Was Sie über Nahrungsmittelunverträglichkeiten wissen müssen

Es sollte inzwischen jedem klar sein, dass nicht Jedermann die gleichen Nahrungsmittel verträgt. Einige Reaktionen passieren sofort, bei anderen dauert es etwas länger, bis sie sich entwickeln. Kennn Sie sich mit Nahrungsmittel-unverträglichkeiten aus? Wenn nicht – kein Problem. Ich erkläre Ihnen, was diese Unverträglich-keiten auszeichnet und welche Nahrungsmittel hier die Hauptverdächtigen sind.

Unverträglichkeiten und Allergien

„Des einen Brot, des anderen Tod“ wurde schon im 1. Jahrhundert vor Christus von Titus Lucretius Carus gesagt. Schon damals haben also wohl nicht alle Menschen das Gleiche gegessen.

Das Problem besteht eigentlich nicht in den Allergien. Diese treten sofort auf, und die meisten Menschen wissen, auf welche Nahrungsmittel sie allergisch reagieren. Häufig sind hier zum Beispiel Erdnuss- oder Fischeiweiß-Allergien. Es gibt aber auch Reaktionen, die nicht sofort sondern mit einer gewissen Latenz auftreten. Da wird es dann schon schwieriger herauszufinden, auf welches Nahrungsmittel Sie reagieren. Diese Art der Reaktion wird als Sensitivität, Unverträglichkeit oder eben auch als Allergie vom Spättyp bezeichnet.

Es ist immer wichtig, an Nahrungsmittelallergien zu denken, aber es ist auch wichtig zu wissen, dass nicht jede Unverträglichkeit eine Allergie ist. Die Laktoseintoleranz, das heißt die Schwierigkeit Milch und Milchprodukte zu verdauen ist hierfür ein Beispiel.

Eine Allergie kann definiert werden als chronische Kondition, die eine anormale Reaktion auf eigentlich harmlose Substanzen beinhaltet. Dabei kann es sich zum Beispiel um folgende Dinge handeln:

  • Hausstaub
  • Schimmel
  • Pollen
  • Nahrungsmittel

Im Gegensatz zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten werden Nahrungsmittelallergien von IgE-Antikörpern vermittelt. Das bedeutet, dass Ihr Körper bei Kontakt mit einem Allergen (einem allergie-auslösenden Stoff) große Mengen eines Antikörpers mit Namen Immunglobulin E produziert. Diese IgE-Antikörper „bekämpfen“ den „Feind“ – die Nahrungsmittelallergene – indem sie Histamin und andere Substanzen freisetzen, die die Symptome einer allergischen Reaktion hervorrufen. Diese Reaktion tritt (sehr) schnell auf (teilweise innerhalb von Sekunden) und kann bis zum anaphylaktischen Schock gehen, der zum Tode führen kann, wenn er nicht rechtzeitig behandelt wird.

Unverträglichkeiten hingegen werden von anderen Immunglobulinen und ihren Untergruppen verursacht. Es handelt sich dabei um IgA, IgD und IgG. Außerdem können sie durch eine Reaktion der Darmflora auf einzelne Nahrungspartikel und/oder durch neurologische Antworten auf Nahrungsproteine ausgelöst werden.

Problematisch ist, dass Unverträglichkeiten zunächst vielleicht keinen auffälligen Effekt haben. Trotzdem sind sie sehr schädlich. Viele Menschen, die eine Glutenunverträglichkeit haben, die sich aber nicht als Zöliakie manifestiert, haben womöglich keine Symptome. Oder jedenfalls keine, die sie mit Gluten in Verbindung bringen würden (wie zum Beispiel eine Migräne) – sie haben aber trotzdem ein höheres Risiko an Darmkrebs zu erkranken, wenn sie regelmäßig Weizenprodukte essen (1).

Verspätet einsetzende Überempfindlichkeiten verursachen – wie der Name schon sagt – erst nach Stunden oder Tagen Symptome, aber können dann eben zu so unspezifische Erscheinungen wie Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Hautprobleme und Verdauungsprobleme führen. Zu dem Zeitpunkt, an dem diese Symptome auftreten, ist es meist unmöglich eine Zuordnung zu einem bestimmten Nahrungsmittel zu treffen.

Meine Erfahrungen

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass der Verzicht auf Nahrungsmittel, auf die ich mit einer Unverträglichkeit reagiere, dazu geführt hat, dass ich eine Menge der daraus resultierenden Symptome nicht mehr habe. Hierzu gehören:

  • Migräne (und die war extrem heftig)
  • Schmerzen in den Sprunggelenken
  • Müdigkeit
  • Heißhungerattacken
  • Haarausfall.

Und ich kann Ihnen versichern, wäre ich nicht auf die Paleo Diät gestoßen, dann wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass diese Symptome auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten zurückzuführen waren. Schließlich traten sie ja nicht auf, wenn ich glutenhaltige Nahrungsmittel aß.

Und das ist genau die Antwort, die ich von den meisten Leuten bekomme. Ich habe keine Problem mit Gluten. Ich kann Brot essen und fühle mich wohl dabei. Warum sollte ich darauf wohl verzichten? Damit Sie herausfinden, ob Sie wirklich kein Problem haben – darum!

Und machen Sie sich nichts vor. Unverträglichkeit klingt zwar sehr viel netter als eine ausgewachsene Allergie, das bedeutet aber nicht, dass sie nicht große Probleme bereiten kann. Wenn Sie ein Verständnis dafür entwickeln, welche Nahrungsmittel Ihr Körper nicht so gut verträgt – ob Sie es nun wissen oder nicht – dann können Sie eine Strategie entwickeln wie Sie Ihren Körper unterstützen können, indem Sie diese Nahrungsmittel von Ihrem Speiseplan streichen.

Häufigkeit von Nahrungsmittelallergien

Circa 20 bis 45 Prozent der Bevölkerung vermuten, dass sie eine Nahrungsmittelallergie haben. Sicher diagnostizierte, echte Nahrungsmittelallergien treten im Erwachsenenalter jedoch nur in einer Häufigkeit von ungefähr zwei bis drei Prozent auf (2). Wir sprechen hier von richtigen Allergien, die ausgetestet wurden (mittels IgE). Nehmen wir aber doch mal nur zum Spaß an, dass die 20 – 45 Prozent vielleicht Recht haben und womöglich unter einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leiden (die nämlich nicht ausgetestet wird).

Bei Kindern sind Nahrungsmittelallergien häufiger. Je nach Alter sind ca. 4 – 8 Prozent der Kinder betroffen. Im Laufe des Reifungsprozesses von Darm, Verdauungs- und Immunsystem verlieren mehr als 20 bis 50 Prozent der Kinder im weiteren Leben die Nahrungsmittelallergie.

Tatsächlich nehmen Nahrungsmittelallergien seit Jahren zu. Das stelle ich auch in der Klinik immer wieder fest. Eine klare Ursache dafür gibt es nicht. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Mischung aus Umwelteinflüssen, Essgewohnheiten und Toxinen.

Teenager und junge Erwachsene haben das höchste Risiko für das Auftreten von anaphylaktischen Reaktionen. Auch Personen, die zusätzlich unter Asthma leiden, müssen mit ernsteren Reaktionen rechnen.

 

Die häufigsten Nahrungsmittelallergene

Tatsächlich sind es gerade mal acht Nahrungsmittel, die für den Großteil der Allergien verantwortlich sind, und zwar:
  • Milch
  • Eier
  • Erdnüsse
  • Baumnüsse
  • Soja
  • Weizen
  • Fisch
  • Schalentiere.

Selbst minimale Mengen dieser Nahrungsmittel können eine Reaktion hervorrufen, die im schlimmsten Fall tödlich enden kann.

 

Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Gewichtszunahme

Wenn Sie ständig Nahrungsmittel konsumieren, die Sie eigentlich nicht vertragen, so verursacht das in Ihrem Körper eine chronische Entzündung (von der Art, die Sie nicht merken). Durch diese chronische Entzündung steigt Ihr Cortisonspiegel an, eine Insulinresistenz entsteht oder wird verstärkt und Ihr Körper geht in den „Speicher“ (= Überlebens) Modus.

Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang folgende Studie: Zwei Probandengruppen aßen genau die gleiche Anzahl Kalorien. Eine Gruppe wurde auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten untersucht und ließ die hierbei festgestellte Nahrungsmittel weg. Die andere Gruppe aß, was immer sie wollte (ohne Testung). Und Überraschung (oder eben auch nicht): Die Gruppe, die auf unverträgliche Nahrungsmittel verzichtete, nahm mehr ab (3).

Für alle, die Diät über Diät probieren und nichts klappt. Ist das nicht ein großartiger Ansatz? Auf diese Weise können Sie abnehmen, ohne lästige Kalorien zu zählen (was sowieso keinen Sinn macht). Sie finden heraus, ob und welche Unverträglichkeiten Sie haben und lassen diese Nahrungsmittel einfach weg. Hurra, einfach, aber nicht leicht. Es ist es aber sicher wert zu überdenken, ob die Sojamilch oder das Vollkornbrot in Ihrem Körper womöglich einen Schaden anrichten, von dem Sie überhaupt nichts ahnen (weil Sie den Zusammenhang nicht sehen).

Nahrungsmittelunverträglichkeiten und die Schilddrüse

Sollten Sie an Autoimmunkrankheiten der Schilddrüse leiden wie Hashimoto Thyreoiditis (Schilddrüsenentzündung) oder Morbus Basedow (Schilddrüsenüberfunktion), dann sollte unbedingt nach Nahrungsmittel-unverträglichkeiten gesucht werden (4). Und auch hier ist Gluten mal wieder ein Hauptverdächtiger. Und es hilft auch nicht gerade, dass das Glutenmolekül dem Schilddrüsengewebe sehr ähnlich sieht. Sie wissen schon, wenn die Bodyguards viele Angreifer abwehren müssen, dann kann es zu Kollateralschäden an völlig Unbeteiligten kommen.

Leider wissen die meisten Patienten mit Hashimoto über diesen Zusammenhang überhaupt nichts (und ihre Ärzte wohl auch nicht). Das ist bedenklich, da Menschen mit einer Autoimmunerkrankung ein höheres Risiko haben, weitere Autoimmunerkrankungen zu entwickeln, wenn die Ursache nicht abgestellt wird.

Kurz zusammengefasst: Nahrungsmittelallergien können im Verdauungstrakt (Hauptsitz des Immunsystems!) eine entzündliche Reaktion auslösen. Hierbei werden Substanzen wie Histamin und Cytokine ausgeschüttet, die im Verdauungstrakt gebildet werden und dann durch den Körper kreisen. Das ist auch der Grund dafür, warum durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten so viele verschiedene Symptome hervorgerufen werden können.

 

Symptome, die auf eine Unverträglichkeit hinweisen können

Da gibt es eine Menge völlig unterschiedlicher Symptome (je nachdem, wo Ihr schwaches Glied sitzt), und sie können unterschiedlich schnell nach Aufnahme des Triggers auftreten. Häufige Symptome sind:

  • Gewichtszunahme
  • Bluthochdruck
  • Magenschmerzen
  • Blähungen, Flatulenz (Furzen)
  • Erbrechen
  • Sodbrennen
  • Durchfall
  • Kopfschmerzen (inklusive Migräne)
  • Reizbarkeit, Nervosität
  • Stimmungsschwankungen
  • Chronische Schmerzen (vor allem – aber nicht nur – Gelenke)
  • Verdauungsbeschwerden
  • Hautausschläge
  • Laufende Nase oder vermehrte Schleimbildung
  • Arthritis (Gelenkentzündung).

Ich komme mir zwar vor wie eine kaputte Schallplatte, aber noch einmal: Diese Reaktionen können mit einer zeitlichen Verzögerung auftreten, sodass Sie überhaupt nicht auf die Idee kommen, sie könnten etwas damit zu tun haben, was Sie vor Tagen gegessen haben. Wichtig ist es, bei diesen Symptomen einfach an die Möglichkeit einer Unverträglichkeitsreaktion zu denken.

 

Wer bekommt Nahrungsmittel-unverträglichkeiten?

Das ist genau das Problem: Jeder kann sie bekommen. Gehäuft treten sie bei folgenden Gruppen auf:

  • Menschen, die schon selber an Allergien leiden oder nahe Verwandte haben, die Allergien oder Autoimmunerkrankungen haben
  • Individuen, die unter entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden
  • Patienten, die über lange Zeit bestimmte Medikamente nehmen – vor allem Antibiotika und orale Kontrazeptiva (Pille). Diese können zu Schleimhautschäden im Darm führen

Wenn die Darmschleimhaut beschädigt ist, können Nahrungspartikel (Proteine) in den Blutstrom gelangen, die von einer intakten Schleimhaut zurückgehalten worden wärden. Das Immunsystem reagiert auf diese „Eindringlinge“ mit einer Abwehrreaktion. Es tut also genau seinen Job, weshalb es auch wenig Sinn macht, das Immunsystem durch Tabletten unschädlich zu machen (das ist so, als würden Sie Ihrem Bodyguard Handschellen anlegen – einfach idiotisch).

Da einige Nahrungsmittelproteine schwerer zu zerlegen sind als andere, gibt es für diese Proteine ein größeres Risiko als Allergen zu fungieren. Weizen (Gluten), Milch (Casein) und Eier (Albumin) sind Beispiele für Nahrungsmittel mit schwer zu zerlegenden Proteinen.

 

Wie häufig sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten?

Es ist davon auszugehen, dass ca. 50 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hat (5). Sie sind also um ein vielfaches häufiger als die „richtigen“ Nahrungsmittelallergien. Wenn Sie gerade in geselliger Runde sitzen, können Sie ja mal durchzählen. Erschreckend, oder?

 

Häufige Auslöser einer Nahrungsmittel-unverträglichkeit

Teilweise gibt es Überschneidungen mit Auslösern für Allergien. Achten Sie besonders auf folgende acht Nahrungsmittel:

  • Milch und Milchprodukte
  • Eier
  • Weizen
  • Mandeln
  • Mais
  • Soja
  • Erdnüsse
  • Zucker (UUPS!).

Sie sollten bei Unverträglichkeiten auch immer im Blick haben, welche Auswirkungen ein Lebensmittel auf Ihren Körper hat. Dies ist besonders im Hinblick auf Zucker wichtig (Neurologische Symptome wie Nervosität, ADS, ADHS).

Wie finden Sie heraus, ob Sie eine Nahrungsmittelunverträglichkeit haben?

Da gibt es zwei Möglichkeiten. Sie testen selbst oder Sie lassen testen:
Was Sie selbst testen können
1. Nahrungsmitteltagebuch
Sie notieren sich über eine gewisse Zeit täglich, was Sie gegessen haben und achten darauf, ob Sie irgendwelche Symptome bemerken. Dann gilt es, ein wenig Detektivarbeit zu leisten und herauszufinden, welches Nahrungsmittel der Auslöser sein könnte. Dieses Nahrungsmittel essen Sie dann natürlich nicht mehr.
2. Eliminationsdiät

Bei diesem Test verzichten Sie für mindestens 10 Tage auf die häufigsten Allergene. Nach dieser Zeit werden sie jeweils eins zur Zeit und über einen Zeitraum von drei Tagen pro Allergen wieder eingeführt. So können Sie feststellen, ob ein bestimmtes Nahrungsmittel eine Reaktion hervorruft. Sollten in weniger als drei Tagen Symptome auftreten, essen sie das bestimmte Nahrungsmittel natürlich nicht weiter.

Dieses Vorgehen ist ein bisschen schwierig, weil Sie in Ihrer Nahrungsauswahl etwas eingeschränkt sind (obwohl es sehr gute Tauschoptionen gibt, zum Beispiel Kokosmilch gegen Kuhmilch) und die Wiedereinführung je nach Menge suspekter Nahrungsmittel recht lange dauern kann. Außerdem kann es zu falsch positiven Ergebnissen kommen, weil Ihr Darmtrakt sich auf die eingeschränkte Auswahl einstellt und wieder eingeführte Nahrungsmittel vielleicht zunächst nicht so gut verdauen kann, obwohl er unter normalen Umständen kein Problem damit hätte.

Wenn Sie es ganz genau wissen wollen, kommen Sie also um einen Labortest wahrscheinlich nicht rum.

Labortests

1. EAV (Elektroakupunktur nach Voll). Die „EAV“ ist eine biophysikalische
Untersuchungsmethode der modernen kybernetischen und
ganzheitlichen Medizin. Sie wurde in den 50er Jahren durch
Dr. Reinhold Voll entwickelt und 1956 erstmals einem
breiten ärztlichen Publikum vorgestellt. Sie berücksichtigt
und integriert die Erkenntnisse der neuen wissenschaftlichen
Physik, die gegenwärtige „schulmedizinische“ Human- und Zahnmedizin, das Gedankengut der Homöopathie und die Erfahrungen der alten chinesische Heilkunde in der Akupunktur. Sie dient der Feststellung der eigentlichen Ursachen von akuten, vor allem aber chronischen Erkrankungen, wie auch der schwer zugänglichen, so genannten „vegetativen Syndrome“ (6).

2. Haut Pricktest. Werden von Ärzten immer wieder gerne durchgeführt – vor allem um in der Luft befindliche Allergene zu testen. Ein Nachteil besteht darin, dass der Verdauungstrakt andere Immunglobuline besitzt als die Haut, das heißt das Testergebnis kann nicht 1 : 1 übertragen werden. Der Pricktest zeigt sicherlich die schwerwiegendsten Unverträglichkeiten – wie eine Erdnussallergie – an. Da diese aber eh eine sehr bedrohliche Symptomatik hervorruft, brauchen Betroffene in den seltensten Fällen einen Test, der ihnen bestätigt, was sie ohnehin schon wissen.

3. Bluttests. In den meisten Fällen wird hierbei das IgE getestet. Das ist etwas schade, denn gerade die IgE vermittelte Immunantwort ist schwerwiegend und damit dem Patienten meist bekannt. Was Unverträglichkeiten angeht, so ist ein Bluttest auf andere Immunglobuline (IgA, IgD, IgG) und Cytokine deutlich hilfreicher, weil er versteckte Entzündungsreaktionen aufdecken kann. Je nach Labor kann es jedoch zu erheblichen Schwankungen in den Ergebnissen kommen.

Wenn Sie mich fragen, ich würde mit dem Nahrungsmitteltagebuch plus Symptomerfassung anfangen und mich von dort aus weiter vorarbeiten. Sie glauben gar nicht, wie erhellend es sein kann, diese Daten einfach mal aufzuschreiben. Was die Eliminationsdiät angeht, so macht sie eigentlich nur Sinn, wenn Sie tatsächlich die häufigsten Allergene auf einmal entfernen, denn sonst kann es Ihnen passieren, dass Sie Symptom und Ursache nicht genau zuordnen können.

Der größte Pluspunkt ist aber, dass Sie mal ein Gefühl für Ihren Körper bekommen.

 

(1) Risk of colorectal neoplasia in patients with celiac disease: a multicenter study.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23845233

(2) https://www.allum.de/krankheiten/nahrungsmittelallergie/ausloeser-symptome-und-haeufigkeit

(3) https://www.omicsgroup.org/journals/eliminating-immunologically-reactive-foods-from-the-diet-and-its-effect-on-body-composition-and-quality-of-life-in-overweight-persons-2165-7904.1000112.php?aid=3994

(4) Endocrine manifestations in celiac disease. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27784959

(5) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/314821/umfrage/geschaetzte-haeufigkeit-von-lebensmittelunvertraeglichkeit-in-deutschland/

(6) http://www.eav.de/index.php?id=42

Ist Bio Lachs seinen Preis wert?

„Bio-Lachs“ wird in Aquakulturen aufgezogen

Für Menschen, die sich gesund ernähren wollen, hat die Bezeichnung „Bio-Lachs“ einen guten Klang. Lachs ist doch schließlich der Liebling von Ernährungsberatern und Ärzten – und dafür gibt es auch gute Gründe. Dieser Kaltwasser Fisch enthält große Mengen hochwertiges Protein, gesunde Fettsäuren und Vitamine. Na, und wenn er dann noch „Bio“ ist, dann geht’s eigentlich doch gar nicht mehr besser, oder?

Tja, und da liegt – Sie haben es schon vermutet – auch der Knackpunkt. Ein Lachs, der die Bezeichnung „Bio“ trägt, ist definitionsgemäß kein Lachs aus Wildfang. Den darf man nämlich nicht mit dem Bio-Siegel versehen. Stellen Sie sich das mal vor, so ein Fisch, der artgerecht lebt und nur frisst, was so ein Lachs eben frisst (und nicht einmal Getreide!). Ich meine, das geht doch nicht, das kann doch einfach nicht „Bio“ sein. Nun, unsere „Bio“-Wächter sehen das jedenfalls so.

Dummerweise ist aber der „Bio-Lachs“ nicht so gesund wie er klingt. Und ich erkläre Ihnen auch gleich, warum das so ist.

Gibt es einen Unterschied zwischen konventioneller und biologischer Aquakultur?

In der EU gibt es Standards, die bestimmen, unter welchen Umständen aus einem Lachs ein „Bio-Lachs“ wird. Und da ist – wie gesagt – eine ganz große Vorbedingung, dass der Fisch in einer Aquakultur aufgezogen werden muss.

Die Definition der Aquakultur finde ich besonders schön (1):

„Gezielte Aufzucht und Produktion von Wasserorganismen unter kontrollierten Bedingungen mit dem Ziel der Produktionssteigerung über das unter natürlichen Bedingungen mögliche Maß hinaus mit produktionsteigernden Eingriffen von der Eiablage über die Setzlinge bis zur Mast (Besatz, Sortierung, Schutz vor Fraßfeinden, Tiergesundheit).“

Es gibt außerdem Vorgaben zu den Haltungsbedingungen und zum Futter wie bei anderen „Bio“ Tieren auch. Das bedeutet, die Bio-Tiere haben etwas mehr Platz und dürfen zum Beispiel kein gentechnisch verändertes Futter bekommen, damit hören die Unterschiede aber auch schon auf.

Na ja, und durch diese Aktion kommt es dazu, dass „Bio-Lachs“ nicht so gesund ist wie Lachs aus Wildfang, und es kann sogar sein, dass er gegenüber dem Lachs aus konventioneller Aquakultur keine Vorteile mehr aufweist. Sie zahlen also einen hohen Preis für ein relativ ungesundes Produkt.

Was „biologische“ Aufzucht tatsächlich bedeutet

Der „Bio-Lachs“ wird in großen Netzkäfigen gehalten. Während Wildlachs eine sehr abwechslungsreiche Ernährung aus Insekten, kleinen Fischen, Tintenfischen und Garnelen hat, bekommen sowohl konventionell als auch biologisch aufgezogene Lachse ein kommerzielles „Lachsfutter“, das sehr getreide- und Sojaöl-lastig ist und außerdem noch Hefen enthält. Und ganz ehrlich, die Tatsache, dass „Bio-Lachse“ dann mit „Bio-Getreide“ gefüttert werden, ändert nichts daran, dass diese Ernährung für die Fische deutliche negative Effekte hat.

Lachse aus Aquakultur – weniger Nährstoffe, höhere Verschmutzung

Diese unnatürliche Ernährung führt bei beiden – konventionellen und „Bio-Lachsen“ – dazu, dass sie wesentlich ungesündere Fettsäureprofile haben als Wildlachse. Auch die Kulturlachse enthalten noch Omega-3 Fettsäuren (wenn auch deutlich weniger als Wildlachs), die Vorteile dieser Fette werden aber durch die mit ihnen auftretenden höheren Konzentrationen an Omega-6 Fettsäuren (sehr viel höher als bei Wildlachs) zunichte gemacht. Zur Erinnerung – Omega-6 Fettsäuren haben eine entzündliche Wirkung, Sie wollen also nicht zu viele davon in Ihrem Körper haben.

Noch bedenklicher ist allerdings, dass die Lachse aus Aquakultur (egal welcher Art) sehr viel höhere Konzentrationen von schädlichen Polychlorierten Biphenylen (PCBs) enthalten als Wildlachs.

Polychlorierte Biphenyle sind giftige und krebsauslösende organische Chlorverbindungen, die bis in die 1980er Jahre vor allem in Transformatoren, elektrischen Kondensatoren, in Hydraulikanlagen als Hydraulikflüssigkeit sowie als Weichmacher in Lacken, Dichtungsmassen, Isoliermitteln und Kunststoffen verwendet wurden. PCB zählen inzwischen zu den zwölf als dreckiges Dutzend bekannten organischen Giftstoffen, welche durch die Stockholmer Konvention vom 22. Mai 2001 weltweit verboten wurden. Nicht wirklich etwas, was man im Essen haben möchte.

Und dann kommt noch hinzu, dass die Lachse aus Aquakultur eine synthetische Variante des Stoffes Astaxanthin bekommen. Dieses antioxidative Carotenoid gibt dem Lachs seine leuchtend rote Farbe. In der natürlichen Diät wird Astaxanthin aus Krebstieren und Algen aufgenommen. Durch das synthetische Produkt, soll die Farbe der Lachse aus Aquakultur derjenigen von Lachsen aus Wildfang angeglichen werden, die eine natürliche, gesunde Ernährung haben. Schließlich könnte man sonst schon an der Fleischfarbe sehen, dass mit diesen Lachsen wohl etwas nicht in Ordnung ist.

Weitere Risiken, die Aquakulturen mit sich bringen

Eine Aquakultur (auch wenn es eine biologische ist) bringt es mit sich, dass eine große Menge Fische auf mehr oder weniger beschränktem Raum gehalten werden. Absinkendes Futter und Fäkalien verschmutzen den Meeresboden unter den Gehegen. Durch die Haltung vieler Tiere auf engem Raum können sich Krankheiten unter ihnen schnell verbreiten. Daher werden Antibiotika und Pestizide eingesetzt. Der Boden unter den Käfigen ist oft hoch belastet mit den Rückständen aus den Zuchten.

Die Gehege werden normalerweise in der Nähe von Migrationsrouten platziert. So kann es passieren, dass Wildlachse sich mit parasitischen Fischläusen und Viren anstecken können, die bei Fischen aus Aquakulturen häufig auftreten. Die gezüchteten Arten, die nach ihrer Resistenz ausgewählt werden, überleben diese Situation häufig durch den intensiven Einsatz von Antibiotika und Impfungen, aber im umliegenden natürlichen Lebensraum werden die freien lokalen Arten voll davon betroffen. Tatsächlich ist es durch Krankheiten, die durch Aquakulturen in Norwegen, Schottland und Irland verbreitet wurden, zu einer Dezimierung der atlantischen Wildlachs-Bestände gekommen.

Eine Sache sollte Ihnen klar geworden sein: „Bio-Lachs“, der häufig genauso viel kostet wie Wildlachs, ist nicht viel besser als konventionell erzeugter Lachs in Bezug auf die Gesundheit der Konsumenten und den Umweltschutz.

Achtung: Wildlachsbetrug!

Wildlachs ist ohne Zweifel optimal was Nährstoffe und Geschmack angeht. Sie sollten aber aufpassen, dass Sie nicht über den Tisch gezogen werden. Die Oceana Gruppe hat eine Untersuchung herausgebracht, die diesen Betrug aufdeckt (2). Die Forscher untersuchten 82 Proben von angeblichem „Wildlachs“ aus Restaurants und Supermärkten und stellten fest, dass 43 % dieser Proben falsch deklariert waren, da es sich bei ihnen häufig um Lachs aus Aquakulturen handelte.

69 % der falsch deklarierten Fische waren Lachse aus atlantischer Aquakultur, bei den übrigen wurden minderwertige Pazifik Lachse – wie Ketalachse – als Sockeye oder Königslachs ausgegeben.

Dieses Problem trat vor allem in Restaurants und bei kleineren Geschäften auf. Überraschenderweise war der Lachs in den großen Supermarktketten richtig ausgezeichnet. Wenn Sie dieses Risiko umgehen wollen, sollten Sie frischen Lachs von April – September kaufen – in diesem Zeitraum ist in Alaska Fangsaison.

Eine weiter Option besteht darin, einfach Alaska Wildlachs in der Dose zu kaufen. Da in Alaska Aquakulturen verboten sind, muss jeder Lachs, der von dort stammt, definitionsgemäß aus Wildfang stammen.

 

(1) http://www.bfr.bund.de/cm/343/lebensmittelsicherheit_bei_aquakulturen_eine_herausforderung_im_zeichen_der_globalisierung.pdf

(2) http://usa.oceana.org/publications/reports/oceana-reveals-mislabeling-americas-favorite-fish-salmon?_ga=2.125502346.1261806430.1495812887-1620288860.1495812852

Impfen oder nicht impfen?

Im Moment laufen die Impfkampagnen wieder auf Hochtouren. Allen wird geraten, sich möglichst breitflächig impfen zu lassen und ein schlechtes Gewissen eingeredet beziehungsweise Angst eingejagt, sollten sie dies nicht tun.

Nicht das wir uns falsch verstehen, ich bin nicht grundsätzlich gegen Impfungen. Im Gegenteil war ich sogar ein absoluter Impfbefürworter und habe mich und meine Familie so ziemlich gegen alles impfen lassen bis – ja, bis ich dann die tatsächlichen Risiken mancher Impfungen kennengelernt habe. Erschreckend finde ich noch nicht einmal, dass diese Risiken bestehen, denn wie uns immer gesagt wurde „Keine Wirkung ohne Nebenwirkung“ – nein, wirklich erschreckend finde ich, dass sie abgestritten werden und Wissenschaftler, die auf sie hinweisen, mit einem Berufsverbot belegt und mit Schimpf und Schande vom Platz gejagt werden.

Man muss auch sehen, dass uns immer erzählt wird, dass die großen Infektionskrankheiten durch Impfungen eingedämmt wurden. Die Realität sieht aber so aus, dass diese Infektionskrankheiten schon durch Anwendung hygienischer Maßnahmen und bessere Lebensverhältnisse stark zurückgegangen waren, bevor die erste Impfung durchgeführt wurde (die Lebensverhältnisse im 19. Jahrhundert waren halt alles andere als hygienisch). Sehen Sie sich im Internet mal die entsprechenden Grafiken an.

Um zu beweisen, dass Impfungen tatsächlich einen Vorteil bringen, müsste man eigentlich eine randomisierte Kontrollstudie durchführen, d. h. geimpfte mit ungeimpften Populationen vergleichen. Diese Studie wurde jedoch bisher mit der Begründung verhindert, dass man das der ungeimpften Kontrollgruppe nicht zumuten kann.

Doch jetzt ist im Journal of Translational Science eine Studie von Dr. Anthony Mawson et al. erschienen, und diese Studie zeigt auf, dass man sich um die Kontrollgruppe nun wirklich keine Sorgen machen muss.

Die Studie

Vom Konzept bis zur Ausführung hat die Studie 15 Jahre gedauert. Die Studie heißt „Pilot comparative study on the health of vaccinated and unvaccinated 6- to 12-year-old U.S. children“ (1). In ihr vergleichen die Autoren geimpfte und ungeimpfte Kinder in Bezug auf ein weit gefächertes Spektrum von Erkrankungen.

Es handelt sich um eine Querschnittsbefragung von zuhause unterrichtenden Müttern, die ihre geimpften und ungeimpften biologischen Kinder im Alter von 6 – 12 Jahren einbezog. Es nahmen die Mütter von 666 Kindern teil. Die Kinder waren voll geimpft, teilweise geimpft und nicht geimpft. Den Müttern wurde ein Fragebogen mit mehr als 40 akuten und chronischen Erkrankungen vorgelegt, und sie wurden gebeten, anzukreuzen für welches Kind oder Kinder ein Arzt eine der aufgeführten Diagnosen gestellt hatte.

Die Ergebnisse

Jetzt wird es richtig interessant.

Es stellte sich heraus, dass die geimpften Kinder eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit hatten, eine der folgenden Diagnosen zu haben:

  • Allergische Rhinitis (Heuschnupfen)
  • Andere Allergien
  • Exeme/Atopische Dermatitis (z. B. Neurodermitis)
  • Lernschwierigkeiten
  • Autismus Spektrum Erkrankung
  • Irgendwelche Nervenentwicklungsstörungen (hierzu gehören Lernschwierigkeiten, ADHS oder Autismus)
  • Chronische Erkrankungen.

Und wie genau sieht die signifikant höhere Wahrscheinlichkeit bei geimpften Kindern aus? Erschreckend!

  • Autismus Spektrum Erkrankung 4,7-fach erhöht
  • ADHS Risiko 4,7-fach erhöht
  • Lernschwierigkeiten 3,7-fach erhöht
  • Die geimpften Kinder in der Studie hatten ein 3,7-fach erhöhtes Risiko für die Diagnose irgendeiner Nervenentwicklungsstörung
  • Bei geimpften ehemaligen Frühgeborenen war das Risiko von Nervenentwicklungsstörungen um das 6,6-fache erhöht.

Bei geimpften Kindern wurde auch eher die Diagnose einer Erkrankung, die mit dem Immunsystem zusammenhängt, gestellt. Das Risiko an Heuschnupfen zu erkranken, war für geimpfte Kinder über 30-mal höher als für ungeimpfte Kinder. Das Gesamtallergierisiko war 3,9-fach erhöht und das Risiko für Exeme 2,4-fach.

Was können wir daraus schließen?

Wenn man bedenkt, dass im Editorial des Ärzteblattes Andrew Wakefield (der auf die Risiken der Masern-Mumps-Röteln Impfung hingewiesen hatte) unter dem Titel „Gegen alternative Fakten“ gerade mal wieder als Lügner und Kindermörder verunglimpft wird, dann sollten uns diese Zahlen schon zu denken geben. Es sei denn, die Gehirnwäsche der Pharmaindustrie hat so gut gewirkt, dass wir wirklich glauben, dass nur Chemie unser Überleben sichern kann und wir alle Fakten, die etwas anderes besagen, einfach unter den Tisch fallen lassen.

Die Studienautoren kommen zu den folgenden drei beachtenswerten Feststellungen:

„…die Stärke und Beständigkeit dieser Ergebnisse, die offensichtliche „Dosis-Wirkung“ Beziehung zwischen Impfstatus und einigen Formen chronischer Erkrankungen und die signifikante Verbindung zwischen Impfungen und Nervenentwicklungsstörungen unterstützen alle die Möglichkeit, dass einige Aspekte des zur Zeit gültigen Impfschemas zum Risiko für kindliche Morbidität (Erkrankungen) beiträgt.“

„Impfungen waren immer noch signifikant mit Nervenentwicklungsstörungen assoziiert, auch wenn man andere Fakten kontrollierte…“

„…Frühgeburtlichkeit plus Impfung war mit einem offensichtlich synergistischem Anstieg der Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Nervenentwicklungsstörungen über das durch die Impfung allein angehobene Risiko hinaus assoziiert.“

 

Natürlich sollten alle drei Feststellungen Eltern und im Gesundheitswesen Tätige kräftig aufrütteln, aber besonders in Bezug auf Frühgeborene muss das Impfschema überdacht werden.

Laut STIKO (Ständige Impfkommission) sehen die Impfempfehlungen folgendermaßen aus:

STIKO: „Frühgeborene sollten unabhängig von ihrem Reifealter und ihrem aktuellen Gewicht entsprechend dem empfohlenen Impfalter geimpft werden“ RKI, Epidemiologisches Bulletin 30.08.2010

STIKO: E2 Abschnitt 9 falsche Kontraindikationen: … 9.9 Frühgeborene (Geburt vor vollendeter 37. SSW) und hypotrophe Neugeborene bei normaler Entwicklung, … 9.11 Kinder, die gestillt werden. STIKO, http://www.slaek.de/60infos/infospatient/36impfen/e2.html, 01.11.2003

Diese Empfehlungen werden ausgesprochen, obwohl bei Frühgeborenen Nebenwirkungen von Impfungen häufig auftreten (2). Begründet wird dieses Vorgehen damit, dass Frühgeborene ein noch unreifes Immunsystem haben und deshalb durch die Impfungen geschützt werden müssen.

Masern in Minnesota – und warum es trotzdem keinen Grund zum Impfen gibt

In Minnesota gab es gerade einen Ausbruch von Masern (4), und nun machen die Impfbefürworter – wie erwartet – einen großen Aufstand, dass sie es ja immer gewusst haben, und dass selbstverständlich mehr geimpft werden muss (also der gleiche Sermon, den wir hier auch hören).

Aber sie irren sich.

Ja, die Masernimpfung ist erfolgreich insofern, als sie das Auftreten von Masern reduziert (wohlgemerkt nur reduziert, denn auch Geimpfte können an Masern erkranken und erkranken an Masern). Zu bedenken ist jedoch, dass die Impfung keine lebenslange Immunität verleiht. Da Masernimpfungen aber im Allgemeinen nicht aufgefrischt werden, ist damit zu rechnen, dass in absehbarer Zeit viele Erwachsene keine Immunität gegen Masern mehr haben.

Und ja, Masern können zu schweren Erkrankungen und sogar zum Tode führen (allerdings eher nicht bei sonst gesunden Menschen). Dasselbe gilt allerdings auch für den Impfstoff. In den letzten zehn Jahren kam es in den USA zu einem Todesfall durch Masern bei einer erwachsene Frau, die immunsupprimierende (das Immunsystem unterdrückende) Medikamente einnahm und andere ernste Erkrankungen hatte (also alles andere als gesund war). Laut VAERS (Vaccine Adverse Event Reporting System) kam es in den USA in der Zeit von 2000 – 2017 zu 156 Todesfällen, die mit der MMR Impfung (Masern-Mumps-Röteln) in Zusammenhang gebracht wurden.

Für Deutschland stellt sich die ganze Sache so dar:

Bildergebnis für todesfälle masern deutschland

Quelle: Impfschaden.info

 

Ich bitte mal darum zu beachten, dass die Todesfälle schon weit vor Einführung der Impfung zurückgegangen sind. Weiterhin interessant ist die Spitze in der Zeit von 1914 – 1918. Was war da noch gleich – ach ja, der 1. Weltkrieg mit sicher nicht sehr hygienischen Bedingungen.

Aber kommen wir nochmal zurück nach Minnesota. Der Ausbruch dort betraf vor allem Somalis. Es wird ja nach wie vor darüber gestritten, ob die MMR Impfung zu Autismus führen kann, beziehungsweise von behördlicher und Ärzteseite abgestritten, dass sie es tut (obwohl wir es nach den neuesten Nachrichten besser wissen sollten).

Nun, die Somalis hatten noch nicht viel mit Autismus zu tun gehabt, bevor sie in die USA kamen. Eine Mutter erklärt in einem Interview mit The Globe and Mall:

„In Somalia hatten wir Kinder mit Cerebralparese* und Down Syndrom**, aber niemand hatte von Autismus gehört. Und glauben Sie mir, diese Krankheit können Sie nicht verstecken.“

*Cerebralparese: Bewegungsstörung durch eine frühkindliche Hirnschädigung.

**Down Syndrom: Mongolismus.

In dem Artikel bezeichnen die Somalis Autismus als „westliche Erkrankung“ oder „Rache aus der Fremde“ (5).

Autismusraten in Afrika waren wesentlich niedriger als in Amerika und betrafen vor allem besser gestellte Familien, die Zugang zu westlicher Medizin hatten (6).

Wanderten Somalis aber in die USA aus, änderten sich diese Zahlen plötzlich. Zuerst wurde man in den Jahren 2008 -2009 darauf aufmerksam. Das Minnesota Department of Health stellte in einer Untersuchung fest, dass somalische Vorschulkinder eine 2 – 7-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit hatten in einem Autismus-Programm betreut zu werden (7).

Die Somali Mütter waren schließlich überzeugt, dass die MMR Impfung etwas mit der Erkrankung ihrer Kinder zu tun haben muss und fingen an, die Impfung abzulehnen. Mit dieser Einschätzung hatten sie absolut Recht.

Ein Zusammenhang zwischen der MMR Impfung und Autismus bei afrikanischen Kindern war laut eines Beamten der CDC (Centers for Disease Control = Amerikanische Seuchenschutzbehörde) schon vor drei Jahren aufgefallen. Whistleblower Dr. William Thompson hat unter Eid ausgesagt, dass die CDC Daten vernichtet, versteckt und gefälscht hat, die eine klare Verbindung zwischen der MMR Impfung und Autismus aufgezeigt hätten (7). Und die gefälschten CDC Daten zeigten auf, dass afroamerikanische Jungen am stärksten von diesen Folgen betroffen waren. Soviel zu alternativen Fakten!

Es klafft ein Abgrund zwischen dem herrschenden Dogma, dass Impfungen absolut notwendig sind, damit es nicht zu massenhaften Todesfällen durch Infektionskrankheiten kommt, und dem zunehmenden Bewusstsein von Teilen der Öffentlichkeit, der Wissenschaft und medizinischer Gruppen, dass etwas im argen liegt.

Es wäre immens wichtig, dass in einer offenen Diskussion das Für und Wider von Impfungen angesprochen wird. Eventuell könnte eine objektive Auseinandersetzung mit dem Thema eine von Big Pharma indoktrinierte Ärzteschaft wieder auf den richtigen Weg bringen.

Wenn man sich anguckt, was im Moment passiert, dann könnte die Konsequenz dafür, dass man nicht in den Dialog eintritt sein, dass es zu einer allgemeinen Impfpflicht kommt – wie sie in Amerika schon teilweise eingeführt worden ist, und die auch bei uns schon diverse Befürworter hat – und dazu, dass Nebenwirkungen von Impfungen nur noch mehr unter den Teppich gekehrt werden als ohnehin schon.

In einfachen Worten herrscht im Moment ein Krieg zwischen Offenheit und Transparenz und dem Schutz von Big Pharmas Geschäftsmodell (das Milliarden einbringt) durch Panikmache und Verschleierung. Es ist wirklich höchste Zeit, dass das Thema Impfungen in den richtigen Zusammenhang gerückt wird. Und auch wenn Sie nicht zur Gruppe der Somalis gehören, ist blindes Vertrauen wohl nicht der richtige Weg.

 

 

(1) http://www.cmsri.org/wp-content/uploads/2017/05/MawsonStudyHealthOutcomes5.8.2017.pdf

(2) Adverse events following vaccination in premature infants. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11529542

(3) CDC Whistleblower to Extend MMR Vaccine Fraud. http://www.greenmedinfo.com/blog/cdc-whistleblower-extend-mmr-vaccine-fraud

(4) http://www.nbcconnecticut.com/news/national-international/Measles-Outbreak-Sickens-Dozens-of-Minnesota-Somalis-421221253.html

(5) https://www.theglobeandmail.com/life/the-somali-autism-puzzle/article4327645/

(6) http://www.ageofautism.com/2008/11/out-of-africa-a.html

(7) https://vaccineimpact.com/tag/william-thompson/

Sodbrennen und Reflux – keine Symptome für zuviel Magensäure

Moment – wie? Das geht aber jetzt gegen jede Intuition. Wenn man Sodbrennen hat, stößt man doch Magensäure auf, also ist ganz klar zuviel davon da, oder?

Das ist jedenfalls die Denkweise die dahinter steckt, wenn gegen Sodbrennen sofort Säureblocker genommen werden. Am häufigsten greifen Patienten inzwischen zu Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI) (z. B. Omep und Pantoprazol), die es rezeptfrei in der Apotheke gibt, was eigentlich ein Unding ist, wenn man bedenkt, welche fatalen Nebenwirkungen diese Stoffe haben können. Sie führen durch Wirkung an den Belegzellen des Magens zu einer drastischen Säurereduktion.

Weniger häufig werden H2-Blocker angewendet. Vertreter dieser Wirkstoffgruppe sind z. B. Cimetidin und Ranitidin. Auch sie drosseln die Produktion von Säure – allerdings nicht so stark wie PPIs. Als dritte Gruppe kommen Antacida zur Anwendung, das sind aluminium- oder magnesiumhaltige Substanzen sowie Kombinationspräparate (z. B. Maaloxan). Ihre Wirkung beruht auf einer Neutralisierung der Magensäure, ohne jedoch die Säureproduktion zu beeinflussen

Als die PPIs auf den Markt kamen, wiesen die Pharmavertreter die Ärzte darauf hin, dass diese Medikamente eine so starke Wirkung haben, dass sie nur bei Patienten mit gesicherten Magen- oder Darmgeschwüren und für eine Höchstdauer von 6 Wochen verschrieben werden sollten.

Heute habe ich tagtäglich Patienten im OP, die diese Medikamente schon seit Jahren einnehmen. Und sie sind nie darauf hingewiesen worden (weder vom Arzt noch vom Apotheker), dass die Tabletten massiv in die Verwertung von Nährstoffen eingreifen und bei Langzeitanwendung ernsthafte Nebenwirkungen haben können.

Wie gesagt, erfolgt der Einsatz dieser Medikamente unter der Annahme, dass der Magen zuviel Säure produziert. Sie brauchen aber unbedingt eine gewisse Menge an Magensäure, um Nahrungsproteine aufzuspalten (damit der Körper sie aufnehmen kann), Verdauungsenzyme im Dünndarm zu aktivieren, eine bakterielle Besiedlung des Dünndarms zu verhindern und für die Aufnahme wichtiger Nährstoffe wie Calcium, Magnesium und Vitamin B12.

Es wurde aufgezeigt, dass die längerfristige Einnahme dieser Medikamente dazu führt, dass Nahrungsmittel nicht richtig verdaut werden, Vitamin- und Mineralstoffmängel auftreten und Probleme ausgelöst werden wie unter anderem:

  • Reizdarmsyndrom (IBS) (1)
  • Demenz (2)
  • Schenkelhalsfrakturen (3).

 

Was verursacht Sodbrennen und Reflux?

Sehen wir uns doch mal an, was die Hauptursachen für Sodbrennen und Reflux sind und – Spoiler Alert – es ist nicht zu viel Magensäure. Tatsächlich sinkt die Magensäuresekretion im Laufe des Lebens ab. Wenn Sie also über 50 sind und Sodbrennen oder einen Reflux haben, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass etwas anderes dahinter steckt.

  • Falsche Ernährung: Frittiertes Essen, Alkohol, Koffein und Softdrinks können alle einen Reflux auslösen. Sehr gewürzte Nahrungsmittel oder solche auf Tomatenbasis können ebenfalls für einige Menschen zum Problem werden.
  • Rauchen: Zusätzlich zu all den anderen Gesundheitsproblemen, die durch Rauchen ausgelöst werden, kommt es ebenfalls zu vermehrtem Reflux.
  • Übergewicht: Zu viel Bauchfett hat zur Folge, dass Druck auf den Magen ausgeübt wird. Dies führt dazu, dass die Magenentleerung erst verzögert eintritt, was wiederum einen Reflux verursacht.
  • Hiatushernie (= ein Bruch im Zwerchfell, durch den der Magen Richtung Brustraum durch tritt). Es kommt ebenfalls zu Sodbrennen und Reflux. Eine Hiatushernie kann leicht im Röntgenbild gesehen werden.
  • Zu große Mahlzeiten sowie das Essen direkt vorm Zubettgehen: vermehrter Reflux, weil der Magen einfach zu voll ist.
  • Stress: Nahrungsmittel sollen ja eigentlich in eine Richtung durch Ihren Körper gehen – nämlich von oben nach unten. Damit dies auch so geschieht, sind im Verdauungstrakt einige Klappen vorhanden (sogenannte Sphinkter), die kontrollieren, dass die Nahrung in den Magen hinein- und herausgeht. Vor dem Magen sitzt der untere Speiseröhren-Sphinkter und am Magenausgang der Pylorus. Sind Sie gestresst, wird der obere Sphinkter entspannt und der untere wird fest verschlossen (denn auf der Flucht ist keine Zeit für Verdauung). Dies kann dazu führen, dass Nahrungsteile wieder in die Speiseröhre zurücklaufen. Es lohnt sich also, Entspannungsübungen zu erlernen (zum Beispiel Atemtechniken), um dieses Problem zu umgehen.
  • Magnesiummangel: Magnesium sorgt normalerweise dafür, dass der Pylorus am Magenausgang entspannt wird, sodass der Nahrungsbrei weiter in den Dünndarm fließt. Bleibt er geschlossen, können Sie sich vorstellen, was passiert.
  • Helicobacter pylori Infektion: Das Bakterium H. pylori verursacht nicht nur Magengeschwüre sondern auch einen Reflux. Die Diagnose wird über einen einfachen Blut- oder Atemtest gestellt. Wird die Infektion durch Antibiotikagabe ausgeheilt, so verschwindet häufig auch der Reflux. Interessanterweise treten H. pylori Infektionen vor allem bei Menschen mit zu wenig Magensäure auf.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder -allergien: Hier sind die Hauptverdächtigen Milchprodukte und glutenhaltige Nahrungsmittel wie Weizen, Roggen, Gerste und Hafer. Wenn Sie Nahrungsmittel essen, die Sie nicht vertragen, kann es zu bakteriellen Überwucherungen im Dünndarm kommen, die in einem Reflux resultieren.
  • Zu wenig Magensäure: Tatsächlich benötigt der untere Speiseröhren-Sphinkter einen bestimmten pH-Wert im Magen, damit er schließt. Der normale Ablauf sieht so aus: Sie essen etwas, der pH Wert im Magen sinkt, weil Magensäure ausgeschüttet wird, der untere Speiseröhren-Sphinkter schließt, damit die Nahrung hübsch im Magen bleibt. Haben Sie also zu wenig Magensäure, kommt es zum Reflux (das hätten Sie jetzt nicht gedacht, oder?).

Was können Sie gegen Sodbrennen und Reflux tun?

Der erste Schritt sollte natürlich immer eine Ernährungsumstellung sein – außer wenn Sie vor Stress nicht mehr wissen, wo Ihnen der Kopf steht (dann ist Stressminimierung der erste Schritt). Also, raus mit der verarbeiteten Industrienahrung und richtiges Essen auf den Tisch. Schränken Sie Ihren Zucker- und Alkoholkonsum ein (und ja, dazu gehören auch Nudeln und Pizza) und versuchen Sie wenigstens weniger zu rauchen (klar, am besten hören Sie ganz damit auf).

Essen Sie normale Portionen und nicht das XXL Menü. 2 – 3 Stunden vor dem Zubettgehen sollten Sie gar nicht mehr essen (Sie schlafen dann auch besser, weil der Körper nicht mehr mit der Verdauung beschäftigt ist).

Wie schon gesagt, üben Sie Entspannungstechniken ein. Ein paar mal am Tag einfach tief Durchatmen macht schon eine Menge aus.

Sollte das noch nicht ausreichend sein, dann müssen Sie andere Ursachen ausschließen:

  1. Lassen Sie sich auf eine Infektion mit H. pylori untersuchen. Sollte eine Infektion vorliegen, so besteht die Behandlung in einer 3-fach Antibiotika Therapie.
  2. Lassen Sie sich auf Nahrungsmittelallergien (IgG Bluttest) und Zöliakie untersuchen (der Test auf Zöliakie ist bei einer Glutenunverträglichkeit negativ).
  3. Atemtest oder Urin organische Säuren Test zum Ausschluss einer Bakterienbesiedlung des Dünndarms. Sollte diese Vorliegen, kann sie mit Xifaxan plus einer Ernährungsumstellung (absolut kein Zucker!) behandelt werden.
  4. Bei Pilzbefall kommen Antimykotika (Pilzmittel) wie Nystatin oder Diflucan zum Einsatz. Auf natürliche Weise helfen Oregano oder Caprylsäure, die zum Beispiel im Kokosöl vorkommt.

Weitere Hilfsmittel, die den Darm entlasten:

  • Nehmen Sie zu jeder Mahlzeit 2 – 3 Kapseln Verdauungsenzyme
  • Lassen Sie Ihrem Darm gute Bakterien in Form von Probiotika zukommen oder essen Sie einfach fermentierte Lebensmittel
  • Trinken Sie am besten täglich Knochenbrühe, oder nehmen Sie zweimal täglich 3 – 5 g Glutaminpulver ein, um die Darmschleimhaut zu heilen
  • Nehmen Sie zweimal täglich 200 – 400 mg Magnesiumcitrat.

 

(1) Increased proton pump inhibitor and NSAID exposure in irritable bowel syndrome: results from a case-control study. https://bmcgastroenterol.biomedcentral.com/articles/10.1186/1471-230X-12-121

(2) Proton Pump Inhibitors Linked to Dementia. http://www.medscape.com/viewarticle/858909

(3) Use of proton pump inhibitors and risk of hip fracture in relation to dietary and lifestyle factors: a prospective cohort study. http://www.bmj.com/content/344/bmj.e372

Allergien natürlich bekämpfen

Eigentlich schade: Kaum wird es draußen ein bisschen wärmer, die ersten Blüten sprießen, und schon geht es für viele Menschen los mit Augenjucken, verstopfter Nase und Niesattacken.

Wenn Sie unter Allergien leiden, haben Sie laut Schulmedizin drei Möglichkeiten

  • Allergenkarenz: Das bedeutet, Sie kommen den Stoffen, auf die Sie allergisch reagieren, möglichst nicht zu nahe. Wenn Sie Heuschnupfen haben und im Sommer trotzdem das Haus verlassen möchten, wird das schon schwierig.
  • Medikamente, die die Immunantwort blockieren – wie Antihistaminika und Mastzellstabilisatoren: Abgesehen davon, dass diese durchaus nicht bei allen Patienten helfen, haben sie ernste Nebenwirkungen. Eine Reihe von ihnen können Herzrhythmusstörungen auslösen, die in Einzelfällen zu einem Herzstillstand geführt haben (1).
  • Hyposensibilisierung: Hierbei erhalten Sie in monatlichen Abständen jeweils steigende Dosen der Substanzen, auf die Sie allergisch reagieren, gespritzt. Dies soll das Immunsystem an die Anwesenheit der Allergene gewöhnen und so dazu führen, dass es nicht mehr (so stark) reagiert.

Ich selbst leide unter Heuschnupfen (von Februar bis September) und habe natürlich alle drei Möglichkeiten probiert. Was soll ich sagen: Mein Heuschnupfen erfreut sich bester Gesundheit und springt beim ersten Pollenflug an. Aber zum Glück weiß ich mir inzwischen zu helfen.

Welche natürlichen Alternativen gibt es?

Ob Sie es glauben oder nicht, aber ein großer Teil der Allergien kann einfach durch Ihre Ernährungsweise deutlich gebessert werden.

Der größte Teil unseres Immunsystems sitzt im Darm. Durch Ihre Ernährung haben Sie es in der Hand zu bestimmen, wie stark es auf externe Allergene (z. B. Pollen) oder auch Nahrungsmittelallergien reagiert.

Es braucht etwas Zeit, diese Umstellung zu erreichen, genauso wie es Zeit gebraucht hat, diese Allergien zu entwickeln. Und da kommt uns natürlich ganz schnell die fehlende Frustrationstoleranz der meisten Menschen in die Quere, denn die wollen eine schnelle Lösung, damit das Problem beseitigt ist und sie mit ihrem Alltag weiter machen können. Also schlucken sie lieber eine Pille, weil es der vermeintlich einfachere Weg ist.

Und wie Sie ganz richtig vermuten, ist er das natürlich nicht, denn Ihr Körper hat einen Grund, wenn er plötzlich auf ganz alltägliche Dinge allergisch reagiert. Sicher erscheint es im ersten Moment einfacher, die Warnleuchte (Allergie) Ihres Motors (Körper) einfach abzukleben, aber im Hintergrund geht Ihr Motor weiterhin kaputt. Ein besserer Ansatz ist also eine „Therapie“, die darauf abzielt, das Ungleichgewicht abzustellen.

Einige immunologische Grundkenntnisse

Etwa 80 % des Immunsystems befindet sich im Darm. Wenn Sie also andauernd minderwertige, stark verarbeitete „Nahrung“ konsumieren, dann hat Ihr Darm alle Hände voll damit zu tun, diesen Müll irgendwie zu verarbeiten, ohne dadurch die benötigten Nährstoffe zu erhalten. Beginnt dann im Frühling der Pollenflug, gelangen diese Pollen natürlich auch in Ihren sowieso schon sehr beanspruchten Darm. Dieser wird mit der zusätzlichen Last nicht fertig, was dazu führt, dass die Verdauung in Mitleidenschaft gezogen wird – häufig in Form einer Verstopfung – sodass die Allergene noch länger im Darm verweilen, was es wahrscheinlicher macht, dass der Körper eine allergische Reaktion entwickelt.

Ein sehr nerviges Symptom von Pollenallergien (aber auch zum Beispiel von einer Milchunverträglichkeit) ist die verstopfte Nase, und diese hängt mit der Verstopfung im Darm absolut zusammen. Das können Sie sich zunutze machen, denn es bedeutet, dass Sie durch die Nahrungsmittel, die Sie essen, großen Einfluss auf die Ausprägung Ihrer Allergie haben.

Eine ballaststoffreiche Vollwertkost hat sehr positive Auswirkungen. Mit grünen Smoothies können Sie die Entgiftung Ihres Körpers unterstützen und dadurch Allergien eindämmen, ohne Pillen nehmen zu müssen.

Nahrungsmittel, die bei Allergien helfen

Bio-Obst und Gemüse

Mit wenigen Ausnahmen (die kommen später) enthält frisches Obst und Gemüse sehr viele Substanzen, die dabei helfen die Histaminantwort zu regulieren (Histamin ist praktisch der Botenstoff, der zur Ausbildung von Allergiesymptomen führt). Zu diesen Substanzen gehören unter anderem:

  • Vitamin C: Bei Vitamin-C-Mangel ist der Histamingehalt des Blutes erhöht wie eine 1980 veröffentlichte Studie belegt. Sie zeigt die Wechselwirkungen zwischen Vitamin C und Histamin auf. Ergebnis der Studie: Je weiter sich der Vitamin-C-Spiegel von seinem Normalwert – 1,0 bis 2,5 mg/dl – nach unten entfernt, desto mehr steigt der Histamin-Spiegel rapide an (2).
  • Quercetin: Hat eine Mastzell-stabilisierenden Wirkung und vermindert die Histamin-Freisetzung
  • Magnesium: Wirkt unter anderem gegen die durch Histamin ausgelöste Bronchokonstriktion (Asthmaanfall) und wirkt entzündungshemmend auf Reize durch Allergene (3)
  • Calcium (Citrat):  Antagonisiert die durch Histamin hervorgerufene Vasodilatation (Gefäßweitstellung), die zu einem Übertritt von Histamin ins Gewebe führt (4)

Außerdem enthalten Obst und Gemüse viele Ballaststoffe, die dafür sorgen, dass Ihr Darm in Bewegung bleibt. Machen Sie es sich zur Priorität, mehr Obst und Gemüse zu essen, als sie es normalerweise tun würden – vor allem gekocht. Durch das Kochen werden goitrogene Substanzen (= führen zu einer Vergrößerung der Schilddrüse) reduziert, sodass sie nicht zu einer Einschränkung der Schilddrüsenfunktion führen. Zudem sind gekochte Gemüse einfacher zu verdauen, und Sie haben ja das Ziel, Ihrem Darm mal eine Ruhepause zu gönnen.

Wärmende Gewürze und aromatische Speisen

Knoblauch, Ingwer, Zwiebeln, Zimt und Cayenne Pfeffer wirken schleimlösend, sodass er einfacher aus dem Körper transportiert werden kann (trinken nicht vergessen). Viele dieser Nahrungsmittel kurbeln auch die Verdauung an und haben selbst immunverstärkende Eigenschaften. Bei ersten Allergiesymptomen sollten Sie sich gleich eine doppelte und dreifache Menge dieser Speisen auf den Teller tun.

Honig aus Ihrer Region

Man weiß schon lange, dass regionaler Honig dem Körper dabei hilft sich an die ganz bestimmten Pollenarten in Ihrer Region zu gewöhnen. Ich kaufe meinen Honig normalerweise auf dem Markt von einem Imker, der seine Bienenvölker 8 km von uns entfernt hat.

Der Gedanke dabei ist, dass der regionale Honig ähnlich wirkt wie eine Hyposensibilisierung (allerdings ohne die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks), so dass Ihr Körper nicht so stark auf dieses spezifische Antigen reagiert wie er es sonst tun würde.

Jeden Tag ein Teelöffel Honig reicht schon aus. Beginnen Sie damit im Februar (oder jedenfalls bevor der Pollenflug für die Pollen, auf die Sie allergisch reagieren, eingesetzt hat) und setzen Sie das Regime während der gesamten Allergiesaison fort.

Knochenbrühe

Mein Lieblingsthema! Knochenbrühe heilt so ziemlich alles. Sie enthält Substanzen, die entzündungshemmend wirken und die Verdauung anregen, wodurch tatsächlich Atemwegsprobleme gelindert werden (toll, oder?).

Aber seien Sie bei der Auswahl der Knochen für Ihre Brühe vorsichtig. Nach dem Fettgewebe sind die Knochen der zweite Ablageort für Giftstoffe. Kaufen Sie also Knochen von artgerecht gehaltenen Tieren und nicht von Tieren aus Massentierhaltung. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Knochen von freilaufenden Tieren deutlich mehr Mineralien enthalten.

Wenn Sie dann noch die wärmenden Gewürze in die Brühe geben, haben Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Vorsicht ist allerdings für Leute mit China Restaurant Syndrom geboten, d.h. Personen, die heftig auf Glutamat (MSG) reagieren, denn hiervon enthält Knochenbrühe eine Menge.

Ananas

Die Ananas enthält ein Enzym namens Bromelain, dass abschwellend wirkt und die Schleimproduktion reduziert. Bromelain ist ein gewöhnliches proteolytisches (eiweißspaltendes) Enzym, das dabei hilft entzündliche Substanzen abzubauen. Es wird auch als Nahrungsergänzung angeboten.

Apfelessig

Und auch über den habe ich schon häufig geschrieben. Dieser Essig enthält probiotische Kulturen, die das Immunsystem unterstützen. Mischen Sie 1 EL in ein Glas Wasser – eventuell noch mit etwas Zitronensaft für zusätzliches Vitamin C – und trinken Sie diese Mischung 1 – 3 mal pro Tag. Wenn Sie es gerne süßer haben möchten, können Sie auch den regionalen Honig einrühren.

Nahrungsmittel, die Sie während der Allergiesaison nicht essen sollten

Milchprodukte

Das Milchprotein Casein wird schon seit langem mit Allergien und Asthma in Zusammenhang gebracht, und der Verzicht auf Milchprodukte führt bei vielen Betroffenen zu einer deutlichen Besserung der Symptome. Außerdem hat schon meine Oma immer gesagt, dass Milch schleimt, und zusätzlichen Schleim wollen Sie auf keinen Fall.

Getreide und Soja

Diese beiden Nahrungsmittel sind häufig als Allergene wirksam. Wenn Sie auf sie verzichten, hat Ihr Körper mehr Zeit, sich um Pollen und andere in der Luft befindliche Allergene zu kümmern.

Wollen Sie ganz gründlich sein, dann sollten Sie auch die folgenden Nahrungsmittel vom Speiseplan streichen, die häufig Allergien auslösen: Eier, Krustentiere, Baumnüsse, Erdnüsse und Erdbeeren.

Lebensmittel mit Konservierungsmitteln

Viele Konservierungsstoffe – wie zum Beispiel Sulfite – können asthma-ähnliche Symptome hervorrufen, die Sie ganz sicher nicht brauchen können, wenn Sie sich gerade mit den Atemwegsbeschwerden Ihrer saisonalen Allergie herumschlagen.

Aus diesem Grund sollten Sie auf folgende Nahrungsmittel, die sehr viel Konservierungsmittel enthalten, besser verzichten:

  • Garnelen aus Aquakultur
  • Geräuchertes Fleisch
  • Bolognese Sauce (außer Sie haben sie selbst gemacht)
  • Trockenfrüchte
  • essighaltige Nahrungsmittel wie Salatsaucen, eingelegtes Gemüse und Flüssigwürzen.

 

Und natürlich das ganz Offensichtliche

Viele Leute denken gar nicht an die ganz normalen Dinge, die man tun sollte, um die Allergenbelastung möglichst gering zu halten:

  • Ziehen Sie sich aus, bevor Sie ins Schlafzimmer gehen, damit die Pollen auf Ihrer Kleidung nicht Ihren Nachtschlaf stören können.
  • Halten Sie die Schlafzimmerfenster geschlossen, oder versehen Sie sie mit einem Pollenvlies.
  • Wechseln Sie häufig die Bettwäsche
  • Waschen Sie abends die Haare oder kämmen Sie sie mit einem feuchten Kamm durch, um die in ihnen sitzenden Pollen zu entfernen.

Ich hoffe, dass diese Tipps Ihnen dabei helfen, Ihre Allergie auch ohne Tabletten in Schach zu halten!

 

 

 

(1) Risks of non-sedating antihistamines. http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(97)26018-6/fulltex

(2) https://www.researchgate.net/publication/15832638_Histamine_and_ascorbic_acid_in_human_blood

(3) Effects of nebulised magnesium sulphate on inflammation and function of the guinea-pig airway. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28284753

(4) Bedeutung von Calcium. http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=41064

Chiapudding mit Rhabarber und Erdbeeren

Diesen Pudding kann man vielseitig verwenden. Er passt sowohl als Frühstück als auch als Dessert, und an warmen Tagen gibt er ein erfrischendes Mittagessen ab.

Wenn man Pudding hört, denkt man natürlich als erstes an Süßspeisen und etwas nicht so wirklich gesundes, aber das trifft für diesen Pudding nun überhaupt nicht zu. Im Gegenteil: Er besteht aus sehr gesunden Zutaten.

Chiasamen

Werden nicht umsonst als Superfood bezeichnet. Mit der wichtigste Grund für den Verzehr von Chiasamen ist ihr hoher Omega-3-Fettsäurengehalt. Sie bestehen zu 18 Prozent aus der Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure. Zudem sind sie sehr ballaststoffreich (34 Prozent). und machen sehr lange satt. Außerdem unterstützen sie die Verdauung und geben Energie. Der Calcium-Gehalt von Chiasamen übertrifft den von Milch um das Fünffache und liegt bei 630 mg pro 100 g Chiasamen. Außerdem enthalten sie etwa doppelt so viel Eiweiss wie Getreide, nämlich über 20 Prozent bei einem Kohlenhydratgehalt von nicht einmal 5 Prozent (also, wer braucht schon Getreide?). Interessant ist am Aminosäureprofil der Chiasamen, dass sie hohe Anteile der Aminosäure Tryptophan enthalten, die den Serotonin-Spiegel und somit die Laune anheben kann.

Ich persönlich liebe Chiasamen, weil sie aufquellen und damit Nahrungsmitteln, denen sie zugesetzt werden, so eine puddingartige Konsistenz verleihen, aber wenn Sie sie nicht mögen, können Sie sie natürlich auch einfach im Smoothie oder in Säften verstecken.

Rhabarber

Rhabarber enthält u. a. Vitamin K (Blutgerinnung) und Vitamine des B-Komplexes (gut für Haut, Haare und Nerven). Er wirkt entzündungshemmend, unterstützt die Verdauung und gibt dem Pudding seinen säuerlichen Geschmack. Den sauren Geschmack verdankt er Apfel-, Zitronen- und Oxalsäure. Außerdem enthält er viel Kalium, das sich positiv auf die Zellen und Nerven auswirkt. Die in ihm enthaltenen Ballaststoffe fördern die Verdauung.

Übrigens bei Rhabarber immer dran denken, er gehört zu den sehr Oxalat-haltigen Gemüsen. Das bedeutet, das Kochwasser sollte weggeschüttet und nicht weiter verwendet werden (denn darin befinden sich nach dem Kochen die Oxalate).

Kokosmilch

Für mich einfach die Alternative, wenn es milchfrei sein soll. Durch den hohen Fettgehalt trägt die Kokosmilch dazu bei, dass der Pudding lange satt macht, und sie verleiht ihm eine cremige Konsistenz.

Kokosmilch enthält viele mittelkettigen Triglyceride, auch MCTs (Middle Chain Triglycerides) genannt. Die besondere Eigenschaft der MCTs ist, dass sie im Körper schneller als Energie verbrannt werden als andere Arten von Fettsäuren, die eher dazu führen, dass die Fettpölsterchen wachsen.

 

Zutaten

  • 720 ml Kokosmilch
  • 3/4 Becher Chiasamen
  • 1 1/2 TL Vanilleextrakt
  • 750 g Rhabarber
  • 1 – 1,5 Becher Erdbeeren
  • 1 EL kaltgeschleuderter Honig
  • 60 ml Wasser
  • als Topping Kokosraspel und/oder Cacao Nibs

Zubereitung

  1. Die ersten drei Zutaten in einer Schüssel zusammenrühren und in den Kühlschrank tun
  2. Rhabarber schälen und kleinschneiden und mit den Erdbeeren in einem Topf bei mittlerer Hitze kochen bis der Rhabarber weich wird (ca. 8 – 10 Minuten)
  3. Dann kommen alle Zutaten in den Mixer und werden gemixt bis sie glatt verrührt sind.
  4. Den Pudding für 1 Stunde in den Kühlschrank stellen, damit er gut durchkühlt.
  5. Topping der Wahl drauf und einfach nur genießen.

5 nährstoffreiche Lebensmittel, die die Fettverbrennung kräftig ankurbeln

Wünscht sich das nicht jeder: Abnehmen, ohne sich anzustrengen, ohne Kalorienzählen und das Ganze möglichst schnell. Okay, der letzte Punkt ist mit gesundem Abnehmen – und das ist es, was Sie wollen, denn Sie möchten die Gewichtsabnahme ja auch halten können – nicht zu schaffen. Gesundes Abnehmen ist kein Sprint sondern ein Marathon, aber die investierte Zeit führt zu einem bleibenden Erfolg!

Es gibt immer wieder Gerüchte über Superfoods und Elixiere, die die Fettpolster praktisch wegschmelzen, ohne dass Sie groß etwas tun müssen. Häufig stellt sich dann heraus, dass es sich bei diesen Geschichten nur um leere Versprechen handelt, die nur einen Zweck haben, nämlich dem Hersteller dieser Mittelchen die Taschen zu füllen (und zwar mit Ihrem Geld).

Und doch gibt es tatsächlich Nahrungsmittel, die die Fettverbrennung unterstützen können indem Sie Ihnen ein größeres Sättigungsgefühl oder mehr Energie geben oder einen zugrunde liegenden Nährstoffmangel beheben, der sich negativ auf Ihre hormonelle Gesundheit ausgewirkt hat.

Ich habe einmal die fünf besten Nahrungsmittel aufgelistet, die dabei helfen können, die Fettverbrennung anzukurbeln:

 

  1. Kokosöl

Kokosnuss Produkte – inklusive Kokosöl, Kokosmilch und Kokosmehl – sind aus der Paleo-Ernährung gar nicht weg zudenken, und das aus gutem Grund. Die Kokosnuss ist eine großartige Quelle von leicht verdaulichen mittelkettigen Triglyceriden (MCTs), die vom Körper sehr leicht in Energie umgewandelt werden können (anders als längerkettige FS). Außerdem machen Kokosprodukte sehr satt, da sie einen hohen Anteil an Fett und Ballaststoffen haben, was in der Regel dazu führen wird, dass Sie ganz von selbst weniger Kalorien essen. Das ist doch super, Abnehmen ohne zu hungern!

Und was den Fettstoffwechsel angeht, ist die Kokosnuss ein absoluter Superstar. Über 90 % ihres Fettgehalts besteht aus gesunden (jawohl gesunden!) gesättigten Fettsäuren, die in adäquaten Mengen für eine gut funktionierende Hormonproduktion und viele Stoffwechselprozesse benötigt werden. Inzwischen finden auch immer mehr Forscher heraus, dass der Konsum gesunder Fette zu einer erhöhten Körperfettverbrennung führt.

Kokosöl wird sogar von Personen mit einem sehr empfindlichen Verdauungstrakt normalerweise vertragen. Dies ist auch häufig ein Grund, warum diese Menschen eine Paleo-Diät oder Ketogene Diät beginnen.

Es ist sehr einfach, Kokosöl in Ihre Ernährung aufzunehmen. Schmeißen Sie die ungesunden Pflanzenöle (außer Olivenöl) aus Ihrer Speisekammer und ersetzen Sie sie durch kaltgepresstes Virgin Kokosöl.

 

  1. Knochenbrühe

Einer der Hauptbestandteile eines gesunden Fettstoffwechsels ist eine gesunde Verdauung. Wenn Sie Ihre Nahrung nicht anständig aufspalten können, wird die Verbrennung von Körperfett zur Mission impossible. Hier kommt nun Knochenbrühe ins Spiel.

Falls Sie jetzt, was Knochenbrühe angeht nicht so bewandert sind, empfehle ich Ihnen meinen Post darüber zu lesen.

Diese gelatinereiche Brühe kann man ganz einfach selber machen, indem man Knochen mit Kräutern und Gemüse für 24 – 48 Stunden simmern lässt. Knochenbrühe ist ein uraltes Nahrungsmittel, dass voller Heilkräfte und Nährstoffe steckt, die den Erhalt von Muskelmasse, ein gesundes Verdauungssystems und einen effizienten Stoffwechsel unterstützen.

Die enthaltenen Nährstoffe sind unter anderem:

Kollagen: hilft beim Aufbau und der Reparatur von Bindegewebe im gesamten Körper (und lässt Fältchen verschwinden).

Aminosäuren: wirken dem Muskelabbau entgegen und sorgen für eine ausreichende Knochendichte.

Spurenelemente: wichtig für verschiedenste Stoffwechselprozesse

Außerdem Elektrolyte und sogar Antioxidantien wie Glutathion.

Wenn Sie viel Sport treiben, werden Sie außerdem weitere positive Auswirkungen der Knochenbrühe bemerken, da sie auch Nährstoffe wie Arginin und Glycin enthält. Man hat festgestellt, dass diese Substanzen dabei helfen, die Expression solcher Gene zu vermindern, die für Krankheiten und altersbedingten Muskelabbau kodieren, während sie auf der anderen Seite für höhere Energiespiegel sorgen, indem sie essentielle Nährstoffe – unter anderem Stickstoff – in die Zellen senden. Ziemlich cool, oder?

 

  1. Chiasamen

Chiasamen gehören zu den Nahrungsmitteln, die wahnsinnig viel Flüssigkeit aufnehmen können. Und wozu ist das gut? Nun, es verlangsamt die Verdauung und hilft Ihnen dabei, sich lange gesättigt zu fühlen.

Traditionsgemäß waren sie Nahrungsmittel in Mittel- und Südamerika. Sie wurden schon seit langer Zeit als Mittel für eine bessere Gesundheit gegessen. In jüngerer Zeit gibt es aber einen wahren Hype, weil entdeckt wurde, dass Chiasamen den Körper dabei unterstützen, gesunde Cholesterin- und Blutzuckerwerte zu unterhalten (1).

Da Chiasamen sich in eine gelartige Substanz verwandeln, wenn sie im  Magen auf Wasser oder andere Flüssigkeiten treffen (oder wenn Sie sie vor dem Essen eine Weile in Flüssigkeit stehen lassen – hmm Pudding), nehmen sie dort eine Menge Platz ein und senden Signale ans Gehirn aus, die diesem mitteilen, dass Sie genug gegessen haben. Sie sorgen außerdem für ein größeres Stuhlvolumen, was für den Fall, dass Sie unter Verstopfung leiden, sehr hilfreich sein kann.

Ich mische mir gerne Chiasamen in einen Smoothie oder in Kokosmilch. Versuchen Sie doch mal dieses Rezept für einen Apfel-Fenchel Salat.

 

  1. Cayenne Pfeffer und andere scharfe Nahrungsmittel

Scharfe Nahrungsmittel – zum Beispiel solche, die mit Cayenne Pfeffer zubereitet werden – haben einen wärmenden Effekt auf den Körper, der tatsächlich dazu führt, dass der Stoffwechsel angeregt wird. Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass Cayenne Pfeffer und andere Gewürze den Blutfluss anregen können, die Azidität des Körpers vermindern, dazu führen, dass Sie insgesamt weniger essen und sogar als natürlicher Entzündungshemmer wirken.

Verantwortlich für diese Effekte ist das im Cayenne Pfeffer enthaltene Capsaicin. Dieses kann nachweislich Entzündungen reduzieren, die Enzymproduktion und die Produktion von Magensaft anregen und so den Körper dabei unterstützen, Nahrungsmittel optimal zu verstoffwechseln und sie in nutzbare Energie umzuwandeln (2).

 

  1. Apfelessig

Apfelessig hat viele gesundheitliche Vorteile – sowohl wenn er konsumiert wird als auch, wenn er zum Beispiel für die Herstellung von Kosmetika verwendet wird. Er hat starke entgiftende Eigenschaften und wirkt unterstützend bei der Verstoffwechslung von Fetten.

Er unterstützt die Verdauung, normalisiert den pH-Wert des Magens (sehr wichtig für die Proteinaufnahme) und enthält außerdem aktive, gesundheitsfördernde Substanzen wie Essigsäure, Elektrolyte (zum Beispiel Kalium und Magnesium), Probiotika, Polyphenole und Enzyme.

Eine Studie aus dem Jahr 2007 zeigte auf, dass der Konsum von Essig zu einer Mahlzeit dazu führte, dass die Magenentleerung verlangsamt wurde (was zum Sättigungsgefühl beiträgt) und Blutzucker- und Insulinspiegel nach dem Essen niedriger waren (3).  Die Vermeidung von größeren BZ-Schwankungen führt natürlich allein für sich genommen schon zu weniger Heißhungerattacken.

2009 wurde im Journal of Bioscience, Biotechnology, and Biochemistry eine Studie veröffentlicht, die aufzeigte, dass Probanden, die 12 Wochen lang Essigsäure konsumierten signifikante Abnahmen im Körpergewicht, abdominellem Fett, Taillenumfang und in den Triglyzeriden hatten (4)

Einige Menschen nehmen vor dem Essen 1 – 2 EL Apfelessig in einem Glas Wasser zu sich, damit sie weniger hungrig sind, dadurch weniger Kalorien aufnehmen und außerdem noch eine Verdauungshilfe haben. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Apfelessig den Heißhunger auf Zucker mildern kann und sich positiv auf die Darmgesundheit auswirkt.

 

Extra Bonus: Nicht-stärkehaltige Gemüse

Und egal welcher Ernährungsweise Sie folgen, wenn Sie ein schnelles Sättigungsgefühl bei wenig Kalorien und viel Nährstoffen haben möchten, dann kommen Sie um diese Gemüse einfach nicht herum. Zu den nicht-stärkehaltigen Gemüsen zählen vor allem die grünen Blattgemüse, aber auch die Kreuzblütler (Blumenkohl, Brokkoli etc.). Als Grundprinzip kann man sagen, dass Gemüse, die über der Erde wachsen, weniger Stärke (Kohlenhydrate) enthalten als solche, die unter der Erde wachsen.

Wenn Sie viel Gemüse essen, fällt es Ihnen deutlich leichter bei den Mahlzeiten die Kalorien und die Portionsgröße unter Kontrolle zu  halten, da es extrem schwierig ist, frische Lebensmittel wie Brokkoli, Salat oder Paprika in zu großen Mengen zu essen. Dann einfach noch ein Handteller großes Stück Protein und etwas gesundes Fett dazu, und die Gewichtsabnahme (besser gesagt Fettabnahme) kann losgehen.

 

(1) Nutritional and therapeutic perspectives of Chia (Salvia hispanica L.): a review.   https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4926888/

(2) Biological Activities of Red Pepper (Capsicum annuum) and Its Pungent Principle Capsaicin: A Review. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25675368

(3) Effect of apple cider vinegar on delayed gastric emptying in patients with type 1 diabetes mellitus: a pilot study https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2245945/

(4) Vinegar intake reduces body weight, body fat mass, and serum triglyceride levels in obese Japanese subjects. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19661687

Ist Quinoa eine sichere Alternative zu Getreide

Von Leuten, die sich glutenfrei ernähren wollen, werde ich häufig gefragt, ob Quinoa eigentlich eine gute Alternative für Getreide ist.

Was genau ist Quinoa?

Quinoa ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) gehört (zusammen mit Amaranth). Es handelt sich bei Quinoa um ein sogenanntes Pseudogetreide. Dies sind Körnerfrüchte von Pflanzenarten, die nicht zur Familie der Süßgräser (Poaceae = alle echten Getreidearten) gehören, aber ähnlich wie Getreide verwendet werden.

In Südamerika gehört es zu den Grundnahrungsmitteln und wird vor allem in den Anden angebaut. Quinoa hat einen anständigen Proteingehalt und enthält außerdem  eine Anzahl Mineralien und B-Vitamine.

Das Angebot an glutenfreien Produkten hat ja in letzter Zeit sehr zugenommen, und damit ist auch die Nachfrage nach Quinoa stark gestiegen. Es wird als sichere und gesunde Alternative zu Weizen, Gerste und Roggen und anderen glutenhaltigen Getreide (also eigentlich alle Getreide) vermarktet. Die Leute stellen sich also zu Recht die Frage, ob Quinoa ein sicheres, glutenfreies Nahrungsmittel ist.

Da gibt es einige Probleme

Technisch gesehen ist Quinoa kein Getreide und damit glutenfrei. Es wird allerdings häufig in Industrieanlagen verarbeitet, die auch Getreideprodukte herstellen. Dadurch kann es zu einer Kreuzkontamination (also einer ungewollten Verunreinigung) kommen. In einer US Studie wurden 22 Produkte, die von Natur aus glutenfrei sein sollten (z. B. Hirse), zufällig aus dem Supermarktregal genommen und auf einen eventuellen Glutengehalt getestet. Es zeigte sich, dass 41 Prozent dieser Proben genug Gluten enthielten, um jemandem mit einer Gluten-unverträglichkeit ernste Probleme zu bereiten (1).

Und dann ist da noch der Punkt, dass es sich bei Quinoa um Samen handelt. Diese sind von Haus aus schwer zu verdauen. Viele Samen enthalten zudem glutenähnliche Proteine und chemische Verbindungen, die sogenannten Lektine. Viele dieser lektin- und glutenbasierten Substanzen haben sich als sehr ungesund erwiesen, da sie zu Verdauungsbeschwerden (Leaky Gut) und Entzündungen sowie zur Ausbildung von Autoimmunerkrankungen führen können.

Die Sache mit den Speicherproteinen

Wie schon gesagt ist Quinoa glutenfrei, wenn man die Definition von Gluten in Bezug auf die Zöliakie heranzieht. Die sieht folgendermaßen aus:

„Gluten setzt sich aus verschiedenen Proteinen, Glutelinen und Gliadinen oder anderen Prolaminen zusammen. Die Gliadinfraktion ist für die Unverträglichkeit von Gluten im Rahmen der Zöliakie und vermutlich auch für die Glutensensitivität verantwortlich. Gluten ist natürlicherweise in Weizen, Gerste, Roggen, Dinkel, Hafer, Spelt, Triticale, Emmer, Kamut und Grünkern enthalten.“  (2)

Quinoa besitzt jedoch „glutenartige“ Speicherproteine, die ähnliche Auswirkungen haben können wie diejenigen aus Weizen, Roggen und Gerste. Es stellt sich also die Frage: Sind diese Speicherproteine dem traditionellen Gluten (α-Gliadin) ähnlich genug, um eine Immunreaktion bei Zöliakie Patienten oder Menschen mit Glutenunverträglichkeit auslösen zu können. Und nach einer Studie, die 2014 im American Journal of Gastroenterology veröffentlicht wurde,  ist die Antwort darauf ein klares Ja.

 

Studie identifiziert Quinoa als potentiell gefährlich

In ihrer Studie untersuchten V.F. Zevallos et al. 15 verschiedene Quinoasorten, um ihre Sicherheit für Menschen mit Zöliakie zu testen (3).

Die Quinoa Proteine wurden daraufhin untersucht, ob sie eine vermehrte Produktion von IFN-Gamma (Interferon) oder IL-15 (Interleukin) hervorrufen. Diese entzündungsauslösenden Substanzen – auch als Cytokine – bezeichnet, spielen eine wichtige Rolle bei der Immunantwort auf Gluten.

Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass zwei der fünfzehn getesteten Quinoasorten („Ayacuchana“ und „Pansakalla“) die Immunantwort genauso stark aktivierten wie Gluten.

Das bedeutet also, dass Quinoa für Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit womöglich kein so sicheres Nahrungsmittel ist wie bisher angenommen. Und außerdem zeigt diese Studie wieder einmal auf, wie falsch die Annahme ist, dass nur Proteine in Weizen, Roggen und Gerste problematisch für Menschen mit Glutenunverträglichkeit sind.

Brauchen wir eine andere Definition von Gluten?

Der derzeit gebräuchliche Test zum Nachweis von Gluten nennt sich ELISA (Enzyme Linked Immunosorbent Assay). Es handelt sich um eine Methode zur Bestimmung der Konzentration von Antigenen oder Antikörpern. In Bezug auf Gluten misst der Test die Menge von α-Gliadin im Nahrungsmittel (denn das ist das Gluten, das in Weizen, Roggen und Gerste vorkommt).

Dummerweise misst dieser Test aber nicht, ob andere Glutene (und davon gibt es hunderte) oder glutenähnliche Proteine vorhanden sind, die den Patienten Probleme bereiten könnten. Auf dieses Problem wurde schon häufig hingewiesen.

Man muss bedenken, dass  für Reis, Mais, Soja und Milchprodukte nachgewiesen wurde, dass sie Entzündungen und/oder Mikrovilli-Atrophie (= der Gewebebefund bei Zöliakie) hervorrufen können. Trotzdem wird dem gefährdeten Personenkreis immer noch empfohlen, auf Quinoa auszuweichen. Wie Sie jetzt wissen, kann das ein fataler Fehler sein.

 Noch einige Worte zu Kohlenhydraten

Ich persönlich benutze kein Quinoa, da es sehr viele Kohlenhydrate enthält. Ich würde immer dazu tendieren, Backwaren mit Mandel- oder Nussmehlen herzustellen, da diese gerade mal 1/10 der Menge an Kohlenhydraten haben. Ja, sie enthalten auch die 10-fache Menge Fette, aber darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich esse nur geringe Mengen Backwaren, da Nuss- und Mandelmehl extrem satt machen (aufgrund des höheren Proteingehalts). Und im Salat bevorzuge ich Kürbiskerne.

Ganz ehrlich, ich finde, wir können auf eine Menge Kohlenhydrate in unserer Ernährung verzichten. Unser Körper wird es uns danken.

 

(1) Gluten Contamination of Grains, Seeds, and Flours in the United States: A Pilot Study.  http://www.andjrnl.org/article/S0002-8223(10)00234-8/abstract

(2) http://flexikon.doccheck.com/de/Gluten

(3) Variable activation of immune response by quinoa (Chenopodium quinoa Willd.) prolamins in celiac disease. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22760575

Migräne beginnt nicht immer im Kopf

Zwei von drei erwachsenen Deutschen (etwa 66 Millionen) leiden zumindest zeitweilig unter Kopfschmerzen. Das sind rund 47 Millionen Menschen. Von diesen wiederum sind fast 18 Millionen von Migräne betroffen.

Vorurteile über Migräne halten sich hartnäckig. Sie spiegeln sich wider in Sprüchen wie „Erwin ist heute nicht an seinem Arbeitsplatz – hat mal wieder seine Migräne genommen“ oder auch „Migräne ist, wenn Frauen keine Lust auf Sex haben“. Das ist natürlich totaler Blödsinn und kann auch nur von Menschen kommen, die niemals einen Migräneanfall hatten.

Migräne ist etwas ganz anderes: Immer wieder auftretende schwere Kopfschmerzanfälle, bei denen Sie das Gefühl haben, dass jemand ein Schwert durch Ihr Auge bis zum Hinterkopf durchgestochen hat und es pulssynchron immer wieder herumdreht. Vielleicht gehören Sie auch zu den „Glücklichen“, bei denen das Ganze noch von Übelkeit und Erbrechen begleitet wird, sodass Sie sich nur noch ins Bett in ein möglichst dunkles Zimmer verziehen können.

An Arbeiten ist nicht zu denken. Nichts geht mehr, Kinder und Partner bleiben sich überlassen. Jede noch so kleine Bewegung verstärkt den Schmerz ins Unerträgliche. Alles, was man sich vorgenommen hat, alle Pläne, alle Termine, alle Verabredungen, alles wieder umsonst – gestrichen.

Die Attacken kommen, wenn man sie überhaupt nicht brauchen kann. Zweimal, dreimal oder sogar viermal im Monat. Die Anfälle dauern jeweils bis zu drei Tage. Die immense Behinderung durch Migräne ist für Menschen ohne Migräne nur schwer nachvollziehbar. Im Röntgenbild finden sich keine Auffälligkeiten, Blutwerte und andere Untersuchungsbefunde sind normal. Die Ärzte sagen, alles sei in Ordnung, sie könnten nichts finden. Migräne – eine Erkrankung ohne Binde oder Gips, auf die man verweisen könnte

Behandelt wird das ganze dann mit mehr oder weniger gut wirkenden Schmerzmitteln oder Medikamenten, die dafür sorgen, dass die im Migräneanfall weitgestellten Gefäße sich wieder verengen (zum Beispiel Triptane). Ich habe sogar gehört, dass ein Arzt einen Migräneanfall mit Valium behandelt hat. Dies halte ich für eine zumindest recht eigenwillige Therapie und wie die Betroffene mir berichtet hat, ändert Valium auch nichts an den Schmerzen (wie sollte es auch – handelt es sich dabei doch um ein Beruhigungsmittel mit angstlösender Wirkung). Die Verarbeitung dieser Schmerzen wird allerdings schon geändert. Ich zitiere: „Das ist so, du hast dann immer noch Kopfschmerzen, aber es ist dir total egal.“

Bevor Sie jetzt den Eindruck bekommen, ich würde Valium zur Migränetherapie empfehlen. Das ist natürlich nicht der Fall. Im Gegenteil, ich bin der Meinung, dass Valium viel zu häufig und für die falschen Indikationen verschrieben wird (wie auch in diesem Fall). Aber das wird das Thema eines anderen Posts sein.

Zurück zur Migräne. Das wirklich schmerzhafte daran ist, dass die meisten Ärzte nur den Kopf behandeln, aber überhaupt nicht auf dem Zettel haben, dass Migräne durchaus Ursachen haben kann, die mit Ihrem Kopf überhaupt nichts zu tun haben. Und noch einmal: Migräne hat man nicht, weil man keine Lust auf Sex hat, und psychosomatisch ist sie schon mal überhaupt nicht.

Ich weiß wovon ich spreche, denn ich habe selbst über 35 Jahre lang Migräne gehabt. Diese wurde letztendlich durch eine Gluten-unverträglichkeit hervorgerufen. Nachdem ich meine Ernährung auf Paleo umgestellt hatte und damit sämtliches Gluten wegfiel, war auch meine Migräne kein Thema mehr. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie viele Tabletten, Spritzen und Krankheitstage ich hätte vermeiden können, wenn mich vorher jemand auf diesen Zusammenhang hingewiesen hätte.

Häufige Migränetrigger

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Wie schon gesagt wurde meine Migräne durch eine Glutenunverträglich-keit hervorgerufen. Solange ich keine glutenhaltigen Nahrungsmittel esse, habe ich keine Migräne, halte ich mich nicht daran, kann ich einen Anfall auslösen. Das bedeutet industriell gefertigte Nahrungsmittel sind für mich tabu. Sie können gerne mal nachgucken, ich würde schätzen, dass ca. 90 Prozent dieser Produkte Gluten enthalten (häufig unter irreführenden Bezeichnungen).

Weitere Nahrungsmittel, die bei entsprechend sensiblen Personen eine Migräne auslösen können, sind Eier, Hefe und Milchprodukte (1). Es empfiehlt sich auf jeden Fall, eine Eliminationsdiät durchzuführen. Verzichten sie drei Wochen lang auf die vier oben genannten Nahrungsmittel und beobachten Sie, ob sich in Bezug auf die Dauer und Schwere Ihrer Migräneanfälle etwas ändert.

Nach drei Wochen führen Sie jedes Nahrungsmittel einzeln nacheinander für drei Tage wieder ein und beobachten, ob sich irgendwelche Symptome zeigen. Dabei muss es sich nicht nur um Migräneanfälle handeln, sondern es könnten auch vermehrte Müdigkeit oder Blähungen sein.

In dem Moment, wo Sie nach dem Wiedereinführen eines Nahrungsmittels eine Verschlechterung in Ihrem Wohlbefinden feststellen, müssen Sie sich fragen, ob dieses Nahrungsmittel für Sie das Richtige ist.

 

  • Chemie in Lebensmitteln

Essen Sie häufig industriell verarbeitete Lebensmittel (wie eigentlich die meisten Menschen in der westlichen Welt), dann kommen Sie an so leckeren Dingen wie Aspartam, MSG (Natriumglutamat), Nitraten (in Wurstwaren), Sulfiten (Wein, Trockenfrüchte und Essen aus der Salatbar) nicht vorbei. Tyraminhaltige Nahrungsmittel (Schokolade und Käse) sind auch häufig Trigger.

Verzichten Sie auf Lebensmitteln mit Zusatzstoffen wie Farb- und Süßstoffen, Sulfite, Nitrate und industriell gefertigte Nahrungsmittel. Essen Sie stattdessen Lebensmittel mit möglichst nur einer Zutat (Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch), die nährstoffreich sind.

 

  • Hormonelles Ungleichgewicht

Viele Frauen leiden unter prämenstruellen Migräneanfällen, die häufig durch ein Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron ausgelöst werden – genau genommen zuviel Östrogen und zu wenig Progesteron. Gründe, die zu diesem Ungleichgewicht führen sind:

  1. Stress
  2. Alkoholkonsum
  3. Zu hoher Konsum von Zucker, Mehl und Stärke
  4. Bewegungsmangel
  5. Schlafmangel.

Wenn Sie in diese Gruppe gehören, so empfiehlt es sich für Sie, auf eine Ernährung umzusteigen, die eine niedrige glykämische Last, aber hohe Dichte an Pflanzennährstoffen hat. Dies beinhaltet so leckere Sachen wie Leinsamen, Kreuzblütler – also unter anderem Brokkoli, Kohl, Rosen- und Blumenkohl. Hilfreich sind auch Kräuter wie Vitex, Magnesium und Vitamin B6. Unbedingt verzichten sollten Sie auf Alkohol, Coffein, Zucker und raffinierte Kohlenhydrate. Außerdem lindern Bewegung und Techniken zur Stressreduktion die Symptome.

 

  • Magnesiummangel

Magnesium wirkt entspannend – nicht nur gefühlsmäßig, sondern auch physisch greifbar (zum Beispiel entkrampft es verspannte Muskeln). Ein Magnesiummangel kann häufig zu Kopfschmerzen und Migräneanfällen führen. Es empfiehlt sich für die meisten Menschen, täglich eine extra Dosis Magnesium zu nehmen, denn unsere Nahrung enthält durch intensivierte Landwirtschaft nicht mehr die Nährstoffe, die noch vor 40 – 50 Jahren in ihr enthalten waren.

Zur Supplementierung eignen sich Magnesiumglycinat, -aspartat oder -citrat. Auch hier lohnt es sich, auf die Zutatenliste zu gucken. Magnesiumstearat wird gerne in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet und ist nur gut für die Maschinen des Herstellers, aber nicht für Ihren Darm (im Gegenteil, es verhindert wahrscheinlich die Aufnahme wichtiger Nahrungsbestandteile).

Sollten Sie eine Nierenerkrankung haben, sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt, bevor Sie ein Nahrungsergänzungsmittel nehmen.

 

  • Erkrankungen der Mitochondrien

Mitochondrien sind winzige eigenständige Organe innerhalb unserer Körperzellen. Tausend bis zweitausend Mitochondrien arbeiten beispielsweise in einer einzigen Herzmuskelzelle oder in einer Hirnzelle. Sie produzieren aus den Elektronen in unseren Nahrungsmolekülen und aus den Sauerstoffatomen der Atmung unaufhörlich Energie (ATP = Adenosintriphosphat).

Jeden Tag produzieren Billiarden Mitochondrien in uns etwa die Menge an ATP, die unserem Körpergewicht entspricht, also 70, 80 Kilo und mehr. Wenn die Mitochondrien unserer Zellen defekt sind, drohen nach neuesten Erkenntnissen unter anderem Krankheiten wie Alzheimer, Krebs, Muskelschwund, Herzinsuffizienz, Diabetes (2).

Symptome einer Fehlfunktion der Mitochondrien können Müdigkeit, Muskelschmerzen und Konzentrationsstörungen sein. Manchmal ist aber auch eine Migräne das einzige Symptom, das auf eine Störung der Mitochondrien hinweist.

Zur Diagnose wird der Test auf organische Säuren im Urin angewendet. Die Bestimmung der organischen Säuren im Urin ermöglicht einen Überblick darüber, inwieweit mit der Nahrung aufgenommene Nährstoffe verwertet und in Energie (ATP) umgewandelt werden können.

Behandlung: Zweimal täglich 250 mg Riboflavin (B2) und 100 – 400 mg Coenzym Q 10 erweisen sich als sehr hilfreich (3). R-α-Liponsäure unterstützt die Energieproduktion der Mitochondrien. Acetyl-L-Carnitin „füttert“ die Mitochondrien mit energiefreisetzenden Molekülen, verbessert so ihre Effektivität und verhindert Schäden (4).

 

Eventuell ist die Ursache für das Auftreten Ihrer Migräneanfälle auch ein Ungleichgewicht in der Zusammensetzung Ihrer Darmbewohner oder eine Pilzüberwucherungen im Darm. Es kann sehr hilfreich sein, den Darm mit Probiotika und Omega-3 Fetten zu unterstützen.

 

  • Ungleichgewicht im Mund Mikrobiom

Forscher der Universität Kalifornien San Diego haben entdeckt, dass das orale Mikrobiom (die Bakterien im Mund) von Menschen mit Migräne sich von demjenigen von Menschen ohne Migräne deutlich unterscheidet. Personen, die an Migräne leiden, haben wesentlich mehr Bakterien, die Nitrate in Nitrit umwandeln können (5). Es soll jetzt untersucht werden, wie sich verschiedene Bakterienstämme auf unterschiedliche Migräneformen auswirken. Eventuell wäre auch hier eine Therapie mit Probiotika hilfreich.

Fazit: Greifen Sie nicht gleich zur Tablette

Ich empfehle Ihnen, diese Ansätze auszuprobieren, bevor Sie weiter große Mengen Tabletten in sich hineinschütten. Vor allem die Nahrungsmittel-unverträglichkeiten und die hormonellen Probleme sollten Sie auf jeden Fall ausschließen. Was soll ich sagen – das Leben kann so schön sein ohne Migräne.

(1) https://www.foodintol.com/headache

(2) https://ghr.nlm.nih.gov/primer/mutationsanddisorders/mitochondrialconditions

(3) Coenzyme Q10 as a therapy for mitochondrial disease. http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1357272514000375

(4) Optimal micronutrients delay mitochondrial decay and age-associated diseases.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20420847

(5) Migraines Are Correlated with Higher Levels of Nitrate-, Nitrite-, and Nitric Oxide-Reducing Oral Microbes in the American Gut Project Cohort http://msystems.asm.org/content/1/5/e00105-16