Eine Grippeimpfung während der Schwangerschaft erhöht das Risiko für eine Fehlgeburt auf das Achtfache

Grippeimpfung

Die meisten Schwangeren wissen, dass sie während der Schwangerschaft auf Alkohol, Zigaretten und andere offensichtlich giftige Substanzen verzichten sollten, um das in ihnen wachsende Kind nicht zu gefährden. Aber wie sieht es eigentlich mit der Grippeimpfung aus?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt allen gesunden Schwangeren die Grippeimpfung ab dem vierten Schwangerschaftsmonat (1).

„Schwangere mit chronischen Grunderkrankungen wie Asthma, Diabetes oder Bluthochdruck sollten sich bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel gegen Grippe impfen lassen.
Die Grippeimpfung für Schwangere bietet nachweislich einen wirksamen Schutz für Mutter und Kind.“

Ich muss zugeben, da bin ich erstmal geplättet. Eine Impfung, die nach Cochrane Database keine Wirksamkeit zeigt, bietet einen wirksamen Schutz für Mutter und Kind. Ob die das bei Cochrane nicht wissen?? Tatsache ist, diese Datenbank ist absolut die Quelle für unvoreingenommene (das heißt nicht von der Pharmaindustrie gesponserte) Studien.

Fakt ist, dass keine RCTs (randomisierte Kontrollstudien) durchgeführt wurden, um diese Behauptung zu beweisen. Und das obwohl eigentlich in der Medizin immer genau auf diese Studien so gepocht wird.

Barbara Loe Fisher, die Präsidentin des National Vaccine Information Centers (NVIC) führt hierzu aus (2):

Seit den 70-ger Jahren wurde die Grippeimpfung für Schwangere im zweiten und dritten Trimester empfohlen, aber erst 2006 empfahl die CDC die Grippeimpfung für alle Schwangeren. Durch diese Empfehlung wurde die bewährte Regel aufgehoben, dass auf jegliche Giftstoffe während einer Schwangerschaft verzichtet werden sollte, die auf die Entwicklung des Embryos oder Fetus eine negative Wirkung haben könnten, und diese einfach durch die Annahme ersetzt, dass Impfungen sicher sind.

Da wundert es einen dann doch, dass wir überhaupt Schiedsstellen für Impfschäden brauchen, die an Betroffene sogar große Beträge auszahlen. Und überhaupt, wer kann den betroffen sein, wenn die Impfstoffe doch so sicher sind. Obwohl… ich muss schon sagen, der Hinweis im Beipackzettel, dass der Impfstoff Formaldehyd enthält, macht mir jetzt doch so ein bisschen Sorgen (3). Ich bin nicht sicher, dass ich mir das tatsächlich injizieren lassen möchte. Und auch Polysorbat 80, das als Emulgator eingesetzt wird, ist ja nicht wirklich gesund und kann zudem noch die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Nimmt es da das Formaldehyd vielleicht gleich mit?

Die Grippeimpfung hat keine wissenschaftliche Grundlage

In ihrem Beitrag führt Frau Fisher 10 Fakten über die Grippeimpfung an, die beweisen, dass eine Sicherheit für die Anwendung bei Schwangeren einfach nicht gegeben ist. So wurden in den USA keine Studien zur Sicherheit durchgeführt, bevor die Impfungen ihre Zulassung erhielten. Es fehlen auch Daten zu entzündlichen oder anderen biologischen Reaktionen, die den Schwangerschaftsverlauf beeinträchtigen könnten.

Es wird Schwangeren im Prinzip zugemutet, dass sie den Empfehlungen einfach blind vertrauen sollen. In Amerika, wo Impfungen noch deutlich vehementer vertreten werden als hierzulande, besteht die höchste Mütter- und Säuglingssterblichkeit in der Welt (4).

Die Grippeimpfung könnte für eine höhere Rate an Fehlgeburten verantwortlich sein

Schon 2009 erschienen im Internet erste Berichte über Fehlgeburten nach einer Grippeimpfung mit dem H1N1 Schweinegrippenvirus (5). Dutzende Frauen führten ihre stattgehabten Fehlgeburten auf die kurz zuvor durchgeführte Impfung zurück. Der Impfstoff war nie an schwangeren Frauen getestet worden. Da aber Fehlgeburten durch viele Faktoren ausgelöst werden können, wurde angenommen, dass es sich um einen Zufall handelte und die Sache nicht weiterverfolgt.

Im September erschien aber nun eine Studie in der angesehenen Zeitschrift Vaccine, die diese Frage wieder zur Diskussion stellt (6). In der Studie wurde aufgezeigt, dass Frauen, die den pH1N1 Impfstoff zwei Jahre hintereinander bekamen, ein fast 8-fach erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt in den nächsten 28 Tagen aufwiesen. Diese Risikoerhöhung zeigte sich speziell in der Gruppe, die die Impfung während des ersten Trimenons erhielt. Insgesamt 485 Schwangere im Alter von 18 – 44 Jahren, die in der Grippesaison 2010/11 sowie 2011/12 eine Fehlgeburt erlitten, wurden mit 485 Schwangeren verglichen, die ihre Kinder austrugen.

In der Fehlgeburtengruppe waren 17 Schwangere zweimal hintereinander geimpft worden – einmal in den 28 Tagen vor der Fehlgeburt und einmal im Jahr zuvor. Im Vergleich dazu waren aus der Kontrollgruppe nur vier Schwangere zweimal hintereinander geimpft worden. Selbstverständlich handelt es sich zu diesem Zeitpunkt nur um einen Zusammenhang und keine Kausalität, aber Amanda Cohn, Impfberaterin der CDC stellt fest:

„Ich glaube, es ist wichtig, dass Frauen verstehen, dass es einen möglichen Zusammenhang gibt, und dass dieser Zusammenhang weiter untersucht werden muss. Wir müssen Klarheit darüber haben, ob es die Grippeimpfung war, oder ob diese Frauen von Haus aus eher zu Fehlgeburten neigen.“

In Deutschland hat diese Studie bisher keine Schlagzeilen gemacht, aber auch die CDC zeigt sich unbeeindruckt und empfiehlt weiterhin eine Grippeschutzimpfung zu jeder Zeit der Schwangerschaft.

Zu bedenken ist, dass hierzulande gerade Frauen mit chronischen Erkrankungen dazu angehalten werden, sich jedes Jahr gegen Grippe impfen zu lassen. Und das mit dem Hinweis, dass sie damit sich und ihrem ungeborenen Baby etwas gutes tun.

Es gibt keine Studien zur Sicherheit der Grippeschutzimpfung bei Schwangeren

Es wird in den Beipackzetteln damit geworben, dass „die Daten“ zeigen, dass die Impfstoffe auch für Schwangere und Stillende sicher seien. Tatsache ist, dass es sich dabei um epidemiologische Studien handelt, denn kein Hersteller hat seine Grippeimpfstoffe in einer randomisierten Kontrollstudie an Schwangeren getestet.

Die Arbeitsgruppe um Jennifer A. Hutcheon von der Universität British Columbia in Vancouver rechnet zu diesem Thema vor, dass für mögliche Einflüsse einer Grippeimpfung auf den Fötus Studien mit ein bis zweieinhalb Millionen Frauen nötig seien (7). Allein schon dann, wenn das bakterielle Scheidenmilieu krankhaft verändert ist (Vaginose) oder wenn die Mutter raucht, werden die Ergebnisse so massiv verzerrt, dass eine vernünftige Einschätzung der Vorteile und damit auch der Nachteile für den Fötus gar nicht möglich ist.

Haben Sie jemals von solchen Studien gehört? Ich nicht. Und ganz ehrlich – würden Sie daran teilnehmen wollen, wenn Ihnen erklärt werden müsste, dass getestet werden soll, ob der Grippeimpfstoff in der Schwangerschaft sicher angewendet werden kann? Sehen Sie.

Das Fazit ist: Die Fakten zur Grippeimpfung sind eigentlich überhaupt nicht bekannt, aber trotzdem wird damit geworben, dass die Impfung sicher ist und eigentlich nur Vorteile mit sich bringt. Ich muss hier einfach nochmal Impfen-Info zitieren, weil ich das schlicht unglaublich finde:

„Die Sicherheit der Impfstoffe wurde sowohl für Schwangere als auch für Ungeborene in verschiedenen Studien bestätigt: Es konnte keine erhöhte Zahl von schweren Reaktionen auf Grund einer Grippeimpfung festgestellt werden. Weder die Anzahl der Frühgeburten oder Kaiserschnitte war erhöht, noch gab es Unterschiede im Gesundheitszustand der Säuglinge nach der Geburt.

Bei einer ärztlich diagnostizierten schweren Allergie gegen Hühnereiweiß, die sehr selten vorkommt, sollte in einer Umgebung geimpft werden, in der eine klinische Überwachung und Behandlung nach der Impfung möglich sind.“

Auf Normaldeutsch: Eine schwere Allergie gegen Hühnereiweiß kann zu einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock führen. Komisch, irgendwie haben wir da unterschiedliche Auffassungen von Sicherheit. Ist ja toll, wenn in einer Umgebung geimpft wird, in der dann auch die Wiederbelebungsversuche für die Patientin mit dem anaphylakischen Schock durchgeführt werden können. Ich hätte jetzt gedacht, dass es für den Feten schon echt bedenklich wird, wenn seine Mutter eine Reaktion auf einen Impfstoff zeigt, die tödlich enden kann….

Schwangere sollten nicht geimpft werden

Ärztliches Handeln sollte eigentlich immer unter dem Grundsatz stehen „Primum non nocere“ (lat. erstens nicht schaden), und unter diesen Grundsatz sollte auch die Impfung bei Schwangeren fallen.

Bis vor einigen Jahren wurden Schwangere nur in Extremfällen geimpft, weil das Risiko für das sich entwickelnde Baby als zu hoch eingestuft wurde. Erst in neuerer Zeit, wird diese Regel ganz offensichtlich verletzt.

Studien haben aufgezeigt, dass die Aktivierung des Immunsystems einer Schwangeren, das Risiko ihres Babies Autismus oder in späteren Jahren eine Schizophrenie zu entwickeln stark erhöht (8).

Und wenn wir die Sache mit den Impfungen ganz falsch verstanden haben?

Impfungen werden gegeben, damit der Körper zur Bildung von Antikörpern gegen krankheitsverursachende Keime angehalten wird, ohne dass es vorher zu einer zellvermittelten Immunreaktion (in Form von T-Zellen) kommt. Diese Theorie geht auf die Annahme zurück, dass der humorale Arm des Immunsystems (die Antikörper) den wichtigeren Teil in der Immunantwort darstellt.

Es gibt aber Studien, die zeigen, dass Menschen, die aufgrund eines genetischen Defekts keine Antikörper produzieren können, sich genauso schnell von Infektionen erholen wie Personen, die Antikörper bilden (9). Und was noch besser ist, auch ohne Antikörper sind sie gegen eine erneute Infektion geschützt.

Dies beweist die wichtige Rolle des zellvermittelten Immunsystems (T1) und deutet an, dass das humorale Immunsystem (T2) nur eine untergeordnete Rolle in der natürlichen Abwehr der „durch Impfung vermeidbaren“ Infektionen darstellt. Sowohl dieser Punkt als auch die Erkenntnis, dass Impfungen nicht zu einer lebenslangen Immunität führen, rückt die zellvermittelte Immunität in ein ganz neues Licht. Und hinzu kommt, dass Studien inzwischen Belege dafür finden, dass die übermäßige Stimulation von T2 durch Impfungen dazu führt, dass das Immunsystem auf lange Sicht verletzt werden kann, was zum Beispiel Krankheiten wie Krebs Vorschub leisten kann.

Wenn Sie das Risiko einer Grippeerkrankung minimieren wollen

Was können Sie aber nun außer einer Grippeimpfung, die in den meisten Fällen eh keine Wirkung hat, tun, damit Sie eine Erkrankung vermeiden.

Das Allerwichtigste ist, dass Sie einen optimalen Vitamin D Spiegel haben. Also gehen Sie an die frische Luft (das ist sowieso gesund), am besten wenn die Sonne scheint (und ohne Sonnenschutz, aber unter Vermeidung eines Sonnenbrandes). Na ja, und im Winter (Sonne steht zu tief) dann eben doch mal ein paar Vitamin D Tropfen.

Auch Vitamin C bietet guten Schutz gegen Grippeerkrankungen – und eine Vielzahl anderer Dinge. Aber bitte nehmen Sie mehr ein als die absolut realitätsfremde empfohlene Tagesdosis von 80 mg. 1 – 3 g pro Tag können es schon sein. Und verteilen Sie die Einnahme über den Tag, denn Vitamin C ist wasserlöslich und wird schnell im Urin ausgeschieden.

Ausreichend Schlaf und ein gutes Stressmanagement hilft Ihrem Immunsystem dabei, sich auf die wirklich wichtigen Sachen konzentrieren zu können.

Selbstverständlich gelten auch die üblichen Hygienemaßnahmen wie Händewaschen, keine Leute anhusten etc.

 

 

 

(1) https://www.impfen-info.de/grippeimpfung/schwangere/

(2) http://www.nvic.org/NVIC-Vaccine-News/November-2013/Vaccination-During-Pregnancy–Is-It-Safe-.aspx

(3) http://www.apotheken-umschau.de/Medikamente/Beipackzettel/Influvac-20162017-Fertigspritze-mit-Kanuele-11556812.html

(4) Recent Increases in the U.S. Maternal Mortality Rate: Disentangling Trends From Measurement Issues.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27500333

(5) http://organichealthadviser.com/archives/shocking-h1n1-swine-flu-vaccine-miscarriage-stores-from-pregnant-women-tell-your-doctors-that-vaccines-and-pregnancy-do-not-mix

(6) Association of spontaneous abortion with receipt of inactivated influenza vaccine containing H1N1pdm09 in 2010–11 and 2011–12  http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0264410X17308666

(7) https://academic.oup.com/aje/article/184/3/227/1739823/Detectable-Risks-in-Studies-of-the-Fetal-Benefits

(8) Maternal immune activation alters fetal brain development through interleukin-6.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17913903

(9) https://academic.oup.com/jid/article/190/5/998/871068/Limited-Contribution-of-Humoral-Immunity-to-the Clearance of Measles Viremia in Rhesus Monkeys

 

ADHS – Es müssen nicht immer Psychopharmaka sein

In Deutschland wird die Diagnose ADHS bei 5% der Kinder und Jugendlichen gestellt, das entspricht ca. 500.000 Betroffenen zwischen 6 und 18 Jahren. Die Tendenz steigt deutlich. Allerdings muss man auch sehen, dass Lehrer und Erzieher heute schnell dieses Etikett für Kinder vergeben, die irgendwie auffällig sind und nicht in die Norm passen.

Der von Wilhelm Busch beschriebene Zappelphilipp ist ein Paradebeispiel für ein Kind mit ADHS, und wir alle erinnern uns wohl an Mitschüler oder Spielgefährten, die in dieses Schema hineinpassen. Der Unterschied ist, vor 40 Jahren wurden diese Kinder nicht mit Amphetaminen und Noradrenalin Wiederaufnahmehemmern behandelt, um sie besser handhaben zu können.

ADHS Statistik

 

Wenn Sie selbst ein Kind haben, dass von dieser Erkrankung betroffen ist, stellt sich die Frage – was können Sie tun? Das Aufmerksamkeitdefizit-syndrom ist die am häufigsten gestellte Diagnose in der Kinderpsychiatrie. In der Vergangenheit wurde diese Erkrankung in den meisten medizinischen Fachzeitschriften als geringfügiger Hirnschaden, hyperaktives Kind Syndrom oder geringfügige cerebrale Fehlfunktion beschrieben.

Typische Symptome des ADHS

  • kurze Aufmerksamkeitsspanne
  • geringe Konzentrationsfähigkeit
  • Schwierigkeiten, Dingen zu folgen
  • Flüchtigkeitsfehler
  • Ungeduld, nicht warten können
  • Vorlaute Art
  • Impulsivität
  • Hyperaktivität
  • Dinge nicht zu Ende bringen können
  • fehlendes Durchhaltevermögen
  • schlechte Organisation.

Diese Symptome führen häufig zu Schulproblemen sowohl beim Lernen als auch durch die Verhaltensauffälligkeiten. Aufgaben, die Konzentration erfordern, sind fast unmöglich zu erfüllen, was bei den Betroffenen zu Frustration, Reizbarkeit, Aufregung und häufig leichtsinnigem Verhalten führt.

Man unterscheidet drei Typen des ADHS:
  1. Unaufmerksam
  2. Vorwiegend hyperaktiv
  3. Kombinierter Typ.

Bei Mädchen kommt vor allem die Unaufmerksamkeit vor, während Jungen eher hyperaktiv sind. Wenn ein Kind mit nicht diagnostiziertem ADHS zum Teenager heranreift, besteht ein erhöhtes Risiko für Drogenmisbrauch und kriminelles Verhalten. Betroffene haben häufig keinen Schulabschluss.

Im Erwachsenenalter sind die vorherrschenden Symptome das Unvermögen, Arbeiten zu beginnen oder zu Ende zu bringen, Desorganisation und Konzentrationsschwäche.

Die konventionelle Behandlung des ADHS

Wird die Diagnose ADHS gestellt, so wird den Eltern in der Regel geraten, die Symptome mittels Tabletten in den Griff zu bekommen. Hierzu werden meist die Psychostimulantien Methylphenidat (Ritalin) und Dexamphetamin (Attentin) oder der Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Atomoxetin (Strattera) verschrieben. Die Substanzen werden als „gut verträglich“ eingestuft, was aufgrund der Tatsache, dass sie ein deutliches Suchtpotential (1) haben, etwas merkwürdig anmutet. Es wird auch diskutiert, ob diese Medikamente mitverantwortlich für ein erhöhtes Suizidrisiko (Selbstmord) bei ADHS Patienten sein könnten (2)

 

ADHS Methylphenidat-Verbrauch

Quelle: www.lehrerfreunde.de

 

Sowohl bei den Amphetaminen als auch bei den Methamphetaminen wird die aufputschende Wirkung durch die verstärkte Freisetzung von Noradrenalin und Dopamin hervorgerufen. Der Körper wird sozusagen in Alarmbereitschaft versetzt; Funktionen wie Atmung, Puls und Blutdruck stellen sich auf Angriff oder Flucht ein (d. h. er befindet sich in einer Stresssituation). Mit der erhöhten Aufmerksamkeit und Leistungsbereitschaft geht ein euphorisches Selbstbewusstsein einher. Von der Pharmakokinetik (Verstoffwechslung) her entspricht Ritalin übrigens genau der Droge Kokain (3).

Sie müssen sich das mal so vorstellen, dass diese Psychostimulantien im Wesentlichen nichts anderes sind als das althergebrachte Speed, das auf der Straße verkauft wird. Als Partydroge ist es illegal, aber Kindern und Jugendlichen kann man es ganz legal verschreiben.

Alternative Behandlungsmethoden

Es gibt viele Gründe für das Auftreten eines ADHS, und wenn Sie Ihrem Kind etwas Gutes tun wollen, dann sollten Sie nach den Gründen suchen, warum die ADHS Symptome auftreten.

Von ADHS Betroffene haben oft Verdauungsprobleme, Umwelt- und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Nährstoffmängel, Schwermetallbelastungen, Fettsäuren- und Aminosäurenimbalancen, Überempfindlichkeiten auf Lebensmittelzusatzstoffe und Zucker.

Einige Studien geben einen Hinweis auf eine genetische Vorbelastung. Kinder mit ADHS haben in der Anamnese (medizinischen Vorgeschichte) häufige Ohrentzündungen (Otitis media), die zu inflationärem Antibiotikaeinsatz und damit zu einer Schädigung des Darmmikrobioms führen.

Es ist sehr schade, dass die meisten Eltern von Kindern mit ADHS nicht über mehr Optionen als die medikamentöse Behandlung und eventuell noch eine Verhaltenstherapie aufgeklärt werden. Natürlich hat die medikamentöse Therapie eine deutliche – und vor allem schnelle – Auswirkung auf die Symptome, aber zu welchem Preis? Sicher ist es toll, wenn ein Kind, das unaufmerksam war, auf einmal konzentriert arbeiten kann und in der Schule gut mitkommt. Was könnte schöner sein? Aber sind Sie auch über die Langzeitfolgen und Gesundheitsrisiken aufgeklärt worden?

Studien an Kindern, die Ritalin einnehmen, zeigen dass der PET Scan (Positronen-Emissions-Tomographie = bildgebendes Verfahren der Nuklearmedizin) immer noch hoch abnormal war, obwohl die Symptome gebessert waren.

Die meisten Ärzte sind natürlich sehr von der Pharmaindustrie beeinflusst und tendieren deshalb dazu, schnell den Rezeptblock zu zücken. Ärzten, die sich mehr mit den Auswirkungen der Ernährung auseinandersetzen, ist schon seit langer Zeit klar, dass Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten zu den Hauptauslösern eines ADHS gehören.

Und das ist auch keine neue Erkenntnis. Bereits 1985 erschien im Lancet eine Studie, die den Effekt verschiedener Nahrungsmittel auf 76 hyperaktive Kinder untersuchte (4). 79 % der Kinder hatten deutliche Verbesserungen in ihrer mentalen Aktivität, ihrer Impulskontrolle und ihrem Verhalten wenn sie Nahrungsmittel, auf die sie mit Unverträglichkeiten reagierten, nicht mehr aßen, und 28 Kinder zeigten sogar ein ganz normales Verhalten. Als die allergieauslösenden Nahrungsmittel wieder eingeführt wurden, zeigten alle Kinder wieder die hyperaktiven Symptome. Noch Fragen?

 Ursachen für das Auftreten eines ADHS

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Hier sind vor allem Zucker und Zusatzstoffe zu nennen (5). Manche ADHS-Kinder leiden auch an einer Unverträglichkeit von Milcheiweiß oder Gluten (6), sodass diskutiert wird, ob bei einer ADHS Diagnose eine Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) ausgeschlossen werden muss.
  • Schwermetallbelastung – besonders Blei ist in diesem Zusammenhang zu nennen. Dr. H.L. Needlemen von der Medizinischen Fakultät der Universität Pittsburgh hat einen klaren Zusammenhang zwischen den Bleikonzentrationen im Blut von Kindern und spezifischen ADHS Symptomen herausgestellt (7). Nachfolgende Studien haben gezeigt, dass diese Effekte häufig im Erwachsenenalter weiter fortbestehen. Auch Quecksilber wird mit ADHS in Zusammenhang gebracht. Es soll vor allem die kognitive Entwicklung bei Kindern verzögern.
  • Umweltgifte u.a. Tabakrauch, Pestizide und polychlorierte Biphenyle (PCB).
  • Mikronährstoffmangel. Schuld daran ist der Trend in Richtung Fertiggerichte und Fast-Food-Erzeugnisse. Ein Mikronährstoffmangel trägt in vielen Fällen dazu bei, die ADHS-Symptomatik zu fördern, da einige der Mikronährstoffe mittelbar und unmittelbar am Botenstoffwechsel beteiligt sind. So ist für die Bildung von Dopamin die Aminosäure Tyrosin erforderlich, und aus Tryptophan entsteht der stimmungsaufhellende Botenstoff Serotonin (8).
  • Fettsäuremangel. Das Nervensystem besteht zu über 50 Prozent aus Fett. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren machen einen großen Anteil des Gehirnfettes aus und beeinflussen damit sogar die Größe des Gehirns. Sie sind maßgeblich am Lernvermögen beteiligt und somit ausschlaggebend für die Fähigkeit zur Konzentration. Von großer Bedeutung sind Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren.
  • Aminosäurenimbalancen. S. Mikronährstoffmangel.
  • Methylierungsstörungen. Das Hinzufügen oder Entfernen von Methylgruppen bewirkt drastische Veränderungen, denn es schaltet wichtige Gene ein und aus. Unter anderem aktivieren Methylgruppen Serotonin (das Glückshormon) und Melatonin (für erholsamen Schlaf) sowie weitere Neurotransmitter (Nervenbotenstoffe), die für ein psychisches Gleichgewicht wichtig sind.
  • Darmdysbiose. Bei der Dysbiose ziehen sich die freundlichen Bakterien (z. B. Laktobakterien und Bifidobakterien) zugunsten der schädlichen Fäulnisbakterien zurück. Da die freundlichen Bakterien in Symbiose mit uns leben, wir also auf sie und ihre Arbeit angewiesen sind, wirkt sich ihr Verschwinden automatisch negativ auf das Befinden aus. Unter anderem kann die Abwesenheit der „guten“ Bakterien zu Nahrungsmittel-unverträglichkeiten und einem Mikronährstoffmangel beitragen.

Fazit

Bei meiner Arbeit treffe ich immer wieder auf Kinder mit der Diagnose ADHS. Die meisten Eltern wollen das Beste für ihr Kind und machen sich Gedanken darüber, ob die Medikation tatsächlich der richtige Weg ist. Und hier beginnt ihr Dilemma. Die meisten Ärzte suchen nicht nach den Ursachen für das ADHS, sondern erklären, dass die Medikation die einzige Chance auf Besserung der Symptomatik ist.

Der steinige Weg ist die Suche nach den Ursachen, aber nur er verspricht tatsächlich Hilfe bei dieser Erkrankung. Wie schon häufiger angemerkt, sind die Tabletten nur ein Herumdoktern an Symptomen, sie verändern nicht den zugrunde liegenden Krankheitsprozess. Und der kann – wie ich aufgezeigt habe – vielfältige Ursachen haben. Wenn Ihr Kind eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hat, dann sollte es das betreffende Nahrungsmittel nicht mehr essen und nicht eine Pille nehmen, die in die Reizübertragung im Gehirn hineinpfuscht. Eine Schwermetallbelastung sollte von jemandem, der etwas davon versteht, ausgeleitet werden. Sie verstehen, was ich meine…

Eins ist ganz klar – die Ursache für ein ADHS liegt nicht in einem Ritalin-Mangel.

 

(1) ADHS und Sucht: erste Erfahrungen in der Behandlung mit Atomoxetin.  https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-2005-858616

(2) Mortality associated with attention-deficit hyperactivity disorder (ADHD) drug treatment: a retrospective cohort study of children, adolescents and young adults using the general practice research database.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19810780?dopt=Abstract

(3) The Cult of Pharmacology. https://books.google.de/books?id=pil-29J020IC&pg=PA10&lpg=PA10&dq=pet+scan+and+ritalin&source=bl&ots=C7o9kAz9EE&sig=Mf9DAh8GYYd0MFleX7xUXA2b6hI&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwj7mJmRs9nUAhXF7RQKHT5cBvEQ6AEIMTAC#v=onepage&q=pet%20scan%20and%20ritalin&f=false

(4) Controlled trial of oligoantigenic treatment in the hyperkinetic syndrome. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2857900

(5) Foods and additives are common causes of the attention deficit hyperactive disorder in children. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8179235

(6) Association of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder and Celiac Disease: A Brief Report https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3184556/

(7) LEAD POISONING http://rachel.org/files/document/Lead_Poisoning.pdf

(8) http://www.adhs-ernaehrung.com/fachartikel/adhs-mikronaehrstoffmaengel

Verursacht Ihr Sonnenschutzmittel Hautkrebs

Sonnenschutzmittel, Sonnencreme, StrandSonnenstrahlen sind extrem gefährlich, sodass Sie sich ohne Sonnenschutzmittel ja nicht nach draußen trauen sollten. Das ist es jedenfalls, was die Boulevardpresse, aber leider eben auch die Ärzteschaft uns einreden wollen.

Vergessen Sie einfach, dass die Sonne das Leben auf der Erde erst möglich macht. Sie ist der Feind – der große Killer, der für Hautkrebs sorgt und dem man – wenn irgend möglich – aus dem Weg gehen sollte. Na ja, und wenn man dann schon nach draußen gehen muss, wenn die Sonne scheint, dann aber doch bitte wenigstens eingeweicht in Sonnencreme mit LSF 50 – 100. Lasst diese bösen Strahlen bloß nicht an eure Haut.

Bei der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft liest sich das dann so (1):

Während die Sonne scheint, sollen Sie sich so kurz wie möglich und vor allem nicht zur Mittagszeit im Freien aufhalten. Sie sollen nicht länger im Freien bleiben, als es Ihr Hauttyp erlaubt. Sie sollen an sonnigen Tagen Aktivitäten im Freien auf den Morgen oder Abend verlegen und Schatten aufsuchen. Sie sollen die Haut im Frühjahr und im Urlaub langsam an die Sonne gewöhnen, und Sie sollen auf jeden Fall einen Sonnenbrand vermeiden.

Ich stimme zu: Sie sollen auf jeden Fall einen Sonnenbrand vermeiden. Damit hören die Gemeinsamkeiten dann aber auch schon auf. Sollen wir tatsächlich die Sonne um alle Kosten meiden? Und was genau sind das für Kosten, die wir damit auf uns nehmen? Immerhin zeigen neuere Studien, dass der Gebrauch von Sonnenschutzmitteln, der in den letzten 30 Jahren so wahnsinnig angepriesen wird, möglicherweise mehr Schaden als Nutzen hat.

Sonnenschutzmittel blockieren die Vitamin D Produktion in der Haut – darauf weist immerhin sogar die Dermatologische Gesellschaft hin. Auf der Sonnencreme selber werden Sie diesen Hinweis eher nicht finden, obwohl er lebenswichtig ist. Warum? Nun, Vitamin D ist ein extrem wichtiges Hormon (es ist nämlich eigentlich kein Vitamin), das für Ihre Gesundheit und bei der Krebsprävention (Vorbeugung) eine Schlüsselrolle spielt. UUPS!

Zudem enthalten viele – auch bekannte – Sonnenschutzmittel giftige Substanzen, die von Ihrer Haut aufgenommen werden, in den Blutstrom und dann weiter in Ihren gesamten Körper gelangen. Die Frage stellt sich: Könnte das Zusammenwirken einer Vitamin D Blockade und die Effekte dieser giftigen Chemikalien womöglich ursächlich an der Entstehung von Hautkrebs beiteiligt sein? Und Sie werden sehen, es ist eine sehr berechtigte Frage.

Welche Hautkrebstypen werden unterschieden?

Die häufigsten Hautkrebsarten sind:

  • der sogenannte schwarze Hautkrebs (malignes Melanom)
  • der helle Hautkrebs. Zu diesem zählen das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzimon.

In Deutschland erkranken jährlich etwa 22.000 Menschen an einem malignen Melanom. Das maligne Melanom macht 4 % aller bösartigen Neubildungen aus und ist für etwa 1 % aller Krebstodesfälle verantwortlich. Die Fälle von hellem Hautkrebs werden in Deutschland nicht flächendeckend erfasst. Angaben einiger Krebsregister lassen aber darauf schließen, dass es jedes Jahr zu etwa 300 Neuerkrankungen an hellem Hautkrebs pro 100.000 Einwohner kommt. Dies führt dazu, dass in Deutschland jedes Jahr bis zu 170.000 Menschen an invasiven Formen des hellen Hautkrebses erkranken. Davon entfallen rund 80 % auf das Basalzellkarzinom, welches damit der häufigste bösartige Tumor beim Menschen überhaupt ist, und etwa 20 % auf das Plattenepithelkarzinom (2).

Sehen wir uns die einzelnen Hautkrebstypen mal genauer an.

Basalzellkarzinom

Der häufigste Hautkrebs überhaupt. Basalzellkarzinome traten früher typischerweise ab dem mittleren Lebensalter auf. Inzwischen sind auch viele junge Leute von diesem Krebs betroffen. Dieser Krebs wächst sehr langsam und metastasiert in der Regel nicht.

Plattenepithelkarzinom

Dieses wächst auch in tiefere Hautschichten ein und kann Metastasen bilden – allerdings nicht sehr häufig. Interessanterweise treten Plattenepithelkarzinome eher bei dunkelhäutigen Individuen in Hautarealen auf, die eher selten der Sonne ausgesetzt sind so wie die Fußsohlen oder die Handinnenflächen.

Malignes Melanom

Das maligne Melanom macht weniger als 2 Prozent der Hautkrebs-erkrankungen aus. Da es unbehandelt Metastasen bildet, handelt es sich aber auch um die Hautkrebserkrankung mit der höchsten Todesrate. Bei Frauen mittleren Alters entwickeln sich Melanome bevorzugt an den Beinen, bei Männern eher am Rumpf. Grundsätzlich kann ein Melanom jedoch an jeder Körperstelle, auch an Schleimhäuten und am Auge, auftreten.

Ein wichtiger Risikofaktor ist die wiederholte starke UV-Exposition z. B. durch Sonnenbaden. Dazu zählt auch die Nutzung von Solarien! Auch die Anzahl der schweren Sonnenbrände (v. a. in der Kindheit) ist ein Risikofaktor für das spätere Auftreten eines Melanoms.

Bedenklich ist, dass die Inzidenz des malignen Melanoms stark angestiegen ist.  Währen sie in den dreißiger Jahren in Mitteleuropa noch 1-2 pro 100.000 betrug, stieg sie in den sechziger Jahren auf 5 pro 100.000 und in den achtziger Jahren auf 7-14 pro 100.000 Einwohner an (3). In der gleichen Zeit wurde allerdings auch der Einsatz von Sonnencremes stark ausgeweitet. Und wie gesagt, den Menschen wird eher dazu geraten, die Sonne zu meiden und einen Sonnenschutz zu verwenden, als dass sie darauf hingewiesen werden, dass Vitamin D und gesunde Ernährung bei der Vorbeugung von Hautkrebs eine extrem wichtige Rolle spielen.

Verursachen Sonnenschutzmittel Hautkrebs?

Ärzte insgesamt, aber natürlich vor allem Hautärzte, geben der Sonne die Schuld am vermehrten Auftreten von Hautkrebserkrankungen, da sie nun einmal die größte Quelle von UV-Strahlung ist. Allerdings mehren sich – zum Glück – die Stimmen von Ärzten und Gesundheitsexperten, die auf dem neuesten Stand der Forschung sind und diesem Dogma widersprechen.

Tatsächlich sind der Lebensstil und die Ernährung deutlich wichtigere Faktoren bei der Entstehung von Hautkrebs als die Sonnenexposition. Bernard Ackerman, der Gründervater der Dermatopathologie, die sich mit dem Studium von Hauterkrankungen auf dem mikoroskopischen und molekularen Level widmet, hat die Problematik der Hautkrebserkrankung ausführlich untersucht. Er kommt zu dem Schluss, dass die Beweisführung dafür, dass Sonneneinstrahlung zu Hautkrebs führt widersprüchlich und nicht überzeugend ist (4):

„Während einige Studien einen gewissen Zusammenhang zwischen Sonnenexposition und Hautkrebs aufweisen, zeigen andere diesen Zusammenhang überhaupt nicht.“

Einer der weltweit führenden Experten für natürliche Krebsbehandlung, Dr. Leonard Coldwell, bestätigt, dass die Chemikalien in Sonnencremes die meisten Hautkrebserkrankungen hervorrufen und nicht etwa die Sonne (5).

Im Lancet erschien 2004 eine Studie, die aufzeigte, dass Menschen, die in geschlossenen Räumen arbeiten zweimal so häufig an Hautkrebs erkrankten wie Individuen, die mehr Zeit in der Sonne verbrachten (6). Die Autoren stellten fest:

„Paradoxerweise haben Menschen, die im Freien arbeiten ein niedrigeres Risiko an einem malignen Melanom zu erkranken als Menschen, die in geschlossenen Räumen arbeiten. Dies könnte bedeuten, dass chronische Sonneneinstrahlung einen schützenden Effekt haben könnte.“

Und warum genau bekommt die Öffentlichkeit ein ganz anderes Bild gemalt? Wie gesagt – wir streiten uns hier nicht über den Sonnenbrand. Da sollte inzwischen jedem klar sein, dass der nicht gesund ist. Aber es geht hier um die Empfehlung, die Sonne zu meiden und zwar vor allem in der Mittagszeit, wenn sie in den nördlichen Gefilden im Sommer gerade hoch genug steht, um den Körper zu veranlassen, Vitamin D zu produzieren (im Winter haben wir diese Möglichkeit durch die Sonne sowieso nicht, weil sie in unseren Breitengraden viel zu niedrig steht).

Niedrige Vitamin D Spiegel sind mit einer Vielzahl Gesundheitsprobleme assoziiert – inklusive Krebserkrankungen. Ein ausreichender Aufenthalt in der Sonne hilft dabei, die Vitamin D Spiegel zu optimieren. Wer Sonnencreme benutzt, behindert die körpereigene Vitamin D Produktion und könnte dadurch den Weg für eine Hautkrebserkrankung frei machen.

Sind Sonnenschutzmittel an sich gesundheitsschädlich?

Sonnencremes verhindern einen Sonnenbrand indem sie UVB Strahlen blockieren. Dadurch kann man länger in der Sonne bleiben. Der auf den Sonnenschutzprodukten aufgedruckte Lichtschutz- oder Sonnenschutzfaktor gibt einen Anhaltspunkt dafür, wie lange man sich mit dem Mittel in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Beispiel: Wer ungeschützt nach 15 Minuten eine rote Haut bekommt, soll unter dem Schutz eines Präparats mit Faktor 20 zwanzigmal länger brutzeln dürfen, bis sich der Sonnenbrand einstellt. Klingt theoretisch gut, praktisch wissen wir jedoch alle, dass das so nicht funktioniert.

Aber mal ganz abgesehen davon, dass Sie nicht mit einer Sonnencreme mit LSF 50 eingecremt 12,5 Stunden in der Sonne bleiben dürfen (allein diese Tatsache sollte einem schon klar machen, dass die Werbeversprechen eine einzige Lüge sind), haben wir noch ein paar andere Probleme.

  • Nicht nur der Sonnenbrand wird „blockiert“, sondern eben auch die Vitamin D Produktion, denn die wird durch UVB Strahlung angestoßen.
  • Viele Sonnenschutzmittel behaupten zwar von sich, dass sie auch UVA Strahlung reduzieren, das stellt sich jedoch in den meisten Fällen als Fake heraus. Dummerweise sind es aber gerade die UVA Strahlen, die die meisten Hautschäden hervorrufen. Sie blockieren also mit Sonnencremes das Frühwarnsystem der Haut (die Rötung auf die UVB Strahlen), das Ihnen sagt, Sie sollten mal in den Schatten gehen, und lassen gleichzeitig die schädliche UVA Strahlung (die keine Frühwarnsymptome auslöst) ungehindert mit verlängertet Zeitdauer (schließlich hat Ihre Sonnencreme ja einen hohen LSF) auf Ihre Haut einwirken. Das klingt jetzt wirklich ziemlich bescheuert, finden Sie nicht auch?
  • Viele Sonnenschutzmittel enthalten krebserregende Chemikalien, die wenn Sie gut eingeschmiert in der Sonne liegen, direkt in Ihre Haut eingebrannt werden, in den Blutstrom gelangen und die Leber mit Giftstoffen überschwemmen.

Toxine in Sonnenschutzmitteln

Octylmethoxycinnamat (Octinoxat)

Chemisch handelt es sich um ein Gemisch zweier Zimtsäureester. Octinoxat bietet Schutz vor UVB-Strahlung. Es ist wegen seiner Wirkung als endokriner Disruptor auf das östrogene Hormonsystem umstritten. Bei Sonnenexposition treten toxische Wirkungen vermehrt auf.

Titandioxid

Wird ebenfalls häufig als UV-Blocker verwendet. Das macht auch keine Probleme solange es sich um normal große Titandioxid-Partikel handelt. Da diese aber einen unschönen weißen Film auf der Haut hinterlassen, sind Sonnenschutzproduzenten dazu übergegangen, Nanopartikel zu verwenden. Diese haben den Nachteil, dass sie die Hautbarriere überwinden können und zu Erbgutschädigungen führen (7).

Oxybenzon

Ist nach deutscher Kosmetikverordnung als Sonnenschutz zugelassen, obwohl es genügend Hinweise auf seine krebserregende Wirkung gibt, die besonders unter Sonneneinwirkung auftritt.

Dieser Stoff ist auf der Inhaltsliste unter Benzophenone-3 zu finden. UV-Strahlen werden durch den Filter auf der Hautoberfläche von Licht zu Wärme umgewandelt. Dieser Prozess kann jedoch Hautzellen schädigen. Außerdem kann Oxybenzon Allergien auslösen und den Hormonhaushalt gewaltig durcheinanderbringen.

Besonders gefährlich: Die Chemikalie wirkt sehr stark photosensibilisierend. Die Haut wird durch den UV-Filter immer empfindlicher. Eine geringe Sonnenstrahlung reicht dann meist schon aus, um Rötungen, Jucken oder sogar Hautverbrennungen hervorzurufen. Ergo: Der Filter wirkt kontraproduktiv. Trotzdem ist er nach wie vor in vielen Sonnenschutzprodukten enthalten.

Vitamin A Derivate wie Retinol oder Retinylpalmitat

Auch diese Substanzen wandeln sich unter Sonneneinstrahlung in Karzinogene um (8).

Sie sehen also, bei der Anwendung von Sonnenschutzmitteln ist extreme Vorsicht geboten.

Weshalb Vitamin D3 so wichtig ist

Vitamin D ist – da unser Körper es selber herstellen kann – eigentlich kein Vitamin – sondern ein Hormon. Es wird bei genügender Sonnenexposition unter Zuhilfenahme von Cholesterin in der Haut gebildet.

Vitamin D erfüllt eine Menge Aufgaben im Körper. So ist es wichtig für:

  • Aufbau und Erhalt der Knochen
  • Funktion des Immunsystems
  • Schutz vor diversen Krebserkrankungen (u. a. Hautkrebs).

Ein chronischer Vitamin D Mangel (Blutspiegel unter 50 ng/ml) ist in Deutschland häufig (zu wenig Sonne + zu viel Sonnenschutz) und führt zu einer Vielzahl von Erkrankungen – und eben auch Krebs. Lassen Sie sich also unbedingt testen.

Sonnenbaden ohne Reue

Sicheres Sonnenbaden führt nicht zu Hautkrebs. Zwei Studien aus dem Jahr 2005 geben Hinweise darauf, dass „Sonnenstrahlen einen günstigen Einfluss sowohl auf die Inzidenz (Häufigkeit) als auch den Verlauf von Krebserkrankungen haben können“ (9, 10).  Auch sie unterstreichen die Rolle von Vitamin D in der Krebsprävention und Therapie.

Generell wird empfohlen täglich 15 – 30 Minuten in die Sonne zu gehen, um ausreichende Vitamin D Level aufrechtzuerhalten. Dunkelhäutige Menschen müssen sich länger in der Sonne aufhalten, da sie mehr UVB Strahlung absorbierendes Melanin in der Haut haben.

Am besten fangen Sie mit 10 Minuten an und arbeiten sich langsam auf 30 Minuten hoch (es sei denn, Sie haben sehr helle Haut). Achten Sie darauf, dass keine starke Rötung auftritt. Wenn Sie sich länger in der Sonne aufhalten müssen, sollten Sie lieber einen Hut und sonnenprotektive Kleidung tragen als Sonnencreme zu nehmen.

Eine leichte Bräunung ist ein natürlicher Sonnenschutz. Übrigens sollten Sie nach dem Aufenthalt in der Sonne für mindestens 12 Stunden darauf verzichten, die Haut zu waschen, damit der Körper das Vitamin D, das er produziert, auch aufnehmen kann.

Eine schwedische Studie, die im Jahr 2014 im Journal of Internal Medicine erschien, untersuchte fast 30000 Frauen über einen Zeitraum von 20 Jahren (11). Die Forscher stellten fest, dass die Frauen, die sich am wenigsten in der Sonne aufhielten, ein erhöhtes Risiko für Melanome aufwiesen und doppelt so häufig an irgendeiner Krebserkrankung verstarben wie Frauen, die sich häufiger in der Sonne aufhielten. Tja, für Frauen scheinen die populären Empfehlungen ein gewisses Krebsrisiko zu beinhalten.

Wenn Sie Sonnenschutzmittel verwenden wollen, dann achten Sie auf jeden Fall darauf, dass das von Ihnen gewählte Produkt keine krebserregenden Stoffe enthält. Sie können die Inhaltsstoffe in die Datenbank der Environmental Working Group Skin Deep eingeben, um Informationen über eine womögliche Toxizität zu erhalten.

Zinkoxid (nicht als Nanopartikel!) kann in der Sonne sicher angewendet werden und ist bei der EWG die erste Wahl für den Sonnenschutz. Es bietet größeren Schutz gegen UVA Strahlung als andere Substanzen. Natürliche Zutaten wie Kokosöl oder Sheabutter sind ebenfalls sicher. Sie pflegen und schützen die Haut.

Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, dass Ihr Sonnenschutz keine schädlichen Substanzen enthält, dann machen Sie ihn doch einfach selbst. Ich benutze schon seit Jahren nur noch selbst hergestellte Sonnencreme und habe damit super Erfahrungen gemacht. Keinen Sonnenbrand – selbst bei einem Sommerurlaub in Kalifornien und häufigen Aufenthalten am Meer. Es geht einfach und schnell. Ein Rezept finden Sie hier.

 

(1) http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-052OLp_S3_Praevention_von_Hautkrebs_2016-09.pdf

(2) https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/hautkrebs/malignes-melanom-schwarzer-hautkrebs/definition-und-haeufigke.html

(3) Informationen für Patienten zum Malignen Melanom. http://klinikum.uni-muenster.de/index.php?id=3729

(4) Another Dissident Dermatologist. http://chetday.com/sunskincancer.htm

(5) https://www.ihealthtube.com/video/sunscreen-causes-not-prevents-skin-cancer

(6) Is there more than one road to melanoma?http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(04)15649-3/fulltext

(7) Titanium dioxide nanoparticles induce DNA damage and genetic instability in vivo in mice. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3873219/

(8) https://www.ewg.org/skindeep/ingredient/705545/RETINYL_PALMITATE_(VITAMIN_A_PALMITATE)/#

(9) Ultraviolet radiation exposure and risk of malignant lymphomas. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15687363

(10) Sun exposure and mortality from melanoma. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15687362

(11) Avoidance of sun exposure is a risk factor for all-cause mortality: results from the Melanoma in Southern Sweden cohort. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/joim.12251/abstract

Die Biggest Loser – katastrophale Auswirkungen auf den Stoffwechsel

Wieder einmal ist eine Staffel der Biggest Loser zu Ende, und die Gewinnerin Alexandra freut sich (noch) über 53,2 kg Gewichtsverlust (1). Zu diesem Gewichtsverlust kam es über einen Zeitraum von 11 Wochen, in der die Kandidaten ausgehungert und physisch wie psychisch malträtiert wurden.

Jetzt kann man sich natürlich zunächst mal die Frage stellen, ob es wohl gesund ist, so abzunehmen. Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass die Antwort hierauf ein ganz klares NEIN! sein muss. Und diese Antwort ist nicht nur deshalb richtig, weil hier Menschen als Freaks absolut zur Schau gestellt werden, sondern vor allem auch aus medizinischer Sicht.

Ich denke, die meisten Menschen haben schon mal eine Diät gemacht, weil die Bikinifigur wieder nicht gepasst hat oder es so lästig ist, wenn die Fettröllchen (oder auch mehr) über den Hosenbund hängen. Und jeder weiß auch, wie schwer es ist, ein durch Hungern erzieltes neues Gewicht zu halten. Wir bezeichnen das als JoJo-Diät, und jedesmal wenn das Ausgangsgewicht wieder erreicht (oder sogar überschritten wird), wird es bei der nächsten Diät ein bisschen schwerer, wieder abzunehmen.

Und das ist auch schon der Knackpunkt. KEINE Diät, bei der Sie hungern müssen, um abzunehmen, wird auf Dauer erfolgreich sein. Aber warum ist das so?

Sie können nicht gegen Ihren Sollwert ankämpfen

Unser Körper hat einen bestimmten Sollwert, was das optimale Gewicht anbelangt (genauso wie wir zum Beispiel einen Sollwert für die Körpertemperatur, für den pH Wert des Blutes und für den Blutzuckerwert haben). Ihr Körper wird alles tun, um diesen Sollwert zu verteidigen.

Jetzt fragen Sie sich, warum hat mein Körper dann einen Sollwert, der im übergewichtigen Bereich liegt? Nun, zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass Ihr Körper nichts ohne Grund tut. Weder sagt er, eine Wespentaille ist so hübsch, deshalb setze ich meinen Sollwert einfach mal runter, noch entscheidet er sich dafür, dass eine Fettschicht womöglich einen Überlebensvorteil in einer kommenden Eiszeit darstellt. Er wird den Sollwert aus ganz bestimmten Gründen erhöhen.

Hierzu kann es kommen, weil:

  • Sie nicht genug Nährstoffe essen, da ein Großteil der Kalorien, die sie aufnehmen aus wertlosen Kohlenhydraten (raffiniertes Mehl und Zucker) besteht oder – fast noch schlimmer – Ihre Nahrungsmittel enthalten Antinährstoffe, die die Nährstoffaufnahme verhindern. Ihr Gehirn stellt fest, diese Nahrung enthält nicht die Mineralien und Vitamine, die mein Körper braucht, und meldet: Hunger! Und tatsächlich gibt es häufig dieses Paradox, dass übergewichtige Menschen mangelernährt sind.
  • Sie haben sehr viel Stress, und dabei kann es sich um psychischen Stress durch einen nervigen Chef, aber auch um physischen Stress durch zu wenig Schlaf oder Nahrungsmittelallergien handeln. Für Ihren Körper befinden Sie sich in einem Überlebenskampf. Und um Ihr Überleben zu sichern, wird er jede einzelne Kalorie verteidigen, die Sie in Ihren Fettzellen aufbewahren.
  • Sie nehmen viele Giftstoffe auf. Dies kann sowohl durch die Nahrung als auch zum Beispiel über Körperpflegemittel und Reinigungsmittel passieren (von der Luft mal ganz zu schweigen). Ihr Körper weiß, Giftstoffe im Blutstrom sind sehr ungesund. Die müssen also anderweitig untergebracht werden, wenn Sie sie nicht ausscheiden können (bei einer durchschnittlichen Stuhlfrequenz von 2 – 4 mal pro Woche schwierig). Und was bietet sich da an? Nun, man verpackt diese Giftstoffe einfach in Fettzellen und lagert sie im Fettgewebe ein. Das ist übrigens auch ein Grund dafür, warum viele Menschen sich beim Abnehmen wirklich schlecht fühlen. Sie werden von den freigesetzten Giftstoffen praktisch überrannt.

Wie man sich seinen Stoffwechsel kaputt macht

So, und nun gucken wir uns mal an, was die Biggest Loser machen. Immerhin sieht ihre Diät besser aus als die des Normaldeutschen. Sie sollen auf Kohlenhydrate in Form von raffiniertem Mehl und Zucker verzichten, außerdem viel Gemüse essen. Das ist ja schon mal gut. Aber leider habe ich bei der Diät irgendwie keine gesunden Fette gefunden (okay, Nüsse kamen vor). Das heißt dann wohl, dass die Kandidaten hungern müssen (übrigens bezeichnet man Diäten mit weniger als 1500 kcal täglich als Hungerkur – nicht etwa erst diese irrsinnigen 800 kcal Diäten).

Was macht also der Körper? Wie oben erklärt, bedeutet: Hunger! dass die Schilddrüse die Stoffwechselrate auf ein Minimum reduziert, damit möglichst viel Energie (in Form von Fettreserven) gespeichert werden kann. Damit sichert Ihr Körper, dass Sie eine längerdauernde Hungersnot überstehen können.

Natürlich schafft der Körper das nicht mehr, wenn dazu jeden Tag auch noch ein mehrstündiges Trainingsprogramm kommt. Aber es gibt ihm noch mehr Gründe zu glauben, dass Ihre Umwelt eher lebensfeindlich ist und es nun gilt, genug Kraft aufzubringen, Essen zu finden, um ein Überleben zu gewährleisten bis zu einer Zeit, wo wieder mehr Essen vorhanden ist.

Zu diesem Punkt ein kleiner Exkurs in die Ernährungsphysiologie.

Das Minnesota Experiment

Ancel Keys (das ist der Mann, dem wir den Cholesterin-Schlamassel verdanken) führte 1944/45 ein Semi-Starvation Experiment (zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben) an 36 gesunden Freiwilligen durch (2).

Laut Versuchsaufbau sollten die Männer 25 Prozent ihres normalen Körpergewichts abnehmen. In den ersten drei Monaten erhielten sie 3200 kcal pro Tag, in den nächsten sechs Monaten dann nur noch 1570 kcal, gefolgt von einer dreimonatigen auf 2000 – 3200 kcal eingeschränkten Rehabilitationsphase und schließlich acht Wochen mit uneingeschränkter Kalorienaufnahme.

Während der Hungerphase kam es zu dramatischen Änderungen. Nicht nur, dass die Männer hager aussahen, es gab auch signifikante Abfälle in ihrer Muskelkraft, Ausdauer, Körpertemperatur, Herzfrequenz und im Geschlechtstrieb. Psychologische Veränderungen traten ebenfalls auf. Durch den Hunger beschäftigten sich die Männer zwanghaft mit Essen. Sie träumten sogar vom Essen. Außerdem berichteten die Probanden von Müdigkeit, Reizbarkeit, Apathie und Depressionen. Rein subjektiv hatten sie das Gefühl in ihren kognitiven Fähigkeiten eingeschränkt zu sein, was aber in objektiven Tests nicht nachgewiesen werden konnte.

Während der Rehabilitationsphase mit uneingeschränkter Kalorienaufnahme kam es bei einigen Männern zu Fressanfällen (auch das dürfte vielen Diätveteranen sehr bekannt vorkommen).

Soweit das Experiment und zurück zu unseren Biggest Losern.

Unter diesen Bedingungen hat der Körper also nicht die Gewissheit, dass er gefahrlos den Sollwert nach unten verstellen kann, weil genug Nährstoffe da sind, sondern ganz im Gegenteil. Er wird gezwungen, seine Fettreserven aufzugeben. Aber Sie können sicher sein, er wird nur umso fester an seinem Sollwert festhalten, wenn er nach der „Hungersnot“ (Diät) wieder an Kalorien kommen kann.

Und genau diesen Effekt belegte eine Studie, die letztes Jahr im Journal Obesity veröffentlicht wurde (3). In dieser Studie wurde gezeigt, dass kaum einer, der ehemaligen Biggest Loser Teilnehmer, seine Gewichtsabnahme über sechs Jahre halten konnte. Im Gegenteil, einige waren nach dieser Zeit schwerer als vorher.

Dabei war es den Forschern schon klar, dass fast jeder, der bewusst sein Gewicht reduziert – selbst wenn er mit Normal- oder Untergewicht anfängt – hinterher eine niedrigere Stoffwechselrate hat. Deshalb waren sie auch nicht überrascht, dass die Biggest Loser Teilnehmer am Ende der Staffel einen verlangsamten Stoffwechsel hatten.

Was sie aber schon schockierte war das, was als nächstes passierte. Mit jedem weiteren Jahr, das verging, stiegen die Zahlen auf der Waage, und die Stoffwechselrate der Teilnehmer erholte sich nicht. Sie wurde sogar noch langsamer, und sie nahmen weiter und weiter zu. Es sah so aus, als würden ihre Körper unbedingt wieder ihr Ausgangsgewicht erreichen wollen (der Sollwert lässt grüßen).

Einer der Ärzte der Show, Robert Huizenga, sagte, dass ihm klar gewesen sei, dass die Stoffwechselrate der Teilnehmer nach der Show niedriger sein würde, aber er hätte gehofft, dass die Absenkung geringer ausfallen würde. Er stellte aber in Frage, ob die Messungen nach sechs Jahren tatsächlich akkurat seien. Er erklärte: „Die Gewichtsabnahme zu erhalten ist schwierig. Deshalb sage ich den Teilenehmer, dass sie mindestens neun Stunden pro Woche Sport treiben und ihre Ernährung streng überwachen müssen, um ihr Gewicht niedrig zu halten.

Neun Stunden pro Woche sport und über jede Kalorie nachdenken? Da kann man wohl von stressinduzierter Gewichtszunahme durch Übertraining und psychischen Stress sprechen.

Nur ein Beispiel: Danny Cahill, ein Teilnehmer der 8. Staffel der NBC Serie, nahm mehr als 50 kg wieder zu, und seine Stoffwechselrate war so niedrig, dass er – nur um sein Gewicht von 250 Pfund zu halten – 800 kcal pro Tag weniger essen darf als ein typischer Mann seiner Größe. Alles andere lagert sein Körper sofort als Fett ein. Seine Stoffwechselrate ging in diesen sechs Jahren kontinuierlich nach unten, sodass anzunehmen ist, dass er irgendwann Essen nur noch anzusehen braucht um zuzunehmen (das ist jetzt natürlich ein bisschen überspitzt, aber Sie sehen wohin die Reise geht.

Stress bedeutet für den Körper einen Kampf ums Überleben

Und natürlich fährt sein Körper die Stoffwechselrate immer weiter runter! Dieser Mann ist super gestresst und isst unzureichende Kalorien. Was soll sein Körper denn sonst tun!

Seit 50 Jahren bekommen wir zu hören: Esst weniger und bewegt Euch mehr! Und hat es irgendetwas gebracht, außer dass Jahr für Jahr die Menschen immer dicker werden? Es funktioniert so einfach nicht. Kein Mensch kann nach diesem Paradigma abnehmen, und es wird Zeit, dass wir das endlich einsehen.

„Es ist Wahnsinn wieder und wieder das gleiche Vorgehen anzuwenden und zu erwarten, dass man das nächste Mal ein besseres Resultat bekommt.“ (Albert Einstein)

Abnehmen ist als erstes mal kein Sprint. Diese ganzen Diäten, die Ihnen erzählen, dass Sie innerhalb von 2 – 4 Wochen Ihr Traumgewicht erreichen, sind einfach schwachsinnig. Wie lange hat es denn gedauert, bis Sie das Gewicht erreicht haben, das Sie jetzt loswerden wollen? Ich wette, länger als 1 Monat.

Abnehmen hat vor allem auch mit der richtigen Einstellung zu tun. Sie sollten sich über Ihre Ziele klar werden. Was bringt es Ihnen, wenn Sie 10, 20 oder 30 kg weniger wiegen? Müssen Sie vielleicht weniger Medikamente nehmen, oder fällt es Ihnen leichter, mit Ihren Kindern zu spielen? Dafür lohnt es sich, seine Essgewohnheiten umzustellen.

Richtiges Abnehmen funktioniert nur, wenn Ihr Körper das Gefühl hat, dass es für ihn sicher ist, den Sollwert nach unten zu verstellen. Das hat mit der Aufnahme lebenswichtiger Nährstoffe (ja, auch und vor allem Fette), mit Stressabbau und mit Schlaf (!!!) zu tun. Drei Wochen Almased, Kohlsuppe- oder Schokoladendiät (ungelogen, auch mit der hat schon jemand abgenommen) hilft Ihnen dabei nicht weiter. Im Gegenteil, Sie werden einen Großteil dieser drei Wochen damit verbringen, sich vorzustellen, was Sie als erstes essen, wenn die Diät vorbei ist.

Die westliche Ernährung führt zu Übergewicht

Ich kann es (leider) nur immer wiederholen. Eine Ernährung, die zu über 60 Prozent aus Kohlenhydraten (die meisten davon in Form raffinierter Mehle und Zucker) besteht, in der ranzige Pflanzenöle als herzgesund vermarktet werden und Tierfleischkonsum verdammt wird, weil dadurch die Klimaerwärmung zunimmt (was man umgehen könnte, wenn die Kühe wieder auf der Weide stehen dürften), ist nicht dafür geeignet, ein Wunschgewicht zu erreichen oder zu halten.

Sie brauchen sich nur um zusehen und werden feststellen, dass die meisten Leute heutzutage mit Backwaren in der Hand herumlaufen (wann sind wir eigentlich auf die Idee gekommen, dass wir ständig essen müssen?). Nach wie vor wird Müsli mit fettarmer Milch und Orangensaft (alles Zuckerbomben) als ein gesundes Frühstück verkauft, ohne das Sie den Tag nicht beginnen sollten.

Ärzte, die Diabetiker behandeln, empfehlen diesen eine fettarme Diät mit Vollkornprodukten und als zweites Frühstück ein Stück Obst. Äh, hat schon mal irgendjemand was von Glucose gehört? Die soll für Diabetiker gar nicht mal so gut sein.

Was ich damit sagen will, ist, schmeißen sie die ganzen Ernährungs-empfehlungen der letzten 50 Jahre auf den Müll (dort gehören sie hin). Kramen sie stattdessen mal wirklich alte Fotoalben heraus – ich meine so die von den Großeltern und Urgroßeltern. Hoffentlich haben Sie noch welche. Fällt Ihnen was auf? Diese Menschen waren normalgewichtig. Ja, vielleicht war auch mal ein etwas dickerer dabei, aber nicht in dem Maße wie Sie es heute sehen. Und sie haben Tierfette gegessen und Bio-Gemüse, denn damals haben Chemiekonzerne noch nicht die Äcker vergiftet.

Diese Menschen haben morgens kein Müsli gegessen, sondern ein Bauernfrühstück (für die, die das nicht kennen, das sind Kartoffeln, Speck und Eier gebraten in Butter). Und nicht nur, dass sie nicht zu dick waren, sie sind auch nicht reihenweise am Herzinfarkt gestorben. Und wenn wir schon dabei sind, auch die Zahlen für Diabetes und Krebserkrankungen lagen deutlich niedriger. Aber ich merke schon, da kann ich noch eine ganze Menge Fässer aufmachen.

Letzten Endes läuft es ganz einfach darauf hinaus: Gesundes Abnehmen schaffen Sie nicht mit einer Diät. Gesundes Abnehmen heißt, dass Sie Ihre Essgewohnheiten umstellen – und zwar dauerhaft. Und wenn Sie schon dabei sind, stellen Sie vielleicht Ihre Schlafgewohnheiten und Ihre Stressbewältigungsstrategien gleich mit um – denn dann wird ein Schuh draus. Der Sollwert für ihr Körpergewicht wird von Hormonen gesteuert, und die haben keinen Taschenrechner.

Schade Alexandra, Du hast sehr viel mehr als nur Gewicht verloren.

 

(1) http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Gewinnerin-Alexandra-nahm-bei-The-Biggest-Loser-53-2-Kilo-ab-id41083326.html

(2) The psychology of hunger. https://www.apa.org/monitor/2013/10/hunger.aspx

(3) Persistent metabolic adaptation 6 years after “The Biggest Loser” competition.   http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/oby.21538/full

 

12 Schritte wie Sie Ihr Immunsystem wieder unter Kontrolle bringen

Mehr als vier Millionen Deutsche leiden an einer Autoimmunerkrankung, das heißt ihr Immunsystem wendet sich gegen den eigenen Körper. Diabetes Typ I, Morbus Crohn, rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose und Hashimoto Thyreoiditis sind die bekanntesten Autoimmunerkrankungen. Aber auch bei Schizophrenie und Autismus vermutet man inzwischen autoimmune Ursachen.

Wenn Sie ebenfalls betroffen sind, ist es unabdingbar, dass Sie die Ursache für diese Autoimmunerkrankung herausfinden. Diese Ursache muss behandelt werden, damit die Symptome gestoppt und im besten Fall sogar wieder rückgängig gemacht werden können.

Schulmediziner behandeln nur die Symptome – zum Beispiel mit Medikamenten, die entzündungshemmend wirken oder das Immunsystem unterdrücken. In der Regel werden Sie Ihnen erzählen, dass es keine Möglichkeit gibt, diese Erkrankungen zu heilen und dass Sie die Medikamente Ihr Leben lang einnehmen werden müssen.

Das ist aber schlichtweg die falsche Herangehensweise, denn die auslösenden Faktoren werden nicht behandelt. Kurzfristig verschafft Ihnen so eine Therapie vielleicht Erleichterung, aber langfristig hilft sie Ihnen nicht weiter. Wenn Sie nur Symptome behandeln und die Ursache nicht abstellen, laufen Sie Gefahr, noch weitere Autoimmunerkrankungen zu entwickeln. Außerdem kann die längerfristige Behandlung mit immunsuppressiven Medikamenten (Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken) dazu führen, dass Sie an schweren Infektionen oder Krebs erkranken.

Es kann ein schwieriger Prozess sein, herauszufinden an welcher Autoimmunerkrankung Sie leiden. Die Symptome können unspezifisch sein – Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, Depression, Verdauungsprobleme – und die Schilddrüse, das Gehirn, die Haut oder andere Organe betreffen. Sie und Ihr Arzt müssen eine Menge Detektivarbeit leisten, um die mögliche(n) Ursache(n) herauszufinden. Welche Infektionen, Toxine, Nahrungsmittelallergien könnten ursächlich sein. Und wie sieht es mit einem Leaky Gut aus?

12 Schritte zur Diagnose und Therapie einer Autoimmunerkrankung:

  1. Prüfen Sie, ob versteckte Infektionen vorliegen – Pilze, Viren, Bakterien, Borelliose. Hierzu muss Ihr Arzt einige Labortests veranlassen. Bestehende Infektionen müssen natürlich behandelt werden.
  2. Verzichten Sie auf Nahrungsmittel, die Sie nicht vertragen. Entweder lassen Sie einen Allergietest durchführen oder Sie nehmen die Sache selbst in die Hand und machen für 30 Tage eine Eliminationsdiät. Bei dieser Diät verzichten Sie auf 8 Nahrungsmittel, die bei sehr vielen Menschen Unverträglichkeiten hervorrufen. Es handelt sich dabei um: Getreide, Milch und Milchprodukte, Nachtschattengewächse (Kartoffeln, Tomaten, Paprika u.a.), Eier, Soja, Zucker und Süßstoffe, Erdnüsse und Mais. Und keine Angst, es ist noch genug übrig, das Sie essen können.
  3. Lassen Sie sich auf Zöliakie testen. Ein Problem hierbei ist allerdings, dass eigentlich nur ein positiver Test Ihnen wirklich weiterhilft. Ein negativer Test schließt eine Glutenunverträglichkeit nicht aus. Ein Test auf Glutenunverträglichkeit wird nur von Cyrex Labs in den USA angeboten und ist für Deutschland nicht verfügbar. Da Gluten aber einer der Hauptverursacher des Leaky Gut Syndroms ist und dieses eine Vorbedingung für die Entwicklung einer Autoimmunerkrankung darstellt, sollten Sie eh darauf verzichten.
  4. Lassen Sie sich auf Schwermetallvergiftungen untersuchen. Quecksilber (zum Beispiel aus den beliebten Amalgamfüllungen) und andere Schwer-metalle können Autoimmunerkrankungen verursachen.
  5. Sind Sie in Ihrer Wohnung oder an Ihrem Arbeitsplatz Schimmelpilzen ausgesetzt? Auch diese können Autoimmunerkrankungen auslösen.
  6. Heilen Sie Ihre Darmschleimhaut.  Prädestiniert hierfür ist Knochenbrühe, weil Sie sämtliche Bausteine enthält, die Ihr Darm für die Reparatur benötigt. Glutamin (nicht Glutamat) als Nahrungsergänzung ist ebenfalls hilfreich.
  7. Essen Sie vermehrt Nährstoffe, die eine optimale Immunfunktion unterstützen. Hierzu zählen Nahrungsergänzungsmittel wie Fischöl (1 – 3 g DHA und EPA täglich), Vitamin C (2 – 5 g täglich), Vitamin D (5000 – 10000 IE täglich), Selen (200 mcg täglich), Zink (25 mg täglich). Zusätzlich zu hochdosiertem Vitamin D sollten Sie immer auch Vitamin K2 (200 mcg täglich) nehmen, damit es nicht zur Arterienverkalkung kommt.
  8. Essen Sie außerdem Nährstoffe, die ein gesundes Darmmikrobiom (die Bakterien in Ihrem Darm) unterstützen. Hierzu gehören fermentierbare Ballaststoffe aus Obst und Gemüse, die die guten Darmbakterien ernähren sowie fermentierte Nahrungsmittel (zum Beispiel Sauerkraut), die diese guten Bakterien enthalten.
  9. Treiben Sie regelmäßig Sport. Sport wirkt antiinflammatorisch solange Sie es nicht übertreiben. Also besser ein kurzes HIIT Training als langes konventionelles Ausdauertraining. Wichtig ist, dass Sie immer in Bewegung bleiben.
  10. Senken Sie Ihren Stresslevel durch Tiefenentspannung wie Yoga, Tai Chi, Atemübungen, Biofeedback oder Massage.
  11. Gehen Sie in die Sonne, und lassen Sie die Sonne an Ihre Haut. Das verbessert Ihre Versorgung mit Vitamin D , senkt Stress und macht gute Laune.
  12. Stellen Sie sicher, dass Sie rechtzeitig ins Bett gehen und genug Schlaf bekommen. Ihr Körper braucht diese Zeit, um sich zu regenierieren.

Wenn Sie diese Tipps befolgen, werden Sie feststellen, dass Ihr Gesundheitszustand sich deutlich bessert und Medikamente reduziert oder im günstigsten Fall sogar abgesetzt werden können. Es ist sicherlich mehr Arbeit, als nur schnell eine Pille einzuwerfen. Aber das sollten Sie sich wert sein.

 

 

 

 

 

Toxine in Kosmetika

Wenn wir an Umweltgifte denken, dann fallen uns Sachen ein wie Luftverschmutzung, Wasserverschmutzung, Quecksilber in Fischen etc. Diese Toxine sind natürlich wichtig, und wir sollten eine Exposition möglichst gering halten. Eine weitere Klasse von Giftstoffen wird aber häufig nicht berücksichtigt. Es handelt sich dabei um Toxine, denen wir uns tagtäglich mehrmals und sogar freiwillig aussetzen. Dies sind die Giftstoffe in Kosmetika und Reinigern.

Zunächst einmal muss man sich klar machen, dass unsere Haut das größte Organ unseres Körpers ist. Alles, was wir auf die Haut aufbringen, wird resorbiert und gelangt wenig später in den Blutkreislauf. Deshalb sollte man bei Kosmetika darauf achten, dass nichts auf die Haut kommt, das man nicht auch essen würde . Ich meine mal wirklich: 2-Bromo-2-Nitropropane-1,3-Diol, 5-Bromo-5-Nitro1,3-Dioxane. Was soll ihr Körper damit anfangen?

Was aber ist tatsächlich drin in Seifen und Kosmetika? Hier ist eine Liste, der am häufigsten verwendeten schädlichen Inhaltsstoffe.

  • Imidazolidinyl Urea. Es handelt sich um einen Konservierungsstoff mit antimikrobieller Wirkung. Er wird häufig zusammen mit Parabenen eingesetzt. Imidazolidinyl Urea bildet Formaldehyd (die Chemikalie, in die Leichen eingelegt werden, um sie zu konservieren). Es kann Allergien verursachen und ist fraglich kanzerogen (krebsauslösend).
  • Formaldehyd freisetzende Chemikalien. Imidazolidinyl Urea ist nicht der einzige Formaldehydabspalter, der in Kosmetika eingesetzt wird. Weitere Chemikalien, die in Formaldehyd umgewandelt werden sind: DMDM Hydantoin, Diazolidinyl Harnstoff, Methenamin und Quarternium 15.
  • Parabene. Auch sie werden als Konservierungsstoffe eingesetzt. Wie man inzwischen weiß, greifen sie in den Hormonhaushalt ein. Fragliche kanzerogene Wirkung.
  • Phthalate. Es handelt sich um Weichmacher für Plastik. Zusätzlich zu den offensichtlichen Anwendungen (Plastikverpackungen und -tüten) werden sie auch in Kosmetika und Spülmitteln angewendet. Sie stehen in Verdacht Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen. Phthalate gehören zur Gruppe der hormonwirksamen Stoffe (auch endokrine Disruptoren (ED) oder hormonelle Schadstoffe genannt). Diese endokrinen Disruptoren greifen in das Hormonsystem ein, das den gesamten Stoffwechsel steuert, und führen so z.B. zur Adipositas (Fettleibigkeit). Sie können Sexualhormone imitieren und dadurch zur Vermännlichung (Frauen) oder Verweiblichung (Männer) führen. Außerdem führen sie bei Mädchen zu verfrühter Pubertät und erhöhen das Brustkrebsrisiko. Bei Kindern kann es zu Entwicklungsverzögerungen kommen, und auch die Entwicklung des Fötus wird durch endokrine Disruptoren nachteilig beeinflusst. Insgesamt gesehen, möchte man diese Stoffe nicht im Körper haben! Kosmetikhersteller behaupten übrigens immer wieder, dass diese Stoffe ja nur in sehr geringer Konzentration in ihren Produkten vorhanden sind. Man weiß allerdings, dass bei endokrinen Disruptoren weniger häufig mehr ist, d. h. der Schaden geht gerade von niedrigen Dosierungen aus.
  • Diethanolamin (DEA)/Triethanolamin(TEA). Wird zur pH Einstellung verwendet. Es kann zu Irritationen der Haut, des Auges und des respiratorischen Systems (der Atumungsorgane) kommen. Zusammen mit anderen chemischen Verbindungen können DEA/TEA Nitrosamine bilden. Nitrosamine sind krebserregend und können die Leber, Nieren und das Erbgut schädigen.
  • Polyethylenglycol (PEG). Wird als Feuchtigkeitsspender, Rückfetter, Tensid und Emulgator eingesetzt wird. Zusammen mit Luftsauerstoff kann PEG Hydroperoxide bilden. Es handelt sich dabei um hochreaktive Verbindungen, die z. B. die Mallorca-Akne hervorrufen. Deshalb sollte man sich nicht der vollen Sonne aussetzen, wenn man PEG-haltige Cremes aufgetragen hat. Im Tierversuch verursachten PEGs, die man auf offene Wunden aufbrachte, akutes Nierenversagen(1).
  • Synthetische Farben. Die Sicherheit ist fraglich. Man vermutet, dass sie allergen wirken und ADHS (Aufmerksamkeit-Defizit-Hyperaktivitätssyndrom) auslösen können.
  • Synthetische Duftstoffe (Perfume, Fragrance). Unter dieser Bezeichnung können sich bis zu 200 Chemikalien verstecken, die von der Firma aufgrund von Eigentumsrechten nicht angegeben werden müssen. Häufig sind darunter auch unsere Freunde, die Phthalate. Grundsätzlich sollte man keine Kosmetika verwenden, die diesen Inhaltsstoff aufweisen. Eine Alternative sind Produkte, bei denen die Duftstoffe aus ätherischen Ölen gewonnen werden.
  • Sodium-lauryl-sulfate (SLS). Wird in vielen Seifen und Shampoos als Schaumbildner eingesetzt. Es gilt als häufiges Hautallergen. Es wird in Auge, Gehirn, Herz und Leber absorbiert und dort gespeichert. Dies kann zu Langzeitschäden führen, u. a. zum Grauen Star bei Erwachsenen und zu Augenfehlentwicklungen bei Kindern. SLS kommt übrigens auch in Garagenbodenreinigern, Autopflegemitteln und Maschinenfetten vor.
  • Sodium-laureth-sulfat. Die ethoxylierte Form von SLS. Beim Ethoxylierungsprozess entsteht 1,4 Dioxan. Klingt nicht gut, ist auch nicht gut. 1,4 Dioxan war Hauptbestandteil von Agent Orange. Es ist ein endokriner Disruptor und steht im Verdacht, zahlreiche Krebserkrankungen auszulösen (wegen seiner östrogenähnlichen Wirkung werden vor allem Brustkrebs und Endometriumkarzinome (Gebärmutterkrebs) diskutiert. Außerdem soll der Stoff zu einer verminderten Spermienzahl führen.
  • Aluminium. Aluminium wird wegen seiner schweißhemmenden und antibakteriellen Wirkung gern in Deos angewendet. Es wird diskutiert inwiefern Aluminium das Alzheimer- und Brustkrebsrisiko erhöht.

Warum werden diese Stoffe in Kosmetika eingesetzt? Weil sie billig sind und Schäden meist erst nach längerer Zeit auftreten, sodass ein Zusammenhang nicht gleich augenfällig ist. Ich bin der Meinung, es lohnt absolut auf Naturkosmetik umzusteigen. Aber auch hier heißt es: Etiketten lesen! Nicht alle Naturkosmetika enthalten nur natürliche Stoffe, und nicht alle natürlichen Stoffe sind auch gesund (Weizenprotein in Shampoo z. b. ist glutenhaltig). Und schließlich gibt es auch noch die Alternative, Kosmetika selbst herzustellen. Das ist meistens kein großer Akt, und man bekommt genau, was man haben möchte.

(1) http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/0041008X82900163

http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/parabene-100.html