Migräne beginnt nicht immer im Kopf

Zwei von drei erwachsenen Deutschen (etwa 66 Millionen) leiden zumindest zeitweilig unter Kopfschmerzen. Das sind rund 47 Millionen Menschen. Von diesen wiederum sind fast 18 Millionen von Migräne betroffen.

Vorurteile über Migräne halten sich hartnäckig. Sie spiegeln sich wider in Sprüchen wie „Erwin ist heute nicht an seinem Arbeitsplatz – hat mal wieder seine Migräne genommen“ oder auch „Migräne ist, wenn Frauen keine Lust auf Sex haben“. Das ist natürlich totaler Blödsinn und kann auch nur von Menschen kommen, die niemals einen Migräneanfall hatten.

Migräne ist etwas ganz anderes: Immer wieder auftretende schwere Kopfschmerzanfälle, bei denen Sie das Gefühl haben, dass jemand ein Schwert durch Ihr Auge bis zum Hinterkopf durchgestochen hat und es pulssynchron immer wieder herumdreht. Vielleicht gehören Sie auch zu den „Glücklichen“, bei denen das Ganze noch von Übelkeit und Erbrechen begleitet wird, sodass Sie sich nur noch ins Bett in ein möglichst dunkles Zimmer verziehen können.

An Arbeiten ist nicht zu denken. Nichts geht mehr, Kinder und Partner bleiben sich überlassen. Jede noch so kleine Bewegung verstärkt den Schmerz ins Unerträgliche. Alles, was man sich vorgenommen hat, alle Pläne, alle Termine, alle Verabredungen, alles wieder umsonst – gestrichen.

Die Attacken kommen, wenn man sie überhaupt nicht brauchen kann. Zweimal, dreimal oder sogar viermal im Monat. Die Anfälle dauern jeweils bis zu drei Tage. Die immense Behinderung durch Migräne ist für Menschen ohne Migräne nur schwer nachvollziehbar. Im Röntgenbild finden sich keine Auffälligkeiten, Blutwerte und andere Untersuchungsbefunde sind normal. Die Ärzte sagen, alles sei in Ordnung, sie könnten nichts finden. Migräne – eine Erkrankung ohne Binde oder Gips, auf die man verweisen könnte

Behandelt wird das ganze dann mit mehr oder weniger gut wirkenden Schmerzmitteln oder Medikamenten, die dafür sorgen, dass die im Migräneanfall weitgestellten Gefäße sich wieder verengen (zum Beispiel Triptane). Ich habe sogar gehört, dass ein Arzt einen Migräneanfall mit Valium behandelt hat. Dies halte ich für eine zumindest recht eigenwillige Therapie und wie die Betroffene mir berichtet hat, ändert Valium auch nichts an den Schmerzen (wie sollte es auch – handelt es sich dabei doch um ein Beruhigungsmittel mit angstlösender Wirkung). Die Verarbeitung dieser Schmerzen wird allerdings schon geändert. Ich zitiere: „Das ist so, du hast dann immer noch Kopfschmerzen, aber es ist dir total egal.“

Bevor Sie jetzt den Eindruck bekommen, ich würde Valium zur Migränetherapie empfehlen. Das ist natürlich nicht der Fall. Im Gegenteil, ich bin der Meinung, dass Valium viel zu häufig und für die falschen Indikationen verschrieben wird (wie auch in diesem Fall). Aber das wird das Thema eines anderen Posts sein.

Zurück zur Migräne. Das wirklich schmerzhafte daran ist, dass die meisten Ärzte nur den Kopf behandeln, aber überhaupt nicht auf dem Zettel haben, dass Migräne durchaus Ursachen haben kann, die mit Ihrem Kopf überhaupt nichts zu tun haben. Und noch einmal: Migräne hat man nicht, weil man keine Lust auf Sex hat, und psychosomatisch ist sie schon mal überhaupt nicht.

Ich weiß wovon ich spreche, denn ich habe selbst über 35 Jahre lang Migräne gehabt. Diese wurde letztendlich durch eine Gluten-unverträglichkeit hervorgerufen. Nachdem ich meine Ernährung auf Paleo umgestellt hatte und damit sämtliches Gluten wegfiel, war auch meine Migräne kein Thema mehr. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie viele Tabletten, Spritzen und Krankheitstage ich hätte vermeiden können, wenn mich vorher jemand auf diesen Zusammenhang hingewiesen hätte.

Häufige Migränetrigger

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Wie schon gesagt wurde meine Migräne durch eine Glutenunverträglich-keit hervorgerufen. Solange ich keine glutenhaltigen Nahrungsmittel esse, habe ich keine Migräne, halte ich mich nicht daran, kann ich einen Anfall auslösen. Das bedeutet industriell gefertigte Nahrungsmittel sind für mich tabu. Sie können gerne mal nachgucken, ich würde schätzen, dass ca. 90 Prozent dieser Produkte Gluten enthalten (häufig unter irreführenden Bezeichnungen).

Weitere Nahrungsmittel, die bei entsprechend sensiblen Personen eine Migräne auslösen können, sind Eier, Hefe und Milchprodukte (1). Es empfiehlt sich auf jeden Fall, eine Eliminationsdiät durchzuführen. Verzichten sie drei Wochen lang auf die vier oben genannten Nahrungsmittel und beobachten Sie, ob sich in Bezug auf die Dauer und Schwere Ihrer Migräneanfälle etwas ändert.

Nach drei Wochen führen Sie jedes Nahrungsmittel einzeln nacheinander für drei Tage wieder ein und beobachten, ob sich irgendwelche Symptome zeigen. Dabei muss es sich nicht nur um Migräneanfälle handeln, sondern es könnten auch vermehrte Müdigkeit oder Blähungen sein.

In dem Moment, wo Sie nach dem Wiedereinführen eines Nahrungsmittels eine Verschlechterung in Ihrem Wohlbefinden feststellen, müssen Sie sich fragen, ob dieses Nahrungsmittel für Sie das Richtige ist.

 

  • Chemie in Lebensmitteln

Essen Sie häufig industriell verarbeitete Lebensmittel (wie eigentlich die meisten Menschen in der westlichen Welt), dann kommen Sie an so leckeren Dingen wie Aspartam, MSG (Natriumglutamat), Nitraten (in Wurstwaren), Sulfiten (Wein, Trockenfrüchte und Essen aus der Salatbar) nicht vorbei. Tyraminhaltige Nahrungsmittel (Schokolade und Käse) sind auch häufig Trigger.

Verzichten Sie auf Lebensmitteln mit Zusatzstoffen wie Farb- und Süßstoffen, Sulfite, Nitrate und industriell gefertigte Nahrungsmittel. Essen Sie stattdessen Lebensmittel mit möglichst nur einer Zutat (Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch), die nährstoffreich sind.

 

  • Hormonelles Ungleichgewicht

Viele Frauen leiden unter prämenstruellen Migräneanfällen, die häufig durch ein Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron ausgelöst werden – genau genommen zuviel Östrogen und zu wenig Progesteron. Gründe, die zu diesem Ungleichgewicht führen sind:

  1. Stress
  2. Alkoholkonsum
  3. Zu hoher Konsum von Zucker, Mehl und Stärke
  4. Bewegungsmangel
  5. Schlafmangel.

Wenn Sie in diese Gruppe gehören, so empfiehlt es sich für Sie, auf eine Ernährung umzusteigen, die eine niedrige glykämische Last, aber hohe Dichte an Pflanzennährstoffen hat. Dies beinhaltet so leckere Sachen wie Leinsamen, Kreuzblütler – also unter anderem Brokkoli, Kohl, Rosen- und Blumenkohl. Hilfreich sind auch Kräuter wie Vitex, Magnesium und Vitamin B6. Unbedingt verzichten sollten Sie auf Alkohol, Coffein, Zucker und raffinierte Kohlenhydrate. Außerdem lindern Bewegung und Techniken zur Stressreduktion die Symptome.

 

  • Magnesiummangel

Magnesium wirkt entspannend – nicht nur gefühlsmäßig, sondern auch physisch greifbar (zum Beispiel entkrampft es verspannte Muskeln). Ein Magnesiummangel kann häufig zu Kopfschmerzen und Migräneanfällen führen. Es empfiehlt sich für die meisten Menschen, täglich eine extra Dosis Magnesium zu nehmen, denn unsere Nahrung enthält durch intensivierte Landwirtschaft nicht mehr die Nährstoffe, die noch vor 40 – 50 Jahren in ihr enthalten waren.

Zur Supplementierung eignen sich Magnesiumglycinat, -aspartat oder -citrat. Auch hier lohnt es sich, auf die Zutatenliste zu gucken. Magnesiumstearat wird gerne in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet und ist nur gut für die Maschinen des Herstellers, aber nicht für Ihren Darm (im Gegenteil, es verhindert wahrscheinlich die Aufnahme wichtiger Nahrungsbestandteile).

Sollten Sie eine Nierenerkrankung haben, sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt, bevor Sie ein Nahrungsergänzungsmittel nehmen.

 

  • Erkrankungen der Mitochondrien

Mitochondrien sind winzige eigenständige Organe innerhalb unserer Körperzellen. Tausend bis zweitausend Mitochondrien arbeiten beispielsweise in einer einzigen Herzmuskelzelle oder in einer Hirnzelle. Sie produzieren aus den Elektronen in unseren Nahrungsmolekülen und aus den Sauerstoffatomen der Atmung unaufhörlich Energie (ATP = Adenosintriphosphat).

Jeden Tag produzieren Billiarden Mitochondrien in uns etwa die Menge an ATP, die unserem Körpergewicht entspricht, also 70, 80 Kilo und mehr. Wenn die Mitochondrien unserer Zellen defekt sind, drohen nach neuesten Erkenntnissen unter anderem Krankheiten wie Alzheimer, Krebs, Muskelschwund, Herzinsuffizienz, Diabetes (2).

Symptome einer Fehlfunktion der Mitochondrien können Müdigkeit, Muskelschmerzen und Konzentrationsstörungen sein. Manchmal ist aber auch eine Migräne das einzige Symptom, das auf eine Störung der Mitochondrien hinweist.

Zur Diagnose wird der Test auf organische Säuren im Urin angewendet. Die Bestimmung der organischen Säuren im Urin ermöglicht einen Überblick darüber, inwieweit mit der Nahrung aufgenommene Nährstoffe verwertet und in Energie (ATP) umgewandelt werden können.

Behandlung: Zweimal täglich 250 mg Riboflavin (B2) und 100 – 400 mg Coenzym Q 10 erweisen sich als sehr hilfreich (3). R-α-Liponsäure unterstützt die Energieproduktion der Mitochondrien. Acetyl-L-Carnitin „füttert“ die Mitochondrien mit energiefreisetzenden Molekülen, verbessert so ihre Effektivität und verhindert Schäden (4).

 

Eventuell ist die Ursache für das Auftreten Ihrer Migräneanfälle auch ein Ungleichgewicht in der Zusammensetzung Ihrer Darmbewohner oder eine Pilzüberwucherungen im Darm. Es kann sehr hilfreich sein, den Darm mit Probiotika und Omega-3 Fetten zu unterstützen.

 

  • Ungleichgewicht im Mund Mikrobiom

Forscher der Universität Kalifornien San Diego haben entdeckt, dass das orale Mikrobiom (die Bakterien im Mund) von Menschen mit Migräne sich von demjenigen von Menschen ohne Migräne deutlich unterscheidet. Personen, die an Migräne leiden, haben wesentlich mehr Bakterien, die Nitrate in Nitrit umwandeln können (5). Es soll jetzt untersucht werden, wie sich verschiedene Bakterienstämme auf unterschiedliche Migräneformen auswirken. Eventuell wäre auch hier eine Therapie mit Probiotika hilfreich.

Fazit: Greifen Sie nicht gleich zur Tablette

Ich empfehle Ihnen, diese Ansätze auszuprobieren, bevor Sie weiter große Mengen Tabletten in sich hineinschütten. Vor allem die Nahrungsmittel-unverträglichkeiten und die hormonellen Probleme sollten Sie auf jeden Fall ausschließen. Was soll ich sagen – das Leben kann so schön sein ohne Migräne.

(1) https://www.foodintol.com/headache

(2) https://ghr.nlm.nih.gov/primer/mutationsanddisorders/mitochondrialconditions

(3) Coenzyme Q10 as a therapy for mitochondrial disease. http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1357272514000375

(4) Optimal micronutrients delay mitochondrial decay and age-associated diseases.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20420847

(5) Migraines Are Correlated with Higher Levels of Nitrate-, Nitrite-, and Nitric Oxide-Reducing Oral Microbes in the American Gut Project Cohort http://msystems.asm.org/content/1/5/e00105-16

Spinatomelette mit Käse

Heute morgen bin ich auf einen Rest Spinat gestoßen, der vom Abendessen noch übrig war. Da bietet es sich natürlich an, diesen gleich fürs Frühstück zu verwerten.

Zunächst dachte ich an Spinat mit Spiegelei, aber da der Spinat ja eh warm gemacht werden musste, habe ich mich dann entschlossen, das Ganze einfach als Omelette zu machen.

Gute Gründe warum Spinat häufiger auf dem Speisezettel stehen sollte

Spinat nährt Muskelzellen

Bereits in den 1990er Jahren haben Wissenschaftler in einer Studie gezeigt, dass die oft so verteufelten Nitrate, die im Spinat und anderem grünen Blattgemüse zu finden sind, im Grunde sehr vorteilhaft sind, da sie die Mitochondrien in den Muskelzellen nähren. Bereits der Konsum jener Nitratmenge, die in etwa 200 bis 300 Gramm Spinat steckt, führt über einen Zeitraum von drei Tagen aufgenommen (zusätzlich zu regelmäßiger sportlicher Betätigung) zu einer deutlichen Verbesserung der Effektivität der Mitochondrien. Dies reduziert den Sauerstoffverbrauch, erleichtert das Muskelwachstum und führt zu einer allgemein besseren Gesundheit.

Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen. Sie produzieren in jeder einzelnen Zelle die für diese Zelle nötige Energie. Da sämtliche unserer Körperfunktionen nur in dem Maße ablaufen können, wie ihnen Energie zur Verfügung steht, können mangelhaft funktionierende Mitochondrien Körperfunktionen lahm legen bzw. verlangsamen, was für unser Wohlbefinden nicht gerade vorteilhaft ist.

Leistungsstarke Mitochondrien dagegen sorgen für einen reibungslosen Ablauf im Körpergeschehen. Sie regulieren den Blutdruck, das Immunsystem, den Zellstoffwechsel und vieles andere mehr. Übrigens gibt es inzwischen auch Untersuchungen darüber, dass eine Fehlfunktion der Mitochondrien zu so unerwünschten Krankheiten wie Multiple Sklerose und Krebs führen kann.

Spinat als natürliche Thromboseprophylaxe

Nitrate, wie sie natürlicherweise in biologisch angebauten Lebensmitteln vorkommen, werden im Körper zur Produktion von Stickstoffmonoxid (NO) verwendet. NO ist ein wichtiger molekularer Bestandteil unseres Organismus, der beispielsweise für den Sauerstofftransport im Blut zuständig ist.

Außerdem ist NO ein sehr wirksamer entzündungshemmender, anti-thrombotischer und die Blutgefäße erweiternder Stoff. Das bedeutet, in Anwesenheit von NO fehlt Schlaganfällen, Herzinfarkten und Thrombosen eine wichtige Basis.

Oxalate

Eine gewisse Vorsicht ist bei rohem Spinat geboten, da er einen relativ hohen Oxalatgehalt hat. Da unser Körper mit Oxalaten nichts anfangen kann, werden sie im Verdauungstrakt an Kalzium gebunden und dann ausgeschieden.

Das Problem: Wenn vor oder nach einer „Oxalsäure-Mahlzeit“ kein kalziumhaltiges Nahrungsmittel gegessen wird (wie zum Beispiel Milchprodukte), holt sich das Oxalat das Kalzium aus den Knochen, was die Osteoporosegefahr steigert. Und auch die Nieren mögen nicht soviel von der Oxalsäure: Zirka 75 Prozent aller Nierensteine bestehen überwiegend aus Kalzium-Oxalat.

Gehemmt wird auch die Bioverfügbarkeit des Eisens. Die gute Nachricht: Durch Kochen des Gemüses lässt sich die Oxalsäure drastisch verringern (um bis zu 87 Prozent). Das Wasser nach dem Kochen einfach weggießen und auch keine Soße daraus zubereiten. Da dieser Spinat sowohl gekocht als auch mit Käse angerichtet wird, brauchen Sie sich um Oxalate allerdings keine Sorgen zu machen.

Zutaten:

  • 200 g Spinat
  • 3 – 4 Eier
  • 1 EL Kokosöl
  • 60 ml Kokosmilch
  • 1 TL Kurkuma
  • 1/4 TL Pfeffer
  • 1/4 TL Paprikapulver
  • 1/4 TL Himalaya Salz
  • Dillspitzen und Basilikum nach Geschmack
  • Käse zum Garnieren

Zubereitung:

  1. Das Kokosöl in der Pfanne auslassen.
  2. Die Eier mit der Kokosmilch verquirlen und die Gewürze einrühren.
  3. Spinat und Ei-Kokosmilch in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze langsam durchgaren.
  4. Wenn die flüssige Eimasse fest geworden ist, das Omelette auf einen Teller geben und mit gewürfeltem Käse garnieren.

Man kann das Omelette auch sehr gut mit Kürbiskernen oder Sonnenblumenkernen bestreuen. Für die extra Portion Mineralien.