Wie Östrogene Sie dick machen – und was Sie dagegen tun können

Östrogene in PappbechernEs ist eine traurige Tatsache, dass in der heutigen Zeit hormonelle Störungen schon fast ein Normalzustand sind. Dafür gibt es zwei Gründe:

  • Unsere Umwelt enthält inzwischen eine große Anzahl Toxine – vor allem auch in der Form von Xenoöstrogenen.
  • Unser Körper kann mit den Östrogenen, die er selbst herstellt, nicht mehr richtig umgehen.

Egal welcher dieser Gründe vorliegt, der Effekt ist immer derselbe – es kommt zur sogenannten Östrogen Dominanz. Jetzt werden Sie als erstes denken: Tja, da haben die Männer dann aber mal Pech gehabt. Das ist richtig und falsch, denn Frauen können durch Östrogen Dominanz durchaus auch Probleme bekommen.

Sie möchten gerne ein paar Kilo abnehmen? Sie möchten mehr Muskeln haben? Krebserkrankungen ein Schnäppchen schlagen? Schwanger werden? Ihre Depression loswerden? Nun, dabei kann Ihnen eine Östrogen Dominanz ganz schön in die Quere kommen.

Um es gleich vorweg zu sagen – egal ob Mann oder Frau, wir alle brauchen Östrogen, damit unser Körper richtig funktioniert. Aber – wie bei so vielen Dingen – die Menge macht das Gift. Und auch beim Östrogen gibt es gutes und nicht so gutes.

Zunächst einmal, es gibt zwei Formen von Östrogen – endogenes und Xenoöstrogene.

Endogene Östrogene

Dies sind die Östrogene, die unser Körper selbst herstellt. Wenn in der Produktion oder Elimination dieser Östrogene Schwierigkeiten auftreten, dann haben Sie ein Problem. Es gibt verschiedene Mechanismen wie es dazu kommen kann:

Überproduktion von Östrogen

Hierzu kommt es, wenn zuviel Testosteron in Östrogen umgewandelt wird. Die Gründe sind:

  1. Ein Nährstoffmangel – vor allem Zink, Magnesium, Selen und Vitamin D3 führt zu einer verstärkten Aromatase Aktivität oder verhindern das Abschalten des Enzyms. Die Aromatase ist das Enzym, das für die Umwandlung von Testosteron in Östrogen notwendig ist.
  2. Ist der Körperfettanteil zu hoch steigt die Menge der Aromatase an, da dieses Enzym vom Fettgewebe hergestellt wird.
Störungen in der Eliminierung des Östrogens

In diesem Fall kann die Leber das zirkulierende Östrogen nicht richtig entgiften. Die Hormone des Körpers haben eine bestimmte Lebensdauer. Haben sie ihren Zweck erfüllt, werden sie recycelt oder ausgeschieden. Zustände, die die Leber daran hindern, ihren Job zu tun und das überschüssige Östrogen aus dem Körper zu entfernen, sind zum Beispiel:

  1. Mangel an Leber Cofaktoren für die Phase 2 Elimination. In dieser Phase werden Fremdstoffe oder Stoffwechselprodukte mit endogenen, wasserlöslichen Stoffen verbunden. Zum einen können toxische Stoffe dadurch entgiftet werden, zum anderen gelingt nur so die Ausscheidung aus dem Körper. Beim Menschen und anderen Wirbeltieren erfolgt die Ausscheidung dann über die Nieren, den Schweiß oder die Atmung.
  2. Magen-Darm Erkrankungen.
  3. Ballaststoffarme Ernährung. Mindestens 25 g pro Tag sollten es sein. Die Ballaststoffe helfen dabei, das überschüssige Östrogen aus dem Körper zu entfernen.
Methylierungsstörungen

Die Methylierung ist ein Stoffwechselprozess mit vielen Funktionen, zum Beispiel sorgt sie dafür, dass Gene an- oder abgeschaltet werden. Auch für die Elimination von Giftstoffen ist sie sehr wichtig. Sie ist allerdings relativ störanfällig. Nährstoffmangel, aber auch eine genetische Veranlagung können die Methylierungsfähigkeit negativ beeinflussen und damit zu einem Anstieg des zirkulierenden Östrogens führen.

Verstärkte Aktivität der Aromatase

Die Aromatase ist das Enzym, das die Umwandlung von Testosteron zu Estradiol und von Androstendion zu Estron (Aromatisierung) katalysiert. Dies ist der letzte Reaktionsschritt in der Biosynthese der Östrogene.

Regelmäßiger Alkoholkonsum – vor allem von Bier – kann die Aromatisierung ankurbeln und die Testosteronproduktion herunterfahren. Außerdem ist dann die Leber mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt und hat für die Entgiftung der Östrogene nur noch eingeschränkte Kapazitäten.

 

Xenoöstrogene – Die „anderen“ Östrogene

Der Begriff Xenoöstrogene ist eine Sammelbezeichnung für hormonell aktive Substanzen in der Umwelt. Xenoöstrogene (auch als endokrine Modulatoren oder „Umwelthormone“ bezeichnet) sind Chemikalien synthetischer oder natürlicher Herkunft (zum Beispiel auch Östrogene aus Pflanzen, die sogenannten Phytoöstrogene), die entweder wie körpereigene Hormone wirken (agonistisch) oder deren Wirkung abschwächen können (antagonistisch).

Diese östrogenartigen Substanzen sind in unserer Umwelt sehr häufig anzutreffen. Sie binden an die Östrogenrezeptoren der Zelle und verstärken so die Wirkung der körpereigenen Östrogene. Sie werden mit einer ganzen Reihe gesundheitlicher Probleme in Zusammenhang gebracht. Hierzu zählen unter anderem (1)

  • Krebserkrankungen
  • Adipositas
  • Diabetes
  • Metabolisches Syndrom
  • Unfruchtbarkeit.

Und das Schlimme daran ist, dass Sie sie nicht vermeiden können. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass Xenoöstrogene die Hauptursache für eine Östrogen Dominanz darstellen.

Wie Sie sehen, spielen Nährstoffmangelzustände häufig eine Rolle. Dies ist auch der Grund dafür, warum eine Funktionsstörung im Östrogenstoffwechsel zuallererst mit einer adäquaten Nahrungsumstellung behandelt werden muss.

Man geht also von zwei Seiten an das Problem heran:

  1. Unterstützung des normalen Östrogenstoffwechsels und der Elimination durch Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel
  2. Vermeidung der Aufnahme von Xenoöstrogenen, die die Funktion von Östrogenen im Körper nachahmen können.

 

Wo sich Xenoöstrogene im Haushalt verstecken

Als erstes sollten Sie sich die Chemikalien in Ihrem Zuhause ansehen. Zugegeben, einige östrogenartige Substanzen werden Sie nicht vermeiden können, aber wenn Sie viele der giftigen Produkte gegen weniger giftige – oder vielleicht sogar ungiftige – austauschen, haben Sie schon eine Menge erreicht. Die Environmental Working Group (EWG) betreibt eine Datenbank mit Inhaltsstoffen, in der Sie Pflege- und Reinigungsmittel nachschlagen können. Leider listen sie nur Produkte, die in Amerika verkauft werden. Für den deutschen Raum, können Sie jedoch die Codecheck Datenbank verwenden, auch wenn ich die nicht ganz so gut finde.

Wenn Sie dort die Produkte eingeben, die Sie zuhause verwenden, werden Sie sich wundern, in wie vielen von ihnen Xenoöstrogene vorhanden sind. Hier nur eine Auswahl der Hauptverdächtigen:

Körpepflege
  • Make up
  • Zahnpasta
  • Körperlotion
  • Sonnencreme
  • Shampoo
  • Seife
  • Parfum
  • Haarpflegemittel
  • Nagellack(-entferner)
Reinigungsmittel
  • Waschmittel
  • Glasreiniger
  • Geschirrspülmittel
  • Allzweckreiniger
  • Lösungsmittel
  • Herdreiniger
  • Fleckentferner
Haushaltsgegenstände
  • Duftkerzen
  • Raumspray
  • Farbe
  • Plastikbehälter
Dinge, die Sie so nicht verdächtigen würden
  • Kassenbons enthalten häufig BPA. Wenn nicht unbedingt nötig, sollten Sie sie nicht in die Hand nehmen.
  • Recycling Papier und Plastiktüten enthalten ebenfalls BPA. Das ist auch ein Grund, warum Sie es unbedingt vermeiden sollten, Ihr Essen in Plastik verpacken zu lassen.
  • Gerüche können viele Partikel enthalten. Parfum zum Beispiel enthält normalerweise eine große Dosis Xenoöstrogene (in Form von Phthalaten), aber auch der neue Wagen, der diesen „neuen“ Geruch hat, ist nicht viel besser. Sie sollten soweit möglich, neue Sachen immer gut auslüften, bevor Sie sie ins Haus bringen (der Wagen bleibt natürlich draußen).

Welche Lebensmittel sind besonders belastet?

Sie können auch viele Giftstoffe vermeiden, wenn Sie die richtigen Nahrungsmittel einkaufen. Dadurch vermindern Sie nicht nur die Belastung durch Toxine, sondern die „richtigen“ Nahrungsmittel haben den Vorteil, dass sie auch gleich bei der Entgiftung mithelfen.

Vermeiden sollten Sie folgende Lebensmittel:

  • Konserven aus Dosen (die Innenschicht der Dosen beinhaltet BPA)
  • konventionell erzeugtes Gemüse (Pestizide und Insektizide)
  • Fette von Tieren aus Massentierhaltung
  • Fleisch aus Massentierhaltung (belastetes Futter)
  • konventionelle Milchprodukte (aber auch Bio-Produkte sollten schnellstmöglich aus Plastikverpackungen entfernt werden)
  • Getränke aus Plastikflaschen
  • Soja (enthält große Mengen Phytoöstrogene)

Aus hormoneller Sicht sind fetthaltige Lebensmittel von Tieren aus Massentierhaltung am schlimmsten, denn im Fettgewebe werden Toxine (und somit auch Xenoöstrogene) gespeichert. Dies geschieht nicht nur in unserem Körper, damit eine Überlastung mit Toxinen vermieden wird, sondern eben auch bei Tieren. Und das bedeutet, dass Tiere, die giftbeladenes Futter bekommen (oder aber auch phytoöstrogenhaltiges Futter wie Soja), diese Stoffe im Fettgewebe anreichern.

Essen Sie Produkte, die aus diesen Tieren hergestellt wurden (auch Milchprodukte), so setzen Sie sich den gleichen Substanzen aus, denen auch die Tiere ausgesetzt waren. Das ist halt der Nachteil, wenn man am oberen Ende der Nahrungskette sitzt.

Auf der anderen Seite werden besonders fetthaltige Nahrungsmittel, die in Plastik verpackt sind, die im Plastik vorhandenen Xenoöstrogene aufnehmen. Das klingt auch nicht besonders lecker.

Und noch ein paar grundlegende Vorsichtsmaßnahmen

Eigentlich versteht es sich nach diesen Ausführungen ja von selbst, aber trotzdem: Essen Sie nicht aus Plastikbehältern, denn diese geben Schadstoffe an das Essen ab. Besonders unangenehm wird es, wenn Sie diese Behälter auch noch erhitzen (und das gilt auch für die BPA freien Varianten, denn diese sind keinen Deut besser als BPA Plastik). Benutzen Sie stattdessen Behälter aus Glas oder Edelstahl.

Auch Küchenutensilien aus Aluminium – obwohl sehr beliebt – sind gesundheitlich sehr bedenklich. Sie enthalten zwar keine östrogenartigen Substanzen, aber führen häufig zu Fettablagerungen (der Körper muss mit dem toxischen Aluminium ja irgendwo hin) und damit zu einer Zunahme der Aromatisierung.

Grundlagen einer Ernährung, die keine östrogenen Effekte hat

Die Hauptstrategie einer Ernährung, die den Östrogenhaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen soll, besteht darin, eine kohlenhydratarme Diät mit einem höheren Fett- und mäßigem Proteinanteil zu essen. Durch diese Ernährungsweise unterstützen Sie die Gewichtsabnahme (eigentlich Fettabnahme – denn das wollen Sie ja los werden) und verändern Ihre Körperzusammensetzung positiv – im Sinne von mehr Muskel, weniger Fett).

Indem der Insulinspiegel niedrig gehalten wird, kann das freie Östrogen im Blut vermindert werden. Die Leber braucht für die Phase II Entgiftung viele Aminosäuren, die durch die aufgenommenen Proteine zur Verfügung gestellt werden.

Diese Ernährung hat also zwei Angriffspunkte. Sie hilft bei der Entgiftung und sorgt außerdem dafür, dass nicht mehr so viel neues Östrogen produziert wird, indem die Aromatisierung ebenso wie die Aromatase bildenden Fettzellen vermindert werden.

Go Green

Eine Menge Nahrungsmittel können Sie bei Ihren Bemühungen unterstützen. Ganz oben stehen natürlich – eigentlich wie immer – grüne Blattgemüse. Darauf, dass es sich nach Möglichkeit um Bio-Gemüse handeln sollte, hatte ich schon hingewiesen.

Eine zweite wichtige Kategorie sind die Kreuzblütler – also Kohl, Grünkohl, Blumenkohl, Brokkoli etc.. Diese Gemüse enthalten viel Indol-3-Carbinol, das nicht nur für die Entgiftung und die Balance des Hormonhaushalts sorgt, sondern auch antikanzerogene (krebshemmende) Eigenschaften hat, und zwar speziell bei Brustkrebs (2).

Das Indol-3-Carbinol wird in Diindolylmethan (DIM) umgewandelt. Wenn Östrogene im Körper abgebaut werden, entstehen sowohl nützliche als auch schädliche Stoffwechselzwischenprodukte (Metabolite). DIM begünstigt die Bildung von nützlichen Östrogen-Metaboliten, die vorteilhafte antioxidative Eigenschaften aufweisen. Zugleich reduziert DIM potentiell schädliche Östrogen-Metabolite, welche als Risikofaktoren für Übergewicht, Brustkrebs und Gebärmutterkrebs gelten.

 

Bringen Sie mehr Abwechslung auf den Teller

Je mehr unterschiedliche Nahrungsgruppen Sie essen, desto besser, denn jede bringt ihre ganz eigenen Vorteile mit sich.

So sind Nüsse und Samen zum Beispiel ein wichtiger Teil Ihrer Ernährung für balancierte Östrogenspiegel. Sie enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe sowie einzigartige Pflanzenwirkstoffe, die unter anderem auf die Phase I und II der Leberentgiftung wirken. Zu diesen Nährstoffen gehören Selen, Zink, Magnesium, Folsäure und Vitamin B6.

Auch Gewürze wie Kurkumin und schwarzer Pfeffer unterstützen einen gesunden Östrogenhaushalt.

Lebensmittel mit einem hohen Anteil an tierischen Omega-3 Fettsäuren, also besonders fetthaltige Fische (Lachs, Makrele, Hering), aber auch Fleisch und Milchprodukte von Weidetieren, sind ebenfalls hilfreich. Es konnte gezeigt werden, dass EPA und DHA eine positive Wirkung auf den Östrogenstoffwechsel haben, indem sie zur Bildung des unschädlichen 2-Hydroxyöstrons führen.

Und noch eine Sache zum Schluss: Achten Sie darauf, dass Sie jeden Tag mindestens 25 g (Frauen) bis 35 g (Männer) Ballaststoffe essen. Diese halten nicht nur den Darm gesund, sondern binden auch überschüssiges Östrogen und helfen bei der Ausscheidung.

 

 

 

(1) Endocrine-Disrupting Chemicals: Associated Disorders and Mechanisms of Action https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3443608/

(2) Two likely targets for the anti-cancer effect of indole derivatives from cruciferous vegetables: PI3K/Akt/mTOR signalling pathway and the aryl hydrocarbon receptor.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28596013

Wie europäische Behörden das Krebsrisiko durch Glyphosat herunterspielen

Krebsrisiko durch GlyphosatIch gebe zu, wenn Monsanto behauptet, dass ein Krebsrisiko durch Glyphosat nicht besteht, dann kann ich das ja noch verstehen. Diese Menschen machen immerhin durch ihre Skrupellosigkeit massive Gewinne. Man muss sich allerdings schon fragen, welche Vorteile Mitarbeiter von EU-Behörden davon haben, dieses Spielchen mitzumachen.

In den USA gibt es als Belohnung für diese Mitarbeit von Monsanto sehr lukrative Posten. Bisher bin ich – wie blauäugig auch immer – davon ausgegangen, dass das bei uns (noch) nicht der Fall ist – oder jedenfalls nicht so offensichtlich. Es bleibt die Frage, was treibt einen Menschen dazu, dabei mitzuwirken, dass Monsanto durch sein Ackergift die Umwelt, Menschen und Tiere weiterhin vergiften darf? Und wie kommt er auf die abstruse Idee, dass sein Tun für ihn selber keine Auswirkungen hat. Es bleibt dabei, Geld kann man nicht essen.

In Global 2000 (Friends of the Earth, Austria) wurde gerade eine Studie des Toxikologen Dr. Peter Clausing veröffentlicht (1), die aufzeigt, wie EU Behörden ihre eigenen Gesetze mit Füßen treten und Beweise für eine karzinogene (krebserregende) Wirkung von Glyphosat einfach missachten, um weiterhin behaupten zu können, dass diese Substanz keine Karzinogen ist.

Dr. Clausing hat als Abteilungsleiter der Toxikologie in der pharmazeutischen Industrie gearbeitet und ist jetzt Vorstandsmitglied des Pesticide Action-Networks Deutschland. In der ZDF Sendung WISO wurde er Anfang Juli zum Thema Glyphosat interviewt.

 

Wie EU Behörden Risiken durch Glyphosat herunterspielen

Die EU Behörden kamen zu dem Ergebnis, dass Glyphosat nicht krebserregend ist, indem sie Tierexperimente, die die Karzinogenität von Glyphosat bestätigten, einfach nicht zur Kenntnis nahmen oder die Ergebnisse herunterspielten. Sie haben dabei laut Dr. Clausing ihre eigenen Richtlinien verletzt.

Der Report zeigt auf, dass nach EU Standards eigentlich kein Weg darum herum geführt hätte, Glyphosat als Karzinogen einzustufen. Das würde dann ganz automatisch bedeuten, dass Glyphosat in der EU verboten werden müsste. Und damit Zulassungverlängerung ade.

Zu den Ergebnissen seiner Untersuchung befragt, erklärte Dr. Clausing:

„Was mich am meisten überrascht hat, war wie offensichtlich und weitreichend die Behörden ihre eigenen Leitlinien verletzt haben. Das herauszufinden, hat mich sehr wütend gemacht. Die Behörden sollten für ihr Versagen verantwortlich gemacht werden. Die Beweise dafür, dass Glyphosat eine krebserregende Substanz ist, sind so überwältigend, dass es einfach verboten werden müsste.“

Welche Behörden sind involviert?

In der Schusslinie stehen das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die Europäische Chemikalienagentur (ECHA).

Die Einschätzung dieser drei Behörden, dass Glyphosat nicht karzinogen ist, steht in klarem Widerspruch zu derjenigen der Weltgesundheits-organisaton (WHO). Die ihr zugeordnete International Agency for Research on Cancer (IARC) klassifizierte Glyphosat 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“. Diese Einstufung basierte auf Ergebnissen von Tierstudien und Hinweisen aus Studien am Menschen. Die IARC ist dafür bekannt, dass sie absolut unabhängig arbeitet und ihre Forschungsarbeit von hoher Qualität ist.

Es zeigt sich, dass die drei oben genannten Behörden, das von sich wohl nicht behaupten können.

Welche Fehler unterliefen BfR, EFSA und ECHA?

Die Untersuchung zeigt, dass relevante Leitlinien der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und der ECHA selbst nicht angewendet wurden. Die OECD erlässt die Standards für chemische Tests. Es finden sich Hinweise darauf, dass die Behörden Fakten und Daten manipuliert haben, um das Krebsrisiko durch Glyphosat zu verschleiern.

Dr. Clausing ist beunruhigt, dass das Vorgehen der Behörden ein großes Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellen könnte.

„Die Inzidenz von Krebserkrankungen hat sich in den letzten Jahrzehnten je nach Tumorart verzwei- bis verdreifacht. Ich mache mir Sorgen darüber, dass der explosionsartige Anstieg des Gebrauchs von Glyphosat dazu beigetragen hat und dies auch weiterhin tun wird, wenn wir nichts dagegen unternehmen. Wir brauchen mehr Transparenz im Zulassungsverfahren. Aber mehr Transparenz ohne nachfolgende Konsequenzen, wenn sich Risiken abzeichnen, ist absolut nutzlos .“

Am 19. und 20. Juli soll auf einer Sitzung des Standing Committee on Plants, Animals, Food and Feed (ScoPAFF) die Neuzulassung von Glyphosat diskutiert werden (Punkt 21 der Agenda – doch so wichtig). Mit seinem Bericht hat Dr. Clausing jetzt die Vertreter der EU Mitgliedsstaaten dazu aufgefordert, sich zu diesem Thema noch einmal Gedanken zu machen.

 

„Wenn die Vertreter diesen Bericht vor der Diskussion lesen und die wissenschaftlichen Beweise zugrunde legen, dann bleibt ihnen gar nichts anderes übrig als die Neuzulassung von Glyphosat abzulehnen.“

Wie Tatsachen über Glyphosat verdreht werden

Wenn man sich in dem Bericht durchliest, wie Betonungen und Auslassungen verwendet wurden, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen, dann kann es einen eigentlich nur noch grausen. Und es macht wirklich wahnsinnig wütend!

Laut EU Pestizidverordnung ist eine Substanz als karzinogen einzustufen, wenn zwei unabhängig voneinander durchgeführte Tierversuchsstudien eine höhere Tumorrate bei Tieren der Verumgruppe (also der Gruppe, die die Substanz erhalten) aufweisen. Im Fall von Glyphosat kamen sieben von zwölf Versuchsreihen zu diesem Ergebnis.

Am Anfang hat das BfR Daten für das Tumorwachstum einfach nicht erkannt, weil nicht die von OECD und ECHA festgelegten statistischen Tests angewendet wurden. Das BfR verließ sich stattdessen auf statistische Testergebnisse, die es von der Industrie erhielt (wahrscheinlich weil die viel unparteiischer sind als die anderen Organisationen). Diese statistischen Verfahren lieferten nur in einer Studie und nur für einen Tumortyp einen Hinweis darauf, dass Glyphosat einen signifikanten karzinogenen Effekt hat.

Aufgrund der IARC Monographie über Glyphosat, die 2015 veröffentlicht wurde, bewertete das BfR dann seine Einschätzung neu und kam zu dem Schluss, dass tatsächlich – wie oben erwähnt – sieben von zwölf Studien einen Zusammenhang aufzeigten.

Und trotzdem haben weder die BfR noch die EFSA und ECHA, die sich auf die grundlegende Arbeit der BfR stützten, weitere acht signifikante Tumoreffekte bemerkt (2), die vor kurzem von Professor Christopher Portier identifiziert wurden, dem ehemaligen Direktor des National Institute of Environmental Health Sciences (NIEHS) in den USA.

BfR, EFSA und ECHA benutzten nur eine Auswahl von Studien für ihre Einschätzung von Glyphosat. Sie übernahmen zwei Studien zu 100 %, die keinen Hinweis darauf fanden, dass Glyphosat ein malignes Lymphom verursachen kann. Diese Studien weisen so offensichtliche Mängel auf, dass sie eigentlich hätten ausgeschlossen werden müssen.

Aber da minus und plus ja auch irgendwie null ergibt, spielten sie im Gegenzug eine Studie herunter, die aufzeigte, dass Glyphosat ein malignes Lymphom verursacht, indem sie diese Erkrankung auf eine angebliche virale Infektion der Tiere schoben. Für diese virale Infektion gibt es laut ECHA nicht den geringsten Beweis. Der einzige, der jemals von dieser Infektion gesprochen hat, ist Jess Rowland, ein früherer EPA Mitarbeiter, der diese Behauptung in einer Telefonkonferenz mit EFSA Mitarbeitern aufstellte.

Eine Untersuchung bestätigte, dass die EFSA nur Rowlands Bemerkung als Beweis für die Infektion angeben konnte. Nun ist Jess Rowland aber ein ganz besonderer Fall. Monsantos interne Emails, die in einem amerikanischen Gerichtsverfahren offengelegt werden mussten, geben Hinweise darauf, dass Rowland ein fleißiger Helfer des Chemiekonzerns war, der damit angab, dass er „eine Medaille bekommen sollte“, wenn er es schafft, dass die EPA ihre Untersuchung in Bezug auf die gesundheiltichen Effekte von Glyphosat einstellt.

BfR, EFSA und ECHA spielten verschiedene statistische Tests gegeneinander aus und behaupteten, dass Glyphosat nicht karzinogen wirke, weil ein Signifikanzniveau nur in einem statistischen Test erreicht wurde und nicht in beiden. Dies ist eine klare Verletzung der OECD Richtlinien, denn diese besagen, dass ein Signifikanzniveau in einem Test ausreicht, die Vorstellung von einem zufällig auftretenden Krebsereignis von der Hand zu weisen.

Außerdem verstießen die Behörden gegen Einschränkungen für den Gebrauch historischer Kontrolldaten (also der Daten von unbehandelten Kontrolltieren in vorhergehenden Studien), die die OECD vorgibt, um den karzinogenen Effekt von Glyphosat zu minimieren.

Und letztlich haben sie es auch vermieden, Dosis-Wirkungs-Kurven zu veröffentlichen, die den Beweis dafür erbrachten, dass das Tumorwachstum durch Glyphosat verursacht wurde und nicht etwa ein Zufallsbefund war.

Brauchen wir eigentlich noch mehr Beweise dafür, dass die mit unserer Sicherheit beauftragten Behörden versucht haben, eine krebserregende Substanz als völlig harmlos hinzustellen?

 

(1) Glyphosate and cancer: Authorities systematically breach regulations. http://www.gmwatch.org/files/GLO_02_Glyphosat_EN.pdf
(2) Review of the Carcinogenicity of Glyphosate by EChA, EFSA and
BfR.  https://www.nrdc.org/sites/default/files/open-letter-from-dr-christopher-portier.pdf

Fluorid – unverzichtbare Kariesprophylaxe oder Gift?

Fluorid ZahnpastaWir alle wissen, dass Fluorid unverzichtbar für gesunde Zähne ist. Gehen Sie nur zu irgendeinem Zahnarzt und fast jeder wird Ihnen erzählen, dass Sie unbedingt zweimal täglich Ihre Zähne mit einer fluoridierten Zahncreme putzen sollten. Nur dadurch wird sichergestellt, dass Ihre Zähne gesund bleiben.

Merkwürdig ist nur, dass die amerikanische FDA vor 20 Jahren gefordert hat, dass Zahnpasta einen Warnhinweis enthalten muss, wenn sie Fluorid enthält (1). Dieser Warnhinweis rät dazu, einen Arzt oder die Giftnotrufzentrale zu kontaktieren, wenn Zahnpasta verschluckt wird. Auf deutschen Zahnpastatuben sucht man diesen Hinweis übrigens vergeblich.

Aufgrund ihrer durchschlagenden Giftigkeit wurden Fluoride lange Zeit als Rattengift und als Bestandteil von Pestiziden eingesetzt. Und genau diese Form der Fluorverbindungen werden eingesetzt, wenn Substanzen mit Fluor versetzt werden.

Auch hörte man aufgrund dieser Toxizität immer wieder von Vergiftungsunfällen (vereinzelt sogar mit Todesfolge), die auf die versehentliche Überdosierung von Fluoriden mit beispielsweise Fluorid-Zahngels oder fluoridiertem Wasser zurückzuführen waren. In diesem Zusammenhang schadet es auch nicht, sich das Leid der vielen Millionen Chinesen und Inder in Erinnerung zu rufen, die an Knochenleiden erkrankt sind, weil sie regelmässig fluoridreiches Wasser (ca. 1 – 4 mg Fluorid pro Liter) zu sich genommen hatten.

In Deutschland kommen wir mit Fluorid vor allem in Form von fluoridierten Zahnpflegeprodukten oder fluoridiertem Speisesalz in Kontakt (und überlegen Sie mal kurz, wie viel Salz in Fertiggerichten steckt!). Die Wasserfluoridierung ist hierzulande zum Glück verboten (ganz anders in den USA). In der ehemaligen DDR  wie auch in Teilen der Schweiz wurde das Wasser fluoridiert. Da Spätfolgen auch nach 30 Jahren auftreten können, haben wir immer noch ein großes Kollektiv an Menschen, die betroffen sein können.

Fluorid reichert sich im Körper an, und so machen sich inzwischen viele Wissenschaftler  Gedanken darüber, welche Auswirkungen diese Tatsache auf unsere Gesundheit hat.

Fluoride stecken nicht nur in der Zahnpasta

Das extrem giftige Element Fluor kommt in der Natur nicht elementar, sondern praktisch immer nur gebunden vor, und zwar in Form verschiedenster Fluorverbindungen, die meisten davon als (anorganische) Fluoride (Salze der Fluorwasserstoffsäure). Einige Fluorverbindungen, zum Beispiel Natriumfluorid, Kaliumfluorid, Aluminiumfluorid oder Aminfluorid, begegnen uns täglich. Man kommt heute so gut wie gar nicht mehr um Fluoride herum:

Fluoride stecken nicht nur in den meisten Zahncremes, sondern inzwischen auch in den meisten Speisesalzen. Als natürlicher Bestandteil sind sie in vielen Lebensmitteln sowie in schwarzem und grünem Tee, im Mineralwasser und im Leitungswasser enthalten. Aber auch in Nahrungsergänzungsmitteln, Psychopharmaka, Beruhigungsmitteln und Antibiotika (z. B. Ciprofloxazin) sowie in manchen Cortison-Abkömmlingen findet sich Fluor (an Kohlenstoff gebunden). Nicht zu vergessen die Fluoridtabletten für Kinder oder Fluoridzahnversiegelungen beim Zahnarzt!

Das Problem ist also offensichtlich: Wir haben die „Dosierung“ überhaupt nicht im Griff!

Wissenschaftler warnen vor fluoridiertem Trinkwasser

Schon vor 16 Jahren haben Wissenschaftler der EPA darauf hingewiesen, dass die Fluoridierung des Trinkwassers ein unangemessenes Risiko darstellt.

Als sichere tägliche Höchstmenge gilt für Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene 7 mg Fluorid pro Tag. Dieser Wert ist ebenso für Schwangere und Stillende gültig und gilt für Fluorid aus allen Quellen (Trinkwasser, Getränke, Lebensmittel inkl. fluoridiertem Salz, Zahnpflegemittel sowie Supplemente).

Für Kinder gelten aufgrund des geringeren Körpergewichtes andere Höchstmengen. Die sichere tägliche Höchstmenge wurde für 1- bis 3-Jährige auf 1,5 mg, für 4- bis 8-Jährige auf 2,5 mg und für 9- bis 14-Jährige auf 5 mg Fluorid pro Tag festgesetzt

Welche Auswirkungen hat nun eine erhöhte Fluoridaufnahme?

Fluorid wird mit Wahrnehmungsstörungen und einem verminerten IQ in Zusammenhang gebracht

Über 300 Studien belegen, dass Fluorid ein Neurotoxin (Nervengift) ist. Weitere Studien zeigen auf, dass eine moderate Fluoridaufnahme zu einem geringeren IQ führt (2, 3).

In anderen Studien finden sich Hinweise auf Störungen der Hirnentwicklung in der Fetalperiode. Viele Tierversuche, die aufzeigen, dass die Fluoridexposition zu Hirnschäden, kognitiven und Gedächtnisstörungen führt, weisen ebenfalls darauf hin.

Fluorid schädigt die Schilddrüse

Es liegen mehr als genug Hinweise vor, dass eine übermäßige Fluoridaufnahme zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen kann. Tatsächlich wurde noch bis in die 60-ger Jahre die Schilddrüsenüberfunktion mit Fluortyrosin behandelt (4). Das Fluorid führt dazu, dass die Aktivität der Schilddrüse gebremst und die Konzentrationen der Schilddrüsenhormone T3 und T4 vermindert werden. Und man braucht für diesen Effekt noch nicht einmal große Dosen – 2 – 5 mg Fluorid pro Tag reichen schon aus (und erst recht die Höchstdosis von 7 mg, die als sicher angesehen wird).

Einige Menschen haben dann die klassischen Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion: Konzentrationsschwierigkeiten, Muskel- und Gelenkschmerzen, Depression und Gewichtszunahme. Und wenn sie richtig Pech haben, bekommen sie dann ein Label wie Fibromyalgie aufgeklebt und werden als Psycho abgetan.

Diabetiker sind durch Fluorid besonders gefährdet

Wie gesagt, wird in Deutschland das Wasser nicht fluoridiert. In Amerika werden allerdings Diabetiker als „empfindliche Subpopulation“ betrachtet, was den vermehrten Konsum von Fluorid angeht. Es wurde nachgewiesen, dass Fluorid den Blutzuckerspiegel anhebt, die Produktion von Insulin verhindert und die Glucosetoleranz verschlechtert (5).

Die Entwicklung einer Insulinresistenz, die dem Typ-2-Diabetes vorangeht, konnte offenbar bei Menschen beobachtet werden, die gerade einmal Fluoridmengen in Höhe von nur 0,07 bis 0,4 mg pro Kilogramm und Tag zu sich genommen haben.

Wer also reichlich fluoridiertes Salz verwendet und evtl. noch ein fluoridreiches Mineralwasser trinkt, kann diese Dosis gut erreichen.

Das Problem wird dadurch verschlimmert, dass Diabetiker eine verminderte Fluoridausscheidung haben.

Fluorid erhöht das Risiko für Herzerkrankungen

Da die Aorta mehr Fluorid speichert als jedes andere Gewebe im Körper, ist das Herz von hohen Fluoridspiegeln besonders betroffen. Fluorid kann oxidativen Stress und Entzündungsreaktionen hervorrufen und damit zu Arterienverkalkung und Schäden am Herzmuskel führen.

Forscher haben eine Verbindung zwischen erhöhten Fluoridspiegeln im Grundwasser und dem Auftreten von Bluthochdruck gefunden. Dieser erhöht wiederum das Risiko für einen Herzinfarkt (6). Und sogar eine geringgradige Fluoridtoxizität kann zu einer verminderten Elastizität der Aorta führen.

Fluoride schwächen die Knochen

Ganz im Gegensatz zu der Annahme, dass Fluorid „die Knochen stärkt“, haben Versuche mit hohen Dosen Fluorid der Osteoporose entgegen zu wirken dazu geführt, dass vermehrt Knochenbrüche auftraten.

Das Fluoride Action Network berichtet, dass inzwischen Studien am Menschen vorliegen, die aufzeigen, dass es bei einer Fluoridbelastung des Trinkwassers von 4 mg/l zu einer höheren Frakturrate kommt (7). In Tiermodellen war dieser Effekt schon lange bekannt.

Fluoride schädigen die DNA und tragen zur Entstehung von Krebserkrankungen bei

Das National Toxicology Program stuft Fluorid als mutagene Substanz ein – dies bedeutet, dass sie genetische Schäden hervorruft, die zur Entstehung von Krebs beitragen können (8). Eine bahnbrechende Studie der Harvard University zeigte auf, dass Jungen, die in ihrer Kindheit fluoridiertes Wasser tranken, im Jugendalter ein höheres Risiko aufwiesen, ein Osteosarkom (Knochenkrebs) zu entwickeln (9).

Wissenschaftler erklären diesen Zusammenhang damit, dass Fluorid die Proliferation von knochenbildenden Zellen stimuliert und damit das Risiko erhöht, dass diese sich zu Tumorzellen entwickeln.

Auch zwischen Fluoridexposition und Blasen- und Lungenkrebs finden sich Verbindungen.

Hoher Fluoridkonsum führt zur Skelettfluorose

Man weiß seit langem, dass eine langanhaltende, überhöhte Aufnahme von Fluorid zur Skelettfluorose führt (so auch in China und Indien). Sie geht mit einer Erhöhung des Knochenfluoridgehaltes und Anstieg der Knochendichte einher. Im fortgeschrittenen Stadium mit Osteosklerosen (Verdichtung des Knochengewebes mit erhöhter Brüchigkeit infolge verminderter Elastizität), Exostosen (auf der Knochenoberfläche aufsitzende Knochenneubildungen), Muskelschwund und neurologischen Störungen.

Dabei muss man nicht so weit gehen wie eine Engländerin, die täglich einen Tee aus 100 – 150 Teebeuteln zubereitete (10), sondern laut Fluoride Action Network sind Dosierungen von 6 mg pro Tag ausreichend, leichte Formen dieser Erkrankung hervorzurufen. Diese werden aber häufig nicht als Fluorose diagnostiziert, da die Symptome – Schmerzen und Gelenksteife – Knochenerkrankungen wie zum Beispiel einer Gelenkentzündung (Arthritis) sehr ähneln.

 

Fluorid verursacht Magen-Darm Beschwerden

Jährlich gibt es hunderte Anfragen bei den Giftnotrufzentralen, die auf das Verschlucken von Zahnpasta zurückzuführen sind. Es kommt dann zu Symptomen wie Magen-Darm Beschwerden, Übelkeit, Bauchkrämpfe und Erbrechen.

In klinischen Studien hat die Aufnahme von nur 3 mg Fluorid bei Erwachsenen zu einer Schädigung der Magenschleimhaut geführt. 6,8 mg Fluorid reichten aus, um innerhalb von 30 Minuten Erbrechen auszulösen (7 mg täglich sind völlig unbedenklich??) (11).

Fluorid ist ein endokriner Disruptor (hormoneller Schadstoff)

Zusätzlich zu den oben genannten schädlichen Wirkungen ist Fluorid auch ein endokriner Disruptor. Das National Research Council berichtet, dass Fluoride direkt die Hormonsekretion von Insulin (Blutzucker), T3 und T4 (Schilddrüse) und Melatonin (Schlaf/Wach-Zyklus) beeinflussen (12).

Durch diese hormonellen Auswirkungen kommt es in Untersuchungen sowohl beim Menschen als auch beim Tier zu einer Schilddrüsenunterfunktion, verstärkter Calcitonin- und Parathormon-Aktivität, sekundärem Hyperparathyreodismus (u. a. Magen-Darm Beschwerden, Muskelschwäche, Bluthochdruck), gestörter Glucosetoleranz und möglichen Effekten auf den Zeitpunkt der Geschlechtsreife.

Patienten mit Nierenerkrankungen sind durch die Toxizität von Fluoriden besonders gefährdet

Der Grund dafür liegt darin, dass die Nieren normalerweise dafür verantwortlich sind, Fluorid aus dem Körper auszuschwemmen. Bei Personen mit einer Niereninsuffizienz passiert dies nicht, sodass sich die Fluoride in ihren Knochen und anderen Körpergeweben anreichern. Studien zeigen, dass Patienten unter Dialyse ein erhöhtes Rikiso haben an Skelettfluorose und Osteomalazie – einer Krankheit, die die Knochen schwächt -zu erkranken (13).

Fluorid-Toxizität und Gelenkentzündungen

Beunruhigend ist auch die Verbindung zwischen Fluorid und Gelenkentzündungen. Eine geringgradige Vergiftung mit Fluorid kann durch die auftretenden Symptome – Schmerzen und Steifheit – einer Arthritis sehr ähnlich sehen und dadurch zu einer falschen Diagnose führen. Erschwerend kommt noch die Tatsache hinzu, dass Studien aufzeigen, dass Fluorid ein direkter Verursacher der Osteoarthritis sein kann (14).

Fluorid kann bei Männern zur Infertilität (Zeugungsunfähigkeit) führen

Mehr als 60 Tierversuchsstudien legen dar, dass Fluorid negative Auswirkungen auf das männliche Reproduktionssystem hat indem es zu einem verminderten Testosteronspiegel beiträgt, die Spermienanzahl und deren Beweglichkeit herabsetzt und oxidativen Stress verursacht (15).

Auch in einer US amerikanischen Studie an Menschen, die einer Trinkwasserfluoridierung von mehr als 3 ppm Fluorid ausgesetzt waren – einer Konzentration, die von der EPA anfänglich als sicher eingestuft wurde – zeigte sich, dass in diesen Populationen die Fertilitätsraten geringer waren als in Populationen, die weniger Fluorid aufnahmen.

 

Was bedeutet das für Sie?

Sie fragen sich wahrscheinlich (hoffentlich): Wie soll ich jetzt mit diesem Problem umgehen. Es gibt einige ganz einfach umzusetztende Möglichkeiten, Fluorid aus Ihrem Alltag zu verbannen:

  • Benutzen Sie Zahnpasta, die kein Fluorid enthält. Man muss ein bisschen suchen, aber es gibt inzwischen tatsächlich einige Marken, die auf die Zugabe dieses Gifts verzichten.
  • Sagen Sie Ihrem Zahnarzt, dass Sie nicht mit Fluorid behandelt werden möchten. Häufig wird nach der Zahnreinigung zur Kariesprophylaxe ein Fluoridgel auf die Zähne aufgetragen. Lehnen Sie dies auf jeden Fall ab. Es ist nicht nur unnötig, sondern sogar schädlich!
  • Tauschen Sie fluoridiertes Speisesalz aus. Am günstigsten ist es, wenn sie auf Speisesalz ganz verzichten und stattdessen Alternativen wie Meersalz oder Himalaya Salz benutzen. Diese enthalten natürliches Fluorid und wesentlich gesünder als Tafelsalz.
  • Und vor allen Dingen – vergiften Sie Ihre Kinder nicht mit Fluoridtabletten!

Es ist erschreckend wie hoch die Ignoranz (oder Gleichgültigkeit) mancher Eltern ist. Solange Kinder weiterhin mit Zuckerwasser in Nuckelflaschen bombardiert werden (sei es Fruchtsaft, Limonade oder der mit Vitaminen angereicherte Kindertee), sie mit Süßigkeiten vollgestopft werden und Eltern das Zähneputzen selbst bei Dreijährigen den Kindern selbst überlassen, müssen wir uns über verfaulte Zähne sicher nicht wundern. Und glauben Sie mir, ich arbeite häufiger bei Kinderzahnärzten und sehe diese Fälle zu Hunderten.

Und ganz ehrlich, eine ordentliche Zahnhygiene hilft bei der Vorbeugung gegen Karies viel mehr als Fluorid wie ein gerade erschienener Artikel im Journal of the American Dental Association bestätigt (16).

Übrigens:

Die Fluoride (Hexafluorokieselsäure), die in der Industrie dem Trinkwasser, der Zahnpasta oder dem Raffinade-Salz zugesetzt werden, sind Abfallprodukte aus der Herstellung von Phosphatdüngern – künstliche und toxische Fluoride.

Die natürlich vorkommenden Formen von Fluorid sind sogar wichtig für die Schilddrüse, Zähne und den Körper insgesamt. Die meisten natürlichen Fluoride kommen in Form der Mineralien Kryolith (Natriumfluorid) und Flussspat (Calciumfluorid) vor.

Diese zuvor genannten natürlichen Mineralien kommen in kleinen Mengen in vielen Nahrungsmitteln, in unbehandelten Wasserquellen und auch in unraffinierten Salzen, wie dem Himalaya-Salz und Meersalz vor. Diese Fluoride sind dafür bestimmt, Leben zu erhalten und nicht zu zerstören.

 

(1) Sec. 355.50 Labeling of anticaries drug products. https://www.accessdata.fda.gov/scripts/cdrh/cfdocs/cfcfr/CFRSearch.cfm?fr=355.50

(2) Effect of fluoridated water on intelligence in 10-12-year-old school children.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28217543

(3) Developmental Fluoride Neurotoxicity: A Systematic Review and Meta-Analysis   https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3491930/

(4)Die experimentellen Grundlagen der Behandlung des Morbus Basedow und der Hyperthyreose mittels Fluortyrosin.  https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/s-0028-1121625.pdf

(5) Inhibitory effect of fluoride on the secretion of insulin. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2110856

(6) Sodium fluoride induces hypertension and cardiac complications through generation of reactive oxygen species and activation of nuclear factor kappa beta. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27378751

(7) http://fluoridealert.org/issues/health/bone-fracture/

(8) TOXICOLOGY AND CARCINOGENESIS
STUDIES OF SODIUM FLUORIDE https://ntp.niehs.nih.gov/ntp/htdocs/lt_rpts/tr393.pdf

(9) Age-specific fluoride exposure in drinking water and osteosarcoma (United States). https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16596294

(10) Skelettfluorose nach exzessivem
Teekonsum https://master-toxikologie.charite.de/fileadmin/user_upload/microsites/studiengaenge/master-toxikologie/Toxikologie_Aktuell/2013/mobil/ToxikologieAktuell042013_mobil.pdf

(11) http://fluoridealert.org/issues/health/gastrointestinal/

(12) https://www.nap.edu/read/11571/chapter/2#8

(13)Fluoridation of drinking water and chronic kidney disease: absence of evidence is not evidence of absence. https://academic.oup.com/ndt/article/23/1/411/1927240/Fluoridation-of-drinking-water-and-chronic-kidney

(14) Endemic fluorosis in Turkish patients: relationship with knee osteoarthritis. https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs002960100132?LI=true

(15) http://fluoridealert.org/studies/fertility03/

(16) Regular oral health education is effective in reducing caries incidence whereas fluoride varnish seems to have no added benefit. http://jada.ada.org/article/S0002-8177(17)30150-2/fulltext

Was Sie über Antibiotika wissen sollten

Antibiotika TablettenWas Antibiotika angeht, so besteht inzwischen Alarmstufe Rot. Zeitungsmeldungen wie „Die Rückkehr der Seuchen“, „Multiresistente Keime nehmen zu“, „Antibiotikaresistenzen“ häufen sich. Der Grund dafür ist, dass Antibiotika sowohl beim Menschen als auch in der Tiermedizin viel zu häufig verordnet werden.

Sie werden für Husten, Schnittwunden, Harnwegsinfekte, vorsorglich bei Operationen und oftmals „für alle Fälle“ verschrieben, selbst bei viralen Infektionen, für die sie überhaupt nicht wirken (denn es könnte ja zu einer bakteriellen Superinfektion kommen). „Infektionen können tödlich sein“ ist das Mantra derjenigen, die immer noch nicht begriffen haben, dass es nicht wir gegen die Bakterien sind, sondern dass wir einen Großteil dieser kleinen Lebewesen tatsächlich brauchen, damit wir überleben.

Es mag Sie jetzt überraschen, aber die wirkliche Gefahr könnte darin bestehen, dass Sie Ihrem Körper eine „gegen das Leben“ (anti bios) gerichtete Chemikalie zuführen, die unbeabsichtigte Kollateralschäden verursachen kann. Einige dieser Schäden sind so schwerwiegend, dass sie Ihr gesamtes Leben verändern können. Klingt dramatisch? Das ist es auch! Und ich bin überzeugt, dass Sie die nächste Einnahme eines Antibiotikums stark überdenken werden, wenn Sie erfahren, dass es sicherere Methoden gibt, mit Infektionen fertig zu werden.

In der Medizin gilt, dass der Patient eine „informierte Einwilligung“ geben muss.  Dies bedeutet, dass Sie rechtmäßig nur dann in eine Behandlung einwilligen können, wenn Sie sämtliche Vor- und Nachteile der Behandlung sowie etwaige Alternativen kennen. Sind Sie schon mal umfassend über die Vor- und Nachteile von Antibiotika aufgeklärt worden? – Dachte ich mir.

In der Regel greifen Ärzte bei Infektionen weiterhin reflexartig zum Rezeptblock, und – seien wir mal ganz ehrlich – ist es auch genau das, was die Patienten erwarten. Schließlich wollen sie sich möglichst schnell wieder besser fühlen und diese lästige Infektion weg haben.

Nun, sehen wir uns doch mal die Vor- und Nachteile einer Antibiotikabehandlung sowie die Alternativen an.

Die Vorteile der Antibiotika

Offensichtlich wirken Antibiotika, oder? Na ja, wir sehen inzwischen, dass unsere Annahmen diese Substanzgruppe betreffend auf sehr wackeligen Füßen stehen. Tatsache ist, dass Infektionen einen natürlichen Verlauf haben. Sicher gibt es Infektionen, die tödlich verlaufen (und in diesem Fall – danke Antibiotikum), aber viele heilen auch ohne Folgen aus (und das auch, wenn man kein Antibiotikum nimmt). Sie wissen schon, der Schnupfen dauert mit Behandlung 2 Wochen und ohne Behandlung 14 Tage (ja, und ich weiß, dass das ein blödes Beispiel ist, weil Antibiotika bei Schnupfen nicht indiziert sind – sie werden aber trotzdem verschrieben).

Mit steigenden Zahlen von Antibiotika resistenten Keimen (durch häufig unnötige Verordnungen) und weniger neu entwickelten Substanzen in der Pipeline (mit anderen Medikamenten lässt sich so viel mehr Geld verdienen), müssen wir uns jetzt ernsthaft fragen, ob das Vorgehen, Leben einfach auf breiter Fläche auszurotten (und genau das tut ein Breitband-Antibiotikum) wirklich der Weg zu mehr Gesundheit ist.

Die Risiken der Antibiotika

Eine Aufklärung über die Risiken der Antibiotikaeinnahme könnte ungefähr so aussehen:

„Sie haben einen oberen Atemwegsinfekt. Ich bin mir nicht sicher, ob der bakteriell bedingt ist, aber nehmen Sie auf jeden Fall mal dieses Antibiotikum, damit Sie nicht womöglich eine Superinfektion bekommen und dann mit einer Lungenentzündung dasitzen… Ach ja, es ist zwar unwahrscheinlich, aber es kann durch dieses Antibiotikum passieren, dass Sie hinterher bettlägerig sind, weil neurologische Schäden aufgetreten sind, Sie könnten auch eine Infektion durch opportunistische Keime (Keime, die die Immunschwäche durch die Infektion ausnutzen, um sich zu vermehren) bekommen und wenn es ganz blöd läuft, dann haben Sie hinterher vielleicht eine brandneue psychiatrische Diagnose wie zum Beispiel eine manisch-depressive Störung. Ich hoffe, es geht Ihnen bald besser.“

Mikrobiom abhängige Risiken

Als das Mikrobiom entdeckt wurde, hätte die Schulmedizin eigentlich ihre therapeutischen Ansätze neu überdenken müssen. Die Ansicht, dass der Körper eine Maschine ist, die nur gut gewartet und geschmiert werden muss, damit sie funktioniert, ist völlig obsolet. Wir wissen jetzt, dass ein inneres Ökosystem unsere Gene an- und abschaltet (epigenetische Expression) und damit Auswirkungen unter anderem auf die Nährstoffproduktion, den Stoffwechsel, die hormonelle Balance, das Immunsystem und entzündliche Reaktionen hat. Es wird höchste Zeit, dass wir uns damit beschäftigen, was unser Mikrobiom gesund erhält und was ihm schadet.

Bisher haben wir viele Fragen und nur wenige Antworten (1).

Das Mikrobiom moderner Jäger und Sammler wurde untersucht, denn diese sind in der Regel gesund (solange die Zivilisation sie in Ruhe lässt). Es zeigte sich, dass vor allem die Diversität der Darmbakterien bei ihnen wesentlich höher ist als in der zivilisierten Welt (2). Inzwischen ist man sich einig, dass diese Diversität zur Gesundheit beiträgt. Zu dieser Einsicht passt so gar nicht, dass jede Antibiotikaeinname die Diversität der Bakterien im Darm vermindert. Uups.

Man weiß inzwischen auch, dass Probiotika sich vorteilhaft auf die Gesundheit auswirken, während Chemikalien wie das Ackergift Glyphosat für unsere Darmbakterien ein Desaster sind. Außerdem haben wir erfahren, dass die Übertragung von Bakterien schon vor der Geburt anfängt, bei gestillten Kindern durch die Muttermilch weitergeführt wird und so im Alter von 2 Jahren den Grundstein für die spätere Gesundheit legt. Es ist auch jedem klar, dass das wahllose Abtöten von Bakterien womöglich seinen Preis hat. Die Frage ist nur, ist dieser Preis höher als eine Pilzinfektion oder Durchfall?

Wahrscheinlich schon. Wir haben inzwischen genug Hinweise dafür, dass Antibiotika die „guten“ Darmbakterien genauso wie die „schlechten“ abtöten und dadurch zu einer Dysbiose führen, die den Betroffenen verletzlich macht. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2017 (3) zeigt auf, dass Reisende, die Antibiotika einnahmen, ein erhöhtes Risiko für Lebensmittelvergiftungen hatten – inklusive Infektionen durch Antibiotika resistente Bakterienstämme. Die Heilungsraten waren nicht vorhersehbar und wurden mit jeder weiteren Antibiotikaeinnahme schlechter.

„Selbst kurzzeitige Antibiotikagaben können das Mikrobiom für ein Jahr oder sogar länger stören. Bei wiederholten Einnahmen scheint eine Wiederherstellung des Mikrobioms nicht mehr statt zu finden.“

In einer weiteren Studie wurde gezeigt, dass selbst nach einem kurzen Einsatz von Ciprobay (häufig verschrieben bei Harnwegsinfekten) das Mikrobiom nach mehr als selchs Monaten noch eine Abnahme der Diversität um ca. ein Drittel aufwies (4).  Schon diese Verminderung der Diversität kann die Ursache einer weiteren Erkrankung sein.

Das Reizdarmsyndrom ist zum Beispiel so eine Erkrankung, die mit einer geringeren Anzahl „guter“ Bakterien in Zusammenhang gebracht wird. Ebenso ist eine Dysbiose der Vorläufer für Autoimmunerkrankungen (5), Adipositas und Gewichtszunahme (6).

Es ist also ziemlich klar, dass wir alle weniger Antibiotika nehmen sollten. Lässt es sich aber trotzdem nicht umgehen, dann sollten Sie wenigstens schon während der Einnahme zusätzlich ein Probiotikum nehmen und fermentierte Lebensmittel essen, um die Darmflora wieder aufzubauen.

Vom Mikrobiom nicht abhängige Risiken

Wenn Sie von den Mikrobiom abhängigen Risiken nicht schon die Nase voll haben, es gibt auch immer mehr Literatur zum Thema von Mikrobiom unabhängigen Antibiotikarisiken.

Diese Risiken gehen von verlangsamter Knochenheilung (7) bis zu akuten Leberschäden (8). Es sind Effekte auf zellulärer Ebene, die weit über das Auslösen einer Dysbiose hinausgehen. Diese Effekte beinhalten auch Veränderungen in den Stoffwechselprodukten der Darmbakterien, Schäden an den Mitochondrien (9) (die Energielieferanten der Zelle) und Schäden an der Darmschleimhaut.

Sehr beunruhigend finde ich auch die gut dokumentierten psychiatrischen Risiken der Antibiotika. Diese treten auf, da Antibiotika in klinisch relevanten Konzentrationen mit den gleichen Molekülen interagieren, die normalerweise für die Wirkung psychotroper Medikamente verantwortlich gemacht werden.

In einer gerade erschienen Arbeit (10) wird vorgeschlagen, dass Patienten über diese Risiken informiert werden sollten. Es ist also darauf hinzuweisen, dass Antibiotika zu Störungen wie Reizbarkeit, Verwirrung, Enzephalopathie (Hirnerkrankungen), Suizidalität (Selbstmordgefährdung), Psychose und Manie führen können. Die Forscher bemerken abschließend:

„Die neuropsychiatrischen Effekte von antimikrobiell wirksamen Medikamenten sind in der Literatur dokumentiert. Eine Anzahl dieser Substanzen haben das Potential Effekte am ZNS (Zentralnervensystem) auszuüben und viele werden mit stimulierenden, psychotomimetischen* und epileptogenen** Eigenschaften in Verbindung gebracht, die über einen GABA Antagonismus (β-Lactame, Quinolone und Clarithromycin), NMDA Agonismus (D-Cycloserin, Aminoglykoside, evtl. Quinolone), MAO Inhibition (Metronidazol und Isoniazid) ausgeübt werden.“

 *Psychotischen Reaktionen ähnelnd, ** Krampfanfall fördernd

Tatsächlich wird teilweise der Terminus „Antibiomanie“ verwendet, um das Vermögen der Antibiotika zu beschreiben, manische Symptome zu verursachen. Es scheint so als wären Männer häufiger von dieser Nebenwirkung betroffen als Frauen. Es gibt auch Untersuchungen, die einen dosisabhängigen Zusammenhang zwischen einer Antibiotikagabe und dem Auftreten einer Depression sehen (11).

Wenn Sie diese Zusammenhänge nicht kennen, könnten Sie überzeugt sein, dass Ihre neu aufgetretene „psychische Erkrankung“ eine völlig neue Diagnose ist, die eine lebenslange Behandlung bedingt.

Die Alternativen

Glücklicherweise gibt es zum Einsatz eines Antibiotikums aber viele Alternativen. Noch besser – Sie können viele dieser pflanzlichen Therapien täglich in Ihre Mahlzeiten integrieren.

Botanische Kräuter

Schon seit Jahrhunderten werden Kräuter als Antibiotika verwendet. Wenn Sie das Internet durchsuchen, werden Sie für fast alle Beschwerden entsprechende Heilkräuter finden. Ich gebe hier nur einige Beispiele:

  • Inula helenium (Echter Alant) ist 100 Prozent effektiv gegen 200 Isolate von Staphylococcus aureus (verursacht u. a. Furunkel, Abszesse) (12).
  • Alpinia galanga (Thai Ingwer) ist eine Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse, die traditionell in asiatischen Ländern benutzt wird. Sie wirkt effektiv gegen Salmonella typhi und E. coli sowie andere Antibiotika resistente Bakterienstämme (13).
  • Nigella sativa (Echter Schwarzkümmel) Extrakt tötet MRSA Bakterien
  • Zimt und Oregano wirken ebenfalls gegen viele resistente Bakterien (14).
  • Kümmel und Rosmarin haben eine starke antibakterielle Wirkung, ebenso wie Holunderbeeren.
  • Nicht zu vergessen Echinacea (Sonnenhut), der das Immunsystem kräftig ankurbelt (15).
Probiotika

Probiotika bieten eine gute Möglichkeit, eine Dysbiose auszugleichen, indem sie die „guten“ Bakterien vermehren. Wenn Sie Probiotika konsumieren, verbessern Sie die Funktion Ihres Stoffwechsels und Ihres Immunsystems und sorgen außerdem dafür, dass unerwünschte Bakterien unterdrückt werden.

Studien haben gezeigt, dass Probiotika bakterielle Infektionen von Zahnfleischentzündungen über durch H. pylori hervorgerufene Infektionen des Magens bis zur bakteriellen Vaginose (Ungleichgewicht der Scheidenflora) bereinigen können.

Natürlich können Sie Probiotika in Pillenform einnehmen, aber fermentierte Nahrungsmittel erledigen den Job eigentlich wesentlich besser (und billiger), da sie sehr viel mehr unterschiedliche Bakterienstämme enthalten. Also essen Sie am besten täglich eine Portion Sauerkraut oder bereiten Sie zuhause Kefir oder Kombucha zu.

Knoblauch

Hippokrates, dem das Zitat „Lass Nahrung deine Medizin sein“ zugesprochen wird, hätte Knoblauch sicherlich als ein medizinisch sehr wertvolles Nahrungsmittel angesehebn. Diverse Studien belegen den antimikrobiellen Effekt von Knoblauch, unter anderem auch eine, in der Knoblauchwasser gegen 133 Bakterienstämme mit Resistenzen gegen verschiedene Antibiotika getestet wurde, und die aufzeigte, dass das Knoblauchwasser beachtliche antimikrobielle Eigenschaften hat (16).

Eine randomisierte kontrollierte Studie kam zu dem Ergebnis, dass Knoblauch dem Antibiotikum Metronidazol in der Behandlung der bakteriellen Vaginosis überlegen ist. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Knoblauch sowohl eine bessere therapeutische Effektivität als auch geringere Nebenwirkungen aufwies (17).

Knoblauch stellt eine effektive Therapie für Infektionen durch H. pylori und Clostridium difficile dar. Ebenso kann er für die Therapie der Lungenentzündung eingesetzt werden (18). Und der Konsum von Knoblauch schützt nicht nur vor bakteriellen Infektionen, sondern führt außerdem zu einer Blutdrucksenkung, stabilisiert den Blutzucker und senkt das Krebsrisiko. Das macht Knoblauch zu einem meiner Lieblingsnahrungsmittel.

 Manuka Honig

Manuka Honig ist wahrscheinlich eine der leckersten Möglichkeiten, gesund zu bleiben. Dieser Honig kommt aus Neuseeland und stammt aus den Pollen des Manuka Busches. Er wird schon seit Tausenden von Jahren angewendet.

Dieser Antioxidantien-reiche Honig wird gerne in teurer Kosmetik verwendet, da er eine antientzündliche und antimikrobielle Wirkung hat. Innerlich angewandt kann er Antibiotika-resistente C. difficile Infektionen heilen (19), ebenso Halsentzündungen, Harnwegsinfekte und MRSA (20).

Ein weiterer Bonus, den Sie durch den Verzehr von Honig erhalten, ist, dass er Propolis enthält. Das ist eine Mischung aus Bienenspeichel und Wachs, die als Bienenkittharz, bekannt ist. Es enthält über 300 therapeutische Substanzen, die sowohl schädliche Bakterien als auch Krebszellen bekämpfen (21).

Kolloidales Silber

Bei kolloidalem Silber handelt es sich um äußerst kleine, feine, positiv geladene Silberpartikel, so genannte Nanopartikel, die tief in das Körpergewebe des menschlichen Organismus eindringen und schädliche Krankheitserreger abtöten können. Es wurde bereits in der Antike als „natürliches“ Wunder- und Heilmittel verwendet, um Infektionen und Entzündungen wirksam zu behandeln, die durch schädliche Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilze verursacht wurden.

Silber wird häufig in intravenösen Kathetern, Zahnfüllungen, Verbandmatierial und Knochenimplantaten verwendet. Der genaue Mechanismus der amtimikrobiellen Wirkung wird noch diskutiert. Der Wirkmechanismus scheint auf einer Schädigung der Zellmembranen pathogener (krankmachender) Bakterien zu beruhen. Je nach Oberflächenladung der Silber Nanopartikel und der Bakterienart, können die Bakterien durch die Bildung freier Radikale, die Ansammlung von Nanopartikeln in der Bakterienzellwand oder den Verlust von Zellmembrankomponenten getötet werden (22).

Kolloidales Silber kann sowohl als topische Behandlung bei Hautinfektionen wie MRSA angewendet werden als auch als orales Antibiotikum.

Vitamine

Natürlich dürfen auch Vitamine nicht in der Aufzählung fehlen. Hier ist besonders Vitamin C zu nennen, dessen Effektivität sogar bei einer Blutvergiftung (Sepsis) nachgewiesen ist (23). Unverständlich ist nur der Tageshöchstwert den die Deutsche Gesellschaft für Ernährung angibt. Dieser beträgt zwischen 100 und 150 mg/Tag für einen Erwachsenen. Selbst ein Meerschwein stellt mehr Vitamin C pro Tag her!

Das zweite Vitamin (oder eigentlich besser Hormon), das ich Ihnen ans Herz legen möchte, ist Vitamin D3. Es steuert praktisch das gesamte Immunsystem (24).

Vielleicht ist es Zeit für einen Waffenstillstand

Wir sind alle darauf eingeschworen, dass Bakterien unbedingt bekämpft werden müssen, alles muss klinisch sauber und am besten steril sein. Aber vielleicht ist es Zeit, diesen Kampf zu beenden. Und wenn wir schon dabei sind, sollten wir vielleicht auch Frieden mit unserem Körper schließen. Wie schon öfter gesagt: Unser Körper tut alles, um uns am Leben zu erhalten. Es wäre zur Abwechslung vielleicht einmal ganz nett, ihn dabei zu unterstützen.

Das heißt, dass wir unsere Einstellung überdenken müssen und zu dem Schluss kommen sollten, dass wir nicht die Alleinherrscher sind, die mit der Natur machen können, was sie wollen. Mit dieser Einstellung können wir nur verlieren. Es wird Zeit einzusehen, dass eine natürliche Geburt (im Gegensatz zu einem Kaiserschnitt) und die Ernährung mit Muttermilch (statt industrieller Säuglingsnahrung) der Grundstein für unsere gesundheitliche Widerstandskraft ist und nicht irgendwelche Pillen, die schlau vermarktet werden.

Das Mikrobiom zeigt uns auf, dass wir mit der Natur enger verwoben sind, als es die meisten von uns wahrhaben wollen. Man kann nicht einfach einen Faden aus diesem Netz ziehen und glauben, dass es schon weiterhin halten wird. Denken Sie daran, dass Symptome einfach die Art sind, wie Ihr Körper auf Missstände aufmerksam macht. Es ist allemal besser, die Ursache dieser Missstände abzustellen als blind mit einer Schrotflinte zu schießen und zu hoffen, dass man schon irgendetwas treffen wird.

(1) The effects of antibiotics on the microbiome throughout development and alternative approaches for therapeutic modulation https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4831151/

(2) http://www.iflscience.com/health-and-medicine/tremendously-diverse-microbiome-found-hunter-gatherers-living-amazon/

(3) Effects of short- and long-course antibiotics on the lower intestinal microbiome as they relate to traveller’s diarrhea. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28520993

(4) The pervasive effects of an antibiotic on the human gut microbiota, as revealed by deep 16S rRNA sequencing. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19018661

(5) Commensal bacteria (normal microflora), mucosal immunity and chronic inflammatory and autoimmune diseases. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15158604

(6) An obesity-associated gut microbiome with increased capacity for energy harvest http://www.nature.com/nature/journal/v444/n7122/abs/nature05414.html

(7) A comparison of effects of fluoroquinolones on fracture healing (an experimental study in rats). https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15688263

(8) Fluoroquinolone therapy and idiosyncratic acute liver injury: a population-based study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22891208

(9) Bactericidal Antibiotics Induce Mitochondrial Dysfunction and Oxidative Damage in Mammalian Cells https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3760005/

(10) Neuropsychiatric Effects of Antimicrobial Agents. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28197902

(11) Antibiotic exposure and the risk for depression, anxiety, or psychosis: a nested case-control study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26580313

(12) In vitro activity of Inula helenium against clinical Staphylococcus aureus strains including MRSA. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20095126

(13) Antiplasmid activity of 1′-acetoxychavicol acetate from Alpinia galanga against multi-drug resistant bacteria. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19501283

(14) Plant-derived compounds inactivate antibiotic-resistant Campylobacter jejuni strains. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18592739

(15) In vitro effects of echinacea and ginseng on natural killer and antibody-dependent cell cytotoxicity in healthy subjects and chronic fatigue syndrome or acquired immunodeficiency syndrome patients.   https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9043936

(16) In vitro antimicrobial properties of aqueous garlic extract against multidrug-resistant bacteria and Candida species from Nigeria. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15383227

(17) Comparing the Therapeutic Effects of Garlic Tablet and Oral Metronidazole on Bacterial Vaginosis: A Randomized Controlled Clinical Trial. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4166107/#A19118R8

(18) Investigation on the antibacterial properties of garlic (Allium sativum) on pneumonia causing bacteria. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12602248

(19) Antibacterial effect of Manuka honey on Clostridium difficile. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23651562

(20) Manuka honey inhibits cell division in methicillin-resistant Staphylococcus aureus.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21903658

(21) In vitro antiproliferative/cytotoxic activity on cancer cell lines of a cardanol and a cardol enriched from Thai Apis mellifera propolis. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22458642

(22) Antimicrobial effects of silver nanoparticles. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17379174

(23) Mechanism of action of vitamin C in sepsis. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2767105/

(24) Vitamin D macht das Immunsystem scharf. http://www.wissenschaft.de/home/-/journal_content/56/12054/994522/

Verursacht Ihr Sonnenschutzmittel Hautkrebs

Sonnenschutzmittel, Sonnencreme, StrandSonnenstrahlen sind extrem gefährlich, sodass Sie sich ohne Sonnenschutzmittel ja nicht nach draußen trauen sollten. Das ist es jedenfalls, was die Boulevardpresse, aber leider eben auch die Ärzteschaft uns einreden wollen.

Vergessen Sie einfach, dass die Sonne das Leben auf der Erde erst möglich macht. Sie ist der Feind – der große Killer, der für Hautkrebs sorgt und dem man – wenn irgend möglich – aus dem Weg gehen sollte. Na ja, und wenn man dann schon nach draußen gehen muss, wenn die Sonne scheint, dann aber doch bitte wenigstens eingeweicht in Sonnencreme mit LSF 50 – 100. Lasst diese bösen Strahlen bloß nicht an eure Haut.

Bei der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft liest sich das dann so (1):

Während die Sonne scheint, sollen Sie sich so kurz wie möglich und vor allem nicht zur Mittagszeit im Freien aufhalten. Sie sollen nicht länger im Freien bleiben, als es Ihr Hauttyp erlaubt. Sie sollen an sonnigen Tagen Aktivitäten im Freien auf den Morgen oder Abend verlegen und Schatten aufsuchen. Sie sollen die Haut im Frühjahr und im Urlaub langsam an die Sonne gewöhnen, und Sie sollen auf jeden Fall einen Sonnenbrand vermeiden.

Ich stimme zu: Sie sollen auf jeden Fall einen Sonnenbrand vermeiden. Damit hören die Gemeinsamkeiten dann aber auch schon auf. Sollen wir tatsächlich die Sonne um alle Kosten meiden? Und was genau sind das für Kosten, die wir damit auf uns nehmen? Immerhin zeigen neuere Studien, dass der Gebrauch von Sonnenschutzmitteln, der in den letzten 30 Jahren so wahnsinnig angepriesen wird, möglicherweise mehr Schaden als Nutzen hat.

Sonnenschutzmittel blockieren die Vitamin D Produktion in der Haut – darauf weist immerhin sogar die Dermatologische Gesellschaft hin. Auf der Sonnencreme selber werden Sie diesen Hinweis eher nicht finden, obwohl er lebenswichtig ist. Warum? Nun, Vitamin D ist ein extrem wichtiges Hormon (es ist nämlich eigentlich kein Vitamin), das für Ihre Gesundheit und bei der Krebsprävention (Vorbeugung) eine Schlüsselrolle spielt. UUPS!

Zudem enthalten viele – auch bekannte – Sonnenschutzmittel giftige Substanzen, die von Ihrer Haut aufgenommen werden, in den Blutstrom und dann weiter in Ihren gesamten Körper gelangen. Die Frage stellt sich: Könnte das Zusammenwirken einer Vitamin D Blockade und die Effekte dieser giftigen Chemikalien womöglich ursächlich an der Entstehung von Hautkrebs beiteiligt sein? Und Sie werden sehen, es ist eine sehr berechtigte Frage.

Welche Hautkrebstypen werden unterschieden?

Die häufigsten Hautkrebsarten sind:

  • der sogenannte schwarze Hautkrebs (malignes Melanom)
  • der helle Hautkrebs. Zu diesem zählen das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzimon.

In Deutschland erkranken jährlich etwa 22.000 Menschen an einem malignen Melanom. Das maligne Melanom macht 4 % aller bösartigen Neubildungen aus und ist für etwa 1 % aller Krebstodesfälle verantwortlich. Die Fälle von hellem Hautkrebs werden in Deutschland nicht flächendeckend erfasst. Angaben einiger Krebsregister lassen aber darauf schließen, dass es jedes Jahr zu etwa 300 Neuerkrankungen an hellem Hautkrebs pro 100.000 Einwohner kommt. Dies führt dazu, dass in Deutschland jedes Jahr bis zu 170.000 Menschen an invasiven Formen des hellen Hautkrebses erkranken. Davon entfallen rund 80 % auf das Basalzellkarzinom, welches damit der häufigste bösartige Tumor beim Menschen überhaupt ist, und etwa 20 % auf das Plattenepithelkarzinom (2).

Sehen wir uns die einzelnen Hautkrebstypen mal genauer an.

Basalzellkarzinom

Der häufigste Hautkrebs überhaupt. Basalzellkarzinome traten früher typischerweise ab dem mittleren Lebensalter auf. Inzwischen sind auch viele junge Leute von diesem Krebs betroffen. Dieser Krebs wächst sehr langsam und metastasiert in der Regel nicht.

Plattenepithelkarzinom

Dieses wächst auch in tiefere Hautschichten ein und kann Metastasen bilden – allerdings nicht sehr häufig. Interessanterweise treten Plattenepithelkarzinome eher bei dunkelhäutigen Individuen in Hautarealen auf, die eher selten der Sonne ausgesetzt sind so wie die Fußsohlen oder die Handinnenflächen.

Malignes Melanom

Das maligne Melanom macht weniger als 2 Prozent der Hautkrebs-erkrankungen aus. Da es unbehandelt Metastasen bildet, handelt es sich aber auch um die Hautkrebserkrankung mit der höchsten Todesrate. Bei Frauen mittleren Alters entwickeln sich Melanome bevorzugt an den Beinen, bei Männern eher am Rumpf. Grundsätzlich kann ein Melanom jedoch an jeder Körperstelle, auch an Schleimhäuten und am Auge, auftreten.

Ein wichtiger Risikofaktor ist die wiederholte starke UV-Exposition z. B. durch Sonnenbaden. Dazu zählt auch die Nutzung von Solarien! Auch die Anzahl der schweren Sonnenbrände (v. a. in der Kindheit) ist ein Risikofaktor für das spätere Auftreten eines Melanoms.

Bedenklich ist, dass die Inzidenz des malignen Melanoms stark angestiegen ist.  Währen sie in den dreißiger Jahren in Mitteleuropa noch 1-2 pro 100.000 betrug, stieg sie in den sechziger Jahren auf 5 pro 100.000 und in den achtziger Jahren auf 7-14 pro 100.000 Einwohner an (3). In der gleichen Zeit wurde allerdings auch der Einsatz von Sonnencremes stark ausgeweitet. Und wie gesagt, den Menschen wird eher dazu geraten, die Sonne zu meiden und einen Sonnenschutz zu verwenden, als dass sie darauf hingewiesen werden, dass Vitamin D und gesunde Ernährung bei der Vorbeugung von Hautkrebs eine extrem wichtige Rolle spielen.

Verursachen Sonnenschutzmittel Hautkrebs?

Ärzte insgesamt, aber natürlich vor allem Hautärzte, geben der Sonne die Schuld am vermehrten Auftreten von Hautkrebserkrankungen, da sie nun einmal die größte Quelle von UV-Strahlung ist. Allerdings mehren sich – zum Glück – die Stimmen von Ärzten und Gesundheitsexperten, die auf dem neuesten Stand der Forschung sind und diesem Dogma widersprechen.

Tatsächlich sind der Lebensstil und die Ernährung deutlich wichtigere Faktoren bei der Entstehung von Hautkrebs als die Sonnenexposition. Bernard Ackerman, der Gründervater der Dermatopathologie, die sich mit dem Studium von Hauterkrankungen auf dem mikoroskopischen und molekularen Level widmet, hat die Problematik der Hautkrebserkrankung ausführlich untersucht. Er kommt zu dem Schluss, dass die Beweisführung dafür, dass Sonneneinstrahlung zu Hautkrebs führt widersprüchlich und nicht überzeugend ist (4):

„Während einige Studien einen gewissen Zusammenhang zwischen Sonnenexposition und Hautkrebs aufweisen, zeigen andere diesen Zusammenhang überhaupt nicht.“

Einer der weltweit führenden Experten für natürliche Krebsbehandlung, Dr. Leonard Coldwell, bestätigt, dass die Chemikalien in Sonnencremes die meisten Hautkrebserkrankungen hervorrufen und nicht etwa die Sonne (5).

Im Lancet erschien 2004 eine Studie, die aufzeigte, dass Menschen, die in geschlossenen Räumen arbeiten zweimal so häufig an Hautkrebs erkrankten wie Individuen, die mehr Zeit in der Sonne verbrachten (6). Die Autoren stellten fest:

„Paradoxerweise haben Menschen, die im Freien arbeiten ein niedrigeres Risiko an einem malignen Melanom zu erkranken als Menschen, die in geschlossenen Räumen arbeiten. Dies könnte bedeuten, dass chronische Sonneneinstrahlung einen schützenden Effekt haben könnte.“

Und warum genau bekommt die Öffentlichkeit ein ganz anderes Bild gemalt? Wie gesagt – wir streiten uns hier nicht über den Sonnenbrand. Da sollte inzwischen jedem klar sein, dass der nicht gesund ist. Aber es geht hier um die Empfehlung, die Sonne zu meiden und zwar vor allem in der Mittagszeit, wenn sie in den nördlichen Gefilden im Sommer gerade hoch genug steht, um den Körper zu veranlassen, Vitamin D zu produzieren (im Winter haben wir diese Möglichkeit durch die Sonne sowieso nicht, weil sie in unseren Breitengraden viel zu niedrig steht).

Niedrige Vitamin D Spiegel sind mit einer Vielzahl Gesundheitsprobleme assoziiert – inklusive Krebserkrankungen. Ein ausreichender Aufenthalt in der Sonne hilft dabei, die Vitamin D Spiegel zu optimieren. Wer Sonnencreme benutzt, behindert die körpereigene Vitamin D Produktion und könnte dadurch den Weg für eine Hautkrebserkrankung frei machen.

Sind Sonnenschutzmittel an sich gesundheitsschädlich?

Sonnencremes verhindern einen Sonnenbrand indem sie UVB Strahlen blockieren. Dadurch kann man länger in der Sonne bleiben. Der auf den Sonnenschutzprodukten aufgedruckte Lichtschutz- oder Sonnenschutzfaktor gibt einen Anhaltspunkt dafür, wie lange man sich mit dem Mittel in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Beispiel: Wer ungeschützt nach 15 Minuten eine rote Haut bekommt, soll unter dem Schutz eines Präparats mit Faktor 20 zwanzigmal länger brutzeln dürfen, bis sich der Sonnenbrand einstellt. Klingt theoretisch gut, praktisch wissen wir jedoch alle, dass das so nicht funktioniert.

Aber mal ganz abgesehen davon, dass Sie nicht mit einer Sonnencreme mit LSF 50 eingecremt 12,5 Stunden in der Sonne bleiben dürfen (allein diese Tatsache sollte einem schon klar machen, dass die Werbeversprechen eine einzige Lüge sind), haben wir noch ein paar andere Probleme.

  • Nicht nur der Sonnenbrand wird „blockiert“, sondern eben auch die Vitamin D Produktion, denn die wird durch UVB Strahlung angestoßen.
  • Viele Sonnenschutzmittel behaupten zwar von sich, dass sie auch UVA Strahlung reduzieren, das stellt sich jedoch in den meisten Fällen als Fake heraus. Dummerweise sind es aber gerade die UVA Strahlen, die die meisten Hautschäden hervorrufen. Sie blockieren also mit Sonnencremes das Frühwarnsystem der Haut (die Rötung auf die UVB Strahlen), das Ihnen sagt, Sie sollten mal in den Schatten gehen, und lassen gleichzeitig die schädliche UVA Strahlung (die keine Frühwarnsymptome auslöst) ungehindert mit verlängertet Zeitdauer (schließlich hat Ihre Sonnencreme ja einen hohen LSF) auf Ihre Haut einwirken. Das klingt jetzt wirklich ziemlich bescheuert, finden Sie nicht auch?
  • Viele Sonnenschutzmittel enthalten krebserregende Chemikalien, die wenn Sie gut eingeschmiert in der Sonne liegen, direkt in Ihre Haut eingebrannt werden, in den Blutstrom gelangen und die Leber mit Giftstoffen überschwemmen.

Toxine in Sonnenschutzmitteln

Octylmethoxycinnamat (Octinoxat)

Chemisch handelt es sich um ein Gemisch zweier Zimtsäureester. Octinoxat bietet Schutz vor UVB-Strahlung. Es ist wegen seiner Wirkung als endokriner Disruptor auf das östrogene Hormonsystem umstritten. Bei Sonnenexposition treten toxische Wirkungen vermehrt auf.

Titandioxid

Wird ebenfalls häufig als UV-Blocker verwendet. Das macht auch keine Probleme solange es sich um normal große Titandioxid-Partikel handelt. Da diese aber einen unschönen weißen Film auf der Haut hinterlassen, sind Sonnenschutzproduzenten dazu übergegangen, Nanopartikel zu verwenden. Diese haben den Nachteil, dass sie die Hautbarriere überwinden können und zu Erbgutschädigungen führen (7).

Oxybenzon

Ist nach deutscher Kosmetikverordnung als Sonnenschutz zugelassen, obwohl es genügend Hinweise auf seine krebserregende Wirkung gibt, die besonders unter Sonneneinwirkung auftritt.

Dieser Stoff ist auf der Inhaltsliste unter Benzophenone-3 zu finden. UV-Strahlen werden durch den Filter auf der Hautoberfläche von Licht zu Wärme umgewandelt. Dieser Prozess kann jedoch Hautzellen schädigen. Außerdem kann Oxybenzon Allergien auslösen und den Hormonhaushalt gewaltig durcheinanderbringen.

Besonders gefährlich: Die Chemikalie wirkt sehr stark photosensibilisierend. Die Haut wird durch den UV-Filter immer empfindlicher. Eine geringe Sonnenstrahlung reicht dann meist schon aus, um Rötungen, Jucken oder sogar Hautverbrennungen hervorzurufen. Ergo: Der Filter wirkt kontraproduktiv. Trotzdem ist er nach wie vor in vielen Sonnenschutzprodukten enthalten.

Vitamin A Derivate wie Retinol oder Retinylpalmitat

Auch diese Substanzen wandeln sich unter Sonneneinstrahlung in Karzinogene um (8).

Sie sehen also, bei der Anwendung von Sonnenschutzmitteln ist extreme Vorsicht geboten.

Weshalb Vitamin D3 so wichtig ist

Vitamin D ist – da unser Körper es selber herstellen kann – eigentlich kein Vitamin – sondern ein Hormon. Es wird bei genügender Sonnenexposition unter Zuhilfenahme von Cholesterin in der Haut gebildet.

Vitamin D erfüllt eine Menge Aufgaben im Körper. So ist es wichtig für:

  • Aufbau und Erhalt der Knochen
  • Funktion des Immunsystems
  • Schutz vor diversen Krebserkrankungen (u. a. Hautkrebs).

Ein chronischer Vitamin D Mangel (Blutspiegel unter 50 ng/ml) ist in Deutschland häufig (zu wenig Sonne + zu viel Sonnenschutz) und führt zu einer Vielzahl von Erkrankungen – und eben auch Krebs. Lassen Sie sich also unbedingt testen.

Sonnenbaden ohne Reue

Sicheres Sonnenbaden führt nicht zu Hautkrebs. Zwei Studien aus dem Jahr 2005 geben Hinweise darauf, dass „Sonnenstrahlen einen günstigen Einfluss sowohl auf die Inzidenz (Häufigkeit) als auch den Verlauf von Krebserkrankungen haben können“ (9, 10).  Auch sie unterstreichen die Rolle von Vitamin D in der Krebsprävention und Therapie.

Generell wird empfohlen täglich 15 – 30 Minuten in die Sonne zu gehen, um ausreichende Vitamin D Level aufrechtzuerhalten. Dunkelhäutige Menschen müssen sich länger in der Sonne aufhalten, da sie mehr UVB Strahlung absorbierendes Melanin in der Haut haben.

Am besten fangen Sie mit 10 Minuten an und arbeiten sich langsam auf 30 Minuten hoch (es sei denn, Sie haben sehr helle Haut). Achten Sie darauf, dass keine starke Rötung auftritt. Wenn Sie sich länger in der Sonne aufhalten müssen, sollten Sie lieber einen Hut und sonnenprotektive Kleidung tragen als Sonnencreme zu nehmen.

Eine leichte Bräunung ist ein natürlicher Sonnenschutz. Übrigens sollten Sie nach dem Aufenthalt in der Sonne für mindestens 12 Stunden darauf verzichten, die Haut zu waschen, damit der Körper das Vitamin D, das er produziert, auch aufnehmen kann.

Eine schwedische Studie, die im Jahr 2014 im Journal of Internal Medicine erschien, untersuchte fast 30000 Frauen über einen Zeitraum von 20 Jahren (11). Die Forscher stellten fest, dass die Frauen, die sich am wenigsten in der Sonne aufhielten, ein erhöhtes Risiko für Melanome aufwiesen und doppelt so häufig an irgendeiner Krebserkrankung verstarben wie Frauen, die sich häufiger in der Sonne aufhielten. Tja, für Frauen scheinen die populären Empfehlungen ein gewisses Krebsrisiko zu beinhalten.

Wenn Sie Sonnenschutzmittel verwenden wollen, dann achten Sie auf jeden Fall darauf, dass das von Ihnen gewählte Produkt keine krebserregenden Stoffe enthält. Sie können die Inhaltsstoffe in die Datenbank der Environmental Working Group Skin Deep eingeben, um Informationen über eine womögliche Toxizität zu erhalten.

Zinkoxid (nicht als Nanopartikel!) kann in der Sonne sicher angewendet werden und ist bei der EWG die erste Wahl für den Sonnenschutz. Es bietet größeren Schutz gegen UVA Strahlung als andere Substanzen. Natürliche Zutaten wie Kokosöl oder Sheabutter sind ebenfalls sicher. Sie pflegen und schützen die Haut.

Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, dass Ihr Sonnenschutz keine schädlichen Substanzen enthält, dann machen Sie ihn doch einfach selbst. Ich benutze schon seit Jahren nur noch selbst hergestellte Sonnencreme und habe damit super Erfahrungen gemacht. Keinen Sonnenbrand – selbst bei einem Sommerurlaub in Kalifornien und häufigen Aufenthalten am Meer. Es geht einfach und schnell. Ein Rezept finden Sie hier.

 

(1) http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-052OLp_S3_Praevention_von_Hautkrebs_2016-09.pdf

(2) https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/hautkrebs/malignes-melanom-schwarzer-hautkrebs/definition-und-haeufigke.html

(3) Informationen für Patienten zum Malignen Melanom. http://klinikum.uni-muenster.de/index.php?id=3729

(4) Another Dissident Dermatologist. http://chetday.com/sunskincancer.htm

(5) https://www.ihealthtube.com/video/sunscreen-causes-not-prevents-skin-cancer

(6) Is there more than one road to melanoma?http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(04)15649-3/fulltext

(7) Titanium dioxide nanoparticles induce DNA damage and genetic instability in vivo in mice. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3873219/

(8) https://www.ewg.org/skindeep/ingredient/705545/RETINYL_PALMITATE_(VITAMIN_A_PALMITATE)/#

(9) Ultraviolet radiation exposure and risk of malignant lymphomas. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15687363

(10) Sun exposure and mortality from melanoma. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15687362

(11) Avoidance of sun exposure is a risk factor for all-cause mortality: results from the Melanoma in Southern Sweden cohort. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/joim.12251/abstract

Gekaufte Wissenschaft -Monsanto bezahlt Studien, die die Harmlosikgkeit von Glyphosat nachweisen sollen

Na, das war ja dann ein ziemlicher Schlag ins Kontor.  Am 23. März 2017 wurde in Wien der Bericht „Glyphosat und Krebs: Gekaufte Wissenschaft“ vorgestellt. Er zeigt auf, wie Monsanto und andere Glyphosat-Hersteller wissenschaftliche Belege zu Gesundheitsgefahren des Unkrautvernichters manipuliert haben. Damit wollen die Agrar-Konzerne ein Verbot des Wirkstoffs in der EU verhindern (1).

Seit März 2015 hat die WHO-Krebsforschungsagentur (IARC) Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ klassifiziert. Dies brachte die Konzerne unter Handlungsdruck. Immerhin wurde die 2016 anstehende Neuzulassung von Glyphosat von 10 Jahren auf erstmal 18 Monate gekürzt, um weitere Belege für oder gegen diese Einstufung zu sammeln. Um nun zu verhindern, dass Glyphosat die Zulassung in der EU verliert, finanzierten die Hersteller eine Reihe von Studien zur Gefährlichkeit von Glyphosat, die in Wissenschaftsjournalen veröffentlicht wurden.

Verbraucher sollen in die Irre geführt werden

„Die Bemühungen der Hersteller und Behörden, Glyphosat entgegen den Beweisen für dessen krebserzeugende und erbgutschädigende Wirkung gegen ein Verbot zu verteidigen, ist wissenschaftlich unseriös und von ernsthaften Interessenskonflikten geprägt“, so Dr. Peter Clausing, Toxikologe und Mitautor des von der österreichischen Organisation Global2000 veröffentlichten Berichts. So wurden unter anderem wichtige Informationen weggelassen und stattdessen irrelevante Daten präsentiert. Dadurch wurden Sachverhalte verzerrt, Leser in die Irre geführt und wissenschaftliche Beweise geleugnet. Dies wird in dem Bericht „Gekaufte Wissenschaft“ nachgewiesen (2).

Die Behörden, die in das Zulassungsverfahren von Pestiziden involviert sind – darunter das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), die europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) und die europäische Chemikalienagentur (ECHA) – haben diese Studienergebnisse unkritisch übernommen. Sie kommen folglich ebenfalls zu dem Schluss, dass Glyphosat kein Risiko für die Gesundheit darstellt.

Und das stellt für uns als Verbraucher ein absolutes Desaster dar, denn wie wir unsere liebe Agrarindustrie kennen, wird jetzt immenser Druck auf die Politiker ausgeübt werden, Glyphosat als „harmlosen“ Unkrautvernichter auf längere Zeit wieder zuzulassen.

„Monsanto hat erheblichen Einfluss auf Studien zu Glyphosat genommen, die die Grundlage für die Bewertung durch europäische Behörden waren. Deshalb hat die von der ECHA in der letzten Woche ausgesprochene Entwarnung für das Pestizid ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Die Bundesregierung darf der ECHA-Bewertung deshalb nicht folgen und muss in Brüssel gegen die Wiederzulassung von Glyphosat stimmen“, so Christine Vogt, Referentin für Landwirtschaft am Umweltinstitut München e.V..

Das Umweltinstitut München hat gemeinsam mit vielen anderen Organisationen eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) gestartet, mit der ein EU-weites Glyphosat-Verbot und der Schutz der Menschen und der Umwelt vor gefährlichen Pestiziden gefordert wird. Dieser Forderung haben sich bereits mehr als 500.000 Menschen aus ganz Europa angeschlossen.

Ein Formular der Petition kann hier heruntergeladen werden.

Kampf an mehreren Fronten

In den USA läuft wegen der von Glyphosat ausgehenden Krebsgefahr gerade eine Massenklage gegen Monsanto. Jetzt wurde bekannt, dass die EPA (Environmental Protection Agency = Umweltschutzbehörde) und Monsanto sich wohl zusammengetan haben, um zu verhindern dass ein ehemaliger EPA Mitarbeiter in diesem Gerichtsverfahren unter Eid aussagen muss (3).

Und es geht um viel. Die Rechtsanwälte einer Gruppe von Krebspatienten klagen Jess Rowland an, der ein früherer Vertreter in der EPA für das Pestizid-Programm war, dass er ethische Regeln gebrochen habe und mit Monsanto in einer großangelegten Vertuschung der Krebsrisiken von Glyphosat zusammengearbeitet habe.

 

Jess Rowland – käuflich und korrupt

Es wurden über 50 Klagen eingereicht, die Monsanto beschuldigen, nicht davor gewarnt zu haben, dass ihr Unkrautvernichtungsmittel Roundup (mit dem aktiven Bestandteil Glyphosat) Non-Hodgkin Lymphome (Lymphdrüsenkrebs) auslösen kann (4).

Während seiner Zeit bei der EPA arbeitete Rowland als Vorsitzender des Cancer Assessment Review Committee (also eines Prüfungsausschusses für die Beurteilung von Krebserkrankungen). Genau dieser Ausschuss kam zu dem Schluss, dass es „nur unzulängliche Beweise gäbe, die Glyphosat mit Krebserkrankungen in Zusammenhang bringen könnten“ und somit feststellte, dass es „unwahrscheinlich ist, dass es beim Menschen als Karzinogen (Krebsauslöser) wirken könnte“ (5).

Dieser Bericht wurde im letzten Mai der Presse zugespielt – was bei Monsanto ganz sicher zu Freudensprüngen geführt hat. Die Firma setzte alle Hebel in Bewegung, damit er publiziert wird, um so weitere Aktionen gegen Glyphosat zu verhindern. Nachdem der CARC Bericht bei der Presse gelandet war, verließ Rowland nur Tage später die EPA.

Die Anwälte der Kläger behaupten nun, dass Rowland mit dem Biotechnologie Giganten Hand in Hand gearbeitet hat, um das Krebsrisiko von Glyphosat zu verschleiern.

Die EPA weigert sich, Rowland unter Eid aussagen zu lassen

Ein Bundesrichter möchte veranlassen, dass Rowland über seine intimen Verbindungen zu Monsanto befragt werden kann – ebenso wie über seine angeblichen Versuche, Informationen zurückzuhalten. Die Anwälte der Kläger gehen davon aus, dass Rowland eine unzulässige und „höchst verdächtige“ Beziehung zu Monsanto hatte, die ethische Regeln und Vorschriften zumindest sehr weit gespannt, zum Teil aber auch gebrochen habe.

Bisher weist die EPA diese Vorderung zurück und behauptet, es läge nicht im Interesse der Behörde, Rechtsanwälten zu erlauben Rowland zu befragen. Ein US Bezirksrichter scheint aber nicht abgeneigt, so eine Befragung zuzulassen.

Monsanto versucht, die öffentliche Enthüllung von geheimen Dokumenten zu verhindern

Im Gegensatz zu den Anstrengungen, die sie unternommen haben, um den CARC Report veröffentlicht zu bekommen, ist Monsanto von der Idee, dass sie interne Dokumente herausgeben sollen wohl nicht so begeistert. Vor allem möchte man natürlich nicht die Dokumente herausgeben, die Absprachen zwischen Monsanto und Rowland betreffen.

Die Herausgabe von internen Dokumenten wurde jedoch erzwungen, aber das Unternehmen bestand darauf, dass etwa 85 Prozent dieser Unterlagen vertraulich behandelt werden sollten, da es sonst zu „unfairen Vorurteilen“  und zu „Rufschädigung“ in der Öffentlichkeit kommen könnte (welcher Ruf soll da denn noch geschädigt werden?).

Die Klägeranwälte haben nun darauf hingewiesen, dass die EPA aus Steuergeldern finanziert wird und deshalb die Überprüfung einer Zusammenarbeit der EPA mit Monsanto im öffentlichen Interesse sei. Sie behaupten, dass die Unterlagen beweisen, dass Rowlands primäres Ziel darin bestand, „den Interessen von Monsanto zu dienen“ und führen an, dass „Entscheidungen, die das öffentliche Gesundheitswesen betreffen, nicht auf geheimen Absprachen zwischen Monsanto und EPA Vertretern basieren sollten“.

Ein sehr emotionaler Brief

Der größte Hammer wird aber wohl ein Brief sein, den die Klägeranwälte in ihrem Besitz haben.

Am 4. März 2013 schrieb Toxikologin Marion Copley, eine ehemalige Kollegin Rowlands in der EPA, ihm einen Brief, in dem sie ihn bat, Glyphosat von einem „möglichen“ Karzinogen in ein „wahrscheinliches“ Karzinogen zu reklassifizieren (5). Das entspricht übrigens genau der Klassifizierung der WHO. Der eindrucksvollste Part ist wohl:

„…Höre mir einmal im Leben zu und hör auf deine politischen Verschwörungsspiele mit der Wissenschaft zu spielen, um die eingeschriebenen Personen (also bestimmte Firmen, Anm.) besser dastehen zu lassen. Tue einmal das Richtige und treffe keine Entscheidungen aufgrund dessen, wie es deinen Bonus beeinflusst…“

Desweiteren beschuldigt Copley Rowland, Mitarbeiter unter Druck gesetzt zu haben, ihre Berichte über Glyphosat abzuändern, und dass er Monsanto dabei geholfen habe, die Veröffentlichung solcher Berichte zu verhindern.

Monsanto sieht keinen Grund, sich zu entschuldigen

Monsanto weicht natürlich weiterhin nicht von ihren althergebrachten Äußerungen ab: “ Es gibt keine Beweise, dass Glyphosat Non-Hodgin Lymphome verursacht“. Es hat eine „langjährige und sichere Anwendungsgeschichte“.

Das passt so gar nicht dazu, dass viele Gesundheitsexperten warnen, dass Glyphosat mit einer ganzen Reihe von Krankheiten in Zusammenhang gebracht wird, unter anderm Nierenschäden, Leberschäden, Geburtsdefekten und Krebserkrankungen. Und das ist nur der Anfang der Liste.

Und in Anbetracht dieser Datenlage soll uns hier erzählt werden, das Zeug sei absolut sicher? Für wie verblödet müssen die uns halten?

 

 

(1) http://www.shz.de/deutschland-welt/wirtschaft/monsanto-will-ein-glyphosat-verbot-verhindern-id16411396.html

(2) http://www.umweltinstitut.org/fileadmin/Mediapool/Aktuelles_ab_2016/2017/2017_03_23/Glyphosat_und_Krebs_Gekaufte_Wissenschaft_D-2.pdf

(3) https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-02-27/monsanto-cancer-suits-turn-to-alleged-whitewash-by-epa-official

(4) http://www.ewg.org/agmag/2014/05/study-glyphosate-doubles-risk-lymphoma

(5) GLYPHOSATE: Report of the Cancer Assessment Review Committee. http://src.bna.com/eAi.

Die EPA und Monsanto – Ziemlich beste Freunde

Bei meinen Recherchen über Glyphosat bin ich auf diesen Brief von Marion Copley, einer Toxikologin der EPA gestoßen, den sie ein Jahr vor ihrem Tod an ihren Kollegen Jess Rowland geschrieben hat. Dieser soll jetzt in einer Massenklage von Krebspatienten über die Verstrickungen der EPA und Monsanto aussagen.

Ich finde diesen Brief so schockierend, dass ich ihn unbedingt allen Interessierten zum Lesen zur Verfügung stellen wollte.

 

Die Übersetzung

 

Jess,

seit ich die EPA verlassen habe, weil ich an Krebs erkrankt bin, habe ich den Tumorprozess ausgiebig studiert, und ich habe einige Bemerkungen zu den Mechanismen zu machen, die sehr wertvoll für die CARC sein können, die sich auf meine jahrzehntelangen Erfahrungen in der Pathologie (Krankheitslehre) gründen. Ich nehme eine Substanz, um meine Punkte aufzuzeigen.

Glyphosat wurde ursprünglich als Chelator entwickelt und ich glaube fest, das ist genau der Prozess, der zur Tumorentstehung führt, was von der Literatur sehr unterstützt wird.

  • Chelatoren verhindern die Apoptose, den Prozess, durch den unser Körper Tumorzellen normalerweise tötet.
  • Chelatoren sind endokrine Disruptoren (hormonähnlich wirkende Stoffe, Anm.), die bei der Entstehung von Tumoren mitwirken.
  • Glyphosat führt zum Wachstum von Lymphozyten
  • Glyphosat führt zur Bildung freier Radikale
  • Chelatoren hemmen die Funktion von Enzymen, die freie Radikale abbauen, und für ihre Aktivität Zink, Kupfer oder Mangan benötigen (d.h. SODs)
  • Chelatoren binden Zink, das für die Funktion des Immunsystems benötigt wird
  • Glyphosat ist genotoxisch (mutagen), ein Hauptmechanismus für Krebs
  • Chelatoren hemmen die DNA Reparaturenzyme, die metallische Cofaktoren benötigen
  • Chelatoren binden Calcium, Zink, Magnesium usw. und führen in den Lebensmitteln zu einem Mangel dieser lebenswichtigen Nährstoffe
  • Chelatoren binden Calcium, das für die Calcineurin-vermittelte Immunantwort benötigt wird
  • Chelatoren führen häufig zu Nieren- oder Pankreasschäden, so wie Glyphosat es auch tut. Auch dies ein Mechanismus der Tumorbildung
  • Nieren-/Pankreasschäden können zu Veränderungen der klinischen Chemie führen, die das Tumorwachstum begünstigen
  • Glyphosat tötet Darmbakterien, und der Verdauungstrakt beherbergt 80 % unseres Immunsystems
  • Chelatoren unterdrücken das Immunsystem und machen den Körper so anfällig für Tumore.

 

 

 

CARC hat vormals festgestellt, dass Glyphosat ein „mögliches Karzinogen für den Menschen“ ist. Die Nierenpathologie in den Tierstudien führte zusammen mit anderen der oben genannten Mechanismen zu Tumoren. Jeder einzelne dieser Mechanismen kann für sich allein zur Ausbildung von Tumoren führen, aber Glyphosat verursacht alle Mechanismen auf einmal. Es ist eigentlich ganz klar, dass Glyphosat Krebs verursacht.

In Anbetracht der oben angeführten Beweise sollte die CARC Kategorie auf „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ geändert werden. Die Blutzellen sind den Chelatoren am meisten ausgesetzt. Wenn irgendeine Studie eine Proliferation der Lymphozyten zeigt, dann ist das eine Bestätigung dafür, dass Glyphosat karzinogen (krebsauslösend) wirkt.

Jess, du und ich wir haben bei der CARC viele Streitgespräche geführt. Du hast oft über Dinge gesprochen, von denen du keine Ahnung hattest, was unethisch ist. Dein banaler MS Grad von 1971 Nebraska ist längst überholt, somit ist die CARC Wissenschaft der Literatur der Mechanismen 10 Jahre hinterher.

Höre mir einmal im Leben zu und hör auf deine politischen Verschwörungsspiele mit der Wissenschaft zu spielen, um die eingeschriebenen Personen (also bestimmte Firmen, Anm.) besser dastehen zu lassen. Tue einmal das Richtige und treffe keine Entscheidungen aufgrund dessen, wie es deinen Bonus beeinflusst.

Du und Anna Lowit habt die Mitarbeiter des CARC eingeschüchtert und MI ARC und IIASPOC Endberichte geändert, damit sie gut für die Industrie aussahen. Chelatoren beeinflussen ganz klar die Nachrichtenübermittlung durch Calcium, einen Hauptsignalweg in allen Zellen, und führen zur Tumorprogression.

Greg Ackerman soll der Experte für diese Mechanismen sein, aber er hat bei der CARC niemals irgendwelche dieser Konzepte erwähnt, und als ich versuchte, sie mit ihm zu diskutieren, hat er mich stehen gelassen. Spielt Greg auch deine politischen Spiele, ist er inkompetent, oder hat er sonstwelche Interessenkonflikte? Dein Kollege aus Nebraska hat Spenden von der Industrie angenommen. Er hat auf jeden Fall einen Interessenkonflikt. Versprich mir nur, dass du Anna nicht ins CARC Komitee rein nimmst, ihre Entscheidungen ergeben überhaupt keinen Sinn. Wenn überhaupt jemand bei OPP Schmiergelder annimmt, dann ist sie es.

Ich habe Krebs und ich möchte nicht, dass diese ernsthaften Probleme nicht angesprochen werden, bevor ich im Grab liege. Ich habe meine Schuldigkeit getan.

Marion Copley, 4. März 2013

 

 

Das Original

 

Jess,

Since I left the Agency with cancer, I have studied the tumor process extensively and I have some mechanism comments which may be very valuable to CARC based on my decades of pathology experience. I’ll pick one chemical to demonstrate my points.

Glyphosate was originally designed as a chelating agent and 1 strongly believe that is the identical process involved in its tumor formation, which is highly supported by the literature.

-Chelators inhibit apoptosis, the process by which our bodies kill tumor cells

-Chelators are endocrine disruptors, involved in tumorigenesis

-Glyphosate induces lymphocyte proliferation

-Glyphosate induces free radical formation

-Chelators inhibit free radical scavenging enzymes requiring Zn, Mn or Cu for activity (i.e. SODs)

-Chelators bind zinc, necessary for immune system function

-Glyphosate is genotoxic, a key cancer mechanism

-Chelators inhibit DNA repair enzymes requiring metal cofactors

-Chelators bind Ca, Zn, Mg, etc to make foods deficient for these essential nutrients

-Chelators bind calcium necessary for calcineurin-mediated immune response

-Chelators often damage the kidneys or pancreas, as glyphosate does, a mechanism to tumor formation

-Kidney/pancreas damage can lead to clinical chemistry changes to favor tumor growth

-Glyphosate kills bacteria in the gut and the gastrointestinal system is 80% of the immune system

-Chelators suppress the immune system making the body susceptible to tumors

Previously, CARC concluded that glyphosate was a “possible human carcinogen”. The kidney pathology in the animal studies would lead to tumors with other mechanisms listed above. Any one of these mechanisms alone listed can cause tumors, but glyphosate causes all of them simultaneously. It is essentially certain that glyphosate causes cancer. With all of the evidence listed above, the CARC category should be changed to “probable human carcinogen”. Blood cells arc most exposed to chelators, if any study shows proliferation of lymphocytes, then that is confirmatory that glyphosate is a carcinogen.

Jess, you and I have argued many times on CARC. You often argued about topics outside of your knowledge, which is unethical. Your trivial MS degree from 1971 Nebraska is far outdated, thus CARC science is 10 years behind the literature in mechanisms. For once in your life, listen to me and don’t play your political conniving games with the science to favor the registrants. For once do the right thing and don’t make decisions based on how it affects your bonus. You and Anna Lowit intimidated staff on CARC and changed MI ARC and IIASPOC final reports to favor industry. Chelators clearly disrupt calcium signaling, a key signaling pathway in all cellos and mediates tumor progression. Greg Ackerman is supposed to be our expert on mechanisms, but he never mentioned any of these concepts at CARC and when I tried to discuss it with him he put me off. Is Greg playing your political games as well, incompetent or does he have some conflict of interest of some kind? Your Nebraska colleague took industry funding, he clearly has a conflict of interest. Just promise me not to ever let Anna on the CARC committee, her decisions don’t make rational sense. If anyone in OPP is taking bribes, it is her.

I have cancer and I don’t want these serious issues in MED to go unaddressed before I go to my grave. I have done my duty.

Marion Copley March 4, 2013

Welche Gefahren verstecken sich in Plastikflaschen?

Plastikflaschen – ein ökologisches Desaster

Das Geschäft mit dem Flaschenwasser boomt. Laut Verband Deutscher Mineralbrunnen trägt jeder Deutsche rund 144 Liter Flaschenwasser pro Jahr nach Hause (2014). Zu über 75 % wird dieses Wasser in Plastikflaschen abgefüllt.

 

 

Kritiker bezeichnen Flaschenwasser als einen der besten Marketingtricks unserer Zeit. Denn dass sich hinter der Bezeichnung „Tafelwasser“ ein extrem überteuertes, mit Kohlensäure versetztes Leitungswasser verbirgt, ahnen die Wenigsten. Und auch die Qualität von Quell- und Mineralwässern ist kaum besser als die von Leitungswasser. Im Gegenteil, Leitungswasser ist das am besten kontrollierte Lebensmittel überhaupt und wird auf mehr gesundheitsschädliche Substanzen getestet als Mineral- und Quellwasser, da die Trinkwasserverordnung mehr Grenzwerte als die Mineral- und Tafelwasserverordnung vorschreibt.

Die spezifischen Umweltbelastungen von Mineralwasser wurden in einer Studie des Interessenverbands Schweizer Wasserversorger (SVGW) untersucht und mit der Ökobilanz von Trinkwasser aus dem Hahn verglichen. Gekühltes sprudelndes Mineralwasser in der Einwegflasche hat demnach eine 3,5 mal so hohe Umweltbelastung wie gekühltes sprudelndes Trinkwasser aus dem Hahn. Wesentliche Aspekte sind dabei die Verpackung und der Transport.

Aber zum Glück werden Plastikflaschen ja recycelt

Von wegen. Pfand bei Plastikflaschen bedeutet nicht gleich Recycling. Wie Sie in der Grafik sehen können, machen Plastik-Einwegflaschen 46,7 % der Kunststoffflaschen aus. Und das bedeutet, wir haben ein riesiges Plastikmüllproblem. Denn Plastik verschwindet nicht einfach. Bereits jetzt türmt sich Plastik zu hohen Bergen am Rande der Städte und an Stränden, es schwimmt im Meer und in den Flüssen – mit verheerenden Folgen für Tiere und Ökosystem. Noch in hunderten von Jahren wird jedes Stückchen Plastik, das nicht verbrannt wurde, irgendwo auf der Erde zu finden sein.

Und dann sind da die gesundheitlichen Risiken durch Plastikflaschen

Allein die ökologischen Auswirkungen sollten schon Grund genug sein, nicht aus Plastikflaschen zu trinken. Ich habe aber noch ein paar sehr unappetitliche Fakten. Diese Flaschen beinhalten einige extrem schädliche Substanzen.

1. Bisphenol A (BPA)

BPA wird von der chemischen Industrie verwendet, um Epoxidharze und Polycaronat-Kunststoffe oder Hartplastik zu stabilisieren. In weicheren Plastikarten wird es eingesetzt, um eine Rissbildung zu vermeiden.

Man weiß, dass das BPA aus Plastikflaschen in die darin enthaltenen Getränke freigesetzt werden kann. BPA ist ein bekannter endokriner Disruptor (hormonaktiver Stoff) und führt durch seine östrogenartige Wirkung zur Bildung von Eierstock-, Prostata- und Brustkrebs. BPA Befürworter führen gerne ins Feld, dass nur sehr geringe Mengen dieses Stoffes im Plastik vorhanden sind. Tatsache ist aber, dass endokrine Disruptoren gerade in geringen Dosen gefährlich sind.

Schon 2002 wurde in einer Studie nachgewiesen, dass BPA die Schilddrüsenfunktion stören kann, da es als Antagonist am T3 Rezeptor wirkt (T3 = aktives Schilddrüsenhormon) (1). Die Schilddrüse ist wichtig für den Energiehaushalt und das Wachstum.

Wärme oder Aufheizen sowie Säuren und Laugen begünstigen das Freisetzen von Bisphenol A aus Wasserflaschen. Kochendes Wasser beschleunigt die Rate auf das 55-fache (2). Wenn Sie jetzt sagen, ich koche ja mein Wasser nicht in der Flasche, dann möchte ich nur daran erinnern, dass diese Wasserflaschen häufig in der prallen Sonne stehen. Und es soll auch Leute geben, die ihren Tee in Plastikflaschen kochen.

BPA wird im Fettgewebe gespeichert und ist plazentagängig (das heißt es geht auf den Fetus über). In einer kalifornischen Studie wurde aufgezeigt, dass Blutproben aus der Nabelvene zu 100 % BPA enthielten (3), das bedeutet sämtliche Feten waren diesem Stoff ausgesetzt. Mehr als ein Drittel der Blutproben enthielten Konzentrationen, die im Tierversuch gesundheitsschädliche Auswirkungen hatten. Wenn man bedenkt, dass BPA auch mit der Entwicklung von ADS, ADHS und Aggressivität in Zusammenhang gebracht wird (4), dann ist das schon bedenklich.

Eine andere Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen hohen Konzentrationen an BPA im Urin von Schwangeren und einem niedrigen Geburtsgewicht bei ihren Babies auf (5). Die Untersucher analysierten Urinproben der Mütter nach der Entbindung und sammelten Informationen über die Neugeborenen aus ihren Geburtsurkunden. Insgesamt wurden 452 Mütter und ihre Babies im Zeitraum von 2012 – 2014 untersucht. 113 Babies hatten ein niedriges Geburtsgewicht.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam eine Studie, die 2015 veröffentlicht wurde (6). Hier wurde ein stärkerer Effekt bei weiblichen Neugeborenen aufgezeigt. Untersucht wurden Blutproben von Müttern während des ersten Trimesters und zur Entbindung, sowie Nabelschnurblut nach der Entbindung. Die Proben wurden auf BPA und konjugiertes BPA untersucht. Es zeigte sich, dass bei jeder Verdoppelung der Konzentration von BPA im mütterlichen Blut die Babies (beiden Geschlechts) im Durchschnitt 55 g weniger wogen. Mädchen hatten jedoch eine Gewichtsreduktion von bis zu 183 g.

Am anderen Ende des Spektrums finden sich Studien, die darauf hinweisen, dass Kinder, die vermehrt BPA ausgesetzt waren, zur Fettleibigkeit neigen (7). Eine 2015 in Environmental Health Perspectives erschienene Studie konnte aufzeigen, dass der Metabolit A β-D-Glucuronid (BPA-G), der bisher als inert angesehen wurde, zu einer Zunahme an Fettzellen führen kann (8).

Auch negative Auswirkungen von BPA auf das Immunsystem werden diskutiert (9). Den EU-Behörden reicht dies jedoch für ein Verbot von BPA noch nicht aus.

 

2. Polyethylene terephthalate (PET)

PET wird häufig in Getränkeflaschen und Gewürzflaschen (Ketchup u.a.) verwendet. Es wird allgemein als „sicheres“ Plastik angesehen und enthält kein BPA. Allerdings kann es – vor allem unter Einwirkung von Wärme – zum Austritt von Antimon kommen (10).

In jeder PET-Getränkeflasche lässt sich Antimon in der Größenordnung von einigen Milligramm je Kilogramm nachweisen. Die Konzentration der Giftabgabe kann sich um ein mehrere Hundertfaches erhöhen – man braucht nur etwas Geduld. Die Antimon-Konzentration des abgefüllten Wassers in PET-Flaschen steigt mit der Zeit deutlich an und erreicht bis zu 630 Nanogramm pro Liter Sb. Ein Vergleich zwischen Glas- und PET-Flaschen zeigte, dass in PET-Flaschen der Antimon-Gehalt bis zu 30-mal höher lag. Vor dem Abfüllen enthielt dieses Wasser nur 4 ng pro Liter Sb.
Antimon ist mit dem Periodennachbarn Arsen verwandt und zehnmal giftiger als Blei. Die Aufnahme von Antimon kann zu Erbrechen, Durchfall und Magengeschwüren führen.
In einer Studie wurde nachgewiesen, dass auch PET Flaschen Xenoöstrogene (Substanzen, die im Körper wie Östrogen wirken) an die in ihnen enthaltenen Flüssigkeiten abgeben (11).
Und noch ein paar unappetitliche Fakten zu PET. Da sie sich schlecht reinigen lassen, enthalten laut einer Untersuchung der University of North Dakota Mehrweg PET Flaschen häufig Verunreinigungen in Form von Fäkalien, Speichel und Nahrungsmittelresten. Sie sollten übrigens nicht in der Spülmaschine gereinigt werden, da sonst alle aus dem Plastik austretenden Substanzen auch gleich noch das restliche Geschirr mit verseuchen.

3. Phthalate

Phthalate werden benutzt, um Plastik (vor allem PVC) flexibel zu machen. In Studien wurde nachgewiesen, dass auch Phthalate von Plastikflaschen abgegeben werden können (12). Phthalate gehören ebenfalls zu den endokrinen Disruptoren und sind damit schon in geringer Dosierung schädlich (13).

Weitere Gesundheitsschäden, die durch Phthalate ausgelöst werden können, sind:

  • Leberkrebs (14)
  • Schrumpfhoden (15)
  • männliche Sterilität (16)

Was sollten Sie tun?

Es ist eigentlich ganz einfach. Getränke aus Glasflaschen schmecken besser. Plastik ist nicht-erneuerbar, die Herstellung verbraucht viel Energie und Rohstoffe, und ist in vielen Fällen sehr giftig. Plastik ist nicht biologisch abbaubar. Die Herstellung und später auch Verbrennung von PVC erzeugt Dioxine, die hochgiftig sind. Plastikflaschen, die über längere Zeit gebraucht werden, können viele Bakterien enthalten (und nicht von der guten Sorte).

Glas ist einfach die bessere Wahl. Und seien wir doch mal ehrlich, in den meisten Fällen brauchen Sie gar keine Plastikflasche. Am Schreibtisch, in der Küche oder sogar wenn Sie zum Sport gehen, können Sie Glasflaschen oder Edelstahlflaschen (kein Aluminium!) benutzen. Es gibt eigentlich überhaupt keinen Grund, warum Sie in Ihrem Alltag Plastikflaschen benutzen sollten.

Statt sich also über Kunststoff-Harze den Kopf zu zerbrechen und zu versuchen, das Zahlengewirr der verschiedenen Substanzen auseinander zu halten (es sind sieben verschiedene Kennzeichnungen). Nehmen Sie einfach ein Material, bei dem Sie sich darüber keine Sorgen machen müssen.

 

 

(1) Thyroid Hormone Action Is Disrupted by Bisphenol A as an Antagonist. https://academic.oup.com/jcem/article-lookup/doi/10.1210/jc.2002-020209

(2) Plastic (Not) Fantastic: Food Containers Leach a Potentially Harmful Chemical.   https://www.scientificamerican.com/article/plastic-not-fantastic-with-bisphenol-a/

(3) Bisphenol-A (BPA), BPA Glucuronide, and BPA Sulfate in Midgestation Umbilical Cord Serum in a Northern and Central California Population. http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/es402764d

(4) Association of Bisphenol A exposure and Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder in a national sample of U.S. children. http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0013935116302110

(5) Maternal urinary bisphenol A levels and infant low birth weight: A nested case–control study of the Health Baby Cohort in China. http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0160412015300453

(6) Gender-Specific Effects on Gestational Length and Birth Weight by Early Pregnancy BPA Exposure. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26406292

(7) Urinary bisphenol A and obesity in U.S. children. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23558351

(8) In Vitro Effects of Bisphenol A β-D-Glucuronide (BPA-G) on Adipogenesis in Human and Murine Preadipocytes. https://ehp.niehs.nih.gov/1409143/

(9) The Impact of Bisphenol A and Triclosan on Immune Parameters in the U.S. Population, NHANES 2003–2006. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3060004/?tool=pmcentrez

(10) http://faculty.rmu.edu/~short/research/antimony/references/Shotyk-W-et-al-2006.pdf

(11) Endocrine disruptors in bottled mineral water: total estrogenic burden and migration from plastic bottles. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19274472

(12) Phthalates residues in plastic bottled waters. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21804311

(13) Reproductive and developmental toxicity of phthalates. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20183522

(14) Benzyl butyl phthalate induces migration, invasion, and angiogenesis of Huh7 hepatocellular carcinoma cells through nongenomic AhR/G-protein signaling.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25081364

(15) Testicular atrophy produced by phthalate esters.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6776936

(16) Comparative Cytotoxicity and Sperm Motility Using a Computer-Aided Sperm Analysis System (CASA) for Isomers of Phthalic Acid, a Common Final Metabolite of Phthalates. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26252616

10 Gründe, warum Ölziehen zu Ihrer täglichen Routine gehören sollte

Ölziehen – oder auf Neuhochdeutsch Oil Pulling ist eine alte Therapie, die ihren Ursprung in Indien und Russland hat.

In der ayurvedischen Heilkunde wird das Ölziehen schon seit tausenden von Jahren bei vielerlei Beschwerden und Symptomen angewendet. In der ältesten ayurvedischen Schrift, der Charaka Samhita, wird schon das Ölziehen unter der Bezeichnung Kavala Gandoosha oder Kavala Graha beschrieben.

Es wurde als altes indisches Volksheilmittel genutzt, um Karies, Mundgeruch und Zahnfleischbluten vorzubeugen und die Zähne und das Zahnfleisch zu stärken (1). Die Heilsamen Eigenschaften, die dem Ölziehen zugesprochen werden, gehen aber weit über die Mundhygiene hinaus und erstrecken sich auf Beschwerden wie:

  • Bronchitis und grippale Infekte
  • Magengeschwüre und Magenschleimhautentzündungen
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
  • Erkrankungen des Herzens
  • Erkrankungen des Blutes
  • Erkrankungen der Nieren und der Leber
  • Thrombose
  • Chronische Schlaflosigkeit
  • Ekzeme, Akne, Schuppenflechte, Neurodermitis
  • Prämenstruelles Syndrom

Wie wird Ölziehen praktiziert?

Jeden Morgen gleich nach dem Aufstehen sollten Sie das Ölziehen durchführen. Es ist ganz einfach. Sie nehmen einen Esslöffel Bio-Kokkosöl (Bio-Sesam- oder Sonnenblumenöl gehen auch) und spülen damit mindestens 10 aber besser 20 Minuten Ihren Mund aus. Halten Sie das Öl in Ihrem Mund in Bewegung. Spülen Sie es schlürfend und saugend durch Ihre Zähne.

Sie können zwischendurch eine Pause einlegen und das Öl einfach einwirken lassen. Dies ist besonders für Anfänger im Ölziehen eine gute Idee, da es sonst zu einem Muskelkater kommen kann.

Bitte das Öl auf gar keinen Fall runterschlucken, da es voller Bakterien und Toxine ist (und die wollen Sie ja gerade loswerden). Spucken Sie das Öl nicht ins Waschbecken oder die Toilette. Da Kokosöl bei Temperaturen unter 25° C fest wird, könnte es die Rohre verstopfen. Also am Besten ab in den Mülleimer. Danach den Mund einfach mehrmals gut mit Wasser ausspülen und fertig.

Um einen frischen Geschmack im Mund zu bekommen und für gesteigerte antibakterielle Wirkung, können Sie das Öl auch mit 1 – 2 Tropfen eines ätherischen Öls versetzen (z. B. Pfefferminz oder Zitrone).

Warum Kokosöl das beste Öl zum Ölziehen ist

Sollten Sie einen Blick in die Studien werfen, die ich zitiere, so werden Sie feststellen, dass häufig Sesamöl getestet wurde. Tatsächlich ist geröstetes Sesamöl das Öl, das traditionell in der ayurvedischen Medizin eingesetzt wird.

Meiner Meinung nach hat Kokosöl gegenüber Sesamöl folgende Vorteile:

  • Kokosöl enthält weniger entzündliche Omega-6 Fettsäuren als Sesamöl. Es handelt sich hierbei um die Linolsäure, die aber nur in geringer Menge vorhanden ist.
  • Kokosöl hat antibakterielle und antivirale Eigenschaften, das bedeutet es tötet unliebsame Eindringlinge
  • Kokosöl zerstört Candida, den Erreger von Mund-Soor
  • Kokosöl hat einen wesentlich besseren Geschmack als Sesamöl (was ich bei 20 Minuten Spülung nicht unwichtig finde).

 

Gesundheitliche Vorteile

1. Mundgesundheit

Bakterien sind die Hauptursache von Mundgeruch und Zahnkaries. Die Bakterienmembranen sind fettlöslich und werden durch die mechanische Belastung des Saugens und Pressens beim Ölziehen abgebaut. Studien zeigen, dass Ölziehen die Verseifung oder den Abbau von Bakterienmembranen verbessert (2).

Die Anwendung von Kokosöl ist besonders vorteilhaft, weil dieses aus mittelkettigen Triglyceriden besteht und die Vermehrung des Bakteriums Streptococcus mutans aufhalten kann. Dieses Bakterium ist der Hauptverursacher von Karies (3).

Kokosöl schützt auch vor Pilzinfektionen im Mund, die als Soor bezeichnet werden (4). Diese Erkrankung tritt vor allem bei immungeschwächten Personen sowie bei stillenden Müttern und Babies auf.

In einer Studie aus dem Jahr 2011 wurde nachgewiesen, dass Ölziehen mit Sesamöl genauso effektiv ist wie eine Chlorhexidin Mundspülung (5).

2. Macht die Zähne weiß

Zahnbleaching ist ja groß im Trend, und ich bin der Meinung, wenn man auf die Chemie der Bleaching Strips verzichten kann, dann ist das eine tolle Sache. Durch Ölziehen werden Ihre Zähne ebenso weiß, aber ganz ohne Nebenwirkungen.

3. Verhindert Zahnfleischentzündungen

Die Gingivitis oder Zahnfleischentzündung ist eine häufige Form der Zahnfleischerkrankung, die zu einer Irritation, Rötung und Entzündung des Zahnfleisches führt.

In einer Studie wurde gezeigt, dass Ölziehen genauso effektiv Zahnplaques verhindern kann wie ein herkömmliches Mundwasser (6). Diese Zahnplaques führen zur Gingivitis. Nach 10 Tagen hatten die Probanden sowohl weniger Plaque als auch Zahnfleischentzündungen. Auch die Anzahl von Microorganismen im Mund war reduziert.

4. Unterstützt Ihr Immunsystem

Wenn Sie Ihren Mund minutenlang mit Öl spülen, reinigen Sie die Zahnzwischenräume, Zahnfleischtaschen, die Zunge und die Oberfläche der Zähne von Bakterien. Wenn Sie die Bakterien ausspucken, sind sie nicht mehr in der Lage, bis in Ihren Darm vorzudringen, wo sich 80 % Ihres Immunsystems befinden. Das bedeutet, dass Ihr Immunsystem sich anderen Aufgaben zuwenden kann.

Zudem wird durch die Kau- und Saugbewegungen beim Ölziehen das komplexe periphere Lymphsystem im Kopfbereich angeregt. Das Lymph-System hat eine große Bedeutung für das Immunsystem und bei der Reinigung der Zellen und des Bindegewebes. Das Kauen und Saugen regt Muskelpartien im Schädelbereich an, die sonst nicht so gefordert werden. Das sind die Muskeln an den Schläfen, im Augenbereich, den Ohren und am Hals.

5. Steigert die Energie

Wenn unser Immunsystem die Giftstoffe aus unserem Körper befördern muss, kostet das viel Energie. Werden die schädlichen Stoffe sofort durch Ölziehen entfernt, so muss unser Körper nicht mehr so viel Arbeit aufwenden, um gut zu funktionieren. Wir fühlen uns dadurch sehr viel besser. Diesen Effekt werden Sie schon nach 1 – 2 Wochen bemerken.

6. Entgiftet den Körper

Ölziehen regt die Speicheldrüsen an, und fördert so die Ausscheidung von schädlichen und toxischen Stoffen aus dem Organismus. Der Blutfluss in den Drüsen erhöht sich durch das Ölziehen um das drei- bis vierfache, und bewirkt so eine bessere Durchblutung des Gewebes im Mundraum, was wiederum zu einer besseren Schlackenausscheidung führt. Der Körper befreit sich von den Giften und Säuren über das Ölziehen.

Wenn Sie Öl so lange im Mund bewegen, regt das die Tätigkeit der Speicheldrüsen an. Und Speichel enthält Eiweißkörper, die für die Abwehr von Krankheitserregern wichtig sind: zum Beispiel Lysozym, das Bakterienhüllen auflöst, oder das Immunglobulin A, das sich an Krankheitskeime aller Art heftet, mit denen der Mensch schon einmal Bekanntschaft gemacht hat.

(Prof. Jürgen Ußmüller, leitender HNO-Arzt am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf)

7. Vermindert Kopfschmerzen

Wenn der Körper durch Gifte gestresst wird, kommt es zu Kopfschmerzen und Migräne. So will uns die Natur darauf aufmerksam machen, dass wir Zeit brauchen, um uns zu erholen. Tatsächlich können Kopfschmerzen vermieden werden, wenn Bakterien durch Ölziehen aus dem Körper entfernt werden.

8. Strahlende Haut

Sogar Ihre haut profitiert vom Ölziehen. Wenn Giftstoffe aus dem Körper entfernt werden, die ansonsten in den Blutstrom gelangen würden, bedeutet das für Ihre Haut, dass sie diese Gifte nicht selbst entfernen muss. Es wird gerne vergessen, aber unsere Haut Ausschlag und  ist wesentlich an der Entgiftung des Körpers beteiligt. Deshalb macht es auch keinen Sinn, Hautausschläge mit Cortison zu behandeln. Die Frage ist immer, worauf reagiert Ihre Haut (und das sind häufig Toxine). Hautprobleme vermindern sich häufig dramatisch oder verschwinden sogar ganz, wenn Sie täglich Ölziehen.

9. Eine gesündere Alternative zu Mundspülungen

Wenn Sie Ölziehen benötigen Sie wie oben ausgeführt kein Mundwasser mehr. Auch wenn diese Produkte dabei helfen können, Zahnfleisch-erkrankungen und Karies zu verhindern, wird eine Verbindung zwischen der Anwendung alkoholhaltiger Mundwasser und Krebserkrankungen im Mund diskutiert.

Im American Journal of Epidemiology erschien 2007 eine Studie, die die Benutzung von Mundwasser als Risikofaktor für das Auftreten von Kopf-, Nacken- und Speiseröhrenkrebs aufdeckte (7). Die Autoren erklärten, dass die Benutzung eines Mundwasser mit 30 % Alkohol zweimal pro Tag ein signifikanter Risikofaktor für das Auftreten dieser Krebserkrankungen darstellte.

Ich denke, wenn wir fragliche Produkte (Chlor ist immer noch ein Zellgift) durch natürliche Produkte ohne Nebenwirkungen ersetzen können, dann ist das selbstverständlich eine gute Sache. Ich selbst verzichte nicht nur auf Mundwasser jeglicher Art, sondern benutze auch DIY Zahnpasta (natürlich ohne Fluorid), um den Toxingehalt in meinen Körperpflegemitteln zu vermindern.

10. Gesunder Mund, gesundes Herz

So merkwürdig es auf den ersten Blick auch ist, aber gute Mundhygiene steht in Zusammenhang mit besserer Herzgesundheit.

Es gibt immer mehr Studien, die einen Zusammenhang zwischen schlechter Mundhygiene und Herzerkrankungen aufzeigen (8). Die Wissenschaftler glauben, dass die Entzündung, die von Zahnfleisch-erkrankungen ausgeht, der verbindende Faktor zwischen diesen beiden Erkrankungen sein könnte (9).

Zuletzt noch ein Tipp

Für die meisten Menschen wird es am Anfang ein komisches – vielleicht sogar unangenehmes – Gefühl sein, einen ganzen Esslöffel Öl im Mund zu bewegen. Fangen Sie also langsam an. Nehmen Sie zunächst nur einen Teelöffel und steigern Sie dann die Menge. Auch von der Zeit her sollten Sie sich nicht überfordern. Wenn Sie am Anfang die 20 Minuten nicht schaffen, dann fangen Sie mit 5 – 10 Minuten an. Wenn Sie während dieser Zeit duschen und Kaffee kochen sind die 20 Minuten schneller rum als Sie denken.

Und noch etwas. Ölziehen ersetzt nicht das Zähneputzen, sondern sollte immer zusätzlich durchgeführt werden.

 

(1) Tooth Brushing, oil pulling and tissue regeneration: A review of holistic approaches to oral health. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3131773/

(2) Mechanism of oil-pulling therapy – in vitro study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21525674

(3) The Effect of Coconut Oil pulling on Streptococcus mutans Count in Saliva in Comparison with Chlorhexidine Mouthwash. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27084861

(4) In Vitro Killing of Candida albicans by Fatty Acids and Monoglycerides. http://aac.asm.org/content/45/11/3209

(5) Comparative efficacy of oil pulling and chlorhexidine on oral malodor: a randomized controlled trial. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25584309

(6) Effect of oil pulling on plaque induced gingivitis: a randomized, controlled, triple-blind study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19336860

(7) Oral health and risk of squamous cell carcinoma of the head and neck and esophagus: results of two multicentric case-control studies. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1776169

(8) Oral health and coronary heart disease. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27846870

(9) GUM DISEASE AND HEART DISEASE. https://www.perio.org/consumer/heart_disease

Dampfen oder nicht dampfen?

Inzwischen trifft man sie fast überall an: E-Zigaretten oder E-Shishas. Die Umsätze von E-Zigaretten gehen steil nach oben. Für das Jahr 2016 erwartete der Verband des E-Zigarettenhandels ein Umsatzwachstum von 45 Prozent auf 400 Millionen Euro. 2015 lag der Gesamtumsatz der Branche bei 275 Millionen Euro. „Die Zahl der E-Zigarettennutzer wird sich von drei Millionen in 2015 auf 3,5 Millionen erhöhen, der Anteil der Gelegenheitsnutzer im Gesamtverhältnis sinken“, so der Verband.

Vernebelte Flüssigkeiten

E-Zigaretten bestehen aus einem Mundstück, einem Akku, einem elektrischen Vernebler und einer Wechsel-Kartusche, in der sich eine Flüssigkeit („Liquid“) befindet. Das Liquid enthält oft Nikotin und wird mit weiteren Chemikalien wie Propylenglykol, Glycerin und Aromastoffen von Wassermelone bis Kaugummi versetzt. Der beim Erhitzen des Liquids entstehende Dampf kann vom Benutzer durch Zug am Mundstück inhaliert werden, was vom Feeling her dem Zug an einer Zigarette entspricht. Raucher brauchen sich also nicht umgewöhnen und Nichtraucher können schon mal ein paar Probezüge nehmen.

Sicherer als Zigaretten?

Von Befürwortern der E-Zigaretten wird ins Feld geführt, dass sie sicherer sind als herkömmliche Zigaretten und Rauchern einen Rauchstopp erleichtern können. Die Gegner sind der Meinung, dass dieser Benefit meistens nicht gegeben ist (das heißt die Raucher rauchen auch weiterhin Zigaretten, wechseln aber mit E-Zigaretten ab) und dass die Gefahr besteht, dass Jugendliche, die niemals geraucht haben, anfangen, E-Zigaretten zu konsumieren, weil sie angeblich nicht schädlich sind.

Welche Inhaltsstoffe haben E-Zigaretten?

Nikotin

Nikotin ist eine suchterzeugende Substanz, und entgegen den Angaben der Hersteller enthält ein Großteil der Liquids Nikotin. Auch solche, die als nikotinfrei deklariert werden. Eine Studie aus dem Jahr 2014 zeigt auf, dass es im Nikotingehalt von E-Zigaretten der selben Marke und Stärke große Schwankungen gibt (1). Zu dem gleichen Ergebnis kam eine weiter Studie. Untersucht wurde der Nikotingehalt von Nachfüllkartuschen. Im Ergebnis zeigte sich, dass diese häufig signifikant von den Angaben auf der Packung abwichen (2).

Außerdem können erfahrene Nutzer ihre E-Zigarette so nutzen, dass sie mehr Nikotin abgibt. Neuere E-Zigaretten – besonders solche mit einem „Tank“ mit höherer Spannung liefern ebenfalls mehr Nikotin. Dies ist wichtig, denn je mehr Nikotin abgegeben wird, desto größer das Suchtpotential.

Nikotin ist, wie wir alle wissen, ein gefährlicher Stoff. Während der Schwangerschaft schädigt es den Fetus, und es verursacht bleibende Schäden am Gehirn und der Lungenfunktion von Neugeborenen. Außerdem führt die Nikotinexposition zu niedrigem Geburtsgewicht, Früh- und Totgeburten. Sie kann auch einen Plötzlichen Kindstod auslösen (3).

Auch die Gehirnentwicklung von Heranwachsenden wird durch Nikotin geschädigt. Die Entwicklung des menschlichen Gehirns dauert sehr viel länger als bisher angenommen wurde, und Nikotinkonsum im Teenager- und jungen Erwachsenenalter wurde mit anhaltenden kognitiven und Verhaltensauffälligkeiten in Zusammenhang gebracht – inclusive Arbeitsgedächtnis und Aufmerksamkeit (4).

Andere Chemikalien

Tatsächlich ist nicht bekannt, welche schädlichen Stoffe sich in E-Zigaretten befinden. Eine Übersicht mehrerer Studien zeigte auf, dass die Konzentrationen von Toxinen im Aerosol von E-Zigaretten sich sowohl zwischen den Herstellern als auch in verschiedenen Produkten des selben Herstellers signifikant unterschieden. Gerade E-Zigaretten mit einer höheren Spannung geben mehr Formaldehyd ab. Diese Substanz wird als Karzinogen (Krebsauslöser) klassifiziert. Einige im Labor untersuchte Liquids enthielten geringe Mengen an giftigen Substanzen wie tabakspezifische Nitrosamine und Diethylenglykol (DEG) (5), in Ausnahmefällen wurden sogar verschreibungspflichtige Medikamente gefunden (Wirkstoffe zur Behandlung von Übergewicht / Impotenz).

Aromastoffe in E-Zigaretten sind ein weiterer Grund zur Besorgnis. Die Stoffe zielen darauf ab, Jugendliche zum Konsum zu verleiten. Aber auch die Frage, ob die Stoffe an sich gefährlich sein könnten, ist noch nicht geklärt. Zwar handelt es sich bei den Stoffen um Substanzen, die für die orale Aufnahme als sicher gelten (und schon das möchte ich mit einem großen Fragezeichen versehen), aber ob sie auch inhalativ sicher sind, ist überhaupt noch nicht untersucht worden.

Beispielhaft sei hier nur das Diacetyl erwähnt, eine Chemikalie, die wie Butter schmeckt und oft zu Nahrungsmitteln wie Popcorn, Caramel oder Milchprodukten hinzugefügt wird. Diese Substanz wird teilweise auch in E-Zigaretten verwendet. Diacetyl kann eine ernste und irreversible Lungenerkrankungen hervorrufen, die sogenannte „Popcorn-Lunge“ (6).

E-Zigaretten und Passivrauchen

E-Zigaretten Dampfer sind häufig der Meinung, dass für sie das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden, Bars und Restaurants nicht gilt. Es stellt sich also die Frage, ob die E-Zigaretten im Gegensatz zu Zigaretten für Passivraucher (oder -dampfer) kein Gesundheitsrisiko darstellen.

E-Zigaretten sind zwar rauchfrei, setzen andere Personen aber trotzdem Emissionen aus. Zwei Studien haben in diesen Emissionen Formaldehyd, Benzol und tabakspezifische Nitrosamine gefunden. Alle diese Stoffe sind krebserregend. Mit dem ausgeatmeten Aerosol gelangen gesundheitsschädliche Substanzen wie Propylenglykol, lungengängige Partikel, Formaldehyd, Acetaldehyd, flüchtige organische Substanzen und Metalle in die Raumluft (7). Zwar ist die Belastung geringer als durch Zigarettenrauch, aber wenn viele E-Zigaretten gleichzeitig konsumiert werden, steigt die Belastung der Raumluft mit Partikeln auf Werte wie in einer verrauchten Bar (8). Das klingt nun wirklich nicht gut.

Wir können also festhalten, dass dieser Dampf gefährliche Stoffe enthält, die zum Schutz von Nichtrauchern durchaus einer Regulierung bedürfen. Meiner Meinung nach sollten E-Zigaretten überall dort verboten sein, wo es normale Zigaretten auch sind.

Können E-Zigaretten beim Rauchstopp helfen?

Viele Hersteller vermarkten ihre E-Zigaretten als Hilfe zur Tabekentwöhnung. Fundierte wissenschaftliche Untersuchungen gibt es dazu zur Zeit noch nicht wirklich. In einer Metaanalyse wurde festgestellt, dass nikotinhaltige E-Zigaretten Raucher womöglich bei der Entwöhnung unterstützen können (9), allerdings war nicht klar, ob sie so effektiv wie Nikotinpflaster sind. In Anlehnung an den vorigen Absatz, kann ich nur sagen: Nikotinpflaster haben keine Emissionen. Und übrigens beinhaltet eine erfolgreiche Tabakentwöhnung eine Verhaltensänderung (eben nicht den automatischen Griff zur Zigarette).

Tatsächlich sieht es so aus, dass viele Raucher einen dualen Konsum betreiben. Laut einer CDC Erhebung waren 2015 58,8 % der Personen, die E-Zigaretten dampften auch noch Zigarettenraucher (10). Zu denken geben sollte aber vor allem der Aspekt, dass in der Gruppe der 18 – 24 Jährigen ein großer Anteil nur E-Zigaretten raucht. Könnte dies darauf zurückzuführen sein, dass diese als unschädlich angesehen werden? Hier ist offenbar Aufklärung nötig.

Die großen Unbekannten

Darüber hinaus sind die Langzeitfolgen von jahrzehntelanger Nikotinzufuhr in vaporisierter Form bisher nicht bekannt, da es E-Zigaretten erst seit etwa 10 Jahren gibt. Es ist auch unklar, ob Propylenglykol, das ein bekannter Reizstoff für die Atemwege ist, eventuell als Spätfolge zu Lungenproblemen führen könnte. Auch die Auswirkungen auf Herz- oder Krebserkrankungen sind unbekannt.

Allerdings wurden schädliche Effekte auf die Atmungsorgane bereits nach 5-minütigem Rauchen einer E-Zigarette (12) nachgewiesen. Dabei handelte es sich um:

  • ausgeprägte Atemwegseinengungen
  • Absinken des Stickoxids in der ausgeatmeten Luft, dies weist auf Entzündungsvorgänge in den Bronchien hin
  • Reizungen in Rachen und Mundraum
  • trockener Husten.

Es ist also wohl von Spätfolgen auszugehen.

Eine weitere nicht beantwortete Frage ist, wie sich die in den Geräten verwendeten Aromastoffe auf die Gesundheit auswirken. Laut American Lung Association gibt es zur Zeit etwa 7700 verschiedene Aromastoffe in E-Zigaretten. Diese große Auswahl verleitet junge Leute zum Dampfen.

Bisher ist es unbekannt, ob diese Aromastoffe, wenn sie inhaliert werden, Auswirkungen auf die Atemwege haben. Auf diesem Gebiet werden deutlich mehr Untersuchungen benötigt. Man weiß auch nicht, ob die Aromastoffe das Suchtpotential von Nikotin in irgendeiner Weise beeinflussen.

Desweiteren fehlen Untersuchungen zur Klärung der Frage, ob E-Zigaretten tatsächlich zur Raucherentwöhnung geeignet sind. Die FDA hat E-Zigaretten bisher jedenfalls nicht für die Tabakentwöhnung genehmigt (und das will schon etwas heißen).

Übrigens gelten in Deutschland die Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen, die bisher festgelegt wurden, nur für nikotinhaltige E-Zigaretten. Das heißt, das nur der Hersteller von nikotinfreien Liquids weiß, was er tatsächlich hineingemischt hat. Das halte ich im Hinblick auf die vielen Unbkannten für höchst bedenklich.

 

(1) Nicotine content of electronic cigarettes, its release in vapour and its consistency across batches: regulatory implications.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24345184

(2) Variable and potentially fatal amounts of nicotine in e-cigarette nicotine solutions. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23407110

(3) https://e-cigarettes.surgeongeneral.gov/documents/2016_SGR_Full_Report_non-508.pdf

(4) https://www.cdc.gov/tobacco/data_statistics/sgr/50th-anniversary/index.htm

(5) U.S. Food and Drug Administration (2009). Evaluation of e-cigarettes.  http://www.fda.gov/downloads/Drugs/ScienceResearch/UCM173250.pdf

(6) Evaluation of electronic cigarette liquids and aerosol for the presence of selected inhalation toxins.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25180080

(7) Background papers to the WHO report on electronic nicotine delivery systems and electronic non-nicotine delivery systems (ENDS/ENNDS).  http://www.who.int/tobacco/industry/product_regulation/eletronic-cigarettes-report-cop7-background-papers/en/

(8) Soule EK, Maloney SF, Spindle TR, Rudy AK, Hiler MM, Cobb, CO: Electronic cigarette use and indoor air quality in a natural setting. Tob Control 2017; 26: 109–12.  http://tobacco.cleartheair.org.hk/wp-content/uploads/2016/02/Ecig-indoor.pdf

(9) http://www.cochrane.org/CD010216/TOBACCO_can-electronic-cigarettes-help-people-stop-smoking-and-are-they-safe-use-purpose)

(10) https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/65/wr/mm6542a7.htm

(11) Electronic cigarettes: human health effects.  http://tobaccocontrol.bmj.com/content/23/suppl_2/ii36.full

(12) Short-term pulmonary effects of using an electronic cigarette: impact on respiratory flow resistance, impedance, and exhaled nitric oxide.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22194587