Fluorid – unverzichtbare Kariesprophylaxe oder Gift?

Fluorid ZahnpastaWir alle wissen, dass Fluorid unverzichtbar für gesunde Zähne ist. Gehen Sie nur zu irgendeinem Zahnarzt und fast jeder wird Ihnen erzählen, dass Sie unbedingt zweimal täglich Ihre Zähne mit einer fluoridierten Zahncreme putzen sollten. Nur dadurch wird sichergestellt, dass Ihre Zähne gesund bleiben.

Merkwürdig ist nur, dass die amerikanische FDA vor 20 Jahren gefordert hat, dass Zahnpasta einen Warnhinweis enthalten muss, wenn sie Fluorid enthält (1). Dieser Warnhinweis rät dazu, einen Arzt oder die Giftnotrufzentrale zu kontaktieren, wenn Zahnpasta verschluckt wird. Auf deutschen Zahnpastatuben sucht man diesen Hinweis übrigens vergeblich.

Aufgrund ihrer durchschlagenden Giftigkeit wurden Fluoride lange Zeit als Rattengift und als Bestandteil von Pestiziden eingesetzt. Und genau diese Form der Fluorverbindungen werden eingesetzt, wenn Substanzen mit Fluor versetzt werden.

Auch hörte man aufgrund dieser Toxizität immer wieder von Vergiftungsunfällen (vereinzelt sogar mit Todesfolge), die auf die versehentliche Überdosierung von Fluoriden mit beispielsweise Fluorid-Zahngels oder fluoridiertem Wasser zurückzuführen waren. In diesem Zusammenhang schadet es auch nicht, sich das Leid der vielen Millionen Chinesen und Inder in Erinnerung zu rufen, die an Knochenleiden erkrankt sind, weil sie regelmässig fluoridreiches Wasser (ca. 1 – 4 mg Fluorid pro Liter) zu sich genommen hatten.

In Deutschland kommen wir mit Fluorid vor allem in Form von fluoridierten Zahnpflegeprodukten oder fluoridiertem Speisesalz in Kontakt (und überlegen Sie mal kurz, wie viel Salz in Fertiggerichten steckt!). Die Wasserfluoridierung ist hierzulande zum Glück verboten (ganz anders in den USA). In der ehemaligen DDR  wie auch in Teilen der Schweiz wurde das Wasser fluoridiert. Da Spätfolgen auch nach 30 Jahren auftreten können, haben wir immer noch ein großes Kollektiv an Menschen, die betroffen sein können.

Fluorid reichert sich im Körper an, und so machen sich inzwischen viele Wissenschaftler  Gedanken darüber, welche Auswirkungen diese Tatsache auf unsere Gesundheit hat.

Fluoride stecken nicht nur in der Zahnpasta

Das extrem giftige Element Fluor kommt in der Natur nicht elementar, sondern praktisch immer nur gebunden vor, und zwar in Form verschiedenster Fluorverbindungen, die meisten davon als (anorganische) Fluoride (Salze der Fluorwasserstoffsäure). Einige Fluorverbindungen, zum Beispiel Natriumfluorid, Kaliumfluorid, Aluminiumfluorid oder Aminfluorid, begegnen uns täglich. Man kommt heute so gut wie gar nicht mehr um Fluoride herum:

Fluoride stecken nicht nur in den meisten Zahncremes, sondern inzwischen auch in den meisten Speisesalzen. Als natürlicher Bestandteil sind sie in vielen Lebensmitteln sowie in schwarzem und grünem Tee, im Mineralwasser und im Leitungswasser enthalten. Aber auch in Nahrungsergänzungsmitteln, Psychopharmaka, Beruhigungsmitteln und Antibiotika (z. B. Ciprofloxazin) sowie in manchen Cortison-Abkömmlingen findet sich Fluor (an Kohlenstoff gebunden). Nicht zu vergessen die Fluoridtabletten für Kinder oder Fluoridzahnversiegelungen beim Zahnarzt!

Das Problem ist also offensichtlich: Wir haben die „Dosierung“ überhaupt nicht im Griff!

Wissenschaftler warnen vor fluoridiertem Trinkwasser

Schon vor 16 Jahren haben Wissenschaftler der EPA darauf hingewiesen, dass die Fluoridierung des Trinkwassers ein unangemessenes Risiko darstellt.

Als sichere tägliche Höchstmenge gilt für Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene 7 mg Fluorid pro Tag. Dieser Wert ist ebenso für Schwangere und Stillende gültig und gilt für Fluorid aus allen Quellen (Trinkwasser, Getränke, Lebensmittel inkl. fluoridiertem Salz, Zahnpflegemittel sowie Supplemente).

Für Kinder gelten aufgrund des geringeren Körpergewichtes andere Höchstmengen. Die sichere tägliche Höchstmenge wurde für 1- bis 3-Jährige auf 1,5 mg, für 4- bis 8-Jährige auf 2,5 mg und für 9- bis 14-Jährige auf 5 mg Fluorid pro Tag festgesetzt

Welche Auswirkungen hat nun eine erhöhte Fluoridaufnahme?

Fluorid wird mit Wahrnehmungsstörungen und einem verminerten IQ in Zusammenhang gebracht

Über 300 Studien belegen, dass Fluorid ein Neurotoxin (Nervengift) ist. Weitere Studien zeigen auf, dass eine moderate Fluoridaufnahme zu einem geringeren IQ führt (2, 3).

In anderen Studien finden sich Hinweise auf Störungen der Hirnentwicklung in der Fetalperiode. Viele Tierversuche, die aufzeigen, dass die Fluoridexposition zu Hirnschäden, kognitiven und Gedächtnisstörungen führt, weisen ebenfalls darauf hin.

Fluorid schädigt die Schilddrüse

Es liegen mehr als genug Hinweise vor, dass eine übermäßige Fluoridaufnahme zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen kann. Tatsächlich wurde noch bis in die 60-ger Jahre die Schilddrüsenüberfunktion mit Fluortyrosin behandelt (4). Das Fluorid führt dazu, dass die Aktivität der Schilddrüse gebremst und die Konzentrationen der Schilddrüsenhormone T3 und T4 vermindert werden. Und man braucht für diesen Effekt noch nicht einmal große Dosen – 2 – 5 mg Fluorid pro Tag reichen schon aus (und erst recht die Höchstdosis von 7 mg, die als sicher angesehen wird).

Einige Menschen haben dann die klassischen Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion: Konzentrationsschwierigkeiten, Muskel- und Gelenkschmerzen, Depression und Gewichtszunahme. Und wenn sie richtig Pech haben, bekommen sie dann ein Label wie Fibromyalgie aufgeklebt und werden als Psycho abgetan.

Diabetiker sind durch Fluorid besonders gefährdet

Wie gesagt, wird in Deutschland das Wasser nicht fluoridiert. In Amerika werden allerdings Diabetiker als „empfindliche Subpopulation“ betrachtet, was den vermehrten Konsum von Fluorid angeht. Es wurde nachgewiesen, dass Fluorid den Blutzuckerspiegel anhebt, die Produktion von Insulin verhindert und die Glucosetoleranz verschlechtert (5).

Die Entwicklung einer Insulinresistenz, die dem Typ-2-Diabetes vorangeht, konnte offenbar bei Menschen beobachtet werden, die gerade einmal Fluoridmengen in Höhe von nur 0,07 bis 0,4 mg pro Kilogramm und Tag zu sich genommen haben.

Wer also reichlich fluoridiertes Salz verwendet und evtl. noch ein fluoridreiches Mineralwasser trinkt, kann diese Dosis gut erreichen.

Das Problem wird dadurch verschlimmert, dass Diabetiker eine verminderte Fluoridausscheidung haben.

Fluorid erhöht das Risiko für Herzerkrankungen

Da die Aorta mehr Fluorid speichert als jedes andere Gewebe im Körper, ist das Herz von hohen Fluoridspiegeln besonders betroffen. Fluorid kann oxidativen Stress und Entzündungsreaktionen hervorrufen und damit zu Arterienverkalkung und Schäden am Herzmuskel führen.

Forscher haben eine Verbindung zwischen erhöhten Fluoridspiegeln im Grundwasser und dem Auftreten von Bluthochdruck gefunden. Dieser erhöht wiederum das Risiko für einen Herzinfarkt (6). Und sogar eine geringgradige Fluoridtoxizität kann zu einer verminderten Elastizität der Aorta führen.

Fluoride schwächen die Knochen

Ganz im Gegensatz zu der Annahme, dass Fluorid „die Knochen stärkt“, haben Versuche mit hohen Dosen Fluorid der Osteoporose entgegen zu wirken dazu geführt, dass vermehrt Knochenbrüche auftraten.

Das Fluoride Action Network berichtet, dass inzwischen Studien am Menschen vorliegen, die aufzeigen, dass es bei einer Fluoridbelastung des Trinkwassers von 4 mg/l zu einer höheren Frakturrate kommt (7). In Tiermodellen war dieser Effekt schon lange bekannt.

Fluoride schädigen die DNA und tragen zur Entstehung von Krebserkrankungen bei

Das National Toxicology Program stuft Fluorid als mutagene Substanz ein – dies bedeutet, dass sie genetische Schäden hervorruft, die zur Entstehung von Krebs beitragen können (8). Eine bahnbrechende Studie der Harvard University zeigte auf, dass Jungen, die in ihrer Kindheit fluoridiertes Wasser tranken, im Jugendalter ein höheres Risiko aufwiesen, ein Osteosarkom (Knochenkrebs) zu entwickeln (9).

Wissenschaftler erklären diesen Zusammenhang damit, dass Fluorid die Proliferation von knochenbildenden Zellen stimuliert und damit das Risiko erhöht, dass diese sich zu Tumorzellen entwickeln.

Auch zwischen Fluoridexposition und Blasen- und Lungenkrebs finden sich Verbindungen.

Hoher Fluoridkonsum führt zur Skelettfluorose

Man weiß seit langem, dass eine langanhaltende, überhöhte Aufnahme von Fluorid zur Skelettfluorose führt (so auch in China und Indien). Sie geht mit einer Erhöhung des Knochenfluoridgehaltes und Anstieg der Knochendichte einher. Im fortgeschrittenen Stadium mit Osteosklerosen (Verdichtung des Knochengewebes mit erhöhter Brüchigkeit infolge verminderter Elastizität), Exostosen (auf der Knochenoberfläche aufsitzende Knochenneubildungen), Muskelschwund und neurologischen Störungen.

Dabei muss man nicht so weit gehen wie eine Engländerin, die täglich einen Tee aus 100 – 150 Teebeuteln zubereitete (10), sondern laut Fluoride Action Network sind Dosierungen von 6 mg pro Tag ausreichend, leichte Formen dieser Erkrankung hervorzurufen. Diese werden aber häufig nicht als Fluorose diagnostiziert, da die Symptome – Schmerzen und Gelenksteife – Knochenerkrankungen wie zum Beispiel einer Gelenkentzündung (Arthritis) sehr ähneln.

 

Fluorid verursacht Magen-Darm Beschwerden

Jährlich gibt es hunderte Anfragen bei den Giftnotrufzentralen, die auf das Verschlucken von Zahnpasta zurückzuführen sind. Es kommt dann zu Symptomen wie Magen-Darm Beschwerden, Übelkeit, Bauchkrämpfe und Erbrechen.

In klinischen Studien hat die Aufnahme von nur 3 mg Fluorid bei Erwachsenen zu einer Schädigung der Magenschleimhaut geführt. 6,8 mg Fluorid reichten aus, um innerhalb von 30 Minuten Erbrechen auszulösen (7 mg täglich sind völlig unbedenklich??) (11).

Fluorid ist ein endokriner Disruptor (hormoneller Schadstoff)

Zusätzlich zu den oben genannten schädlichen Wirkungen ist Fluorid auch ein endokriner Disruptor. Das National Research Council berichtet, dass Fluoride direkt die Hormonsekretion von Insulin (Blutzucker), T3 und T4 (Schilddrüse) und Melatonin (Schlaf/Wach-Zyklus) beeinflussen (12).

Durch diese hormonellen Auswirkungen kommt es in Untersuchungen sowohl beim Menschen als auch beim Tier zu einer Schilddrüsenunterfunktion, verstärkter Calcitonin- und Parathormon-Aktivität, sekundärem Hyperparathyreodismus (u. a. Magen-Darm Beschwerden, Muskelschwäche, Bluthochdruck), gestörter Glucosetoleranz und möglichen Effekten auf den Zeitpunkt der Geschlechtsreife.

Patienten mit Nierenerkrankungen sind durch die Toxizität von Fluoriden besonders gefährdet

Der Grund dafür liegt darin, dass die Nieren normalerweise dafür verantwortlich sind, Fluorid aus dem Körper auszuschwemmen. Bei Personen mit einer Niereninsuffizienz passiert dies nicht, sodass sich die Fluoride in ihren Knochen und anderen Körpergeweben anreichern. Studien zeigen, dass Patienten unter Dialyse ein erhöhtes Rikiso haben an Skelettfluorose und Osteomalazie – einer Krankheit, die die Knochen schwächt -zu erkranken (13).

Fluorid-Toxizität und Gelenkentzündungen

Beunruhigend ist auch die Verbindung zwischen Fluorid und Gelenkentzündungen. Eine geringgradige Vergiftung mit Fluorid kann durch die auftretenden Symptome – Schmerzen und Steifheit – einer Arthritis sehr ähnlich sehen und dadurch zu einer falschen Diagnose führen. Erschwerend kommt noch die Tatsache hinzu, dass Studien aufzeigen, dass Fluorid ein direkter Verursacher der Osteoarthritis sein kann (14).

Fluorid kann bei Männern zur Infertilität (Zeugungsunfähigkeit) führen

Mehr als 60 Tierversuchsstudien legen dar, dass Fluorid negative Auswirkungen auf das männliche Reproduktionssystem hat indem es zu einem verminderten Testosteronspiegel beiträgt, die Spermienanzahl und deren Beweglichkeit herabsetzt und oxidativen Stress verursacht (15).

Auch in einer US amerikanischen Studie an Menschen, die einer Trinkwasserfluoridierung von mehr als 3 ppm Fluorid ausgesetzt waren – einer Konzentration, die von der EPA anfänglich als sicher eingestuft wurde – zeigte sich, dass in diesen Populationen die Fertilitätsraten geringer waren als in Populationen, die weniger Fluorid aufnahmen.

 

Was bedeutet das für Sie?

Sie fragen sich wahrscheinlich (hoffentlich): Wie soll ich jetzt mit diesem Problem umgehen. Es gibt einige ganz einfach umzusetztende Möglichkeiten, Fluorid aus Ihrem Alltag zu verbannen:

  • Benutzen Sie Zahnpasta, die kein Fluorid enthält. Man muss ein bisschen suchen, aber es gibt inzwischen tatsächlich einige Marken, die auf die Zugabe dieses Gifts verzichten.
  • Sagen Sie Ihrem Zahnarzt, dass Sie nicht mit Fluorid behandelt werden möchten. Häufig wird nach der Zahnreinigung zur Kariesprophylaxe ein Fluoridgel auf die Zähne aufgetragen. Lehnen Sie dies auf jeden Fall ab. Es ist nicht nur unnötig, sondern sogar schädlich!
  • Tauschen Sie fluoridiertes Speisesalz aus. Am günstigsten ist es, wenn sie auf Speisesalz ganz verzichten und stattdessen Alternativen wie Meersalz oder Himalaya Salz benutzen. Diese enthalten natürliches Fluorid und wesentlich gesünder als Tafelsalz.
  • Und vor allen Dingen – vergiften Sie Ihre Kinder nicht mit Fluoridtabletten!

Es ist erschreckend wie hoch die Ignoranz (oder Gleichgültigkeit) mancher Eltern ist. Solange Kinder weiterhin mit Zuckerwasser in Nuckelflaschen bombardiert werden (sei es Fruchtsaft, Limonade oder der mit Vitaminen angereicherte Kindertee), sie mit Süßigkeiten vollgestopft werden und Eltern das Zähneputzen selbst bei Dreijährigen den Kindern selbst überlassen, müssen wir uns über verfaulte Zähne sicher nicht wundern. Und glauben Sie mir, ich arbeite häufiger bei Kinderzahnärzten und sehe diese Fälle zu Hunderten.

Und ganz ehrlich, eine ordentliche Zahnhygiene hilft bei der Vorbeugung gegen Karies viel mehr als Fluorid wie ein gerade erschienener Artikel im Journal of the American Dental Association bestätigt (16).

Übrigens:

Die Fluoride (Hexafluorokieselsäure), die in der Industrie dem Trinkwasser, der Zahnpasta oder dem Raffinade-Salz zugesetzt werden, sind Abfallprodukte aus der Herstellung von Phosphatdüngern – künstliche und toxische Fluoride.

Die natürlich vorkommenden Formen von Fluorid sind sogar wichtig für die Schilddrüse, Zähne und den Körper insgesamt. Die meisten natürlichen Fluoride kommen in Form der Mineralien Kryolith (Natriumfluorid) und Flussspat (Calciumfluorid) vor.

Diese zuvor genannten natürlichen Mineralien kommen in kleinen Mengen in vielen Nahrungsmitteln, in unbehandelten Wasserquellen und auch in unraffinierten Salzen, wie dem Himalaya-Salz und Meersalz vor. Diese Fluoride sind dafür bestimmt, Leben zu erhalten und nicht zu zerstören.

 

(1) Sec. 355.50 Labeling of anticaries drug products. https://www.accessdata.fda.gov/scripts/cdrh/cfdocs/cfcfr/CFRSearch.cfm?fr=355.50

(2) Effect of fluoridated water on intelligence in 10-12-year-old school children.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28217543

(3) Developmental Fluoride Neurotoxicity: A Systematic Review and Meta-Analysis   https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3491930/

(4)Die experimentellen Grundlagen der Behandlung des Morbus Basedow und der Hyperthyreose mittels Fluortyrosin.  https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/s-0028-1121625.pdf

(5) Inhibitory effect of fluoride on the secretion of insulin. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2110856

(6) Sodium fluoride induces hypertension and cardiac complications through generation of reactive oxygen species and activation of nuclear factor kappa beta. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27378751

(7) http://fluoridealert.org/issues/health/bone-fracture/

(8) TOXICOLOGY AND CARCINOGENESIS
STUDIES OF SODIUM FLUORIDE https://ntp.niehs.nih.gov/ntp/htdocs/lt_rpts/tr393.pdf

(9) Age-specific fluoride exposure in drinking water and osteosarcoma (United States). https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16596294

(10) Skelettfluorose nach exzessivem
Teekonsum https://master-toxikologie.charite.de/fileadmin/user_upload/microsites/studiengaenge/master-toxikologie/Toxikologie_Aktuell/2013/mobil/ToxikologieAktuell042013_mobil.pdf

(11) http://fluoridealert.org/issues/health/gastrointestinal/

(12) https://www.nap.edu/read/11571/chapter/2#8

(13)Fluoridation of drinking water and chronic kidney disease: absence of evidence is not evidence of absence. https://academic.oup.com/ndt/article/23/1/411/1927240/Fluoridation-of-drinking-water-and-chronic-kidney

(14) Endemic fluorosis in Turkish patients: relationship with knee osteoarthritis. https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs002960100132?LI=true

(15) http://fluoridealert.org/studies/fertility03/

(16) Regular oral health education is effective in reducing caries incidence whereas fluoride varnish seems to have no added benefit. http://jada.ada.org/article/S0002-8177(17)30150-2/fulltext

Die Biggest Loser – katastrophale Auswirkungen auf den Stoffwechsel

Wieder einmal ist eine Staffel der Biggest Loser zu Ende, und die Gewinnerin Alexandra freut sich (noch) über 53,2 kg Gewichtsverlust (1). Zu diesem Gewichtsverlust kam es über einen Zeitraum von 11 Wochen, in der die Kandidaten ausgehungert und physisch wie psychisch malträtiert wurden.

Jetzt kann man sich natürlich zunächst mal die Frage stellen, ob es wohl gesund ist, so abzunehmen. Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass die Antwort hierauf ein ganz klares NEIN! sein muss. Und diese Antwort ist nicht nur deshalb richtig, weil hier Menschen als Freaks absolut zur Schau gestellt werden, sondern vor allem auch aus medizinischer Sicht.

Ich denke, die meisten Menschen haben schon mal eine Diät gemacht, weil die Bikinifigur wieder nicht gepasst hat oder es so lästig ist, wenn die Fettröllchen (oder auch mehr) über den Hosenbund hängen. Und jeder weiß auch, wie schwer es ist, ein durch Hungern erzieltes neues Gewicht zu halten. Wir bezeichnen das als JoJo-Diät, und jedesmal wenn das Ausgangsgewicht wieder erreicht (oder sogar überschritten wird), wird es bei der nächsten Diät ein bisschen schwerer, wieder abzunehmen.

Und das ist auch schon der Knackpunkt. KEINE Diät, bei der Sie hungern müssen, um abzunehmen, wird auf Dauer erfolgreich sein. Aber warum ist das so?

Sie können nicht gegen Ihren Sollwert ankämpfen

Unser Körper hat einen bestimmten Sollwert, was das optimale Gewicht anbelangt (genauso wie wir zum Beispiel einen Sollwert für die Körpertemperatur, für den pH Wert des Blutes und für den Blutzuckerwert haben). Ihr Körper wird alles tun, um diesen Sollwert zu verteidigen.

Jetzt fragen Sie sich, warum hat mein Körper dann einen Sollwert, der im übergewichtigen Bereich liegt? Nun, zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass Ihr Körper nichts ohne Grund tut. Weder sagt er, eine Wespentaille ist so hübsch, deshalb setze ich meinen Sollwert einfach mal runter, noch entscheidet er sich dafür, dass eine Fettschicht womöglich einen Überlebensvorteil in einer kommenden Eiszeit darstellt. Er wird den Sollwert aus ganz bestimmten Gründen erhöhen.

Hierzu kann es kommen, weil:

  • Sie nicht genug Nährstoffe essen, da ein Großteil der Kalorien, die sie aufnehmen aus wertlosen Kohlenhydraten (raffiniertes Mehl und Zucker) besteht oder – fast noch schlimmer – Ihre Nahrungsmittel enthalten Antinährstoffe, die die Nährstoffaufnahme verhindern. Ihr Gehirn stellt fest, diese Nahrung enthält nicht die Mineralien und Vitamine, die mein Körper braucht, und meldet: Hunger! Und tatsächlich gibt es häufig dieses Paradox, dass übergewichtige Menschen mangelernährt sind.
  • Sie haben sehr viel Stress, und dabei kann es sich um psychischen Stress durch einen nervigen Chef, aber auch um physischen Stress durch zu wenig Schlaf oder Nahrungsmittelallergien handeln. Für Ihren Körper befinden Sie sich in einem Überlebenskampf. Und um Ihr Überleben zu sichern, wird er jede einzelne Kalorie verteidigen, die Sie in Ihren Fettzellen aufbewahren.
  • Sie nehmen viele Giftstoffe auf. Dies kann sowohl durch die Nahrung als auch zum Beispiel über Körperpflegemittel und Reinigungsmittel passieren (von der Luft mal ganz zu schweigen). Ihr Körper weiß, Giftstoffe im Blutstrom sind sehr ungesund. Die müssen also anderweitig untergebracht werden, wenn Sie sie nicht ausscheiden können (bei einer durchschnittlichen Stuhlfrequenz von 2 – 4 mal pro Woche schwierig). Und was bietet sich da an? Nun, man verpackt diese Giftstoffe einfach in Fettzellen und lagert sie im Fettgewebe ein. Das ist übrigens auch ein Grund dafür, warum viele Menschen sich beim Abnehmen wirklich schlecht fühlen. Sie werden von den freigesetzten Giftstoffen praktisch überrannt.

Wie man sich seinen Stoffwechsel kaputt macht

So, und nun gucken wir uns mal an, was die Biggest Loser machen. Immerhin sieht ihre Diät besser aus als die des Normaldeutschen. Sie sollen auf Kohlenhydrate in Form von raffiniertem Mehl und Zucker verzichten, außerdem viel Gemüse essen. Das ist ja schon mal gut. Aber leider habe ich bei der Diät irgendwie keine gesunden Fette gefunden (okay, Nüsse kamen vor). Das heißt dann wohl, dass die Kandidaten hungern müssen (übrigens bezeichnet man Diäten mit weniger als 1500 kcal täglich als Hungerkur – nicht etwa erst diese irrsinnigen 800 kcal Diäten).

Was macht also der Körper? Wie oben erklärt, bedeutet: Hunger! dass die Schilddrüse die Stoffwechselrate auf ein Minimum reduziert, damit möglichst viel Energie (in Form von Fettreserven) gespeichert werden kann. Damit sichert Ihr Körper, dass Sie eine längerdauernde Hungersnot überstehen können.

Natürlich schafft der Körper das nicht mehr, wenn dazu jeden Tag auch noch ein mehrstündiges Trainingsprogramm kommt. Aber es gibt ihm noch mehr Gründe zu glauben, dass Ihre Umwelt eher lebensfeindlich ist und es nun gilt, genug Kraft aufzubringen, Essen zu finden, um ein Überleben zu gewährleisten bis zu einer Zeit, wo wieder mehr Essen vorhanden ist.

Zu diesem Punkt ein kleiner Exkurs in die Ernährungsphysiologie.

Das Minnesota Experiment

Ancel Keys (das ist der Mann, dem wir den Cholesterin-Schlamassel verdanken) führte 1944/45 ein Semi-Starvation Experiment (zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben) an 36 gesunden Freiwilligen durch (2).

Laut Versuchsaufbau sollten die Männer 25 Prozent ihres normalen Körpergewichts abnehmen. In den ersten drei Monaten erhielten sie 3200 kcal pro Tag, in den nächsten sechs Monaten dann nur noch 1570 kcal, gefolgt von einer dreimonatigen auf 2000 – 3200 kcal eingeschränkten Rehabilitationsphase und schließlich acht Wochen mit uneingeschränkter Kalorienaufnahme.

Während der Hungerphase kam es zu dramatischen Änderungen. Nicht nur, dass die Männer hager aussahen, es gab auch signifikante Abfälle in ihrer Muskelkraft, Ausdauer, Körpertemperatur, Herzfrequenz und im Geschlechtstrieb. Psychologische Veränderungen traten ebenfalls auf. Durch den Hunger beschäftigten sich die Männer zwanghaft mit Essen. Sie träumten sogar vom Essen. Außerdem berichteten die Probanden von Müdigkeit, Reizbarkeit, Apathie und Depressionen. Rein subjektiv hatten sie das Gefühl in ihren kognitiven Fähigkeiten eingeschränkt zu sein, was aber in objektiven Tests nicht nachgewiesen werden konnte.

Während der Rehabilitationsphase mit uneingeschränkter Kalorienaufnahme kam es bei einigen Männern zu Fressanfällen (auch das dürfte vielen Diätveteranen sehr bekannt vorkommen).

Soweit das Experiment und zurück zu unseren Biggest Losern.

Unter diesen Bedingungen hat der Körper also nicht die Gewissheit, dass er gefahrlos den Sollwert nach unten verstellen kann, weil genug Nährstoffe da sind, sondern ganz im Gegenteil. Er wird gezwungen, seine Fettreserven aufzugeben. Aber Sie können sicher sein, er wird nur umso fester an seinem Sollwert festhalten, wenn er nach der „Hungersnot“ (Diät) wieder an Kalorien kommen kann.

Und genau diesen Effekt belegte eine Studie, die letztes Jahr im Journal Obesity veröffentlicht wurde (3). In dieser Studie wurde gezeigt, dass kaum einer, der ehemaligen Biggest Loser Teilnehmer, seine Gewichtsabnahme über sechs Jahre halten konnte. Im Gegenteil, einige waren nach dieser Zeit schwerer als vorher.

Dabei war es den Forschern schon klar, dass fast jeder, der bewusst sein Gewicht reduziert – selbst wenn er mit Normal- oder Untergewicht anfängt – hinterher eine niedrigere Stoffwechselrate hat. Deshalb waren sie auch nicht überrascht, dass die Biggest Loser Teilnehmer am Ende der Staffel einen verlangsamten Stoffwechsel hatten.

Was sie aber schon schockierte war das, was als nächstes passierte. Mit jedem weiteren Jahr, das verging, stiegen die Zahlen auf der Waage, und die Stoffwechselrate der Teilnehmer erholte sich nicht. Sie wurde sogar noch langsamer, und sie nahmen weiter und weiter zu. Es sah so aus, als würden ihre Körper unbedingt wieder ihr Ausgangsgewicht erreichen wollen (der Sollwert lässt grüßen).

Einer der Ärzte der Show, Robert Huizenga, sagte, dass ihm klar gewesen sei, dass die Stoffwechselrate der Teilnehmer nach der Show niedriger sein würde, aber er hätte gehofft, dass die Absenkung geringer ausfallen würde. Er stellte aber in Frage, ob die Messungen nach sechs Jahren tatsächlich akkurat seien. Er erklärte: „Die Gewichtsabnahme zu erhalten ist schwierig. Deshalb sage ich den Teilenehmer, dass sie mindestens neun Stunden pro Woche Sport treiben und ihre Ernährung streng überwachen müssen, um ihr Gewicht niedrig zu halten.

Neun Stunden pro Woche sport und über jede Kalorie nachdenken? Da kann man wohl von stressinduzierter Gewichtszunahme durch Übertraining und psychischen Stress sprechen.

Nur ein Beispiel: Danny Cahill, ein Teilnehmer der 8. Staffel der NBC Serie, nahm mehr als 50 kg wieder zu, und seine Stoffwechselrate war so niedrig, dass er – nur um sein Gewicht von 250 Pfund zu halten – 800 kcal pro Tag weniger essen darf als ein typischer Mann seiner Größe. Alles andere lagert sein Körper sofort als Fett ein. Seine Stoffwechselrate ging in diesen sechs Jahren kontinuierlich nach unten, sodass anzunehmen ist, dass er irgendwann Essen nur noch anzusehen braucht um zuzunehmen (das ist jetzt natürlich ein bisschen überspitzt, aber Sie sehen wohin die Reise geht.

Stress bedeutet für den Körper einen Kampf ums Überleben

Und natürlich fährt sein Körper die Stoffwechselrate immer weiter runter! Dieser Mann ist super gestresst und isst unzureichende Kalorien. Was soll sein Körper denn sonst tun!

Seit 50 Jahren bekommen wir zu hören: Esst weniger und bewegt Euch mehr! Und hat es irgendetwas gebracht, außer dass Jahr für Jahr die Menschen immer dicker werden? Es funktioniert so einfach nicht. Kein Mensch kann nach diesem Paradigma abnehmen, und es wird Zeit, dass wir das endlich einsehen.

„Es ist Wahnsinn wieder und wieder das gleiche Vorgehen anzuwenden und zu erwarten, dass man das nächste Mal ein besseres Resultat bekommt.“ (Albert Einstein)

Abnehmen ist als erstes mal kein Sprint. Diese ganzen Diäten, die Ihnen erzählen, dass Sie innerhalb von 2 – 4 Wochen Ihr Traumgewicht erreichen, sind einfach schwachsinnig. Wie lange hat es denn gedauert, bis Sie das Gewicht erreicht haben, das Sie jetzt loswerden wollen? Ich wette, länger als 1 Monat.

Abnehmen hat vor allem auch mit der richtigen Einstellung zu tun. Sie sollten sich über Ihre Ziele klar werden. Was bringt es Ihnen, wenn Sie 10, 20 oder 30 kg weniger wiegen? Müssen Sie vielleicht weniger Medikamente nehmen, oder fällt es Ihnen leichter, mit Ihren Kindern zu spielen? Dafür lohnt es sich, seine Essgewohnheiten umzustellen.

Richtiges Abnehmen funktioniert nur, wenn Ihr Körper das Gefühl hat, dass es für ihn sicher ist, den Sollwert nach unten zu verstellen. Das hat mit der Aufnahme lebenswichtiger Nährstoffe (ja, auch und vor allem Fette), mit Stressabbau und mit Schlaf (!!!) zu tun. Drei Wochen Almased, Kohlsuppe- oder Schokoladendiät (ungelogen, auch mit der hat schon jemand abgenommen) hilft Ihnen dabei nicht weiter. Im Gegenteil, Sie werden einen Großteil dieser drei Wochen damit verbringen, sich vorzustellen, was Sie als erstes essen, wenn die Diät vorbei ist.

Die westliche Ernährung führt zu Übergewicht

Ich kann es (leider) nur immer wiederholen. Eine Ernährung, die zu über 60 Prozent aus Kohlenhydraten (die meisten davon in Form raffinierter Mehle und Zucker) besteht, in der ranzige Pflanzenöle als herzgesund vermarktet werden und Tierfleischkonsum verdammt wird, weil dadurch die Klimaerwärmung zunimmt (was man umgehen könnte, wenn die Kühe wieder auf der Weide stehen dürften), ist nicht dafür geeignet, ein Wunschgewicht zu erreichen oder zu halten.

Sie brauchen sich nur um zusehen und werden feststellen, dass die meisten Leute heutzutage mit Backwaren in der Hand herumlaufen (wann sind wir eigentlich auf die Idee gekommen, dass wir ständig essen müssen?). Nach wie vor wird Müsli mit fettarmer Milch und Orangensaft (alles Zuckerbomben) als ein gesundes Frühstück verkauft, ohne das Sie den Tag nicht beginnen sollten.

Ärzte, die Diabetiker behandeln, empfehlen diesen eine fettarme Diät mit Vollkornprodukten und als zweites Frühstück ein Stück Obst. Äh, hat schon mal irgendjemand was von Glucose gehört? Die soll für Diabetiker gar nicht mal so gut sein.

Was ich damit sagen will, ist, schmeißen sie die ganzen Ernährungs-empfehlungen der letzten 50 Jahre auf den Müll (dort gehören sie hin). Kramen sie stattdessen mal wirklich alte Fotoalben heraus – ich meine so die von den Großeltern und Urgroßeltern. Hoffentlich haben Sie noch welche. Fällt Ihnen was auf? Diese Menschen waren normalgewichtig. Ja, vielleicht war auch mal ein etwas dickerer dabei, aber nicht in dem Maße wie Sie es heute sehen. Und sie haben Tierfette gegessen und Bio-Gemüse, denn damals haben Chemiekonzerne noch nicht die Äcker vergiftet.

Diese Menschen haben morgens kein Müsli gegessen, sondern ein Bauernfrühstück (für die, die das nicht kennen, das sind Kartoffeln, Speck und Eier gebraten in Butter). Und nicht nur, dass sie nicht zu dick waren, sie sind auch nicht reihenweise am Herzinfarkt gestorben. Und wenn wir schon dabei sind, auch die Zahlen für Diabetes und Krebserkrankungen lagen deutlich niedriger. Aber ich merke schon, da kann ich noch eine ganze Menge Fässer aufmachen.

Letzten Endes läuft es ganz einfach darauf hinaus: Gesundes Abnehmen schaffen Sie nicht mit einer Diät. Gesundes Abnehmen heißt, dass Sie Ihre Essgewohnheiten umstellen – und zwar dauerhaft. Und wenn Sie schon dabei sind, stellen Sie vielleicht Ihre Schlafgewohnheiten und Ihre Stressbewältigungsstrategien gleich mit um – denn dann wird ein Schuh draus. Der Sollwert für ihr Körpergewicht wird von Hormonen gesteuert, und die haben keinen Taschenrechner.

Schade Alexandra, Du hast sehr viel mehr als nur Gewicht verloren.

 

(1) http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Gewinnerin-Alexandra-nahm-bei-The-Biggest-Loser-53-2-Kilo-ab-id41083326.html

(2) The psychology of hunger. https://www.apa.org/monitor/2013/10/hunger.aspx

(3) Persistent metabolic adaptation 6 years after “The Biggest Loser” competition.   http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/oby.21538/full

 

Soja – ein gar nicht mal so gesundes Lebensmittel

tofu-1478701_1920Wer auf seine Gesundheit achtet trinkt keine Milch, sondern wechselt zu Sojamilch. Und wer noch nicht mitgekriegt hat, dass Fleischkonsum zu Krebserkrankungen führt (sagt die WHO, und die muss es ja wissen…), dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.

Ein gewisser Sarkasmus wird Ihnen jetzt sicher nicht entgangen sein, und das ist auch gut so. Wenn Sie mich fragen, werden wir in absehbarer Zeit feststellen, dass Sojaprodukte unserer Gesundheit schaden. Immerhin liegen ja schon etliche Untersuchungen vor, werden aber bisher von der Hype um den ach so gesunden Tofuburger noch ziemlich in den Hintergrund gedrängt.

Wie kann ich das sagen? Schließlich wird in vielen asiatischen Kulturen seit ewigen Zeiten Soja gegessen und gut vertragen.

Jaaa-nein! Erstens wird dort Soja erst seit ca. 3000 Jahren gegessen (nachdem sie herausgefunden hatten, wie man Soja fermentiert), zweitens nicht als Hauptgericht sondern eher als Gewürz (sie begreifen den Mengenunterschied), und außerdem essen Asiaten fermentiertes Soja in Form von Natto, Tempeh und Miso. Die Menge an Soja, die pro Tag konsumiert wird beträgt in China etwa 10 g (2 TL) und in Japan etwa 30 – 60 g (1 – 2 EL). Und dabei handelt es sich, wie gesagt, um fermentiertes Soja. Und jetzt überlegen Sie mal, wieviel Soja hierzulande konsumiert wird. Einige Personen schaffen es auf bis zu 100 g unfermentiertes Soja.

Bei dem hochgelobten Sojaprotein handelt es sich übrigens nicht um ein komplettes Protein. Ihm fehlen die schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein.

Weder der Tofu-Fleischersatz noch die Sojamilch und -milchprodukte werden aus fermentiertem Soja hergestellt, und genau das macht sie dann eben zu eher gesundheitsschädlichen Produkten.

Sehen wir uns einmal an, warum das so ist:

  • Soja enthält große Mengen Phytinsäure. Diese verhindert die Aufnahme vieler Mineralien, unter anderem Calcium, Magnesium, Kupfer, Eisen und Zink. Die Phytinsäure kann durch normale Zubereitungsmethoden wie Einweichen, Keimen lassen und Kochen nicht neutralisiert werden (1). Allein die Fermentation vermindert ihre Konzentration in den Sojabohnen. Vor allem bei Kindern führen Ernährungsformen, die viel Phytinsäure enthalten zu Wachstumsproblemen.
  • Die im Soja enthaltenen Trypsin Inhibitoren behindern die Eiweißverdauung und können eventuell zu Problemen mit der Bauchspeicheldrüse führen (2).
  • Die Phytoöstrogene des Sojas wirken als endokrine Disruptoren und können der Grund für eine Infertilität sein und bei erwachsenen Frauen zu Brustkrebs führen. Außerdem können Phytoöstrogene die Funktion der Schilddrüse empfindlich stören und dadurch eine Schilddrüsenunter-funktion und eventuell sogar Schilddrüsenkrebs verursachen.
  • Soja senkt den Testosteronspiegel (3) (jetzt habe ich die Aufmerksamkeit der Männer). Tatsächlich konsumieren buddhistische Mönche Tofu, um ihre Libido zu unterdrücken.
  • Babies, die mit sojahaltiger Säuglingsnahrung gefüttert werden, entwickeln in späteren Jahren häufiger Autoimmunschilddrüsen-erkrankungen.
  • Die Vitamin B12 Analoge in Soja werden nicht aufgenommen und führen tatsächlich sogar dazu, dass der Körper mehr Vitamin B12 benötigt.
  • Der Verzehr von Sojaprodukten führt dazu, dass der Körper vermehrt Vitamin D3 benötigt. Bei dem Vitamin D, das zur Sojamilch hinzugefügt wird, handelt es sich um Vitamin D2, das toxisch wirkt.
  • Die Herstellung von Sojaproteinisolat (SPI) ist aufwändig. Eine Aufschlämmung von Sojabohnen wird mit einer alkalischen Lösung gemischt, um die Fasern zu entfernen. Dann wird der Brei in einer Säurelösung ausgefällt und getrennt und zum Schluss in einer alkalischen Lösung neutralisiert. Da der Säurewaschgang in Aluminiumtanks vonstatten geht, treten große Mengen Aluminium in das fertige Produkt über. Der daraus resultierende Quark wird bei hohen Temperaturen sprühgetrocknet, um das Proteinpulver herzustellen. Bei der Sprühtrocknung kommt es zur Bildung von Nitriten, die in Nitrosamine umgewandelt Krebs auslösen können (4). Nun folgt ein Hochtemperatur-Hochdruck Extrusionsverfahren des Sojaproteins, um Strukturiertes Pflanzliches Eiweiß (TVP = Textured Vegetable Protein) zu erhalten. Durch die hohen Temperaturen werden die Sojaproteine so denaturiert, dass sie größtenteils keine Wirkung mehr haben. Deshalb müssen Tiere, die mit Soja gefüttert werden als Nahrungsergänzung Lysin zugefüttert bekommen, damit sie normal wachsen.
  • Das in Sojaprodukten enthalte Aluminium entwickelt seine toxischen Effekte im Gehirn, im Nervensystem und an den Nieren. Neuere Forschungen haben gezeigt, dass bei Alzheimerpatienten größere Mengen Aluminium in den Amyloidplaques im Gehirn zu finden sind.
  • Während der Herstellung von Sojaprodukten kommt es zur Bildung von freier Glutaminsäure (MSG). Glutaminsäure ist ein starkes Nervengift, das bei vielen Menschen zu Kopfschmerzen, Juckreiz und Übelkeit führen kann (Chinarestaurant Syndrom). MSG und andere künstliche Geschmackstoffe werden den Produkten außerdem noch hinzugefügt, um den schlechten Geschmack des Sojas zu kaschieren und ihm einen „Fleischgeschmack“ zu verleihen (5).
  • Wenn Sie kein Bio-Soja kaufen, kann es Ihnen sehr leicht passieren, dass Sie GMO Soja  essen (GMO = Genetically Modified Organisms = genetisch veränderte Organismen). Inzwischen ist der Großteil der Sojabohnen (weit über 90 %) gentechnisch verändert worden, damit er Pestiziden besser standhält. Diese Pflanzen richten im Körper großen Schaden an, nicht zuletzt werden ihnen krebserregende Eigenschaften zugeschrieben. Und sie stecken natürlich voller Pestizide.
  • In Fütterungsversuchen führte die Verwendung von SPI zu erhöhtem Bedarf der Vitamine E, K, D und B12 und führte zu Mangelerscheinungen bei Calcium, Magnesium, Mangan, Molybednum, Kupfer, Eisen und Zink (6).
  • Versuchstiere, die mit SPI gefüttert wurden, entwickelten vergrößerte Organe, vor allem die Bauchspeicheldrüse und die Schilddrüse, und hatten eine vermehrte Fettablagerung in der Leber (7). Nur zur Erinnerung: SPI wird von Menschen, die auf tierisches Protein verzichten, gerne als pflanzlicher Proteinersatz gegessen.

Wenn  ich Ihnen jetzt total den Appetit verdorben habe – super! Sollten Sie aber trotz allem noch Sojaprodukte essen wollen, dann rate ich Ihnen zu den Folgenden:

Tempeh. Ein fermentierter Sojabohnenkuchen mit einer festen Konsistenz und nussigem, pilzähnlichen Geschmack.

Miso. Eine fermentierte Sojabohnenpaste mit einer salzigen, butterähnlichen Textur (wird als Miso Suppe gegessen).

Natto. Fermentierte Sojabohnen mit klebriger Konsistenz und starkem, käseähnlichen Geschmack.

Sojasauce. Nur wenn sie traditionell hergestellt wurde, das heißt aus fermentierten Sojabohnen, Salz und Enzymen. Aber Vorsicht! Viele Sojasaucen, die sie heute kaufen können, wurden in einem künstlichen, chemischen Prozess hergestellt.

Und immer dran denken: Bei Soja ist weniger mehr!

 

(1)Ologhobo, A.D. et al., „Distribution of phosphorus and phytate in some Nigerian varieties of legumes and some effects of processing“, Journal of Food Science 49(1):199-201, January/February 1984.

(2)http://www.westonaprice.org/health-topics/tragedy-and-hype-third-international-soy-symposium/

(3)https://www.sciencedaily.com/releases/2013/10/131010091557.htm

(4)Rackis, et al., ibid., p. 22; „Evaluation of the Health Aspects of Soy Protein Isolates as Food Ingredients“, prepared for FDA by Life Sciences Research Office, Federation of American Societies for Experimental Biology (9650 Rockville Pike, Bethesda, MD 20014), USA, Contract No. FDA 223-75-2004, 1979.

(5)Siehe www/truthinlabeling.org.

(6) Rackis, Joseph, J., „Biological and Physiological Factors in Soybeans“, Journal of the American Oil Chemists‘ Society 51:161A-170A, January 1974.

(7)Rackis, Joseph J. et al., „The USDA trypsin inhibitor study“, ibid.