Gekaufte Wissenschaft -Monsanto bezahlt Studien, die die Harmlosikgkeit von Glyphosat nachweisen sollen

Na, das war ja dann ein ziemlicher Schlag ins Kontor.  Am 23. März 2017 wurde in Wien der Bericht „Glyphosat und Krebs: Gekaufte Wissenschaft“ vorgestellt. Er zeigt auf, wie Monsanto und andere Glyphosat-Hersteller wissenschaftliche Belege zu Gesundheitsgefahren des Unkrautvernichters manipuliert haben. Damit wollen die Agrar-Konzerne ein Verbot des Wirkstoffs in der EU verhindern (1).

Seit März 2015 hat die WHO-Krebsforschungsagentur (IARC) Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ klassifiziert. Dies brachte die Konzerne unter Handlungsdruck. Immerhin wurde die 2016 anstehende Neuzulassung von Glyphosat von 10 Jahren auf erstmal 18 Monate gekürzt, um weitere Belege für oder gegen diese Einstufung zu sammeln. Um nun zu verhindern, dass Glyphosat die Zulassung in der EU verliert, finanzierten die Hersteller eine Reihe von Studien zur Gefährlichkeit von Glyphosat, die in Wissenschaftsjournalen veröffentlicht wurden.

Verbraucher sollen in die Irre geführt werden

„Die Bemühungen der Hersteller und Behörden, Glyphosat entgegen den Beweisen für dessen krebserzeugende und erbgutschädigende Wirkung gegen ein Verbot zu verteidigen, ist wissenschaftlich unseriös und von ernsthaften Interessenskonflikten geprägt“, so Dr. Peter Clausing, Toxikologe und Mitautor des von der österreichischen Organisation Global2000 veröffentlichten Berichts. So wurden unter anderem wichtige Informationen weggelassen und stattdessen irrelevante Daten präsentiert. Dadurch wurden Sachverhalte verzerrt, Leser in die Irre geführt und wissenschaftliche Beweise geleugnet. Dies wird in dem Bericht „Gekaufte Wissenschaft“ nachgewiesen (2).

Die Behörden, die in das Zulassungsverfahren von Pestiziden involviert sind – darunter das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), die europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) und die europäische Chemikalienagentur (ECHA) – haben diese Studienergebnisse unkritisch übernommen. Sie kommen folglich ebenfalls zu dem Schluss, dass Glyphosat kein Risiko für die Gesundheit darstellt.

Und das stellt für uns als Verbraucher ein absolutes Desaster dar, denn wie wir unsere liebe Agrarindustrie kennen, wird jetzt immenser Druck auf die Politiker ausgeübt werden, Glyphosat als „harmlosen“ Unkrautvernichter auf längere Zeit wieder zuzulassen.

„Monsanto hat erheblichen Einfluss auf Studien zu Glyphosat genommen, die die Grundlage für die Bewertung durch europäische Behörden waren. Deshalb hat die von der ECHA in der letzten Woche ausgesprochene Entwarnung für das Pestizid ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Die Bundesregierung darf der ECHA-Bewertung deshalb nicht folgen und muss in Brüssel gegen die Wiederzulassung von Glyphosat stimmen“, so Christine Vogt, Referentin für Landwirtschaft am Umweltinstitut München e.V..

Das Umweltinstitut München hat gemeinsam mit vielen anderen Organisationen eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) gestartet, mit der ein EU-weites Glyphosat-Verbot und der Schutz der Menschen und der Umwelt vor gefährlichen Pestiziden gefordert wird. Dieser Forderung haben sich bereits mehr als 500.000 Menschen aus ganz Europa angeschlossen.

Ein Formular der Petition kann hier heruntergeladen werden.

Kampf an mehreren Fronten

In den USA läuft wegen der von Glyphosat ausgehenden Krebsgefahr gerade eine Massenklage gegen Monsanto. Jetzt wurde bekannt, dass die EPA (Environmental Protection Agency = Umweltschutzbehörde) und Monsanto sich wohl zusammengetan haben, um zu verhindern dass ein ehemaliger EPA Mitarbeiter in diesem Gerichtsverfahren unter Eid aussagen muss (3).

Und es geht um viel. Die Rechtsanwälte einer Gruppe von Krebspatienten klagen Jess Rowland an, der ein früherer Vertreter in der EPA für das Pestizid-Programm war, dass er ethische Regeln gebrochen habe und mit Monsanto in einer großangelegten Vertuschung der Krebsrisiken von Glyphosat zusammengearbeitet habe.

 

Jess Rowland – käuflich und korrupt

Es wurden über 50 Klagen eingereicht, die Monsanto beschuldigen, nicht davor gewarnt zu haben, dass ihr Unkrautvernichtungsmittel Roundup (mit dem aktiven Bestandteil Glyphosat) Non-Hodgkin Lymphome (Lymphdrüsenkrebs) auslösen kann (4).

Während seiner Zeit bei der EPA arbeitete Rowland als Vorsitzender des Cancer Assessment Review Committee (also eines Prüfungsausschusses für die Beurteilung von Krebserkrankungen). Genau dieser Ausschuss kam zu dem Schluss, dass es „nur unzulängliche Beweise gäbe, die Glyphosat mit Krebserkrankungen in Zusammenhang bringen könnten“ und somit feststellte, dass es „unwahrscheinlich ist, dass es beim Menschen als Karzinogen (Krebsauslöser) wirken könnte“ (5).

Dieser Bericht wurde im letzten Mai der Presse zugespielt – was bei Monsanto ganz sicher zu Freudensprüngen geführt hat. Die Firma setzte alle Hebel in Bewegung, damit er publiziert wird, um so weitere Aktionen gegen Glyphosat zu verhindern. Nachdem der CARC Bericht bei der Presse gelandet war, verließ Rowland nur Tage später die EPA.

Die Anwälte der Kläger behaupten nun, dass Rowland mit dem Biotechnologie Giganten Hand in Hand gearbeitet hat, um das Krebsrisiko von Glyphosat zu verschleiern.

Die EPA weigert sich, Rowland unter Eid aussagen zu lassen

Ein Bundesrichter möchte veranlassen, dass Rowland über seine intimen Verbindungen zu Monsanto befragt werden kann – ebenso wie über seine angeblichen Versuche, Informationen zurückzuhalten. Die Anwälte der Kläger gehen davon aus, dass Rowland eine unzulässige und „höchst verdächtige“ Beziehung zu Monsanto hatte, die ethische Regeln und Vorschriften zumindest sehr weit gespannt, zum Teil aber auch gebrochen habe.

Bisher weist die EPA diese Vorderung zurück und behauptet, es läge nicht im Interesse der Behörde, Rechtsanwälten zu erlauben Rowland zu befragen. Ein US Bezirksrichter scheint aber nicht abgeneigt, so eine Befragung zuzulassen.

Monsanto versucht, die öffentliche Enthüllung von geheimen Dokumenten zu verhindern

Im Gegensatz zu den Anstrengungen, die sie unternommen haben, um den CARC Report veröffentlicht zu bekommen, ist Monsanto von der Idee, dass sie interne Dokumente herausgeben sollen wohl nicht so begeistert. Vor allem möchte man natürlich nicht die Dokumente herausgeben, die Absprachen zwischen Monsanto und Rowland betreffen.

Die Herausgabe von internen Dokumenten wurde jedoch erzwungen, aber das Unternehmen bestand darauf, dass etwa 85 Prozent dieser Unterlagen vertraulich behandelt werden sollten, da es sonst zu „unfairen Vorurteilen“  und zu „Rufschädigung“ in der Öffentlichkeit kommen könnte (welcher Ruf soll da denn noch geschädigt werden?).

Die Klägeranwälte haben nun darauf hingewiesen, dass die EPA aus Steuergeldern finanziert wird und deshalb die Überprüfung einer Zusammenarbeit der EPA mit Monsanto im öffentlichen Interesse sei. Sie behaupten, dass die Unterlagen beweisen, dass Rowlands primäres Ziel darin bestand, „den Interessen von Monsanto zu dienen“ und führen an, dass „Entscheidungen, die das öffentliche Gesundheitswesen betreffen, nicht auf geheimen Absprachen zwischen Monsanto und EPA Vertretern basieren sollten“.

Ein sehr emotionaler Brief

Der größte Hammer wird aber wohl ein Brief sein, den die Klägeranwälte in ihrem Besitz haben.

Am 4. März 2013 schrieb Toxikologin Marion Copley, eine ehemalige Kollegin Rowlands in der EPA, ihm einen Brief, in dem sie ihn bat, Glyphosat von einem „möglichen“ Karzinogen in ein „wahrscheinliches“ Karzinogen zu reklassifizieren (5). Das entspricht übrigens genau der Klassifizierung der WHO. Der eindrucksvollste Part ist wohl:

„…Höre mir einmal im Leben zu und hör auf deine politischen Verschwörungsspiele mit der Wissenschaft zu spielen, um die eingeschriebenen Personen (also bestimmte Firmen, Anm.) besser dastehen zu lassen. Tue einmal das Richtige und treffe keine Entscheidungen aufgrund dessen, wie es deinen Bonus beeinflusst…“

Desweiteren beschuldigt Copley Rowland, Mitarbeiter unter Druck gesetzt zu haben, ihre Berichte über Glyphosat abzuändern, und dass er Monsanto dabei geholfen habe, die Veröffentlichung solcher Berichte zu verhindern.

Monsanto sieht keinen Grund, sich zu entschuldigen

Monsanto weicht natürlich weiterhin nicht von ihren althergebrachten Äußerungen ab: “ Es gibt keine Beweise, dass Glyphosat Non-Hodgin Lymphome verursacht“. Es hat eine „langjährige und sichere Anwendungsgeschichte“.

Das passt so gar nicht dazu, dass viele Gesundheitsexperten warnen, dass Glyphosat mit einer ganzen Reihe von Krankheiten in Zusammenhang gebracht wird, unter anderm Nierenschäden, Leberschäden, Geburtsdefekten und Krebserkrankungen. Und das ist nur der Anfang der Liste.

Und in Anbetracht dieser Datenlage soll uns hier erzählt werden, das Zeug sei absolut sicher? Für wie verblödet müssen die uns halten?

 

 

(1) http://www.shz.de/deutschland-welt/wirtschaft/monsanto-will-ein-glyphosat-verbot-verhindern-id16411396.html

(2) http://www.umweltinstitut.org/fileadmin/Mediapool/Aktuelles_ab_2016/2017/2017_03_23/Glyphosat_und_Krebs_Gekaufte_Wissenschaft_D-2.pdf

(3) https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-02-27/monsanto-cancer-suits-turn-to-alleged-whitewash-by-epa-official

(4) http://www.ewg.org/agmag/2014/05/study-glyphosate-doubles-risk-lymphoma

(5) GLYPHOSATE: Report of the Cancer Assessment Review Committee. http://src.bna.com/eAi.

Die EPA und Monsanto – Ziemlich beste Freunde

Bei meinen Recherchen über Glyphosat bin ich auf diesen Brief von Marion Copley, einer Toxikologin der EPA gestoßen, den sie ein Jahr vor ihrem Tod an ihren Kollegen Jess Rowland geschrieben hat. Dieser soll jetzt in einer Massenklage von Krebspatienten über die Verstrickungen der EPA und Monsanto aussagen.

Ich finde diesen Brief so schockierend, dass ich ihn unbedingt allen Interessierten zum Lesen zur Verfügung stellen wollte.

 

Die Übersetzung

 

Jess,

seit ich die EPA verlassen habe, weil ich an Krebs erkrankt bin, habe ich den Tumorprozess ausgiebig studiert, und ich habe einige Bemerkungen zu den Mechanismen zu machen, die sehr wertvoll für die CARC sein können, die sich auf meine jahrzehntelangen Erfahrungen in der Pathologie (Krankheitslehre) gründen. Ich nehme eine Substanz, um meine Punkte aufzuzeigen.

Glyphosat wurde ursprünglich als Chelator entwickelt und ich glaube fest, das ist genau der Prozess, der zur Tumorentstehung führt, was von der Literatur sehr unterstützt wird.

  • Chelatoren verhindern die Apoptose, den Prozess, durch den unser Körper Tumorzellen normalerweise tötet.
  • Chelatoren sind endokrine Disruptoren (hormonähnlich wirkende Stoffe, Anm.), die bei der Entstehung von Tumoren mitwirken.
  • Glyphosat führt zum Wachstum von Lymphozyten
  • Glyphosat führt zur Bildung freier Radikale
  • Chelatoren hemmen die Funktion von Enzymen, die freie Radikale abbauen, und für ihre Aktivität Zink, Kupfer oder Mangan benötigen (d.h. SODs)
  • Chelatoren binden Zink, das für die Funktion des Immunsystems benötigt wird
  • Glyphosat ist genotoxisch (mutagen), ein Hauptmechanismus für Krebs
  • Chelatoren hemmen die DNA Reparaturenzyme, die metallische Cofaktoren benötigen
  • Chelatoren binden Calcium, Zink, Magnesium usw. und führen in den Lebensmitteln zu einem Mangel dieser lebenswichtigen Nährstoffe
  • Chelatoren binden Calcium, das für die Calcineurin-vermittelte Immunantwort benötigt wird
  • Chelatoren führen häufig zu Nieren- oder Pankreasschäden, so wie Glyphosat es auch tut. Auch dies ein Mechanismus der Tumorbildung
  • Nieren-/Pankreasschäden können zu Veränderungen der klinischen Chemie führen, die das Tumorwachstum begünstigen
  • Glyphosat tötet Darmbakterien, und der Verdauungstrakt beherbergt 80 % unseres Immunsystems
  • Chelatoren unterdrücken das Immunsystem und machen den Körper so anfällig für Tumore.

 

 

 

CARC hat vormals festgestellt, dass Glyphosat ein „mögliches Karzinogen für den Menschen“ ist. Die Nierenpathologie in den Tierstudien führte zusammen mit anderen der oben genannten Mechanismen zu Tumoren. Jeder einzelne dieser Mechanismen kann für sich allein zur Ausbildung von Tumoren führen, aber Glyphosat verursacht alle Mechanismen auf einmal. Es ist eigentlich ganz klar, dass Glyphosat Krebs verursacht.

In Anbetracht der oben angeführten Beweise sollte die CARC Kategorie auf „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ geändert werden. Die Blutzellen sind den Chelatoren am meisten ausgesetzt. Wenn irgendeine Studie eine Proliferation der Lymphozyten zeigt, dann ist das eine Bestätigung dafür, dass Glyphosat karzinogen (krebsauslösend) wirkt.

Jess, du und ich wir haben bei der CARC viele Streitgespräche geführt. Du hast oft über Dinge gesprochen, von denen du keine Ahnung hattest, was unethisch ist. Dein banaler MS Grad von 1971 Nebraska ist längst überholt, somit ist die CARC Wissenschaft der Literatur der Mechanismen 10 Jahre hinterher.

Höre mir einmal im Leben zu und hör auf deine politischen Verschwörungsspiele mit der Wissenschaft zu spielen, um die eingeschriebenen Personen (also bestimmte Firmen, Anm.) besser dastehen zu lassen. Tue einmal das Richtige und treffe keine Entscheidungen aufgrund dessen, wie es deinen Bonus beeinflusst.

Du und Anna Lowit habt die Mitarbeiter des CARC eingeschüchtert und MI ARC und IIASPOC Endberichte geändert, damit sie gut für die Industrie aussahen. Chelatoren beeinflussen ganz klar die Nachrichtenübermittlung durch Calcium, einen Hauptsignalweg in allen Zellen, und führen zur Tumorprogression.

Greg Ackerman soll der Experte für diese Mechanismen sein, aber er hat bei der CARC niemals irgendwelche dieser Konzepte erwähnt, und als ich versuchte, sie mit ihm zu diskutieren, hat er mich stehen gelassen. Spielt Greg auch deine politischen Spiele, ist er inkompetent, oder hat er sonstwelche Interessenkonflikte? Dein Kollege aus Nebraska hat Spenden von der Industrie angenommen. Er hat auf jeden Fall einen Interessenkonflikt. Versprich mir nur, dass du Anna nicht ins CARC Komitee rein nimmst, ihre Entscheidungen ergeben überhaupt keinen Sinn. Wenn überhaupt jemand bei OPP Schmiergelder annimmt, dann ist sie es.

Ich habe Krebs und ich möchte nicht, dass diese ernsthaften Probleme nicht angesprochen werden, bevor ich im Grab liege. Ich habe meine Schuldigkeit getan.

Marion Copley, 4. März 2013

 

 

Das Original

 

Jess,

Since I left the Agency with cancer, I have studied the tumor process extensively and I have some mechanism comments which may be very valuable to CARC based on my decades of pathology experience. I’ll pick one chemical to demonstrate my points.

Glyphosate was originally designed as a chelating agent and 1 strongly believe that is the identical process involved in its tumor formation, which is highly supported by the literature.

-Chelators inhibit apoptosis, the process by which our bodies kill tumor cells

-Chelators are endocrine disruptors, involved in tumorigenesis

-Glyphosate induces lymphocyte proliferation

-Glyphosate induces free radical formation

-Chelators inhibit free radical scavenging enzymes requiring Zn, Mn or Cu for activity (i.e. SODs)

-Chelators bind zinc, necessary for immune system function

-Glyphosate is genotoxic, a key cancer mechanism

-Chelators inhibit DNA repair enzymes requiring metal cofactors

-Chelators bind Ca, Zn, Mg, etc to make foods deficient for these essential nutrients

-Chelators bind calcium necessary for calcineurin-mediated immune response

-Chelators often damage the kidneys or pancreas, as glyphosate does, a mechanism to tumor formation

-Kidney/pancreas damage can lead to clinical chemistry changes to favor tumor growth

-Glyphosate kills bacteria in the gut and the gastrointestinal system is 80% of the immune system

-Chelators suppress the immune system making the body susceptible to tumors

Previously, CARC concluded that glyphosate was a “possible human carcinogen”. The kidney pathology in the animal studies would lead to tumors with other mechanisms listed above. Any one of these mechanisms alone listed can cause tumors, but glyphosate causes all of them simultaneously. It is essentially certain that glyphosate causes cancer. With all of the evidence listed above, the CARC category should be changed to “probable human carcinogen”. Blood cells arc most exposed to chelators, if any study shows proliferation of lymphocytes, then that is confirmatory that glyphosate is a carcinogen.

Jess, you and I have argued many times on CARC. You often argued about topics outside of your knowledge, which is unethical. Your trivial MS degree from 1971 Nebraska is far outdated, thus CARC science is 10 years behind the literature in mechanisms. For once in your life, listen to me and don’t play your political conniving games with the science to favor the registrants. For once do the right thing and don’t make decisions based on how it affects your bonus. You and Anna Lowit intimidated staff on CARC and changed MI ARC and IIASPOC final reports to favor industry. Chelators clearly disrupt calcium signaling, a key signaling pathway in all cellos and mediates tumor progression. Greg Ackerman is supposed to be our expert on mechanisms, but he never mentioned any of these concepts at CARC and when I tried to discuss it with him he put me off. Is Greg playing your political games as well, incompetent or does he have some conflict of interest of some kind? Your Nebraska colleague took industry funding, he clearly has a conflict of interest. Just promise me not to ever let Anna on the CARC committee, her decisions don’t make rational sense. If anyone in OPP is taking bribes, it is her.

I have cancer and I don’t want these serious issues in MED to go unaddressed before I go to my grave. I have done my duty.

Marion Copley March 4, 2013

Spinatomelette mit Käse

Heute morgen bin ich auf einen Rest Spinat gestoßen, der vom Abendessen noch übrig war. Da bietet es sich natürlich an, diesen gleich fürs Frühstück zu verwerten.

Zunächst dachte ich an Spinat mit Spiegelei, aber da der Spinat ja eh warm gemacht werden musste, habe ich mich dann entschlossen, das Ganze einfach als Omelette zu machen.

Gute Gründe warum Spinat häufiger auf dem Speisezettel stehen sollte

Spinat nährt Muskelzellen

Bereits in den 1990er Jahren haben Wissenschaftler in einer Studie gezeigt, dass die oft so verteufelten Nitrate, die im Spinat und anderem grünen Blattgemüse zu finden sind, im Grunde sehr vorteilhaft sind, da sie die Mitochondrien in den Muskelzellen nähren. Bereits der Konsum jener Nitratmenge, die in etwa 200 bis 300 Gramm Spinat steckt, führt über einen Zeitraum von drei Tagen aufgenommen (zusätzlich zu regelmäßiger sportlicher Betätigung) zu einer deutlichen Verbesserung der Effektivität der Mitochondrien. Dies reduziert den Sauerstoffverbrauch, erleichtert das Muskelwachstum und führt zu einer allgemein besseren Gesundheit.

Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen. Sie produzieren in jeder einzelnen Zelle die für diese Zelle nötige Energie. Da sämtliche unserer Körperfunktionen nur in dem Maße ablaufen können, wie ihnen Energie zur Verfügung steht, können mangelhaft funktionierende Mitochondrien Körperfunktionen lahm legen bzw. verlangsamen, was für unser Wohlbefinden nicht gerade vorteilhaft ist.

Leistungsstarke Mitochondrien dagegen sorgen für einen reibungslosen Ablauf im Körpergeschehen. Sie regulieren den Blutdruck, das Immunsystem, den Zellstoffwechsel und vieles andere mehr. Übrigens gibt es inzwischen auch Untersuchungen darüber, dass eine Fehlfunktion der Mitochondrien zu so unerwünschten Krankheiten wie Multiple Sklerose und Krebs führen kann.

Spinat als natürliche Thromboseprophylaxe

Nitrate, wie sie natürlicherweise in biologisch angebauten Lebensmitteln vorkommen, werden im Körper zur Produktion von Stickstoffmonoxid (NO) verwendet. NO ist ein wichtiger molekularer Bestandteil unseres Organismus, der beispielsweise für den Sauerstofftransport im Blut zuständig ist.

Außerdem ist NO ein sehr wirksamer entzündungshemmender, anti-thrombotischer und die Blutgefäße erweiternder Stoff. Das bedeutet, in Anwesenheit von NO fehlt Schlaganfällen, Herzinfarkten und Thrombosen eine wichtige Basis.

Oxalate

Eine gewisse Vorsicht ist bei rohem Spinat geboten, da er einen relativ hohen Oxalatgehalt hat. Da unser Körper mit Oxalaten nichts anfangen kann, werden sie im Verdauungstrakt an Kalzium gebunden und dann ausgeschieden.

Das Problem: Wenn vor oder nach einer „Oxalsäure-Mahlzeit“ kein kalziumhaltiges Nahrungsmittel gegessen wird (wie zum Beispiel Milchprodukte), holt sich das Oxalat das Kalzium aus den Knochen, was die Osteoporosegefahr steigert. Und auch die Nieren mögen nicht soviel von der Oxalsäure: Zirka 75 Prozent aller Nierensteine bestehen überwiegend aus Kalzium-Oxalat.

Gehemmt wird auch die Bioverfügbarkeit des Eisens. Die gute Nachricht: Durch Kochen des Gemüses lässt sich die Oxalsäure drastisch verringern (um bis zu 87 Prozent). Das Wasser nach dem Kochen einfach weggießen und auch keine Soße daraus zubereiten. Da dieser Spinat sowohl gekocht als auch mit Käse angerichtet wird, brauchen Sie sich um Oxalate allerdings keine Sorgen zu machen.

Zutaten:

  • 200 g Spinat
  • 3 – 4 Eier
  • 1 EL Kokosöl
  • 60 ml Kokosmilch
  • 1 TL Kurkuma
  • 1/4 TL Pfeffer
  • 1/4 TL Paprikapulver
  • 1/4 TL Himalaya Salz
  • Dillspitzen und Basilikum nach Geschmack
  • Käse zum Garnieren

Zubereitung:

  1. Das Kokosöl in der Pfanne auslassen.
  2. Die Eier mit der Kokosmilch verquirlen und die Gewürze einrühren.
  3. Spinat und Ei-Kokosmilch in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze langsam durchgaren.
  4. Wenn die flüssige Eimasse fest geworden ist, das Omelette auf einen Teller geben und mit gewürfeltem Käse garnieren.

Man kann das Omelette auch sehr gut mit Kürbiskernen oder Sonnenblumenkernen bestreuen. Für die extra Portion Mineralien.

 

 

Banane-Nuss Muffins mit Schokosplittern

Auf vielfachen Wunsch kommt hier wieder ein Muffinrezept. Ich persönlich stehe ja total auf Banane und Nuss und verwende sie deshalb auch gerne in meinen Backwaren. Ich habe ja schon erwähnt, dass ich eine absolute Banane-Nuss Muffin Sucht habe.

Bitte daran denken, dass Nüsse vor der Verwendung immer einige Stunden gewässert werden müssen. Sie haben einen relativ hohen Phytatgehalt, der beim Essen sonst dazu führen kann, dass der Körper Mineralien nicht mehr richtig aufnehmen kann. So sagt uns die Nuss halt, dass sie eigentlich nicht von uns gegessen werden möchte. Durch das Einweichen werden die Phytate aus der Nuss entfernt und verbleiben im Wasser (das natürlich weggeschüttet wird).

Ich habe für dieses Rezept Pekannüsse verwendet.  Sie gehören zur Familie der Walnüsse, schmecken allerdings süßer und aromatischer. Bereits eine Handvoll Pekannüsse reicht aus, um genügend der für das Herz-Kreislauf-System wichtigen ungesättigten Fettsäuren aufzunehmen.

Daneben sind Pekannüsse auch reich an Mineralstoffen und Spurenelementen, unter anderem enthalten sie Kalzium, Magnesium, Kalium, Eisen und Zink. Aufgrund ihrer hohen Nährstoffdichte werden Pekannüsse gerne von Astronauten im Weltraum gegessen (kleiner Fun-Fakt, den man auf der nächsten Cocktailparty mal locker anbringen kann).

Gesundheitliche Vorteile von Pekannüssen:

Positive Wirkung auf den Cholesterinspiegel

Der regelmäßige Verzehr von Pekannüssen, kann einen zu hohen Cholesterinwert senken. Viele Ärzte gehen nach wie vor davon aus, dass ein zu hoher Cholesterinspiegel ein Auslöser für verschiedene Herzerkrankungen ist (auch wenn wir inzwischen wissen, dass das so nicht stimmt und die Geschichte viel komplexer ist und mit Cholesterin eigentlich nicht viel zu tun hat). Aber sei’s drum. Auf jeden Fall besitzen Pekannüsse Vitamin E, Proteine und oxidative Eigenschaften, die das Herz schützen und helfen, das Risiko für einen Bluthochdruck zu verringern.

Pekannüsse und Diabetes

Diese Nüsse besitzen die Eigenschaft den Blutzuckerspiegel konstant zu halten, was natürlich für Diabetiker ein sehr interessanter Punkt ist.  Aber auch Nicht-Diabetiker werden einen ausgeglicheneren Blutzuckerspiegel durchaus zu schätzen wissen, denn er verhindert Hungerattacken.

Vorbeugung gegen Gallensteine

Studien haben gezeigt, dass durch den regelmäßigen Verzehr von Pekannüssen, aber auch den von Mandeln und Erdnüssen, das Risiko Gallensteine zu bekommen deutlich verringert werden kann. Ein Effekt, der vor allem bei Männern auftritt.

Gewichtskontrolle

Pekannüsse sind nicht nur reich an Fetten, sie sind ebenso reich an Ballaststoffen und Eiweiß. Durch ihre antioxidative Eigenschaften, können Pekannüsse hilfreich sein, wenn es um die Gewichtskontrolle geht. Sie sättigen langanhaltend und sorgen wie schon gesagt für einen ausgeglichenen Blutzuckerspiegel. Beide Faktoren führen dazu, dass der Heißhunger auf Süßes weniger/gar nicht mehr auftritt.

So, genug gelernt. Und nun zum Rezept:

Zutaten:

  • 3 Bananen
  • 3 Eier
  • 2 EL Ahornsirup (oder kaltgeschleuderter Honig)
  • 1 TL Vanilleextrakt (ohne Zucker)
  • 1/2 Becher (120 ml) feine Mandelbutter
  • 1/4 Becher Kokosmehl
  • 1 TL Zimt (ich liebe Zimt, wenn Sie ihn nicht so mögen, nehmen Sie nur 1/4 TL)
  • 1 TL Backnatron
  • Prise Salz
  • 1/2 Becher gehackte Pekannüsse
  • 1/2 Becher Cacao Nibs

Zubereitung:

  1. Ofen auf 170° C vorheizen
  2. Die Bananen, Eier, Ahornsirup, Mandelbutter und Vanilleextrakt in einer großen Schüssel gut verrühren (ich nehme dazu einen Stabmixer).
  3. Dann Kokosmehl, Backnatron, Zimt und Salz unterrühren.
  4. Zum Schluss die Pekannüsse und Cacao Nibs unterheben.
  5. Den Teig mit einem Löffel in Muffinformen umfüllen. Achtung, der Teig ist relativ flüssig! Das ist richtig so, denn Kokosmehl saugt Flüssigkeit auf wie ein Schwamm.
  6. Dann die Muffins 25 Minuten backen. Wenn sie abgekühlt sind, können sie aus der Muffinform entfernt werden.

Mit der Paleo-Diät gegen das metabolisches Syndrom

In Deutschland sind ca. 12 Millionen Menschen an einem metabolischen Syndrom erkrankt (1). Es ist bekannt, dass das metabolische Syndrom ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung eines Diabetes mellitus ist. Aktuell leben in Deutschland mehr als 6 Millionen Menschen mit Diabetes (2). Dies ist eine Steigerung um 38 Prozent seit 1998. Altersbereinigt beträgt die Steigerung immer noch 24 Prozent. Die Dunkelziffer noch nicht diagnostizierter Diabeteserkrankungen wird auf etwa die gleiche Höhe geschätzt.

Die Diagnose eines metabolischen Syndroms wird gestellt, wenn folgende Kriterien vorliegen:

Abdominales Übergewicht, d.h. das Fettgewebe ist hauptsächlich im Bauchraum angesiedelt. Abdominales Übergewicht bezeichnet einen Taillenumfang von:

  • mehr als 94 cm bei Männern
  • mehr als 80 cm bei Frauen.

Für Personen nicht kaukasischer Abstammung liegen andere Grenzwerte vor.

Zusätzlich zum abdominalen Übergewicht müssen mindestens zwei der folgenden vier Faktoren vorliegen:

  • Triglyceridwerte über 150 mg/dL (bzw. 1,7 mmol/L) oder bestehende Therapie dieser Fettstoffwechselstörung
  • HDL-Cholesterin unter 40 mg/dl (bzw. 1,0 mmol/L) bei Männern und unter 50 mg/dl (bzw. 1,3 mmol/L) bei Frauen  oder derzeitige Therapie dieser Fettstoffwechselstörung
  • systolischer Blutdruck ab 130 mmHg oder diastolischer Blutdruck ab 85 mmHg oder bestehende Therapie eines festgestellten Bluthochdrucks
  • Nüchternplasmaglucose ab 100 mg/dL (5,6 mmol/L) oder bereits festgestellter Typ 2 Diabetes. (Bei einer Nüchternplasmaglucose über den oben genannten Werten wird ein oraler Glukosetoleranztest empfohlen, um einen Diabetes oder dessen Vorstufen feststellen zu können. Zur Bestimmung des metabolischen Syndroms ist dies allerdings nicht notwendig.)

Es wird immer noch darüber diskutiert, welche Faktoren zu einem metabolischen Syndrom führen. Die meisten Mediziner sind sich jedoch inzwischen im Klaren darüber, dass Insulinresistenz (3) und chronische Entzündungen (4) als Hauptverursacher anzusehen sind.

Es ist ja kein Zufall, dass die moderne westliche Diät, die voller industriell gefertigter „Nahrungsmittel“ und Omega-6 Fettsäuren aus Pflanzenölen steckt, einen großen Beitrag bei der Entwicklung einer Insulinresistenz und von chronischen Entzündungen spielt. Die Frage ist, wie wirkt sich eine anders geartete Ernährung, die diese entzündungsauslösenden Komponenten nicht beinhaltet, im Vergleich auf die Marker für ein metabolisches Syndrom aus?

Verändern kohlenhydratreiche Nahrungsmittel in der westlichen Diät den Darm und verursachen Entzündungen?

Wir können feststellen, dass die Marker für das metabolische Syndrom in der westlichen Welt völlig aus dem Ruder laufen. Bei Naturvölkern (den wenigen, die es noch gibt) kommen diese modernen Krankheiten aber praktisch nicht vor. Wenn diese Naturvölker allerdings die westliche Ernährung übernehmen, dann kommt es auch bei ihnen sehr schnell zum Auftreten der uns nur allzu gut bekannten Krankheiten (5, 6).

Wenn wir also die traditionelle Ernährungsweise dieser Volksgruppen mit unserer modernen „herzgesunden“ Ernährung (viel Kohlenhydrate, wenig Fett) vergleichen, dann können wir herausfinden, welche Faktoren zum metabolischen Syndrom beitragen.

Unterschiede zwischen Jäger/Sammler- und westlichen Diäten

Einige Volksgruppen – wie die Kitaver – konsumieren über 60 – 70 Prozent ihrer Kalorien als Kohlenhydrate, haben aber trotzdem keine Zivilisationskrankheiten (7). Daraus können wir also schließen, dass kohlenhydratreiche Ernährungsformen nicht an sich für die erhöhte Rate an metabolischem Syndrom und chronischen Entzündungen in der westlichen Welt verantwortlich gemacht werden können (auch wenn das einigen Leuten jetzt überhaupt nicht passt).

Wir müssen uns also überlegen, ob die Quelle der Kohlenhydrate der Faktor ist, der tatsächlich wichtig ist. So konsumieren zum Beispiel die Kitaver, Masai, Machiguenga und !Kung Stämme – wenn überhaupt – nur sehr wenige raffinierte Kohlenhydrate oder verarbeitete Zucker (8, 9).

Seit Kurzem wird die Hypothese vertreten, dass die Art von Kohlenhydraten, die sich in der westlichen Ernährung findet, die chronische Entzündung durch Veränderungen des Darmmikrobioms hervorruft (10).

In dem Artikel wird angenommen, dass bei den traditionellen Ernährungsformen die Nahrungsmittel auch beim Kochen zellulär bleiben im Gegensatz zu den azellulären (frei liegenden) Kohlenhydraten in moderner Industrienahrung. Das heißt in anderen Worten: Die Bearbeitung der Nahrungsmittel reißt ihre zelluläre Struktur bei Produktionsschritten, die hohe Temperaturen oder Drücke beinhalten, auseinander. Und wo findet man diese Prozesse? Nun, bei der Herstellung von Pflanzenölen, raffiniertem Zucker und Mehl und eigentlich mehr oder weniger bei allen industriell gefertigten Lebensmitteln.

Bei einem zellulären, kohlenhydratreichen Nahrungsmittel (wie zum Beispiel einer Süßkartoffel) bekommt der obere Gastrointestinaltrakt nicht besonders viel von dieser „Kohlenhydratlast“ mit, da sie noch in Zellen eingeschlossen ist und erst weiter unten im Verdauungstrakt aufgespalten wird.

Im Gegensatz dazu werden azelluläre, raffinierte Nahrungsmittel bereits im oberen Gastrointestinaltrakt und im Mund verdaut. Diese Kohlenhydratmenge ist in der menschlichen Ernährung bis auf die letzten 100 – 150 Jahre nie dagewesen. Sie verändert das Mikrobiom und führt dadurch zu chronischen Entzündungen.

Ich finde, dass das eine absolut überzeugende Theorie ist, die viele unserer heutigen Probleme erklärt. Aber schauen wir uns auch mal Daten an, die ganz speziell traditionelle und moderne Ernährungsformen miteinander vergleichen.

Zurück zur Paleo-Ernährung

Im letzten Jahrzehnt erschienen einige randomisierte, kontrollierte Studien (RCT), die Stammes-Diäten (oder „paleolithische“/Jäger-Sammler Diäten) mit der westlichen Diät vergleichen.

Wie Sie sich sicher vorstellen können, haben unsere paleolithischen Vorfahren überhaupt keinen raffinierten Zucker, verarbeitetes Mehl und viele andere azelluläre Lebensmittel gegessen. Die meisten experimentellen „Steinzeitdiäten“ schlossen Milchprodukte und Hülsenfrüchte aus und inkludierten mageres Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse, Obst, Nüsse und Samen. Diese Studien zeigten auf, dass die Paleo-Diät Menschen mit gestörtem Fettstoffwechsel, metabolischem Syndrom und Diabetes eine Menge zu bieten hat.

Die Paleo-Diät zeigte sich vielen „herzgesunden“ Ernährungsformen als überlegen.

Wie nun sahen die Ergebnisse für einzelne Erkrankungen aus?

Typ II Diabetes

Eine kleine Studie fand 2015 heraus, dass die Paleo-Diät den Nüchtern-Blutzuckerwert, das Gesamtcholesterin und beide HDL- und LDL- Cholesterinwerte in nur 14 Tagen verbesserte. Die Diät der American Diabetes Association, die von der Kontrollgruppe gegessen wurde, konnte da nicht mithalten (11).

Beide Gruppen zeigten ähnliche positive Veränderungen, was den Nüchtern-Blutzucker und das Körpergewicht anging. Interessanterweise verbesserten sich die Probanden mit den höchsten Nüchtern-Blutzucker-werten bei der Paleo-Diät, nicht aber bei der ADA-Diät.

In einer längeren Crossover-Studie aßen Typ II Diabetiker zunächst drei Monate eine Paleo-Diät und dann weitere drei Monate eine Diabetes-Diät (12). Bei der Paleo-Diät zeigten sich größere Verbesserungen in den Triglyzeridspiegeln (logisch, weniger Kohlenhydrate), im diastolischen Blutdruck, Gewicht, Taillenumfang und HDL-Cholesterin.

Bei Patienten, die sowohl eine Herzerkrankung als auch einen Typ-II Diabetes oder eine gestörte Glucosetoleranz hatten wurde die Paleo-Diät gegen eine Mediterrane Diät getestet. Die Paleo Diät führte nach 12 Wochen zu einer größeren Reduktion des Taillenumfangs, der Nüchtern-Blutzuckerwerte und der Blutzuckerwerte 2 Stunden nach einer Mahlzeit als die Mediterrane Diät (13). Die Blutfette und der Blutdruck änderten sich in beiden Gruppen ähnlich.

Ich würde sagen, das ist ein glattes 1 : 0 für die Paleo-Diät.

Metabolisches Syndrom

Untersuchungen haben gezeigt, dass die Paleo-Diät Anzeichen eines metabolischen Syndroms rückgängig machen kann, sodass es gar nicht erst zum Typ-II Diabetes oder zu Herzerkrankungen kommt.

2014 kam eine kleine Pilotstudie zu dem Ergebnis, dass die Paleo-Diät den Blutdruck, das Gesamtcholesterin und die Triglyzeride senkt, während es zu einer Anhebung des HDL-Cholesterins kommt (14). Sie tat dies besser als die vom niederländischen Gesundheitsrat empfohlene Diät. Bei Beendigung der 14-tägigen Studie war die Anzahl von Personen mit metabolischem Syndrom durch Intervention mittels Paleo-Diät tatsächlich sogar reduziert.

Eine Studie testete die Paleo-Diät gegen die von der American Heart Association empfohlene Diät (15). Diese Studie lief über vier Monate und schloss Patienten ein, die bereits erhöhte Cholesterinwerte aufwiesen. Und das Ergebnis? Die Paleo-Gruppe hatte deutlich bessere Gesamtcholesterin-Werte, LDL- und HDL-Cholesterinwerte und Triglyzeride. Eigentlich ein Grund zum Weinen, wenn man bedenkt, welche der beiden Ernährungsformen empfohlen wird (ein Tipp: Es ist nicht die Paleo-Diät).

In einer zwei Jahre dauernden Ernährungsstudie zeigte sich, dass die Paleo-Diät nach sechs Monaten zu deutlich besseren LDL-, Triglyzerid- und Cholesterinwerten führte als die fettarme Diät, mit der sie verglichen wurde (16). Diese Unterschiede glichen sich nach dem Zweijahrszeitraum an, nur die Triglyzeride waren in der Paleo-Gruppe weiterhin deutlich niedriger. Kein schlechtes Ergebnis, wenn man bedenkt welche Rolle Triglyzeride in der Entstehung einer Fettleber und von kardiovaskulären (Herz-Kreislauf) Erkrankungen spielen.

Zum gleichen Ergebnis kam eine weitere 2-jährige Studie, in der die Paleo-Diät gegen die Nordic Nutrition Recommendations getestet wurde (17). Während beide Ernährungsformen sich positiv auf den Blutdruck, die Herzfrequenz und das LDL-Cholesterin auswirkten, zeigte auch hier die Paleo-Diät signifikant niedrigere Triglyzeridwerte.

Ich würde sagen: 2 : 0 für die Paleo-Diät.

Vorteile der Paleo-Diät bei gesunden Personen

Eine kleine 3-wöchige Studie zeigte 2008 positive Effekte auf das Gewicht, den Taillenumfang und systolischen Blutdruck (18).  Eine weitere Studie, an der nicht-übergewichtige Personen mit einem sitzenden Lebensstil teilnahmen, zeigte, dass schon nach 10 Tagen mit der Paleo-Diät positive Änderungen im Blutdruck, Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und den Triglyzeriden auftraten (19).

3 : 0 für die Paleo-Diät.

Wenn man sich diese Sammlung an Studien ansieht, würde man glauben, dass die Paleo-Diät von Medizinern empfohlen würde wie warme Semmeln (das war jetzt extra doppeldeutig, denn Semmeln kommen in der Paleo-Diät natürlich nicht vor, in der Diabetes Diät und „herzgesunden“ Diäten aber natürlich schon).

Finden Sie es da nicht auch überraschend, dass die Paleo-Diät immer als schlechteste Diät abschneidet (20). Sie belegt Platz 34 von 38 weit hinter solchen Loser Diäten wie der Biggest Loser Diät (die nachweislich überhaupt nicht funktioniert).  Aber natürlich haben da die Mainstream-Medien einen großen Anteil dran, und die verdienen natürlich sehr gut an der Werbung der Pharma- und Nahrungsmittelindustrie.

 

Einschränkungen bisheriger Studien zur Paleo-Diät

RCTs, die die Paleo-Diät mit anderen Ernährungsformen vergleichen sind sowohl von der Anzahl als auch vom Umfang her bisher sehr eingeschränkt. Einige Studien dauerten nur ein paar Wochen. Sehr wenige hatten einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten. Da diese ersten Daten vorteilhafte Effekte auf den Fettstoffwechsel und Symptome des metabolischen Syndroms aufweisen, werden hoffentlich bald Studien mit längerer Dauer und größeren Teilnehmerzahlen folgen.

Verminderte Kalorienaufnahme mit der Paleo-Diät

Kritiker der Paleo-Diät führen gern ins Feld, dass Patienten, die einer ad libitum (ohne Beschränkung) Paleo-Diät folgen, normalerweise weniger Kalorien zu sich nehmen und dadurch mehr Gewicht abhnehmen als Patienten, die eine Kontrolldiät konsumieren. Und sie stellen die Frage, ob die positiven Effekte der Paleo-Diät zuzuschreiben sind oder der Restriktion von Kalorien. Diese Frage ist natürlich irgendwie schon berechtigt.

In ihrer Untersuchung berücksichtigten Boer et al. genau diesen Punkt, indem sie für die Paleo-Gruppe erlaubte Snacks vorhielten, um die Teilnehmer auf einem vergleichbaren Gewicht wie die Kontrollgruppe zu halten (14). Die Paleo-Gruppe nahm trotzdem mehr Gewicht ab, weshalb die gruppenvergleichende statistische Auswertung entsprechend korrigiert wurde.

Lindeberg et al. stellten 2007 in ihrer Untersuchung ebenfalls fest, dass die verbesserte Glucosetoleranz unabhängig vom Taillenumfang war, das heißt nicht unbedingt durch eine Gewichtsabnahme hervorgerufen wurde (13). Pastore et al. rechneten ebenfalls Unterschiede in der Gewichtsabnahme zwischen den beiden Diäten in ihrer Studie mit ein (15). Es bleibt ein unumstößlicher Fakt, dass die Paleo-Diät – auch wenn die Gewichtsabnahme korrigiert wird – trotzdem mehr Vorteile hatte.

Und außerdem muss ich zugeben, dass ich die ganze Diskussion nicht verstehe. Die Diätindustrie versucht ständig, neue Diäten zu verkaufen, die für ein müheloses Abnehmen ohne Hungern sorgen sollen. Leider stellt sich immer wieder heraus, dass sie ihre Versprechungen nicht halten können.

Ist es also der Paleo-Diät negativ anzurechnen, dass sie es möglich macht, dass Individuen tatsächlich mühelos abnehmen können? Dass die Nährstoffdichte in dieser Diät so hoch ist, dass der Körper spontan sagt, ich brauche keine leeren Kalorien mehr? Das bedeutet, abnehmen ohne zu hungern.

Die Diätindustrie würde sich für ein solches Wundermittel ein Bein ausreißen. Was könnte man da für Geld mit verdienen. Nur leider können sie Vollkost nicht in Tüten abfüllen. Sie haben kein Patent auf Kokosöl und Avocados oder auf Weiderinder. Und das ist der Grund, warum die Paleo-Diät so verdammt wird.

Führt die Paleo-Diät zu einem Calciummangel?

Ein zweiter Kritikpunkt der gerne angeführt wird, ist, dass die Paleo-Diät angeblich zu wenig Calcium enthält (weil Milchprodukte ausgeschlossen werden) und damit zur Osteoporose führt.

Nun, es gibt genug Studien, die belegen, dass Milchkonsum Schenkelhalsfrakturen durch Osteoporose nicht verhindert (21). In dieser Studie wird eher dazu geraten, für einen ausreichenden Vitamin D Spiegel zu sorgen. Und außerdem wird bei der Paleo-Diät dazu geraten, viel grünes Blattgemüse zu essen, das eh eine höhere Calciumkonzentration aufweist als Milch, und dessen Calcium vom menschlichen Körper zudem auch viel besser verwertet werden kann. Milch als Calciumlieferant ist zudem sehr in die Diskussion geraten, weil ein hoher Milchkonsum zur Übersäuerung des Körpers führt, die durch Calcium wieder abgepuffert werden muss.

Und schlussendlich wurde dann noch nachgewiesen, dass bei Menschen, die einer Paleo-Diät folgen, die Calciumkonzentration im Urin wesentlich niedriger liegt als bei Personen einer Kontrolldiät. Dies bedeutet, dass auch wenn die Aufnahme geringer sein sollte (was ich nicht glaube), die Absorptionsrate einfach höher ist, sodass die Calcium/Magnesium Balance nicht beeinflusst wird (1114). Nicht die Milch macht starke Knochen, sondern Vitamin D und Krafttraining.

 Fazit:

Wenn Sie Ihre Gesundheit erhalten oder wiedergewinnen wollen, dann sollten Sie die Paleo-Diät zumindest einmal ausprobieren. Sie werden von den Effekten überrascht sein.

 

(1) http://www.assmann-stiftung.de/praevention/herzinfarkt/metabolisches-syndrom/

(2) http://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/was_ist_diabetes_/diabetes_in_zahlen

(3) Lifestyle and nutritional imbalances associated with Western diseases: causes and consequences of chronic systemic low-grade inflammation in an evolutionary context.  http://www.jnutbio.com/article/S0955-2863(13)00054-5/abstract

(4) Inflammatory mechanisms in obesity. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21219177

(5) The global epidemiology of non-insulin-dependent diabetes mellitus and the metabolic syndrome. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9101389

(6) Traditional versus agricultural lifestyle among Shuar women of the Ecuadorian Amazon: effects on leptin levels. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15375794

(7) Apparent absence of stroke and ischaemic heart disease in a traditional Melanesian island: a clinical study in Kitava. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8450295

(8) Cardiovascular risk factors in a Melanesian population apparently free from stroke and ischaemic heart disease: the Kitava study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8077891

(9) http://www.jstor.org/stable/4602645?seq=1#page_scan_tab_contents

(10) Comparison with ancestral diets suggests dense acellular carbohydrates promote an inflammatory microbiota, and may be the primary dietary cause of leptin resistance and obesity. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22826636

(11) Metabolic and physiologic effects from consuming a hunter-gatherer (Paleolithic)-type diet in type 2 diabetes. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25828624

(12) Beneficial effects of a Paleolithic diet on cardiovascular risk factors in type 2 diabetes: a randomized cross-over pilot study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19604407

(13) A Palaeolithic diet improves glucose tolerance more than a Mediterranean-like diet in individuals with ischaemic heart disease. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17583796

(14) Favourable effects of consuming a Palaeolithic-type diet on characteristics of the metabolic syndrome: a randomized controlled pilot-study.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25304296

(15) Paleolithic nutrition improves plasma lipid concentrations of hypercholesterolemic adults to a greater extent than traditional heart-healthy dietary recommendations. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26003334

(16) Strong and persistent effect on liver fat with a Paleolithic diet during a two-year intervention. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26786351

(17) Long-term effects of a Palaeolithic-type diet in obese postmenopausal women: a 2-year randomized trial http://www.nature.com/ejcn/journal/v68/n3/full/ejcn2013290a.html

(18) Effects of a short-term intervention with a paleolithic diet in healthy volunteers.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17522610

(19) Metabolic and physiologic improvements from consuming a paleolithic, hunter-gatherer type diet. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19209185

(20) http://health.usnews.com/best-diet/best-diets-overall

(21) Calcium, vitamin D, milk consumption, and hip fractures: a prospective study among postmenopausal women. http://ajcn.nutrition.org/content/77/2/504.long

Bewegungsmangel erhöht das Demenzrisiko ähnlich wie genetische Faktoren

Eine im Januar im Journal of Alzheimer’s Disease erschienene Studie des Department of Kinesiology der McMaster University in Kanada hat gerade aufgezeigt, dass Personen, die sich wenig bewegen, das gleiche Risiko für eine Alzheimer Erkrankung aufweisen wie Personen, die genetisch für diese Krankheit anfällig sind (1).

Zur Zeit gibt es weltweit ca. 47,5 Millionen Menschen, die an Demenz leiden. Im Jahr 2030 könnte diese Zahl bei 75,6 Millionen liegen. Die häufigste Demenzform ist die Alzheimer Demenz. Diese macht ungefähr 60 – 80 % der Fälle aus. In Deutschland sind etwa 1,7 Millionen Menschen betroffen.

Bewegungsmangel ist genauso schädlich wie das Alzheimer Gen

Laut Alzheimer Association ist das APOE4 Gen einer der größten identifizierbaren Risikofaktoren für die Alzheimer Erkrankung (2). Erwachsene, die eine Kopie dieses Gens haben, haben ein dreifach höheres Risiko an Alzheimer zu erkranken als Menschen, die dieses Gen nicht haben. Personen mit zwei Kopien dieses Gens haben ein 8 – 12-fach erhöhtes Risiko.

Die neue Studie zeigt nun, dass Gene aber nicht alles sind. Das Risiko für eine Demenzerkrankung ist für ältere Menschen, die sich nicht genug bewegen womöglich genauso hoch. Tatsächlich kann der Verzicht auf die Vorteile eines Bewegungsprogrammes dazu führen, dass die schützenden Effekte von gesunden Genen negiert werden.

In der Studie wurden 1646 ältere Menschen in Bezug auf die Entwicklung einer Demenz und ihren Grad an körperlicher Aktivität analysiert. Diese Probanden waren Teilnehmer in der kanadischen Studie zu Gesundheit und Älterwerden. Zu Studienbeginn wies kein Teilnehmer eine Demenz auf. Die Probanden wurden dann über 5 Jahre beobachtet.

Die meisten älteren Menschen sitzen 80 Prozent des Tages

Die Forscher fanden heraus, dass bei den Teilnehmern, die kein APOE4 Gen hatten, diejenigen eher eine Demenz entwickelten, die einen vorwiegend sitzenden Lebensstil hatten. Umgekehrt hatten diejenigen Teilnehmer, die das Gen nicht haben aber einen aktiven Lebensstil verfolgten, Vorteile durch die sportliche Betätigung, die ein vermindertes Risiko für eine Alzheimer Demenz einschlossen.

Bei den Teilnehmern mit einem APOE4 Gen gab es zwischen den Teilnehmern, die mehr Zeit sitzend verbrachten und denjenigen, die einer sportlichen Aktivität nachgingen, keine Unterschiede im Risiko an einer Demenz zu erkranken.

Das heißt für Senioren, dass sie sich ein Ziel von 150 Minuten moderater aerober Aktivität oder 75 Minuten einer anstrengenderen Aktivität pro Woche setzen sollten. Wie gesagt sieht die Realität so aus, dass 65 – 80 Prozent der über 60-Jährigen den Großteil des Tages sitzend verbringen. Laut eines Artikels im Journal of Aging and Physical Activity beträgt die Zeit, die ein älterer Mensch täglich sitzt, durchschnittlich 9,4 Stunden (3).

Nur 10 – 15 Minuten sportliche Aktivität pro Tag kann das Demenzrisiko senken

Die gute Nachricht ist, dass die Aufnahme einer sportlichen Aktivität im Bezug auf das Risiko für eine Demenzerkrankung für Individuen, die das APOE4 Gen nicht haben, Wunder wirken kann. Obwohl das Alter natürlich einen Risikofaktor darstellt, zählen Lebensstilfaktoren in großem Maße.

Barbara Fenesi, die Hauptautorin der Studie, stellt fest, dass weitere Studien benötigt werden um herauszufinden, welche Art von Training für die Hirngesundheit am vorteilhaftesten ist:

„Ein körperlich aktiver Lebensstil hilft dem Gehirn effektiver zu arbeiten. Wenn uns heute jedoch ein Arzt fragen würde, welche Art von sportlicher Betätigung er einem Patienten verschreiben soll, um sein Demenzrisiko zu senken, dann ist die ehrliche Antwort „Wir wissen es einfach nicht“.“

 

Bis diese Frage weiter untersucht wird, sollten Sie auf jeden Fall mit einem zügigen 15-minütigen Spaziergang pro Tag anfangen. Und wenn Sie mehr tun, umso besser!

 

(1) Physical Exercise Moderates the Relationship of Apolipoprotein E (APOE) Genotype and Dementia Risk: A Population-Based Study http://content.iospress.com/articles/journal-of-alzheimers-disease/jad160424

(2) http://www.laborundmore.com/archive/591229/APOE4-als-wichtigster-Risikofaktor-der-Alzheimererkrankung.html

(3) How Sedentary Are Older People? http://journals.humankinetics.com/doi/abs/10.1123/japa.2014-0164

Vitamin D – der Grippeimpfung haushoch überlegen

Manchmal kann man sich nur noch an den Kopf fassen. Da findet sich im Ärzteblatt vom 3. März 2017 ein Artikel mit dem Titel „Vakzine wirkt nur „suboptimal“. Die Rede ist hier natürlich von der Grippeimpfung, und der Artikel führt aus, dass nur 46,9 % der Menschen zwischen 15 und 64 Jahren, die sich diesen Winter gegen Grippe haben impfen lassen, wirklich vor der aktuell zirkulierenden Influenza geschützt sind; in der Hochrisikogruppe ab 65 Jahren ist der Impfstoff sogar nur bei 23,4 % effektiv (1). Trotzdem wird aber allen geraten, sich gegen die böse, böse Grippe impfen zu lassen. Macht doch nichts, dass wir nur einen Impfstoff haben, der bis auf Nebenwirkungen wenig zu bieten hat.

Ich habe bereits darüber geschrieben, warum man von einer Grippeimpfung nur abraten kann. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Oder vielleicht doch, da die Mär von der Grippeimpfung, die wir alle brauchen, von den Medien ja weiterhin aufrecht gehalten wird.

Um es auf den Punkt zu bringen:

Vitamin D ist effektiver als die
Grippeimpfung

Warum erzählt Ihnen das eigentlich niemand, obwohl es in der medizinischen Literatur wohl bekannt ist (2)? Hmmm… Könnte es womöglich sein, dass das der pharmazeutischen Industrie gar nicht mal so recht wäre, weil ihnen damit ein Milliardengeschäft durch die Lappen ginge?

 Tatsächlich hat Dr. John Cannell, der Gründer des Vitamin D Council schon 2006 in einem Artikel in Epidemiology and Infection geschrieben, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass ein Vitamin D Mangel eine Grippeerkrankung verursachen kannn (3). Der Zusammenhang zwischen Vitamin D und der Grippe wird auch in einem weiterführenden Artikel, der 2008 in Virology erschien noch weiter beleuchtet (4).
Im Jahr darauf wurde in einer großen repräsentativen US Studie festgestellt, dass tatsächlich die Individuen, die die geringsten Vitamin D Konzentrationen im Blut hatten, berichteten, dass sie deutlich häufiger Erkältungen oder Grippeerkrankungen hatten (5). Zusammenfassend stellte der Hauptautor Dr. Adit Ginde fest:
„Die Ergebnisse unserer Studie unterstützen die Annahme, dass Vitamin D eine wichtige Rolle in der Vorbeugung von Atemwegsinfektionen wie grippalen Infekten und Grippeerkrankungen spielt. Personen mit häufig auftretenden Lungenerkrankungen wie Asthma oder Emphysem könnten besonders anfällig für Atemwegserkrankungen durch Vitamin D Mangel sein.“
Haben Sie niedrige Vitamin D Spiegel, so sollten Sie statt einer Grippeimpfung lieber Vitamin D nehmen.

Seither sind einige Studien zu ähnlichen Ergebnissen gekommen (6). Zuletzt hat eine Metaanalyse von 25 randomisierten, kontrollierten Studien ergeben, dass die Nahrungsergänzung mit Vitamin D das Immunsystem stärkt und die Erkrankungen an Grippe und grippalen Infekten vermindert (7).

Im einzelnen zeigten die Studien, dass Individuen, die täglich oder wöchentlich Vitamin D als Nahrungsergänzung nahmen, seltener über akute Atemwegsinfekte wie Grippe oder Erkältungen berichteten als solche, die kein Vitamin D einnahmen.

Personen mit signifikantem Vitamin D Mangel (Serumkonzentrationen unter 10 ng/ml) konnten durch Einnahme von Vitamin D ihr Risiko für einen Atemwegsinfekt um die Hälfte reduzieren.

Personen mit höheren Vitamin D Serumspiegeln verzeichneten eine Risikoreduktion um 10 %. Dies entspricht ungefähr dem schützenden Effekt der Grippeimpfung, sagen die Autoren.

Wie Cannell glauben die Forscher, dass die Schutzwirkung von Vitamin D darauf beruht, dass es antimikrobielle Peptide in der Lunge erhöht, und dass dies der Grund dafür ist, dass Grippeerkrankungen und Erkältungen häufiger im Winter auftreten, wenn die Sonnenlichtexposition am geringsten – und damit die natürliche Vitamin D Produktion des Körpers am niedrigsten – ist (8).

Laut dieses internationalen Forscherteams könnte die Vitamin D Ergänzung mehr als 3,25 Millionen grippale Infekte und Grippeerkrankungen allein im Vereinigten Königreich verhindern (9). Noch interessanter wird es, wenn man sich die Zahl der notwendigen Behandlungen (NNT = Number needed to treat) ansieht.

Insgesamt müssen 33 Personen mit einem Vitamin D Supplement behandelt werden, damit eine Person nicht erkrankt (NNT = 33), während bei der Grippeimpfung 40 Personen behandelt werden müssen, um eine Erkrankung zu verhindern (NNT = 40). Bei Personen, die bei der Ausgangsmessung einen signifikanten Vitamin Mangel aufwiesen, war die NNT = 4. Mit anderen Worten, wenn Sie einen Vitamin D Mangel haben, dann ist die Supplementierung mit Vitamin D zehnmal effektiver als eine Grippeimpfung.

Die Optimierung Ihres Vitamin D Spiegels ist der beste Grippeschutz

Aus dem Gesagten folgt also, dass eine Optimierung Ihres Vitamin D Spiegels der absolut beste Schutz gegen Grippeerkrankungen ist. Ihre Ernährung spielt natürlich auch eine große Rolle, da sie die Basis für eine gute Immunfunktion legt.

Eine zuckerhaltige Ernährung führt todsicher dazu, dass die angeborene Fähigkeit ihres Körpers, Infektionen abzuwehren, durch Schädigung Ihres Immunsystems verhindert wird.

Ich glaube aber nicht, dass die Anreicherung von industriell gefertigten Lebensmitteln mit Vitamin D da so eine tolle Lösung ist, auch wenn man dadurch Menschen erreicht, die sich nicht darüber klar sind, dass Sonnenlicht extrem wichtig für gute Gesundheit ist (also fast jeder, der hier frei rumläuft).

Ich denke, dass vernünftiges Sonnenbaden eine ideale Möglichkeit ist, Ihr Vitamin D zu optimieren. Ein Vitamin D Nahrungsergänzungsmittel sollte nur in dem Fall zum Einsatz kommen, wenn Sie nicht genug Sonnenlicht bekommen können (z. B. im Winter oder weil Sie nicht nach draußen gehen können).

Ganz entgegen der Meinung, die u. a. von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung vertreten wird, sind 800 IU Vitamin D3 pro Tag sicher nicht ausreichend, Ihre Serumspiegel auf ausreichende Werte zu bringen. Sie sollten Ihren persönlichen Serumspiegel bestimmen lassen und danach die Supplementierung durchführen.

Ist der Spiegel sehr niedrig, benötigen Sie 8000 – 10000 IU Vitamin D3 pro Tag, um einen klinisch optimalen Spiegel von 45 – 80 ng/ml zu erreichen. Grundsätzlich sollte der Vitamin D Spiegel ein- bis zweimal pro Jahr bestimmt werden.

Wenn Sie schon seit einiger Zeit Vitamin D3 ergänzen und trotzdem einen Spiegel unter 45 ng/ml haben, wissen Sie, dass Sie Ihre Dosis erhöhen müssen. Bei Dosierungen über 2000 IU pro Tag sollten Sie außerdem zusätzlich Vitamin K2 einnehmen, damit es nicht zu Kalkablagerungen in den Gefäßen kommt.

Weitere Studien, die die Verbindung zwischen Vitamin D Mangel und Grippeerkrankungen untersuchen

Im Jahr 2010 erschien eine Studie, die den Effekt von Vitamin D auf saisonale Grippeerkrankungen untersuchte (10). Die randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie (also der absolute Goldstandard) beinhaltete 430 Kinder, von denen die Hälfte 1200 IU Vitamin D pro Tag und die andere Hälfte ein Placebo erhielten.

Insgesamt hatten die Kinder in der Verumgruppe ein um 42 % vermindertes Risiko, an einer Grippe zu erkranken. Die Autoren führen dazu aus:

„Die Studienergebnisse legen nahe, dass die Supplementierung mit Vitamin D3 in den Wintermonaten, die Inzidenz (Auftretenshäufigkeit) von Influenza A besonders in der Untergruppe der Schulkinder reduzieren kann.“

Eine weitere Studie aus dem gleichen Jahr kommt zu dem Schluss, dass infektionsabwehrende T-Zellen Vitamin D benötigen, um aktiv zu werden (11). Dies ist ein weiterer Mechanismus, der zur Erklärung beiträgt, warum Vitamin D gegen Infektionen hilft.

Wenn eine T-Zelle einen fremden Eindringling wie Viren oder Bakterien erkennt, sendet sie Aktivierungssignale an das Vitamin D Rezeptor (VDR) Gen. Das VDR Gen produziert daraufhin ein Protein, das Vitamin D an die T-Zelle bindet. Ein nachgeschalteter Effekt hieraus besteht in der Produktion von PLC-Gamma1 Protein, das nachfolgend die T-Zelle in die Lage versetzt, die Infektion zu bekämpfen. Der Forschungsleiter Carsten Geisler erklärt das ein bisschen einfacher (12):

„Wenn eine T-Zelle auf einen fremden Krankheitserreger trifft, dann fährt sie ein Signalgerät oder eine „Antenne“ aus, die als Vitamin D Rezeptor bekannt ist, mit der sie nach Vitamin D sucht. Das heißt, die T-Zelle braucht Vitamin D oder die Aktivierung der T-Zelle hört auf. Kann die T-Zelle nicht genug Vitamin D im Blut finden, fängt sie gar nicht erst mit der Mobilisierung an.“

Wenn man dieses Wissen hat, dann ist es auch nicht schwer zu verstehen, warum die Grippeschutzimpfung nicht wirkt. Die Impfseren verbessern schließlich einen bestehenden Vitamin D Mangel nicht, der aber Ihr Immunsystem daran hindert, adäquat zu arbeiten.

Vitamin D brauchen Sie das ganze Jahr über für optimale Gesundheit und zur Krankheits-vorbeugung

Forscher haben auch herausgefunden, dass Vitamin D gegen altersbedingte Erkrankungen wie Alzheimer Demenz schützen könnte (13). Immer wieder zeigt sich in den Studien, dass an Alzheimer Erkrankte signifikant geringere Vitamin D Spiegel aufweisen als gesunde Kontrollpersonen. Es wurde auch nachgewiesen, dass Vitamin D zur Phagozytose (Aufnahme von Substanzen in Zellen) von β-Amyloid führt und so die Anhäufung von Amyloid-Plaques, die pathognomonisch (krankheitskennzeichnend) für die Alzheimer Erkrankung sind, verhindern und zum Teil sogar umkehren kann (14).

Ich finde, dass auch nur die Idee, dass man womöglich einen Therapieansatz für eine Krankheit wie die Alzheimer Demenz hat, eigentlich über sämtliche Zeitungen verbreitet werden müsste. Aber haben Sie schon davon gehört?

Desweiteren wird ein Vitamin D Mangel mit Herzerkrankungen, Krebs, Diabetes, Depression, Autoimmunkrankheiten und anderen chronischen Erkrankungen in Zusammenhang gebracht.

In einem Artikel in Orthomolecular Medicine News (15) wird erklärt, dass „..die Erforschung der gesundheitlichen Auswirkungen von Vitamin D auf vollen Toure läuft. Im Jahr 2015 erschienen 4356 wissenschaftliche Arbeiten, die Vitamin D im Titel oder in der Zusammenfassung hatten. Im Jahr 2016 waren es sogar 4388 Arbeiten…“.

Unter diesen Studien befinden sich zum Beispiel die folgenden:

  • Eine Arbeit zeigte auf, dass Sonnenlicht Exposition unter anderem zu niedrigeren Raten an Krebserkrankungen, Herzerkrankungen, dementiellen Erkrankungen, Kurzsichtigkeit, Maculadegeneration (führt zur Erblindung), Diabetes und Multipler Sklerose führt. Wow, ich würde sagen, das ist eine ganze Menge und passt so überhaupt nicht zu den Empfehlungen der (Haut-)Ärzte ja nicht in die Sonne zu gehen und wenn, dann nur dicht eingepackt und in Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 gebadet.

Der Autor der Studie, William Grant, schreibt dazu:

„Die Botschaft, dass Sonnenlicht vermieden werden muss, muss geändert werden. Eine mäßige Sonnenlichtexposition, die nicht zum Sonnenbrand führt, aber ausreichend für die Erzielung von Vitamin D Werten über 30 ng/ml oder höher ist … und der generelle Nutzen einer UV Exposition, der über Vitamin D hinausgeht (zum Beispiel Etablierung eines zirkadianen Rhythmus, der für unseren Körper extrem wichtig ist). Auch wenn (übermäßige) UV Strahlung mit höheren Hautkrebsraten in Zusammenhang steht, ist dieses Risiko verglichen mit dem Nutzen des UV Lichts in der Reduzierung innerer Krebserkrankungen einfach vernachlässigbar klein.“

 

  • Nutzen höherer Vitamin D Spiegel während der Schwangerschaft. Die Forschung zeigt, dass die Frühgeburtlichkeit in einem inversen Verhältnis zum Vitamin D Spiegel der Mutter steht. Das heißt, sie ist umso niedriger, je höher der Vitamin D Spiegel ist. In einer Studie wird berichtet, dass die Anhebung des Vitamin D Spiegels von 20 ng/ml auf 40 ng/ml zu einer Abnahme von Frühgeburten um 59 % führte (16).
  • Wie oben schon angemerkt, führt ein höherer Vitamin D Spiegel zu einem verminderten Auftreten von Krebserkrankungen (17). In einer Metaanalyse kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass Frauen mit höheren Vitamin D Spiegeln ihr Krebsrisiko von 2 % pro Jahr (bei 18 ng/ml) auf 0,4 % pro Jahr (bei 63 ng/ml) absenken können. Die Pharmaindustrie würde das jetzt als 80 prozentige Reduktion anpreisen.

Take-Home Message

Ein Vitamin D Spiegel von 45 – 60 ng/ml scheint eine der effektivsten Maßnahmen zu sein, um Sie vor chronischen Erkrankungen und akuten Infektionen zu schützen. Was Grippeerkrankungen und grippale Infekte angeht, so sind Sie mit einem adäquaten Vitamin D Spiegel besser geschützt als durch eine Grippeimpfung, und Sie brauchen keine Angst vor möglichen Nebenwirkungen zu haben, die bei der Grippeimpfung auch schon mal deutlich ernster sein können, als die Symptome der eigentlichen Erkrankung.

 

(1) https://www.aerzteblatt.de/archiv/186613/Influenzaimpfstoff-2016-2017-Vakzine-wirkt-nur-suboptimal
(2) The seasonality of pandemic and non-pandemic influenzas: the roles of solar radiation and vitamin D. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21036090
(3) Epidemic influenza and vitamin D. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed?orig_db=PubMed&db=pubmed&cmd=Search&term=Epidemiology+and+infection%5BJour%5D+AND+1129%5Bpage%5D+AND+2006%5Bpdat%5D
(4) On the epidemiology of influenza
http://virologyj.biomedcentral.com/articles/10.1186/1743-422X-5-29
(5) Association Between Serum 25-Hydroxyvitamin D Level and Upper Respiratory Tract Infection in the Third National Health and Nutrition Examination Survey
http://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/fullarticle/414815
(6) Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory tract infections: systematic review and meta-analysis of individual participant data.  http://www.bmj.com/content/356/bmj.i6583
(7) http://www.npr.org/sections/health-shots/2017/02/16/515428944/a-bit-more-vitamin-d-might-reduce-winter-colds-and-flu
(8) http://time.com/4672626/vitamin-d-cold-flu/
(9) Vitamin D pills ‚could stop colds or flu‘
http://www.bbc.com/news/health-38988982
(10) Randomized trial of vitamin D supplementation to prevent seasonal influenza A in schoolchildren
http://ajcn.nutrition.org/content/91/5/1255
(11) Vitamin D controls T cell antigen receptor signaling and activation of human T cells.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20208539
(12) http://www.foodconsumer.org/newsite/Nutrition/Vitamins/vitamin_d_deficiency_is_why_you_get_flu_0703100554.html
(13) http://www.jpreventionalzheimer.com/1232-vitamin-d-and-dementia.html
(14) Vitamin D and Alzheimer’s Disease: Neurocognition to Therapeutics
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4553343/
(15) The Top 18 Vitamin D Papers in 2015-2016
http://www.orthomolecular.org/resources/omns/v13n08.shtml
(16) Post-hoc analysis of vitamin D status and reduced risk of preterm birth in two vitamin D pregnancy cohorts compared with South Carolina March of Dimes 2009-2011 rates.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26554936
(17) 25-hydroxyvitamin D and breast cancer, colorectal cancer, and colorectal adenomas: case-control versus nested case-control studies.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25667506

 

 

Wie Ihre Gedanken Ihre Realität formen

Sie haben wahrscheinlich schon mal den Satz gehört „Gedanken werden Dinge“.  Aber was soll das eigentlich heißen?

Immerhin sind Gedanken doch nicht physisch und unser Geist kann die physische Welt nicht ändern.

Oder vielleicht doch?

Das geht tatsächlich, und Sie werden gleich sehen, warum es so wichtig ist, die Kontrolle über Ihre Gedanken zu erlangen.

 

Was auch immer Ihre Gedanken und Vorstellungen beherrscht, wird Wirklichkeit, weil diese Gedanken Gefühle hervorrufen. Gefühle führen zu Interpretationen, Interpretationen erzeugen Erfahrungen, und Ihre Erfahrungen bestimmen Ihre Realität.

Einige Beispiele:

Sie haben schlecht geschlafen und finden, dass Sie fürchterlich aussehen. Dummerweise haben Sie gerade an diesem Tag ein wichtiges geschäftliches Gespräch. Sie versuchen, sich einigermaßen in Form zu bringen, sind aber nicht überzeugt, dass Sie damit viel Erfolg haben.

Beim Treffen mit dem Geschäftspartner wirken Sie unsicher, weil Sie sich Gedanken machen, ob er Ihnen ansieht, dass Sie nicht auf der Höhe sind. Der Geschäftsabschluss, auf den Sie gehofft hatten, kommt nicht zustande.

Natürlich können auch ganz andere Gründe für das Scheitern vorliegen, aber zumindest ist es nahe liegend, dass Sie durch Ihre negativen Gedanken abgelenkt waren, und sich deshalb nicht im besten Licht präsentieren konnten. Es geht schon etwas in die Richtung einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung.

Oder: Sie haben finanzielle Probleme bis zu dem Punkt, wo Sie ständig nur an Ihre Geldsorgen denken können. Den ganzen Tag addieren Sie im Geiste Ihr Einkommen und Ihre Ausgaben, und im Endeffekt kommen immer nur rote Zahlen heraus.

Als Ergebnis kommt es dazu, dass Sie chronisch ängstlich werden und anfangen zu bezweifeln, ob Sie Ihr Leben überhaupt meistern können.

Dieser negative emotionale Zustand führt zu einer Art Lähmung und Hoffnungslosigkeit und führt dazu, dass Sie nach Einkommensquellen suchen, die zu Ihrem niedrigen Selbstwertgefühl passen. Mit Pech nehmen Sie eine Tätigkeit auf, die weit unter Ihrem Niveau liegt.

 

In diesem Beispiel sind Ihre negativen Gedanken über Ihre finanzielle Lage ein direktes Abbild Ihres geringen Selbstwertgefühls und von Gedanken, die sich im Rahmen von „ich komme nie über die Runden“ oder „ich habe nie genug Geld“. Durch diesen Teufelskreis von kein Geld und negativen Gefühlen stecken Sie in einer Situation fest, in der Sie nur nach Einkommensarten suchen, die Sie so gerade eben über Wasser halten – und Sie wagen es gar nicht, für größere Wünsche offen zu sein.

Die wichtige Take-Home Message ist, dass es Ihre vorherrschenden Gedanken sind, die diese Wirklichkeit hervorrufen.

Meditation ist eine Möglichkeit, die Kontrolle über Ihren Geist zu erreichen, sodass die Art wie Sie Ihr Leben erfahren – Ihre Realität – sehr viel besser wird. Wenn Sie diese Technik jeden Tag praktizieren – besonders, wenn Sie sich dabei ertappen, dass Sie wieder einmal eine schlechte Erfahrung in irgendeinem Lebensbereich machen – dann bekommen Sie mit Übung die Kontrolle über Ihre Gedanken.

Hören, fühlen und sehen

Die meisten Gedanken, die Sie heute haben, sind Wiederholungen der Gedanken, die Sie gestern, vorige Woche oder in den letzten 10 Jahren hatten. Und weil sie so zur Gewohnheit geworden sind, ist Ihnen nicht einmal bewusst, dass Sie sie überhaupt haben, oder schlimmer noch, dass sie Sie beeinflussen.

Ihre automatischen Gedanken sind einfach die Art wie Ihr Geist mit der Vergangenheit umgeht. Auf dem Papier ist das eine tolle Idee – löse das Problem aus der Vergangenheit, damit du es abhaken kannst. Wird Ihr Denken jedoch durch selbstlimitierende Überzeugungen zurückgehalten wie „mich liebt keiner“ oder „alle sind gegen mich“, dann werden Ihre Gedanken auch in diesen Grenzen bleiben.

Denken läugt genauso automatisch ab wie atmen. Wenn Sie sich aber auf Ihre Atmung konzentrieren, dann ist es einfach, Sie zu kontrollieren. Genauso ist es einfach die Gedanken zu kontrollieren, wenn man sich ihrer einmal bewusst geworden ist.

Verändern Sie Ihre selbstlimitierenden Überzeugungen

Es gibt drei Möglichkeiten, auf Ihre vorherrschenden Gedanken aufmerksam zu werden:

Hören:

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Straßencafé und beobachten die Leute. Alle möglichen Leute kommen vorbei. Sie nehmen sie wahr, sie gehen vorüber und Sie vergessen sie, weil schon die nächste Person vorbeikommt.

Wenn Sie Ihre Gedanken betrachten, ist es dasselbe. Genauso wie Sie nicht jeden Vorübergehenden in ein Gespräch verwickeln, müssen Sie das mit Ihren Gedanken auch nicht tun. Nehmen Sie sie einfach nur zur Kenntnis, und bewerten Sie sie nicht. Ja, das braucht ein bisschen Übung. Aber wenn Sie sich nicht über Ihre 4 – 7 vorherrschenden Gedankengänge klar werden, dann wird es Ihnen schwer fallen, diese positiv zu beeinflussen.

Eine gute Idee ist es, einfach „Nächster“ zu sagen, wenn Ihnen ein Gedanke im Kopf herumschwirrt. Dadurch vermeiden Sie es, sich zu lange mit diesem Gedanken zu beschäftigen. Danach warten Sie auf den nächsten Gedanken und schicken ihn wieder mit einem „Nächster“ weiter.

Fühlen:

Außerhalb der Meditation werden Sie realistischerweise Ihren Gedanken wenig Aufmerksamkeit schenken. Sie sind schließlich beschäftigt! Konzentrieren Sie sich stattdessen auf Ihre Gefühle. Gedanken erzeugen Gefühle. Das bedeutet, dass Sie – wenn Sie ein negatives Gefühl wahrnehmen – Notiz davon nehmen, woran Sie gerade gedacht haben. Sehr wahrscheinlich handelt es sich dabei um einen automatischen Gedanken, der sich um eine selbstlimitierende Überzeugung dreht.

Sehen:

So schwer es auch manchmal sein kann, betrachten Sie Ihr Leben einmal ganz objektiv.

  • Befinden Sie sich immer wieder in Situationen, die Ihnen unangenehm sind?
  • Haben Sie immer das Gefühl, Sie müssten Jemanden/Etwas für Ihren Kummer verantwortlich machen?
  • Sind Sie erfolgreich, finanziell abgesichert, gesund, in einer großartigen Partnerschaft und glücklich?
  • Fühlen Sie sich erfüllt oder leer?
  • Fühlen Sie sich gefangen in einer schwierigen Situation, weil Sie Angst davor haben, diese gegen etwas Unbekanntes einzutauschen?
  • Erreichen Sie Ihre Ziele oder lassen Sie sie einfach dahinschwinden?

Wenn Sie herausfordernde Gebiete in Ihrem Leben identifiziert haben, können Sie anfangen, rückwärts zu arbeiten und die Gedanken zu erkennen, die Sie dahin gebracht haben, wo Sie jetzt sind. Und nehmen Sie diese Übung nicht persönlich – will heißen, nicht als gegen Sie gerichteten Schlag – sondern als wirksame und hilfreiche Lektion.

Nur wenn Sie Ihre Schwächen kennen, können Sie sie in Stärken umwandeln.

Und so blöde es auch klingt, aber nur wenn Sie selbst mit sich und Ihrem Tun zufrieden sind, werden Sie auch von anderen Anerkennung bekommen. Das ganze nennt sich das „Gesetz der Anziehung“ (Law of Attraction).

 

Getreidefreies Bananenbrot

Vorgestern habe ich noch ein paar Bananen in unserer Obstschale entdeckt, die wirklich schon überreif waren. Da niemand von uns braune
Bananen mag, habe ich mich entschlossen, sie in einem Brot zu verwerten.

Ich habe in Amerika immer total gerne Bananen-Nuss-Muffins gegessen (ich meine früher, als ich noch Getreide gegessen habe), deshalb gehören für mich auch in ein Bananenbrot immer Nüsse hinein. Vom Mehl her haben Sie eigentlich die volle Auswahl, solange es ein getreidefreies Mehl ist. Das heißt Sie können jedes Nussmehl oder auch Mandelmehl nehmen.

Ich habe in diesem Rezept Kastanienmehl verwendet. Es hat einen etwas eigenen Geschmack, den man mögen muss. Kastanienmehl enthält mehr Kohlenhydrate und dafür weniger Omega-6-Fettsäuren als andere Nussmehle, die eine proinflammatorische (Entzündungen auslösende) Wirkung haben können. Es enthält aber immer noch wesentlich weniger Kohlenhydrate (und damit Zucker) als zum Beispiel Tapioca- oder Pfeilwurzstärke.

Der Geschmack ist sehr nussig, aber in Kombination mit den Bananen super lecker. Ansonsten einfach 1 : 1 gegen ein anderes Nussmehl (außer Kokosmehl) austauschen. Ich habe auch schon verschiedene Mehle gemischt, wenn ich noch Reste hatte.

Zutaten:

  • 3 sehr reife Bananen
  • 5 Eier
  • 1 Becher (240 ml) Kastanienmehl
  • 1,5 Becher  (360 ml) Mandelmehl
  • 1,5 TL Ceylon Zimt
  • 1 TL Weinstein
  • 1/2 TL Backnatron
  • 1 TL Apfelessig
  • 2 Handvoll Nüsse

Zubereitung:

  • Ofen auf 175° C vorheizen.
  • Eine große Brotform (800 – 1000 g) mit Backpapier auslegen (oder einfach eine Silikonform nehmen, dann kann man sich diesen Schritt sparen)
  • Die Eier und Bananen in einem Mixer zu einer glatten Masse verquirlen.
  • Diese Mischung in eine große Schüssel geben.
  • Das Kastanienmehl, Mandelmehl und den Zimt dazugeben. Kastanienmehl läßt sich nur schwer rühren. Einfach dran bleiben.
  • Dann noch Weinstein, Backnatron, Nüsse und Apfelessig unterheben.
  • Den Teig in die vorbereitete Brotform geben.
  • Das Bananenbrot 55 Minuten backen oder bis ein hölzerner Zahnstocher, der in das Brot gesteckt wird, sauber wieder rauskommt.

Am besten warm mit einem Stück Butter servieren.

 

 

 

 

Paracetamol – nicht so harmlos wie gedacht?

Ich  möchte wetten, dass Sie auch schon Paracetamol genommen haben, um Ihre Kopfschmerzen loszuwerden. Das haben wohl die meisten von uns. In Deutschland nehmen rund 3,8 Millionen Menschen regelmäßig Kopfschmerztabletten.

Paracetamol ist ein weit verbreitetes Schmerzmittel aus der Gruppe der Cyclooxygenasehemmstoffe (Nichtopioid-Analgetika) und wird bei leichten bis mäßig starken Schmerzen unterschiedlicher Ursache eingesetzt. Zudem wird es als Fieber senkendes Medikament (Antipyretikum) eingesetzt.

Handelsnamen sind unter anderem:

  • Paracetamol 500 Hexal ®
  • Ben-u-ron ® 500 mg von Novartis
  • Benuron ® Captin
  • Enelfa ®
  • Gelonida ®
  • Grippostad ® C
  • Neopyrin ® forte
  • Thomapyrin ® C Schmerztabletten

Die meisten Menschen schmeißen Schmerztabletten ein, als wären es Lutschbonbons. Der Kopf tut weh? Hier ist eine Pille. Im Rücken zieht’s? Da kann man was gegen einnehmen.

Frei verkäufliche Schmerztabletten haben ein gutes Image, gelten inzwischen fast schon als Lifestyle-Produkte und nicht mehr als Medikamente. Suggeriert doch die Werbung, dass diese Pillen generell fit machen – auch vorbeugend und in jeder erdenklichen Lebenslage. Sportler nehmen sie auch gerne mal prophylaktisch (vorbeugend).

Paracetamol wird von den meisten Menschen als harmlos eingestuft. Dies ist aber leider nicht der Fall. Selbst unter einer Dosierung von 2000 mg pro Tag, die noch völlig im therapeutischen Bereich liegt, berichten niedergelassene Ärzte über Leberschäden.

Für die USA wird laut ProPublica die Anzahl von Verletzungen und Todesfällen durch Paracetamol auf etwas über 110000 Fälle pro Jahr geschätzt (1).

 

Was aber macht Paracetamol so schädlich?

Überraschenderweise weiß man eigentlich nicht so genau, wie Paracetamol tatsächlich wirkt (2), aber man weiß, dass diese Substanz Glutathion verbraucht (3), ein Antioxidans, das für die Gesundheit des gesamten Körpers sehr wichtig ist. Unser Körper benötigt Antioxidantien, um oxidative Schäden und Entzündungen auszugleichen.

Wenn Sie also morgens eine Tablette Paracetamol mit Ihrem Antioxidantien-reichen Smoothie trinken, dann kann es passieren, dass Sie die positive Wirkung des Smoothies deutlich herabsetzen.

Man geht inzwischen davon aus, dass die Nebenwirkungen, die bei der Einnahme von Paracetamol auftreten können, vor allem dem Mangel an Glutathion zuzuschreiben sind.

Nebenwirkungen von Paracetamol

1. Leberschädigung

Bekannt ist, dass Paracetamol die Leber schädigt, und es bei Überdosierung zum Leberversagen kommen kann, dass im ungünstigsten Fall auch tödlich enden kann. Bei Erwachsenen tritt dieser Fall wahrscheinlich nur auf, wenn Paracetamol in suizidaler Absicht genommen wird. Bei Kindern sind die benötigten Dosen deutlich geringer, sodass es tatsächlich auch unbeabsichtigt zu einer Vergiftung kommen kann.

Da unser Körper aber ein verbundenes System ist, ist es nicht verwunderlich, dass Paracetamol auch noch andere unerwünschte Nebenwirkungen hat.

2. Erhöhtes Mortalitätsrisiko

Eine Studie, die 2013 in Annals of the Rheumatic Diseases erschienen ist (4), untersuchte welche Nebenwirkungen bei der Einnahme von Paracetamol auftraten. Sie fanden einen dosisabhängigen Zusammenhang mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko (Risiko zu Versterben). Während bei wiederholter Einnahme von Paracetamol in niedriger Dosierung die relative Sterberate nicht erhöht war, lag sie bei langanhaltendem Gebrauch hoher Dosen bei 1,63 (95%-Konfidenz-IntervalI: 1,58-1,68) – war damit also um 63% erhöht. Herz-Toxizität, gastro-intestinalen Blutungen (Blutungen im Magen-Darm-Trakt) und Nierenschäden (ja, auch bei Paracetamol!).

3. Störungen der Affektivität

Erschreckend ist auch, wie Paracetamol sich auf die Stimmung auswirkt. Nach der Einnahme von 1000 mg Paracetamol zeigten betroffene Personen eine deutliche Abnahme der Empathie (Mitgefühl) und abgeschwächte positive wie auch negative Gefühle (5). Nur damit Sie das richtig einordnen können: 1000 mg (2 Tabletten) ist die empfohlene Dosis bei Schmerzen. Die Tageshöchstdosis beträgt 4000 mg.

Gleich mit der ersten Dosis kommt es also zu Störungen der Emotionalität. Ich muss zugeben, für mich klingt das wie der Zombie-Effekt.

4. ADHS

Mehrere Studien sehen einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft und dem Auftreten eines ADHS (Aufmerksamkeit-Defizit-Hyperaktivität-Syndrom) bei den Kindern dieser Schwangeren (6, 7).  Dabei stieg das Risiko mit der Einnahme in späteren Trimestern.

Selbst eine Assoziation mit Autismus wird diskutiert, da Paracetamol einen neurotoxischen (nervenschädigenden) Effekt aufweist. Wohlgemerkt, aufgefallen ist ein Zusammenhang – keine Kausalität. Aber ganz ehrlich, wollen Sie dieses Risiko eingehen?

5. Blutdruckerhöhung

In einer prospektiven Studie wurde untersucht, ob Paracetamol bei Patienten mit Erkrankungen der Herzkranzgefäße den Blutdruck verändert (8). Die Probanden erhielten über zwei Wochen 3 x täglich 1000 mg Paracetamol. Es zeigte sich, dass sowohl der systolische als auch der diastolische Blutdruck signifikant anstiegen. Nach Meinung der Autoren, sollte die kardiovaskuläre Sicherheit des Analgetikums überprüft werden.

6. Erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko

Bei Einnahme von Paracetamol über längere Zeit oder in höherer Dosierung ist das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko deutlich erhöht wie eine Studie aufgezeigt hat (9).

 

Wie sieht es mit anderen Schmerzmitteln aus?

Da kommen wir dann zur Gruppe der Nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). NSAR wirken schmerzstillend und entzündungshemmend. Sie hemmen ein körpereigenes Enzym, die so genannten Cyclooxygenasen, COX-1 und COX-2. Diese Enzyme sind an der Bildung des Schmerzstoffes Prostaglandin beteiligt. Durch die Hemmung der Cyclooxygenase, kurz COX genannt, werden also auch alle Prostaglandine in ihrer Funktion gehemmt. Prostaglandine wiederum sind hormonähnliche Substanzen (auch Gewebehormone genannt),die in verschiedenen Formen in fast allen Organen im menschlichen Körper vorkommen.

Handelsnamen dieser Medikamentengruppe sind unter anderem:

  • Ibuprofen®
  • Voltaren® (Diclofenac)
  • Indomet® (Indometacin)
  • Felden® (Piroxicam)
  • Celebrex® (Celecoxib).

Wenn Sie jetzt aber glauben, dass Sie mit denen dann vielleicht besser bedient sind, haben Sie sich getäuscht.

Frauen mit Kinderwunsch sollten lieber die Finger von diesen Medikamenten lassen. NSARs können den Eisprung verhindern, indem sie die Progesteronkonzentration beeinflussen. Dieser Effekt tritt schon nach einer 10-tägigen Einnahme von 100 mg Diclofenac auf (10). Bei nur 6,3 Prozent der Frauen unter Diclofenac konnten die Forscher per Ultraschall einen Eisprung nachweisen. Unter Naproxen ovulierten 25 Prozent und unter Etoricoxib 27,3 Prozent der Teilnehmerinnen im Vergleich zu 100 Prozent in der Kontrollgruppe. Tatsächlich wird diskutiert, ob Diclofenac als Verhütungsmittel eingesetzt werden könnte.

Zudem schädigen NSARs den Dünndarm (11) und können zu einem Leaky Gut (12) führen. Dieser wiederum wird mit Depressionen, ADHS und Allergien in Zusammenhang gebracht. Außerdem wird durch NSARs das Mikrobiom angegriffen (13). Das Mikrobiom besteht aus Billionen Lebewesen in unserem Darm (Bakterien, Viren, Pilze). Das Problem ist, dass Störungen in unserem Mikrobiom sich sehr negativ auf unsere Gesundheit auswirken können.

 

Und nun…?

Tja, was sollen Sie denn nun tun, wenn Sie Schmerzen haben? Die überraschende Antwort ist: Greifen Sie zu Kurkuma. Kurkuma oder Gelbwurz ist die Substanz, die Curry seine gelbe Farbe verleiht. Sie enthält als aktiven Wirkstoff Kurkumin, das eine starke antientzündliche und schmerzstillende Wirkung hat (14). Und als sehr willkommenen Nebeneffekt sorgt es auch noch dafür, dass eine kaputte Darmschleimhaut wieder aufgebaut wird (15).

Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen sagen, dass Kurkumin genauso gut schmerzlindernd wirkt wie Ibuprofen oder Paracetamol, aber ohne diese hässlichen Nebenwirkungen.

Beim nächsten Kopfschmerz probieren Sie vielleicht einfach einmal einen TL Kurkuma mit etwas schwarzem Pfeffer (für eine bessere Resorption) in einem Glas Tee oder Milch.

 

(1) https://www.propublica.org/article/tylenol-mcneil-fda-behind-the-numbers

(2) http://cen.acs.org/articles/92/i29/Does-Acetaminophen-Work-Researchers-Still.html

(3) Dose-dependent pharmacokinetics of acetaminophen: Evidence of glutathione depletion in humans. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1038/clpt.1987.50/abstract

(4) Paracetamol: not as safe as we thought? A systematic literature review of observational studies.  http://ard.bmj.com/content/75/3/552.short

(5) Over-the-Counter Relief From Pains and Pleasures Alike. http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0956797615570366

(6) Acetaminophen Use During Pregnancy, Behavioral Problems, and Hyperkinetic Disorders http://jamanetwork.com/journals/jamapediatrics/fullarticle/1833486

(7) Antenatal acetaminophen use and attention-deficit/hyperactivity disorder.  http://jamanetwork.com/journals/jamapediatrics/article-abstract/1833483

(8) https://www.aerzteblatt.de/archiv/79493/Schmerzstillung-bei-Herzkranken-Paracetamol-erhoeht-den-Blutdruck

(9) Nonsteroidal antiinflammatory drugs, acetaminophen, and the risk of cardiovascular events.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16534006

(10) https://www.sciencedaily.com/releases/2015/06/150611082124.htm

(11) Visible small-intestinal mucosal injury in chronic NSAID users. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15645405

(12) Intestinal permeability and inflammation in patients on NSAIDs. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1727292/

(13) Anti-inflammatory drug and gut bacteria have a dynamic interplay. https://www.sciencedaily.com/releases/2016/01/160104132151.htm

(14) Some Important Dietary Polyphenolic Compounds: An Anti-inflammatory and Immunoregulatory Perspective. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28183265

(15) Curcumin improves intestinal barrier function: Modulation of intracellular signaling and organization of tight junctions. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28249988