5 wichtige Schritte damit die Eliminationsdiät klappt

Eliminationsdiät

Viele Leute gehen durchs Leben und fühlen sich nicht wirklich wohl. Sie sind ständig müde, haben Verdauungsprobleme, schlafen nicht gut oder haben Hautprobleme. Und weil sie sich nie so richtig gut gefühlt haben, halten sie diesen Zustand für vollkommen normal.

Die meisten Gesundheitsprobleme entstehen aufgrund einer Entzündungsreaktion im Körper, und diese Entzündung wird häufig durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten hervorgerufen.

Wie aber können Sie erkennen, ob Ihre Beschwerden womöglich auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten zurückzuführen sind? Nun, dafür eignet sich eine Eliminationsdiät hervorragend. Durch die Elimination von Triggerstoffen kann die Entzündungsreaktion heruntergefahren werden und der Körper sich selbst heilen.

Wie wirkt eine Eliminationsdiät?

Man muss wissen, dass sich etwa 70 Prozent unseres Immunsystems im Darm befinden. Wenn Sie etwas essen, das von Ihrem Körper als Bedrohung angesehen wird, dann antwortet Ihr Immunsystem auf diesen Trigger mit einer Entzündungsreaktion.

Diese Reaktion wird durch das enterische Nervensystem kontrolliert. Das enterische Nervensystem, im Englischen auch als „zweites Gehirn“ oder „abdominelles Gehirn“ bezeichnet,  ist ein komplexes Geflecht aus Nervenzellen, das nahezu den gesamten Gastrointestinaltrakt durchzieht und den Verdauungstrakt mit dem Gehirn verbindet.

Wenn wir essen, sendet das enterische Nervensystem Botschaften an das Gehirn, das Enzyme, Hormone und eben teilweise auch entzündliche Reaktionen erforderlich sind. Letztere treten auf, wenn unverträgliche Nahrungsmittel gegessen werden, eine mikrobielle Infektion oder ein Nährstoffmangel vorliegt.

Bei der Eliminationsdiät werden verdächtige Nahrungsmittel für eine Weile – in der Regel 3 Wochen – aus dem Speiseplan der betroffenen Person ausgeschlossen. Verdächtige Nahrungsmittel sind dabei solche, von denen man weiß, dass sie häufig Entzündungen oder andere Reaktionen (zum Beispiel Blähungen) hervorrufen.

Nach 3 Wochen werden diese Nahrungsmittel einzeln wieder zugeführt. Die betroffene Person achtet darauf, ob irgendeine Reaktion durch die Wiedereinführung ausgelöst wird. Treten unerwünschte Reaktionen auf, so ist von einer Nahrungsmittelunverträglichkeit auszugehen, und das betreffende Nahrungsmittel sollte nicht weiter konsumiert werden.

5 wichtige Schritte, die Sie bei einer Eliminationsdiät beachten sollten

Bevor Sie mit der Eliminationsdiät anfangen, sollten Sie sich einen Schlachtplan machen. Entfernen Sie die Nahrungsmittel aus Ihrer Speisekammer, die ausgeschlossen werden sollen. Dann ersetzen Sie diese durch Lebensmittel von der unten aufgeführten Liste. Am besten legen Sie sich ein Notizbuch zu, damit Sie einige wichtige Dinge notieren können. Dies wird Ihnen später dabei helfen herauszufinden, welche Nahrungsmittel bei Ihnen zu negativen Reaktionen führen.

Schritt 1: Vermeiden Sie die häufigsten Trigger

Im wesentlichen sind es gerade mal 8 Nahrungsmittel, die für 90 Prozent aller Unverträglichkeiten verantwortlich sind. Dabei handelt es sich um

  • Milch
  • Eier
  • Gluten (vor allem in Weizen, Roggen, Gerste)
  • Soja
  • Erdnüsse
  • Zucker und künstliche Süßstoffe
  • Mais
  • Hülsenfrüchte

Haben Sie ernsthafte Verdauungsprobleme (zum Beispiel ein Reizdarmsyndrom) dann sollten Sie auch sogenannte FODMAPS (Fermentable Oligo-, Di-, Monosaccharides und Polyols = vergärbare Mehrfach-, Zweifach- und Einfachzucker sowie mehrwertige Alkohole) von Ihrem Speiseplan streichen. Zu den FODMAPS zählen:  Lactose (Milchzucker), Fructose (Fruchtzucker), Fruktane und Galactane sowie Polyole (z. B: Sorbitol, Mannitol, Xylitol und Maltitol).

Die Wirksamkeit der LOW FODMAP Diät bei Patienten mit Reizdarmsyndrom wurde 2010 in einer Studie nachgewiesen (1)

 

Schritt 2: Essen Sie saubere, nährstoffreiche Lebensmittel

Hunger sollte während der Eliminationsdiät kein Thema sein. Sie können so viel essen bis Sie satt sind, solange Sie vollwertige, unverarbeitete Lebensmittel essen. Bio-Lebensmittel sind zu bevorzugen.

Zu den Nahrungsmitteln, die Sie essen sollten, gehören:

Gemüse

Essen Sie große Mengen rohes, gekochtes oder gebratenes Gemüse vor allem aus der Familie der Kreuzblütler. Zu diesen gehören zum Beispiel Grünkohl, Brokkoli, Rosenkohl, Weiß- und Rotkohl, Brunnenkresse und Chinakohl.

Auch die Sprossen der Kreuzblütler sollten häufiger gegessen werden. Brokkolisprossen helfen beispielsweise bei der Entgiftung der Leber. Aber auch Sellerie, Fenchel, Gurken, Salate, grüne Bohnen, Pilze, Kürbis und Süßkartoffeln machen sich super.

Protein

Gesunde Proteinquellen sind Bio-Geflügel, Fleisch von Weidetieren, Fisch aus Wildfang (keine Aquakultur) und Wild.

Früchte

Achten Sie darauf, dass Sie möglichst Früchte verwenden, die den Blutzuckerspiegel nicht zu sehr in die Höhe treiben (also mit einer niedrigen glykämischen Last). Hierzu gehören Beeren, Grapefruits, Zitronen, Limetten und Erdbeeren.

Gesundes Fett

Der größte Anteil Kalorien sollte aus gesunden Fetten stammen. Diese beinhalten Avocados, Kokosöl, Weidebutter oder Ghee (Butterreinfett) und Extra Virgin Olivenöl.

Kräuter und Gewürze

Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und probieren Sie ein paar neue Kräuter und Gewürze aus wie Kurkuma, Ingwer, Oregano, Koriander, Basilikum, Thymian und vor allem Zimt.

Fermentierte Lebensmittel

Diese stellen einen wichtigen Bestandteil der Eliminationsdiät dar, da sie vorverdaute Nährstoffe und Probiotika (gute Bakterien) enthalten, die bei der Regeneration des Verdauungstraktes unterstützend wirken. In diese Kategorie gehören Lebensmittel wie Sauerkraut, Kimchi, Wasserkefir, Kokosjoghurt und Kombucha.

 

Schritt 3: Lesen Sie die Etiketten

Am besten ist es natürlich, wenn Sie Nahrungsmittel kaufen, die keine Etiketten haben (so wie einen Blumenkohl zum Beispiel). Ansonsten kommen Sie nicht darum herum, die vorhandenen Etiketten sehr genau zu lesen. Einige der häufigsten Triggerstoffe – wie Gluten und Milchproteine – tauchen in Nahrungsmitteln auf, wo man sie nicht erwarten würde. Bei verarbeiteten Lebensmitteln finden Sie sie häufig in der Zutatenliste.
Auch im Restaurant kann es Ihnen schnell passieren, dass sich „verbotene“ Lebensmittel in Ihr Essen verirren. Ich empfehle deshalb immer, während der Eliminationsdiät möglichst auf Restaurantbesuche zu verzichten. Lässt es sich nicht vermeiden, so sollten Sie im Restaurant möglichst übersichtliche Gerichte bestellen wie gegrilltes Fleisch mit gekochtem Gemüse.

 

Schritt 4: Führen Sie eine Essensliste

Es ist wichtig, dass Sie sich während der Eliminationsdiät notieren, was Sie gegessen haben und wie Sie sich fühlen. Am besten ist es natürlich, wenn Sie damit schon vor der Elimination anfangen und diese Liste auch bei der Wiedereinführung der Nahrungsmittel weiterführen.

Schreiben Sie sich vor Beginn der Eliminationsdiät auf, was Ihnen an Ihrem Körper auffällt. Wie sieht Ihre Haut aus? Wie sind Ihre Verdauungsgewohnheiten? Wie schlafen Sie? Haben Sie Schmerzen oder Entzündungen? Wie ist Ihre Stimmung vor und nach dem Essen? Wie sieht es mit Ihrem Gedächtnis aus? Haben Sie jemals das Gefühl, dass sie völlig umnebelt sind? Schreiben Sie sämtliche Probleme auf, die sie durchmachen. Es wird dann einfacher zu erkennen, wenn Veränderungen auftreten.

Schreiben Sie während der Eliminationsphase auf wie Sie sich den Tag über fühlen. Haben Sie mehr Energie? Sind die Symptome schwächer? Schlafen Sie besser? Hat Ihre Haut sich verändert? Sollten Sie eine Reaktion auf ein Nahrungsmittel feststellen, das nicht eliminiert worden ist, so schließen Sie dieses für die Zeit der Elimination ebenfalls aus.

Sie können sich sicherlich vorstellen, dass diese Liste in der Wiedereinführungsphase ebenfalls gute Dienste leistet. Also, je ausführlicher Sie Symptome in der Liste festhalten, desto besser.

Schritt 5: Die Wiedereinführungsphase, jeweils ein Nahrungsmittel und sehr bewusst

Nach 3 Wochen ist es Zeit auszutesten, welche Nahrungsmittel Ihnen Probleme bereiten. Führen Sie jeweils nur ein Nahrungsmittel wieder ein und essen Sie es drei Tage lang, bevor Sie das nächste Nahrungsmittel einführen.

Bemerken Sie in diesen drei Tagen keinen Unterschied, dann stellt das Nahrungsmittel für Sie kein Problem dar und Sie können es weiter konsumieren. Bemerken Sie jedoch eine negative Reaktion auf das wiedereingeführte Lebensmittel, dann müssen Sie den Konsum auf jeden Fall für eine längere Zeit aussetzen – eventuell stellen Sie fest, dass Sie dieses Lebensmittel gar nicht mehr essen können.

Es versteht sich von selbst, dass Sie Nahrungsmittel, die Symptome verursachen, nicht weiter essen. Haben sich die Symptome wieder gegeben, können Sie das nächste Nahrungsmittel wieder einführen. Dieses Vorgehen führen Sie fort, bis Sie alle ausgeschlossenen Nahrungsmittel wieder eingeführt haben (oder eben auch nicht).

Nahrungsmittel, die Symptome verursachen, sollten Sie mindestens für einen Monat vom Speiseplan streichen, bevor Sie noch einmal versuchen, sie wieder einzuführen.

Und bitte nehmen Sie für die Wiedereinführung möglichst einfache Lebensmittel. Also bei Milchprodukten zum Beispiel einen Naturjoghurt und nicht etwa einen Blauschimmelkäse mit Mascarpone. Ansonsten wissen Sie nicht, welcher Nahrungsbestandteil die Reaktion hervorgerufen hat.

Tja, so einfach ist das. Wenn Sie sich an diese 5 Schritte halten, sollten Sie in der Lage sein, Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu erkennen, die bei Ihnen zu gesundheitlichen Problemen führen. Wenn Sie künftig auf diese Nahrungsmittel verzichten, können sich diese Probleme deutlich bessern und in einigen Fällen sogar ganz verschwinden.

Wer sollte die Eliminationsdiät durchführen?

Ganz ehrlich, ich glaube so ziemlich jeder würde davon profitieren mal eine Eliminationsdiät zu machen. Ich kenne einige Leute, die chronische Schmerzen oder auch Hautprobleme hatten, die sich nach einer Eliminationsdiät mindestens deutlich verbessert haben und in vielen Fällen ganz weg waren.

Die Eliminationsdiät hilft nicht nur dabei herauszufinden, welche Nahrungsmittel störende Symptome hervorrufen. Wie gesagt – viele Menschen wissen gar nicht mehr wie „gesund und energiegeladen“ sich anfühlt und sind überrascht, wenn Sie sich nach der Eliminationsdiät auf einmal richtig gut fühlen.

Ganz sicher sollten folgende Personen eine Eliminationsdiät durchführen:

  1. Jeder, der unter einer Autoimmunerkrankung oder dem metabolischen Syndrom leidet.
  2. Menschen, die Schmerzen haben, die auf Entzündungen zurückzuführen sind (hierzu zählt zum Beispiel auch die Migräne).
  3. Menschen mit Kopfschmerzen, Nasennebenhöhlenentzündungen, Allergien.
  4. Personen, die schnarchen oder an Schlafapnoe (Atemaussetzern während des Schlafs) leiden.
  5. Individuen mit Hautirritationen, Akne, Exemen, Nesselsucht.
  6. Jeder, der wenig Energie hat obwohl er sich gesund ernährt.
  7. Leute mit Einschlaf- und Durchschlafstörungen.
  8. Frauen mit Prämenstruellem Syndrom (PMS) und menopausalen Beschwerden.
  9. Jeder, der bekannte Nahrungsmittelallergien und noch bestehende Symptome hat. Es gibt häufig Kreuzallergien – so zum Beispiel zwischen Gluten und dem Milchprotein Casein.

Ich halte es da mit den Amerikanern, die sagen „Test don’t guess“, also Testen, nicht vermuten. In diesem Sinne…

 

(1)Evidence-based dietary management of functional gastrointestinal symptoms: The FODMAP approach. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20136989?dopt=Abstract

Sind Milchprodukte gut für Sie?

Milch, Milchprodukte

Wenn Sie bereits über 35 Jahre alt sind und immer noch mit Akne zu kämpfen haben, wird es vielleicht Zeit, auf Milch und Milchprodukte zu verzichten. Das Gleiche gilt auch für Leute, die unter Rosacea oder anderen Hauterkrankungen leiden sowie für alle, die häufig Blähungen oder Entzündungen der Nasennebenhöhlen haben.

Alle diese Symptome können ein Hinweis auf eine Milchunverträglichkeit sein. Ich gebe zu, ein Latte macchiato mit tollem Milchschaum oder auch der Auflauf mit der dicken Käseschicht sind super lecker, aber wenn Sie eine Milchunverträglichkeit haben, sollten Sie diese Nahrungsmittel mit milchfreien Alternativen zubereiten. Es bieten sich dafür so tolle Sachen an wie Kokos- oder Mandelmilch (bitte ohne Zusätze), Cashew Käse und als Butter Alternative Ghee.

Überraschend ist für die meisten Leute, dass eine Milchunverträglichkeit eine der häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten überhaupt ist.

Sehen wir uns doch mal an, welche Faktoren den Milchkonsum als problematisch erscheinen lassen.

 

Histaminfreisetzung durch in der Milch vorhandene opioidähnliche Substanzen

Bei der Verdauung von Milch (wie auch von Getreide) können sogenannte Exomorphine entstehen. Hierbei handelt es sich um Stoffe, die im Körper wie Morphine wirken. Bei der Milch entstehen diese Exomorphine aus dem Milcheiweiß Casein und werden auch als Casomorphine bezeichnet.

Unser Körper kann selbst Morphine herstellen – sogenannte Endomorphine – , die zum Beispiel als ursächlich für das bei Langstreckenläufern auftretende Runners High angesehen werden.

Morphine können aus Mastzellen Histamin freisetzen und so zu allergischen Reaktionen führen (1). Es gibt viele Menschen, die eine Histaminunverträglichkeit haben, und für die deshalb Milch und Milchprodukte nicht gerade empfehlenswert sind.

Nur mal so nebenbei: Das Casomorphin wird auch als Grund dafür angesehen, dass Milchprodukte – vor allem Käse – ein gewisses Suchtpotential haben (genauso wie das Gluteomorphin aus dem Getreide). Wenn Sie sich mal umhören, dann sind Käse und Brot zwei Nahrungsmittel, auf die die meisten Menschen nicht verzichten möchten.

Kuhmilch kann einen Typ I Diabetes verursachen

Es liegen Studien vor, die aufzeigen, dass der Typ I Diabetes, der ja eine Autoimmunerkrankung ist, durch das Milcheiweiß A1 β-Casein hervorgerufen werden kann (2). A1 β-Casein ist das Milcheiweiß, dass in der Milch der meisten Kühe vorkommt. Diese Milch enthält sowohl A1 β-Casein als auch A2 β-Casein. Dem A1 β-Casein wird angelastet, dass es häufig Magen-Darm Beschwerden und Probleme auf der kognitiven Ebene hervorruft (3). Das heißt Milch macht müde Männer womöglich nicht munter sondern nur noch müder.

Wenn Sie a1 β-Casein vermeiden möchten, so empfiehlt es sich auf die Milch von Guernsey- oder Jersey Kühen, Ziegen- oder Schafsmilch auszuweichen, da diese vor allem A2 β-Casein enthält.

Ischämische Herzerkrankung

Die ischämische Herzerkrankung ist einer Erkrankung, die durch Arterienverkalkung und Durchblutungsstörungen im Herzmuskel ausgelöst wird. Dabei kommt es in der Folge zu einer Unterversorgung des Herzens mit Sauerstoff, sodass wichtige Funktionen des Herz-Kreislaufes nicht mehr erfüllt werden können. Symptome sind dann eine Angina pectoris (Brustenge) oder ein Herzinfarkt.  Auch hier wird wieder das A1 β-Casein als Mitverursacher angesehen (4).

Autismus

Wie oben angeführt entstehen bei der Verstoffwechslung von Milch Morphine, und so überrascht es auch nicht wirklich, dass bei Kindern mit Autismus gezeigt werden konnte, dass A1 β-Casein, die Schwere der Symptome beeinflusst – natürlich zum Negativen (5). Deshalb wird häufig eine glutenfreie, caseinfreie Ernährung (GFCF Diät) empfohlen, die teilweise zu einer immensen Besserung der Symptomatik führt. Wer sich weiter für dieses Thema interessiert, dem empfehle ich das Buch GAPS – Wie Darm und Psyche sich beeinflussen von Natasha Campbell-McBride.

Akne und andere Hautirritationen

Wenn man einen Hautarzt fragt, ob Akne wohl irgendwie mit dem zusammenhängen könnte, was man isst, so wird die Antwort häufig sein: „Auf gar keinen Fall.“ Und doch zeigt sich, dass das Auftreten und der Schweregrad der Akne sehr wohl damit zusammenhängen, was Sie essen.

Vor allem Milchprodukte stehen hier ganz oben auf der Liste der Verdächtigen. Viele Studien zeigen auf, dass Personen, die eine Ernährung mit einer hohen Glykämischen Last haben (also eine sehr zuckerhaltige Ernährung), aber auch Menschen, die viel Milchprodukte konsumieren, sehr viel wahrscheinlicher unter Akne leiden werden. Man nimmt an, dass dieser Effekt durch den Insulin-like growth factor 1 (IGF-1) hervorgerufen werden (6).

IGF-1 ist ein Hormon, das überwiegend in der Leber, aber auch im Fettgewebe hergestellt wird. Es ist ein wesentlicher Faktor für die Steuerung des Zellwachstums. Es ist bekannt, dass IGF-1 in der Entstehung von Akne eine Rolle spielt.

Ich empfehle jedem, der unter Akne leidet, einfach mal 2 – 3 Wochen auf Milch und Milchprodukte zu verzichten und sich anzusehen, was dann passiert. Teilweise kommt es zu einem vollständigen Verschwinden der Akne. Und das ganz ohne den Einsatz von Antibiotika.

Krebserkrankungen

Einige Leute behaupten, dass IGF-1, das durch den Konsum von Milch und Milchprodukten erhöht wird, dazu führt, dass vermehrt Krebserkrankungen auftreten. Tatsächlich konnte dieser Zusammenhang nur für das Prostatakarzinom nachgewiesen werden (7). Trotzdem – für Männer mit einem hohen Milchkonsum gut zu wissen.

Bei Frauen scheint der vermehrte Konsum von Milchprodukten das Risiko für Eierstockkrebs zu erhöhen. In einer 2006 durchgeführten Studie, zeigte sich, dass der Konsum von mehr als 3 Portionen Milchprodukten zu vermehrtem Auftreten von Ovarialkarzinomen führte (8). Der Lactosegehalt der Milch wird hierbei als ursächlich angesehen. Da fettarme Milch und Milchprodukte einen höheren Lactosegehalt haben, sollte man sie also besser meiden (das sollte man natürlich sowieso). 1 Portion eines Milchprodukts entspricht übrigens 250 ml Milch, 1 Scheibe Käse, 150 g Joghurt,  Quark oder 2 Esslöffeln Frischkäse etc.

Gibt es eigentlich einen Grund, Milch und Milchprodukte zu essen?

Den gibt es unbedingt – und sogar gleich mehrere. Sie sollten aber vorher unbedingt sicherstellen, dass Sie nicht zu den Menschen mit einer Milchunverträglichkeit (und das ist keine Lactoseintoleranz) gehören.

Metabolisches Syndrom

Wie mehrere Untersuchungen zeigen kann durch einen höheren Konsum von Milch und Milchprodukten das metabolische Syndrom (abdominelle Fettleibigkeit, Bluthochdruck, veränderte Blutfettwerte und Insulinresistenz) günstig beeinflusst werden (9).

Gewichtsabnahme und Körperzusammensetzung

Studien zur Gewichtsabnahme belegen, dass der Konsum von Milchprodukten im Rahmen einer kalorienreduzierten Diät zu einem deutlicheren Gewichtsverlust und einer besseren Körperzusammensetzung führt (10). Das heißt es wird mehr Fettgewebe abgebaut und Muskelmasse aufgebaut. Dieser Effekt bestand jedoch bei unlimitierter Kalorienzufuhr nicht mehr.

Nährstofflieferant

Bei Milch ist der erste Gedanke immer: hoher Calciumgehalt, gut für die Knochen. Das ist zweifelsohne richtig, aber der Calciumbedarf könnte sicherlich auch über grünes Gemüse gedeckt werden. Milch hat aber auch eine ganze Reihe anderer Nährstoffe zu bieten. Beispielhaft in der folgenden Tabelle einmal die Nährstoffe, die in 100 g Hartkäse enthalten sind.

 

Fazit:

 

Wenn Sie nicht von einer Milchunverträglichkeit betroffen sind, gibt es eigentlich keinen Grund, auf Milch oder Milchprodukte zu verzichten. Achten Sie nur darauf, dass Sie keine konventionell erzeugten Produkte kaufen, da diese Schadstoffeβ enthalten können (Toxine werden im Fett gespeichert) und das Fettsäureprofil zu Gunsten der Omega 6 Fettsäuren verschoben ist. Diese wirken entzündungsfördernd. Bei artgerecht gehaltenen Tieren überwiegen hingegen die Omega 3 Fettsäuren, welche entzündungshemmend wirken.

Außerdem: Vergessen Sie fettreduzierte Milch und Milchprodukte. Durch ihren höheren Zuckergehalt führen diese eher zur Gewichtszunahme. Zu H-Milch möchte ich mich eigentlich gar nicht äußern. Die ist nur noch gruselig. Das einzige, was daran noch lebt, sind die Bakterien auf der Verpackungsaußenseite. Also – Hände weg!

 

(1) Histamine-releasing and allergenic properties of opioid analgesic drugs: resolving the two. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22417016

(2) A1 beta-casein milk protein and other environmental pre-disposing factors for type 1 diabetes. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28504710

(3)Effects of milk containing only A2 beta casein versus milk containing both A1 and A2 beta casein proteins on gastrointestinal physiology, symptoms of discomfort, and cognitive behavior of people with self-reported intolerance to traditional cows‘ milk. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27039383

(4) Ischaemic heart disease, Type 1 diabetes, and cow milk A1 beta-casein. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12601419

(5) Health implications of milk containing beta-casein with the A2 genetic variant.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16403684

(6) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3013591/

(7) Dairy products intake and cancer mortality risk: a meta-analysis of 11 population-based cohort studies. https://nutritionj.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12937-016-0210-9

(8) Dairy products and ovarian cancer: a pooled analysis of 12 cohort studies.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16492930

(9) Dairy products consumption and incident metabolic syndrome https://www.cambridge.org/core/journals/british-journal-of-nutrition/article/dairy-products-consumption-and-incident-metabolic-syndrome/215CCEF3FAD339E76E0E4A95F6A6C48B

(10) Effect of dairy consumption on weight and body composition in adults: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled clinical trials. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22249225

Studie zeigt: Magnesium hilft, Knochenbrüche zu vermeiden

Magnesium gegen KnochenbrücheEine Osteoporose führt bei älteren Menschen häufig zu Knochenbrüchen und ist einer der Hauptgründe für eine Invalidität bei Senioren. Wie wir alle wissen spielen natürlich Calcium und Vitamin D eine ganz wichtige Rolle für gesunde Knochen. In neueren Untersuchungen stellt sich jetzt jedoch heraus, dass die Supplementierung mit Magnesium genauso wichtig sein könnte.

Wissenschaftlern ist schon seit geraumer Zeit bewusst, dass Magnesium ein essentieller Nährstoff  und Bestandteil für gesunde Knochen ist. Jedoch wurde erst jetzt in einer neuen Studie gezeigt, dass Magnesium das Risiko von Knochenbrüchen reduzieren kann (1). Die Untersuchung, die von den Universitäten in Bristol und Ost-Finnland durchgeführt wurde, hat ergeben, dass dieser Mineralstoff eine Schlüsselrolle in der Vermeidung der Invalidität bei älteren Personen spielen könnte, die durch einen Verlust an gesunder Knochenmasse und -integrität verursacht werden.

Studie zeigt: Je mehr Magnesium im Blut, desto geringer das Risiko für Knochenbrüche

In der Studie wurden 2245 Männer mittleren Alters über eine Zeit von 25 Jahren untersucht. Es zeigte sich, dass diejenigen, die niedrige Magnesium Blutspiegel hatten, ein höheres Risiko für Knochenbrüche aufwiesen – und zwar insbesonders für Schenkelhalsfrakturen (die sogenannte gebrochene Hüfte).

Bei Personen, deren Magnesiumspiegel höher lag reduzierte sich das Risiko für Knochenbrüche um sehr beachtliche 44 Prozent. Von den 22 Männern mit den höchsten Magnesium Blutspiegeln (> 2,3 mg/dl) erlitt nicht einer während der 25-jährigen Beobachtungszeit eine Fraktur.

Interessanterweise fanden die Forscher heraus, dass mit der Nahrung zugeführtes Magnesium keine Auswirkung auf das Frakturrisiko hatte. Zu diesem Ergebnis sind auch schon vorhergehende Studien gekommen. Natürlich hat das mit der Nahrung aufgenommene Magnesium im Prinzip eine Auswirkung auf die Blutspiegel, aber gerade bei älteren Menschen, scheint es häufig Resorptionsstörungen zu geben, die zum Beispiel durch bestimmte Medikamente oder auch Darmerkrankungen ausgelöst werden. Medikamente, die häufig einen Magnesiummangel auslösen, sind zum Beispiel:

  • Protonenpumpenhemmer (bei Sodbrennen)
  • Insulin
  • Wassertabletten (bei Bluthochdruck)
  • Abführmittel
  • Cortison
  • Antibiotika.

Man muss auch bedenken, dass unsere Nahrung nicht mehr den Magnesiumgehalt hat, den sie noch vor 50 Jahren hatte. Die folgende Tabelle, stellt die Ergebnisse von drei Studien gegenüber, die zu verschiedenen Zeiten den Nährstoffgehalt einiger Lebensmittel gemessen haben.

NÄHRSTOFFVERLUSTE VON GEMÜSE UND OBST

Studien aus dem Jahre 1985, 1996 und 2002

Mineralien und Vitamine in mg je 100g Lebensmittel untersuchte Inhaltsstoffe Ergebnis 1985 Ergebnis 1996 Ergebnis 2002 Verlust 1985 -1996 Verlust 1985 – 2002
Brokkoli Calzium
Folsäure
Magnesium
103
47
24
33
23
18
28
18
11
-68 %
-52 %
-25 %
-73 %
-62 %
-55 %
Bohnen Calzium
Folsäure
Magnesium
Vitamin B6
56
39
26
140
34
34
22
55
22
30
18
32
-38 %
-12 %
-15 %
-61 %
-51 %
-23 %
-31 %
-77 %
Kartoffeln Calzium
Magnesium
14
27
4
18
3
14
-70 %
-33 %
-78 %
-48 %
Möhren Calzium
Magnesium
37
21
31
9
28
6
-17 %
-57 %
-24 %
-75 %
Spinat Magnesium
Vitamin C
62
51
19
21
15
18
-68 %
-58 %
-76 %
-65 %
Apfel Vitamin C 5 1 2 -80 % -60 %
Banane Calzium
Folsäure
Magnesium
Vitamin B6
Kalium
8
23
31
330
420
7
3
27
22
327
7
5
24
18
-*
-12 %
-84 %
-13 %
-92 %
-24 %
-12 %
-79 %
-23 %
-95 %
Erdbeeren Calzium
Vitamin C
21
60
18
13
12
8
-14 %
-67 %
-43 %
-87 %

Quellen: 1985 Pharmakonzern Geigy (Schweiz), 1996/2002 Lebensmittellabor Karlsruhe/Sanatorium Oberthal
*nicht untersucht

Wie die  Untersuchungsergebnisse zeigen, gibt es teilweise drastische Nährstoffverluste in Gemüse und Obst.

Einen Beitrag leistet hier auch der vermehrte Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat sowohl im Ackerbau wie auch durchaus im Freizeitbereich (auf einem Golfplatz hier in der Nähe wurde letztens wieder eine satte Dosis verteilt). Da Glyphosat die Aufnahme von Mineralstoffen blockiert, können die Pflanzen weniger Magnesium aufnehmen – und übrigens auch weniger Calcium, Mangan und Eisen (2).

Magnesium als Nahrungsergänzungsmittel

Selbstverständlich sollten zunächst einmal alle Störungen, die zu einem Magnesiummangel führen, abgestellt werden. Danach sollte über einen sinnvollen Einsatz von Magnesiumpräparaten nachgedacht werden.

Reines Magnesium können Sie nicht kaufen, denn es ist äußerst explosionsfreudig. Sie bekommen also immer eine Magnesiumverbindung.

Für die Supplementation stehen anorganische Mg-Verbindungen (Oxid, Carbonat, Sulfat, Phosphat) und organische Mg-Verbindungen (Citrat, Aspartat, Aspartat-hydrochlorid, Glycinat, Orotat) zur Verfügung. Untersuchungen zeigen, dass bei ihrer Bioverfügbarkeit teilweise erhebliche Unterschiede existieren – das bedeutet, sie werden unterschiedlich gut vom Körper aufgenommen und verwertet.

Aus den bisherigen Untersuchungen, die mit gesunden Probanden durchgeführt wurden, lässt sich ableiten, dass die gut löslichen organischen Magnesiumverbindungen eine deutlich höhere Bioverfügbarkeit aufweisen als Magnesiumoxid, -hydroxid und -sulfat (3).

Sie können auch einen Teil der Dosis schlucken (orales Magnesium) und einen weiteren Teil über die Haut aufnehmen (= transdermales Magnesium – zum Beispiel in Form eines Epsom Salz Bades oder als Magnesium Öl).

Von vielen Leuten wird angeführt, dass Magnesium die Hautbarriere nicht durchbrechen kann und deshalb gar nicht in den Körper gelangt. Tatsache ist, diese Studien zeigen etwas anderes (4, 5). Eine Wirksamkeit für transdermales Magnesium wurde sogar bei Fibromyalgie Patienten gefunden.

Ich persönlich nehme sowohl Magnesiumcitrat als auch nachts ein Magnesiumöl.

Magnesium ist für gesunde Knochen genauso wichtig wie Calcium, Vitamin D und regelmäßige Bewegung

Schulmediziner schenken dem Magnesiumspiegel häufig nicht viel Beachtung. Aber angesichts dieser Ergebnisse sollte eine Bestimmung des Serum Magnesiums einen festen Platz in Laboruntersuchungen von älteren Menschen haben. Auf dieses Weise können jene herausgefiltert werden, die die größte Gefahr laufen, Knochenbrüche zu erleiden und insgesamt einen größeren Knochenschwund zu haben (6).

Was brauchen Sie noch für gesunde Knochen?

Natürlich das althergebrachte Vitamin D. Dieses kann Ihr Körper im Sommer selbst herstellen, wenn Sie sich nur kurze Zeit (ca. 20 Minuten in der Mittagszeit) ungeschützt in der Sonne aufhalten. Je nach Hauttyp variiert die Dauer, die benötigt wird, damit Sie einen Sonnenbrand bekommen. Sind Sie also rothaarig mit sehr heller Haut, so empfiehlt es sich, den Aufenthalt auf 10 Minuten zu begrenzen. Haben Sie schwarze Haare und werden leicht braun, können es vielleicht auch 30 Minuten sein. Sie sollten unbedingt darauf achten, auf keinen Fall einen Sonnenbrand zu bekommen. Und wenn Ihnen die Sonne gar nicht gefällt – oder eben auch im Winter – kann es durchaus auch ein Vitamin D Supplement sein.

Nehmen Sie Vitamin D als Supplement, dann sollten Sie auch Vitamin K2 einnehmen. Dieses Vitamin sorgt dafür, dass das vermehrt aufgenommene Calcium auch wirklich in Ihren Knochen und nicht in Ihren Gefäßen landet.

Was Sie außerdem tun können

Für gesunde Knochen ist es extrem wichtig, dass Sie immer in Bewegung bleiben. Wenn Sie Krafttraining in Ihre Trainingsroutine mit einbauen, so hilft dieses, Ihren Körper stark und gesund zu erhalten.

High-Intensity Krafttraining hat im Gegensatz zu traditionellen pharmakologischen oder diätetischen Herangehensweisen den Vorteil, dass bei älteren Menschen nicht nur die Knochengesundheit gefördert wird, sondern es zusätzlich viele Risikofaktoren für Osteoporose beeinflusst, denn es sorgt für größerer Stärke, besserer Balance und vermehrter Muskelmasse (7).

Diese neue Studie hat für unsere immer älter werdende Bevölkerung eine große Bedeutung. Jeder von uns sollte aktiv für seine Gesundheit tätig werden, um Probleme wie Osteoporose oder Knochenbrüche gar nicht erst entstehen zu lassen.

Achten Sie auf Ihren Magnesiumspiegel und unternehmen Sie entsprechende Schritte, um den Blutspiegel  immer im optimalen Bereich zu halten. Damit ist schon viel gewonnen, um auch im Alter fit zu bleiben.

 

(1) Low serum magnesium levels are associated with increased risk of fractures: a long-term prospective cohort study. https://link.springer.com/article/10.1007/s10654-017-0242-2

(2) Glyphosate reduced seed and leaf concentrations of calcium, manganese, magnesium, and iron in non-glyphosate resistant soybean. http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1161030109000665

(3) /www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2008/daz-36-2008/magnesium-und-mg-verbindungen-in-supplementen

(4) Effect of transdermal magnesium cream on serum and urinary magnesium levels in humans: A pilot study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28403154

(5) Effects of transdermal magnesium chloride on quality of life for patients with fibromyalgia: a feasibility study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26343101

(6) Magnesium intake from food and supplements is associated with bone mineral density in healthy older white subjects. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16274367?dopt=Abstract

(7) The effects of progressive resistance training on bone density: a review.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9927006

Vitamin D – auf die richtige Dosierung kommt es an

Vitamin D, Sonne, BlumeWas Vitamin D (Cholecalciferol) angeht sind sich eigentlich alle einig, ob Schulmediziner, Naturheilkundler, Ernährungsberater oder Wissenschaftler. Das „Sonnenschein-Vitamin“ ist unverzichtbar für starke Knochen, gesunde Zähne, ein gut funktionierendes Immunsystem und ein gesundes Herz. Ja, sogar gegen Krebs ist es hilfreich.

Wenn man dann aber wissen möchte, wie viel Vitamin D denn wohl die richtige Menge ist, dann hat jeder seine eigene Meinung. Aber zum Glück gibt uns eine neue Studie Aufschluss darüber, welche Dosierung als Nahrungsergänzung eingenommen werden sollte, um optimale Konzentrationen im Körper zu haben.

Natürlich könnte Vitamin D3 auch in unserer Haut gebildet werden, wenn sie mit UVB Strahlen (Sonne!) in Kontakt käme. Vitamin D ist nämlich gar kein richtiges Vitamin, denn wir können es tatsächlich selber herstellen. Da aber schon seit vielen Jahren davon abgeraten wird, sich in der Sonne aufzuhalten – und wenn doch, dann nur unter Einsatz eines Sonnenschutzmittels mit einem hohen Lichtschutzfaktor (womit die Vitamin D Synthese in der Haut dann unterbunden wird) – sind wir auf die Zuführung dieses Stoffes mit der Nahrung angewiesen.

Derzeitige Empfehlungen zur Vitamin D Supplementierung unterscheiden sich gravierend

Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung reicht das mit der Nahrung aufgenommene Vitamin D3 nicht aus, um eine optimale Blutkonzentration von über 50nmol/l (= 20 ng/ml) zu erreichen. Sie empfiehlt deshalb ein Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Für Säuglinge bis zu einem Jahr werden 10 μg (400 IE) und für Kinder und Erwachsene 20 μg (800 IE) pro Tag empfohlen (1).

Nur mal so zum Vergleich: Wenn Sie sich 15 – 20 Minuten ohne Sonnenschutz in der Mittagssonne aufhalten, produziert Ihr Körper ca. 10.000 IE Vitamin D. Noch Fragen?

Wie lächerlich diese Empfehlung ist, zeigt der Vergleich mit anderen Organisationen.

Laut Institute of Medicine – einer amerikanischen Non-Profit Organisation – ist eine tolerierbare Höchstdosis im Bereich von 4000 IE pro Tag anzusiedeln. Tolerierbar bedeutet, dass bei dieser Dosierung nicht mit negativen Nebenwirkungen gerechnet werden muss.

Der Vitamin D Council – ebenfalls eine amerikanische Non-Profit Organisation empfiehlt für Erwachsene sogar eine Tagesdosis von 5000 IE.

Die US-amerikanische Fachgesellschaft für Endokrinologie empfiehlt in ihren neuen Leitlinien für Erwachsene eine tägliche Zufuhr von 1500 bis 2000 IE Cholecalciferol zur Vorbeugung eines Mangels. Die maximale Dosierung gemäß der amerikanischen Leitlinie liegt bei 10 000 IE pro Tag. Das wäre dann die zwölffache Menge der von der DGE empfohlenen Tageshöchstdosis.

Es ist also verständlich, dass diese verwirrenden Empfehlungen es nicht leicht machen, die richtige Dosierung zu treffen. Hier kann eine neue Studie Abhilfe schaffen, die im April in der Zeitschrift Dermatoendocrinology erschienen ist (2).

Nicht jeder Körper reagiert auf die gleiche Weise auf Vitamin D

Die ein Jahr dauernde Studie beinhaltete 3882 Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 60 Jahren. 27,5 Prozent waren adipös (fettleibig), 37 Prozent waren übergewichtig, 35,5 Prozent hatten einen normalen BMI (Body Mass Index) und weniger als 1 Prozent war untergewichtig – also ungefähr repräsentativ für die normale Bevölkerung.

Die Teilnehmer sollten Cholecalciferol (D3) einnehmen. Dies ist die Form des Vitamin D, das der Körper unter dem Einfluss von Sonnenstrahlen herstellt. Die durchschnittliche Dosis wurde über das Jahr langsam erhöht – von 2.106 IE auf 6.767 IE – wodurch die durchschnittliche Vitamin D3 Konzentration im Blut von 34,8 ng/ml auf 50,4 ng/l anstieg.

Entgegen der Meinung der DGE sollten gesunde Vitamin D Konzentrationen über 40 ng/ml liegen, während Konzentrationen zwischen 50 und 80 ng/ml als optimal angesehen werden (diese Konzentrationen erreichen Sie nie, wenn Sie nur mit 800 IE supplementieren).

Die Untersucher fanden heraus, dass die Konzentrationsänderungen von der Dosierung, dem BMI und der Konzentration des Vitamins am Anfang der Studie abhängig waren. So kamen Sie zum Beispiel zu dem Resultat, dass mit steigendem Körpergewicht, die Reaktion auf zugeführtes Cholecalciferol abnahm. Das heißt in anderen Worten, dass fettleibige Menschen eine deutlich höhere Dosierung benötigen, um ausreichende Blutkonzentrationen zu erreichen, als Menschen mit Normal- oder Untergewicht.

Ein weiteres Ergebnis war, dass Individuen mit einem Vitaminmangel einen deutlicheren Anstieg der Konzentration verzeichneten als Personen, die schon zu Beginn des Versuchs ausreichende Vitamin D Spiegel besaßen.

Welche Dosierungen waren nötig, um die Konzentration von Vitamin D3 im Blut auf über 40 ng/ml anzuheben?

  • Normalgewichtige (BMI < 25): 6000 IE pro Tag
  • Übergewichtige: 7000 IE pro Tag
  • Adipöse (BMI > 30): 8000 IE pro Tag

Übrigens wurden in dieser Studie trotz der hohen Dosierung keine Nebenwirkungen gesehen, die sich zum Beispiel in einem erhöhten Calciumspiegel im Blut (Hypercalcämie), Müdigkeit, Appettitlosigkeit, Bauchschmerzen, häufigem Wasserlassen oder starkem Durst bemerkbar machen würden.

Ein Vitamin D Mangel erhöht das Risiko für Alzheimer

Laut neuester Untersuchungen haben Personen mit einem Vitamin D Spiegel unter 10 ng/ml ein 122 Prozent höheres Risiko für eine Alzheimer Demenz (3). Andere Erkrankungen, die auch mit einem Vitaminmangel zusammenhängen, sind unter anderem:

  • Morbus Parkinson (Schüttellähmung)
  • Multiple Sclerose
  • Krebs
  • Depression
  • Atemwegsinfekte.

Außerdem zeigte eine Studie auf, dass Menschen mit Spiegeln unter 20 ng/ml ein erhöhtes Risiko für Muskelverletzungen aufweisen – inklusive Hernien (Brüchen) und Überlastungen (4).

Auf der anderen Seite kann ein optimaler Vitamin D Spiegel einen protektiven Effekt vor vielen Erkrankungen haben.

So ist zum Beispiel ein Spiegel von über 40 ng/ml verglichen mit einem Spiegel von über 20 ng/ml mit einem 67 Prozent geringeren Krebsrisiko vergesellschaftet. Der empfohlene Spiegel ist also mehr als ungenügend, wenn es um diese doch sehr ernst zu nehmende Erkrankung geht.

Andere Studien zeigen auf, dass das Risiko für Darm- und Prostatakrebs um 30 bis 50 Prozent reduziert wird, wenn der Vitamin D Status verbessert wird.

Vitamin D statt Grippeimpfung

Ich habe schon in einem anderen Post darüber geschrieben, dass Vitamin D die Grippeimpfung allemal schlägt. Dies ist auf seine über 200 antimikrobiellen Peptide zurückzuführen. Für das Immunsystem ist es einfach eine unverzichtbare Stütze.

Im Februar wurde eine Studie der Queen Mary Universität, London im British Medical Journal veröffentlicht, die wieder einmal belegt, dass die Einnahme von Vitamin D3 gegen akute Atemwegsinfekte schützt (5).

Lassen Sie Ihren Vitamin D Spiegel bestimmen

Es ist eine ganz normale Blutentnahme, die Ihnen sagt, ob Sie zu der Hälfte der Deutschen gehören, die an einem Vitaminmangel leiden. Es ist inzwischen tatsächlich jeder zweite betroffen.

Sollte ein Mangel vorliegen, wird es für Sie extrem wichtig, diesen auszugleichen. Und auch wenn Sie sich im Normbereich befinden, aber vielleicht nicht im optimalen Bereich, haben Sie mehrere Möglichkeiten.

So kommt Ihr Vitamin D Spiegel wieder auf die Beine

  • Sonnenlicht. Die absolute Nr. 1. Es braucht gar nicht viel, und natürlich sollten Sie einen Sonnenbrand unbedingt vermeiden. Ca. dreimal die Woche 15 – 20 Minuten in der Mittagszeit reichen schon aus. Im Winter werden Sie aber in den meisten Gegenden in Deutschland nicht um ein Nahrungsergänzungsmittel herumkommen.
  • Vitamin D3 Supplements. Ich nehme am liebsten Tropfen, weil sich in ihnen normalerweise keine unerwünschten Zusatzstoffe verstecken. Bitte immer daran denken, dass ab einer Dosierung von 2000 IE auch immer Vitamin K2 mit eingenommen werden muss, damit das vermehrt aufgenommene Calcium sich nicht in den Arterien ablagert, sondern in den Knochen, wo es hingehört.
  • Nahrungsmittel mit hohem Vitamin D Gehalt. Natürlich kann man Vitamin D auch einfach essen. Die besten Quellen sind Eier von freilaufenden Hühnern, Fisch aus Wildfang, Leber, Pilze und Avocados. Wenn Sie die Sonne vermeiden, werden Sie es aber nicht schaffen, Ihren Vitaminbedarf nur durch diese Lebensmittel zu decken.

Wie die Studie aufzeigt, ist die richtige Dosierung vom Körpergewicht abhängig, aber auch von Lebensstilfaktoren, Ihrer Krankengeschichte und sogar Ihrer genetischen Veranlagung. Sie sollten mit einem Arzt, der sich mit dem Thema auskennt, die für Sie richtige Vorgehensweise erarbeiten.

Fazit

Wie uns neue Studien zeigen ist Vitamin D3 nicht einfach nur irgendein Vitamin, sondern spielt im Körper eine immens wichtige Rolle. Aus diesem Grund sollten Sie auf eine Ausreichende Zufuhr dieses Vitamins achten. Wenn Sie sich wirklich fit fühlen wollen, kommen Sie um eine Einstellung in den optimalen Bereich nicht herum.

 

 

(1) http://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-d/

(2) Evaluation of vitamin D3 intakes up to 15,000 international units/day and serum 25-hydroxyvitamin D concentrations up to 300 nmol/L on calcium metabolism in a community setting. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28458767

(3) https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/59657/Studie-sieht-Vitamin-D-Mangel-als-Demenzrisiko

(4) More than half of college football athletes have inadequate levels of vitamin D. https://www.sciencedaily.com/releases/2017/03/170317102355.htm

(5) Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory tract infections: systematic review and meta-analysis of individual participant data.  http://www.bmj.com/content/356/bmj.i6583

American Heart Association (AHA) warnt – Kokosöl ist ungesund

Kokosöl, Kokosnuss… Und sie haben es wieder getan. Man kommt sich fast vor wie in den 70ger Jahren als gesättigte Fettsäuren plötzlich verteufelt wurden, weil sie angeblich Herz-Kreislauferkrankungen verursachen. Kokosöl wurde damals absolut verteufelt- zusammen mit Butter und anderen tierischen Fetten. Jetzt hat die AHA ein Statement herausgebracht, dass sich in diese Behauptung nahtlos einpasst, obwohl die Wissenschaft ein ganz anderes Bild malt.

In USA Today fand sich am 16. Juni die Überschrift: Kokosöl ist nicht gesund. Es war niemals gesund (1).

Hier läuft doch irgendetwas total verkehrt. Wenn wir uns Völker ansehen, die viel Kokosöl konsumieren, so stellen wir immer wieder fest, dass sie keine Zeichen für Herzerkrankungen aufweisen. Nehmen wir zum Beispiel die Tokelau aus dem Südpazifik, die 50 Prozent ihrer täglichen Kalorien durch den Verzehr von Kokosnüssen erhalten (2).  Diese Population wurde erst fett und herzkrank als sie Weizen, Zucker und Pflanzenöle in ihre Ernährung einführten.

Auch die Kitaver, die gerne als Beispiel für Gesundheit und langes Leben herangezogen werden, essen viel Kokosöl und viele stärkehaltige Gemüse und leben sehr gut damit (3).

Tja, eigentlich ist damit schon alles gesagt, oder? Keine Herzerkrankungen bei Personen, die 50 % ihrer Kalorien durch Kokosöl abdecken? Dafür ein riesiges Ausmaß an Herzerkrankungen bei Menschen, die nicht 50 % ihrer Kalorien durch Kokosöl erhalten…Da hat die AHA doch irgendetwas falsch verstanden.

Na, gucken wir uns mal an, was da gerade wieder abläuft.

Der Kampf gegen gesättigte Fette

Letzten Endes läuft es darauf hinaus, dass die AHA wieder einmal eine Salve gegen den Konsum von gesättigten Fetten feuert. Seit Ancel Keys haben sich ja alle auf gesättigte Fette und Cholesterin eingeschossen. In ihrer Untersuchung stürzen sie sich nur auf den Fakt, dass Kokosöl das LDL Cholesterin („schlechtes“ Cholesterin) erhöht und ignorieren alles, was es sonst noch tut. Im Gegenteil, sie behaupten sogar, dass Kokosöl keine „ausgleichenden günstigen Eigenschaften“ habe.

Wie bitte?

Okay, LDL hat irgendwie etwas mit Herzerkrankungen zu tun, aber das machen wir bitte nicht an einem Wert fest.

Beim LDL kommt es durchaus auf die Größe an. Wirklich gefährlich ist oxidiertes LDL, während große, fluffige LDL Partikel eher eine schützende Wirkung haben. Geht die AHA auf diesen Unterschied ein. Natürlich nicht!

Es wäre so schön, wenn sie mal von ihrem Kurs abweichen würden. Natürlich ist es peinlich, nach all diesen Jahren zugeben zu müssen, dass man mit seinen Empfehlungen völlig falsch lag (und damit womöglich den Tod von Millionen Menschen verursacht hat), aber ich denke irgendwann wird einfach der Tag kommen, wo sie aus dieser Sache nicht mehr anders rauskommen. Aber bis dahin hängt ihre Existenz davon ab, dass sie die „ausgleichenden günstigen Eigenschaften“ nicht sehen.

Man würde denken, dass die Tatsache, dass Stoffwechselprodukte der PUFAs (mehrfach ungesättigte Fettsäuren aus Pflanzenölen) tatsächlich als Biomarker für die nichtalkoholische Fettleberentzündung (also eine Entzündung, die bei der nichtalkoholischen Fettleber auftritt) genutzt werden, bei ihnen den ein oder anderen Gedanken auslösen sollte. Aber vielleicht haben sie diese Studien ja auch gar nicht gesehen…

Positive Effekte von Kokosöl

Sehen wir uns diese fehlenden „ausgleichenden günstigen Eigenschaften“ doch einmal genauer an.

  • Anhebung von HDL (gutes Cholesterin). Dieser Effekt tritt bei allen Menschen auf, die Kokosöl konsumieren (4). Höhere Konzentrationen an HDL werden allgemein als protektiv gegen Herzerkrankungen angesehen. Es gibt zwei Quotienten, die das Risiko für einen Herzinfarkt anzeigen, Gesamtcholesterin/HDL und LDL/HDL. Je kleiner der Wert für den Gesamtcholesterin/HDL Quotienten, desto geringer das Infarktrisiko. Dieser Quotient schlägt den LDL/HDL Quotienten in seinem Voraussagewert (5).
  • Verbesserter cardiometabolischer Status bei Patienten mit Herzerkrankungen. Huch, genau diese Leute sollten laut AHA um Himmels Willen ja kein Kokosöl essen. Aber bei ihnen führte der Konsum des Öls zu einer Abnahme des Taillenumfangs und einer Zunahme des HDL.
  • Weitere Studien zeigen ebenfalls auf, dass Kokosöl zu einer Abnahme des Taillenumfangs und Körpergewichts führte – sowohl bei Männern (6) als auch bei Frauen (7).

Was man sonst noch so mit Kokosöl machen kann

Immerhin wird in diesem USA Today Artikel ein Arzt zitiert, der sagt

„Sie können es auf Ihren Körper tun, aber tun Sie es nicht in Ihren Körper hinein.“

Sie haben also den Segen der AHA Kokosöl als Lotion, Deodorant, Seife oder Shampoo zu benutzen. Ich darf Ihnen versichern, davon mache ich ausgiebig Gebrauch.

Und auch bei diesen Anwendungen zeigen sich die positiven Eigenschaften von Kokosöl.

  • Als Haarpflegemittel kann das Kokosöl durch seine mittelkettigen Triglyceride leichter zu den Haarproteinen durchdringen. Diese schützen sie vor Schäden durch Sonneneinstrahlung und führen zu geringerem Haarausfall als bei Verwendung von Pflegemitteln auf Basis von Mineralöl oder Sonnenblumenöl (8).
  • Hautpflege. Bei schuppiger Haut sowie bei Patienten mit entzündlichen Veränderungen der Haut wirkt Kokosöl deutlich besser als Mineralöl Produkte (9).
  • Auch zum Ölziehen können Sie Kokosöl verwenden. Dadurch werden Karies-verursachende Bakterien reduziert ebenso wie Bakterien, die in den atherosklerotischen Plaques von Patienten mit Herzinfarkt gefunden werden (10). Aber bitte nicht runterschlucken.
  • Die im Kokosöl enthaltene Laurinsäure wirkt antimikrobiell (11). Diesen Effekt kann ich nur bestätigen. Ich habe meinen Fuß, der nach einer Operation infiziert war, ganz ohne Antibiotikum – einfach nur mit Kokosöl geheilt.

Nachteile

Um fair zu sein, muss man auch anmerken, dass Kokosöl einige Nachteile hat.

Wenn Sie den Geschmack von Kokosnuss nicht mögen, sollten Sie auf keinen Fall Ihre Spiegeleier in diesem Fett braten (Fleisch und Fisch nehmen den Geschmack nicht an).

Man muss sich auch klar darüber sein, dass Kokosöl nicht dasselbe ist wie eine ganze Kokosnuss. Die Bevölkerungen, die infolge des Konsums von Kokosfett so gesund sind, essen natürlich nicht esslöffelweise raffiniertes oder sogar Virgin Kokosöl, sondern essen im Allgemeinen die gesamte Kokosnuss – Fleisch, Saft, Ballaststoffe und alles. Deshalb ist Kokosbutter (oder Kokosmus) vielleicht sogar eine bessere Alternative, denn sie beinhaltet tatsächlich nicht nur das Fett sondern auch das Fleisch und die Ballaststoffe.

Und ja, es erhöht das LDL. Aber ob das tatsächlich schlecht ist, können Sie nur herausfinden, wenn Sie die Partikelgröße bestimmen lassen. Ich persönlich mache mir darüber keine Sorgen, denn es erhöht auch das HDL, und wenn ich mir meine Fettwerte ansehe, dann kann ich trotz (oder gerade wegen) des Konsums gesättigter Fettsäuren sehr zufrieden sein.

Aber Vorsicht, fangen Sie jetzt nicht an Kokosöl oder -butter gleich löffelweise zu essen. Wenn Sie Ihre Ernährung drastisch umstellen, ist es immer eine gute Idee, sich mittels einiger Labortests anzusehen wie Ihr Körper darauf reagiert.

Ist die AHA wirklich objektiv?

Was die AHA angeht möchte ich nur noch anmerken, dass wir eine gewisse Voreingenommenheit vielleicht nicht ganz von der Hand weisen können. Immerhin haben sie im März von der Sojabohnen-Industrie eine Spende von USD 500.000,- bekommen (und schon drei Monate später bekommt Kokosöl einen Schuss vor den Bug geknallt) (12).  Und ich wette, Sie sind jetzt auch nicht wirklich überrascht darüber, dass die AHA Sojaöl (das in den USA aus genetisch modifizierten Sojabohnen hergestellt wird) als sehr gesundes Fett einstuft (13).

Ich denke, dazu gibt es dann nichts mehr zu sagen.

 

(1) https://www.usatoday.com/story/news/nation-now/2017/06/16/coconut-oil-isnt-healthy-its-never-been-healthy/402719001/

(2) http://wholehealthsource.blogspot.de/2009/01/tokelau-island-migrant-study-final-word.html

(3) Apparent absence of stroke and ischaemic heart disease in a traditional Melanesian island: a clinical study in Kitava. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8450295

(4) A COCONUT EXTRA VIRGIN OIL-RICH DIET INCREASES HDL CHOLESTEROL AND DECREASES WAIST CIRCUMFERENCE AND BODY MASS IN CORONARY ARTERY DISEASE PATIENTS.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26545671

(5) Total Cholesterol/HDL Cholesterol Ratio vs LDL Cholesterol/HDL Cholesterol Ratio as Indices of Ischemic Heart Disease Risk in Men. http://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/fullarticle/752318

(6) An open-label pilot study to assess the efficacy and safety of virgin coconut oil in reducing visceral adiposity. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22164340

(7) Effects of dietary coconut oil on the biochemical and anthropometric profiles of women presenting abdominal obesity. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19437058

(8) Effect of mineral oil, sunflower oil, and coconut oil on prevention of hair damage.   https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12715094

(9) The effect of topical virgin coconut oil on SCORAD index, transepidermal water loss, and skin capacitance in mild to moderate pediatric atopic dermatitis https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24320105

(10) Oral inflammation and infection, and chronic medical diseases: implications for the elderly. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27501498

(11) Novel antibacterial activity of monolaurin compared with conventional antibiotics against organisms from skin infections: an in vitro study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17966176

(12) https://www.cropscience.bayer.us/news/press-releases/2017/03022017-bayer-and-libertylink-soybeans-help-protect-hearts-in-americas-heartland

(13) https://www.usatoday.com/story/news/nation-now/2017/06/20/coconut-oil-out-these-oils-you-should-using-experts-say/412393001/

Kartoffelchips – die extra Portion Karzinogene

KartoffelchipsSicher haben Sie schon gehört, dass frittierte Kartoffeln irgendwie mit Krebs zusammenhängen und natürlich auch, dass Kartoffelchips generell als Junk Food angesehen werden. Wenn aber die Chipshersteller Schlagworte wie „bio“ benutzen, werfen die meisten Leute den gesunden Menschenverstand über Bord. Tatsächlich wird von den Herstellern sogar propagiert, dass bestimmte Kartoffelchips (so wie Kettle Chips oder „gebackene“ Chips) gesunde Alternativen zu herkömmlichen Chips darstellen.

Kettle Chips – wirklich gesund?

Kettle Chips sind nichts anderes als ganz gewöhnliche Kartoffelchips, die in einem Kessel frittiert wurden. Genau so wurden Kartoffelchips vor Jahrzehnten – in den guten alten Tagen – hergestellt.

Bei diesem Prozess werden die Kartoffelchips in einzelnen Chargen frittiert im Gegensatz zum konventionellen Herstellungsprozess. Die einzelnen Chargen sollen aus kleineren Mengen Chips bestehen.

Der einzige Grund, warum Kettle Chips als gesünder angesehen werden könnten, besteht darin, dass das Öl zwischen den einzelnen Chargen etwas abkühlt, sodass die Kartoffeln bei niedrigeren Temperaturen frittiert werden. Dies soll die Konzentration von Acrylamiden verringern.

Technisch gesehen, können Sie Kettle Chips ganz einfach zuhause machen, indem Sie dünn geschnittene Kartoffeln in einem Topf frittieren. Die Frage ist aber – sind die tatsächlich gesund. Und die Antwort ist – Sie haben es schon geahnt – nein.

4 verschiedene Karzinogene in Kartoffelchips

Bei der Herstellung von Kartoffelchips werden verschiedene krebserregende Substanzen gebildet. Diese sind im Einzelnen:

Acrylamide

Diese Substanz entsteht, wenn stärkehaltige Gemüse – vor allem Kartoffeln – gebacken, frittiert oder bei hohen Temperaturen gebraten werden. Hierzu kommt es, weil die Kohlenhydrate aus dem Gemüse sich mit der Aminosäure Asparagin (u. a. aus Kartoffeln und Getreide) verbinden. Ein verräterisches Zeichen für das Vorhandensein von Acrylamid ist seine typische gelb-braune Farbe. Diese Substanz ist nachweislich krebserregend und schädigt auch das Nervensystem. 2014 hat die EFSA (European Food Safety Authority = Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) Acrylamid in Lebensmitteln gewarnt (1).

PAH: Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe

Diese werden in die Luft abgegeben, wenn beim Frittieren Rauch entsteht. Sie werden dann vom Nahrungsmittel – in diesem Fall Kartoffeln – aufgenommen, und Sie essen sie gleich mit. Auch wenn Sie Fleisch, Gemüse oder Käse auf dem Grill oder in einem Räucherofen räuchern, sind die fertigen Produkte hinterher mit PAHs absolut gesättigt.

Auch durch das Einatmen von Rauch, der beim Grillen oder Braten entsteht, gelangen diese Substanzen in Ihren Körper. Allerdings sind die Konzentrationen der PAHs in den Fabriken, in denen die Produktion kontinuierlich abläuft, natürlich sehr viel höher als bei Ihnen zuhause. Aus diesem Grund haben die Chips schon eine ordentliche Dosis PAHs abbekommen, bevor sie verpackt werden. Die krebserregende Wirkung der PAHs steht ohne Zweifel fest (2).

Heterocyklische Amine (HCA)

Diese Stoffe entstehen, wenn Nahrungsmittel zu hoch erhitzt werden und dabei verkohlen. Dieser Vorgang ist uns allen vor allem beim Grillen von Fleisch bekannt. Er kann aber eben auch bei Kartoffelchips auftreten. In Studien wurde nachgewiesen, dass der Verzehr von verkohlten Lebensmitteln das Krebsrisiko – vor allem für Darmkrebs – erhöht (3).

Advanced Glycation End Products (AGEs)

Als Glykation wird die Reaktion von Proteinen, Lipiden oder Nukleinsäuren mit Kohlenhydraten ohne Beteiligung von Enzymen bezeichnet. Kohlenhydrate verbinden sich mit Proteinen und formen so diese Endprodukte, die sich dann in den Geweben ansammeln. Das Ergebnis hoher Konzentrationen dieser AGEs ist eine chronische niedrigschwellige Entzündung, oxidativer Stress und Nierenschäden (4).

Die wissenschaftliche Literatur zeigt auf, dass fast jede chronische Krankheit ihre Wurzeln in diesen AGEs hat. Sie tragen zu einem erhöhten Krebsrisiko bei, weil chronische Entzündungen und im Blutstrom zirkulierende freie Radikale die Bildung von Krebszellen auslösen können.

Wenn die Nieren diese Giftstoffe nicht ausscheiden können, wird der Körper von ihnen überflutet, was das Immunsystem weiter belastet. Und es ist natürlich ganz klar, dass ein Krebs sich umso einfacher ausbreiten kann, je mehr Schutzschilde des Körpers geschwächt werden.

Aber „gebackene“ Kartoffelchips sind doch sicherlich gesünder?

Es ist absolut gegen jede Intuition, aber dünn geschnittene Kartoffeln, die in Öl gebadet und dann gebacken werden, enthalten bis zu dreimal mehr Acrylamide wie die Daten der FDA aufzeigen (5). Der Grund dafür ist, dass sich beim Backen auf der Oberfläche der Chips die gelb-braunen Acrylamide bilden können. Und da Kartoffelchips ja sehr dünn sind, enthalten sie eine hohe Konzentration dieser Stoffe.

 

In Öl frittierte Chips sind schneller fertig und damit nur für kurze Zeit der Hitze ausgesetzt. Die Zubereitung im Ofen dauert deutlich länger, sodass mehr Acrylamid gleichzeitig gebildet werden kann. Dieses Problem können Sie nur umgehen, wenn Sie beim Backen keine Temperaturen über 120° C verwenden. Ab dieser Temperatur beginnt die Bildung von Acrylamid und steigt bei Temperaturen von 170 – 180° C sprunghaft an.

Weitere krebserregende Zutaten

Wir können also festhalten, dass allein der Herstellungsprozess von Kartoffelchips schon Karzinogene produziert. Das ist aber noch lange nicht alles, denn diese Chips enthalten zudem auch noch karzinogene Zutaten.

Hier einmal die Zutaten von Kettle Chips einer bekannten Marke:

Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie auf diese Inhaltsstoffe richten:

  • Sonnenblumenöl
  • Maltodextrin
  • Hefeextrakt
  • Zucker.

Wieso sollten die gefährlich sein, fragen Sie sich. Die kommen doch in fast allen industriell gefertigten Lebensmitteln vor. Richtig! Warum glauben Sie, steigen bei uns die Krebsraten ständig an.

Sonnenblumenöl klingt ja zunächst mal nicht unbedingt schädlich. Sie müssen sich aber klar darüber sein, dass das Sonnenblumenöl in den Kartoffelchips kein kaltgepresstes Öl ist, sondern ein Öl, das einen sehr aufwändigen Herstellungsprozess durchlaufen hat, der es zu einem der Öle macht, die man besser nicht essen sollte. Es ist ein hydrogeniertes Fett – was nur eine chemische Umschreibung für ein Transfett ist. Transfette wiederum sind die Ursache für Adipositas, Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes, Herzerkrankungen, Hormonimbalancen, Alzheimer Demenz, Anhäufung von Toxinen und letztendlich Krebs. Also wirklich unappetitlich.

Maltodextrin ist ein gefährlicher Süßstoff mit einem glykämischen Index, der doppelt so hoch ist wie der von Zucker. Der glykämische Index gibt an, wie schnell der Blutzucker sich erhöht, wenn man bestimmte Nahrungsmittel isst. Wenn Sie Nahrungsmittel essen, die diese Zutat haben, dann muss Ihre Bauchspeicheldrüse eine große Menge Insulin ausschütten, um den Blutzucker wieder zu normalisieren. Damit haben Sie dann ein großes Problem, denn hohe Insulinspiegel führen dazu, dass Krebszellen durch die damit vergesellschafteten Hormonimbalancen extrem schnell wachsen können. Und das kann dann zu Brust-, Eierstock- und Prostatakrebs führen (6).

Hefeextrakt ist nur ein anderer Name für Natriumglutamat, hört sich aber wesentlich ungefährlicher an, und außerdem kann man dann immer noch behaupten, dass die Chips keine Geschmacksverstärker enthalten. Studien weisen einen Zusammenhang zwischen dem Glutamatspiegel und der Aggressivität von Prostatakarzinomen nach (7).

Zucker. Ich glaube, dazu muss ich gar nichts mehr sagen. So ziemlich die schlimmsten „leeren“ Kalorien, die sie konsumieren können. Krebs, Herzerkrankungen, Schlaganfall, Demenz, Adipositas und so weiter und so weiter.

Wenn Sie eine wirklich gesündere Chipsalternative haben wollen, dann versuchen Sie es doch einfach mal mit Grünkohlchips. Ein Tipp: Machen Sie sie selber, denn die Grünkohlchips aus dem Supermarkt enthalten in der Regel Sonnenblumenöl und damit Transfette.

 

(1) Gutachtenentwurf der EFSA: Acrylamid in Lebensmitteln gibt Anlass zur Sorge für öffentliche Gesundheit. http://www.efsa.europa.eu/de/press/news/140701

(2) https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/376/publikationen/polyzyklische_aromatische_kohlenwasserstoffe.pdf

(3) Krebsrisiko aus Grill und Pfanne. http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2009/dkfz_pm_09_21.php

(4) Pathogenetische Rolle der Advanced Glycation End Products http://www.news.uni-duesseldorf.de/fid/fid_resources/fid_media/doc_000000/dsh_artikel/DSH201103_FID.pdf

 

(5) Survey Data on Acrylamide in Food: Individual Food Products. https://www.fda.gov/food/foodborneillnesscontaminants/chemicalcontaminants/ucm053549.htm

(6) http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/krebsrisiko-diabetiker-sind-nicht-nur-zuckerkrank-1488870.html

(7) http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/prostatakrebs/article/829252/prostata-krebs-glutamat-tumormotor.html

9 „gesunde“ Lebensmittel, die absolut ungesund sind

Gesunde Lebensmittel, OrangensaftDie meisten Leute, die ich treffe, sind überzeugt davon, dass sie sich gesund ernähren. Zucker isst sowieso niemand (komisch, dass so viele Leute zu dick sind) und auch sonst so – eigentlich ist alles, was sie essen, sehr gesund. Fragt man dann ein bisschen weiter nach, stellt sich sehr schnell heraus, dass die „gesunden“ Nahrungsmittel, die die Leute essen, für die Gesundheit tatsächlich schädlich sind.

Und ich mache ihnen da auch gar keine Vorwürfe. Durch die Medien und die Werbung mit Schlagworten wie „Bio“, „Natürlich“ und „Ohne Zuckerzusatz“ kann man sehr schnell verwirrt sein. Und nur damit Sie es wissen, keiner dieser Begriffe bedeutet, dass diese Produkte tatsächlich gesund sind.

„Gesunde“ Lebensmittel, die alles andere als gesund sind

1. Sojaprotein

Was auch immer Sie gehört haben, Soja – jedenfalls unfermentierte Sojabohnen – sind nicht gesund! Der Verzehr von Sojamilch, Edamame oder Sojaprotein (z. B. auch in Almased) unterscheidet sich gravierend von Miso, Natto, Tempeh oder Tamari (alles fermentierte Sojaprodukte).

Mit Pech enthält das von Ihnen gekaufte Sojaprodukt keine Sojabohnen aus EU-Mitgliedsstaaten. Dann kann es Ihnen passieren, dass Sie genmanipuliertes Soja bekommen, dass so modifiziert wurde, dass es Insekten „auf natürliche Weise“ abwehrt (LOL!).

Außerdem besitzen die meisten Leute nicht die Enzyme, die sie zur Verdauung von unfermentiertem Soja benötigen. Dies führt zu Blähungen, Flatulenz (Furzen) und weiteren gastrointestinalen Problemen.

Und schließlich hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass der längerfristige Gebrauch von Sojaprotein gefährlich ist, weil es mit folgenden Auswirkungen auf den Körper in Zusammenhang gebracht wird:

  • Schlechtere kognitive Funktion (1)
  • Verminderte Spermienanzahl (2)
  • Senkung des Testosteronspiegels (3)
  • Gynäkomastie (Brustwachstum bei Männern) (4)
  • Blasenkrebs (5)
  • Schilddrüsenunterfunktion (6)
  • Brustkrebs (7)
     2. Fruchtsaft:

Ich weiß, das ist für die meisten Menschen ein absoluter Schock. Wie, der Orangensaft zum Frühstück ist nicht gesund? Das kann doch gar nicht sein, schließlich sollen wir doch mehr Früchte essen. Richtig – die Betonung liegt aber auf essen.

Zunächst einmal sind viele der Fruchtsäfte, die man so im Laden findet pasteurisiert worden. Und das bedeutet ganz einfach, dass sie keine Nährstoffe mehr enthalten und eigentlich völlig nutzlos sind. Bei der Pasteurisierung werden die Säfte erhitzt, um Bakterien abzutöten. Dies verändert aber auch wichtige Vitamine. Das Endprodukt ist einfach nur Zuckerwasser mit Geschmack.

Wenn Sie unbedingt Saft trinken müssen, dann machen Sie ihn zuhause frisch, und trinken Sie ihn nur ab und zu. Wenn Sie ihn ständig konsumieren, kann er für hohe Blutzuckerspitzen (mit allen dazugehörigen Problemen) sorgen.

Sehen Sie es mal so 240 ml Orangensaft entspricht vier großen Orangen. Diesen Saft trinken Sie innerhalb von Sekunden aus. Und dann überlegen Sie mal, wie lange Sie brauchen, um vier Orangen zu essen. Hinzu kommt, wenn Sie die Orangen essen, essen Sie auch die in ihnen enthaltenen Ballaststoffe, durch die der Blutzuckeranstieg dramatisch reduziert wird. Und dann stellt sich natürlich noch die Frage: Würden Sie vier große Orangen auf einmal essen, oder wären Sie nicht vorher schon satt. Sehen Sie.

Hier einige Dinge, die Sie überlegen sollten, bevor Sie Fruchtsäfte zu Ihren Grundnahrungsmitteln machen:

  • Früchte essen im Gegensatz zu Früchte trinken erhöht Ihren Blutzuckerspiegel (BZ) langsamer.
  • Wenn Ihr BZ in die Höhe schießt, fällt er auch genauso schnell wieder. Dies kann zu Erschöpfungszuständen führen und Heißhungerattacken (selbstverständlich auf etwas Süßes) auslösen.
  • Unser Körper ist auf diese Zuckermengen nicht eingestellt, und über längere Zeit führen sie zu Insulinresistenz (Vorläufer vom Typ II Diabetes)  und Gewichtszunahme.
  • Die im Fruchtsaft enthaltene Fructose (Fruchtzucker) führt zur Fettleber.
3. Fisch aus Aquakultur

Diesen sollten Sie unbedingt vermeiden. Selbst Lachs, der eigentlich sehr gesund ist, wird schädlich, wenn er in Aquakultur großgezogen wurde. Und warum ist das so?

Wie auch andere Tiere aus Massentierhaltung werden Fische ebenfalls mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert. Die gemeinnützige Forschungsorganisation Environmental Working Group (EWG) erklärt dazu (8):

“ Sieben von zehn Lachsen aus Aquakultur, die in Supermärkten in Washington DC, San Francisco und Portland, Oregon gekauft wurden, waren mit polychlorierten Biphenylen (PCBs) in gesundheitlich bedenklichen Konzentrationen kontaminiert.“

Fische aus Aquakulturen:

  • Enthalten bis zu 40-mal mehr PCBs als andere Nahrungsmittel
  • Enthalten 16-mal wahrscheinlicher die Dioxin-ähnlichen PCBs als Fische aus Wildfang, 4-mal höher als Rindfleisch und 3,4-mal höher als andere Meerestiere.

Außerdem wurden folgende bekannten Nervengifte und Karzinogene (krebserregende Stoffe) in Fischen aus Aquakultur gefunden:

  • Dieldrin – ein verbotenes Pestizid.
  • Dioxine – Industrielle Nebenprodukte aus Müllentsorgungsanlagen.
  • Toxaphene – Seit 1982 verbotene Pestizide.

Wenn Sie jetzt sagen, dass das nicht besonders appetitlich klingt, haben Sie total Recht.

4. Margarine

Ist es nicht wahnsinnig, dass Margarine von vielen Leuten immer noch als gesundes Nahrungsmittel betrachtet wird? Viel gesünder als diese cholesterinhaltige Butter und ja rein pflanzlich. Aber was sollen Sie auch denken, wenn selbst die Mayo Klinik diesen Mythos verbreitet, und das in einem Beitrag, den man eigentlich nur in die Tonne treten möchte (9).

Wenn selbst das Time Magazine besser informiert ist als diese hochrangige Klinik, dann ist doch etwas ganz verquer gelaufen.

Ganz einfach gesagt: Margarine ist nicht gesund – Punkt. Der Grund sind gerade die in ihr enthaltenen mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die beim Erhitzen zu Transfetten mutieren. Und noch einmal, es gibt keinen Grund, vor Cholesterin in der Ernährung (und auch anderswo) Angst zu haben. Cholesterin führt nicht zum Herzinfarkt.

5. Pflanzenöle

Auch Pflanzenöle dürfen natürlich bei den sogenannten „gesunden“ Lebensmitteln nicht fehlen. Hier gelten die gleichen Bedenken, die ich schon bei der Margarine geäußert habe. Viele Pflanzenöle werden aus genetisch modifizierten Pflanzen (GMOs) hergestellt, so zum Beispiel Soja-, Raps-, Mais- und Baumwollsamenöl. In einigen Studien wurde gezeigt, dass GMOs als Kanzerogene wirken können (10). Das würde Monsanto natürlich bestreiten.

Außerdem können sowohl während des Herstellungsprozesses als auch später beim Erhitzen dieser Öle Transfette entstehen. Diese Transfette sind Ursache für eine ganze Reihe gesundheitlicher Probleme (11, 12):

  • Adipositas
  • Diabetes
  • Verdauungsstörungen
  • Hautreaktionen
  • Sehschwäche
  • Sterilität
  • Arteriosklerose
  • Geburtsdefekte
  • Niedriges Geburtsgewicht
  • Lernschwierigkeiten
  • Knochen- und Sehnenerkrankungen
  • Krebs
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Schwächung des Immunsystems
  • Erhöhte Cholesterinwerte
  • Leberprobleme
  • Sexuelle Dysfunktion
  • Minderwuchs.

Wow, gesund sieht jawohl anders aus. Wenn Sie gesunde Fette konsumieren möchten, so empfehle ich Ihnen Kokosöl, Butter, Ghee oder Olivenöl (das allerdings nicht zum Kochen und Braten).

6. Künstliche Süßstoffe

Eigentlich sollte man denken, dass die Bezeichnung „künstlich“ den Leuten schon den Appetit verdirbt – das ist aber leider nicht so. Ist auch ganz einfach zu verstehen, denn sowohl die Ärzteschaft als auch viele Ernährungsberater fahren total auf das Zeug ab. Null Kalorien – Null Problemo! Super für alle, die gerne süße Dinge essen, aber einen Diabetes haben oder mit ihrem Gewicht kämpfen. Die Realität sieht allerdings ganz anders aus.

Wer noch keinen Diabetes hat, hat durch den Gebrauch von künstlichen Süßstoffen gute Aussichten einen entwickeln. Hierzu kommt es, weil die Süßstoffe zu einem Ungleichgewicht in der Darmflora führen (13). Und da ein gesunder Darm der Schlüsselpunkt für eine gute Gesundheit ist, verwundert es auch nicht, dass künstliche Süßstoffe zu einer Vielzahl anderer Gesundheitsprobleme führen (14):

  • Gewichtszunahme
  • Krampfanfälle
  • Hirntumore
  • Bluthochdruck
  • Allergien
  • Brustkrebs
  • Lymphome, Leukämien
  • Kopfschmerzen
  • Blasenkrebs

Wer also immer noch glaubt, dass die Diät Cola gesünder ist als die normale Cola, der sollte nochmal ganz scharf nachdenken.

7. Konventionelle Milch

Milch ist nicht von Haus aus ungesund, sondern wird durch den Herstellungsprozess zu einem ungesunden Nahrungsmittel gemacht. Das fängt schon mit dem Futter der Milchkühe an. Diese erhalten zum Großteil GMO Soja und Mais, was bei den Tieren zu Krankheiten führt und damit ihre Milch nicht gerade gesund macht.

Der zweite ganz große Faktor ist die Pasteurisierung und Homogenisierung der Milch. Es wird uns ja immer wieder erzählt, dass Rohmilch ganz gefährlich ist, weil sie tödliche Bakterien enthalten kann, und dass wir froh sein sollten, dass es so etwas Tolles wie die Pasteurisierung gibt, die uns vor diesen lebensbedrohlichen Infektionen schützen kann. Tatsache ist, dass die Kühe früher unter sehr unhygienischen Bedingungen gemolken wurden und häufig an Euterentzündungen litten. Dieses Problem wurde durch die Pasteurisierung abgeschafft. Die Rohmilch einer artgerecht gehaltenen Kuh, die unter hygienischen Bedingungen gemolken wird, enthält keine tödlichen Keime.

Die Pasteurisierung führt allerdings dazu, dass der Nährstoffgehalt der Milch deutlich verändert wird. Viele der in Rohmilch enthaltenen Enzyme sind hitzeempfindlich und werden einfach abgetötet (unter anderem auch die für die Lactoseverdauung notwendige Lactase), was dazu führt, dass Milch bei vielen Menschen zu Verdauungsproblemen führt.

Durch die Homogenisierung werden die Fettpartikel der Milch in kleinere Einheiten zerschlagen. Auch dieses Verfahren dient eher dem Produzenten. War es früher ein Qualitätsmerkmal der Milch, dass sich oben die Sahne absetzte, so passiert das durch die Homogenisierung nicht mehr. Man kann die Sahne also einfach abschöpfen und anderweitig verwerten (und natürlich nochmal extra Geld damit verdienen). Ist das schlimm? Nur wenn es Sie stört, dass die homogenisierten Fettpartikel dazu neigen an der Entstehung einer Arteriosklerose mitzuwirken (15).

Milch ist gesund, wenn es sich dabei um Rohmilch von artgerecht gehaltenen Kühen handelt. Und sie schmeckt zudem soviel besser als der Gegenpart aus dem Supermarkt. Sehen Sie sich mal um. Womöglich finden Sie einen Bauern, bei dem Sie Rohmilch kaufen können. Ansonsten haben Sie noch die Alternative wenigstens Käse und Joghurt aus Rohmilch zu kaufen. Und übrigens – da Rohmilch Lactase enthält, wird sie auch häufig von Menschen mit Lactoseintoleranz vertragen.

9. Smoothies

Smoothies sind ja zur Zeit der absolute Renner. Und durch sie wird es wirklich einfach die empfohlene Menge Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Oder etwa nicht?

Leider ist das nicht der Fall. Kein Zweifel, der gute Wille ist da. Aber wenn sich der Grünkohl Smoothie dann als ein Getränk entpuppt, das gerade mal 4 Prozent Grünkohl, dafür aber 60 Prozent (sehr süßes) Apfelsaftkonzentrat enthält, dann schießt die Vermarktung als „gesund“ doch weit über das Ziel hinaus.

Lassen Sie die industriell gefertigten Smoothies lieber im Supermarktregal stehen, und machen Sie sich zuhause einen wirklich gesunden Smoothie ohne Fruchtsaftzusatz dafür lieber mit Kokosmilch.

Und die Moral von der Geschicht‘:

Glauben Sie nicht alles, was Sie lesen – schon gar nicht wenn es sich um Produkte handelt, auf deren Verpackung Schlagwörter wie „fettarm“, „natürliche Zutaten“ und „ohne Zuckerzusatz“ stehen. Die Chancen stehen gut, dass diese Produkte für Ihre Gesundheit kein Gewinn sind.

 

(1) Loughborough University research finds tofu linked to poorer memory. http://www.lboro.ac.uk/service/publicity/news-releases/2008/104_tofu.html

(2) Soy food and isoflavone intake in relation to semen quality parameters among men from an infertility clinic. https://academic.oup.com/humrep/article-lookup/doi/10.1093/humrep/den243

(3) The Effects of Soy and Whey Protein Supplementation on Acute Hormonal Responses to Resistance Exercise in Men. http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/07315724.2013.770648

(4) An unusual case of gynecomastia associated with soy product consumption.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18558591

(5) Dietary Soy and Increased Risk of Bladder Cancer. http://cebp.aacrjournals.org/content/11/12/1674

(6) https://www.cambridge.org/core/journals/public-health-nutrition/article/association-between-soya-consumption-and-serum-thyroidstimulating-hormone-concentrations-in-the-adventist-health-study2/6363E77480EA431223E8ECB472D75AA0

(7) https://academic.oup.com/jnci/article/106/9/dju189/907784/The-Effects-of-Soy-Supplementation-on-Gene

(8) http://www.ewg.org/research/pcbs-farmed-salmon

(9) http://www.mayoclinic.org/healthy-lifestyle/nutrition-and-healthy-eating/expert-answers/butter-vs-margarine/faq-20058152

(10) http://responsibletechnology.org/monsanto-hid-evidence-of-roundup-and-cancer/

(11) http://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/high-blood-cholesterol/in-depth/trans-fat/art-20046114

(12) http://www.webmd.com/diet/features/trans-fats-science-and-risks#1

(13) Artificial sweeteners induce glucose intolerance by altering the gut microbiota. http://www.nature.com/nature/journal/v514/n7521/full/nature13793.html

(14) Sugar substitutes: Health controversy over perceived benefits. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3198517

(15) https://www.westonaprice.org/health-topics/know-your-fats/milk-homogenization-heart-disease/

(16) http://www.huffingtonpost.com/dr-jonny-bowden/debunking-the-blue-agave_b_450144.html

Was Sie über Nahrungsmittelunverträglichkeiten wissen müssen

Nahrungsmittelunverträglichkeiten, FischEs sollte inzwischen jedem klar sein, dass nicht Jedermann die gleichen Nahrungsmittel verträgt. Einige Reaktionen passieren sofort, bei anderen dauert es etwas länger, bis sie sich entwickeln. Kennn Sie sich mit Nahrungsmittel-unverträglichkeiten aus? Wenn nicht – kein Problem. Ich erkläre Ihnen, was diese Unverträglich-keiten auszeichnet und welche Nahrungsmittel hier die Hauptverdächtigen sind.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien

„Des einen Brot, des anderen Tod“ wurde schon im 1. Jahrhundert vor Christus von Titus Lucretius Carus gesagt. Schon damals haben also wohl nicht alle Menschen das Gleiche gegessen.

Das Problem besteht eigentlich nicht in den Allergien. Diese treten sofort auf, und die meisten Menschen wissen, auf welche Nahrungsmittel sie allergisch reagieren. Häufig sind hier zum Beispiel Erdnuss- oder Fischeiweiß-Allergien. Es gibt aber auch Reaktionen, die nicht sofort sondern mit einer gewissen Latenz auftreten. Da wird es dann schon schwieriger herauszufinden, auf welches Nahrungsmittel Sie reagieren. Diese Art der Reaktion wird als Sensitivität, Unverträglichkeit oder eben auch als Allergie vom Spättyp bezeichnet.

Es ist immer wichtig, an Nahrungsmittelallergien zu denken, aber es ist auch wichtig zu wissen, dass nicht jede Unverträglichkeit eine Allergie ist. Die Laktoseintoleranz, das heißt die Schwierigkeit Milch und Milchprodukte zu verdauen ist hierfür ein Beispiel.

Eine Allergie kann definiert werden als chronische Kondition, die eine anormale Reaktion auf eigentlich harmlose Substanzen beinhaltet. Dabei kann es sich zum Beispiel um folgende Dinge handeln:

  • Hausstaub
  • Schimmel
  • Pollen
  • Nahrungsmittel

Im Gegensatz zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten werden Nahrungsmittelallergien von IgE-Antikörpern vermittelt. Das bedeutet, dass Ihr Körper bei Kontakt mit einem Allergen (einem allergie-auslösenden Stoff) große Mengen eines Antikörpers mit Namen Immunglobulin E produziert. Diese IgE-Antikörper „bekämpfen“ den „Feind“ – die Nahrungsmittelallergene – indem sie Histamin und andere Substanzen freisetzen, die die Symptome einer allergischen Reaktion hervorrufen. Diese Reaktion tritt (sehr) schnell auf (teilweise innerhalb von Sekunden) und kann bis zum anaphylaktischen Schock gehen, der zum Tode führen kann, wenn er nicht rechtzeitig behandelt wird.

Unverträglichkeiten hingegen werden von anderen Immunglobulinen und ihren Untergruppen verursacht. Es handelt sich dabei um IgA, IgD und IgG. Außerdem können sie durch eine Reaktion der Darmflora auf einzelne Nahrungspartikel und/oder durch neurologische Antworten auf Nahrungsproteine ausgelöst werden.

Problematisch ist, dass Unverträglichkeiten zunächst vielleicht keinen auffälligen Effekt haben. Trotzdem sind sie sehr schädlich. Viele Menschen, die eine Glutenunverträglichkeit haben, die sich aber nicht als Zöliakie manifestiert, haben womöglich keine Symptome. Oder jedenfalls keine, die sie mit Gluten in Verbindung bringen würden (wie zum Beispiel eine Migräne) – sie haben aber trotzdem ein höheres Risiko an Darmkrebs zu erkranken, wenn sie regelmäßig Weizenprodukte essen (1).

Verspätet einsetzende Überempfindlichkeiten verursachen – wie der Name schon sagt – erst nach Stunden oder Tagen Symptome, aber können dann eben zu so unspezifische Erscheinungen wie Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Hautprobleme und Verdauungsprobleme führen. Zu dem Zeitpunkt, an dem diese Symptome auftreten, ist es meist unmöglich eine Zuordnung zu einem bestimmten Nahrungsmittel zu treffen.

Meine Erfahrungen

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass der Verzicht auf Nahrungsmittel, auf die ich mit einer Unverträglichkeit reagiere, dazu geführt hat, dass ich eine Menge der daraus resultierenden Symptome nicht mehr habe. Hierzu gehören:

  • Migräne (und die war extrem heftig)
  • Schmerzen in den Sprunggelenken
  • Müdigkeit
  • Heißhungerattacken
  • Haarausfall.

Und ich kann Ihnen versichern, wäre ich nicht auf die Paleo Diät gestoßen, dann wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass diese Symptome auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten zurückzuführen waren. Schließlich traten sie ja nicht auf, wenn ich glutenhaltige Nahrungsmittel aß.

Und das ist genau die Antwort, die ich von den meisten Leuten bekomme. Ich habe keine Problem mit Gluten. Ich kann Brot essen und fühle mich wohl dabei. Warum sollte ich darauf wohl verzichten? Damit Sie herausfinden, ob Sie wirklich kein Problem haben – darum!

Und machen Sie sich nichts vor. Unverträglichkeit klingt zwar sehr viel netter als eine ausgewachsene Allergie, das bedeutet aber nicht, dass sie nicht große Probleme bereiten kann. Wenn Sie ein Verständnis dafür entwickeln, welche Nahrungsmittel Ihr Körper nicht so gut verträgt – ob Sie es nun wissen oder nicht – dann können Sie eine Strategie entwickeln wie Sie Ihren Körper unterstützen können, indem Sie diese Nahrungsmittel von Ihrem Speiseplan streichen.

Häufigkeit von Nahrungsmittelallergien

Circa 20 bis 45 Prozent der Bevölkerung vermuten, dass sie eine Nahrungsmittelallergie haben. Sicher diagnostizierte, echte Nahrungsmittelallergien treten im Erwachsenenalter jedoch nur in einer Häufigkeit von ungefähr zwei bis drei Prozent auf (2). Wir sprechen hier von richtigen Allergien, die ausgetestet wurden (mittels IgE). Nehmen wir aber doch mal nur zum Spaß an, dass die 20 – 45 Prozent vielleicht Recht haben und womöglich unter einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leiden (die nämlich nicht ausgetestet wird).

Bei Kindern sind Nahrungsmittelallergien häufiger. Je nach Alter sind ca. 4 – 8 Prozent der Kinder betroffen. Im Laufe des Reifungsprozesses von Darm, Verdauungs- und Immunsystem verlieren mehr als 20 bis 50 Prozent der Kinder im weiteren Leben die Nahrungsmittelallergie.

Tatsächlich nehmen Nahrungsmittelallergien seit Jahren zu. Das stelle ich auch in der Klinik immer wieder fest. Eine klare Ursache dafür gibt es nicht. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Mischung aus Umwelteinflüssen, Essgewohnheiten und Toxinen.

Teenager und junge Erwachsene haben das höchste Risiko für das Auftreten von anaphylaktischen Reaktionen. Auch Personen, die zusätzlich unter Asthma leiden, müssen mit ernsteren Reaktionen rechnen.

 

Die häufigsten Nahrungsmittelallergene

Tatsächlich sind es gerade mal acht Nahrungsmittel, die für den Großteil der Allergien verantwortlich sind, und zwar:
  • Milch
  • Eier
  • Erdnüsse
  • Baumnüsse
  • Soja
  • Weizen
  • Fisch
  • Schalentiere.

Selbst minimale Mengen dieser Nahrungsmittel können eine Reaktion hervorrufen, die im schlimmsten Fall tödlich enden kann.

 

Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Gewichtszunahme

Wenn Sie ständig Nahrungsmittel konsumieren, die Sie eigentlich nicht vertragen, so verursacht das in Ihrem Körper eine chronische Entzündung (von der Art, die Sie nicht merken). Durch diese chronische Entzündung steigt Ihr Cortisonspiegel an, eine Insulinresistenz entsteht oder wird verstärkt und Ihr Körper geht in den „Speicher“ (= Überlebens) Modus.

Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang folgende Studie: Zwei Probandengruppen aßen genau die gleiche Anzahl Kalorien. Eine Gruppe wurde auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten untersucht und ließ die hierbei festgestellte Nahrungsmittel weg. Die andere Gruppe aß, was immer sie wollte (ohne Testung). Und Überraschung (oder eben auch nicht): Die Gruppe, die auf unverträgliche Nahrungsmittel verzichtete, nahm mehr ab (3).

Für alle, die Diät über Diät probieren und nichts klappt. Ist das nicht ein großartiger Ansatz? Auf diese Weise können Sie abnehmen, ohne lästige Kalorien zu zählen (was sowieso keinen Sinn macht). Sie finden heraus, ob und welche Unverträglichkeiten Sie haben und lassen diese Nahrungsmittel einfach weg. Hurra, einfach, aber nicht leicht. Es ist es aber sicher wert zu überdenken, ob die Sojamilch oder das Vollkornbrot in Ihrem Körper womöglich einen Schaden anrichten, von dem Sie überhaupt nichts ahnen (weil Sie den Zusammenhang nicht sehen).

Nahrungsmittelunverträglichkeiten und die Schilddrüse

Sollten Sie an Autoimmunkrankheiten der Schilddrüse leiden wie Hashimoto Thyreoiditis (Schilddrüsenentzündung) oder Morbus Basedow (Schilddrüsenüberfunktion), dann sollte unbedingt nach Nahrungsmittel-unverträglichkeiten gesucht werden (4). Und auch hier ist Gluten mal wieder ein Hauptverdächtiger. Und es hilft auch nicht gerade, dass das Glutenmolekül dem Schilddrüsengewebe sehr ähnlich sieht. Sie wissen schon, wenn die Bodyguards viele Angreifer abwehren müssen, dann kann es zu Kollateralschäden an völlig Unbeteiligten kommen.

Leider wissen die meisten Patienten mit Hashimoto über diesen Zusammenhang überhaupt nichts (und ihre Ärzte wohl auch nicht). Das ist bedenklich, da Menschen mit einer Autoimmunerkrankung ein höheres Risiko haben, weitere Autoimmunerkrankungen zu entwickeln, wenn die Ursache nicht abgestellt wird.

Kurz zusammengefasst: Nahrungsmittelallergien können im Verdauungstrakt (Hauptsitz des Immunsystems!) eine entzündliche Reaktion auslösen. Hierbei werden Substanzen wie Histamin und Cytokine ausgeschüttet, die im Verdauungstrakt gebildet werden und dann durch den Körper kreisen. Das ist auch der Grund dafür, warum durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten so viele verschiedene Symptome hervorgerufen werden können.

 

Symptome, die auf eine Unverträglichkeit hinweisen können

Da gibt es eine Menge völlig unterschiedlicher Symptome (je nachdem, wo Ihr schwaches Glied sitzt), und sie können unterschiedlich schnell nach Aufnahme des Triggers auftreten. Häufige Symptome sind:

  • Gewichtszunahme
  • Bluthochdruck
  • Magenschmerzen
  • Blähungen, Flatulenz (Furzen)
  • Erbrechen
  • Sodbrennen
  • Durchfall
  • Kopfschmerzen (inklusive Migräne)
  • Reizbarkeit, Nervosität
  • Stimmungsschwankungen
  • Chronische Schmerzen (vor allem – aber nicht nur – Gelenke)
  • Verdauungsbeschwerden
  • Hautausschläge
  • Laufende Nase oder vermehrte Schleimbildung
  • Arthritis (Gelenkentzündung).

Ich komme mir zwar vor wie eine kaputte Schallplatte, aber noch einmal: Diese Reaktionen können mit einer zeitlichen Verzögerung auftreten, sodass Sie überhaupt nicht auf die Idee kommen, sie könnten etwas damit zu tun haben, was Sie vor Tagen gegessen haben. Wichtig ist es, bei diesen Symptomen einfach an die Möglichkeit einer Unverträglichkeitsreaktion zu denken.

 

Wer bekommt Nahrungsmittel-unverträglichkeiten?

Das ist genau das Problem: Jeder kann sie bekommen. Gehäuft treten sie bei folgenden Gruppen auf:

  • Menschen, die schon selber an Allergien leiden oder nahe Verwandte haben, die Allergien oder Autoimmunerkrankungen haben
  • Individuen, die unter entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden
  • Patienten, die über lange Zeit bestimmte Medikamente nehmen – vor allem Antibiotika und orale Kontrazeptiva (Pille). Diese können zu Schleimhautschäden im Darm führen

Wenn die Darmschleimhaut beschädigt ist, können Nahrungspartikel (Proteine) in den Blutstrom gelangen, die von einer intakten Schleimhaut zurückgehalten worden wärden. Das Immunsystem reagiert auf diese „Eindringlinge“ mit einer Abwehrreaktion. Es tut also genau seinen Job, weshalb es auch wenig Sinn macht, das Immunsystem durch Tabletten unschädlich zu machen (das ist so, als würden Sie Ihrem Bodyguard Handschellen anlegen – einfach idiotisch).

Da einige Nahrungsmittelproteine schwerer zu zerlegen sind als andere, gibt es für diese Proteine ein größeres Risiko als Allergen zu fungieren. Weizen (Gluten), Milch (Casein) und Eier (Albumin) sind Beispiele für Nahrungsmittel mit schwer zu zerlegenden Proteinen.

 

Wie häufig sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten?

Es ist davon auszugehen, dass ca. 50 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hat (5). Sie sind also um ein vielfaches häufiger als die „richtigen“ Nahrungsmittelallergien. Wenn Sie gerade in geselliger Runde sitzen, können Sie ja mal durchzählen. Erschreckend, oder?

 

Häufige Auslöser einer Nahrungsmittel-unverträglichkeit

Teilweise gibt es Überschneidungen mit Auslösern für Allergien. Achten Sie besonders auf folgende acht Nahrungsmittel:

  • Milch und Milchprodukte
  • Eier
  • Weizen
  • Mandeln
  • Mais
  • Soja
  • Erdnüsse
  • Zucker (UUPS!).

Sie sollten bei Unverträglichkeiten auch immer im Blick haben, welche Auswirkungen ein Lebensmittel auf Ihren Körper hat. Dies ist besonders im Hinblick auf Zucker wichtig (Neurologische Symptome wie Nervosität, ADS, ADHS).

Wie finden Sie heraus, ob Sie eine Nahrungsmittelunverträglichkeit haben?

Da gibt es zwei Möglichkeiten. Sie testen selbst oder Sie lassen testen:
Was Sie selbst testen können
1. Nahrungsmitteltagebuch
Sie notieren sich über eine gewisse Zeit täglich, was Sie gegessen haben und achten darauf, ob Sie irgendwelche Symptome bemerken. Dann gilt es, ein wenig Detektivarbeit zu leisten und herauszufinden, welches Nahrungsmittel der Auslöser sein könnte. Dieses Nahrungsmittel essen Sie dann natürlich nicht mehr.
2. Eliminationsdiät

Bei diesem Test verzichten Sie für mindestens 10 Tage auf die häufigsten Allergene. Nach dieser Zeit werden sie jeweils eins zur Zeit und über einen Zeitraum von drei Tagen pro Allergen wieder eingeführt. So können Sie feststellen, ob ein bestimmtes Nahrungsmittel eine Reaktion hervorruft. Sollten in weniger als drei Tagen Symptome auftreten, essen sie das bestimmte Nahrungsmittel natürlich nicht weiter.

Dieses Vorgehen ist ein bisschen schwierig, weil Sie in Ihrer Nahrungsauswahl etwas eingeschränkt sind (obwohl es sehr gute Tauschoptionen gibt, zum Beispiel Kokosmilch gegen Kuhmilch) und die Wiedereinführung je nach Menge suspekter Nahrungsmittel recht lange dauern kann. Außerdem kann es zu falsch positiven Ergebnissen kommen, weil Ihr Darmtrakt sich auf die eingeschränkte Auswahl einstellt und wieder eingeführte Nahrungsmittel vielleicht zunächst nicht so gut verdauen kann, obwohl er unter normalen Umständen kein Problem damit hätte.

Wenn Sie es ganz genau wissen wollen, kommen Sie also um einen Labortest wahrscheinlich nicht rum.

Labortests

1. EAV (Elektroakupunktur nach Voll). Die „EAV“ ist eine biophysikalische
Untersuchungsmethode der modernen kybernetischen und
ganzheitlichen Medizin. Sie wurde in den 50er Jahren durch
Dr. Reinhold Voll entwickelt und 1956 erstmals einem
breiten ärztlichen Publikum vorgestellt. Sie berücksichtigt
und integriert die Erkenntnisse der neuen wissenschaftlichen
Physik, die gegenwärtige „schulmedizinische“ Human- und Zahnmedizin, das Gedankengut der Homöopathie und die Erfahrungen der alten chinesische Heilkunde in der Akupunktur. Sie dient der Feststellung der eigentlichen Ursachen von akuten, vor allem aber chronischen Erkrankungen, wie auch der schwer zugänglichen, so genannten „vegetativen Syndrome“ (6).

2. Haut Pricktest. Werden von Ärzten immer wieder gerne durchgeführt – vor allem um in der Luft befindliche Allergene zu testen. Ein Nachteil besteht darin, dass der Verdauungstrakt andere Immunglobuline besitzt als die Haut, das heißt das Testergebnis kann nicht 1 : 1 übertragen werden. Der Pricktest zeigt sicherlich die schwerwiegendsten Unverträglichkeiten – wie eine Erdnussallergie – an. Da diese aber eh eine sehr bedrohliche Symptomatik hervorruft, brauchen Betroffene in den seltensten Fällen einen Test, der ihnen bestätigt, was sie ohnehin schon wissen.

3. Bluttests. In den meisten Fällen wird hierbei das IgE getestet. Das ist etwas schade, denn gerade die IgE vermittelte Immunantwort ist schwerwiegend und damit dem Patienten meist bekannt. Was Unverträglichkeiten angeht, so ist ein Bluttest auf andere Immunglobuline (IgA, IgD, IgG) und Cytokine deutlich hilfreicher, weil er versteckte Entzündungsreaktionen aufdecken kann. Je nach Labor kann es jedoch zu erheblichen Schwankungen in den Ergebnissen kommen.

Wenn Sie mich fragen, ich würde mit dem Nahrungsmitteltagebuch plus Symptomerfassung anfangen und mich von dort aus weiter vorarbeiten. Sie glauben gar nicht, wie erhellend es sein kann, diese Daten einfach mal aufzuschreiben. Was die Eliminationsdiät angeht, so macht sie eigentlich nur Sinn, wenn Sie tatsächlich die häufigsten Allergene auf einmal entfernen, denn sonst kann es Ihnen passieren, dass Sie Symptom und Ursache nicht genau zuordnen können.

Der größte Pluspunkt ist aber, dass Sie mal ein Gefühl für Ihren Körper bekommen.

 

(1) Risk of colorectal neoplasia in patients with celiac disease: a multicenter study.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23845233

(2) https://www.allum.de/krankheiten/nahrungsmittelallergie/ausloeser-symptome-und-haeufigkeit

(3) https://www.omicsgroup.org/journals/eliminating-immunologically-reactive-foods-from-the-diet-and-its-effect-on-body-composition-and-quality-of-life-in-overweight-persons-2165-7904.1000112.php?aid=3994

(4) Endocrine manifestations in celiac disease. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27784959

(5) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/314821/umfrage/geschaetzte-haeufigkeit-von-lebensmittelunvertraeglichkeit-in-deutschland/

(6) http://www.eav.de/index.php?id=42

Ist Bio Lachs seinen Preis wert?

„Bio-Lachs“ wird in Aquakulturen aufgezogen

Bio-LachsFür Menschen, die sich gesund ernähren wollen, hat die Bezeichnung „Bio-Lachs“ einen guten Klang. Lachs ist doch schließlich der Liebling von Ernährungsberatern und Ärzten – und dafür gibt es auch gute Gründe. Dieser Kaltwasser Fisch enthält große Mengen hochwertiges Protein, gesunde Fettsäuren und Vitamine. Na, und wenn er dann noch „Bio“ ist, dann geht’s eigentlich doch gar nicht mehr besser, oder?

Tja, und da liegt – Sie haben es schon vermutet – auch der Knackpunkt. Ein Lachs, der die Bezeichnung „Bio“ trägt, ist definitionsgemäß kein Lachs aus Wildfang. Den darf man nämlich nicht mit dem Bio-Siegel versehen. Stellen Sie sich das mal vor, so ein Fisch, der artgerecht lebt und nur frisst, was so ein Lachs eben frisst (und nicht einmal Getreide!). Ich meine, das geht doch nicht, das kann doch einfach nicht „Bio“ sein. Nun, unsere „Bio“-Wächter sehen das jedenfalls so.

Dummerweise ist aber der „Bio-Lachs“ nicht so gesund wie er klingt. Und ich erkläre Ihnen auch gleich, warum das so ist.

Gibt es einen Unterschied zwischen konventioneller und biologischer Aquakultur?

In der EU gibt es Standards, die bestimmen, unter welchen Umständen aus einem Lachs ein „Bio-Lachs“ wird. Und da ist – wie gesagt – eine ganz große Vorbedingung, dass der Fisch in einer Aquakultur aufgezogen werden muss.

Die Definition der Aquakultur finde ich besonders schön (1):

„Gezielte Aufzucht und Produktion von Wasserorganismen unter kontrollierten Bedingungen mit dem Ziel der Produktionssteigerung über das unter natürlichen Bedingungen mögliche Maß hinaus mit produktionsteigernden Eingriffen von der Eiablage über die Setzlinge bis zur Mast (Besatz, Sortierung, Schutz vor Fraßfeinden, Tiergesundheit).“

Es gibt außerdem Vorgaben zu den Haltungsbedingungen und zum Futter wie bei anderen „Bio“ Tieren auch. Das bedeutet, die Bio-Tiere haben etwas mehr Platz und dürfen zum Beispiel kein gentechnisch verändertes Futter bekommen, damit hören die Unterschiede aber auch schon auf.

Na ja, und durch diese Aktion kommt es dazu, dass „Bio-Lachs“ nicht so gesund ist wie Lachs aus Wildfang, und es kann sogar sein, dass er gegenüber dem Lachs aus konventioneller Aquakultur keine Vorteile mehr aufweist. Sie zahlen also einen hohen Preis für ein relativ ungesundes Produkt.

Was „biologische“ Aufzucht tatsächlich bedeutet

Der „Bio-Lachs“ wird in großen Netzkäfigen gehalten. Während Wildlachs eine sehr abwechslungsreiche Ernährung aus Insekten, kleinen Fischen, Tintenfischen und Garnelen hat, bekommen sowohl konventionell als auch biologisch aufgezogene Lachse ein kommerzielles „Lachsfutter“, das sehr getreide- und Sojaöl-lastig ist und außerdem noch Hefen enthält. Und ganz ehrlich, die Tatsache, dass „Bio-Lachse“ dann mit „Bio-Getreide“ gefüttert werden, ändert nichts daran, dass diese Ernährung für die Fische deutliche negative Effekte hat.

Lachse aus Aquakultur – weniger Nährstoffe, höhere Verschmutzung

Diese unnatürliche Ernährung führt bei beiden – konventionellen und „Bio-Lachsen“ – dazu, dass sie wesentlich ungesündere Fettsäureprofile haben als Wildlachse. Auch die Kulturlachse enthalten noch Omega-3 Fettsäuren (wenn auch deutlich weniger als Wildlachs), die Vorteile dieser Fette werden aber durch die mit ihnen auftretenden höheren Konzentrationen an Omega-6 Fettsäuren (sehr viel höher als bei Wildlachs) zunichte gemacht. Zur Erinnerung – Omega-6 Fettsäuren haben eine entzündliche Wirkung, Sie wollen also nicht zu viele davon in Ihrem Körper haben.

Noch bedenklicher ist allerdings, dass die Lachse aus Aquakultur (egal welcher Art) sehr viel höhere Konzentrationen von schädlichen Polychlorierten Biphenylen (PCBs) enthalten als Wildlachs.

Polychlorierte Biphenyle sind giftige und krebsauslösende organische Chlorverbindungen, die bis in die 1980er Jahre vor allem in Transformatoren, elektrischen Kondensatoren, in Hydraulikanlagen als Hydraulikflüssigkeit sowie als Weichmacher in Lacken, Dichtungsmassen, Isoliermitteln und Kunststoffen verwendet wurden. PCB zählen inzwischen zu den zwölf als dreckiges Dutzend bekannten organischen Giftstoffen, welche durch die Stockholmer Konvention vom 22. Mai 2001 weltweit verboten wurden. Nicht wirklich etwas, was man im Essen haben möchte.

Und dann kommt noch hinzu, dass die Lachse aus Aquakultur eine synthetische Variante des Stoffes Astaxanthin bekommen. Dieses antioxidative Carotenoid gibt dem Lachs seine leuchtend rote Farbe. In der natürlichen Diät wird Astaxanthin aus Krebstieren und Algen aufgenommen. Durch das synthetische Produkt, soll die Farbe der Lachse aus Aquakultur derjenigen von Lachsen aus Wildfang angeglichen werden, die eine natürliche, gesunde Ernährung haben. Schließlich könnte man sonst schon an der Fleischfarbe sehen, dass mit diesen Lachsen wohl etwas nicht in Ordnung ist.

Weitere Risiken, die Aquakulturen mit sich bringen

Eine Aquakultur (auch wenn es eine biologische ist) bringt es mit sich, dass eine große Menge Fische auf mehr oder weniger beschränktem Raum gehalten werden. Absinkendes Futter und Fäkalien verschmutzen den Meeresboden unter den Gehegen. Durch die Haltung vieler Tiere auf engem Raum können sich Krankheiten unter ihnen schnell verbreiten. Daher werden Antibiotika und Pestizide eingesetzt. Der Boden unter den Käfigen ist oft hoch belastet mit den Rückständen aus den Zuchten.

Die Gehege werden normalerweise in der Nähe von Migrationsrouten platziert. So kann es passieren, dass Wildlachse sich mit parasitischen Fischläusen und Viren anstecken können, die bei Fischen aus Aquakulturen häufig auftreten. Die gezüchteten Arten, die nach ihrer Resistenz ausgewählt werden, überleben diese Situation häufig durch den intensiven Einsatz von Antibiotika und Impfungen, aber im umliegenden natürlichen Lebensraum werden die freien lokalen Arten voll davon betroffen. Tatsächlich ist es durch Krankheiten, die durch Aquakulturen in Norwegen, Schottland und Irland verbreitet wurden, zu einer Dezimierung der atlantischen Wildlachs-Bestände gekommen.

Eine Sache sollte Ihnen klar geworden sein: „Bio-Lachs“, der häufig genauso viel kostet wie Wildlachs, ist nicht viel besser als konventionell erzeugter Lachs in Bezug auf die Gesundheit der Konsumenten und den Umweltschutz.

Achtung: Wildlachsbetrug!

Wildlachs ist ohne Zweifel optimal was Nährstoffe und Geschmack angeht. Sie sollten aber aufpassen, dass Sie nicht über den Tisch gezogen werden. Die Oceana Gruppe hat eine Untersuchung herausgebracht, die diesen Betrug aufdeckt (2). Die Forscher untersuchten 82 Proben von angeblichem „Wildlachs“ aus Restaurants und Supermärkten und stellten fest, dass 43 % dieser Proben falsch deklariert waren, da es sich bei ihnen häufig um Lachs aus Aquakulturen handelte.

69 % der falsch deklarierten Fische waren Lachse aus atlantischer Aquakultur, bei den übrigen wurden minderwertige Pazifik Lachse – wie Ketalachse – als Sockeye oder Königslachs ausgegeben.

Dieses Problem trat vor allem in Restaurants und bei kleineren Geschäften auf. Überraschenderweise war der Lachs in den großen Supermarktketten richtig ausgezeichnet. Wenn Sie dieses Risiko umgehen wollen, sollten Sie frischen Lachs von April – September kaufen – in diesem Zeitraum ist in Alaska Fangsaison.

Eine weiter Option besteht darin, einfach Alaska Wildlachs in der Dose zu kaufen. Da in Alaska Aquakulturen verboten sind, muss jeder Lachs, der von dort stammt, definitionsgemäß aus Wildfang stammen.

 

(1) http://www.bfr.bund.de/cm/343/lebensmittelsicherheit_bei_aquakulturen_eine_herausforderung_im_zeichen_der_globalisierung.pdf

(2) http://usa.oceana.org/publications/reports/oceana-reveals-mislabeling-americas-favorite-fish-salmon?_ga=2.125502346.1261806430.1495812887-1620288860.1495812852

Sodbrennen und Reflux – keine Symptome für zuviel Magensäure

Sodbrennen, Protonenpumpenblocker, PPIsMoment – wie? Das geht aber jetzt gegen jede Intuition. Wenn man Sodbrennen hat, stößt man doch Magensäure auf, also ist ganz klar zuviel davon da, oder?

Das ist jedenfalls die Denkweise die dahinter steckt, wenn gegen Sodbrennen sofort Säureblocker genommen werden. Am häufigsten greifen Patienten inzwischen zu Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI) (z. B. Omep und Pantoprazol), die es rezeptfrei in der Apotheke gibt, was eigentlich ein Unding ist, wenn man bedenkt, welche fatalen Nebenwirkungen diese Stoffe haben können. Sie führen durch Wirkung an den Belegzellen des Magens zu einer drastischen Säurereduktion.

Weniger häufig werden H2-Blocker angewendet. Vertreter dieser Wirkstoffgruppe sind z. B. Cimetidin und Ranitidin. Auch sie drosseln die Produktion von Säure – allerdings nicht so stark wie PPIs. Als dritte Gruppe kommen Antacida zur Anwendung, das sind aluminium- oder magnesiumhaltige Substanzen sowie Kombinationspräparate (z. B. Maaloxan). Ihre Wirkung beruht auf einer Neutralisierung der Magensäure, ohne jedoch die Säureproduktion zu beeinflussen

Als die PPIs auf den Markt kamen, wiesen die Pharmavertreter die Ärzte darauf hin, dass diese Medikamente eine so starke Wirkung haben, dass sie nur bei Patienten mit gesicherten Magen- oder Darmgeschwüren und für eine Höchstdauer von 6 Wochen verschrieben werden sollten.

Heute habe ich tagtäglich Patienten im OP, die diese Medikamente schon seit Jahren einnehmen. Und sie sind nie darauf hingewiesen worden (weder vom Arzt noch vom Apotheker), dass die Tabletten massiv in die Verwertung von Nährstoffen eingreifen und bei Langzeitanwendung ernsthafte Nebenwirkungen haben können.

Wie gesagt, erfolgt der Einsatz dieser Medikamente unter der Annahme, dass der Magen zuviel Säure produziert. Sie brauchen aber unbedingt eine gewisse Menge an Magensäure, um Nahrungsproteine aufzuspalten (damit der Körper sie aufnehmen kann), Verdauungsenzyme im Dünndarm zu aktivieren, eine bakterielle Besiedlung des Dünndarms zu verhindern und für die Aufnahme wichtiger Nährstoffe wie Calcium, Magnesium und Vitamin B12.

Es wurde aufgezeigt, dass die längerfristige Einnahme dieser Medikamente dazu führt, dass Nahrungsmittel nicht richtig verdaut werden, Vitamin- und Mineralstoffmängel auftreten und Probleme ausgelöst werden wie unter anderem:

  • Reizdarmsyndrom (IBS) (1)
  • Demenz (2)
  • Schenkelhalsfrakturen (3).

 

Was verursacht Sodbrennen und Reflux?

Sehen wir uns doch mal an, was die Hauptursachen für Sodbrennen und Reflux sind und – Spoiler Alert – es ist nicht zu viel Magensäure. Tatsächlich sinkt die Magensäuresekretion im Laufe des Lebens ab. Wenn Sie also über 50 sind und Sodbrennen oder einen Reflux haben, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass etwas anderes dahinter steckt.

  • Falsche Ernährung: Frittiertes Essen, Alkohol, Koffein und Softdrinks können alle einen Reflux auslösen. Sehr gewürzte Nahrungsmittel oder solche auf Tomatenbasis können ebenfalls für einige Menschen zum Problem werden.
  • Rauchen: Zusätzlich zu all den anderen Gesundheitsproblemen, die durch Rauchen ausgelöst werden, kommt es ebenfalls zu vermehrtem Reflux.
  • Übergewicht: Zu viel Bauchfett hat zur Folge, dass Druck auf den Magen ausgeübt wird. Dies führt dazu, dass die Magenentleerung erst verzögert eintritt, was wiederum einen Reflux verursacht.
  • Hiatushernie (= ein Bruch im Zwerchfell, durch den der Magen Richtung Brustraum durch tritt). Es kommt ebenfalls zu Sodbrennen und Reflux. Eine Hiatushernie kann leicht im Röntgenbild gesehen werden.
  • Zu große Mahlzeiten sowie das Essen direkt vorm Zubettgehen: vermehrter Reflux, weil der Magen einfach zu voll ist.
  • Stress: Nahrungsmittel sollen ja eigentlich in eine Richtung durch Ihren Körper gehen – nämlich von oben nach unten. Damit dies auch so geschieht, sind im Verdauungstrakt einige Klappen vorhanden (sogenannte Sphinkter), die kontrollieren, dass die Nahrung in den Magen hinein- und herausgeht. Vor dem Magen sitzt der untere Speiseröhren-Sphinkter und am Magenausgang der Pylorus. Sind Sie gestresst, wird der obere Sphinkter entspannt und der untere wird fest verschlossen (denn auf der Flucht ist keine Zeit für Verdauung). Dies kann dazu führen, dass Nahrungsteile wieder in die Speiseröhre zurücklaufen. Es lohnt sich also, Entspannungsübungen zu erlernen (zum Beispiel Atemtechniken), um dieses Problem zu umgehen.
  • Magnesiummangel: Magnesium sorgt normalerweise dafür, dass der Pylorus am Magenausgang entspannt wird, sodass der Nahrungsbrei weiter in den Dünndarm fließt. Bleibt er geschlossen, können Sie sich vorstellen, was passiert.
  • Helicobacter pylori Infektion: Das Bakterium H. pylori verursacht nicht nur Magengeschwüre sondern auch einen Reflux. Die Diagnose wird über einen einfachen Blut- oder Atemtest gestellt. Wird die Infektion durch Antibiotikagabe ausgeheilt, so verschwindet häufig auch der Reflux. Interessanterweise treten H. pylori Infektionen vor allem bei Menschen mit zu wenig Magensäure auf.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder -allergien: Hier sind die Hauptverdächtigen Milchprodukte und glutenhaltige Nahrungsmittel wie Weizen, Roggen, Gerste und Hafer. Wenn Sie Nahrungsmittel essen, die Sie nicht vertragen, kann es zu bakteriellen Überwucherungen im Dünndarm kommen, die in einem Reflux resultieren.
  • Zu wenig Magensäure: Tatsächlich benötigt der untere Speiseröhren-Sphinkter einen bestimmten pH-Wert im Magen, damit er schließt. Der normale Ablauf sieht so aus: Sie essen etwas, der pH Wert im Magen sinkt, weil Magensäure ausgeschüttet wird, der untere Speiseröhren-Sphinkter schließt, damit die Nahrung hübsch im Magen bleibt. Haben Sie also zu wenig Magensäure, kommt es zum Reflux (das hätten Sie jetzt nicht gedacht, oder?).

Was können Sie gegen Sodbrennen und Reflux tun?

Der erste Schritt sollte natürlich immer eine Ernährungsumstellung sein – außer wenn Sie vor Stress nicht mehr wissen, wo Ihnen der Kopf steht (dann ist Stressminimierung der erste Schritt). Also, raus mit der verarbeiteten Industrienahrung und richtiges Essen auf den Tisch. Schränken Sie Ihren Zucker- und Alkoholkonsum ein (und ja, dazu gehören auch Nudeln und Pizza) und versuchen Sie wenigstens weniger zu rauchen (klar, am besten hören Sie ganz damit auf).

Essen Sie normale Portionen und nicht das XXL Menü. 2 – 3 Stunden vor dem Zubettgehen sollten Sie gar nicht mehr essen (Sie schlafen dann auch besser, weil der Körper nicht mehr mit der Verdauung beschäftigt ist).

Wie schon gesagt, üben Sie Entspannungstechniken ein. Ein paar mal am Tag einfach tief Durchatmen macht schon eine Menge aus.

Sollte das noch nicht ausreichend sein, dann müssen Sie andere Ursachen ausschließen:

  1. Lassen Sie sich auf eine Infektion mit H. pylori untersuchen. Sollte eine Infektion vorliegen, so besteht die Behandlung in einer 3-fach Antibiotika Therapie.
  2. Lassen Sie sich auf Nahrungsmittelallergien (IgG Bluttest) und Zöliakie untersuchen (der Test auf Zöliakie ist bei einer Glutenunverträglichkeit negativ).
  3. Atemtest oder Urin organische Säuren Test zum Ausschluss einer Bakterienbesiedlung des Dünndarms. Sollte diese Vorliegen, kann sie mit Xifaxan plus einer Ernährungsumstellung (absolut kein Zucker!) behandelt werden.
  4. Bei Pilzbefall kommen Antimykotika (Pilzmittel) wie Nystatin oder Diflucan zum Einsatz. Auf natürliche Weise helfen Oregano oder Caprylsäure, die zum Beispiel im Kokosöl vorkommt.

Weitere Hilfsmittel, die den Darm entlasten:

  • Nehmen Sie zu jeder Mahlzeit 2 – 3 Kapseln Verdauungsenzyme
  • Lassen Sie Ihrem Darm gute Bakterien in Form von Probiotika zukommen oder essen Sie einfach fermentierte Lebensmittel
  • Trinken Sie am besten täglich Knochenbrühe, oder nehmen Sie zweimal täglich 3 – 5 g Glutaminpulver ein, um die Darmschleimhaut zu heilen
  • Nehmen Sie zweimal täglich 200 – 400 mg Magnesiumcitrat.

 

(1) Increased proton pump inhibitor and NSAID exposure in irritable bowel syndrome: results from a case-control study. https://bmcgastroenterol.biomedcentral.com/articles/10.1186/1471-230X-12-121

(2) Proton Pump Inhibitors Linked to Dementia. http://www.medscape.com/viewarticle/858909

(3) Use of proton pump inhibitors and risk of hip fracture in relation to dietary and lifestyle factors: a prospective cohort study. http://www.bmj.com/content/344/bmj.e372