Alle Beiträge von Simone Bendig

2013 stieß ich auf die Paleo-Diät und damit auf einen völlig neuen Lebensstil. Durch die Paleo Ernährung konnte ich meine seit Jahrzehnten bestehende Migräne heilen. Meine ständige Müdigkeit verschwand, und ich habe heute mehr Energie und fühle mich sehr viel gesünder als mit 30 Jahren. Mein Ziel ist es, möglichst vielen Menschen zu zeigen, wie sie ihren Lebensstil ändern können, um ebenfalls optimale Gesundheit zu erreichen.

Cannabidiol – extrem wirksam gegen Entzündungen

In letzter Zeit wird ja sehr viel über den Einsatz von medizinischem Cannabis diskutiert, und da kann man schon den Eindruck bekommen, dass Menschen, die medizinisches Cannabis verschrieben bekommen, ein erhöhtes Risiko haben, als Junkies zu enden. Ich finde diese Diskussion extrem ärgerlich, denn sie geht wirklich völlig am Thema vorbei. Medizinisches Cannabis besteht zum größten Teil aus Cannabidiol, und diese Substanz macht nicht „high“, sie hat aber eine ganze Menge andere, sehr positive Wirkungen, die wir uns in der Medizin unbedingt zunutze machen sollten – so wie es vor der Hexenjagd auf die Cannabispflanze seit tausenden von Jahren getan wurde. Cannabidiol – extrem wirksam gegen Entzündungen weiterlesen

Blutzuckerschwankungen – diese Nahrungsmittel helfen

Wir in unserer Gesellschaft lieben Kohlenhydrate, verarbeitete Nahrungsmittel und Zucker.  Sie brauchen nur einmal durch die Straßen zu gehen und werden feststellen, dass viele Leute unterwegs am essen sind. Und sie essen nicht etwa einen Apfel oder Karotten, sondern haben Brötchen, Müsli-Riegel oder auch den Fast-food Snack ihres bevorzugten Asiaten in der Hand.  Die Folge sind Stoffwechselstörungen wie der Diabetes und Herz- Kreislauf Erkrankungen. Wir haben es durch diese Ernährung geschafft, dass wir den ganzen Tag über ständige  Blutzuckerschwankungen haben, die Entzündungen anregen, Hormone durcheinanderbringen und unsere Gesundheit und Vitalität reduzieren. Deshalb rate ich auch jedem, der gesundheitliche Probleme hat, zunächst einmal dazu, seine Ernährung so umzustellen, dass diese Blutzuckerschwankungen nicht mehr auftreten. Blutzuckerschwankungen – diese Nahrungsmittel helfen weiterlesen

Sechsfachimpfstoff mit tödlichen Nebenwirkungen

Kennen Sie Infanrix Hexa? Das ist ein Sechsfachimpfstoff, der für die Grundimmunisierung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio, Hämophilus influenza und Hepatitis B eingesetzt wird. Dieser Impfstoff wird Babies im Alter von jeweils 2, 3, 4 und 11 – 14 Monaten verabreicht (1).

Diese Impfung wird von Kinderärzten empfohlen, denn diese sechs Krankheiten sind mit einem tödlichen (!) Risiko behaftet. Interessant fand ich tatsächlich schon immer die Impfung gegen Hepatitis B. Es ist schwer vorstellbar wie sich ein Säugling mit dem Hepatitis B Virus infizieren sollte (Übertagungswege: Geschlechtsverkehr oder das Needle-Sharing bei i.v. Drogenabhängigen). Grund genug wirklich jeden einzelnen Säugling impfen zu müssen?

Wirklich besorgniserregend ist aber ein ganz anderer Fakt

Vertrauliche Unterlagen berichten über Todesfälle durch Sechsfachimpfstoff

Ein vertrauliches Dokument von GlaxoSmithKline (dem Hersteller von Infanrix) wurde kürzlich der Presse zugänglich gemacht. Es zeigt auf, dass innerhalb von zwei Jahren insgesamt 36 Säuglinge starben, nachdem sie den Sechsfachimpfstoff Infanrix Hexa erhalten hatten (2).  In dem 1271 Seiten umfassenden Dokument wird mitgeteilt, dass GlaxoSmithKline zwischen dem 23. Oktober 2009 und dem 22. Oktober 2011 insgesamt 1.742 Berichte über Nebenwirkungen erhielt, darunter 503 schwerwiegende Nebenwirkungen und 36 Todesfälle.

Wenn man die Zahl der 36 Todesfälle über einen Zeitraum von zwei Jahren zugrunde legt, so sind dies durchschnittlich 1,5 Todesfälle pro Monat. Ich weiß nicht, wie es Ihnen dabei geht, aber ich finde, dass das eine erschreckend hohe Zahl ist. Dazu muss man noch beachten, dass nur 1 bis 10% der Nebenwirkungen von Impfstoffen tatsächlich berichtet werden. Daher könnte das Problem möglicherweise viel schwerwiegender sein und die tatsächliche Zahl der Todesfälle viel höher liegen.

Also tatsächlich: Impfstoffe sind sicher und effektiv??

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Erhöhen Medikamente gegen ADHS das Risiko für Morbus Parkinson

Die Abkürzung ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Dahinter verbirgt sich eine der häufigsten psychischen Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen. Man nimmt an, dass etwa 2 bis 6 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter krankhaften Störungen der Aufmerksamkeit und an motorischer Unruhe leiden (1). Erhöhen Medikamente gegen ADHS das Risiko für Morbus Parkinson weiterlesen

BfR schreibt Glyphosat Risikobewertung bei den Herstellern ab

In der EU wird schon seit längerer Zeit darüber gestritten, ob Glyphosat sicher ist und weiter verwendet werden darf, oder ob es in Wahrheit als giftige Chemikalie einzustufen ist, die unter anderem krebserregend ist (und wirklich nur unter anderem), und damit auf unserem Teller nichts zu suchen hat. Nun haben Forscher das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) beschuldigt, einen Bericht, der Glyphosat als sicher einstuft, einfach aus einer Untersuchung der Chemieunternehmen, die diesen Stoff herstellen, abgeschrieben zu haben. Diese Tatsache sollte eigentlich bei jedem ernste Zweifel hinsichtlich der Legitimität der Ergebnisse aufkommen lassen. BfR schreibt Glyphosat Risikobewertung bei den Herstellern ab weiterlesen

Gebratener Fenchel mit Parmesan

Heute morgen habe ich im Kühlschrank noch eine Fenchelknolle gefunden und mir gedacht, dass die eigentlich ein tolles Frühstück abgibt. Ich liebe den Lakritzgeschmack von Fenchel oder Anis oder auch Sambuca (obwohl, der ist nicht Paleo).

Einige Fakten zu Fenchel

Fenchel ist mit  Stangengemüse wie Sellerie und Pastinaken verwandt. Die gesamte Pflanze ist essbar, einschließlich Zwiebel, Samen, Stiel und Blättern. Die Haupterntesaison ist im Herbst und Winter.

Die Fenchelknolle enthält eine Reihe phenolischer Verbindungen, darunter Bioflavonoide, Phenolsäuren, Tannine, Cumarine und Hydroxyzimtsäuren.

Fenchel ist außergewöhnlich reich an Ballaststoffen. Jede Knolle liefert 7 Gramm Ballaststoffe oder 28 Prozent des täglichen Bedarfs. Den meisten Menschen essen heutzutage nicht mehr genug  Ballaststoffe, da diese in Fast Food praktisch nicht vorhanden sind. Sie sind aber für die Darmgesundheit immens wichtig. Also: Esst mehr Fenchel!

Fenchel hat aber auch noch eine Reihe wichtiger Nährstoffe. Eine Knolle liefert 969 mg Kalium (27 Prozent der empfohlenen Tagesmenge). Kalium ist wichtig, um den Blutdruck zu senken und das Flüssigkeitsgleichgewicht aufrechtzuerhalten.

Außerdem liefert er 28 mg Vitamin C pro Knolle (fast ein Drittel der empfohlenen Tagesmenge). Vitamin C ist ein starkes Antioxidans, das den Alterungsprozess verlangsamt und ein gesundes Immunsystem aufrechterhält.

Er liefert zusätzliche wichtige Vitamine wie Vitamin A, Vitamin B6, Vitamin K und Folsäure sowie Mineralien wie Eisen, Kalzium, Kupfer, Zink und Selen.

Fenchel – ein Allroundtalent

Fenchel kann aber noch viel mehr. Zusätzlich zu den oben aufgeführten gesundheitlichen Benefits hat er auch noch folgende nützliche Eigenschaften:

Hilft bei der Verdauung

Da Fenchel 7 Gramm Ballaststoffe enthält, unterstützt er eine gute Verdauung.  Da Verdauungsprobleme wie Verstopfung und Reizdarmsyndrom häufig auftreten, ist Fenchel eine großartige Ergänzung für jede Diät.

Erhöht das Sättigungsgefühl

Ballaststoffe enthalten keine Kalorien, sorgen jedoch für mehr Volumen und machen satt. Menschen haben nicht die Enzyme, die zum Abbau der Ballaststoffe erforderlich sind,daher können sie vom Körper nicht aufgenommen werden. Ihre Darmbakterien freuen sich aber über gesundes Futter.

Studien zeigen, dass eine ballaststoffreiche Ernährung dabei helfen kann, effektiv abzunehmen. In einer Studie aus dem Jahr 2001 wurde festgestellt, dass Teilnehmer, die 14 Gramm Ballaststoffe pro Tag zu sich nahmen, ungefähr 10 Prozent weniger Kalorien pro Tag konsumierten und über einen Zeitraum von vier Monaten etwa vier Kilo abnahmen (1).

Reduziert Koliken

Säuglingskoliken können wirklich nervenaufreibend sein – ich spreche da aus Erfahrung.  Die meisten Eltern eines Säuglings mit Kolik würden wahrscheinlich fast alles versuchen, um ihr schreiendes Kind zu beruhigen.

Natürlich kann man sein Baby mit Maaloxan abfüllen, aber das hat Nebenwirkungen und ist nicht immer wirksam. Forscher haben jedoch herausgefunden, dass Fenchelsamenöl Schmerzen reduziert und die Motilität im Dünndarm erhöht, wodurch es ein ausgezeichnetes natürliches Heilmittel für Koliken sein kann.

Bevor Sie jetzt loslaufen und Fenchelsamenöl kaufen, um es Ihrem Baby einzuflößen – das ist keine gute Idee. Sie können aber versuchen, in Kokosöl verdünntes Fenchelsamenöl (1 Tropfen pro Teelöffel) auf dem Bauch des Babys zu verreiben. Der sicherere Weg ist aber der, dass die stillende Mutter einfach Fencheltee trinkt.

Fenchel wirkt entzündungshemmend und ist eventuell wirksam gegen Krebs

Fenchel wird seit Jahrhunderten in der chinesischen Medizin zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen wie Insektenstiche oder Halsschmerzen eingesetzt. Diese antientzündliche Wirkung  veranlasste Forscher zu untersuchen, ob diese Eigenschaft auch bei  andere entzündlichen Erkrankungen auftritt, einschließlich verschiedenen Formen von Krebs.

Fenchel enthält ein Öl namens Anethol, von dem in einigen klinischen Studien nachgewiesen wurde, dass es als natürliches Krebsmittel wirkt und dabei hilft, das Wachstum von Brustkrebszellen zu reduzieren. Es wird angenommen, dass Anethol eine Entzündung reduziert, die zur Entstehung von Krebs führen kann (2).

Fenchel für gesunde Augen

Die Makuladegeneration ist die häufigste Ursache für einen altersbedingten Sehverlust. Obwohl die genaue Ursache unbekannt ist, können Antioxidantien wie bestimmte Flavonoide, Vitamin C und Zink zu einer Entzündungshemmung beitragen, das Sehen verbessern oder das Fortschreiten der Krankheit  verlangsamen (3). Diese Nährstoffe sind in Fenchel enthalten.

Reduzierung von Beschwerden in den Wechseljahren

Fenchel enthält Phytoöstrogene, die zu einer Verbesserung von Symptomen in der Menopause beitragen können.

Eine im Journal of Menopausal Medicine veröffentlichte Meta-Analyse von 2018 ergab, dass Fenchel bei der Linderung von  Wechseljahresbeschwerden hilft. Juckreiz im Vaginalbereich, Trockenheit, Schlafstörungen und vasomotorische Symptome wie Nachtschweiß und Hitzewallungen werden reduziert. Fenchel half auch, die sexuelle Funktion und die sexuelle Befriedigung zu verbessern (4).

 

So, nun aber zum Rezept.

Zutaten:

  • 1 Fenchelknolle
  • 1 EL Kokosöl oder Ghee
  • 1 TL Knoblauchpulver (oder drei frische Knoblauchzehen)
  • 50 g Parmesan
  • Pfeffer, Salz nach Geschmack

Zubereitung:

  1. Den Fenchel waschen und in Würfel schneiden.
  2. Das Öl in der Pfanne erhitzen.
  3. Den Fenchel und den Knoblauch bei mittlerer Hitze ca. 6 – 8 Minuten anbraten.
  4. Pfeffer und Salz nach Geschmack hinzufügen.
  5. Zum Schluss noch mit Parmesan bestreuen – und fertig.

 

 

 

(1) Dietary Fiber and Weight Regulation     https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1753-4887.2001.tb07001.x

(2) Anethole suppressed cell survival and induced apoptosis in human breast cancer cells independent of estrogen receptor status  https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0944711312000815

(3) https://www.nei.nih.gov/health/maculardegen/armd_facts

(4) Effect of Fennel on the Health Status of Menopausal Women: A Systematic and Meta-analysis  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5949311/

 

Häufige Fehler bei einer ketogenen Diät

Es ist Januar, und Diäten haben wieder einmal Hochkonjunktur. Blättert man die Zeitschriften durch, so finden sich in den meisten mehr oder weniger hilfreiche Diättipps. Sehr beliebt sind natürlich immer die Crash-Diäten.  Sie wissen schon – schlank in 14 Tagen. Eigentlich sollten wir alle wissen, dass diese Diäten nicht wirken und noch dazu sehr ungesund sind. In letzter Zeit hört man sehr viel über die Ketogene Diät, die wirklich Wunder wirken soll. Ich möchte hier gleich vorwegschicken, dass Sie den Begriff Diät vielleicht lieber mit Ernährung austauschen sollten, denn es handelt sich hierbei nicht um eine kurzfristige Diät (und dann zurück zu Pizza und Bier), sondern um einen sehr bewussten Ernährungsstil.

Die Stärken der Ketogenen Diät liegen auch nicht in der Gewichtsabnahme (obwohl die eine nette Zugabe ist), sondern in ihren gesundheitlichen Auswirkungen. Und die sind beträchtlich. In der Literatur finden sich Hinweise darauf, dass sie sich nicht nur positiv auf therapierefraktäre Epilepsien auswirkt, sondern auch das Risiko für Herzerkrankungen verringert, die Blutzuckerkontrolle bei Typ II Diabetikern verbessert, positive Auswirkungen bei PCOS (polyzystisches Ovarialsyndrom),  neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer und MS hat und sogar bei einigen Krebsarten als Therapie eingesetzt werden kann (1). Richtig angewendet, kann die Ketogene Diät eine wirksame Waffe gegen viele unserer sogenannten Zivilisationskrankheiten sein. Wir reden hier also nicht über eine „Kohlsuppendiät“ oder „zur Bikinifigur mit der Eierdiät“.

 

Was ist die Ketogene Diät?

Viele Menschen glauben, die ketogene Diät wäre etwas ganz Neues. Tatsächlich imitiert sie aber nur die Art und Weise wie viele unserer Vorfahren vor der Einführung der Landwirtschaft mit ihrem Getreide gegessen haben (also eigentlich wie dieser neumodische Kram – die Paleo Diät).

Bevor Getreide mit seinem hohen Anteil an Kohlenhydraten zum Grundnahrungsmittel wurde, aßen unsere Vorfahren eine Vielzahl wilder Pflanzen (und auch Tiere), mit einem deutlich geringeren Kohlenhydratanteil. Über Zucker brauchen wir gar nicht erst zu diskutieren, den gab es einfach nicht (außer in Form süßer Früchte oder vielleicht auch mal Honig).

Im Gegensatz dazu haben wir 24/7 kohlenhydrathaltige Lebensmittel zur Verfügung. Wir haben unseren Stoffwechsel daran gewöhnt, die Zuckerverbrennung (Kohlenhydrate) für die Energiegewinnung heranzuziehen. Unsere Vorfahren waren häufig darauf angewiesen, Fett zur Energiegewinnung zu verbrennen – nämlich immer dann, wenn es nur wenig kohlenhydrathaltige Nahrung gab (zum Beispiel im Winter). Und genau dieser Zustand – die Fettverbrennung (sprich Körperfett) – ist das Ziel der ketogenen Ernährung.

Ich muss zugeben, ich verstehe die Leute nicht, die behaupten, dass eine Ketogene Diät nur schwer durchzuhalten ist. Das kann eigentlich nur passieren, wenn man Fehler macht. Einige dieser Fehler habe ich nachfolgend einmal aufgelistet.

Wie funktioniert die Ketogene Diät?

Ziel der ketogenen Diät ist es, den Körper in eine sogenannte Ketose zu versetzen. In der Ketose stellt der Körper von Zuckerverbrennung auf Fettverbrennung um. Das Fett wird in Ketonkörper umgewandelt, die von fast allen Körperzellen als Energielieferanten verwendet werden können. Ausnahmen sind die Leber und die roten Blutkörperchen. Das Gehirn läuft sehr gut – und wie sich bei Alzheimer Patienten zeigt sogar besser – mit Ketonkörpern.

Um eine Ketose zu erreichen, muss der Kohlenhydratanteil der Nahrung (Zucker und Stärke)  massiv heruntergefahren werden. In der Regel geht man von einer Menge von 20 – 30 g Kohlenhydraten pro Tag aus. Die nötigen Kalorien erhält man über gesunde Fette. Unter diesen Umständen fällt der Blutzuckerspiegel ab, und der Körper muss seine Energiegewinnung auf alternative Quellen umstellen, was er auch sehr gut kann – jedenfalls nach einer Eingewöhnungsphase. In dem Moment, wo nicht genügend Zucker als Energielieferant vorhanden ist, stellt der Körper auf eine Energiegewinnung durch Ketonkörper um.

Das Tolle daran ist, dass durch die angekurbelte Fettverbrennung bei entsprechendem Kaloriendefizit nicht nur das Körperfett verschwindet, sondern dass die Fettverbrennung auch eine sehr viel effektivere Form der Energiegewinnung ist. Zucker ist wie das Anzündholz eines Kamins – er brennt schnell und kurzzeitig. Fett ist wie ein dicker Holzstamm – er brennt sehr, sehr lange. Wir machen uns ja alle Gedanken über Umweltverschmutzung und saubere Formen der Energiegewinnung – nun, bei der Fettverbrennung fallen deutlich weniger freie Radikale (Stress, Alterung)  an als bei der Zuckerverbrennung, sie ist also eine sauberere Energiequelle.

Immer die Netto-Kohlenhydrate im Auge behalten

Netto-Kohlenhydrate, sogenannte Netcarbs, sind diejenigen Kohlenhydrate, die vom Körper verwertet werden können. Wir unterscheiden bei den Kohlenhydraten diejenigen, die vom Körper verwertet werden können von denjenigen, die für den Körper kaum oder gar nicht verwertbar sind. Diese kennen wir unter dem Begriff Ballaststoffe. Sie werden vom Körper nicht aufgenommen, sondern zu großen Teilen ausgeschieden, und dienen auf dem Weg nach draußen auch noch unserem Darmmikrobiom als Futter, was eigentlich ziemlich cool ist. Man geht davon aus, dass diese schwer- oder nichtverdaulichen Kohlenhydrate auch ohne große Insulinausschüttung des Körpers verstoffwechselt werden. Die Insulinausschüttung soll ja bei der Ketogenen Diät möglichst gering gehalten werden, da sie die Fettverbrennung verhindern würde. Allerdings – ganz ohne Insulin geht es auch nicht (dann hätten wir einen Typ I Diabetes).

Die Netcarbs ermittelt man, indem man den Ballaststoffanteil von den Gesamt-Kohlenhydraten abzieht. Und dann stellt man fest, dass nicht-stärkehaltiges Gemüse extrem wenig Kohlenhydrate hat. Das ist ja immer so ein Kritikpunkt an der Ketogenen Diät, dass man kein Gemüse essen darf, weil das ja Kohlenhydrate enthält. Vergessen wird aber, dass ein Großteil dieser Kohlenhydrate Ballaststoffe sind und damit überhaupt nicht ins Gewicht fallen.

Also, bei einer Ketogenen Diät gehört unbedingt Gemüse auf den Teller. Damit beugt man dann auch gleich der Verstopfung vor, unter der viele Neulinge dieser Ernährungsform leiden.

 

Gesunde Fette

Dieser Punkt führt immer wieder zur Verwirrung, denn gesunde Fette sind nicht unbedingt diejenigen, die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung beworben werden. Die meisten sogenannten „gesunden“ Pflanzenöle (Raps, Mais, Soja) gehören auf keinen Fall in eine Ketogene Diät. Konventionell gefertigter Frühstücksspeck, Bratmaxe und Chicken nuggets übrigens auch nicht. Ganz klar, wenn Ihr Körper Fett zur Energiegewinnung benutzen soll, dann müssen Sie ihm gute Fette geben. Und wenn Sie Fleisch essen, dann bitte nur von artgerecht gehaltenen Tieren.

Um in Ketose zu kommen und zu bleiben, benötigen Sie eine Fettzufuhr von 65 – 80 Prozent Ihrer täglichen Kalorien (nicht etwa des Volumens oder Gewichtes Ihrer Nahrung). Die Menge an Fett, die zur Aufrechterhaltung der Ketose nötig ist, ist individuell sehr unterschiedlich. Sie hängt unter anderem von Ihrem Stoffwechsel und Ihrer Aktivität ab. Am Anfang werden Sie mit Ketonstreifen im Urin messen müssen, ob Sie in Ketose sind. Später entwickelt man ein Gefühl dafür.  Übrigens: Wenn Sie schon länger in Ketose sind, dann werden Sie im Urin keine Ketonkörper mehr nachweisen können.

Hier eine Liste mit gesunden Fetten (es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben):

  • Pflanzliche Fette: Avocado, Extra Virgin Olivenöl, Kokosöl, Nüsse (keine Erdnüsse, diese sind Hülsenfrüchte!), Samen wie Leinsamen, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne.
  • Tierische Fette: Nur aus artgerechter Haltung oder von Wildtieren! Machen Sie einen großen Bogen um Fette von Tieren aus Massentierhaltung – hierzu gehören auch Bio-Fische aus Aquakulturen. Es handelt sich hierbei um kranke Tiere, in deren Fett Sie sämtliche Schadstoffe wiederfinden, die diese armen Kreaturen im Laufe ihres kurzen Lebens aufgenommen haben. Ansonsten: alle Tierfette, Butter, Ghee.
  • Nahrungsergänzungsmittel: MCT-Öl und Fischöl. MCT-Öl liefert β-Hydroxybuttersäure, den wichtigsten Ketonkörper.  Durch den Konsum von MCT-Öl kann der Ketonkörperspiegel angehoben werden. Es reicht aber nicht aus, um den Nutzen einer richtigen Ketogenen Diät zu erhalten.

Strategien gegen die Keto-Grippe

Eine große Herausforderung für viele Neulinge der ketogenen Ernährung ist die Keto-Grippe oder auch Low-Carb Grippe. Diese tritt in den ersten Tagen der Umstellung von einer kohlenhydratreichen auf eine kohlenhydratarme Ernährung auf. Sie zeigt sich in Symptomen wie Energiemangel, Reizbarkeit, Heißhungerattacken und Hirnleistungsstörungen.

Zu diesen Symptomen kommt es, weil die Insulinausschüttung deutlich abnimmt (da die Blutzuckerspitzen durch Kohlenhydrate nicht mehr vorhanden sind) und die Nieren angeregt werden, Elektrolyte (wie Natrium, Magnesium und Kalium) auszuscheiden.

Hinzu kommt, dass viele Leute vorher eine Ernährung hatten, die zum großen Teil aus Fertigprodukten bestand, die eine hohe Salzkonzentration haben. Da diese Salzzufuhr wegfällt kommt es zu einem teilweise dramatischen Abfall des Salzlevels.  Das heißt, diese vermehrt ausgeschiedenen oder eben nicht mehr zugeführten Elektrolyte müssen dringend ersetzt werden, um die Symptome der Keto-Grippe zu verhindern.

Zur Vorbeugung empfehlen sich folgende Maßnahmen:

  • Elektrolyte ersetzen (zum Beispiel durch Himalaya- oder Meersalz)
  • Viel Wasser trinken
  • Ausreichend Fett konsumieren, um den Kalorienbedarf zu decken
  • Soweit möglich, Sport treiben.

Und wenn die Keto-Grippe sich trotzdem bemerkbar macht, kann man sich mit dem Gedanken trösten, dass sie nur ein Beweis dafür ist wie gut die Ketogene Diät wirkt, denn diese Symptome zeigen, dass Ihr Körper nicht nach jeder Mahlzeit für eine Normalisierung des Blutzuckerspiegels kämpfen muss. Wie es sich für eine „Grippe“ gehört, ist sie außerdem nach ein paar Tagen vorbei.

 

Wie sieht es mit Fasten aus?

Wie es beim Yoga immer heißt: „Wer mehr möchte, der kann noch…“.

Ja, wer mit der Ketogenen Diät schnell loslegen möchte, der kombiniert sie mit Fasten. Eine verminderte Kalorienaufnahme zwingt den Körper, alle vorhandenen Kohlenhydrate zu verbrennen. Wer also seine Ketogene Diät mit Fastentagen startet, der kommt natürlich sehr viel schneller in den Zustand der Ketose. Aber auch Personen, die schon in Ketose sind, können durch periodisches Fasten profitieren, weil es die Kohlenhydratspiegel im Körper auf einem sehr niedrigen Level hält.

Fasten an sich hat einen großen gesundheitlichen Nutzen. Nicht umsonst hat eigentlich jede Kultur Fastenzeiten.

Haben Sie gesundheitliche Probleme, so sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob das Fasten für Sie irgendwelche Risiken birgt. Und dann kann es losgehen.

Um schnell in Ketose zu kommen, sollten Sie 24 – 48 Stunden fasten. Während dieser Zeit trinken Sie nur Wasser, aber davon viel. Vergessen Sie nicht, dem Wasser eine Prise Himalaya- oder Meersalz zuzufügen, um die Elektrolytverluste auszugleichen. Wenn Sie dann in Ketose sind (Streifentest im Urin), gehen Sie in den Erhaltungsmodus.

 

Überzeugt? Die Ketogene Diät ist ein unglaublich leistungsfähiges Mittel, das als Therapie bei einer Vielzahl von Gesundheits-problemen unserer modernen Gesellschaft extrem wirksam sein kann. Fett als Brennstoff führt nicht nur zu einem nachhaltigen Gewichtsverlust, sondern veranlasst den Körper dazu, eine alternative und potenziell überlegene Brennstoffquelle zu verwenden. Wenn Sie gerade eine Ketogene Diät beginnen, helfen Ihnen meine Tipps hoffentlich, dabei zu  bleiben. Der Übergang ist manchmal nicht einfach, aber die langfristige Einhaltung dieser Diät hat viele, viele Vorteile.

 

(1) Beyond weight loss: a review of the therapeutic uses of very-low-carbohydrate (ketogenic) diets     https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3826507/

 

Mais in glutenfreien Lebensmitteln – keine gute Idee

Die Industrie für glutenfreie Lebensmittel boomt. Hersteller greifen dabei als Ersatz häufig auf Mais zurück, und da liegt auch schon das erste Problem. Das mag jetzt manchem wie Erbsenzählerei vorkommen, aber auch bei Mais handelt es sich um Getreide, und die sind nun einmal nicht glutenfrei.

Wieso kann man diese Lebensmittel dann als glutenfrei verkaufen? Das ist ganz einfach. Mais enthält nicht das in Weizen, Roggen und Gerste vorkommende Glutenmolekül α-Gliadin, sondern eben andere Mitglieder der sehr großen Glutenfamilie.

Und warum wird dann immer nur das Gluten in Weizen, Roggen und Gerste erwähnt? Nun, das α-Gliadin ist einfach das am besten untersuchte Gluten, weil man herausgefunden hat, dass es die Ursache für eine Zöliakie darstellt. Der Rückkehrschluss, dass alle anderen Glutene dann harmlos sind, ist allerdings ein bisschen voreilig. Mais in glutenfreien Lebensmitteln – keine gute Idee weiterlesen