat und Honig. Dennoch nicht ganz so schlimm wie die Cerealien. Wir kommen hier auf 46 g Kohlenhydrate.

Dies sind nur zwei Beispiele, um sie mit den Tricks der Nahrungsmittel-industrie vertraut zu machen. Sehen Sie sich die Etiketten mal wirklich an. Sie werden überrascht sein,  in wie vielen Produkten Zucker steckt. Auch gerade in Dingen, in denen man ihn nicht vermuten würde. Ein bekannter Soßenbinder zum Beispiel hat drei Zucker: Milchzucker, Maltodextrin und Reismehl. Grill- und Steakgewürz enthält Zucker und Dextrose. Sie könnnen fast sicher sein, dass industriell gefertigte Nahrung immer Zucker dabei hat. Die Nahrungsmittelindustrie weiß genau, dass Zucker süchtig macht (nachgewiesenermaßen mehr als Kokain), und sie würden sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, Sie mit ausgeklügelten Rezepten genau auf ihre Marke einzuschwören. Egal welche vollmundigen Werbeversprechen Ihnen die Hersteller auf der Packungsvorderseite machen, lesen Sie das Kleingedruckte. Und machen Sie sich klar, dass Lebensmittel, die stark verarbeitet sind, ungesund sind. Egal, ob sie bio, vegan oder eben „zuckerfrei“ sind. Junkfood bleibt Junkfood.

 

 

Grüne Smoothies – so gesund! Oder etwa doch nicht?

green-422995Sicher haben Sie schon mitbekommen, dass Grüne Smoothies der absolute Renner sind. Die sind ja so gesund! Da ist Grünkohl drin und Spinat oder Superfrüchte wie Acerolabeeren. Und wir alle haben gehört, dass wir fünf Portionen Gemüse und Obst pro Tag essen sollen. Da kommt so ein Smoothie doch gerade recht – viel Obst und Gemüse und wenig Volumen. Viel einfacher als das Ganze auch noch kauen zu müssen…

Aber vielleicht hat die Nahrungsmittelindustrie auch den Hype nur ausgenutzt, um uns wieder einmal an der Nase herumzuführen. Sehen wir uns die Sache doch einmal an.

true-fruits

Hier haben wir einen Grünen Smoothie Spinat – Grünkohl – Matcha, und vegan ist er auch noch. Das klingt ja super, und die Farbe stimmt auch. Sehen wir uns nun die Zutaten an, so stellen wir fest, dass dieser Smoothie aus 54,9 % Apfelsaft (mehr als die Hälfte!!!), 21 % Bananenpüree, 11 % Spinatpüree,  8 % Birnenpüree, 4 % Grünkohlpüree, 1 % Ingwerpüree und 0,1 % Matcha Tee besteht. Das bedeutet, dass die Zutaten, die auf der Flaschenvorderseite ausgelobt werden, gerade einmal 15,1 % des Smoothies ausmachen (dafür müssen Sie aber das Kleingedruckte lesen). Der Rest besteht vor allem aus einer Menge Fructose, der im Fall von Apfelsaft sämtliche Ballaststoffe fehlen. Das nenne ich einen glatten Etikettenschwindel. Dem Verbraucher wird durch den Namen weisgemacht, dass es sich um einen Gemüsesmoothie handelt, erhalten tut er aber ein Fruchtsaftgetränk oder eigentlich Zuckerwasser.

Als nächstes sehen wir uns dann mal die Nährwertangaben für diesen Smoothie an.

Nährwertangaben pro 100 ml:

Brennwert222 kJ, 53 kcal

Protein: 0,8 g
Kohlenhydrate: 11,6 g
davon Zucker: 10,5 g
Fett: 0 g
Ballaststoffe: 1,1 g
Cholesterin: 0 mg
Wassergehalt: 83%
Sehr ernüchternd würde ich sagen. Mit 10,5 g Zucker enthält dieser Smoothie genausoviel Zucker wie eine Cola. Ballaststoffe mit 1,1 g liegen auch deutlich unter dem, was Sie mit dem Verzehr der Früchte erhalten würden. Jetzt könnten Sie sagen, aber er hat ja wenigstens mehr Vitamine als ein Softdrink, aber auch hier muss ich Sie leider enttäuschen. Viele Smoothies werden pasteurisiert, damit sie länger haltbar sind. Das kann in Extremfällen eine Haltbarkeit von bis zu zwei Jahren sein. Glauben Sie ernsthaft, dass in so einem Getränk noch irgendetwas lebt (von hitze- und lichtempfindlichen Vitaminen mal ganz zu schweigen).
Hinzu kommt wie gesagt, der sehr hohe Apfelsaftanteil. Apfelsaft ist als Süßungsmittel sehr beliebt, er ist billig und leicht verfügbar. Aber wie schon angemerkt enthält Apfelsaft freie Fruktose im Gegensatz zu einem Apfel, in dem die Fruktose zusammen mit Ballaststoffen auftritt, die ihre Resorption im Körper verlangsamen. Bananen- und Birnenpüree sind da schon etwas besser, weil es sich bei ihnen um ganze pürierte Früchte handelt (ist jedenfalls zu hoffen). Aber ich wiederhole es noch einmal. Der Obstpüreeanteil übersteigt den Gemüsepüreeanteil bei weitem, und damit ist die Bezeichnung des Smoothies einfach eine glatte Lüge. Ich habe in den Bewertungen gelesen, dass Personen schrieben, dass sie sich vom Grünkohl etwas abgeschreckt gefühlt haben, man ihn aber gar nicht schmecken könne (kein Wunder bei gerade mal 4 %), und dass der Smoothie super süß ist (liebe Leute, süß ist leider nicht gesund).
Dies ist nur ein Beispiel. Die anderen Smoothies sehen aber auch nicht besser aus. Wenn Sie sich wirklich etwas Gutes tun wollen, dann bereiten Sie sich Ihren Smoothie selber zu. Zum einen wissen Sie dann ganz genau, was drin ist, und zum anderen ist er auf jeden Fall frisch und enthält tatsächlich noch alle Vitamine der Ausgangsstoffe.
Smoothiegrundrezept:
  • 1 Becher Spinat (wenn Sie gefrorenen Spinat nehmen ca. 3 – 4 Kugeln. Spinat ist ein sehr süßes Gemüse, das trotzdem wenig Kohlenhydrate enthält
  • 1 Becher Blattsalat oder Grünkohl oder anderes grünes Blattgemüse. Gerade Blattsalat ist auch ein eher süßes Gemüse, daher für Smoothie-Anfänger zum Eingewöhnen genau das Richtige)
  • 1 Portion Obst (dies entspricht etwa einer Hand voll, also z.B. 1 Apfel, 1 Banane oder 1/2 Becher Beeren)
Als Flüssigkeit:
  • 1 Becher (240 ml) Kokosmilch, Mandelmilch oder Kokosmilch/Wasser im Verhältnis 1 : 1 oder
  • 1 Becher Kokoswasser oder
  • 1 Becher Wasser oder
  • 1 Becher Rohmilch (wenn Sie sie vertragen)

Optional:

  • 1 EL Mandelbutter und/oder
  • 1 EL MCT Öl und/oder
  • 20 g Whey Protein oder 2 – 3 rohe Eier (von frei laufenden, glücklichen       Hennen.
Wenn Sie Ihre Zutaten zusammengesucht haben, kommt alles nur noch in den Mixer und wird püriert. Lassen Sie bei Obst wenn irgend möglich die Schale dran, denn sie enthält viele Vitamine und Antioxidantien.
Dieser Smoothie kann tatsächlich eine gesamte Mahlzeit ersetzen. Ich mache ihn immer dann, wenn es morgens mal schnell gehen muss. Tun Sie sich einen Gefallen und lassen Sie die industriell gefertigten Smoothies im Supermarkt stehen. Und sollten Sie doch einmal der Versuchung nicht widerstehen können, dann wählen Sie wenigstens keine Früchtekalorien-bombe aus. Ihre Leber wird es Ihnen danken.

Zucker – die bittere Wahrheit

sugar-1304500_960_720Die meisten Leute werden Ihnen erzählen, dass Sie Zucker brauchen, damit Ihr Körper Energie hat. Besonders Sportler fallen immer wieder auf diesen Mythos herein und stopfen sich mit zuckerhaltigen Energieriegeln voll, um ein Training durchzustehen. Ein weiterer ebenfalls weit verbreiteter Mythos ist, dass Ihr Gehirn Zucker braucht, um optimal arbeiten zu können. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man fast darüber lachen, aber wie bitte sind wir auf die Idee gekommen, dass Nahrungsmittel, die voller Kohlenhydrate stecken, aber wenig Fett enthalten gesund sind (Getreidemüsli mit fettarmer Milch??!!)

Laaaangsaaaam, ganz laaaaaaangsaaaaaaam wird jetzt die Öffentlichkeit darüber aufgeklärt, dass die Ernährungsempfehlungen der letzten 40 Jahre vielleicht nicht ganz so günstig gewesen sind. Dies ist aber bei weitem noch nicht bei allen Organisationen angekommen. So wird Ihnen die Deutsche Gesellschaft für Ernährung auch weiterhin erzählen, dass Butter böse und Vollkornweizen gesund ist. Vielleicht sieht es ja in 17 Jahren anders aus; So lange dauert es nämlich im Schnitt bis sich neue Forschungsergebnisse durchsetzen. Wobei, so neu sind diese Erkenntnisse gar nicht. Sie wurden nur lange Zeit unterdrückt. Aber mal sehen.

Damit Sie aber vielleicht schon vorher Ihre Meinung über Zucker ändern können hier einige Denkanstöße:

  1. Zucker macht dick. Haben wir eigentlich immer schon gewusst, aber leider in den letzten Jahrzehnten verdrängt, weil es nicht ins Gesamtbild gepasst hat, dass ja schließlich Cholesterin der Killer ist. Ich kann nur immer wieder betonen, es ist nicht das Fett in Ihrem Essen, das Sie dick macht (außer Sie essen viele „herzgesunde“ Pflanzenöle), sondern die Kohlenhydrate und der Zucker.
  2. Zucker in Softdrinks ist wahrscheinlich noch gefährlicher als Zucker in Süßigkeiten. Dadurch, dass Sie Flüssigkeiten nicht kauen, kommt in Ihrem Gehirn kein Signal an, dass Sie gerade Kalorien zu sich genommen haben. Das heißt die 53 g Zucker, die Sie mit einem halben Liter Cola trinken, nimmt Ihr Gehirn nicht wahr (aber Ihre Fettzellen nehmen diesen Zucker nur allzu gerne auf)(1)
  3. Zucker macht hungrig. Sie kennen das, fangen Sie einmal an, Süßigkeiten zu essen, ist es schwer, damit aufzuhören. Durch die Zuckeraufnahme wird Insulin freigesetzt, dessen Aufgabe es ist, den Blutzucker in einem engen Rahmen zu regulieren. Sowie Insulin den Zucker verräumt hat, kommt die nächste Hungerattacke, weil in Ihrem Blutstrom auf einmal zu wenig Zucker ist. Typischerweise müssen „Zuckerverbrenner“ alle 1,5 – 2 Stunden essen. Man nennt das die Blutzucker-Achterbahn.
  4. Zucker verursacht Stimmungsschwankungen. Diese erklären sich aus dem unter Punkt 3 genannten Mechanismus. Auf das Zucker“high“ folgt ein Zucker“low“, in dem die betroffenen Individuen reizbar und aufbrausend sind (kennt jemand so eine Snickers Diva?). Die Amerikaner bezeichnen diesen Zustand als „hangry“, also eine Verbindung aus hunger und angry(2).
  5. Zucker schädigt unser Immunsystem. Studien haben nachgewiesen, dass durch erhöhten Zuckerkonsum die Zahl der weißen Blutkörperchen abnimmt. Diese sind aber für die Abwehr von Krankheitserregern essentiell (3).
  6. Zucker verursacht chronische Entzündungen im Körper. Im Gegensatz zu akuten Entzündungen machen sich diese nicht durch Schwellung, Schmerzen, Wärme, Rötung und Funktionseinschränkung bemerkbar, so dass die meisten Menschen gar nicht wissen, was der Zucker gerade in ihrem Körper anrichtet. Wichtig zu wissen ist aber, dass sich Wissenschaftler inzwischen immer mehr darauf einigen, dass die meisten chronischen Krankheiten im wesentlichen einen entzündlichen Ursprung haben. Was müssen Sie also tun, wenn Sie keinen Herzinfarkt, Krebs, Schlaganfall oder Diabetes bekommen möchten? Richtig, lassen Sie den Zucker weg!
  7. Zucker führt zu Verdauungsproblemen. Wie ich schon erwähnt habe, ist unser Darmmikrobiom für unsere Gesundheit extrem wichtig. Leider füttert Zucker die schlechten Bakterien, die wir eigentlich gar nicht haben wollen und außerdem noch Hefen und Pilze, sodass es zu bakteriellen Überwucherungen und Pilzbefall im Darm kommen kann (4). Diese Lebewesen zeigen sich dann als wahre Meister des Puppenspiels, indem sie Sie dazu bringen, noch mehr zuckerhaltige Nahrung zu sich zu nehmen, damit sie genug zu fressen haben. Eklig? Allerdings!
  8. Zucker verursacht Löcher in den Zähnen. Das wissen wir alle, und deshalb gibt es beim Zahnarzt auch keine Belohnungsbonbons (beim Kinderarzt allerdings schon).
  9. Typ II Diabetes. Ständig im Steigen. Wie könnte er auch nicht, da ja unsere Nahrung inzwischen zu 60 % aus Kohlenhydraten bestehen soll (um den Mangel an Fett auszugleichen), und unsere Gene mit dieser Menge an Zucker nicht umgehen können. Die Folgen sind Insulinresistenz (der Zucker kann nur noch sehr schwer in die Zellen aufgenommen werden, weil diese nicht mehr auf das Signal vom Insulin reagieren) und zu hohe Blutzuckerspiegel.
  10. Typ III Diabetes. Ich wette, von dem haben die wenigsten gehört. Die Alzheimer Demenz wird inzwischen von einigen Forschern als Typ III Diabetes bezeichnet, weil auch bei ihr ein erhöhter Zuckerkonsum mit entsprechenden Blutzuckerschwankungen letztendlich dazu führt, dass Hirnzellen insulinresistent werden (5). Für jemanden, dessen Gehirn nur daran gewöhnt ist, Zucker zu verbrennen, ist das ein echtes Problem.
  11. Herzerkrankungen, Schlaganfälle. Auch hier ist die Ursache eine chronische Entzündungsreaktion der Gefäße, die durch den Zucker verursacht wird.
  12. Krebszellen leben von Zucker. Diese Einsicht hatte Nobelpreisträger Otto Warburg bereits 1924. Tatsächlich werden radioaktiv markierte Glucose Moleküle benutzt, um Krebszellen aufzuspüren. Unbegreiflich, dass Onkologen Ihre Krebspatienten mit Zuckerlösungen füttern! (6)
  13. Zucker (vor allem Fruchtzucker) ist die Ursache für eine Nicht-Alkoholische Fettleber (NAFLD). Wird Fruchtzucker in großer Menge aufgenommen (z.B. als Agavendicksaft oder High Fructose Corn Syrup), so führt er zu einer Leberzellverfettung, da die Leber das einzige Organ ist, das Fruchtzucker verstoffwechseln kann (7). Da Fruchtzucker keine Insulinausschüttung verursacht und damit einen niedrigen Glykämischen Index aufweist, halten viele Leute ihn immer noch für gesünder als Tafelzucker. Wie oben ausgeführt, geht das total an der Realität vorbei.
  14. Hormonelle Probleme. Weist die Ernährung zu viel Zucker – und auch hier wieder vor allem Fruchtzucker – auf, so kann dies Auswirkungen auf die Geschlechtshormone haben, die zu Unfruchtbarkeit, PCOS (Polyzystisches Ovarien Syndrom) und Endometriose führen.(8)
  15. Zucker führt zu vorzeitiger Alterung. Die Amerikaner haben einen sehr schönen Begriff dafür: AGEs (Advanced Glycation-Endproducts, aber auch AGE wie altern). Es handelt sich dabei um Proteine, die durch den Zucker praktisch karamellisiert werden. AGEs schädigen das Kollagen und Elastin in der Haut und führen zu Elastizitätsverlust und Falten (das nächste Mal bei Starbucks vielleicht doch lieber die Vollmilch mit weniger Zucker statt der fettarmen Milch nehmen).(9)

Fazit: Zucker ist definitiv nicht nur süß! Die American Heart Association hat jetzt ein Limit für den zusätzlichen Zuckerkonsum herausgegeben. Dieses liegt bei 6 TL (24 g) Zucker für Frauen und 9 TL (36 g) Zucker für Männer. Damit fällt dann selbst eine Dose Cola schon mal weg.

(1)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3210834/

(2)http://edition.cnn.com/2015/07/20/health/science-behind-being-hangry/+

(3)http://ajcn.nutrition.org/content/26/11/1180.abstract

(4)https://www.liverdoctor.com/is-a-candida-infection-driving-your-sugar-cravings/

(5)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2769828/

(6)http://www.mercola.com/article/sugar/sugar_cancer.htm

(7)http://now.tufts.edu/news-releases/daily-sugar-sweetened-beverage-habit-linked-non-alcoholic-fatty-liver-disease

(8)http://drhyman.com/blog/2014/08/29/killing-sex-drive-one-bite-time-5-surprising-ways-sugar-lowers-libido/

(9)https://www.perriconemd.com/anti-aging-resources/sugar-and-aging.html

Antinährstoffe

legumes-665788__180Antinährstoffe sind natürlich vorkommende oder synthetisch hergestellte Stoffe, die in Lebensmitteln vorkommen und die Aufnahme von Vitaminen, Mineralien, Proteinen und anderen Nährstoffen verhindern.

Muss Sie das interessieren? Ich glaube schon. Sehen wir uns einmal um, stellen wir fest, dass nicht nur unsere Nahrung nicht mehr so nährstoffreich ist wie noch vor 100 Jahren (vielen Dank an die Agrarindustrie und Monsanto!), sondern dass es auch gerade durch den stark angestiegenen Verzehr von Nahrungsmitteln, die Antinährstoffe enthalten (Getreide, Soja), bei vielen Menschen zu Mangelerscheinungen kommt, die sich z. B. in Form von Osteoporose oder Muskelkrämpfen/-schwäche, aber auch als Depression und Müdigkeit bemerkbar machen können.

Auf welche Nahrungsmittel sollten Sie ein besonderes Augenmerk haben? Vor allem Getreide, Bohnen, Hülsenfrüchte und Nüsse haben viele Antinährstoffe. Sie stellen einen wichtigen Abwehrmechanismus der Pflanzen gegen Schädlinge und andere Fressfeinde dar. Sehen wir es mal realistisch: Auch Pflanzen wollen leben, und da sie nicht weglaufen können, müssen sie eben die chemische Keule einsetzen, um sich zu verteidigen.

Die wichtigsten Antinährstoffe, die Sie aus Ihrem Speiseplan streichen sollten sind:

  1. Gluten. Ich habe schon an anderer Stelle über die Gefahren geschrieben, die von Gluten ausgehen, aber noch einmal in Kürze: Gluten ist ein Getreideprotein, das von Menschen nicht verdaut werden kann, das aber durchaus schädliche Einflüsse auf unseren Verdauungstrakt und unsere Gesundheit hat. Es kann Löcher in der Darmwand verursachen – und damit einen Leaky Gut – und den Grundstein für Autoimmun-erkrankungen legen.
  2. Phytate. Man findet sie in Getreide, Nüssen und Hülsenfrüchten. Phytate hemmen die Mineralienaufnahme (Calcium, Eisen, Zink, Kupfer, Phosphat und Magnesium). Wer Phytate in seiner Nahrung hat, braucht sich keine Gedanken mehr darüber zu machen, ob er wohl einen Mineralstoffmangel haben könnte. Er hat ihn ganz sicher! Phytate sind in der Lage, die Absorption von Phosphat und Zink um 80 % zu hemmen, die von Magnesium immerhin noch um 40 % (1). Es wird auch diskutiert, dass Pepsin durch Phytate gehemmt wir. Pepsin ist für die Verdauung von Proteinen notwendig. Durch Einweichen in Wasser kann die Phytatkonzentration gesenkt werden. Dieses Verfahren sollte unbedingt bei Nüssen (und wenn Sie es unbedingt essen wollen Getreide) angewendet werden. Bei Hülsenfrüchten empfiehlt es sich, diese zu Fermentieren, um den Gehalt an Phytaten zu vermindern.
  3. Trypsin Inhibitoren. Kommen in Hülsenfrüchten vor und sind Moleküle, die die Wirkung von Trypsin herabsetzen können. Trypsin wird für die Eiweißverdauung benötigt, das bedeutet, dass das Eiweiß aus dem Steak vom Weiderind, das sie gerade zusammen mit Hülsenfrüchten essen, womöglich gar nicht in Ihrem Körper ankommt (und das ist doch wirklich ärgerlich!).
  4. Lektine. Finden sich in großer Menge in Hülsenfrüchten und Weizen. Lektine reduzieren ebenfalls die Nährstoffaufnahme und können, da sie durch Magensäure nicht neutralisiert werden, die Darmschleimhaut schädigen und die Bakterienflora des Darms verändern. So können sie zu Verdauungsproblemen führen, die in ihrer Schwere durchaus einer Nahrungsmittelvergiftung gleichen können. Lektine können zur Verklumpung roter Blutkörperchen und als Folge daraus zu Verstopfungen in Gefäßen führen. Dies kann sich zum Beispiel als Kopfschmerzen bemerkbar machen. Da Lektine für Kleinlebewesen giftig sind, werden sie häufig als Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt. Sollten Sie alle diese Informationen nicht davon abhalten können, Hülsenfrüchte zu essen, so rate ich Ihnen, diese wenigstens sehr gut zu erhitzen. Durch das Erhitzen wird ein Großteil der Lektine inaktiviert.
  5. Oxalate. Kommen in fast allen Pflanzen vor. Hohe Konzentrationen findet man in Sojabohnen, Hirse, Spinatgemüse, Amaranth, Mangold, Rhabarber und Heidelbeeren. Aber auch Kakao weist relativ hohe Oxalatwerte auf. Oxalate binden Calcium und können zu Nierensteinen führen. Außerdem wird die Aufnahme pflanzlichen Eiweißes durch die Anwesenheit von Oxalaten gehemmt, was dazu führt, dass vor allem das Protein in Hülsenfrüchten nur teilweise aufgenommen werden kann, was es zu einem qualitativ schlechteren Protein macht (2).
  6. Saponine. Finden sich in Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Auberginen, Zwiebeln, Knoblauch, grünem Paprika und anderen. Sie wirken ähnlich wie Lektine und könnnen Verdauungsprobleme, Leaky Gut und Autoimmunerkrankungen hervorrufen. Sie sind extrem verdauungs-resistent, können in den Blutstrom gelangen und dort eine Immun-antwort auslösen.
  7. Tannine. Sie können Eisen und Zink binden und damit zu einer verminderten Absorption führen. Außerdem hemmen sie Verdauungs-enzyme und führen so zu Problemen wie Blähungen, Durchfall und Verstopfung. Tannine kommen in vielen Pflanzen vor aber vor allem in Hülsenfrüchten wie der Limabohne.
  8. Protease-Inhibitoren. Sie behindern Protein spaltende Enzyme und führen zu einer verminderten Proteinaufnahme.
  9. Isoflavone. Sie gehören zu den Phytoöstrogenen und kommen vor allem in Sojabohnen vor. In geringer Dosierung schreibt man ihnen positive Eigeschaften zu, zum Beispiel antikanzerogene (krebsverhindernde) und lebensverlängernde Wirkungen zu. Bei zu hoher Aufnahme – wie sie unter anderem bei Vegetariern und Veganern vorkommen kann – wird eine erhöhte Anzahl von Hypospadien (Harnleiterfehlbildungen bei Jungen) (3) sowie Menstruationsproblemen und Allergien beobachtet(4).

Es ist ganz klar, dass jedes Lebensmittel den einen oder anderen Antinährstoff enthalten wird. Wie gesagt, es handelt sich um Abwehrmechanismen der Pflanzen. Sie sollten bei der Auswahl Ihrer Lebensmittel darauf achten, dass die Vorteile, die Ihnen ein Lebensmittel bringt, die Nachteile der enthaltenen Antinährstoffe übertrifft. Und ansonsten Vielfalt ist King. Essen Sie möglichst viele verschiedene Nahrungsmittel, um das Risiko der Aufnahme zu großer Mengen eines bestimmten Antinährstoffes möglichst zu umgehen.

 

(1)   Ekholm, Päivi; Päivi Ekholm; Liisa Virkki; Maija Ylinen; Liisa Johansson (Feb 2003). „The effect of phytic acid and some natural chelating agents on the solubility of mineral elements in oat bran“. Food Chemistry. 80 (2): 165–70. doi:10.1016/S0308-8146(02)00249-2

(2)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1455533

(3)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10619956?dopt=Abstract

(4)http://e.hormone.tulane.edu/learning/phytoestrogens.html

Tigernuss Kekse

p1080845Tigernüsse sind in Deutschland unter diesem Namen eigentlich wenig bekannt. Ich muss zugeben, ich musste mich auch erstmal belesen. Tigernüsse werden auch Erdmandeln oder im Spanischen Chufa genannt und gehören zur Familie der Sauergrasgewächse. Sie wachsen weltweit, haben aber ihren Ursprung im Mittelmeerbereich.

Was macht Tigernüsse so gesund?

  1. Sie enthalten viel resistente Stärke (unlösliche Stärke). Dies ist eine Stärkeart, die unser Körper nicht verdauen kann (womit sie auch nicht den Blutzuckerspiegel erhöht). Sie wird als Präbiotikum eingesetzt, also als Nahrungsquelle für unsere guten Darmbakterien. Und glauben Sie mir, wenn es Ihren Darmbakterien gut geht, dann geht es Ihnen auch gut.
  2. Tigernüsse enthalten viele Ballaststoffe (ganze 26 g/100g), wodurch sie für eine gute Verdauung sorgen. Sollten Sie über ein Müsli nachdenken, so tun Sie einfach 1 – 2 EL Tigernüsse mit hinein.
  3. Tigernüsse sind zwar Knollengewächse, enthalten aber viele gute Fette. Die Fettzusammensetzung der Tigernuss entspricht ungefähr der von Olivenöl (73 % einfach ungesättigtes Fett, 18 % gesättigtes Fett, 9 % mehrfach ungesättigtes Fett).

Nun aber zum Rezept:

Zutaten:

3 – 4 entkernte Medjoul Datteln

1/4 Becher natives Kokosöl

1 großes Ei

1 TL Vanilleextrakt

1 Becher Tigernussmehl (eng gepackt)

1 1/2 TL Zimt

1/2 TL geriebener Ingwer (oder Pulver)

1/2 TL Backnatron

1/4 TL Meersalz

 

Ofen auf ca. 180° C vorheizen.

Die ersten 4 Zutaten in einen Mixer geben und mixen bis sie gut püriert sind. Danach die übrigen Zutaten dazugeben und gut mischen.

Verteilen Sie den Teig esslöffelweise auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und drücken Sie die einzelnen Teighaufen leicht mit der Hand platt.

Backen Sie die Kekse ungefähr 10 Minuten, lassen Sie sie 5 – 10 Minuten abkühlen und passen Sie auf, dass sie nicht in den nächsten 10 Minuten alle weg sind.

 

Ergibt 10 – 12 Kekse

 

Gute Mundhygiene – nicht nur für ein strahlendes Lächeln

 

zaehne

Viele wissen wie wichtige gute Mundhygiene ist (eigentlich alle, aber das ist eine ganz andere Geschichte). Schon unseren Kindern sagen wir von klein auf, dass sie sich zweimal täglich die Zähne putzen müssen, damit keine Löcher entstehen. Auch aus Höflichkeit unseren Mitmenschen gegenüber ist eine gute Zahnpflege wichtig. Wir alle kennen Menschen, die unter Parodontitis (Zahnfleischentzündung) leiden und einen entsprechenden Mundgeruch aufweisen. Unschön ist da noch der freundlichste Kommentar.

Neuere Forschung gibt Hinweise darauf, dass mangelnde Mundhygiene nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich zu Problemen führen kann, sondern auch einen nicht mehr von der Hand zu weisenden Einfluss auf die Gesundheit hat. Eine Studie der University of Central Lancashire in Großbritannien zeigte 2013 auf, dass ein Zusammenhang zwischen fehlender Mundhygiene und der Alzheimer Demenz wahrscheinlich ist (1,2). Sie untersuchten Verstorbene, die an Alzheimer Demenz erkrankt waren und fanden in den Amyloid Ablagerungen im Gehirn das Bakterium Prophyromonas Gingivalis. Der gleiche Erreger findet sich bei Patienten mit Parodontose. Man geht davon aus, dass das Bakterium durch alltägliche Verrichtungen wie Kauen und Zähneputzen (Zahnfleischbluten) in den Blutstrom und dann ins Gehirn gelangt. Bei einer Kontrollgruppe, die die Forscher ebenfalls untersuchte, und die keine Alzheimer Erkrankung aufwies, konnte dieser Erreger nicht im Gehirn nachgewiesen werden. Auch 2010 hatte schon eine Studie der NYU unter Leitung von Dr. Angela Kamer auf einen Zusammenhang zwischen Mundhygiene und Alzheimer hingewiesen (3).

Eine weitere Korrelation, die uns aufschrecken sollte, besteht zwischen Zahnfleischentzündungen und atheromatösen Plaques (der sog. Arteriosklerose). In den letzten Jahrzehnten war man davon ausgegangen, dass erhöhtes Cholesterin die Plaques verursacht. Diese Annahme hat sich jedoch als falsch herausgestellt. Nun gibt es immer mehr Hinweise dafür, dass Herzerkrankungen eine entzündliche Genese haben (was dann auch die erhöhten Cholesterinkonzentrationen erklärt, da Cholesterin bei Entzündungen praktisch als „Feuerwehr“ agiert). Neuere Untersuchungen haben nachweisen können, dass in den atheromatösen Plaques der Herzkranzgefäße die gleichen Bakterien gefunden werden können, die auch Patienten mit Parodontitis aufweisen (4). Diese Koronare Herzkrankheit (KHK) kann letzten Endes zum Herzinfarkt führen. Dabei zeigte sich, dass das Maß der Zerstörung des Parodontiums (Zahnhalteapparates) signifikant mit der Schwere der KHK korreliert (5). Das Ausmaß der Entzündung kann übrigens nicht über das CRP bestimmt werden (6), das vom Hausarzt sonst gerne als Entzündungsmarker verwendet wird.

Es werden aber von der Arteriosklerose nicht nur die Herzkranzgefäße angegriffen, sondern auch andere Blutgefäße im Körper wie zum Beispiel die Hirngefäße. Hierdurch kann dann ein Schlaganfall ausgelöst werden (7).

Wohlgemerkt, ich will damit nicht sagen, dass Sie mit optimaler Mundhygiene vor diesen Krankheiten geschützt sind. Schließlich haben alle oben genannten Krankheiten mehrere auslösende Faktoren. Aber einer davon besteht nun mal in der Zahnpflege und ist damit sehr einfach zu ändern. Die anderen Faktoren wie schlechte Ernährung, Übergewicht, Rauchen, Bewegungsmangel etc. können Sie nicht so einfach beeinflussen (na ja, den Bewegungsmangel eigentlich schon). Aber jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt, und womöglich sollten Sie Ihre Mundhygiene einmal genauer unter die Lupe nehmen.

 

(1)http://www.medicalnewstoday.com/articles/264164.php

(2)Sim K. Singhrao, Alice Harding, Sophie Poole, Lakshmyya Kesavalu, and StJohn Crean, “Porphyromonas gingivalis Periodontal Infection and Its Putative Links with Alzheimer’s Disease,” Mediators of Inflammation, vol. 2015, Article ID 137357, 10 pages, 2015. doi:10.1155/2015/137357

(3)http://www.medicalnewstoday.com/articles/196804.php

(4)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3084572/

(5)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17470018

(6)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2812915/

(7)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10539842

 

Apfel-Fenchel Salat

IMG_20160825_183713

 

Am Besten ist es, wenn man diesen Salat schon am Vortag vorbereitet und über Nacht im Kühlschrank gut durchziehen lässt. Die Chiasamen quellen auf und verleihen der Kokosmilch dann mehr die Konsistenz von Joghurt.

 

Zutaten:

  • 1 Fenchelknolle
  • 1 – 2 Äpfel
  • ca. 50 ml Kokosmilch
  • 2 EL Chiasamen
  • Pfeffer und Salz nach Geschmack
  • Nüsse zum Garnieren

Zubereitung

Äpfel und die Fenchelknolle würfeln. Die Kokosmilch mit den Chiasamen verrühren und darübergießen. Dann alles mit Pfeffer und Salz abschmecken. Für einige Stunden in den Kühlschrank stellen. Dann mit Nüssen garnieren und servieren.

 

 

Was Sie schon immer über Glyphosat wissen wollten, aber Monsanto Ihnen nicht erzählen wird

glyphoasatDie WHO hat Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend eingestuft, und seit Monaten läuft eine Diskussion darüber, ob die Anwendung von Glyphosat in der EU verboten werden soll. Glyphosat ist der aktive Bestandteil in Roundup, einem Unkrautvernichter, der von der amerikanischen Firma Monsanto hergestellt wird. Monsanto behauptet bis heute, dass Roundup für Menschen sicher ist und überhaupt keine Probleme hervorruft. Sie haben auch behauptet, dass Glyphosat im menschlichen Körper nicht gespeichert wird. Diese Aussage wurde inzwischen mehrfach widerlegt. Bei allen Testpersonen, auch solchen, die nur Bioprodukte essen, die nicht mit Glyphosat gespritzt werden dürfen, fanden sich im Urin Spuren dieses Gifts.

Die Frage, ob Glyphosat krebserregend ist, ist eigentlich längst beantwortet. Schon in den 80ger Jahren des letzten Jahrhunderts zeigten Studien diesen Effekt von Glyphosat(1). Für Aufruhr sorgte die Seralini Studie (2). Seralinis Studie, die nach der Veröffentlichung durch den Herausgeber des Magazins Food and Chemical Toxicology auf Druck von GMO-Lobbyisten (GMO = Genetisch Modifiziete – Organismen, z.B. Gengemüse) zurückgezogen wurde, zeigte auf, dass der Verzehr von Glyphosat bei weiblichen Ratten mit einem vermehrten Tumorwachstum in Brustgewebe sowie bei männlichen Ratten mit Nieren- und Leberschäden einhergeht. Bei beiden Geschlechtern kam es zu Funktionsstörungen der Sexualhormone.Dies wird darauf zurückgeführt, dass Glyphosat ein endokriner Disruptor ist, der wie ein künstliches Östrogen wirkt. Besser noch, kombiniert man Glyphosat mit Soja so wird dieser östrogene Effekt sogar noch verstärkt, da Glyphosat mit dem im Soja vorhandenen Genistein – einem Phytoöstrogen (Pflanzenöstrogen) -synergistisch wirkt. Interessant ist, dass die Studie, die von Seralini durchgeführt wurde, einen Zeitraum von einem Rattenleben beinhaltete, während Monsanto, die eine ähnliche Studie durchgeführt hatten, nur Ergebnisse bei einer Fütterung von 3 Monaten vorlegten, einem Zeitpunkt, zu dem noch keine negativen Effekte festgestellt werden konnten. Diese traten bei Seralini erst nach

dem 4. Monat auf. Ein Zufall??

Diskutiert wird auch, inwiefern Glyphosat eine (Mit-)Ursache für immer häufiger auftretende Depressionen sein könnte. Wie das geht? Eigentlich ganz einfach. Monsanto behauptet, dass Glyphosat keine Auswirkungen auf den Menschen hat, da es in den Shikamate-Weg eingreift, der beim Menschen nicht vorkommt sondern nur bei Bakterien. Es handelt sich beim Shikamate-Weg um einen Stoffwechselweg von Bakterien, Pilzen und Algen, der der Bereitstellung der Aminosäuren Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan dient. Aus diesen Aminosäuren, die für den Menschen essentiell sind, weil er sie nicht selbst herstellen kann, werden Proteine für viele Körperfunktionen produziert. Warum sollte uns aber ein Stoffwechselweg von einem Bakterium interessieren? Die Antwort ist, dass zwar nicht wir Menschen, schon aber unsere Darmbakterien, den Shikamate-Weg besitzen. Was den meisten Menschen nicht klar ist, ist, dass unsere Darmbakterien für uns diese Aminosäuren bereitstellen. Und wofür brauchen wir diese Aminosäuren? Trommelwirbel: Wir brauchen sie zum Beispiel für die Produktion von Neurotransmittern unter anderem von Serotonin unserem Glückshormon! Wow – noch Fragen? Wir halten fest, Glyphosat hemmt den Shikamate-Weg in Bakterien, was dazu führt, dass diese kein Tryptophan mehr bilden könnnen, das ein Baustein von Serotonin ist. Toll, mit einem niedrigen Serotoninspiegel brauchen wir uns über Depressionen nicht mehr wundern. Brot macht doch eben nur sehr kurz glücklich. Das böse Erwachen sehe ich tagtäglich im OP. 20jährige die Antidepressiva einnehmen. Medikamente, die die Hirnchemie verändern und in vielen Fällen zu Selbsttötungen führen.

Aber das ist ja bei weitem noch nicht alles, was Glyphosat kann. Laut Samsel und Seneff in einer Veröffentlichung in Entropy hat Glyphosat die folgenden vier zentralen Wirkmechanismen (3):

  1. Glyphosat wirkt wie ein Antibiotikum (als das es übrigens auch patentiert wurde). Es tötet gute Bakterien in der Darmflora und führt zu einem vermehrten Wachstum von pathogenen (krankheitserregenden) Bakterien.
  2. Es schädigt CYP Leberenzyme. Dies führt zu verminderter Synthese von Gallensäuren (wichtig für die Fettverdauung) und Vitamin D. Im Ergebnis führt dies dazu, dass der Körper toxische Stoffe nicht mehr entgiften kann.
  3. Die Schädigung der roten Blutzellen führt zu Anämie und durch Freisetzung von Eisen (aus den Erythrozyten) zu erhöhter Toxizität. Auf lange Sicht entwickelt sich daraus eine Sauerstoffunterversorgung und eine subklinische Enzephalopathie (Hirnentzündung).
  4. Es kommt zum Leaky Gut, also zu einer Barrierestörung im Darm. Nachfolgend kommt es auch zum Leaky Brain, das ist eine Barrierestörung der Blut-Hirn-Schranke. So gelangen gefährliche Metalle und Neurotoxine (Nervengifte) ins Gehirn.

Klingt nicht gut? Ist auch nicht gut.

Wir sind aber immer noch nicht am Ende. Untersuchungen zeigen, dass Glyphosat bei Pflanzen die Aufnahme von Eisen, Mangan und Zink verhindert. Das bedeutet Glyphosat behandelte Ernten haben einen deutlich geringeren Mineralstoffgehalt. Und da wundern wir uns, woher die ganzen Mangelerscheinungen kommen. Ein Manganmangel zum Beispiel führt unter anderem zur Schädigung von Mitochondrien (unsere Energielieferanten)und zur verminderten Ausschüttung von TSH und damit zur Schilddrüsenunterfunktion.

Und es geht noch weiter. Glyphosat ist ja nicht der einzige Bestandteil im Roundup, sondern nur die sogenannte aktive Komponente. Hinzu kommen noch Adjuvantien, die zum Beispiel die Handhabung verbessern sollen. Im Allgemeinen werden diese Stoffe als inert bezeichnet, das heißt sie haben keine Wirkung auf den Organismus. Tatsächlich aber könnnen diese Zusatzstoffe, die vom Hersteller nicht deklariert werden müssen (Betriebsgeheimnis) die Giftigkeit von Glyphosat bis zu 1000-fach verstärken (4). Diese synergistischen Effekte sind von Monsanto selbstverständlich nie veröffentlicht worden (vielleicht haben sie sich auch nicht die Mühe gemacht, danach zu suchen?).

Wichtig finde ich auch, dass wir uns nicht nur bei unserer Nahrung Gedanken über den Glyphosatgehalt machen müssen, sondern das Glyphosat inzwischen auch den Weg in Impfstoffe gefunden hat. Es wird immer wieder diskutiert, inwiefern Impfstoffe für die hohe Inzidenz von Autismus in Kindern und Jugendlichen verantwortlich gemacht werden können. Tatsache ist, dass mit Einührung von Glyphosat in die Behandlung von US Mais und Sojaernten die Autismusrate deutlich angestiegen ist. Die Rate weiterer Impfreaktionen wie Krämpfe, Ausschläge, anaphylaktischer Schock sind seitdem ebenfalls signifikant angestiegen. Halten Sie mich für altmodisch, aber dieser neue Kram macht mir Angst.

 

(1)http://www.i-sis.org.uk/Glyphosate_and_Cancer.php

(2)http://enveurope.springeropen.com/articles/10.1186/s12302-014-0014-5

(3)A Samsel and S Seneff, Entropy 2013, 15(4), 1416-1463

(4)http://www.mdpi.com/1660-4601/13/3/264

(5)http://www.tonu.org/2016/08/31/vaccine-glyphosate-link/