Welche Gefahren verstecken sich in Plastikflaschen?

Plastikflaschen – ein ökologisches Desaster

Das Geschäft mit dem Flaschenwasser boomt. Laut Verband Deutscher Mineralbrunnen trägt jeder Deutsche rund 144 Liter Flaschenwasser pro Jahr nach Hause (2014). Zu über 75 % wird dieses Wasser in Plastikflaschen abgefüllt.

 

 

Kritiker bezeichnen Flaschenwasser als einen der besten Marketingtricks unserer Zeit. Denn dass sich hinter der Bezeichnung „Tafelwasser“ ein extrem überteuertes, mit Kohlensäure versetztes Leitungswasser verbirgt, ahnen die Wenigsten. Und auch die Qualität von Quell- und Mineralwässern ist kaum besser als die von Leitungswasser. Im Gegenteil, Leitungswasser ist das am besten kontrollierte Lebensmittel überhaupt und wird auf mehr gesundheitsschädliche Substanzen getestet als Mineral- und Quellwasser, da die Trinkwasserverordnung mehr Grenzwerte als die Mineral- und Tafelwasserverordnung vorschreibt.

Die spezifischen Umweltbelastungen von Mineralwasser wurden in einer Studie des Interessenverbands Schweizer Wasserversorger (SVGW) untersucht und mit der Ökobilanz von Trinkwasser aus dem Hahn verglichen. Gekühltes sprudelndes Mineralwasser in der Einwegflasche hat demnach eine 3,5 mal so hohe Umweltbelastung wie gekühltes sprudelndes Trinkwasser aus dem Hahn. Wesentliche Aspekte sind dabei die Verpackung und der Transport.

Aber zum Glück werden Plastikflaschen ja recycelt

Von wegen. Pfand bei Plastikflaschen bedeutet nicht gleich Recycling. Wie Sie in der Grafik sehen können, machen Plastik-Einwegflaschen 46,7 % der Kunststoffflaschen aus. Und das bedeutet, wir haben ein riesiges Plastikmüllproblem. Denn Plastik verschwindet nicht einfach. Bereits jetzt türmt sich Plastik zu hohen Bergen am Rande der Städte und an Stränden, es schwimmt im Meer und in den Flüssen – mit verheerenden Folgen für Tiere und Ökosystem. Noch in hunderten von Jahren wird jedes Stückchen Plastik, das nicht verbrannt wurde, irgendwo auf der Erde zu finden sein.

Und dann sind da die gesundheitlichen Risiken durch Plastikflaschen

Allein die ökologischen Auswirkungen sollten schon Grund genug sein, nicht aus Plastikflaschen zu trinken. Ich habe aber noch ein paar sehr unappetitliche Fakten. Diese Flaschen beinhalten einige extrem schädliche Substanzen.

1. Bisphenol A (BPA)

BPA wird von der chemischen Industrie verwendet, um Epoxidharze und Polycaronat-Kunststoffe oder Hartplastik zu stabilisieren. In weicheren Plastikarten wird es eingesetzt, um eine Rissbildung zu vermeiden.

Man weiß, dass das BPA aus Plastikflaschen in die darin enthaltenen Getränke freigesetzt werden kann. BPA ist ein bekannter endokriner Disruptor (hormonaktiver Stoff) und führt durch seine östrogenartige Wirkung zur Bildung von Eierstock-, Prostata- und Brustkrebs. BPA Befürworter führen gerne ins Feld, dass nur sehr geringe Mengen dieses Stoffes im Plastik vorhanden sind. Tatsache ist aber, dass endokrine Disruptoren gerade in geringen Dosen gefährlich sind.

Schon 2002 wurde in einer Studie nachgewiesen, dass BPA die Schilddrüsenfunktion stören kann, da es als Antagonist am T3 Rezeptor wirkt (T3 = aktives Schilddrüsenhormon) (1). Die Schilddrüse ist wichtig für den Energiehaushalt und das Wachstum.

Wärme oder Aufheizen sowie Säuren und Laugen begünstigen das Freisetzen von Bisphenol A aus Wasserflaschen. Kochendes Wasser beschleunigt die Rate auf das 55-fache (2). Wenn Sie jetzt sagen, ich koche ja mein Wasser nicht in der Flasche, dann möchte ich nur daran erinnern, dass diese Wasserflaschen häufig in der prallen Sonne stehen. Und es soll auch Leute geben, die ihren Tee in Plastikflaschen kochen.

BPA wird im Fettgewebe gespeichert und ist plazentagängig (das heißt es geht auf den Fetus über). In einer kalifornischen Studie wurde aufgezeigt, dass Blutproben aus der Nabelvene zu 100 % BPA enthielten (3), das bedeutet sämtliche Feten waren diesem Stoff ausgesetzt. Mehr als ein Drittel der Blutproben enthielten Konzentrationen, die im Tierversuch gesundheitsschädliche Auswirkungen hatten. Wenn man bedenkt, dass BPA auch mit der Entwicklung von ADS, ADHS und Aggressivität in Zusammenhang gebracht wird (4), dann ist das schon bedenklich.

Eine andere Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen hohen Konzentrationen an BPA im Urin von Schwangeren und einem niedrigen Geburtsgewicht bei ihren Babies auf (5). Die Untersucher analysierten Urinproben der Mütter nach der Entbindung und sammelten Informationen über die Neugeborenen aus ihren Geburtsurkunden. Insgesamt wurden 452 Mütter und ihre Babies im Zeitraum von 2012 – 2014 untersucht. 113 Babies hatten ein niedriges Geburtsgewicht.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam eine Studie, die 2015 veröffentlicht wurde (6). Hier wurde ein stärkerer Effekt bei weiblichen Neugeborenen aufgezeigt. Untersucht wurden Blutproben von Müttern während des ersten Trimesters und zur Entbindung, sowie Nabelschnurblut nach der Entbindung. Die Proben wurden auf BPA und konjugiertes BPA untersucht. Es zeigte sich, dass bei jeder Verdoppelung der Konzentration von BPA im mütterlichen Blut die Babies (beiden Geschlechts) im Durchschnitt 55 g weniger wogen. Mädchen hatten jedoch eine Gewichtsreduktion von bis zu 183 g.

Am anderen Ende des Spektrums finden sich Studien, die darauf hinweisen, dass Kinder, die vermehrt BPA ausgesetzt waren, zur Fettleibigkeit neigen (7). Eine 2015 in Environmental Health Perspectives erschienene Studie konnte aufzeigen, dass der Metabolit A β-D-Glucuronid (BPA-G), der bisher als inert angesehen wurde, zu einer Zunahme an Fettzellen führen kann (8).

Auch negative Auswirkungen von BPA auf das Immunsystem werden diskutiert (9). Den EU-Behörden reicht dies jedoch für ein Verbot von BPA noch nicht aus.

 

2. Polyethylene terephthalate (PET)

PET wird häufig in Getränkeflaschen und Gewürzflaschen (Ketchup u.a.) verwendet. Es wird allgemein als „sicheres“ Plastik angesehen und enthält kein BPA. Allerdings kann es – vor allem unter Einwirkung von Wärme – zum Austritt von Antimon kommen (10).

In jeder PET-Getränkeflasche lässt sich Antimon in der Größenordnung von einigen Milligramm je Kilogramm nachweisen. Die Konzentration der Giftabgabe kann sich um ein mehrere Hundertfaches erhöhen – man braucht nur etwas Geduld. Die Antimon-Konzentration des abgefüllten Wassers in PET-Flaschen steigt mit der Zeit deutlich an und erreicht bis zu 630 Nanogramm pro Liter Sb. Ein Vergleich zwischen Glas- und PET-Flaschen zeigte, dass in PET-Flaschen der Antimon-Gehalt bis zu 30-mal höher lag. Vor dem Abfüllen enthielt dieses Wasser nur 4 ng pro Liter Sb.
Antimon ist mit dem Periodennachbarn Arsen verwandt und zehnmal giftiger als Blei. Die Aufnahme von Antimon kann zu Erbrechen, Durchfall und Magengeschwüren führen.
In einer Studie wurde nachgewiesen, dass auch PET Flaschen Xenoöstrogene (Substanzen, die im Körper wie Östrogen wirken) an die in ihnen enthaltenen Flüssigkeiten abgeben (11).
Und noch ein paar unappetitliche Fakten zu PET. Da sie sich schlecht reinigen lassen, enthalten laut einer Untersuchung der University of North Dakota Mehrweg PET Flaschen häufig Verunreinigungen in Form von Fäkalien, Speichel und Nahrungsmittelresten. Sie sollten übrigens nicht in der Spülmaschine gereinigt werden, da sonst alle aus dem Plastik austretenden Substanzen auch gleich noch das restliche Geschirr mit verseuchen.

3. Phthalate

Phthalate werden benutzt, um Plastik (vor allem PVC) flexibel zu machen. In Studien wurde nachgewiesen, dass auch Phthalate von Plastikflaschen abgegeben werden können (12). Phthalate gehören ebenfalls zu den endokrinen Disruptoren und sind damit schon in geringer Dosierung schädlich (13).

Weitere Gesundheitsschäden, die durch Phthalate ausgelöst werden können, sind:

  • Leberkrebs (14)
  • Schrumpfhoden (15)
  • männliche Sterilität (16)

Was sollten Sie tun?

Es ist eigentlich ganz einfach. Getränke aus Glasflaschen schmecken besser. Plastik ist nicht-erneuerbar, die Herstellung verbraucht viel Energie und Rohstoffe, und ist in vielen Fällen sehr giftig. Plastik ist nicht biologisch abbaubar. Die Herstellung und später auch Verbrennung von PVC erzeugt Dioxine, die hochgiftig sind. Plastikflaschen, die über längere Zeit gebraucht werden, können viele Bakterien enthalten (und nicht von der guten Sorte).

Glas ist einfach die bessere Wahl. Und seien wir doch mal ehrlich, in den meisten Fällen brauchen Sie gar keine Plastikflasche. Am Schreibtisch, in der Küche oder sogar wenn Sie zum Sport gehen, können Sie Glasflaschen oder Edelstahlflaschen (kein Aluminium!) benutzen. Es gibt eigentlich überhaupt keinen Grund, warum Sie in Ihrem Alltag Plastikflaschen benutzen sollten.

Statt sich also über Kunststoff-Harze den Kopf zu zerbrechen und zu versuchen, das Zahlengewirr der verschiedenen Substanzen auseinander zu halten (es sind sieben verschiedene Kennzeichnungen). Nehmen Sie einfach ein Material, bei dem Sie sich darüber keine Sorgen machen müssen.

 

 

(1) Thyroid Hormone Action Is Disrupted by Bisphenol A as an Antagonist. https://academic.oup.com/jcem/article-lookup/doi/10.1210/jc.2002-020209

(2) Plastic (Not) Fantastic: Food Containers Leach a Potentially Harmful Chemical.   https://www.scientificamerican.com/article/plastic-not-fantastic-with-bisphenol-a/

(3) Bisphenol-A (BPA), BPA Glucuronide, and BPA Sulfate in Midgestation Umbilical Cord Serum in a Northern and Central California Population. http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/es402764d

(4) Association of Bisphenol A exposure and Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder in a national sample of U.S. children. http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0013935116302110

(5) Maternal urinary bisphenol A levels and infant low birth weight: A nested case–control study of the Health Baby Cohort in China. http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0160412015300453

(6) Gender-Specific Effects on Gestational Length and Birth Weight by Early Pregnancy BPA Exposure. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26406292

(7) Urinary bisphenol A and obesity in U.S. children. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23558351

(8) In Vitro Effects of Bisphenol A β-D-Glucuronide (BPA-G) on Adipogenesis in Human and Murine Preadipocytes. https://ehp.niehs.nih.gov/1409143/

(9) The Impact of Bisphenol A and Triclosan on Immune Parameters in the U.S. Population, NHANES 2003–2006. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3060004/?tool=pmcentrez

(10) http://faculty.rmu.edu/~short/research/antimony/references/Shotyk-W-et-al-2006.pdf

(11) Endocrine disruptors in bottled mineral water: total estrogenic burden and migration from plastic bottles. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19274472

(12) Phthalates residues in plastic bottled waters. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21804311

(13) Reproductive and developmental toxicity of phthalates. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20183522

(14) Benzyl butyl phthalate induces migration, invasion, and angiogenesis of Huh7 hepatocellular carcinoma cells through nongenomic AhR/G-protein signaling.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25081364

(15) Testicular atrophy produced by phthalate esters.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6776936

(16) Comparative Cytotoxicity and Sperm Motility Using a Computer-Aided Sperm Analysis System (CASA) for Isomers of Phthalic Acid, a Common Final Metabolite of Phthalates. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26252616

Toxine in Kosmetika

Wenn wir an Umweltgifte denken, dann fallen uns Sachen ein wie Luftverschmutzung, Wasserverschmutzung, Quecksilber in Fischen etc. Diese Toxine sind natürlich wichtig, und wir sollten eine Exposition möglichst gering halten. Eine weitere Klasse von Giftstoffen wird aber häufig nicht berücksichtigt. Es handelt sich dabei um Toxine, denen wir uns tagtäglich mehrmals und sogar freiwillig aussetzen. Dies sind die Giftstoffe in Kosmetika und Reinigern.

Zunächst einmal muss man sich klar machen, dass unsere Haut das größte Organ unseres Körpers ist. Alles, was wir auf die Haut aufbringen, wird resorbiert und gelangt wenig später in den Blutkreislauf. Deshalb sollte man bei Kosmetika darauf achten, dass nichts auf die Haut kommt, das man nicht auch essen würde . Ich meine mal wirklich: 2-Bromo-2-Nitropropane-1,3-Diol, 5-Bromo-5-Nitro1,3-Dioxane. Was soll ihr Körper damit anfangen?

Was aber ist tatsächlich drin in Seifen und Kosmetika? Hier ist eine Liste, der am häufigsten verwendeten schädlichen Inhaltsstoffe.

  • Imidazolidinyl Urea. Es handelt sich um einen Konservierungsstoff mit antimikrobieller Wirkung. Er wird häufig zusammen mit Parabenen eingesetzt. Imidazolidinyl Urea bildet Formaldehyd (die Chemikalie, in die Leichen eingelegt werden, um sie zu konservieren). Es kann Allergien verursachen und ist fraglich kanzerogen (krebsauslösend).
  • Formaldehyd freisetzende Chemikalien. Imidazolidinyl Urea ist nicht der einzige Formaldehydabspalter, der in Kosmetika eingesetzt wird. Weitere Chemikalien, die in Formaldehyd umgewandelt werden sind: DMDM Hydantoin, Diazolidinyl Harnstoff, Methenamin und Quarternium 15.
  • Parabene. Auch sie werden als Konservierungsstoffe eingesetzt. Wie man inzwischen weiß, greifen sie in den Hormonhaushalt ein. Fragliche kanzerogene Wirkung.
  • Phthalate. Es handelt sich um Weichmacher für Plastik. Zusätzlich zu den offensichtlichen Anwendungen (Plastikverpackungen und -tüten) werden sie auch in Kosmetika und Spülmitteln angewendet. Sie stehen in Verdacht Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen. Phthalate gehören zur Gruppe der hormonwirksamen Stoffe (auch endokrine Disruptoren (ED) oder hormonelle Schadstoffe genannt). Diese endokrinen Disruptoren greifen in das Hormonsystem ein, das den gesamten Stoffwechsel steuert, und führen so z.B. zur Adipositas (Fettleibigkeit). Sie können Sexualhormone imitieren und dadurch zur Vermännlichung (Frauen) oder Verweiblichung (Männer) führen. Außerdem führen sie bei Mädchen zu verfrühter Pubertät und erhöhen das Brustkrebsrisiko. Bei Kindern kann es zu Entwicklungsverzögerungen kommen, und auch die Entwicklung des Fötus wird durch endokrine Disruptoren nachteilig beeinflusst. Insgesamt gesehen, möchte man diese Stoffe nicht im Körper haben! Kosmetikhersteller behaupten übrigens immer wieder, dass diese Stoffe ja nur in sehr geringer Konzentration in ihren Produkten vorhanden sind. Man weiß allerdings, dass bei endokrinen Disruptoren weniger häufig mehr ist, d. h. der Schaden geht gerade von niedrigen Dosierungen aus.
  • Diethanolamin (DEA)/Triethanolamin(TEA). Wird zur pH Einstellung verwendet. Es kann zu Irritationen der Haut, des Auges und des respiratorischen Systems (der Atumungsorgane) kommen. Zusammen mit anderen chemischen Verbindungen können DEA/TEA Nitrosamine bilden. Nitrosamine sind krebserregend und können die Leber, Nieren und das Erbgut schädigen.
  • Polyethylenglycol (PEG). Wird als Feuchtigkeitsspender, Rückfetter, Tensid und Emulgator eingesetzt wird. Zusammen mit Luftsauerstoff kann PEG Hydroperoxide bilden. Es handelt sich dabei um hochreaktive Verbindungen, die z. B. die Mallorca-Akne hervorrufen. Deshalb sollte man sich nicht der vollen Sonne aussetzen, wenn man PEG-haltige Cremes aufgetragen hat. Im Tierversuch verursachten PEGs, die man auf offene Wunden aufbrachte, akutes Nierenversagen(1).
  • Synthetische Farben. Die Sicherheit ist fraglich. Man vermutet, dass sie allergen wirken und ADHS (Aufmerksamkeit-Defizit-Hyperaktivitätssyndrom) auslösen können.
  • Synthetische Duftstoffe (Perfume, Fragrance). Unter dieser Bezeichnung können sich bis zu 200 Chemikalien verstecken, die von der Firma aufgrund von Eigentumsrechten nicht angegeben werden müssen. Häufig sind darunter auch unsere Freunde, die Phthalate. Grundsätzlich sollte man keine Kosmetika verwenden, die diesen Inhaltsstoff aufweisen. Eine Alternative sind Produkte, bei denen die Duftstoffe aus ätherischen Ölen gewonnen werden.
  • Sodium-lauryl-sulfate (SLS). Wird in vielen Seifen und Shampoos als Schaumbildner eingesetzt. Es gilt als häufiges Hautallergen. Es wird in Auge, Gehirn, Herz und Leber absorbiert und dort gespeichert. Dies kann zu Langzeitschäden führen, u. a. zum Grauen Star bei Erwachsenen und zu Augenfehlentwicklungen bei Kindern. SLS kommt übrigens auch in Garagenbodenreinigern, Autopflegemitteln und Maschinenfetten vor.
  • Sodium-laureth-sulfat. Die ethoxylierte Form von SLS. Beim Ethoxylierungsprozess entsteht 1,4 Dioxan. Klingt nicht gut, ist auch nicht gut. 1,4 Dioxan war Hauptbestandteil von Agent Orange. Es ist ein endokriner Disruptor und steht im Verdacht, zahlreiche Krebserkrankungen auszulösen (wegen seiner östrogenähnlichen Wirkung werden vor allem Brustkrebs und Endometriumkarzinome (Gebärmutterkrebs) diskutiert. Außerdem soll der Stoff zu einer verminderten Spermienzahl führen.
  • Aluminium. Aluminium wird wegen seiner schweißhemmenden und antibakteriellen Wirkung gern in Deos angewendet. Es wird diskutiert inwiefern Aluminium das Alzheimer- und Brustkrebsrisiko erhöht.

Warum werden diese Stoffe in Kosmetika eingesetzt? Weil sie billig sind und Schäden meist erst nach längerer Zeit auftreten, sodass ein Zusammenhang nicht gleich augenfällig ist. Ich bin der Meinung, es lohnt absolut auf Naturkosmetik umzusteigen. Aber auch hier heißt es: Etiketten lesen! Nicht alle Naturkosmetika enthalten nur natürliche Stoffe, und nicht alle natürlichen Stoffe sind auch gesund (Weizenprotein in Shampoo z. b. ist glutenhaltig). Und schließlich gibt es auch noch die Alternative, Kosmetika selbst herzustellen. Das ist meistens kein großer Akt, und man bekommt genau, was man haben möchte.

(1) http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/0041008X82900163

http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/parabene-100.html