12 Schritte wie Sie Ihr Immunsystem wieder unter Kontrolle bringen

Mehr als vier Millionen Deutsche leiden an einer Autoimmunerkrankung, das heißt ihr Immunsystem wendet sich gegen den eigenen Körper. Diabetes Typ I, Morbus Crohn, rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose und Hashimoto Thyreoiditis sind die bekanntesten Autoimmunerkrankungen. Aber auch bei Schizophrenie und Autismus vermutet man inzwischen autoimmune Ursachen.

Wenn Sie ebenfalls betroffen sind, ist es unabdingbar, dass Sie die Ursache für diese Autoimmunerkrankung herausfinden. Diese Ursache muss behandelt werden, damit die Symptome gestoppt und im besten Fall sogar wieder rückgängig gemacht werden können.

Schulmediziner behandeln nur die Symptome – zum Beispiel mit Medikamenten, die entzündungshemmend wirken oder das Immunsystem unterdrücken. In der Regel werden Sie Ihnen erzählen, dass es keine Möglichkeit gibt, diese Erkrankungen zu heilen und dass Sie die Medikamente Ihr Leben lang einnehmen werden müssen.

Das ist aber schlichtweg die falsche Herangehensweise, denn die auslösenden Faktoren werden nicht behandelt. Kurzfristig verschafft Ihnen so eine Therapie vielleicht Erleichterung, aber langfristig hilft sie Ihnen nicht weiter. Wenn Sie nur Symptome behandeln und die Ursache nicht abstellen, laufen Sie Gefahr, noch weitere Autoimmunerkrankungen zu entwickeln. Außerdem kann die längerfristige Behandlung mit immunsuppressiven Medikamenten (Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken) dazu führen, dass Sie an schweren Infektionen oder Krebs erkranken.

Es kann ein schwieriger Prozess sein, herauszufinden an welcher Autoimmunerkrankung Sie leiden. Die Symptome können unspezifisch sein – Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, Depression, Verdauungsprobleme – und die Schilddrüse, das Gehirn, die Haut oder andere Organe betreffen. Sie und Ihr Arzt müssen eine Menge Detektivarbeit leisten, um die mögliche(n) Ursache(n) herauszufinden. Welche Infektionen, Toxine, Nahrungsmittelallergien könnten ursächlich sein. Und wie sieht es mit einem Leaky Gut aus?

12 Schritte zur Diagnose und Therapie einer Autoimmunerkrankung:

  1. Prüfen Sie, ob versteckte Infektionen vorliegen – Pilze, Viren, Bakterien, Borelliose. Hierzu muss Ihr Arzt einige Labortests veranlassen. Bestehende Infektionen müssen natürlich behandelt werden.
  2. Verzichten Sie auf Nahrungsmittel, die Sie nicht vertragen. Entweder lassen Sie einen Allergietest durchführen oder Sie nehmen die Sache selbst in die Hand und machen für 30 Tage eine Eliminationsdiät. Bei dieser Diät verzichten Sie auf 8 Nahrungsmittel, die bei sehr vielen Menschen Unverträglichkeiten hervorrufen. Es handelt sich dabei um: Getreide, Milch und Milchprodukte, Nachtschattengewächse (Kartoffeln, Tomaten, Paprika u.a.), Eier, Soja, Zucker und Süßstoffe, Erdnüsse und Mais. Und keine Angst, es ist noch genug übrig, das Sie essen können.
  3. Lassen Sie sich auf Zöliakie testen. Ein Problem hierbei ist allerdings, dass eigentlich nur ein positiver Test Ihnen wirklich weiterhilft. Ein negativer Test schließt eine Glutenunverträglichkeit nicht aus. Ein Test auf Glutenunverträglichkeit wird nur von Cyrex Labs in den USA angeboten und ist für Deutschland nicht verfügbar. Da Gluten aber einer der Hauptverursacher des Leaky Gut Syndroms ist und dieses eine Vorbedingung für die Entwicklung einer Autoimmunerkrankung darstellt, sollten Sie eh darauf verzichten.
  4. Lassen Sie sich auf Schwermetallvergiftungen untersuchen. Quecksilber (zum Beispiel aus den beliebten Amalgamfüllungen) und andere Schwer-metalle können Autoimmunerkrankungen verursachen.
  5. Sind Sie in Ihrer Wohnung oder an Ihrem Arbeitsplatz Schimmelpilzen ausgesetzt? Auch diese können Autoimmunerkrankungen auslösen.
  6. Heilen Sie Ihre Darmschleimhaut.  Prädestiniert hierfür ist Knochenbrühe, weil Sie sämtliche Bausteine enthält, die Ihr Darm für die Reparatur benötigt. Glutamin (nicht Glutamat) als Nahrungsergänzung ist ebenfalls hilfreich.
  7. Essen Sie vermehrt Nährstoffe, die eine optimale Immunfunktion unterstützen. Hierzu zählen Nahrungsergänzungsmittel wie Fischöl (1 – 3 g DHA und EPA täglich), Vitamin C (2 – 5 g täglich), Vitamin D (5000 – 10000 IE täglich), Selen (200 mcg täglich), Zink (25 mg täglich). Zusätzlich zu hochdosiertem Vitamin D sollten Sie immer auch Vitamin K2 (200 mcg täglich) nehmen, damit es nicht zur Arterienverkalkung kommt.
  8. Essen Sie außerdem Nährstoffe, die ein gesundes Darmmikrobiom (die Bakterien in Ihrem Darm) unterstützen. Hierzu gehören fermentierbare Ballaststoffe aus Obst und Gemüse, die die guten Darmbakterien ernähren sowie fermentierte Nahrungsmittel (zum Beispiel Sauerkraut), die diese guten Bakterien enthalten.
  9. Treiben Sie regelmäßig Sport. Sport wirkt antiinflammatorisch solange Sie es nicht übertreiben. Also besser ein kurzes HIIT Training als langes konventionelles Ausdauertraining. Wichtig ist, dass Sie immer in Bewegung bleiben.
  10. Senken Sie Ihren Stresslevel durch Tiefenentspannung wie Yoga, Tai Chi, Atemübungen, Biofeedback oder Massage.
  11. Gehen Sie in die Sonne, und lassen Sie die Sonne an Ihre Haut. Das verbessert Ihre Versorgung mit Vitamin D , senkt Stress und macht gute Laune.
  12. Stellen Sie sicher, dass Sie rechtzeitig ins Bett gehen und genug Schlaf bekommen. Ihr Körper braucht diese Zeit, um sich zu regenierieren.

Wenn Sie diese Tipps befolgen, werden Sie feststellen, dass Ihr Gesundheitszustand sich deutlich bessert und Medikamente reduziert oder im günstigsten Fall sogar abgesetzt werden können. Es ist sicherlich mehr Arbeit, als nur schnell eine Pille einzuwerfen. Aber das sollten Sie sich wert sein.

 

 

 

 

 

Die nicht so süße Seite der künstlichen Süßstoffe

colaWir wissen inzwischen, dass ein hoher Zuckerkonsum nicht gesund ist, weshalb viele Menschen heutzutage auf Süßstoffe ausweichen. Dies wird im Allgemeinen als eine gute Alternative angesehen. Besonders für übergewichtige Menschen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung praktisch den Konsum von Süßstoffen zur Gewichts-reduktion. In einer Fachinformation führen sie hierzu aus:

„Strategien zur Prävention und Behandlung von Übergewicht richten sich auf eine Reduktion der Energiezufuhr und eine Erhöhung des Energieverbrauchs. Der Konsum von an sich kalorienarmen bzw. kalorienreduzierten Lebensmitteln bietet eine Möglichkeit, die Energiezufuhr zu reduzieren und somit das Gewicht zu steuern.“(1)

Und weiter: „Süßstoffe können folglich die Blutglucosekontrolle, die Kariesprophylaxe und bei bewusstem Einsatz die Gewichtskontrolle unterstützen“.

Wow! Nichts könnte weiter von der Realität entfernt sein. Sowohl das übliche Mantra, „iss weniger und bewege dich mehr, dann nimmst du ab“ (absoluter Schwachsinn!!), als auch die Einschätzung, dass Süßstoffe zur Blutzuckerkontrolle beitragen, ist nicht nur falsch sondern schlichtweg gefährlich. Leider zeigt sich immer wieder, dass die Empfehlungen der DGE am besten ignoriert werden sollten.

Tatsächlich zeigen Forschungsergebnisse, die in Applied Physiology, Nutrition and Metabolism veröffentlicht wurden, dass der Verzehr von Aspartam bei adipösen Personen zu größerer Glucoseintoleranz führt (2).

Glucoseintoleranz bezeichnet einen Zustand, bei dem der Körper nicht mehr in der Lage ist, große Mengen Zucker zu verwerten, und ist ein Vorläufer vom Typ II Diabetes. Glucoseintoleranz führt außerdem nicht zu Gewichtsverlust sondern im Gegenteil zu Gewichtszunahme, weil der Zucker, der vom Körper nicht verwertet werden kann, dann in den Fettzellen landet.

Wenn Sie künstliche Süßstoffe essen, wird eine Kaskade negativer Stoffwechseleffekte in Ihrem Körper in Gang gesetzt. Eine Studie, die in PLOS One veröffentlicht wurde, zeigt auf, dass der regelmäßige Konsum von süßstoffhaltigen Softdrinks mit Markern für das Metabolische Syndrom assoziiert ist (3). Hierzu gehören:

  • Abdominelle Adipositas (der Bierbauch, das Holstengeschwür)
  • Insulinresistenz
  • beeinträchtigte Glucosetoleranz
  • Hyperlipidämie (zu hohe Fettwerte im Blut)
  • Bluthochdruck.

Erschreckend waren die Resultate der Studie, dass die tägliche Aufnahme von Aspartam in Diätgetränken das Risiko für einen Typ II Diabetes um  67 % und das Risiko für ein metabolisches Syndrom um 36 % erhöhte, und dies unabhängig davon, ob die Probanden zunahmen oder nicht!

Ein Grund für das erhöhte Diabetesrisiko könnte in der Tatsache liegen, dass Süßstoffe durch Veränderung des Darmmikrobioms zu einer Glucoseintoleranz beitragen(4).

Laut Susan Swithers, Professorin für Verhaltensneurowissenschaften an der Purdue University, scheint es durch den Konsum von künstlichen Süßstoffen zu einer Stoffwechselstörung zu kommen, die sich darin äußert, dass der Körper nicht mehr in der Lage ist, auf den Konsum von nichtkalorischen Süßstoffen mit einer gelernten Antwort zu reagieren, die normalerweise die Blutzucker und Energie Homöostase regulieren würde (5).

Und es kommt noch besser. Eine armenische Forschergruppe untersuchte, wie sich Hitze auf Aspartam in Softdrinks auswirkt. Die Untersucher kamen zu dem Schluss, dass die Sicherheit der Softdrinks nicht garantiert werden kann, da sie häufig in prallem Sonnenlicht oder auf heißem Asphalt gelagert werden (6). Wird Aspartam auf über 30° C erhitzt, so bildet sich freies Methanol. Im Körper wird Methanol in Ameisensäure und das Nervengift Formaldehyd umgewandelt (7).

Schon seit einiger Zeit wird vermutet, dass künstliche Süßstoffe nachteilige neurologische Wirkungen haben können. 2014 erschienen die Ergebnisse einer 10 jährigen Studie zu Ernährungsgewohnheiten und Gesundheit. Die Probanden füllten einen Ernährungsfragebogen aus und gaben an, ob sie während der 10 Jahre, die die Studie lief, jemals als depressiv diagnostiziert worden waren. Diejenigen, die mehr als vier Dosen Diät Softdrinks tranken, hatten ein fast 30 % höheres Risiko, an Depressionen zu erkranken, als diejenigen, die keine Diätgetränke konsumierten (8).

Die Forscher nehmen an, dass Aspartam Neurotransmitter wie Dopamin und Serotonin verändern kann. Das sind übrigens keine neuen Erkenntnisse. Schon 1987 gingen Wissenschaftler davon aus, dass Aspartam das Gehirn schädigen könnte(9). Dies wurde auf den Anstieg an Phenylalanin im Blut und wahrscheinlich auch im Gehirn zurückgeführt. Phenylalanin kann neurotoxisch wirken und die Synthese der inhibitorischen Monoamin-Neurotransmitter beeinflussen, wodurch es zum Beispiel vermehrt zu Krampfanfällen kommen kann.

Und es kommt noch besser. Sucralose, ein weiterer künstlicher Süßstoff, wird mit Tumoren des Hämatopoetischen Systems (vor allem Leukämien) in Verbindung gebracht. Diese Studienergebnisse wurden zuerst 2012 auf einer Krebskonferenz in London vorgestellt und erschienen dann 2016 im Journal of Occupational and Environmental Health (10). Bei der Untersuchung handelt es sich um eine Tierversuchstudie, in der Mäusen verschiedene Konzentrationen Sucralose gefüttert wurden. Es zeigte sich, dass besonders bei den männlichen Mäusen dosisabhängig Tumoren auftraten. Das Leukämierisiko stieg signifikant bei Dosierungen von 2000 bis 16000 ppm.

Aspartam wiederum wird mit der Entstehung von Hirntumoren in Verbindung gebracht. Im Tierversuch fanden sich extrem hohe Zahlen an Hirntumoren bei mit Aspartam gefütterten Ratten im Gegensatz zur Kontrollgruppe, in der keine Hirntumore auftraten. Aufgrund der Ergebnisse, dass Aspartam mutagene Eigenschaften hat, und es mit dessen Einführung in den US Getränkemarkt zu einem plötzlichen Anstieg in der Inzidenz und der Malignität von Hirntumoren kam, steht es für die Forscher außer Zweifel, dass Aspartam als kanzerogen einzustufen ist (11).

Tatsächlich gibt es Wissenschaftler, die dazu raten, anstatt von künstlichen Süßstoffen doch lieber Zucker zu verwenden. Sie können sich vorstellen, dass ich Ihnen dazu nicht raten möchte. Ich würde Ihnen vorschlagen zum Süßen geringe Mengen von Stevia, Zimt oder Vanille zu nehmen.

Und übrigens, wenn Sie sich abgewöhnen, alles zu süßen, werden Sie feststellen, dass sich Ihre Geschmacksknospen rekalibrieren, und auf einmal Sachen süß schmecken, die Sie vorher nie als süß empfunden haben. Und das ist die gesündeste Alternative.

 

(1)www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/suessstoffe-in-der-ernaehrung/

(2)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27216413

(3)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4197030/

(4)http://www.nature.com/nature/journal/vaop/ncurrent/pdf/nature13793.pdf

(5)http://www.cell.com/trends/endocrinology-metabolism/abstract/S1043-2760(13)00087-8?_returnURL=http%3A%2F%2Flinkinghub.elsevier.com%2Fretrieve%2Fpii%2FS1043276013000878%3Fshowall%3Dtrue

(6)http://arka.am/en/news/business/safety_of_aspartame_sweetened_carbonated_soft_drinks_not_guaranteed_because_of_improper_storage_/

(7)http://www.mpwhi.com/aspartame_methanol_and_public_health.pdf

(8)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3990543/

(9)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3319565

(10)http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/10773525.2015.1106075?journalCode=yjoh20&

(11)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8939194

Zucker – die bittere Wahrheit

sugar-1304500_960_720Die meisten Leute werden Ihnen erzählen, dass Sie Zucker brauchen, damit Ihr Körper Energie hat. Besonders Sportler fallen immer wieder auf diesen Mythos herein und stopfen sich mit zuckerhaltigen Energieriegeln voll, um ein Training durchzustehen. Ein weiterer ebenfalls weit verbreiteter Mythos ist, dass Ihr Gehirn Zucker braucht, um optimal arbeiten zu können. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man fast darüber lachen, aber wie bitte sind wir auf die Idee gekommen, dass Nahrungsmittel, die voller Kohlenhydrate stecken, aber wenig Fett enthalten gesund sind (Getreidemüsli mit fettarmer Milch??!!)

Laaaangsaaaam, ganz laaaaaaangsaaaaaaam wird jetzt die Öffentlichkeit darüber aufgeklärt, dass die Ernährungsempfehlungen der letzten 40 Jahre vielleicht nicht ganz so günstig gewesen sind. Dies ist aber bei weitem noch nicht bei allen Organisationen angekommen. So wird Ihnen die Deutsche Gesellschaft für Ernährung auch weiterhin erzählen, dass Butter böse und Vollkornweizen gesund ist. Vielleicht sieht es ja in 17 Jahren anders aus; So lange dauert es nämlich im Schnitt bis sich neue Forschungsergebnisse durchsetzen. Wobei, so neu sind diese Erkenntnisse gar nicht. Sie wurden nur lange Zeit unterdrückt. Aber mal sehen.

Damit Sie aber vielleicht schon vorher Ihre Meinung über Zucker ändern können hier einige Denkanstöße:

  1. Zucker macht dick. Haben wir eigentlich immer schon gewusst, aber leider in den letzten Jahrzehnten verdrängt, weil es nicht ins Gesamtbild gepasst hat, dass ja schließlich Cholesterin der Killer ist. Ich kann nur immer wieder betonen, es ist nicht das Fett in Ihrem Essen, das Sie dick macht (außer Sie essen viele „herzgesunde“ Pflanzenöle), sondern die Kohlenhydrate und der Zucker.
  2. Zucker in Softdrinks ist wahrscheinlich noch gefährlicher als Zucker in Süßigkeiten. Dadurch, dass Sie Flüssigkeiten nicht kauen, kommt in Ihrem Gehirn kein Signal an, dass Sie gerade Kalorien zu sich genommen haben. Das heißt die 53 g Zucker, die Sie mit einem halben Liter Cola trinken, nimmt Ihr Gehirn nicht wahr (aber Ihre Fettzellen nehmen diesen Zucker nur allzu gerne auf)(1)
  3. Zucker macht hungrig. Sie kennen das, fangen Sie einmal an, Süßigkeiten zu essen, ist es schwer, damit aufzuhören. Durch die Zuckeraufnahme wird Insulin freigesetzt, dessen Aufgabe es ist, den Blutzucker in einem engen Rahmen zu regulieren. Sowie Insulin den Zucker verräumt hat, kommt die nächste Hungerattacke, weil in Ihrem Blutstrom auf einmal zu wenig Zucker ist. Typischerweise müssen „Zuckerverbrenner“ alle 1,5 – 2 Stunden essen. Man nennt das die Blutzucker-Achterbahn.
  4. Zucker verursacht Stimmungsschwankungen. Diese erklären sich aus dem unter Punkt 3 genannten Mechanismus. Auf das Zucker“high“ folgt ein Zucker“low“, in dem die betroffenen Individuen reizbar und aufbrausend sind (kennt jemand so eine Snickers Diva?). Die Amerikaner bezeichnen diesen Zustand als „hangry“, also eine Verbindung aus hunger und angry(2).
  5. Zucker schädigt unser Immunsystem. Studien haben nachgewiesen, dass durch erhöhten Zuckerkonsum die Zahl der weißen Blutkörperchen abnimmt. Diese sind aber für die Abwehr von Krankheitserregern essentiell (3).
  6. Zucker verursacht chronische Entzündungen im Körper. Im Gegensatz zu akuten Entzündungen machen sich diese nicht durch Schwellung, Schmerzen, Wärme, Rötung und Funktionseinschränkung bemerkbar, so dass die meisten Menschen gar nicht wissen, was der Zucker gerade in ihrem Körper anrichtet. Wichtig zu wissen ist aber, dass sich Wissenschaftler inzwischen immer mehr darauf einigen, dass die meisten chronischen Krankheiten im wesentlichen einen entzündlichen Ursprung haben. Was müssen Sie also tun, wenn Sie keinen Herzinfarkt, Krebs, Schlaganfall oder Diabetes bekommen möchten? Richtig, lassen Sie den Zucker weg!
  7. Zucker führt zu Verdauungsproblemen. Wie ich schon erwähnt habe, ist unser Darmmikrobiom für unsere Gesundheit extrem wichtig. Leider füttert Zucker die schlechten Bakterien, die wir eigentlich gar nicht haben wollen und außerdem noch Hefen und Pilze, sodass es zu bakteriellen Überwucherungen und Pilzbefall im Darm kommen kann (4). Diese Lebewesen zeigen sich dann als wahre Meister des Puppenspiels, indem sie Sie dazu bringen, noch mehr zuckerhaltige Nahrung zu sich zu nehmen, damit sie genug zu fressen haben. Eklig? Allerdings!
  8. Zucker verursacht Löcher in den Zähnen. Das wissen wir alle, und deshalb gibt es beim Zahnarzt auch keine Belohnungsbonbons (beim Kinderarzt allerdings schon).
  9. Typ II Diabetes. Ständig im Steigen. Wie könnte er auch nicht, da ja unsere Nahrung inzwischen zu 60 % aus Kohlenhydraten bestehen soll (um den Mangel an Fett auszugleichen), und unsere Gene mit dieser Menge an Zucker nicht umgehen können. Die Folgen sind Insulinresistenz (der Zucker kann nur noch sehr schwer in die Zellen aufgenommen werden, weil diese nicht mehr auf das Signal vom Insulin reagieren) und zu hohe Blutzuckerspiegel.
  10. Typ III Diabetes. Ich wette, von dem haben die wenigsten gehört. Die Alzheimer Demenz wird inzwischen von einigen Forschern als Typ III Diabetes bezeichnet, weil auch bei ihr ein erhöhter Zuckerkonsum mit entsprechenden Blutzuckerschwankungen letztendlich dazu führt, dass Hirnzellen insulinresistent werden (5). Für jemanden, dessen Gehirn nur daran gewöhnt ist, Zucker zu verbrennen, ist das ein echtes Problem.
  11. Herzerkrankungen, Schlaganfälle. Auch hier ist die Ursache eine chronische Entzündungsreaktion der Gefäße, die durch den Zucker verursacht wird.
  12. Krebszellen leben von Zucker. Diese Einsicht hatte Nobelpreisträger Otto Warburg bereits 1924. Tatsächlich werden radioaktiv markierte Glucose Moleküle benutzt, um Krebszellen aufzuspüren. Unbegreiflich, dass Onkologen Ihre Krebspatienten mit Zuckerlösungen füttern! (6)
  13. Zucker (vor allem Fruchtzucker) ist die Ursache für eine Nicht-Alkoholische Fettleber (NAFLD). Wird Fruchtzucker in großer Menge aufgenommen (z.B. als Agavendicksaft oder High Fructose Corn Syrup), so führt er zu einer Leberzellverfettung, da die Leber das einzige Organ ist, das Fruchtzucker verstoffwechseln kann (7). Da Fruchtzucker keine Insulinausschüttung verursacht und damit einen niedrigen Glykämischen Index aufweist, halten viele Leute ihn immer noch für gesünder als Tafelzucker. Wie oben ausgeführt, geht das total an der Realität vorbei.
  14. Hormonelle Probleme. Weist die Ernährung zu viel Zucker – und auch hier wieder vor allem Fruchtzucker – auf, so kann dies Auswirkungen auf die Geschlechtshormone haben, die zu Unfruchtbarkeit, PCOS (Polyzystisches Ovarien Syndrom) und Endometriose führen.(8)
  15. Zucker führt zu vorzeitiger Alterung. Die Amerikaner haben einen sehr schönen Begriff dafür: AGEs (Advanced Glycation-Endproducts, aber auch AGE wie altern). Es handelt sich dabei um Proteine, die durch den Zucker praktisch karamellisiert werden. AGEs schädigen das Kollagen und Elastin in der Haut und führen zu Elastizitätsverlust und Falten (das nächste Mal bei Starbucks vielleicht doch lieber die Vollmilch mit weniger Zucker statt der fettarmen Milch nehmen).(9)

Fazit: Zucker ist definitiv nicht nur süß! Die American Heart Association hat jetzt ein Limit für den zusätzlichen Zuckerkonsum herausgegeben. Dieses liegt bei 6 TL (24 g) Zucker für Frauen und 9 TL (36 g) Zucker für Männer. Damit fällt dann selbst eine Dose Cola schon mal weg.

(1)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3210834/

(2)http://edition.cnn.com/2015/07/20/health/science-behind-being-hangry/+

(3)http://ajcn.nutrition.org/content/26/11/1180.abstract

(4)https://www.liverdoctor.com/is-a-candida-infection-driving-your-sugar-cravings/

(5)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2769828/

(6)http://www.mercola.com/article/sugar/sugar_cancer.htm

(7)http://now.tufts.edu/news-releases/daily-sugar-sweetened-beverage-habit-linked-non-alcoholic-fatty-liver-disease

(8)http://drhyman.com/blog/2014/08/29/killing-sex-drive-one-bite-time-5-surprising-ways-sugar-lowers-libido/

(9)https://www.perriconemd.com/anti-aging-resources/sugar-and-aging.html