Archiv der Kategorie: Toxine

Können Statine eine ALS auslösen?

Ärzte entdecken jetzt überraschende Zusammenhänge zwischen ALS und anderen Erkrankungen wie Alzheimer Demenz, Parkinson und frontotemporaler Demenz (Anm.: einer Demenz durch Untergang von Nerven im Stirn- und Schläfenlappenbereich, die eigentlich Emotionen und Sozialverhalten steuern). Bisher war man davon ausgegangen, dass diese Erkrankungen nichts miteinander zu tun haben.

Und was könnte wohl der Zusammenhang zwischen diesen immer häufiger und bei immer jüngeren Patienten auftretenden Erkrankungen sein?

Trommelwirbel: Statine.

Im Februar diesen Jahres erschien ein Artikel in der Zeitschrift Drug Safety, der den Zusammenhang zwischen einer ALS Diagnose und der Anwendung einzelner Statine beleuchtete (3). Die Autoren stützen ihre Untersuchung auf das Adverse Event Reporting System (FAERS) der FDA – also auf eine Datenbank der amerikanischen Arzneimittelzulassungsbehörde, die die unerwünschten Nebenwirkungen von Medikamenten aufzeichnet.

Und was fanden sie heraus?

Statine erhöhen das ALS Risiko bis zu 107-fach

Statine erhöhen das Risiko an ALS zu erkranken 9- bis 107-fach, je nachdem welches Statin zum Einsatz kommt. Ja, das haben Sie jetzt richtig gelesen.  Am besten schneidet Crestor (Rosuvastatin) ab, das das Risiko um „nur“ das 9-fache erhöht. Es folgen Lipitor (Atorvastatin) 17-fach, Zocor (Simvastatin) 23-fach und der absolute Horror ist Mevacor (Lovastatin) mit einem 107-fach erhöhten Risiko.

Die Autoren kommentieren dies folgendermaßen:

Diese Ergebnisse erweitern bereits vorliegende Beweise indem sie aufzeigen, dass signifikant erhöhte Berichte von ALS Diagnosen auf einzelne Statine zurückzuführen sind und tragen zu Befürchtungen bei, dass der Einsatz von Statinen zu einem vermehrten Auftreten von ALS-ähnlichen Zuständen führen könnte.

Also, ich muss schon sagen, ich war von diesem Artikel jetzt doch ein bisschen geschockt. Und auch wenn ein Zusammenhang keine Ursache ist, wollen wir doch mal festhalten, dass der Zusammenhang zwischen Statinen und ALS größer ist als der Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs. Bezweifelt hier irgendjemand, dass Rauchen Lungenkrebs verursacht? Hätte ich auch nicht gedacht. Wir glauben also, dass dieser Zusammenhang richtig ist, auch wenn es niemals eine randomisierte-doppelblinde Studie dazu gegeben hat. Warum – weil der Wirkmechanismus einfach überzeugend ist.

So, und hier haben wir nun zwischen Statinen und ALS einen Zusammenhang, der sogar noch stärker ist. Und wie Lungenkrebs ist auch eine ALS eine Erkrankung, die ich sicher nicht haben möchte.

Setzen wir dann noch dagegen, dass Statine für die meisten Patienten überhaupt keinen Nutzen – aber viele Nebenwirkungen – haben, dann sollte eigentlich jedem klar sein, dass diese Pillen nicht einmal ihre Herstellungskosten wert sind – geschweige denn den Verkaufspreis, der den Pharmaunternehmen reichlich die Taschen füllt.

Ich frage mich, wie lange es noch dauern wird, bis unsere Verbraucherschützer Alarm schlagen. Immerhin, die amerikanische FDA sitzt auf diesen Daten sehr bequem, hält es aber nicht für nötig, Konsequenzen zu ziehen. Wir haben schon andere große Arzneimittelskandale gehabt – ich erinnere hier nur an die Contergan-Kinder (Thalidomid) in den 60ger Jahren und Vioxx (2004), das zu Tausenden von Todesfällen führte.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich Statine irgendwann zu diesen berühmt, berüchtigten Substanzen gesellen werden.

 

 

(1) https://www.dgm.org/muskelerkrankungen/amyotrophe-lateralsklerose-als

(2) http://www.macleans.ca/society/health/understanding-als/

(3) Amyotrophic Lateral Sclerosis Associated with Statin Use: A Disproportionality Analysis of the FDA’s Adverse Event Reporting System   https://link.springer.com/article/10.1007/s40264-017-0620-4

 

EMF – völlig harmlos oder eine unterschätzte Gesundheitsgefahr?

Wir alle leben heute in einem Meer von Radiofrequenzen, die von allen möglichen WiFi Geräten ausgesendet werden – da sind die Router, Tablets, Babyphones, Fernbediehnungen, Laptops etc, etc.

Schon lange weisen Experten darauf hin, dass Menschen, die sich ständig elektromagnetischen Feldern (EMFs) aussetzen, damit schwere Auswirkungen auf  ihre Gesundheit und die ihrer Kinder auf sich nehmen.  Ich finde es immer wieder erschreckend (und auch zugegebenermaßen zunehmend nervig), dass man ständig Menschen begegnet, die nur noch auf ihr Handy starren und dabei ihre Umgebung überhaupt nicht mehr auf dem Radar haben.

Und selbst kleine Kinder sind ständig am Handy oder Tablet – offensichtlich weil ihre Eltern der Meinung sind, dass diese Geräte einen sehr günstigen Babysitter abgeben. Devra Davis, eine Epidemiologin, schreibt in ihrem Buch „Disconnect: The Truth About Cell Phone Radiation„, dass Kinder heutzutage einem bisher unbekannten Ausmaß an gepulster Strahlung ausgesetzt sind. Es ist noch zu früh, um die Spätfolgen dieser Exposition abzuschätzen, aber es wäre einfach dumm zu glauben, dass wir keine Spätfolgen sehen werden.

 

Externe Störungen können die natürlichen bioelektrischen Signale des Körpers unterbrechen

Den schlimmsten Effekt auf den Körper üben natürlich diejenigen Geräte aus, die dicht am Körper getragen werden. Hauptverdächtiger Nummer 1 – das Handy. Meine Söhne tragen ihres ständig in der Jeans und sind da nicht die Einzigen. Mein Hinweis, dass das zu Gesundheitsschäden führen kann, stößt auf absolut taube Ohren.

Smartphones haben wegen den auf ihnen geladenen Apps dummerweise die Angewohnheit, ständig gepulste elektromagnetische Signale auszusenden und zu empfangen. Der menschliche Körper besitzt ein natürliches elektromagnetisches Feld (EMF), da viele Körperprozesse durch elektrische Signale gesteuert werden (ich erinnere hier nur an Ionenkanäle und das Aktionspotential von Muskeln). Die externen Störungen durch Smartphones und andere Geräte können zu einer Unterbrechung der Signalübertragung führen.

Das kann so weit gehen, dass es zur Entstehung von Krebserkrankungen kommt. Den Effekt erklärt der Biochemiker Jerry Phillips folgendermaßen:

„Das Signal koppelt mit Zellen. Effekte dieser Reaktion können die Bewegung von Calciumionen über Membranen sein, die Bildung freier Radikale oder Änderungen in der Expression von Genen.

Auf einmal werden wichtige Proteine zu Zeiten und an Orten gebildet, wo das eigentlich nicht vorkommen sollte, und das hat einen dramatischen Effekt auf die Zellfunktion. Einige dieser Veränderungen stimmen mit dem überein, was wir sehen, wenn aus gutartigen Zellen bösartige Zellen (also Krebszellen) werden.“ (1)

In den letzten Jahren hat sich immer mehr die Erkenntnis durchgesetzt, dass Schäden an den Mitochondrien (das sind die Kraftwerke unserer Zellen, die für die Energiegewinnung zuständig sind) die Grundlage für viele chronische Erkrankungen darstellen. Und genau diese Mitochondrien werden durch EMFs geschädigt (2).  Das heißt, dass die Effekte einer ständigen EMF Einwirkung womöglich völlig unterschätzt werden. Möglicherweise rollt auf uns nicht nur eine Welle von Hirntumoren zu, sondern auch Herzerkrankungen, neurologische Erkrankungen und ungewollte Kinderlosigkeit.

Herz und Gehirn werden besonders durch EMFs geschädigt

Warum ist das so? Nun, diese beiden Organe haben die größte Anzahl von spannungsgesteuerten Calcium-Kanälen. Diese werden wahrscheinlich durch die niedrigfrequenten EMFs  von Handys aktiviert. Dies führt zu einem überhöhten Calciumeinstrom in die Zellen (3). Dieser scheint für die meisten Auswirkungen der EMFs ursächlich zu sein.

Zwei kürzlich erschienene Studien an Mäusen und Ratten kamen zu dem Ergebnis, dass EMFs womöglich eine Ursache für die Entwicklung von Tumoren des Herzens und Schäden am Gehirn und der DNA (des Erbguts) sind (4, 5).  Die Ergebnisse sind etwas gemischt, aber insgesamt wird angenommen, dass ein Gesundheitsrisiko besteht. Tatsächlich stellen wir inzwischen fest, dass Hirntumore öfter bei jüngeren Menschen auftreten und häufig auf der Seite, auf der das Handy an den Kopf gehalten wird. Massive Steigerungen bei Hirntumoren sehen wir jedoch noch nicht. Nicht etwa, weil Handys sicher sind, sondern weil diese Tumore häufig erst nach Jahrzehnten auftreten (bei Überlebenden von Hiroshima zum Beispiel erst nach 40 Jahren).

Eine frühere Studie von Allan Frey kam ebenfalls zu dem Schluss, dass die Strahlung von Smartphones Zellwände schwächen kann. Zu den betroffenen Zellwänden gehören auch diejenigen der Blut-Hirn-Schranke (6). Eine Öffnung der Blut-Hirn-Schranke führt dazu, dass Giftstoffe aus dem Körper in das Gehirn gelangen können. Ein Szenario, das so nicht gedacht war.

Männliche Infertilität – eine Folge der EMFs?

Die Hoden sind eine weitere Region mit vielen spannungs-gesteuerten Calciumkanälen, und so überrascht es nicht, dass Studien zu dem Ergebnis kommen, dass EMFs Auswirkungen auf die Zeugungsfähigkeit von Männern haben. Die Handystrahlung wird für eine Abnahme der Beweglichkeit und Überlebensfähigkeit von Spermien verantwortlich gemacht (7), und WiFi Laptops wurden mit einer Zersplitterung der DNA von Spermienzellen in Zusammenhang gebracht (8) – und das schon nach einer Nutzung von nur 4 Stunden. Ich persönlich muss mir zwar offensichtlich über das Überleben von Spermien keine Gedanken machen, ziehe es aber trotzdem vor, meinen Laptop nicht auf dem Schoß zu halten, sondern benutze immer einen Laptopständer zum Arbeiten.

Wenn man diese Fakten kennt, dann ist es schon besorgniserregend, dass die meisten Menschen ihre Smartphones am Körper tragen – entweder in der Brusttasche oder in der Hosentasche – und damit super effektiv genau die Partien der Strahlung aussetzen, die besonders empfindlich darauf reagieren. Und beim Telefonieren halten immer noch viele Menschen das Handy ans Ohr, womit dann auch das Gehirn eine ordentliche Strahlendosis abbekommt.

Auch Schwangere sollten den Gebrauch von Handys eher einschränken. Tragen sie das Gerät am Körper, so setzen sie ihr ungeborenes Kind der Strahlung aus. Neuere Studien kommen zu dem Schluss, dass die pränatale Exposition gegenüber EMFs das Risiko für eine Fehlgeburt fast um das Dreifache erhöht (9).

Stoffwechselprozesse, die durch EMFs geschädigt werden

Inzwischen gibt es Hinweise darauf, dass EMFs auch Auswirkungen auf unser Darmmikrobiom (die sogenannte Darmflora bestehend aus Bakterien, Pilzen und Viren) haben können und in der Lage sind eigentlich nützliche Mikroben in schädliche umzuwandeln. Das kann natürlich weitreichende Gesundheitsfolgen haben, denn heute wissen wir, dass unser Darmmikrobiom für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden absolut lebenswichtig ist. Schädigungen treten in zwei Prozessen auf:

  • EMFs erhöhen den oxidativen Stress. Dies kann zu einer Schädigung der Zellwände und Proteine führen sowie zu einem Bruch der Verbindungen unserer DNA Doppelhelix.
  • Sie vermindern die Menge an Adenosintriphosphat (ATP). ATP  stellt die Energie für unseren Körper her. Bei einem ATP Mangel können die Zellen nicht richtig funktionieren.

Die meisten Menschen ignorieren die Sicherheitsbestimmungen ihrer Smartphones

Wenn Sie Ihr Handy am Körper tragen, ohne dass es in den Flugmodus geschaltet ist, dann halten Sie sich nicht an die Sicherheitsbestimmungen. In den rechtlichen Bestimmungen für den Gebrauch Ihres Handys versteckt sich der Begriff der spezifischen Absorptionsrate (SAR). Die SAR gibt an, in welchem Abstand von Ihrem Körper Sie das Handy halten müssen, damit keine Schädigungen auftreten. Den SAR-Wert Ihres Handys finden Sie beim Bundesamt für Strahlenschutz.

Sie müssen sich klar machen, dass  Sie bei den meisten Handys gegen diese Sicherheitsbestimmungen verstoßen, wenn Sie das Gerät in die Hosentasche – oder noch besser – in den BH stecken. Auch gilt es zu bedenken, dass die ermittelten SAR Werte nicht für Kinder – und schon gar nicht für Kleinkinder – gelten. Bei ihnen ist die thermische Wirkung deutlich höher, denn ihr Schädel und ihre Haut sind wesentlich dünner als die eines Erwachsenen. Wir wissen bisher nicht, ob diese höhere thermische Wirkung zu gesundheitlichen Folgen bei den Kindern führt, aber wollen Sie wirklich Ihr Kind als Versuchskaninchen missbrauchen?

ABC hat 2016 eine sehr interessante Kurzdokumentation mit dem Titel „Wi-fried“ herausgebracht, die man sich auf Vimeo ansehen kann. Ich kann diesen Film nur empfehlen!

 

 

Einige schnelle Tipps zur Entgiftung

Der Frühling ist da – oder so behauptet es jedenfalls der Kalender. Jetzt ist ja die traditionelle Zeit für den Frühjahrsputz, und der sollte auch im Körper stattfinden. Und so sind die Zeitschriften voll von Anzeigen für Kuren zur Entgiftung, die den Körper von allen möglichen schädlichen Stoffen befreien sollen.

Tatsache ist – unser Körper entgiftet 24/7 – wenn er das nicht täte, wären wir sehr schnell tot. Aber es ergibt natürlich sehr viel Sinn, ihn bei seinen Bemühungen zu unterstützen. Und so habe ich mal einige Tipps zusammengestellt, die dabei helfen sollen, die toxische Last zu reduzieren und die natürlichen Entgiftungsprozesse von innen heraus zu unterstützen. Einige schnelle Tipps zur Entgiftung weiterlesen

Warum Sie die erste Zigarette einfach nicht rauchen sollten

Inzwischen ist eigentlich jedem klar, dass Rauchen nicht gesund ist und unter anderem Herzinfarkte, Schlaganfälle und auch Krebs verursacht.  Sieben Millionen Menschen sterben weltweit jährlich an den Folgen des Tabakkonsums (1). Dazu kommen noch Milliardenbeträge, die für chronische Erkrankungen bezahlt werden, die direkt mit dem Zigarettenkonsum in Zusammenhang stehen.

Wie aber sieht es mit denjenigen Menschen aus, die nur ab und zu zur Zigarette greifen? Befinden sie sich auf der sicheren Seite? Gibt es die beim Rauchen überhaupt? Warum Sie die erste Zigarette einfach nicht rauchen sollten weiterlesen

Saunieren reduziert das Risiko an Alzheimer zu erkranken

Zurzeit leben ca. 1,6 Millionen Demenzkranke in Deutschland. 2/3 von ihnen leiden unter Alzheimer Demenz. Bis zum Jahr 2030 wird diese Zahl voraussichtlich auf 3 Millionen ansteigen (1).  Die Zahl der Todesfälle durch die Alzheimer Erkrankung nimmt von Jahr zu Jahr zu. Die Pharmaindustrie erforscht neue Substanzen, die diese Erkrankung in Schach halten könnten – bisher aber ohne Erfolg. Eigentlich ist das auch nicht verwunderlich, denn die Alzheimer Demenz ist eine sehr vielschichtige Erkrankung, der nicht einfach mit einer Pille beizukommen ist.

Und so werden auch sehr unkonventionelle Therapien untersucht – mit teilweise verblüffenden Ergebnissen.

Eine neue Studie zeigt jetzt, dass das Schwitzen in einer Sauna das Risiko für eine Alzheimer Demenz drastisch reduzieren kann (2). Saunieren reduziert das Risiko an Alzheimer zu erkranken weiterlesen

Mammographie – mehr Schaden als Nutzen?

Die Mammographie gilt für viele als das Non-plus-ultra was die Brustkrebsvorsorge angeht. So wird es jedenfalls in der breiten Öffentlichkeit vertreten. Sicher hat Ihr Gynäkologe oder Ihre Gynäkologin Sie auch schon auf diese Vorsorgeuntersuchung hingewiesen, die alle 1 – 2 Jahre durchgeführt werden soll.

Aber sind Mammographien tatsächlich so harmlos und nützlich wie sie immer dargestellt werden? Oder stellen Sie nicht sowohl ein erhebliches Strahlenrisiko (und damit auch Krebsrisiko) sowie das Risiko für eine Überdiagnostik mit entsprechenden – womöglich völlig unnötigen – invasiven Untersuchungen dar. Mammographie – mehr Schaden als Nutzen? weiterlesen

Rapsöl erhöht das Risiko für eine Alzheimer Demenz

Rapsöl ist eines der beliebtesten Pflanzenöle und wird im Allgemeinen als gesund fürs Herz bezeichnet. Allerdings gibt es auch mehr und mehr kritische Stimmen. Und wie Sie natürlich wissen, bedeutet „beliebt“ nicht gleich „gesund“.

Ja, und da überrascht es auch nicht wirklich, dass jetzt eine neue Studie, die im Dezember im Magazin Scientific Reports veröffentlicht wurde, einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Rapsöl und einer Abnahme der Gedächtnisleistung und der Lernfähigkeit aufzeigt (1). Beides sind Anzeichen einer Alzheimer Demenz, die die häufigste Demenzform überhaupt darstellt. Rapsöl erhöht das Risiko für eine Alzheimer Demenz weiterlesen

Wie Luftverschmutzung Ihre Gesundheit kaputt macht

Wenn wir an häufige Todesursachen denken, dann fallen uns als erstes Erkrankungen wie Krebs, Herz-Kreislaufkrankheiten oder vielleicht auch Infektionen ein. Umweltverschmutzung verbinden da nur wenigen Menschen mit. Eine Gruppe von mehr als 40 Forschern hat nun die Auswirkung der Umweltverschmutzung auf Todesfälle untersucht und kommt zu dem Schluss, dass „Verschmutzung die Hauptursache von umweltbedingten Erkrankungen und Todesfällen darstellt“. Die Untersucher werteten Daten von 130 Ländern aus. Die Studie, die im Lancet veröffentlicht wurde, zeigt auf, dass im Jahr 2015 9 Millionen vorzeitige Todesfälle durch Umweltverschmutzung verursacht wurden (1). Das sind 16 Prozent aller Todesfälle weltweit – dreimal mehr als die Todesfälle durch AIDS, Tuberkulose und Malaria zusammen genommen und 15-mal mehr als die Todesfälle, die auf Kriege und andere gewaltsame Auseinandersetzungen zurückgeführt werden. Wie Luftverschmutzung Ihre Gesundheit kaputt macht weiterlesen

Wie das Sterben der Insekten unser Leben beeinflusst

InsektenErinnern Sie sich noch – wenn man früher mit dem Auto über Land gefahren ist, dann war die Windschutzscheibe hinterher voller Insekten. Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass das heute nicht mehr der Fall ist? Jetzt kann man sagen: „Super, dann braucht man hinterher die Scheibe nicht mehr zu putzen.“, aber so toll ist das eigentlich gar nicht. Tatsächlich handelt es sich bei diesem „Windschutzscheiben Phänomen“ – wie es von Entomologen genannt wird, um eine Warnung, dass unsere Umwelt in großer Gefahr ist. Die Insekten verschwinden direkt vor unseren Augen in einer Anzahl, die eigentlich jedem einen gehörigen Schreck einjagen sollte.

76 Prozent der Fluginsekten sind in den letzten 27 Jahren verschwunden

Abnahmen in der Anzahl von bestimmten Insektengruppen wie Bienen, Schmetterlingen und sogar Motten sind schon seit einiger Zeit beobachtet worden berichten Forscher einer Studie, die im Oktober in PLOS 1 veröffentlicht wurde (1).

In ihrer Studie untersuchten sie jedoch die gesamte Biomasse der Fluginsekten in Naturschutzgebieten in Deutschland über einen Zeitraum von 27 Jahren, um einen größeren Überblick zu erhalten. Sie benutzten Malaise Fallen – zeltähnliche Fallen, die zum Fangen von Fluginsekten eingesetzt werden – um die Insektenzahlen in den Jahren von 1989 – 2016 zu bestimmen.

Das erschreckende Ergebnis – über das Jahr bestand ein 76 prozentiger Rückgang, während in den Sommermonaten der Abfall sogar 82 % betrug. Der Rückgang bestand unabhängig vom Lebensraumtyp und konnte nicht nur durch eine Änderung der Wetterbedingungen, der Landnutzung oder unterschiedlicher Lebensraumcharakteristika erklärt werden. Die Untersucher kommen zu dem Schluss:

„Der Verlust der Insektenvielfalt wird erwartungsgemäß einen Kaskadeneffekt auf die Nahrungskette haben und Ökosystem Dienstleistungen gefährden… Dieser bisher unerkannte Verlust an Insektenbiomasse muss berücksichtigt werden, wenn Rückgänge in der Artenvielfalt bewertet werden, die auf Insekten als Nahrungsquelle angewiesen sind.“

Also sind saubere Windschutzscheiben absolut kein Grund zur Freude. Es wird angenommen, dass 80 Prozent der Wildpflanzen für ihre Befruchtung auf Insekten angewiesen sind und für 60 Prozent der Vögel bilden sie die Nahrungsgrundlage. Die „Ökosystem Dienstleistungen“ der Insekten erreichen allein in den USA eine Summe von 57 Milliarden Dollar. Es sollte also im allgemeinen Interesse liegen die Insektenvielfalt und -fülle zu bewahren.

Und es sind eben nicht nur die Bienen und Schmetterlinge, die verschwinden. Die Studienautoren beschreiben den Rückgang als „alarmierend“ vor allem deshalb, weil die Probensammlung in Naturschutzgebieten stattfand, die eigentlich ein funktionierendes Ökosystem und die Artenvielfalt bewahren sollen. Und doch waren fast alle (94 Prozent) der Naturschutzgebiete von landwirtschaftlichen Nutzflächen umgeben. Ein Umstand, der uns sicherlich einen Hinweis darauf gibt, warum die Insekten verschwinden.

Intensivierter Ackerbau könnte dafür verantwortlich sein, dass Insekten in alarmierenden Zahlen sterben

Die Untersucher versuchten Gründe für das massive Insektensterben zu finden. Es zeigte sich, dass Landschafts- und Klimaänderungen keine starke Korrelation zur Abnahme der Insektenbiomasse aufwiesen. Daraufhin kamen sie zu der Vermutung, dass andere umfangreiche Faktoren – wie zum Beispiel ein intensivierter Ackerbau – mit dazu beigetragen haben könnten.

„Intensivierter Ackerbau (d.h. Pestizideinsatz, ganzjährige Bodenbearbeitung, vermehrter Einsatz von Düngemitteln), den wir nicht in unserer Analyse berücksichtigen konnten, könnte ein plausibler Grund sein…. Ein Teil der Erklärung könnte daher sein, dass die Naturschutzgebiete durch die Ackerflächen beeinflusst werden , indem sie als Abflüsse oder ökologische Fallen dienen. Die intensivierte Landwirtschaft ist mit einer Abnahme in der Artenvielfalt von Pflanzen, Insekten, Vögeln und anderen Spezies in der heutigen Landschaft assoziiert.“

Die Studie war zwar nicht darauf angelegt herauszufinden, was den Rückgang bei den Insekten hervorruft, aber der zunehmende Einsatz von landwirtschaftlichen Chemikalien zählt sicherlich zu den Hauptverdächtigen.

So reduzierte sich zum Beispiel die Anzahl des Monarch Schmetterlings seit 1996 um 90 Prozent. Seit der Einsatz von Glyphosat stark angestiegen ist, gingen die Seidenpflanzen zurück, die die einzige Pflanze sind, auf der der Schmetterling seine Eier ablegt. 2013 wurde berechnet, dass im Vergleich zum Jahr 1999 nur noch 1 Prozent der gemeinen Seidenpflanze in Mais- und Sojafeldern vorkam. Diese Pflanze wird nämlich dummerweise durch Glyphosat abgetötet (2).

Neonicotinoid Pestizide werden für die Abnahme von Bienen, Schmetterlingen und Raubinsekten verantwortlich gemacht

Neonicotinoide, die bei intensiviertem Ackerbau großflächige Verwendung finden, werden schon seit längerem für den Tod von Bienen verantwortlich gemacht. Betroffen sind vor allem die kommerziell gezüchteten Bienen wie Honigbienen und Hummeln, aber auch Wildvölker könnten negativ beeinflusst werden (3).

Neonicotinoide sind die weltweist meistgebrauchten Insektizide. Sie befinden sich in allen Pflanzenteilen. Man geht davon aus, dass sie ein unakzeptables Risiko für Bienen darstellen. Die EU Kommission beratschlagt deshalb über ein Verbot dieser Stoffe (4).

Forscher der Universität Nevada untersuchten 67 Schmetterlingsarten an vier Orten über 20 Jahre (5). An allen untersuchten Orten waren Abnahmen der Schmetterlingszahlen deutlicher mit dem Einsatz von Neonicotinoiden verbunden als mit irgendwelchen anderen Faktoren.

Auch die Zahl der Raubinsekten ist rückläufig. Und auch diese spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem indem sie der Landwirtschaft Milliarden Dollar pro Jahr sparen, weil sie Ernteschädlinge ausmerzen (6).

Was passiert, wenn Honigbienen und andere Fluginsekten verschwinden?

Es ist extrem wichtig, dass wir Schritte unternehmen, um die Bienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber zu schützen. Immerhin sind sie notwendig, um 80 Prozent der blühenden Pflanzen zu bestäuben. Das heißt umgerechnet, sie sorgen für etwa 1/3 unserer Nahrungsmittel (und wenn Sie viel Obst und Gemüse essen sogar noch mehr).

Zu den Pflanzen, die auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen sind, gehören unter anderem:

  • Äpfel
  • Karotten
  • Limetten, Zitronen
  • Zucchini
  • Gurken
  • Blumenkohl, Brokkoli
  • Zwiebeln
  • Auberginen
  • Mangos
  • Melonen
  • Grünkohl
  • Sellerie, Lauch.

Wollen Sie also nährstoffreiche Gemüse essen, dann sind Sie absolut auf Insekten angewiesen. Und wenn Sie gerne Lachs essen, so verdankt dieser sein Wachstum einer kleinen Fliege, die er frisst, wenn er jung ist. Unser ganzer Planet baut auf Pflanzen und Insekten auf. So einfach ist das. Und deshalb sollten wir langsam mal anfangen uns Gedanken zu machen.

Der Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft muss deutlich reduziert werden

Chemikalien werden großflächig angewendet, aber ihr Einsatz kann vermindert werden – ohne den Ertrag zu schmälern. Laut einer Untersuchung der amerikanischen Umweltbehörde (EPA) bringt der Einsatz von Neonicotinoiden auf Sojafeldern keinen signifikanten finanziellen oder Ertragsvorteil für die Bauern (7).  Es gibt andere Blattinsektizide, die Schädlinge genauso gut bekämpfen wie die Neonicotinoide, mit denen die Samen behandelt werden, und mit weniger Risiken.
Andere Studien kommen zu dem Ergebnis, dass eine Reduzierung der Pestizide sogar dazu führen könnte, dass Ernteausfälle vermieden werden (8). Der Grund dafür ist, dass Neonicotinoide Insekten töten, die ansonsten die Fressfeinde der Pflanzen fressen würden. Wenn es also unter dem Einsatz von Pestiziden zum Befall kommt, so ist dieser häufig deutlich schwerer.
Noch besser, eine Studie zeigt auf, dass eine ökologisch-basierte Landwirtschaft, die Sojabohnen Blattläuse ohne Pestizide behandelt, den Farmern in vier US Staaten fast 240 Millionen Dollar  jährliche Verluste einsparen würde (9). Dummerweise ist es für Bauern aber schwierig, Samen zu kaufen, die nicht mit Neonicotinoiden behandelt wurden.
Soll der Einsatz von Pestiziden abgebaut werden, so ist eine integrierte Schädlingsbekämpfung (Integrative Pest Management = IPM) notwendig. 2015 zeigte eine Studie, dass IPM den Pestizideinsatz verringerte und gleichzeitig die Ernteerträge erhöhte (10). Einige der 24 untersuchten Staaten konnten auf den Einsatz von Pestiziden sogar komplett verzichten.

Aufbau von Grasland und der Konsum von Weidetieren sind essentiell für die Artenvielfalt und den Schutz der Insekten

Jeder weiß, dass die Rodung, die zum Verlust großer Teile des Regenwaldes führt, katastrophale Auswirkungen auf die Umwelt hat. Weniger bekannt ist, dass zum Beispiel die amerikanischen Prärien genauso artenreich und wichtig für das Ökosystem sind wie die Regenwälder – und sie sind genauso bedroht. Seit den frühen 1800-er Jahren, sehen wir einen Verlust von 79 Prozent der Präriefläche – in einigen Gegenden sogar 99,9 Prozent (11). Und wer hat sich auf dieser Fläche angesiedelt? Nun, vorwiegend handelt es sich um große Felder mit gentechnisch verändertem Soja und Mais, die immer auch mit entsprechend vielen Chemikalien behandelt werden (können sie ja schließlich ab). Ein Bericht des US Geographical Survey erklärt, warum das so tragisch ist (12):
„Grasländer gehören zu den biologisch produktivsten Gemeinschaften. Ihre hohe Produktivität beruht auf der hohen Speicherung von Nährstoffen, effizientem biologischen Recycling und einer Struktur, die aus einer Vielzahl von tierischen und pflanzlichen Lebensformen besteht…
Grasländer sind auch sehr wertvoll für Wasserscheiden und stellen Nahrungs- und Lebensgrundlage für viele Haus- und Wildtiere dar. Allerdings übertreffen die jetzigen Erosionen in Nordamerika die Kapazität der Prärieerde den Boden- und Nährstoffverlust auszugleichen, und stellen damit eine Bedrohung für einen Rohstoff dar, der unabdingbar für das Leben künftiger Generationen ist.“

Wahnsinn, dass der Spiegel schon vor 35 Jahren darauf hingewiesen hat, dass die amerikanischen Landwirte massiv dazu beitragen, dass fruchtbares Ackerland verödet (13) – und es ist nur noch schlimmer geworden. Im amerikanischen Mittelwesten werden im Wechsel GE Mais und Soja angebaut und in riesigen Mastbetrieben Fleisch erzeugt – mit katastrophalen Folgen für Mensch und Umwelt.

Diesen Teufelskreis durchbrechen wir nur, wenn der Konsument sich wieder Gedanken über die Herkunft seiner Nahrung macht. Lassen Sie die Massenware im Supermarkt. Schweinefleisch für 3,99 Euro das Kilo ist nicht gesund, genauso wenig wie die chemiebeladenen Gemüse, die Sie zu Schleuderpreisen hinterher geworfen bekommen. Gehen Sie auf den Markt und unterhalten Sie sich dort mit den Bauern. Finden Sie einen, der vielleicht nicht bio-zertifiziert ist, aber trotzdem nach ökologischen Maßstäben anbaut. Und dann unterstützen Sie ihn, damit wir auch weiterhin noch eine ökologische Landwirtschaft haben. Unternehmen wie Monsanto setzen gerade alles daran, uns diese Wahl zu nehmen. Wenn es nach ihnen ginge, würden wir uns unsere Umwelt im Labor heranziehen. Was für ein grausiger Gedanke!

 

 

(1)  More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas   http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0185809

(2) Monarchs in Peril. http://www.centerforfoodsafety.org/files/cfs-monarch-report_2-4-15_design_05341.pdf

(3) Impacts of neonicotinoid use on long-term population changes in wild bees in England.   https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27529661

(4) https://www.topagrar.com/news/Acker-Agrarwetter-Ackernews-Neonicotinoide-EU-Kommission-fuer-vollstaendiges-Verbot-8336514.html

(5) Increasing neonicotinoid use and the declining butterfly fauna of lowland California  http://rsbl.royalsocietypublishing.org/content/12/8/20160475

(6)  http://news.psu.edu/story/440914/2016/12/07/research/common-insecticides-are-riskier-thought-predatory-insect

(7) https://www.epa.gov/sites/production/files/2014-10/documents/benefits_of_neonicotinoid_seed_treatments_to_soybean_production_2.pdf

(8) http://civileats.com/2015/04/29/how-seed-and-pesticide-companies-push-farmers-to-use-bee-killing-insecticides/

(9) Increasing corn for biofuel production reduces
biocontrol services in agricultural landscapes http://www.pnas.org/content/105/51/20552.full.pdf?with-ds=yes

(10) Integrated Pest Management for Sustainable Intensification of Agriculture in Asia and Africa   http://www.mdpi.com/2075-4450/6/1/152

(11) https://undark.org/article/saving-americas-broken-prairie/

(12) U.S. Geological Survey, Status and Trends of the Nation’s Biological Resources, Volume 2    https://www.nwrc.usgs.gov/sandt/Grasslnd.pdf

(13) Akt der Dummheit  http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14347277.html

Eine Grippeimpfung während der Schwangerschaft erhöht das Risiko für eine Fehlgeburt auf das Achtfache

 

Die meisten Schwangeren wissen, dass sie während der Schwangerschaft auf Alkohol, Zigaretten und andere offensichtlich giftige Substanzen verzichten sollten, um das in ihnen wachsende Kind nicht zu gefährden. Aber wie sieht es eigentlich mit der Grippeimpfung aus?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt allen gesunden Schwangeren die Grippeimpfung ab dem vierten Schwangerschaftsmonat (1).

„Schwangere mit chronischen Grunderkrankungen wie Asthma, Diabetes oder Bluthochdruck sollten sich bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel gegen Grippe impfen lassen.
Die Grippeimpfung für Schwangere bietet nachweislich einen wirksamen Schutz für Mutter und Kind.“

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