Sind Bio-Lebensmittel gesünder?

Jedes Mal wenn Sie in einen Supermarkt gehen, haben Sie Tausende Produkte zur Auswahl. Essen muss schließlich jeder, und so bemühen sich mehr und mehr Konsumenten angesichts von farbenfrohen Verpackungen mit Bildern einer heilen Welt, die richtige Entscheidung für eine gesunde Ernährung zu treffen. Immer wieder werden diese Produkte als völlig neu und mit verbesserem Geschmack, Qualität und Inhaltsstoffen angepriesen.

Leider werden nur allzu oft alle möglichen chemischen Zusatzstoffe in die Produkte eingebracht, um diese „Verbesserungen“ zu erzielen. Geschmacksverstärker wie Salz und Zucker, Konservierungsstoffe, die für eine längere Haltbarkeit sorgen und Farbstoffe, damit diese sogenannten „Nahrungsmittel“ appetitlicher aussehen. Diese Substanzen sind der Traum eines jeden Verkäufers und extrem profitabel für eine Industrie, für die es nur um einen möglichst großen Marktanteil geht.

In dem Versuch, diesem Durcheinander zu entfliehen und sich gesund zu ernähren, wenden sich viele Menschen inzwischen Bio-Lebensmitteln zu. Ein wichtiger Punkt ist allerdings, dass Bio nicht mit gesund gleichgesetzt werden darf.

Es ist der neueste Marketing-Trick, um Menschen anzulocken, die daran interessiert sind, ihrer Familie bessere Nahrungsmittel vorzusetzen. Worte wie „natürlich“ und „Vollkorn“ sind weitere Marketing-Schlagwörter, die versuchen Ihnen Sand in die Augen zu streuen. „Natürlich“ zum Beispiel ist ein völlig unregulierter Begriff und kann alles Mögliche bedeuten. Sie sollten sich dazu mal dieses Video auf YouTube ansehen. Es wäre zum Schreien komisch, wenn es nicht so traurig wäre.

Es gibt Bio-Snacks für Kinder, die voller Zucker stecken. Und ich habe schon in einem anderen Post darauf hingewiesen: Auch wenn die Zutaten dann den Vorteil haben, keine Pestizide und Herbizide zu enthalten, ist ein Zuviel an Zucker (selbst natürlicher Zucker wie Honig) nicht gesund!

Gibt es einen Unterschied zwischen Bio- und konventionell erzeugten Lebensmitteln?

Über diese Frage wurde lange Zeit gestritten. Selbstverständlich waren die Konsumenten von Bio- Lebensmitteln davon überzeugt, dass diese gesünder sind, aber Studien zeigten häufig keine Unterschiede zwischen Bio- und konventionell erzeugten Lebensmitteln. Bis jetzt…

 1. Obst und Gemüse

Im British Journal of Nutrition erschien nun 2014 eine Metaanalyse der Universität Newcastle, die mit dem Wirrwarr aufräumt (1).  Ausgewertet wurden 343 Publikationen aus Fachjournalen mit Peer-Review –Gutachtersystem. Diese größere Datenbasis ermöglicht es, besser geeignete statistische Methoden einzusetzen und so definitivere Schlüsse zu den Unterschieden zwischen biologisch und konventionell angebautem Obst und Gemüse zu ziehen.  Es ist die bisher größte Studie dieser Art zu diesem Thema.

Die Forscher konzentrierten sich auf den Vergleich von Inhaltsstoffen mit gesundheitlicher Bedeutung, darunter:  sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe wie Antioxidantien und Vitamine, chemische Pestizide, Nitrit und Nitrat, giftige Schwermetalle wie Kadmiun, Arsen und Blei sowie Nährstoffe und Spurenelemente. Sie berücksichtigten sowohl Studien, die beide Anbaumethoden verglichen, als auch Feldversuche und Tests, bei denen Lebensmittel aus beiden Anbauformen überprüft wurden.

Hierbei zeigte sich, dass Bio-Gemüse die Nase klar vorn hat.

Mehr Antioxidantien, weniger Schwermetall

Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe unterschied sich zwischen biologisch und konventionell erzeugtem Gemüse beträchtlich. So enthielten die Biogemüse zwischen 18 und 69 Prozent mehr Polyphenole und andere als Antioxidantien wirkende Pflanzeninhaltsstoffe.

Antioxidantien gelten als potenziell vorbeugend gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch Krebs und einige neurodegenerative Krankheiten. Die Biofrüchte enthielten zudem mehr Carotinoide und mehr Vitamin C.

Diese höheren Werte vor allem in den Antioxidantien sind biologisch leicht zu erklären: Pflanzen bilden diese sekundären Inhaltstoffe meist als Reaktion auf Stress durch Schädlinge, Wassermangel oder andere negative Einflüsse. Da im Bioanbau weniger rigoros gegen Schädlingen und Krankheiten vorgegangen wird und weniger stark gedüngt wird, müssen die Pflanzen ihre Selbstschutzmechanismen benutzen.

 

Weniger Schwermetalle und Pestizide

Ebenfalls deutlich fielen die Unterschiede bei schädlichen Substanzen wie Schwermetallen und Pestizidrückständen aus.

Die Bio-Feldfrüchte enthielten im Durchschnitt 48 Prozent weniger Cadmium, das sich in den Organen anreichern kann und zur chronischen Vergiftung führt. Bei Blei und Arsen konnten die Wissenschaftler allerdings keine Unterschiede feststellen.

Nicht ganz unerwartet enthielten konventionell angebaute Feldfrüchte zudem rund viermal mehr Pestizid-Rückstände als die biologisch erzeugten. Bei Früchten waren die Unterschiede dabei am größten, bei Gemüsen etwas geringer.

Außerdem ergaben die Analysen um 30 Prozent höhere Nitratwerte und um 87 Prozent höherer Nitritwerte bei konventionellen Feldfrüchten (durch den verwendeten Dünger). Höhere Nitritwerte in Lebensmitteln können schädlich sein, da im menschlichen Körper diese Stickstoffverbindung zu krebserregenden Nitrosaminen umgewandelt werden kann.

Auch ein bis 2009 laufendes Projekt der EU, das Quality Low Input Food (QLIF), das die Vorteile von biologisch erzeugten Nahrungsmitteln untersuchte, kam zu diesem Resultat (2). Sie fanden bei Obst und Gemüse, die auf benachbarten Feldern biologisch bzw. konventionell angebaut wurden folgende Unterschiede in den Inhaltsstoffen:

  • Biologisch angebaute Obst und Gemüse enthielten 40 % mehr Antioxidantien
  • Sie enthielten auch höhere Mengen an Vitaminen und Mineralien wie zum Beispiel Eisen und Zink.

 

2. Fleisch

Es wird immer wieder gerne angeführt, dass Bio-Fleisch auch nicht anders schmeckt als das Fleisch von Tieren aus Massentierhaltung. In einem Bericht habe ich sogar gefunden, dass Bio-Fleisch auch zäh sein kann (OMG!). Da kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Als ob das ein Qualitätsmerkmal sein sollte, das Bio- von konventionellem Fleisch unterscheidet.

Massenhafter Einsatz von Antibiotika

Es geht nicht darum, ob ein Fleisch mehr Wasser enthält, zäher ist oder nicht so schön in der Pfanne brutzelt. Es wird Zeit, dass wir uns ernsthaft Gedanken darüber machen, was die Tiere, die wir essen, gegessen haben. Wenn man sieht, dass Tiere mehr Antibiotika bekommen als Menschen, dann sollte uns das sehr beunruhigen. 1238 t Antibiotika wurden im Jahr 2014 an Landwirte abgegeben (3).

Man will uns glauben machen, dass das kein Problem ist, da ja zwischen der Anwendung des Antibiotikums am Tier und dem Verkauf des Fleisches Wartezeiten eingehalten werden müssen, sodass das Antibiotikum nicht mehr im Fleisch nachzuweisen ist. Das geht aber am wahren Problem vorbei. Dies besteht nämlich darin, dass wir immer mehr Antibiotikaresistenzen haben.

Im Fokus der aktuellen Resistenzdebatte stehen ESBL/AmpC-bildende Keime, da sie ein besonderes Problem in der Humanmedizin darstellen. ESBL (Extended-Spektrum Beta-Laktamasen) und AmpC bezeichnen Enzyme, die ein breites Spektrum von Antibiotika einschließlich der Cephalosporine der dritten Generation unwirksam machen, so dass die Keime gegen diese Antibiotika resistent sind.

Wenn Sie Fleisch kaufen, dass mit resistenten Keimen belastet ist, so kann es bei unsachgemäßer Handhabung zum Beispiel durch Verunreinigung von Küchenutensilien zu einer Keimübertragung auf andere Lebensmittel (beispielsweise Salat, der nicht gekocht wird) kommen. Nisten sich diese Keime in Ihrem Körper ein, und brauchen Sie dann ein Antibiotikum, gegen dass diese Erreger resistent sind, dann haben Sie ein Problem.

Tiere in biologischer Landwirtschaft bekommen deutlich weniger Antibiotika und haben damit auch weniger resistente Keime. Das ist ein Punkt, den ich für immens wichtig halte.

Ein Bio-Siegel bedeutet zumindest, dass die Häufigkeit des Antibiotika-Einsatzes – anders als bei konventionellen Tieren – eingeschränkt ist. So erlaubt die EU-Öko-Verordnung maximal 3 Antibiotika-Gaben innerhalb von 12 Monaten. Falls ein Tier nicht älter als ein Jahr alt wird, ist nur eine Gabe erlaubt. Gleichlautend sind etwa die Richtlinien von Demeter. Neuland – kein Bio-Verband aber getragen von Umwelt- und Tierschutzverbänden – erlaubt Antibiotika „ausnahmsweise und nach Indikation durch den Tierarzt“. Das Fleisch eines behandelten Tier darf nicht mehr als Neuland-Fleisch verkauft werden (4).

Hormone

In der deutschen Schweinemast erhalten die Sauen nach Einschätzung des Bunds für Umwelt- und Naturschutz immer öfter systematisch Sexualhormone. Die Hormone schalten den Sexualzyklus der Tiere gleich und führen dazu, dass unnatürlich viele Ferkel geboren werden. Hormonell wirksame Substanzen, unter ihnen die als krebserregend und erbgutschädigend geltenden Steroide, gelangen mit der Gülle aufs Feld und ins Trinkwasser (5).

Eventuell kann es auch zum Verkauf von hormonbelastetem Fleisch kommen, wenn Muttersäue geschlachtet werden. Zwar gibt es vorgeschriebene Wartezeiten nach der letzten Hormongabe bis zur Schlachtung, beziehungsweise Höchstmengen für Hormon-Rückstände im Fleisch. Kontrollen auf diese Rückstände sind aber viel zu lückenhaft.

Bei Bio-Fleisch ist der Einsatz von Hormonen generell verboten. Wer also Bedenken hat, sollte auf konventionell erzeugtes Schweinefleisch lieber verzichten.

Ganz anders sieht es übrigens in den USA aus (nur falls wir doch noch ein Freihandelsabkommen abschließen), dort werden Tiere mit Hormonen gemästet. Ganz ehrlich, von mir aus können die Amerikaner ihr Fleisch gerne für sich behalten.

Futtermittel

Ein weiterer Aspekt, der vielen Kunden in Deutschland nicht bewusst ist: die Herkunft der Futtermittel. Ein Teil einer Bullenmastration besteht aus Sojaschrot und wird aus Lateinamerika, vor allem Brasilien, Argentinien, Paraguay und Bolivien angekauft. Dieses Sojaschrot ist meist gentechnisch verändert, wurde in Monokultur unter hohem Einsatz von Pestiziden angebaut und hat in den jeweiligen Ländern die Rodung zahlreicher Wälder und die Umwandlung von Grasland zu Ackerland zur Folge (6).

Problem: Für den Verbraucher in Deutschland ist nicht ersichtlich, mit welchen Futtermitteln sein Rind gefüttert wurde. „Wenn das Produkt nicht direkt an den Verbraucher geht, muss es nicht gekennzeichnet werden.“ Während das Futter, das der Landwirt erhält, also noch markiert ist, fehlt beim Fleisch ein entsprechender Hinweis. Verbraucher, die ausschließen wollen, dass gentechnisch verändertes Futter für die Produktion ihres Rindfleisches verwendet wurde, sollten deshalb auf Fleisch mit dem „Ohne-Gentechnik-Siegel“, Neuland- oder Bio-Zertifikat zurückgreifen.

Wenn Sie konventionell produziertes Rindfleisch im Supermarkt kaufen, müssen Sie davon ausgehen, dass gentechnisch verändertes Sojaschrot verwendet wurde.

Tiere in der biologischen Landwirtschaft leben und fressen artgerecht. Der Einsatz von Tiermehl ist streng verboten und BSE somit kein Thema. Das gentechnikfreie Futter muss auf den Höfen selbst ökologisch erzeugt worden sein. Pflanzenschutzmittel und synthetische Düngemittel sind verboten. Bio-Futtermitteln aus der Region dürfen zugekauft werden, ebenso darf eine geringe Menge an nicht ökologischem Futter verwendet werden. Die Tiere nehmen über das Futter deutlich weniger Pestizide auf als bei konventioneller Viehhaltung. Daher ist ihr Fleisch auch weniger damit belastet (7).

Mehr ungesättigte Fettsäuren

In Studien wird immer wieder festgestellt, dass die Fettzusammensetzung von Weidetieren (= biologische Landwirtschaft) und solchen, die Kraftfutter (Getreide, Soja) (= Massentierhaltung) erhalten, deutliche Unterschiede aufweist.

So zeigte eine Studie, die 2006 im Asia Pacific Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht wurde, dass die Konzentration von Gesamt-Omega-3-Fettsäuren und langkettigen Omega-3-Fettsäuren bei Weidetieren signifikant höher lag als bei Tieren aus Massentierhaltung (8).

Im Fleisch von Tieren, die über lange Zeit mit Kraftfutter ernährt wurden, fanden sich zudem größere Mengen 18:1 Transfette. In diesem Fleisch fanden sich auch vermehrte Fettablagerungen (also wie beim Menschen bei getreidereicher Diät).

Nur die Weiderinder erreichten mehr als 30 mg langkettige Omega-3-Fettsäuren pro 100 g Muskelfleisch, was der Menge entspricht, die die Food Standard Australia and New Zealand als Minimum für ein Lebensmittel ansieht, dass als Omega-3-Quelle in Betrachtet gezogen werden sollte.

Einige Studien kommen zu dem Schluss, dass das Fleisch von Weidetieren mehr Vorläufer der Vitamine A und E, sowie Krebs bekämpfende Antioxidantien wie Glutathion und Superoxid Dismutase enthalten als das Fleisch aus Massentierhaltung (9).

Bio-Fleisch ist bekömmlicher für Mensch und Tier

Ob ein Lebensmittel für den Menschen gesund ist oder nicht, hängt nicht nur vom Lebensmittel selbst, sondern auch von den Bedingungen ab, unter denen es erzeugt wurde. Für die Gesundheit ist daher nicht nur wichtig, dass Lebensmittel Nährstoffe liefern und frei von Schadstoffen sind. Entscheidend ist außerdem, dass bei der Erzeugung Umwelt und Ressourcen geschont werden. Denn der Mensch kann nur in einer gesunden Umwelt gesund bleiben. Hier ist die biologische Landwirtschaft klar im Vorteil. Bei der Produktion der Lebensmittel werden ökologische, ethische und soziale Aspekte berücksichtigt. Der Tierschutz hat bei der Fleischproduktion einen hohen Stellenwert.

3. Milch und Milchprodukte

Wie das Fleisch enthalten auch Bio-Milch und Milchprodukte deutlich mehr Omega-3 Fettsäuren. Eine Studie, die in PLOS ONE veröffentlicht wurde, zeigt auf, dass im Jahresdurchschnitt Bio-Milch 25 % weniger Omega-6 Fettsäuren und 62 % mehr Omega-3 Fettsäuren enthält als konventionelle Milch (10).

Der Omega-6/Omega-3 Quotient von Bio-Milch beträgt 4,1 und liegt damit im gesunden Bereich (1:1 – 4:1), während er bei konventioneller Milch mit 8,56 deutlich zu hoch liegt (11). Diese Milch hat eine klare proentzündliche Wirkung.

Außerdem enthält Biomilch signifikant höhere Anteile an Eisen, Vitamin E und einigen Carotinoiden (12).

Um das ganze auf ein noch ganz anderes Level zu stellen, lassen Sie mich noch anmerken, dass durchaus diskutiert wird, ob homogenisierte Milch an sich eigentlich gesund ist. In homogenisierter Milch werden die Fettmoleküle kaputt gemacht, um sie alle auf eine Größe zu bringen. So setzt sich keine Rahmschicht mehr oben auf der Milch ab.

Das ist gut für die Produzenten, denn sie können den Rahm für andere Milchprodukte benutzen und so einen höheren Profit machen. Einige Wissenschaftler behaupten aber, dass homogenisierte Milch ein Enzym namens Xanthin Oxidase in größerer Menge enthält, das zu Arterienverkalkung und Herzerkrankungen führen kann (13).

Die bessere Wahl ist eindeutig nicht-homogenisierte Milch (die ich persönlich noch nirgendwo gesehen habe) oder Rohmilch. Und letztere ist natürlich die beste Alternative überhaupt. ich verspreche Ihnen, wenn Sie Rohmilch probiert haben, trinken Sie keine Milch aus dem Supermarkt mehr – bio oder konventionell.

 

Gesünder leben mit Bio-Nahrungsmitteln

Die Leute sagen häufig, dass ihnen Bio einfach viel zu teuer ist. Das muss aber nicht unbedingt so sein.

Kaufen Sie direkt vom Bauern auf dem Markt. Es lohnt sich, mit den Landwirten tatsächlich ins Gespräch zu kommen und herauszufinden, wie sie Obst und Gemüse anbauen. Womöglich bekommen Sie dabei sogar wertvolle Tipps, wie Sie selbst einen Gemüsegarten starten können. Einige von ihnen haben durchaus ungespritzte Ware, die sie aber nicht als Bio verkaufen dürfen, weil sie keine Zertifizierung abgeschlossen haben.

Sie können auch auch nach einer SoLaWi in Ihrer Gegend Ausschau halten. Was ist das? Das bedeutet Solidarische Landwirtschaft. Es sind Bauern, die Ernteanteile verkaufen. Das heißt, Sie zahlen monatlich einen festen Betrag und bekommen dafür einen Anteil von der eingebrachten Ernte (natürlicherweise im Sommer mehr, im Winter weniger). Häufig haben Sie bei SoLaWis die Möglichkeit, auf dem Hof auch mal mitzuhelfen.

Sie werden feststellen, dass Sie eine völlig andere Beziehung zu Ihrem Essen (tierischen und pflanzlichen Ursprungs) bekommen, wenn Sie wissen, wer die Nahrung für Sie produziert hat.

 

 

 

(1) https://www.cambridge.org/core/journals/british-journal-of-nutrition/article/div-classtitlehigher-antioxidant-and-lower-cadmium-concentrations-and-lower-incidence-of-pesticide-residues-in-organically-grown-crops-a-systematic-literature-review-and-meta-analysesdiv/33F09637EAE6C4ED119E0C4BFFE2D5B1

(2) http://www.qlif.org/

(3) http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2015/32/einsatz_von_antibiotika_in_der_landwirtschaft_ruecklaeufig__antibiotikaresistenzen_stagnieren-195493.html

(4) Bioland ändert Richtlinie.  http://www.taz.de/!5277599/

(5) https://www.boell.de/de/2016/01/13/fleischatlas-regional-vorwort?utm_campaign=ds_fleischatlas_regional

(6) http://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/fleisch/soja-als-futtermittel/

(7) http://www.oeko-fair.de/index.php/cat/1406/title/Ist_Biofleisch_gesuender_

(8) Effect of feeding systems on omega-3 fatty acids, conjugated linoleic acid and trans fatty acids in Australian beef cuts: potential impact on human health. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16500874

(9) A review of fatty acid profiles and antioxidant content in grass-fed and grain-fed beef. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20219103

(10) Organic Production Enhances Milk Nutritional Quality by Shifting Fatty Acid Composition: A United States–Wide, 18-Month Study. http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0082429

(11) Gibt es Unterschiede in der Zusammensetzung von Biomilch und in konventionellen Betrieben produzierter Milch http://www.tll.de/ainfo/pdf/bmil0907.pdf

(12) https://www.cambridge.org/core/journals/british-journal-of-nutrition/article/div-classtitlehigher-pufa-and-span-classitalicnspan-3-pufa-conjugated-linoleic-acid-span-classitalicspan-tocopherol-and-iron-but-lower-iodine-and-selenium-concentrations-in-organic-milk-a-systematic-literature-review-and-meta-and-redundancy-analysesdiv/A7587A524F4235D8E98423E1F73B6C05

(13) http://www.realmilk.com/health/milk-homogenization-and-heart-disease/

Ein hoher Blutzuckerspiegel lässt das Gehirn schrumpfen

Manchmal kommt es doch auf die Größe an

Forscher haben eine direkte Verbindung zwischen einer Abnahme der Größe des Hippocampus – des Gedächtniszentrums des Gehirns – und der allgemeinen Hirngesundheit gefunden. Es wurde nachgewiesen, dass erhöhte Blutzuckerspiegel einen direkten Zusammenhang zur Hirnatrophie (Hirnschrumpfung) und daraus resultierenden Problemen betreffend des Erinnerungsvermögens, Lernens und kognitiven Fähigkeiten haben.

Eine Studie der Berliner Charité untersuchte 141 gesunde Probanden mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren, die weder einen Diabetes noch eine Demenz aufwiesen, hinsichtlich der Fragestellung, ob es einen Zusammenhang zwischen Gedächtnisleistungen und der Größe der Hippocampusregion im Gehirn gibt (1).

Es wurde eine Bewertung der Gedächtnisleistung und Lernfähigkeit für neue Inhalte durchgeführt und die Größe des Hippocampus mittels eines MRT (Magnetresonanztomographie) des Gehirns gemessen. Die Blutzuckerspiegel der Probanden wurden im Hinblick auf Verbindungen zu den anderen Parametern bewertet.

 

Niedrigere Blutzuckerspiegel sind mit besserem Gedächtnis, Lernfähigkeit und Hirnfunktion assoziiert

Die Untersucher fanden eine direkte Korrelation zwischen niedrigeren Blutzuckerspiegeln und positiveren Ergebnissen in mehreren Hirnfunktionsbereichen. Niedrigere Glucosespiegel hatten eine signifikante Verbindung zu besseren Gedächtnisleistungen sowie einer höheren Fähigkeit neue Dinge zu lernen. Es gab auch einen starken Zusammenhang zwischen den Blutzuckerspiegeln und der Größe des Hippocampus. Es fand sich eine deutlich ausgeprägtere Hirnschrumpfung bei Probanden mit hohen Blutzuckerspiegeln.

Co-Autorin Dr. Flöel merkt dazu an:

„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass es selbst für Menschen, die sich im normalen Referenzbereich bewegen, eine vielversprechende Strategie zur Vermeidung von altersbedingten Gedächtnisproblemen und kognitivem Verfall sein könnte, den Blutzuckerspiegel zu senken.“

2012 wurde die PATH Studie (Population Assessment of Tobacco and Health) veröffentlicht, die ebenfalls aufzeigte, dass Blutzuckerwerte im hoch normalen Bereich mit einem kleineren Volumen von Hippocampus und Amygdala (Mandelkerne) einhergehen (2). Die Amygdala beeinflussen als Teil des limbischen Systems Emotion und Erinnerung in vielfältiger Weise – vor allem, wenn Angst und Wut auftreten, sind sie im Spiel.

Die Autoren folgern dass sogar im subklinischen Bereich (die Blutzuckerspiegel, bei denen es zur Volumenabnahme von Hippocampus und Amygdala kam waren unter 6,1 mmol/L – das ist im Normbereich) und in Abwesenheit von einem Diabetes, die Überwachung und Steuerung von Blutzuckerspiegeln einen Einfluss auf die Gesundheit des Gehirns haben können. Sie stellen zur Diskussion, ob diese Ergebnisse, wenn sie von anderen Forschergruppen so reproduziert werden (was mit der deutschen Studie der Fall ist), zu einer Re-Evaluation des Verständnisses von „normalen“ Blutzuckerspiegeln und der Definition von Diabetes führen sollten.

Auch in Abwesenheit von Gesundheitsproblemen wie Typ II Diabetes und eingeschränkter Glucosetoleranz scheinen hohe Blutzuckerspiegel das Gehirn und die allgemeine Gesundheit negativ zu beeinflussen. Eine Senkung und Regulierung des Blutzuckers ist für viele gesundheitliche Aspekte wichtig, und jetzt können wir auch noch Gedächtnis und kognitive Leistung mit auf die Liste setzen.

Zusätzlich zu ihren Effekten am Gehirn haben hohe Blutzuckerspiegel auch Auswirkungen auf Herzerkrankungen (3), Diabetes, Adipositas (4) und Demenz (5).

 

Ein weiterer Grund hohe Blutzuckerspiegel zu vermeiden.

Die negativen Auswirkungen durch einfache Kohlenhydrate und Zucker in der Ernährung stehen schon seit einigen Jahren im Rampenlicht. Die Studie der Berliner Charité unterstreicht noch einmal die Wichtigkeit, auf Nahrungsmittel mit einem Blutzucker steigernden Effekt zu verzichten. Sorry, aber so ist es nun mal. Unser Körper ist für den von uns betriebenen Zuckerkonsum nicht vorgesehen. Und wie immer an dieser Stelle: Auch das gesunde Vollkornbrot und das Bio-Müsli gehören in diese Kategorie.

Die gute Nachricht ist, was übrig bleibt, wenn wir diese Dinge von unserem Speiseplan streichen, ist super lecker und vielfältig. Sie haben eine riesen Auswahl an bunten Obst- und Gemüsesorten, grünem Blattgemüse, Nüssen und Samen. Dazu kommt noch Protein von Tieren aus artgerechter Haltung, die nicht mit einer getreidelastigen Ernährung krank gemacht wurden, und wirklich leckere Fette wie zum Beispiel Butter von Weidetieren, Avocados, Olivenöl und fetthaltige Fische.

Warum Vorbeugung so wichtig ist: Abbau von Hirnmasse ist schwer umkehrbar

Es gibt jetzt mehrere Studien, die einen Zusammenhang zwischen Blutzuckerspiegeln und einer Volumenabnahme von wichtigen Hirnarealen nachweisen, die zu einer Verminderung von Gedächtnisleistungen und anderen Hirnfunktionen führen können.

Diese Ergebnisse sind besonders für die ältere Bevölkerung von Interesse, da es keine Medikamente gibt, die die Hirnmasse wieder aufbauen können. Zwar gibt es einzelne Fallbeispiele über Patienten mit Alzheimer Demenz, die durch eine radikale Ernährungsumstellung einen Teil ihrer verloren gegangenen Hirnleistung wiedererlangen konnten, aber Sie wissen ja: Vorbeugen ist besser als heilen.

Im besten Fall sollten Sie durch diese Studienergebnisse hoch motiviert sein, Ihren Blutzuckerspiegel durch entsprechende Ernährungsmaßnahmen möglichst niedrig zu halten. Und dabei ist es völlig egal, ob Sie jetzt alt oder jung sind. Im Gegenteil: Je früher, desto besser!

 

 

(1) Higher glucose levels associated with lower memory and reduced hippocampal microstructure. http://www.neurology.org/content/81/20/1746

(2) Higher normal fasting plasma glucose is associated with hippocampal atrophy: The PATH Study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22946113

(3) http://www.nhs.uk/news/2014/02February/Pages/Sugar-intake-linked-to-heart-disease-deaths.aspx

(4) https://intensivedietarymanagement.com/insulin-causes-weight-gain-hormonal-obesity-iv/

(5) Glucose Levels and Risk of Dementia. http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1215740

 

http://www.nhs.uk/news/2014/02February/Pages/Sugar-intake-linked-to-heart-disease-deaths.aspx

http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1215740

 

Slow Cooker Pulled Pork

 

Pulled Pork mit Kürbismus

 

Es gibt viele Gründe, Pulled Pork zu essen:

  • Es ist vielseitig. Sie können Pulled Pork so ziemlich zu allem essen. Sie können es als Hauptgericht essen, oder Sie benutzen es als Zutat für Suppen und Salate. Sie können es auch einfach für einen Wrap verwenden…Es gibt einfach unbegrenzte Möglichkeiten, mit Pulled Pork kreativ zu werden.
  • Es ist einfach. Nicht jeder hat die Zeit und Energie, jede einzelne Mahlzeit zu kochen. Pulled Pork kann super einfach in großen Mengen gemacht werden, sodass Sie es auf mehrere Mahlzeiten in der Woche aufteilen können. Alles, was Sie brauchen, sind die Zutaten. Der Crock-Pot besorgt dann das Kochen.
  • Es ist einfach lecker! Schweinefleisch + Hitze + Zeit ⇒ super Geschmack. Und um nochmal auf die Vielseitigkeit zurückzukommen, nehmen Sie einfach jedes Mal andere Gewürze, dann bekommen Sie einen völlig neuen Geschmack.

Hier also mein Rezept für Slow Cooker Pulled Pork:

 

Zutaten:

  • 1 Pfund Bio-Schweinefleisch, und das Tolle daran ist, da Sie es im Slow Cooker kochen, muss es nicht das teuerste Stück sein. Es wird trotzdem super zart.
  • 1 – 2 EL Chilipulver
  • 2 EL Dijon Senf (achten Sie darauf, dass er keinen Zucker enthält)
  • 2 EL Knoblauchpulver
  • 2 TL Cayenne Pfeffer
  • 2 EL Himalaya Salz (oder Meersalz)
  • 1 – 2 EL schwarzer Pfeffer
  • 240 ml Knochenbrühe
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 Knoblauchzehen

 

 

Zubereitung:

  1.  Mischen Sie in einer Schüssel Chilipulver, Senf, Knoblauchpulver, Cayenne Pfeffer, Salz und den schwarzen Pfeffer.
  2. Reiben Sie das Schweinefleisch mit dieser Gewürzmischung von allen Seiten gut ein.
  3. Legen Sie das Fleisch in den Crock-Pot, füllen Sie die Knochenbrühe ein und geben Sie das Lorbeerblatt und die Knoblauchzehen hinzu.
  4. Schalten Sie den Crock-Pot auf „Low“ an und stellen Sie (falls vorhanden) die Kochzeit auf 8 Stunden (ansonsten stellen Sie sich einen Wecker).
  5. Wenn das Fleisch fertig gekocht ist, nehmen Sie es vorsichtig aus dem Crock-Pot und zerteilen es mit 2 Gabeln.
  6. Dann tun Sie es einfach zurück in den Crock-Pot und vermengen es mit der verbliebenen Flüssigkeit.
  7. Guten Appetit!

Welche Gefahren verstecken sich in Plastikflaschen?

Plastikflaschen – ein ökologisches Desaster

Das Geschäft mit dem Flaschenwasser boomt. Laut Verband Deutscher Mineralbrunnen trägt jeder Deutsche rund 144 Liter Flaschenwasser pro Jahr nach Hause (2014). Zu über 75 % wird dieses Wasser in Plastikflaschen abgefüllt.

 

 

Kritiker bezeichnen Flaschenwasser als einen der besten Marketingtricks unserer Zeit. Denn dass sich hinter der Bezeichnung „Tafelwasser“ ein extrem überteuertes, mit Kohlensäure versetztes Leitungswasser verbirgt, ahnen die Wenigsten. Und auch die Qualität von Quell- und Mineralwässern ist kaum besser als die von Leitungswasser. Im Gegenteil, Leitungswasser ist das am besten kontrollierte Lebensmittel überhaupt und wird auf mehr gesundheitsschädliche Substanzen getestet als Mineral- und Quellwasser, da die Trinkwasserverordnung mehr Grenzwerte als die Mineral- und Tafelwasserverordnung vorschreibt.

Die spezifischen Umweltbelastungen von Mineralwasser wurden in einer Studie des Interessenverbands Schweizer Wasserversorger (SVGW) untersucht und mit der Ökobilanz von Trinkwasser aus dem Hahn verglichen. Gekühltes sprudelndes Mineralwasser in der Einwegflasche hat demnach eine 3,5 mal so hohe Umweltbelastung wie gekühltes sprudelndes Trinkwasser aus dem Hahn. Wesentliche Aspekte sind dabei die Verpackung und der Transport.

Aber zum Glück werden Plastikflaschen ja recycelt

Von wegen. Pfand bei Plastikflaschen bedeutet nicht gleich Recycling. Wie Sie in der Grafik sehen können, machen Plastik-Einwegflaschen 46,7 % der Kunststoffflaschen aus. Und das bedeutet, wir haben ein riesiges Plastikmüllproblem. Denn Plastik verschwindet nicht einfach. Bereits jetzt türmt sich Plastik zu hohen Bergen am Rande der Städte und an Stränden, es schwimmt im Meer und in den Flüssen – mit verheerenden Folgen für Tiere und Ökosystem. Noch in hunderten von Jahren wird jedes Stückchen Plastik, das nicht verbrannt wurde, irgendwo auf der Erde zu finden sein.

Und dann sind da die gesundheitlichen Risiken durch Plastikflaschen

Allein die ökologischen Auswirkungen sollten schon Grund genug sein, nicht aus Plastikflaschen zu trinken. Ich habe aber noch ein paar sehr unappetitliche Fakten. Diese Flaschen beinhalten einige extrem schädliche Substanzen.

1. Bisphenol A (BPA)

BPA wird von der chemischen Industrie verwendet, um Epoxidharze und Polycaronat-Kunststoffe oder Hartplastik zu stabilisieren. In weicheren Plastikarten wird es eingesetzt, um eine Rissbildung zu vermeiden.

Man weiß, dass das BPA aus Plastikflaschen in die darin enthaltenen Getränke freigesetzt werden kann. BPA ist ein bekannter endokriner Disruptor (hormonaktiver Stoff) und führt durch seine östrogenartige Wirkung zur Bildung von Eierstock-, Prostata- und Brustkrebs. BPA Befürworter führen gerne ins Feld, dass nur sehr geringe Mengen dieses Stoffes im Plastik vorhanden sind. Tatsache ist aber, dass endokrine Disruptoren gerade in geringen Dosen gefährlich sind.

Schon 2002 wurde in einer Studie nachgewiesen, dass BPA die Schilddrüsenfunktion stören kann, da es als Antagonist am T3 Rezeptor wirkt (T3 = aktives Schilddrüsenhormon) (1). Die Schilddrüse ist wichtig für den Energiehaushalt und das Wachstum.

Wärme oder Aufheizen sowie Säuren und Laugen begünstigen das Freisetzen von Bisphenol A aus Wasserflaschen. Kochendes Wasser beschleunigt die Rate auf das 55-fache (2). Wenn Sie jetzt sagen, ich koche ja mein Wasser nicht in der Flasche, dann möchte ich nur daran erinnern, dass diese Wasserflaschen häufig in der prallen Sonne stehen. Und es soll auch Leute geben, die ihren Tee in Plastikflaschen kochen.

BPA wird im Fettgewebe gespeichert und ist plazentagängig (das heißt es geht auf den Fetus über). In einer kalifornischen Studie wurde aufgezeigt, dass Blutproben aus der Nabelvene zu 100 % BPA enthielten (3), das bedeutet sämtliche Feten waren diesem Stoff ausgesetzt. Mehr als ein Drittel der Blutproben enthielten Konzentrationen, die im Tierversuch gesundheitsschädliche Auswirkungen hatten. Wenn man bedenkt, dass BPA auch mit der Entwicklung von ADS, ADHS und Aggressivität in Zusammenhang gebracht wird (4), dann ist das schon bedenklich.

Eine andere Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen hohen Konzentrationen an BPA im Urin von Schwangeren und einem niedrigen Geburtsgewicht bei ihren Babies auf (5). Die Untersucher analysierten Urinproben der Mütter nach der Entbindung und sammelten Informationen über die Neugeborenen aus ihren Geburtsurkunden. Insgesamt wurden 452 Mütter und ihre Babies im Zeitraum von 2012 – 2014 untersucht. 113 Babies hatten ein niedriges Geburtsgewicht.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam eine Studie, die 2015 veröffentlicht wurde (6). Hier wurde ein stärkerer Effekt bei weiblichen Neugeborenen aufgezeigt. Untersucht wurden Blutproben von Müttern während des ersten Trimesters und zur Entbindung, sowie Nabelschnurblut nach der Entbindung. Die Proben wurden auf BPA und konjugiertes BPA untersucht. Es zeigte sich, dass bei jeder Verdoppelung der Konzentration von BPA im mütterlichen Blut die Babies (beiden Geschlechts) im Durchschnitt 55 g weniger wogen. Mädchen hatten jedoch eine Gewichtsreduktion von bis zu 183 g.

Am anderen Ende des Spektrums finden sich Studien, die darauf hinweisen, dass Kinder, die vermehrt BPA ausgesetzt waren, zur Fettleibigkeit neigen (7). Eine 2015 in Environmental Health Perspectives erschienene Studie konnte aufzeigen, dass der Metabolit A β-D-Glucuronid (BPA-G), der bisher als inert angesehen wurde, zu einer Zunahme an Fettzellen führen kann (8).

Auch negative Auswirkungen von BPA auf das Immunsystem werden diskutiert (9). Den EU-Behörden reicht dies jedoch für ein Verbot von BPA noch nicht aus.

 

2. Polyethylene terephthalate (PET)

PET wird häufig in Getränkeflaschen und Gewürzflaschen (Ketchup u.a.) verwendet. Es wird allgemein als „sicheres“ Plastik angesehen und enthält kein BPA. Allerdings kann es – vor allem unter Einwirkung von Wärme – zum Austritt von Antimon kommen (10).

In jeder PET-Getränkeflasche lässt sich Antimon in der Größenordnung von einigen Milligramm je Kilogramm nachweisen. Die Konzentration der Giftabgabe kann sich um ein mehrere Hundertfaches erhöhen – man braucht nur etwas Geduld. Die Antimon-Konzentration des abgefüllten Wassers in PET-Flaschen steigt mit der Zeit deutlich an und erreicht bis zu 630 Nanogramm pro Liter Sb. Ein Vergleich zwischen Glas- und PET-Flaschen zeigte, dass in PET-Flaschen der Antimon-Gehalt bis zu 30-mal höher lag. Vor dem Abfüllen enthielt dieses Wasser nur 4 ng pro Liter Sb.
Antimon ist mit dem Periodennachbarn Arsen verwandt und zehnmal giftiger als Blei. Die Aufnahme von Antimon kann zu Erbrechen, Durchfall und Magengeschwüren führen.
In einer Studie wurde nachgewiesen, dass auch PET Flaschen Xenoöstrogene (Substanzen, die im Körper wie Östrogen wirken) an die in ihnen enthaltenen Flüssigkeiten abgeben (11).
Und noch ein paar unappetitliche Fakten zu PET. Da sie sich schlecht reinigen lassen, enthalten laut einer Untersuchung der University of North Dakota Mehrweg PET Flaschen häufig Verunreinigungen in Form von Fäkalien, Speichel und Nahrungsmittelresten. Sie sollten übrigens nicht in der Spülmaschine gereinigt werden, da sonst alle aus dem Plastik austretenden Substanzen auch gleich noch das restliche Geschirr mit verseuchen.

3. Phthalate

Phthalate werden benutzt, um Plastik (vor allem PVC) flexibel zu machen. In Studien wurde nachgewiesen, dass auch Phthalate von Plastikflaschen abgegeben werden können (12). Phthalate gehören ebenfalls zu den endokrinen Disruptoren und sind damit schon in geringer Dosierung schädlich (13).

Weitere Gesundheitsschäden, die durch Phthalate ausgelöst werden können, sind:

  • Leberkrebs (14)
  • Schrumpfhoden (15)
  • männliche Sterilität (16)

Was sollten Sie tun?

Es ist eigentlich ganz einfach. Getränke aus Glasflaschen schmecken besser. Plastik ist nicht-erneuerbar, die Herstellung verbraucht viel Energie und Rohstoffe, und ist in vielen Fällen sehr giftig. Plastik ist nicht biologisch abbaubar. Die Herstellung und später auch Verbrennung von PVC erzeugt Dioxine, die hochgiftig sind. Plastikflaschen, die über längere Zeit gebraucht werden, können viele Bakterien enthalten (und nicht von der guten Sorte).

Glas ist einfach die bessere Wahl. Und seien wir doch mal ehrlich, in den meisten Fällen brauchen Sie gar keine Plastikflasche. Am Schreibtisch, in der Küche oder sogar wenn Sie zum Sport gehen, können Sie Glasflaschen oder Edelstahlflaschen (kein Aluminium!) benutzen. Es gibt eigentlich überhaupt keinen Grund, warum Sie in Ihrem Alltag Plastikflaschen benutzen sollten.

Statt sich also über Kunststoff-Harze den Kopf zu zerbrechen und zu versuchen, das Zahlengewirr der verschiedenen Substanzen auseinander zu halten (es sind sieben verschiedene Kennzeichnungen). Nehmen Sie einfach ein Material, bei dem Sie sich darüber keine Sorgen machen müssen.

 

 

(1) Thyroid Hormone Action Is Disrupted by Bisphenol A as an Antagonist. https://academic.oup.com/jcem/article-lookup/doi/10.1210/jc.2002-020209

(2) Plastic (Not) Fantastic: Food Containers Leach a Potentially Harmful Chemical.   https://www.scientificamerican.com/article/plastic-not-fantastic-with-bisphenol-a/

(3) Bisphenol-A (BPA), BPA Glucuronide, and BPA Sulfate in Midgestation Umbilical Cord Serum in a Northern and Central California Population. http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/es402764d

(4) Association of Bisphenol A exposure and Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder in a national sample of U.S. children. http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0013935116302110

(5) Maternal urinary bisphenol A levels and infant low birth weight: A nested case–control study of the Health Baby Cohort in China. http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0160412015300453

(6) Gender-Specific Effects on Gestational Length and Birth Weight by Early Pregnancy BPA Exposure. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26406292

(7) Urinary bisphenol A and obesity in U.S. children. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23558351

(8) In Vitro Effects of Bisphenol A β-D-Glucuronide (BPA-G) on Adipogenesis in Human and Murine Preadipocytes. https://ehp.niehs.nih.gov/1409143/

(9) The Impact of Bisphenol A and Triclosan on Immune Parameters in the U.S. Population, NHANES 2003–2006. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3060004/?tool=pmcentrez

(10) http://faculty.rmu.edu/~short/research/antimony/references/Shotyk-W-et-al-2006.pdf

(11) Endocrine disruptors in bottled mineral water: total estrogenic burden and migration from plastic bottles. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19274472

(12) Phthalates residues in plastic bottled waters. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21804311

(13) Reproductive and developmental toxicity of phthalates. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20183522

(14) Benzyl butyl phthalate induces migration, invasion, and angiogenesis of Huh7 hepatocellular carcinoma cells through nongenomic AhR/G-protein signaling.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25081364

(15) Testicular atrophy produced by phthalate esters.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6776936

(16) Comparative Cytotoxicity and Sperm Motility Using a Computer-Aided Sperm Analysis System (CASA) for Isomers of Phthalic Acid, a Common Final Metabolite of Phthalates. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26252616

4 Ursachen warum Ihre guten Darmbakterien geschädigt werden können

Irgendwie haben wir ja schon immer so ein Bauchgefühl gehabt, dass unser Darm wohl ein ganz besonderes Organ ist. Und tatsächlich ist der Darm, bzw. seine Bewohner – das sogenannte Darmmikrobiom ein ganz heißes Forschungsgebiet.

Viele Menschen sind immer noch der Ansicht, dass Bakterien etwas Ekliges sind, das unbedingt bekämpft werden muss (sehen Sie sich nur mal die Reinigungsbomben in Ihrem Drogeriemarkt an). Aber bei Wissenschaftlern setzt sich inzwischen die Erkenntnis durch, dass diese kleinen Lebewesen für uns extrem wichtig sind und wir uns mit ihnen besser auf sehr guten Fuß stellen sollten.

Diese wuselige Gemeinschaft besteht aus Billionen Mikroben wie Bakterien, Viren und Pilzen. Sie bilden das gastrointestinale Ökosystem, das das Darmmikrobiom (oder einfach Mikrobiom) genannt wird. Im engeren Sinn wird hierdurch die Gesamtheit aller mikrobiellen Gene bzw. Genome (DNA) im menschlichen Organismus bezeichnet und vom Begriff der Mikrobiota unterschieden, die die Gesamtheit aller Mikroorganismen beschreibt.

Das Mikrobiom ist praktisch der Gegenpart zu unserem Genom. Es gibt in unserem Körper 100 mal mehr Bakteriengene als menschliche Gene. Vielleicht denken Sie einmal daran, wenn Sie das nächste Mal wieder die chemische Keule gegen diese wiederlichen Bakterien einsetzen wollen.

Den meisten Leuten ist nicht bewusst, dass zum Beispiel die „Schmetterlinge im Bauch“ eine sehr reale Ursache im Wirken unseres Mikrobioms haben. Tatsächlich ist für Ihre Gesundheit und Ihr allgemeines Wohlbefinden ein intaktes und gut funktionierendes Mikrobiom unumgänglich.

Die Balance Iherer Mikrobiota ist extrem wichtig und betrifft fast jedes System in Ihrem Körper (1). Ein Ungleichgewicht (Dysbiose) im Mikrobiom und den Mikrobiota wird mit vielen Erkrankungen in Verbindung gebracht:

  • Krebserkrankungen (2)
  • Autoimmunerkrankungen (3)
  • Allergien (4)
  • Depression (5)
  • Autismus (6)
  • Adipositas (7)
  • Alzheimer Demenz (8)
  • Verdauungsprobleme (Reflux, Reizdarm) (9)
  • Immunschwäche (10)

Was versteht man unter Dysbiose?

Ein „balanciertes“ Miktobiom bezeichnet eine optimale Zusammenarbeit der Mikroben untereinander, eine gute Funktion jedes Einzelnen und wie diese Prozesse auf Ihren Körper wirken. Im Allgeimeinen wird dies durch eine große Vielfalt in den Mikrobiota und eine optimale Anzahl der einzelnen Mikroben erreicht.

Wenn eine Mikrobenart stark zu oder abnimmt, gibt es Auswirkungen auf Ihre Gesundheit. Ein Zuviel an Hefen kann zu einer Pilzüberwucherung führen. Auf der anderen Seite, kann ein Mangel an Hefen Auswirkungen auf andere Bakterien haben, die sich von Hefen ernähren. So kann es zu einem Enzymmangel kommen oder Nährstoffe werden nicht mehr richtig aufgenommen.

Das Mikrobiom ist ein sehr empfindliches Ökosystem, und so überrascht es nicht, dass eine Dysbiose sehr schnell ausgelöst werden kann. So wurde zum Beispiel im Tierversuch gezeigt, dass eine fett- und zuckerhaltige Ernährung (also genau die, die Menschen in der westlichen Welt haben) die Struktur des Mikrobioms innerhalb eines Tages verändern kann (11).

Es ist immens wichtig, dass wir uns klar machen, welchen Schaden wir anrichten können, wenn wir den falschen Lebensstil verfolgen. Auf der anderen Seite ist es positiv zu wissen, dass angerichteter Schaden rückgängig gemacht werden kann (und auch das geht teilweise sehr schnell).

Wodurch kommt es zur Dysbiose?

Verwendung von Sucralose

Künstliche Süßstoffe sind immer wieder Grund für Diskussionen. Die einen sind begeistert, weil Sie Kalorien sparen können, die anderen (so wie ich) halten sie für absoluten Mist, weil sie extrem schädlich für die Gesundheit sind.

Ich möchte hier Sucralose (Splenda) beleuchten. Bisher war ich immer der Meinung, dass wir Sucralose nur in verarbeiteten Lebensmitteln finden, aber tatsächlich kann man sie bei Amazon auch als Streusüße kaufen. Sucralose wird als „natürlicher“ Zuckerersatz beworben, da sie aus richtigem Zucker hergestellt wird.

Bei der Herstellung von Sucralose werden OH-Gruppen von Sucrose (Zucker) in einem ganz „natürlichen“ Verfahren durch Chlor ersetzt (12). Das haben Sie jetzt richtig verstanden. Sie essen damit Chlor – ein Zellgift. Wow!

Aber Sucralose enthält nicht nur Chlor, sondern auch noch andere schädliche Chemikalien, die verhindern sollen, dass sich die Chlormoleküle vom Zuckermolekül lösen. Diese Chemikalien stehen nicht auf der Zutatenliste, weil sie eine zu geringe Konzentration haben als dass sie deklarationspflichtig wären. Es handelt sich um (13):

  • Aceton
  • Essigsäure
  • Acetylalkohol
  • Ammoniumchlorid
  • Benzol
  • Ethylalkohol
  • Formaldehyd
  • Chlorwasserstoff
  • Lithiumchlorid
  • Methanol
  • Schwefelsäuredichlorid.

Die chemische Formel von Splenda ist 1,6-dichloro-1, 6-dideoxy-BETA-D-fructofuranosyl-4-chloro-4-deoxy-alpha-D-galactopyranoside. Glauben Sie, dass Ihre Darmbakterien wissen, was sie damit anstellen sollen?

In einer Rattenstudie wurden 2008 deutliche negative Effekte durch den Konsum von Sucralose nachgewiesen (14). Es kam zu einer Reduktion der „guten“ Mikrobiota, die auch nach einer Erholungszeit von 12 Wochen fortbestand. Außerdem kam es zur vermehrten Expression von Enzymen, die die Bioverfügbarkeit von oral aufgenommenen Medikamenten vermindern.

Alkoholkonsum

Natürlich wissen die meisten Menschen, dass Alkohol nicht gerade gesund ist – auch wenn gerne ins Feld geführt wird, dass Rotwein gut fürs Herz ist. Das lassen wir jetzt mal dahingestellt sein (die Mengen Rotwein, die Sie trinken müssten, um eine ausreichende Menge Resveratrol aufzunehmen, ist beträchtlich), aber ganz klar ist, dass Alkohol Ihr Darmmikrobiom schädigt. Er führt zu Schleimhautschäden, quantitativen und qualitativen Änderungen der Darmflora (SIBO und Dysbiose) und vermehrter intestinaler Permeabilität (Leaky Gut), was zu einer Translokation von Bakterienendotoxinen in den Blutstrom der Portalvene (Lebervene) führt (15). Es wird vermutet, dass dieser Mechanismus für die durch Alkoholkonsum auftretenden Leberschäden mitverantwortlich sein könnte.

Eine Studie aus dem Jahr 2009, die sich mit den Auswirkungen von Alkohol auf Mikrobiota beschäftigte, fand eine signifikante Dysbiose bei Ratten, die mit Alkohol gefüttert wurden. Diese Dysbiose konnte durch Zuführung eines Probiotikums (in diesem Fall Lactobacillus rhamnosus) verhindert werden (16). Umgekehrt war die Menge an Lactobacillus im Darm von Personen mit alkoholinduzierten Lebererkrankungen deutlich vermindert (15).

Alkoholkonsum und SIBO

Schon ein mäßiger Alkoholkonsum kann zu einer Erkrankung führen, die als SIBO bezeichnet wird (17) (Small Intestinal Bacterial Overgrowth). Ein mäßiger Alkoholkonsum ist definiert als:

  • Nicht mehr als zwei alkoholische Getränke für Männer (≅ 24 g Alkohol)
  • Nicht mehr als ein alkoholisches Getränk für Frauen (≅ 12 g Alkohol)
  • Ein alkoholisches Getränk ≅ 300 ml Bier, 150 ml Wein oder 40 ml Spirituosen.

Normalerweise befindet sich der Großteil der Bakterien im Dickdarm und nur sehr wenige siedeln sich im Dünndarm an. Kommt es zu einer bakteriellen Überwucherung des Dünndarms (SIBO), so ist eine Folge davon, dass Nährstoffe, die Ihr Körper eigentlich im Dickdarm aufnehmen sollte, schon von den Bakterien im Dünndarm konsumiert werden, wodurch es dann zu einem Nährstoffmangel kommt. Weitere Symptome sind Flatulenz (Furzen), Blähungen und Bauchkrämpfe.

Mittels H2-Atemtest konnten die Forscher nachweisen, dass ein Großteil der 200 untersuchten Probanden ein positives Testergebnis für das Vorhandensein von SIBO hatten. 95 % der Probanden klassifizierten ihren Alkoholkonsum als leicht bis mäßig. Dies legt nahe, dass schon ein geringer Alkoholkonsum ausreichen kann, eine signifikante Dysbiose auszulösen. Bedinklich ist also nicht nur – wie bisher angenommen – ein hoher Alkoholkonsum.

Und die Moral von der Geschicht‘ (die Takeaway-Message): Wenn Sie Probleme mit Ihrem Darm haben, sollten Sie auch geringe Mengen Alkohol meiden. Außerdem empfiehlt es sich, die Dysbiose mit einer Nahrungsumstellung (Zucker!!!) und dem Einsatz eines Probiotikums zu behandeln.

Schlechte Ernährung

In gewissem Sinne haben die ersten beiden Punkte es natürlich schon angesprochen, aber nochmal ganz ausdrücklich: Eine schlechte Ernährung ist die Hauptursache für eine Dysbiose.

Und vergessen Sie, was Ihnen Ärzte, Ernährungsberater und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung über gesundes Essen erzählen, denn da landen Sie wieder bei Kohlenhydraten und Raps- oder noch besser Sojaöl.

Schlechte Ernährung bedeutet:

  • Zu viel Zucker und ungesunde Fette
  • Zu viele Kohlenhydrate (inklusive Vollkornbrot und Kartoffeln)
  • Zu wenig entzündungshemmende Nahrungsmittel wie vor allem grünes Blattgemüse, aber auch andere nicht stärkehaltigen Gemüse
  • Verarbeitete Lebensmittel, die Konservierungsstoffe, Chemikalien, Pestizide und Antibiotika enthalten
  • Zu wenig fermentierte Nahrungsmittel, die gesunde Probiotika enthalten (und damit meine ich nicht die süßen schlesischen Gurken in Essig, die Sie im Supermarkt finden) (18)
  • Zu wenig Präbiotika (Stoffe, die die „guten Darmbakterien“ ernähren). Präbiotika sind in vielen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Meistens handelt es sich dabei um gewisse nicht verdauliche Kohlenhydrate, wie z. B. Inulin. Inulin kommt in großen Mengen beispielsweise in Topinambur, Pastinaken, Chicoree, Artischocken, Schwarzwurzeln oder auch in Löwenzahnwurzeln vor.

Antibiotika

Mit dem neuen Verständnis, das Sie hoffentlich inzwischen für Ihre Darmbakterien haben, muss es Ihnen klar sein, dass Antibiotika den Super-GAU für Ihr Mikrobiom darstellen (19). Sie konkurrieren mit schlechter Ernährung um den Titel Hauptverursacher für eine Dysbiose.

Antibiotika werden insgesamt einfach zu häufig eingesetzt. Nicht nur, dass sie oft auch bei viralen Infektionen verschrieben werden (obwohl sie gegen Viren nicht wirken), Sie bekommen sie prophylaktisch (vorsorglich) bei Operationen und nicht zu vergessen, Sie haben sie täglich auf Ihrem Teller

Nach Angaben der Paul-Ehrlich-Gesellschaft haben deutsche Bauern im Jahr 2012 ihren Tieren mehr als 1600 Tonnen Antibiotika gegeben. Menschen dagegen verbrauchten im gleichen Zeitraum nur 700 Tonnen Antibiotika (20).

Ihre tägliche Dosis Antibiotikum hat auf Ihr Mikrobiom verheerende Auswirkungen. Antibiotika unterscheiden nicht zwischen „guten“ und „schlechten“ Bakterien, sie töten wahllos einfach alles ab. So kommt es dazu, dass Ihr Darm nach Abtötung der „guten“ Bakterien von anderen Mikroorganismen überwuchert werden – kann inklusive resistenter Keime (und mit denen haben wir es ja immer mehr zu tun).

Sicherlich haben Sie schon gehört, dass es nach Anwendung eines Antibiotikums häufig zu Pilzüberwucherungen kommt (21). Auch für Pilze gilt: Die richtige Menge brauchen wir, aber zu viele machen uns krank.

4 Strategien, um Ihr Mikrobiom während einer Antibiotika-Therapie zu schützen

Sollten Sie tatsächlich ein Antibiotikum einnehmen müssen, so stellen Sie sicher, dass Ihr Mikrobiom so wenig Schaden nimmt wie möglich. Wie tun Sie das?

  • Nehmen Sie schon während – aber auch noch nach der Therapie mit einem Antibiotikum zusätzlich Probiotika. Diese müssen Sie immer in der Mitte eines Dosierungsintervalls nehmen, weil sie sonst natürlich sofort abgetötet werden. Wenn Sie also das Antibiotikum zum Beispiel morgens und abends einnehmen, dann nehmen Sie das Probiotikum mittags.
  • Verzehr von fermentierten Nahrungsmitteln (Sauerkraut, Kimchi, qualitativ hochwertiger Kefir) versorgt Sie mit hunderten verschiedenen Bakterienstämmen. Achten Sie darauf, dass die Nahrungsmittel nicht erhitzt wurden, ansonsten sind die Bakterien tot.
  • Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum, oder verzichten Sie am besten eine Weile ganz auf Alkohol.
  • Stellen Sie Ihre Ernährung um. Essen Sie viel Gemüse und schmeißen Sie verarbeitete Lebensmittel (oder sagen wir besser: essbare Dinge) aus Ihrem Ernährungsplan. Vermeiden Sie vor allem Zucker, weil dieser zusätzlich eine Pilzüberwucherung unterstützt (Hefen lieben Zucker!).

Übrigens sollten Sie diese Tipps nicht nur bei einer Therapie mit einem Antibiotikum anwenden. Auch in der übrigen Zeit, weiß Ihr Mikrobiom eine wirklich gesunde Ernährung unbedingt zu schätzen. Und wenn es Ihrem Mikrobiom gut geht, dann geht es Ihnen auch gut.

 

(1) What is the gut microbiota? What is the human microbiome?  http://www.medicalnewstoday.com/articles/307998.php

(2) Cancer and the gut microbiota: An unexpected linkhttp://stm.sciencemag.org/content/7/271/271ps1

(3) Any role for probiotics in the therapy or prevention of autoimmune diseases? Up-to-date review. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23921494

(4) Allergy and the gastrointestinal system. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2515351/

(5) https://www.nytimes.com/2015/06/28/magazine/can-the-bacteria-in-your-gut-explain-your-mood.html?_r=0

(6) The gut-brain axis: interactions between enteric microbiota, central and enteric nervous systems. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4367209/

(7) https://www.scientificamerican.com/article/how-gut-bacteria-help-make-us-fat-and-thin/

(8) Alzheimer’s Disease Histological and Behavioral Manifestations in Transgenic Mice Correlate with Specific Gut Microbiome State. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27911317

(9) Gut health‘: a new objective in medicine?  https://bmcmedicine.biomedcentral.com/articles/10.1186/1741-7015-9-24

(10) Probiotics as efficient immunopotentiators: Translational role in cancer prevention. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3928711/

(11) The Effect of Diet on the Human Gut Microbiome: A Metagenomic Analysis in Humanized Gnotobiotic Mice. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2894525/

(12) http://sucralose.org/your-questions-answered/

(13) http://www.janethull.com/newsletter/0209/weird_science_how_splenda_was_discovered.php

(14) Splenda alters gut microflora and increases intestinal p-glycoprotein and cytochrome p-450 in male rats. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18800291

(15) Alcohol and gut microbiota – the possible role of gut microbiota modulation in the treatment of alcoholic liver disease. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25809237

(16) Lactobacillus GG treatment ameliorates alcohol-induced intestinal oxidative stress, gut leakiness, and liver injury in a rat model of alcoholic steatohepatitis.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19251117

(17) Moderate alcohol consumption is associated with small intestinal bacterial overgrowth. https://www.sciencedaily.com/releases/2011/10/111031114949.htm

(18) Probiotics in man and animals. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2666378

(19) The pervasive effects of an antibiotic on the human gut microbiota, as revealed by deep 16S rRNA sequencing. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19018661

(20) Antibiotikaverbrauch und die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen in der Human- und Veterinärmedizin in Deutschland. http://www.p-e-g.org/econtext/germap

(21) Antibiotics Cause Health Problems and Candida Overgrowth. http://www.naturalnews.com/027198_candida_antibiotics_health.html

 

Statine – wenig Wirkung, viel Nebenwirkung

Millionen Menschen nehmen Medikamente, die einen erhöhten Cholesterinspiegel senken sollen. Die meisten davon gehören in die Klasse der Statine (zum Beispiel Simvastatin). Ursache dieser Verschreibungswelle ist die inzwischen eigentlich überholte Ansicht, dass ein zu hoher Cholesterinspiegel zu Herzerkrankungen (namentlich einem Herzinfarkt) führen kann.

Das Problem ist, dass diese Statine auch Patienten verschrieben werden, für die sie überhaupt keine Wirksamkeit haben. Die einzige Gruppe, für die eine gewisse – wenn auch sehr geringe – Wirksamkeit in Studien nachgewiesen werden konnte, sind Männer zwischen 40 und 50 Jahren, die bereits einen Herzinfarkt gehabt haben (also als sogenannte Sekundärprävention). In der Primärprävention (also bei Personen, die noch keinen Herzinfarkt gehabt haben) versagen sie vollkommen (1). Vor allem bei Patienten über 70 Jahre führen sie zu einer erhöhten Gesamtmortalität (Tod jeglicher Ursache).

Ich sehe täglich Patienten, die über 70 Jahre alt sind, und die definitiv keinen Herzinfarkt gehabt haben, an die diese Tabletten ausgegeben werden wie Lutschbonbons. Besonders ärgerlich werde ich, wenn es sich dann auch noch um Frauen handelt. Für Frauen gibt es nicht eine einzige Studie, die eine Wirksamkeit der Statine belegen würde.

Tatsächlich ist die sogenannte Wirksamkeit der Statine nur auf einen statistischen Trick zurückzuführen. Eine im Expert Review of Clinical Pharmacology veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Verfechter einer Statintherapie ein statistisches Mittel namens relatives Risiko verwendet haben, um die geringe Wirksamkeit dieser Medikamente in ein deutlich besseres Licht zu setzen (2).

Sieht man sich das absolute Risiko an, so profitiert nur 1 % der Bevölkerung vom Einsatz der Statine. Das bedeutet genau, wenn Sie 100 Personen mit Statinen behandeln, so wird gerade mal ein Herzinfarkt vermieden. In 99 % der Fälle haben die Patienten nur die Nebenwirkungen, aber keinen Vorteil. Da diese Zahlen nicht besonders eindrucksvoll sind (beziehungsweise auf Seiten der Nebenwirkungen schon), verwenden die Befürworter einfach das relative Risiko und kommen so auf eine Erfolgsrate von 36 – 50 %. Wie STATS von der George Mason Universität erklärt:

„Ein wichtiger Faktor beim relativen Risiko ist, dass es überhaupt nichts über das aktuelle Risiko aussagt.“

Dieser Trick wird übrigens nicht nur bei Statinen angewendet, sondern auch bei anderen Medikamenten, die – wenn man das absolute Risiko heranzieht – nur eine sehr begrenzte Wirksamkeit haben. Dummerweise lassen sich aber viele Ärzte durch diesen Zahlentrick beeindrucken und sind überzeugt, dass sie ihren Patienten tatsächlich etwas Gutes tun.

Wie funktionieren Statine?

Statine blockieren ein Enzym, die sogenannte HMGCoA-Reduktase. Dieses Enzym wird für die Cholesterinsynthese in der Leber benötigt. Durch die Blockade wird das Gesamtcholesterin gesenkt. Ich habe schon in einem anderen Post darüber geschrieben, warum das Gesamtcholesterin kein Marker für das Herzinfarktrisiko ist, und welche Laborwerte besser geeignet sind.

Nun schauen wir uns doch mal an, was Statine im Körper anrichten.

Statine blockieren Coenzym Q10

Die Blockierung der HMGCoA-Reduktase führt nicht nur zu einem reduzierten Gesamtcholesterin, sondern auch zu einem CoQ10 Mangel. Laut Meinung vieler Wissenschaftler ist es genau dieser Mechanismus, der zu den gravierenden Nebenwirkungen der Statine führt.

CoQ10 (Ubiquinon) wird von jeder einzelnen Körperzelle benötigt und ist lebensnotwendig für Ihre Gesundheit und ausreichende Energie. Die reduzierte Form des CoQ10 (Ubiquinol) ist ein extrem wichtiger Bestandteil der Atmungskette und für die Produktion von ATP (Adenosintriphosphat), eines Energielieferanten für die Körperzellen (mit der dazugehörigen Biochemie möchte ich Sie jetzt nicht langweilen).

Wir halten fest: CoQ10 Mangel führt zu einem Energiemangel. Wenn Sie sich jetzt noch überlegen, dass Ihr Herz, als ständig pumpender Muskel, dasjenige Organ im Körper mit dem höchsten Energiebedarf ist, dann ist es leicht vorstellbar, dass Statine absolut verheerende Nebenwirkungen haben können.

Und während von den Unterstützern ins Feld geführt wird, dass Statine Herzinfarkte vermeiden helfen (wie gesagt mit Unterstützung eines statistischen Tricks), so führt der Einsatz dieser Medikamente tatsächlich in vielen Fällen zum Auftreten einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) (3). UUUPS!

Wenn Sie also unbedingt ein Statin nehmen müssen (und das ist eine Frage, die Sie auf jeden Fall mit Ihrem behandelnden Arzt klären sollten), so ist es unumgänglich, dass Sie zusätzlich CoQ10 einnehmen. Und da Ubiquinol deutlich besser vom Körper aufgenommen wird, würde ich Ihnen dieses als Nahrungsergänzungsmittel empfehlen. Die Dosierung beträgt 100 – 200 mg täglich.

Eine Studie im European Journal of Pharmacology hat aufgezeigt, dass Ubiquinol die Zellschäden, die durch den Gebrauch von Simvastatin auftreten, reparieren und so bei Muskelzellen die Ausbildung einer Myopathie (Muskelerkrankung) verhindern konnte (4).

Übrigens, nur mal angemerkt: CoQ10 und Ubiquinol sind fettlösliche Substanzen. Der Träger, an den sie gebunden werden, ist Cholesterin, also diese wahnsinnig schädliche Substanz, vor der uns alle warnen. Was ist die Natur doch für ein Witzbold (oder haben wir einfach etwas nicht richtig verstanden?).

Tatsächlich sorgt Ubiquinol als sehr starkes Antioxidans dafür, dass Ihr LDL (das sogenannte „schlechte“ Cholesterin) in reduziertem Zustand bleibt (im Gegensatz zu dem tatsächlich schädlichen oxidierten LDL). Wenn Sie also durch Statine Ihre CoQ10 Konzentration senken, dann kann es mangels Antioxidans zur Bildung von oxidiertem LDL kommen. Und dann haben Sie tatsächlich ein Problem.

Es kommt aber noch besser.

Statine führen zu einem Vitamin K2 Mangel

Im März 2015 wurde eine neue Studie im Expert Review of Clinical Pharmacology veröffentlicht, die aufdeckte, dass im Gegensatz zur vorherrschenden Meinung – dass der Einsatz von Statinen die Arteriosklerose (Arterienverkalkung) vermindern kann- es sein kann, dass die Medikamente tatsächlich zu vermehrter Arteriosklerose und Herzversagen führen (5).

In der Studie werden mehrere physiologische Mechanismen diskutiert, wie es zur Entwicklung einer Herzinsuffizienz kommen kann. Einer davon liegt in der Hemmung der Synthese von Vitamin K2 durch die Statine.

Vitamin K2 beugt einer Arterienverkalkung vor, indem es Calcium aus den Gefäßen entfernt und stattdessen in Knochen und Zähnen einlagert (wo wir es auch haben wollen). Laut einer holländischen Studie aus dem Jahr 2009 besteht ein Zusammenhang zwischen reduzierter Kalkablagerung in Gefäßen und mit der Nahrung zugeführtem Vitamin K2 (6).

Da Statine die Funktion von Vitamin K2 im Körper hemmen, können folgende Mangelerscheinungen auftreten:

  • Osteoporose
  • Herzerkrankungen
  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Kalzifizierungen an ungewollten Stellen (Fersensporn, Nierensteine)
  • Hirnerkrankungen
  • Krebs.

Statine könnnen neuromuskuläre Erkrankungen hervorrufen

Eine sehr häufige Nebenwirkung von Statinen sind Muskelschmerzen und -schwäche. Was weniger bekannt ist, ist dass eine Verbindung zwischen Statinen und einem progressiven Muskelschwund namens Amyotrope Lateralsklerose (ALS) bestehen kann. Im Uppsala Monitoring Center (Center for International Drug Monitoring), einer Organisation, die mit der WHO zusammenarbeitet, wurde eine große Anzahl von Patienten mit Schädigung des oberen Motoneurons gemeldet, die Statine einnahmen (7).

Obwohl dieser Zusammenhang vielen Wissenschaftlern bekannt ist, raten sie meistens trotzdem dazu, die Statine einzunehmen, da sie der weit verbreiteten Meinung anhängen, dass diese Medikamente zig Tausende Leben retten.

Erhöhtes Krebsrisiko durch Statine

Frauen, die mehr als 10 Jahre lang ein Statin einnehmen, haben ein mehr als doppelt so hohes Risiko an Brustkrebs zu erkranken (8). Es handelt sich dabei um Invasive Ductale Karzinome und Invasive Lobuläre Karzinome.

Auch das Risiko für das Auftreten von Prostatakarzinomen ist erhöht (9). Dieses Risiko stieg mit einer höheren kumulativen Dosis noch weiter an.

Hinzu kommt, dass man schon seit langer Zeit weiß, dass niedrige Cholesterinwerte mit dem Auftreten von Krebserkrankung in Verbindung stehen (10).

 

Statine erhöhen das Risiko an einem Typ II Diabetes zu erkranken

Eine finnische Studie kam 2015 zu dem Schluss, dass die Einnahme von Statinen das Auftreten eines Typ II Diabetes deutlich erhöhen kann (11). Untersucht wurden 8749 Männer ohne Diabetes über einen Zeitraum von 5,9 Jahren. Während dieser Zeit kam es bei 625 Probanden zur Diagnose eines neu aufgetretenen Typ II Diabetes.

Probanden, die ein Statin einnahmen hatten ein 46 % höheres Risiko an einem Typ II Diabetes zu erkranken. Das Risiko war für Simvastatin und Atorvastatin dosisabhängig. Die Statintherapie erhöhte die 2 Stunden Glucose Werte eines oralen Glucose Toleranztestes (OGTT) signifikant. Die Insulinsensitivität war um 24 % und die Insulinsekretion um 12 % erniedrigt.

 

Statine verhindern die Zellreparatur, rufen Nervenerkrankungen hervor und führen zu Gedächtnisschwund

Als ob das alles noch nicht genug wäre, berichtet eine Studie aus dem American Journal of Physiology, dass „die Wirkung von Statinen auf andere biologische Eigenschaften von Stammzellen eine neue Erklärung für die klinischen Nebenwirkungen gibt“ (12).

In der Studie wird ausgeführt, dass diese Nebenwirkungen zu einer schnelleren Alterung führen und die „Langzeitanwendung von Statinen mit Nebenwirkungen wie Myopathie, neurologischen Symptomen und einem erhöhten Diabetesrisiko in Zusammenhang gebracht wird (also wie oben schon angeführt).

Die Wissenschaftler der Studie gehen davon aus, dass die Gesundheitsprobleme, die durch die Statintherapie hervorgerufen werden können, heruntergespielt wurden. Tatsächlich traten bei Patienten, die diese Cholesterinsenker einnahmen, folgende Symptome auf:

  • Katarakt (Grauer Star)
  • Müdigkeit (Fatigue)
  • Leberprobleme
  • Muskelschmerzen
  • Gedächtnisschwund

Ganz einfach ausgedrückt, verhindern Statine die normale Zellfunktion derart, dass die Zellerneuerung und Reparaturleistungen vereitelt werden. Zusätzlich kommt es zu neu auftretenden Gesundheitsproblemen oder einer Verschlimmerung bereits bestehender Probleme.

Stammzellforscher und Hauptautor der Studie, Professor Reza Izadpanah, kommt zu dem Schluss, dass „die Studie aufzeigt, dass Statine den Alterungsprozess beschleunigen. Individuen, die Statine zur Vorbeugung nehmen, sollten dies überdenken, da sie gravierende unerwünschte Nebenwirkungen auf den Körper haben können.“

Schnellere Alterung? Wenn Sie mich fragen, klingt das nicht nach einem Medikament, das ich einnehmen möchte.

 

Und noch einige weitere Nebenwirkungen

Auch eine Studie der London School of Hygiene and Tropical Medicine kommt zu dem Schluss, dass Forschungsergebnisse für Statine selktiert werden, damit sie möglichst gut für die Pharmafirmen aussehen. Laut Pacific Standard werden „negative Nebenwirkungen von Statinen heruntergespielt und Resultate durch die begrenzten Parameter der Studien verzerrt“ (13).

Wie bereits angemerkt, treten die Nebenwirkungen dosisabhängig auf und können durch eine Reihe von Faktoren verstärkt werden, zum Beispiel die Einnahme weiterer Medikamente, eine Schilddrüsenerkrankung oder das Vorhandensein eines metabolischen Syndroms (und was beinhaltet das metabolische Syndrom? Eine Fettstoffwechselstörung – genau!).

Zusätzlich zu den bereits angemerkten, werden noch folgende Nebenwirkungen berichtet:

  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Verdauungsstörungen
  • Bluthochdruck
  • Atembeschwerden
  • Anämie (Blutarmut)
  • gestörte Sexualfunktion (durch gestörte Synthese von Sexualhormonen)
  • Immunschwäche

Wie bereits angemerkt gibt es nur eine Gruppe, für die Statine einen Vorteil zeigen, und das sind Männer mittleren Alters, die eine kardiovaskuläre Erkrankung haben. Für die Vorbeugung eines Herzinfarkts und in der Wirkung auf die Gesamtmortalität schneiden sie sehr schlecht ab (14, 15).

Die Idee der Amerikaner, Statine auch Kindern zu verschreiben (deren Hirnentwicklung auf Cholesterin angewiesen ist), ist absolut verantwortungslos. Genauso verantwortungslos ist es aber, Medikamente, die zu einem Gedächtnisverlust und Muskelschwund führen können, älteren Patienten zu verschreiben, ohne dass für diesen Personenkreis eine Wirksamkeit belegt wäre. Und genau das ist bei uns tägliche Praxis.

 

(1) http://www.arznei-telegramm.de/html/2004_06/0406056_02.html

(2) How statistical deception created the appearance that statins are safe and effective in primary and secondary prevention of cardiovascular disease.   https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25672965

(3) http://www.express.co.uk/life-style/health/633160/Cholesterol-drug-statins-cause-heart-disease-experts

(4) Ubiquinol rescues simvastatin-suppression of mitochondrial content, function and metabolism: Implications for statin-induced rhabdomyolysis. http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0014299913003026

(5) Statins stimulate atherosclerosis and heart failure: pharmacological mechanisms.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25655639

(6) A high menaquinone intake reduces the incidence of coronary heart disease. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19179058

(7) Statins, Neuromuscular Degenerative Disease and an Amyotrophic Lateral Sclerosis-Like Syndrome. http://link.springer.com/article/10.2165%2F00002018-200730060-00005

(8) Long-term statin use and risk of ductal and lobular breast cancer among women 55 to 74 years of age. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23833125

(9) Statins increase the risk of prostate cancer: a population-based case-control study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21480313

(10) The statin-low cholesterol-cancer conundrum. https://academic.oup.com/qjmed/article-lookup/doi/10.1093/qjmed/hcr243

(11) Increased risk of diabetes with statin treatment is associated with impaired insulin sensitivity and insulin secretion: a 6 year follow-up study of the METSIM cohort. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25754552

(12) The Impact of Statins on Biological Characteristics of Stem Cells Provides a Novel Explanation for Their Pleotropic Beneficial and Adverse Clinical Effects. http://ajpcell.physiology.org/content/early/2015/07/23/ajpcell.00406.2014

(13) Statins, Lou Gehrig and Big Questions.  https://psmag.com/statins-lou-gehrig-and-big-questions-1b8a86c39783#.1zowc4cgu

(14) Statins are not associated with a decrease in all cause mortality in a high-risk primary prevention setting. http://ebm.bmj.com/content/16/1/8.full?keytype=ref&siteid=bmjjournals&ijkey=2O5HDIwLeaWMI

(15) Cholesterol confusion and statin controversy.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4513492/

Super einfache Mayonaise

Mayonaise war von meinem Speisezettel eine ganze Weile gestrichen nachdem ich die Paleo Ernährung für mich entdeckt hatte. Sie hat einfach zu viele Zutaten, die nicht gesund sind.

An erster Stelle steht hier natürlich Rapsöl. Von Medizinern gerne als herzgesund eingeschätzt wegen des hohen Anteils an ungesättigten Fettsäuren. Aber genau das ist auch das Problem. Diese ungesättigten Fettsäuren sorgen dafür, dass das Öl extrem schnell ranzig wird.

Aber die Nahrungsmittelindustrie weiß Abhilfe zu schaffen. Damit Sie nicht merken, dass Sie völlig vergammeltes Öl konsumieren, wird dieses Produkt im Herstellungsprozess desodoriert. Nicht nur, dass es überhaupt keinen Eigengeschmack mehr hat, der ranzige Geschmack ist auch gleich mit weg. Ich nenne das MAGIC!

Essen möchte ich es aber trotzdem nicht, denn es enthält große Mengen Omega-6 Fettsäuren, die eine proinflammatorische (entzündungsaus-lösende) Wirkung haben. Das braucht kein Mensch!

Natürlich enthält gekaufte Mayonaise auch Zucker. Das ist dann auch schon der zweite Grund, warum ich sie nicht essen möchte. Gefolgt von anderen Zutaten, die auch nicht in die Mayo gehören, aber den Verarbeitungsprozess einfacher machen.

Nun gut. Ich habe nach einiger Zeit ein einfaches Rezept gefunden, in dem ich nur das Öl auswechseln musste und stelle meine Mayo jetzt selbst her. Es ist so einfach, das ist unglaublich. Sie brauchen nur fünf Zutaten.

Zutaten:

  • 200 ml Avocadoöl (oder Olivenöl, aber mir persönlich gefällt der Geschmack in der Mayo nicht so)
  • 1 Ei
  • 1 TL Dijon Senf (achten Sie darauf, dass auch der Senf keinen Zucker enthält)
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack.

Ich habe immer die Rezepte gelesen, in denen extra darauf hingewiesen wurde, dass das Öl aber wirklich nur ganz langsam zugegeben werden darf, weil das ganze sonst klumpt und nie eine richtige Mayo ergibt. Aber zum Glück geht es auch viel einfacher.

Zubereitung:

  • Öl, Ei und Senf in einen Mixbecher geben.
  • Einen Stabmixer von unten nach oben durchziehen (natürlich angeschaltet).
  • Fertig!
  • Jetzt nur noch mit Salz und Pfeffer abschmecken, und Sie haben eine total leckere Mayonaise ohne irgendwelche Zusatzstoffe.
  • Bei Bedarf und je nach Geschmack, kann die Mayo auch noch mit 50 ml Wasser versetzt werden, damit sie etwas dünnflüssiger wird (das mache ich zum Beispiel bei Mayo für Kartoffelsalat so).

Was macht Avocadoöl so gesund?

1. Ölsäure

Der Großteil der Fettsäuren im Avocadoöl besteht aus einfach ungesättigter Ölsäure. Es ist die gleiche Omega-9 Fettsäure (FS), die Olivenöl so berühmt gemacht hat.

Ölsäure hat einige positive Effekte im Körper. Dazu gehören (1):

  • Verminderung des Risikos einiger Krebserkrankungen
  • Verhinderung des Aufflammens von bestimmten Autoimmunerkrankungen
  • Schnellere Zellregeneration und Wundheilung
  • Hilft dem Körper mikrobielle Infekte abzuwehren und zu beseitigen
  • Reduzierung von innerlichen und äußerlichen Entzündungen.

Außerdem oxidiert Ölsäure nur sehr schwer, was bedeutet, dass Avocadoöl eben nicht so schnell ranzig wird wie andere Öle, wenn es über längere Zeit gelagert wird. Aufgrund dieser Stabilität kann Avocadoöl auch zum Kochen bei hohen Temperaturen verwendet werden (was Sie zum Beispiel mit Rapsöl unbedingt vermeiden sollten).

2. Herzgesundheit

Avocadoöl hat eine ungewöhnlich hohe Konzentration an β-Sitosterin. Aufgrund seiner cholesterinähnlichen Molekülstruktur dient β-Sitosterin zur natürlichen Senkung der Serum-Cholesterinwerte. Der Pflanzenstoff konkurriert mit dem aufgenommenen Nahrungscholesterin um die Transportwege über die Darmschleimhaut (Resorption) und vermindert dadurch das Gesamt- und LDL-Cholesterin im Blut, wohingegen das förderliche HDL-Cholesterin unberührt bleibt (2).

Da Avocadoöl entzündungshemmend wirkt, kann es Schäden an den Gefäßwänden verhindern und so das Risiko für Herzerkrankungen sennken, die durch die Ablagerung von Plaques entstehen. Außerdem bedeutet weniger Entzündung in den Arterien auch, dass Avocadoöl dabei hilft, den Blutdruck in einem normalen Bereich zu halten.

3. Gute Vitamin E Quelle

Avocadoöl gehört zu den Top 5 Nahrungsmitteln, was die Konzentration an Vitamin E angeht. Dieses fettlösliche Vitamin ist dafür bekannt, dass es:

  • das Hautbild verbessert
  • die Augengesundheit stärkt
  • das Immunsystem unterstützt
  • Schutz gegen oxidativen Stress durch freie Radikale bietet
  • das Gedächtnis und die Hirnleistung unterstützt
  • die Effektivität des Verdauungstraktes verbessert.

Da unser Körper Vitamin E (so wie fast alle Nährstoffe) sehr viel besser aus ganzen Nahrungsmitteln aufnimmt als aus Nahrungsergänzungsmitteln in Pulver- oder Tablettenform, ist es eine sehr gute Idee, kaltgepresstes Avocadoöl mit auf Ihre Einkaufsliste zu setzen.

4. Verbesserte Verdauung

Wenn Sie häufig Sodbrennen haben, oft unter Blähungen leiden oder einfach immer müde sind, könnte die Ursache in einer schlechten Verdauung liegen. Wenn Sie Avocadoöl konsumieren, könnten sich diese Probleme von selbst bessern. Die Vitamine, Mineralien und einfach ungesättigten FS des Avocadoöls helfen dabei, dass der Verdauungstrakt die zugeführte Nahrung besser verarbeiten kann.

5. Entgiftung

Avocadoöl enthält viel Chlorophyll. Chlorophyll ist eine sehr gute Quelle für gesundes Magnesium und eine der bekanntesten Substanzen für die Entfernung von Schwermetallen wie Quecksilber und Blei aus den Nieren, der Leber, dem Gehirn und anderen Organen.

Jedes Chlorophyll Molekül enthält in seinem Kern ein Magnesium-Ion, das freigesetzt wird, wenn es mit einer sauren Umgebung in Kontakt kommt (also zum Beispiel unserem Körperinneren). In Abwesenheit des besagten Magnesiums zieht das inkomplette Chlorophyll Molekül andere Metallionen an, um den freien Platz wieder zu besetzen.

Trifft es auf ein Metallion, so wird dieses gebunden. Dadurch wird das toxische Element harmlos und kann über den Stuhl ausgeschieden werden. Wenn Sie Avocadoöl mit Koriander kombinieren, wird dieser Effekt noch verstärkt. Tun Sie dies aber bitte nicht, wenn Sie unter Verstopfung leiden. In diesem Fall würden Sie Ihren Körper mit Giftstoffen überfluten.

Übrigens…

Ich weiß nicht, ob Ihnen Primal Kitchen geläufig ist, aber ich habe gerade gesehen, dass Sie dort Avocadoöl Mayo (340 g) für den Spottpreis von 76,99 € erwerben können. Oder Sie machen sie vielleicht doch einfach selbst.

(1) An overview of the modulatory effects of oleic acid in health and disease.   https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23278117

(2) http://mit-phytaminen-heilen.com/heilpflanzen/beta-sitosterin.html

Double Chocolate Brownies

Wenn Sie Schokolade lieben, dann sind Brownies ab und zu ein absolutes Muss. Hier ist eine Alternative, die weniger Zucker und dafür mehr Fett enthält. Wenn Sie es sich noch weiter schön reden wollen, Kakao enthält sehr viele Antioxidantien. Sie verstehen was ich meine: Brownies sollten nicht der tägliche Nachtisch sein.

Der Kakao sollte möglichst hochprozentig sein, damit er nur noch wenig Zucker enthält. Alles, was unter 70 % Kakaoanteil geht ist tabu. Ich benutze Rohkakaopulver.

Honig und Banane enthalten genug Zucker, damit das Ganze süß schmeckt. Ich nehme meistens nur einen EL Honig, weil ich finde, dass es sonst insgesamt zu süß wird. Für den Anfang sind 2 EL Honig, aber noch in Ordnung (Sie essen ja nicht die gesamten Brownies).

Wenn Sie insgesamt weniger Zucker essen, kalibrieren sich Ihre Geschmacksknospen neu. Nach ein paar Wochen werden Sie feststellen, dass Nahrungsmittel, die Sie immer noch extra gezuckert haben, auf einmal süß genug sind.

Aber nun zum Rezept.

Zutaten:

  • 2 Becher (480 ml)  Mandelbutter
  • 3 Eier
  • 2 EL kaltgeschleuderter Bio-Honig
  • 1 TL Vanilleextrakt (ich nehme den von Simply Organic, weil er keine Zusatzstoffe und vor allem keinen Zucker enthält)
  • 1/2 Becher Rohkakaopulver
  • 1/2 TL Himalaya Salz
  • 1 TL Backnatron
  • 1/2 Becher Kakao Nibs (mindestens 70 % Kakao)
  • 1 sehr reife Banane

Zubereitung:

  • Ofen auf 170° C vorheizen.
  • Die Mandelbutter und Eier gut verrühren. Am besten nehmen Sie hierzu einen Stabmixer.
  • Honig und Vanilleextrakt hinzufügen und gut vermischen.
  • Dann Salz, Backnatron und sehr langsam das Kakaopulver hinzugeben (sonst staubt es fürchterlich).
  • Zum Schluss noch die Kakaonibs und die Banane unterrühren.
  • Fetten Sie eine 23 x 33 cm große Backform mit Kokosöl (Butter oder Ghee) ein, geben Sie den Teig hinein und backen Sie die Brownies für 35 – 40 Minuten (oder bis ein Holzstück sauber wieder herauskommt).

Warm sind diese Brownies superlecker.

10 Gründe, warum Ölziehen zu Ihrer täglichen Routine gehören sollte

Ölziehen – oder auf Neuhochdeutsch Oil Pulling ist eine alte Therapie, die ihren Ursprung in Indien und Russland hat.

In der ayurvedischen Heilkunde wird das Ölziehen schon seit tausenden von Jahren bei vielerlei Beschwerden und Symptomen angewendet. In der ältesten ayurvedischen Schrift, der Charaka Samhita, wird schon das Ölziehen unter der Bezeichnung Kavala Gandoosha oder Kavala Graha beschrieben.

Es wurde als altes indisches Volksheilmittel genutzt, um Karies, Mundgeruch und Zahnfleischbluten vorzubeugen und die Zähne und das Zahnfleisch zu stärken (1). Die Heilsamen Eigenschaften, die dem Ölziehen zugesprochen werden, gehen aber weit über die Mundhygiene hinaus und erstrecken sich auf Beschwerden wie:

  • Bronchitis und grippale Infekte
  • Magengeschwüre und Magenschleimhautentzündungen
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
  • Erkrankungen des Herzens
  • Erkrankungen des Blutes
  • Erkrankungen der Nieren und der Leber
  • Thrombose
  • Chronische Schlaflosigkeit
  • Ekzeme, Akne, Schuppenflechte, Neurodermitis
  • Prämenstruelles Syndrom

Wie wird Ölziehen praktiziert?

Jeden Morgen gleich nach dem Aufstehen sollten Sie das Ölziehen durchführen. Es ist ganz einfach. Sie nehmen einen Esslöffel Bio-Kokkosöl (Bio-Sesam- oder Sonnenblumenöl gehen auch) und spülen damit mindestens 10 aber besser 20 Minuten Ihren Mund aus. Halten Sie das Öl in Ihrem Mund in Bewegung. Spülen Sie es schlürfend und saugend durch Ihre Zähne.

Sie können zwischendurch eine Pause einlegen und das Öl einfach einwirken lassen. Dies ist besonders für Anfänger im Ölziehen eine gute Idee, da es sonst zu einem Muskelkater kommen kann.

Bitte das Öl auf gar keinen Fall runterschlucken, da es voller Bakterien und Toxine ist (und die wollen Sie ja gerade loswerden). Spucken Sie das Öl nicht ins Waschbecken oder die Toilette. Da Kokosöl bei Temperaturen unter 25° C fest wird, könnte es die Rohre verstopfen. Also am Besten ab in den Mülleimer. Danach den Mund einfach mehrmals gut mit Wasser ausspülen und fertig.

Um einen frischen Geschmack im Mund zu bekommen und für gesteigerte antibakterielle Wirkung, können Sie das Öl auch mit 1 – 2 Tropfen eines ätherischen Öls versetzen (z. B. Pfefferminz oder Zitrone).

Warum Kokosöl das beste Öl zum Ölziehen ist

Sollten Sie einen Blick in die Studien werfen, die ich zitiere, so werden Sie feststellen, dass häufig Sesamöl getestet wurde. Tatsächlich ist geröstetes Sesamöl das Öl, das traditionell in der ayurvedischen Medizin eingesetzt wird.

Meiner Meinung nach hat Kokosöl gegenüber Sesamöl folgende Vorteile:

  • Kokosöl enthält weniger entzündliche Omega-6 Fettsäuren als Sesamöl. Es handelt sich hierbei um die Linolsäure, die aber nur in geringer Menge vorhanden ist.
  • Kokosöl hat antibakterielle und antivirale Eigenschaften, das bedeutet es tötet unliebsame Eindringlinge
  • Kokosöl zerstört Candida, den Erreger von Mund-Soor
  • Kokosöl hat einen wesentlich besseren Geschmack als Sesamöl (was ich bei 20 Minuten Spülung nicht unwichtig finde).

 

Gesundheitliche Vorteile

1. Mundgesundheit

Bakterien sind die Hauptursache von Mundgeruch und Zahnkaries. Die Bakterienmembranen sind fettlöslich und werden durch die mechanische Belastung des Saugens und Pressens beim Ölziehen abgebaut. Studien zeigen, dass Ölziehen die Verseifung oder den Abbau von Bakterienmembranen verbessert (2).

Die Anwendung von Kokosöl ist besonders vorteilhaft, weil dieses aus mittelkettigen Triglyceriden besteht und die Vermehrung des Bakteriums Streptococcus mutans aufhalten kann. Dieses Bakterium ist der Hauptverursacher von Karies (3).

Kokosöl schützt auch vor Pilzinfektionen im Mund, die als Soor bezeichnet werden (4). Diese Erkrankung tritt vor allem bei immungeschwächten Personen sowie bei stillenden Müttern und Babies auf.

In einer Studie aus dem Jahr 2011 wurde nachgewiesen, dass Ölziehen mit Sesamöl genauso effektiv ist wie eine Chlorhexidin Mundspülung (5).

2. Macht die Zähne weiß

Zahnbleaching ist ja groß im Trend, und ich bin der Meinung, wenn man auf die Chemie der Bleaching Strips verzichten kann, dann ist das eine tolle Sache. Durch Ölziehen werden Ihre Zähne ebenso weiß, aber ganz ohne Nebenwirkungen.

3. Verhindert Zahnfleischentzündungen

Die Gingivitis oder Zahnfleischentzündung ist eine häufige Form der Zahnfleischerkrankung, die zu einer Irritation, Rötung und Entzündung des Zahnfleisches führt.

In einer Studie wurde gezeigt, dass Ölziehen genauso effektiv Zahnplaques verhindern kann wie ein herkömmliches Mundwasser (6). Diese Zahnplaques führen zur Gingivitis. Nach 10 Tagen hatten die Probanden sowohl weniger Plaque als auch Zahnfleischentzündungen. Auch die Anzahl von Microorganismen im Mund war reduziert.

4. Unterstützt Ihr Immunsystem

Wenn Sie Ihren Mund minutenlang mit Öl spülen, reinigen Sie die Zahnzwischenräume, Zahnfleischtaschen, die Zunge und die Oberfläche der Zähne von Bakterien. Wenn Sie die Bakterien ausspucken, sind sie nicht mehr in der Lage, bis in Ihren Darm vorzudringen, wo sich 80 % Ihres Immunsystems befinden. Das bedeutet, dass Ihr Immunsystem sich anderen Aufgaben zuwenden kann.

Zudem wird durch die Kau- und Saugbewegungen beim Ölziehen das komplexe periphere Lymphsystem im Kopfbereich angeregt. Das Lymph-System hat eine große Bedeutung für das Immunsystem und bei der Reinigung der Zellen und des Bindegewebes. Das Kauen und Saugen regt Muskelpartien im Schädelbereich an, die sonst nicht so gefordert werden. Das sind die Muskeln an den Schläfen, im Augenbereich, den Ohren und am Hals.

5. Steigert die Energie

Wenn unser Immunsystem die Giftstoffe aus unserem Körper befördern muss, kostet das viel Energie. Werden die schädlichen Stoffe sofort durch Ölziehen entfernt, so muss unser Körper nicht mehr so viel Arbeit aufwenden, um gut zu funktionieren. Wir fühlen uns dadurch sehr viel besser. Diesen Effekt werden Sie schon nach 1 – 2 Wochen bemerken.

6. Entgiftet den Körper

Ölziehen regt die Speicheldrüsen an, und fördert so die Ausscheidung von schädlichen und toxischen Stoffen aus dem Organismus. Der Blutfluss in den Drüsen erhöht sich durch das Ölziehen um das drei- bis vierfache, und bewirkt so eine bessere Durchblutung des Gewebes im Mundraum, was wiederum zu einer besseren Schlackenausscheidung führt. Der Körper befreit sich von den Giften und Säuren über das Ölziehen.

Wenn Sie Öl so lange im Mund bewegen, regt das die Tätigkeit der Speicheldrüsen an. Und Speichel enthält Eiweißkörper, die für die Abwehr von Krankheitserregern wichtig sind: zum Beispiel Lysozym, das Bakterienhüllen auflöst, oder das Immunglobulin A, das sich an Krankheitskeime aller Art heftet, mit denen der Mensch schon einmal Bekanntschaft gemacht hat.

(Prof. Jürgen Ußmüller, leitender HNO-Arzt am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf)

7. Vermindert Kopfschmerzen

Wenn der Körper durch Gifte gestresst wird, kommt es zu Kopfschmerzen und Migräne. So will uns die Natur darauf aufmerksam machen, dass wir Zeit brauchen, um uns zu erholen. Tatsächlich können Kopfschmerzen vermieden werden, wenn Bakterien durch Ölziehen aus dem Körper entfernt werden.

8. Strahlende Haut

Sogar Ihre haut profitiert vom Ölziehen. Wenn Giftstoffe aus dem Körper entfernt werden, die ansonsten in den Blutstrom gelangen würden, bedeutet das für Ihre Haut, dass sie diese Gifte nicht selbst entfernen muss. Es wird gerne vergessen, aber unsere Haut Ausschlag und  ist wesentlich an der Entgiftung des Körpers beteiligt. Deshalb macht es auch keinen Sinn, Hautausschläge mit Cortison zu behandeln. Die Frage ist immer, worauf reagiert Ihre Haut (und das sind häufig Toxine). Hautprobleme vermindern sich häufig dramatisch oder verschwinden sogar ganz, wenn Sie täglich Ölziehen.

9. Eine gesündere Alternative zu Mundspülungen

Wenn Sie Ölziehen benötigen Sie wie oben ausgeführt kein Mundwasser mehr. Auch wenn diese Produkte dabei helfen können, Zahnfleisch-erkrankungen und Karies zu verhindern, wird eine Verbindung zwischen der Anwendung alkoholhaltiger Mundwasser und Krebserkrankungen im Mund diskutiert.

Im American Journal of Epidemiology erschien 2007 eine Studie, die die Benutzung von Mundwasser als Risikofaktor für das Auftreten von Kopf-, Nacken- und Speiseröhrenkrebs aufdeckte (7). Die Autoren erklärten, dass die Benutzung eines Mundwasser mit 30 % Alkohol zweimal pro Tag ein signifikanter Risikofaktor für das Auftreten dieser Krebserkrankungen darstellte.

Ich denke, wenn wir fragliche Produkte (Chlor ist immer noch ein Zellgift) durch natürliche Produkte ohne Nebenwirkungen ersetzen können, dann ist das selbstverständlich eine gute Sache. Ich selbst verzichte nicht nur auf Mundwasser jeglicher Art, sondern benutze auch DIY Zahnpasta (natürlich ohne Fluorid), um den Toxingehalt in meinen Körperpflegemitteln zu vermindern.

10. Gesunder Mund, gesundes Herz

So merkwürdig es auf den ersten Blick auch ist, aber gute Mundhygiene steht in Zusammenhang mit besserer Herzgesundheit.

Es gibt immer mehr Studien, die einen Zusammenhang zwischen schlechter Mundhygiene und Herzerkrankungen aufzeigen (8). Die Wissenschaftler glauben, dass die Entzündung, die von Zahnfleisch-erkrankungen ausgeht, der verbindende Faktor zwischen diesen beiden Erkrankungen sein könnte (9).

Zuletzt noch ein Tipp

Für die meisten Menschen wird es am Anfang ein komisches – vielleicht sogar unangenehmes – Gefühl sein, einen ganzen Esslöffel Öl im Mund zu bewegen. Fangen Sie also langsam an. Nehmen Sie zunächst nur einen Teelöffel und steigern Sie dann die Menge. Auch von der Zeit her sollten Sie sich nicht überfordern. Wenn Sie am Anfang die 20 Minuten nicht schaffen, dann fangen Sie mit 5 – 10 Minuten an. Wenn Sie während dieser Zeit duschen und Kaffee kochen sind die 20 Minuten schneller rum als Sie denken.

Und noch etwas. Ölziehen ersetzt nicht das Zähneputzen, sondern sollte immer zusätzlich durchgeführt werden.

 

(1) Tooth Brushing, oil pulling and tissue regeneration: A review of holistic approaches to oral health. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3131773/

(2) Mechanism of oil-pulling therapy – in vitro study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21525674

(3) The Effect of Coconut Oil pulling on Streptococcus mutans Count in Saliva in Comparison with Chlorhexidine Mouthwash. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27084861

(4) In Vitro Killing of Candida albicans by Fatty Acids and Monoglycerides. http://aac.asm.org/content/45/11/3209

(5) Comparative efficacy of oil pulling and chlorhexidine on oral malodor: a randomized controlled trial. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25584309

(6) Effect of oil pulling on plaque induced gingivitis: a randomized, controlled, triple-blind study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19336860

(7) Oral health and risk of squamous cell carcinoma of the head and neck and esophagus: results of two multicentric case-control studies. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1776169

(8) Oral health and coronary heart disease. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27846870

(9) GUM DISEASE AND HEART DISEASE. https://www.perio.org/consumer/heart_disease

Sind Sie auch ein Suchtopfer?

Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist zum vierten Mal in Folge gestiegen. Das geht aus dem Jahresbericht zur Rauschgiftkriminalität hervor. Nach einem jahrelangen Rückgang nahm auch die Zahl der Heroin- und Kokainkonsumenten wieder zu. Im Jahr 2015 starben 1226 Personen an den Folgen illegalen Drogenkonsums.

Wow, was für eine Zahl. Das ist natürlich ganz schrecklich und auch immer wieder eine Nachricht in der Tagesschau wert. Aber ich glaube, dass wir einfach den falschen Statistiken unsere Aufmerksamkeit schenken. Wie sieht es denn mit den ganz legalen Drogen aus? Ich meine hier natürlich Alkohol und Tabak. Ich darf Ihnen verraten, das ist wirklich keine schöne Statistik.

In Deutschland sterben 200 Menschen pro Tag an den Folgen von Alkohol und 300 wegen Tabakkonsums. Das bedeutet, dass durch Alkohol- und Tabakkonsum in Deutschland mehr als hundertmal so viele Menschen sterben wie durch illegale Drogen (1). Etwa 74.000 Menschen sterben demnach jedes Jahr allein durch Alkohol oder den kombinierten Konsum von Alkohol und Tabak. Tote durch die Folgen des Rauchens gab es zuletzt zwischen 100.000 und 120.000 jährlich.

Warum wird darüber eigentlich nicht gesprochen? Warten Sie mal… Es kann doch wohl nichts damit zu tun haben, dass der Staat den Tabakanbau subventioniert und an den Steuern für Tabak und Alkohol gut verdient? Nein, das glauben Sie doch auch nicht, oder?

Das wirklich große Problem liegt aber noch ganz woanders

Ich habe ja die Frage gestellt: Sind Sie auch ein Suchtopfer. Okay, wir haben jetzt illegale Drogen, Alkohol und Tabak. Vielleicht mussten Sie da bei dem einen oder anderen schon einknicken und sagen: vielleicht…

Es kommt aber natürlich noch viel besser. Ich behaupte, wir haben hier im Land und vielleicht sogar in der gesamten westlichen Welt mehr Süchtige als Menschen, die nicht süchtig sind. Und es ist genau eine Substanz, auf die wir uns eigentlich alle einschießen sollten. Diese Substanz wird weder zu den illegalen noch zu den legalen Drogen gerechnet, obwohl sie dort einen Ehrenplatz einnehmen sollte. Haben Sie schon eine Ahnung, worauf ich hinaus will?

Es ist: Trommelwirbel……

Zucker

Zucker ist die Droge, die vielleicht am meisten Leben kostet. Und das Gefährliche daran ist, dass sie ganz klein und unscheinbar daherkommt (weiß und rein).

Sehen wir uns doch mal die Zahlen an. Pro Jahr haben wir:

  • 24000 Diabetestote (Zucker verursacht Diabetes Punkt).
  • 354500 Herz-Kreislauftote (Zucker führt zu Gefäßentzündungen).
  • 224000 Krebstote (Zucker füttert Krebs).

Natürlich ist mir klar, dass diese Krankheiten nicht nur durch Zucker ausgelöst werden. Aber machen Sie sich nichts vor: Zucker spielt eine große Rolle. Und denken Sie nicht auch, dass es toll ist, dass wir von 1226 Drogentoten jetzt auf  602500 Tote unter Mitbeteiligung von Zucker kommen.

Tatsächlich glauben die meisten Leute nicht, dass Zucker wirklich eine Droge sein könnte und ein Suchtpotential hat. Und wenn Sie fragen, dann isst eigentlich auch niemand Zucker. Also ehrlich nicht. Die Leute essen nur alle Brot und Müsli, trinken Fruchtsaft und Honig – reine Nervennahrung. Komisch ist nur, dass die Kekse, Schokolade, Gummibärchen usw. usw., die sicher auch bei Ihnen in der Firma häufig im Aufenthaltsraum auftauchen, immer sofort weg sind (einfach in Luft aufgelöst).

Wie Zucker uns süchtig macht

Eine von der Princeton University 2008 veröffentlichte Studie zeigt auf, wie es durch Zucker zur Suchtentwicklung kommt.

Es handelte sich um eine Untersuchung an Ratten. Den Tieren wurde zunächst zwölf Stunden gar nichts zu fressen gegeben, dann aber unbegrenzte Mengen an Zucker. Nach einem Monat zeigten die Ratten Suchtverhalten, als man ihnen nicht zuckerhaltige Nahrung gab. Sie waren ängstlich und nervös und zeigten klassische Entzugserscheinungen, wie man sie bei der Abhängigkeit von harten Drogen wie Morphin oder Kokain kennt (2).

Hierzu kommt es, weil Zucker die gleichen Hirnregionen aktiviert wie andere Drogen, sei es Kokain, Heroin oder Tabak. Auf den Konsum von Zucker folgt zunächst ein Glücksgefühl, das uns wieder zugreifen lässt. Denn Zucker wirkt leider deutlich stärker als Salat auf das Belohnungssystem im Gehirn. Er sorgt dafür, dass mehr Dopamin und Opioide (sogenannte Endorphine) im Gehirn ausgeschüttet werden. Und diese körpereigenen Stoffe sorgen dafür, dass in uns das Verlangen ausgelöst wird, das gute Gefühl erneut zu erzeugen. Wir greifen also wieder zur Tüte mit den Gummibärchen.

Allerdings kommt es bei länger anhaltendem Konsum zum genauen Gegenteil. Die Dopaminkonzentration fällt, und der Konsum muss verstärkt werden, um den gleichen Effekt zu erzielen (Toleranz). Das heißt, es wird immer mehr Zucker benötigt.

Eric Stice vom Oregon Research Institute hat untersucht wie genau Zucker auf unser Gehirn wirkt. Er ließ 100 High School Schüler verschiedene Milkshakes trinken, um herauszufinden, was einen höheren Konsum verursacht, der Zucker- oder der Fettgehalt (3).

Die Studie untersuchte die Aktivität verschiedener Hirnregionen und kam zu dem Schluss, dass zwar beide Milkshakes die Belohnungszentren im Gehirn aktivierten, die Zucker Milkshakes dies aber wesentlich effektiver taten. Durch sie wurde ein Nahrungs-Belohnungsnetzwerk angeworfen, dass auch bei zwanghaften Essstörungen eine Rolle spielt.

Stice und seine Kollegen waren sehr überrascht von dem Ergebnis, dass Zucker mehr Einfluss hat als Fett, auch dann, wenn die beiden in großen Mengen kombiniert wurden. Zuckerhaltige, fettarme Shakes fuhren die Belohnungssysteme genauso stark hoch wie zuckerhaltige, fetthaltige Shakes. Laut Stice geht Fett nur als Zweiter ins Ziel.

Zucker hat ein größeres Suchtpotential als Kokain

2007 untersuchte eine Studie, ob Zucker vom Suchtpotential her ähnlich einzuschätzen ist wie Drogen (in diesem Fall Kokain) (4).

Die Untersucher verabreichten Ratten i.v. Kokain, um eine Sucht zu erzeugen. Dann erhielten die Ratten die Wahl zwischen i.v. Kokain oder mit Saccharin (künstlicher Süßstoff) gesüßtem Wasser. 94 % der Ratten entschieden sich für das gesüßte Wasser. Mit Sucrose – einem natürlichen Zucker – kam es zu dem gleichen Ergebnis.

Interessanterweise bevorzugten die Ratten auch dann noch Zucker, wenn die Kokaindosis erhöht wurde.

Die Untersucher stellen fest:
Unser Ergebnis zeigt, dass eine intensive Süße die Belohnungsreaktion auf Kokain sogar in drogensensibilisierten und -süchtigen Individuen übersteigen kann. Wir nehmen an, dass das suchterzeugende Potential von intensiver Süße von einer angeborenen Überempfindlichkeit gegen süßen Geschmack hervorgerufen wird.
Die Süße Rezeptoren der meisten Säugetiere entwickelten sich in einer Zeit, in der es sehr wenig Zucker gab und sind deshalb an heutige Zuckerkonzentrationen nicht angepasst. Die übernormale Stimulation dieser Rezeptoren durch eine zuckerreiche Ernährung, ruft ein übernormales Belohnungssignal im Gehirn hervor, das das Potential hat, Selbstkontrollmechanismen außer Kraft zu setzen und so zur Sucht führen kann.
Ein größeres Suchtpotential als Kokain? Sie haben keine Chance gegen den Chocolate Chip Cookie.

Zuckersucht kann wie Drogensucht behandelt werden

Im letzten Jahr kam eine Studie von der Queensland University of Technology heraus, die von Professor Selena Bartlett geleitet wurde. Sie ist die erste weltweite Studie, die sich mit der Therapie der Zuckersucht beschäftigt (5).

In ihr wurde gezeigt, dass Medikamente, die für den Tabakentzug eingesetzt werden (sogenannte partielle nikotinische Acetylcholinrezeptoren-Agonisten), im Tierversuch auch für die Therapie der Zuckersucht verwendet werden können. Untersucht wurde das Medikament Vareniclin, das unter dem Namen Champix vertrieben wird.

Vareniclin hat einen dualen Wirkmechanismus: es wirkt einerseits als partieller Agonist am α4β2-Nikotinrezeptor, wo die Bindung die Symptome des Rauchverlangens und des Entzugs lindert (agonistische Wirkung), und anderseits bewirkt es, falls geraucht wird, eine Reduktion des Belohnungs- und Verstärkungseffekts, und zwar durch eine Blockade der Bindung von Nikotin (antagonistische Wirkung).

Schon wird diskutiert, ob diese Medikamente zur Zuckerentwöhnung eingesetzt werden können.

Die Studie zeigte übrigens auch, dass künstliche Süßstoffe wie Saccharin die gleichen Effekte wie Tafelzucker hervorriefen. Auch deren Einsatz sollte wohl nochmal überdacht werden. Außerdem haben sie natürlich noch ganz andere gesundheitliche Nachteile.

Und? Gehören Sie auch zu dem großen Heer von Zuckersüchtigen? Sollten Sie sich überwinden können, den Zucker für 2 Wochen aus Ihrem Leben zu verbannen, müssen Sie sich nicht wundern, wenn Sie Symptome haben wie ein Drogensüchtiger auf Cold Turkey (das nennt sich Kohlenhydrat-Grippe). Wenn Sie durchhalten, werden Sie feststellen, dass es Ihnen auf einmal so gut geht, dass Sie es gar nicht glauben können.

Ich werde auf der Arbeit oft bedauert, weil ich einen Kuchen nicht essen „kann“. Tatsächlich ist es aber so, dass ich diesen Kuchen nicht essen will, und das ist ein Riesenunterschied. Mir ist völlig klar, was Zucker in unserem Körper anrichtet, und ich möchte nicht meine letzten Jahre als Pflegefall in einem Altersheim verbringen. Also sorge ich dafür, dass mein Gehirn Nährstoffe bekommt und nicht durch Zucker karamellisiert wird.

Was sind Ihre Ziele? Denken Sie mal darüber nach.

 

(1) http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Presse/2015/2015-05-11-PM1_Jahrbuch_Drogensituation.pdf

(2) Evidence for sugar addiction: Behavioral and neurochemical effects of intermittent, excessive sugar intake. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2235907/

(3) Relative ability of fat and sugar tastes to activate reward, gustatory, and somatosensory regions. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24132980

(4) Intense Sweetness Surpasses Cocaine Reward. http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0000698

(5) Neuronal Nicotinic Acetylcholine Receptor Modulators Reduce Sugar Intake.  http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0150270