Studie belegt Zusammenhang zwischen Cholesterinsenkern und Parkinson

Der Morbus Parkinson gehört zu den häufigsten Krankheiten des Nervensystems weltweit. In Deutschland geht man von einer Gesamtzahl von ca. 280.000 Parkinson-Patienten aus. Experten schätzen, dass in Deutschland künftig jährlich rund 13 000 neue Parkinson-Erkrankungen hinzukommen werden (1).
Neue Studien untersuchen nun den Effekt von Statinen für das Risiko diese neurodegenerativen Erkrankung zu entwickeln.

Statine- eine weitere Ursache für den Morbus Parkinson?

Statine werden Personen verschrieben, die ein zu hohes LDL-Colesterin aufweisen, da davon ausgegangen wird, dass dieses „schlechte“ Cholesterin die Gefahr für Herz-Kreislauferkrankungen erhöht. Ich habe schon an anderer Stelle darüber geschrieben, warum LDL-Cholesterin für sich allein genommen als Marker für das Infarktrisiko nicht taugt, und warum ich die Verschreibung von Statinen in den meisten Fällen für völlig sinnlos halte. Hier kommt jetzt noch ein weiterer Grund.
Seit einiger Zeit gibt es vermehrtes Interesse an der Fragestellung, ob Statine Gehirnzellen schützen und so die Ausbildung von neurodegenerativen Erkrankungen wie Morbus Parkinson und Alzheimer Demenz verhindern können. Die Studienergebnisse, die neuroprotektive Rolle der Statine betreffend, waren widersprüchlich und bezogen sich nur auf Tierversuche und Untersuchungen an Zellkulturen (2).
Jetzt erschien eine Studie in der Zeitschrift Movement Disorders, die allerdings in eine ganz andere Richtung geht (3). Sie kommt zu dem Schluss, dass Statine womöglich Mitverursacher von neurodegenerativen Erkrankungen sind.
Xuemei Huang, Ph.D. – Professor für Neurologie am Penn State College in Hershey und Autor der Studie – beschreibt einen anderen Grund, warum die Ergebnisse für die neuroprotektive Rolle der Statine bisher widersprüchlich sind:

„Ein erhöhter Cholesterinspiegel, die Hauptindikation für die Verordnung von Statinen, steht mit einem verminderten Auftreten des Morbus Parkinson in  Zusammenhang. Deshalb war es schwierig herauszufinden, ob der schützende Effekt auf die Gehirnzellen durch die Medikamente zustande kam oder durch den erhöhten Cholesterinspiegel.“

Die Studie, die Professor Huang nun durchgeführt hat, berücksichtigt jedoch dieses Problem.

Co-Autor Guodong Liu, Ph.D. erklärt hierzu:

„Die Diagnose einer Hyperlipidämie – eines Markers eines zu hohen Cholesterinspiegels, stand mit einer verminderten Prävalenz (Häufigkeit) der Parkinson Erkrankung in Zusammenhang. Dies war auch in älteren Untersuchungen bestätigt worden. Wir stellten nun sicher, dass dieser Faktor in unserer Analyse berücksichtigt wurde.“

Fettlösliche Statine können das Risiko einer Parkinson Erkrankung erhöhen

Das Team untersuchte die Daten medizinischer Schadensfälle von 50 Millionen Patienten. Aus diesen Fällen wählten sie 22.000 Patienten aus, die an Morbus Parkinson erkrankt waren und von denen 2.322 neu diagnostiziert wurden.

Diesen Patienten wurde eine Kontrollgruppe gegenübergestellt, die nicht an Parkinson erkrankt war. Dann wurden die Patienten identifiziert, die Statine einnahmen und die Länge der Einnahme vor dem Auftreten erster Parkinson Symptome ermittelt

Die Untersucher fanden heraus, dass die Einnahme von Statinen mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten einer Parkinson Erkrankung korrelierte. Dieser Effekt trat vor allem zu Beginn der Statintherapie auf – ganz besonders in den ersten 2,5 Jahren der Behandlung.

Außerdem fand sich ein stärkerer Zusammenhang für lipophile (fettliebende) Statine. Die meisten Statine sind lipophil. In diese Gruppe gehören Atorvastatin, Fluvastatin, Lovastatin, Cerivastatin, Pitavastatin und Simvastatin. Sie werden als lipophil bezeichnet, weil sie fettlöslich sind, während hydrophile (wasserliebende) Statine (Pravastatin, Rosuvastatin) sich in Wasser lösen.

Erstere können sich besser in verschiedenen Geweben verteilen, da sie leichter in die Zellen diffundieren können. Fettlösliche Statine können auch das Gehirn erreichen. Diese Fähigkeit besitzen wasserlösliche Statine nicht.

Professor Huang weist darauf hin, dass diese Ergebnisse im Widerspruch zur früheren Annahme stehen, dass lipophile Statine einen neuroprotektiven (Nerven schützenden) Effekt haben könnten.

„Die Statineinnahme stand in Zusammenhang mit einem erhöhten – nicht erniedrigtem – Risiko für eine Parkinson Erkrankung, und die Assoziation war bei lipophilen Statinen ausgeprägter. Diese Beobachtung steht im Widerspruch zur derzeitigen Hypothese, dass diese Statine die Nervenzellen schützen.“

Schließlich weist Professor Huang noch auf ältere Studien hin, die andeuteten, dass die Beendigung der Statintherapie zur Parkinson Erkrankung geführt haben könnte. Stattdessen geht sie aufgrund der Erkenntnisse der neuen Studie davon aus, dass es wahrscheinlich eher so ist, dass die Statineinnahme zu Symptomen führt, die mit der Parkinson Erkrankung in Zusammenhang stehen, und die Patienten aufgrund dessen die Statine nicht mehr einnehmen.

Selbstverständlich werden noch mehr Untersuchungen benötigt, um die Resultate dieser Studie zu verstehen. Professor Huang spricht sich aber dafür aus, bei der Verordnung von Statinen Vorsicht walten zu lassen – vor allem bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für ein Parkinson Erkrankung.

„Wir behaupten nicht, dass Statine einen Morbus Parkinson verursachen, sondern dass (…) Statine nicht unter der Annahme verschrieben werden sollten, dass sie diese Erkrankung verhindern können. Die Leute haben ein individuelles Risiko für Herzprobleme und die Parkinson Erkrankung.“

 

(1) http://www.focus.de/gesundheit/news/tausende-neue-faelle-pro-jahr-zahl-der-parkinson-erkrankungen-waechst_aid_956660.html

(2) Statins and neuroprotection: basic pharmacology needed. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24474514

(3) Statins may facilitate Parkinson’s disease: Insight gained from a large, national claims database. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/mds.27006/full

Fluorid – unverzichtbare Kariesprophylaxe oder einfach nur Gift?

Wir alle wissen, dass Fluorid unverzichtbar für gesunde Zähne ist. Gehen Sie nur zu irgendeinem Zahnarzt und fast jeder wird Ihnen erzählen, dass Sie unbedingt zweimal täglich Ihre Zähne mit einer fluoridierten Zahncreme putzen sollten. Nur dadurch wird sichergestellt, dass Ihre Zähne gesund bleiben.

Merkwürdig ist nur, dass die amerikanische FDA vor 20 Jahren gefordert hat, dass Zahnpasta einen Warnhinweis enthalten muss, wenn sie Fluorid enthält (1). Dieser Warnhinweis rät dazu, einen Arzt oder die Giftnotrufzentrale zu kontaktieren, wenn Zahnpasta verschluckt wird. Auf deutschen Zahnpastatuben sucht man diesen Hinweis übrigens vergeblich.

Aufgrund ihrer durchschlagenden Giftigkeit wurden Fluoride lange Zeit als Rattengift und als Bestandteil von Pestiziden eingesetzt. Und genau diese Form der Fluorverbindungen werden eingesetzt, wenn Substanzen mit Fluor versetzt werden.

Auch hörte man aufgrund dieser Toxizität immer wieder von Vergiftungsunfällen (vereinzelt sogar mit Todesfolge), die auf die versehentliche Überdosierung von Fluoriden mit beispielsweise Fluorid-Zahngels oder fluoridiertem Wasser zurückzuführen waren. In diesem Zusammenhang schadet es auch nicht, sich das Leid der vielen Millionen Chinesen und Inder in Erinnerung zu rufen, die an Knochenleiden erkrankt sind, weil sie regelmässig fluoridreiches Wasser (ca. 1 – 4 mg Fluorid pro Liter) zu sich genommen hatten.

In Deutschland kommen wir mit Fluorid vor allem in Form von fluoridierten Zahnpflegeprodukten oder fluoridiertem Speisesalz in Kontakt (und überlegen Sie mal kurz, wie viel Salz in Fertiggerichten steckt!). Die Wasserfluoridierung ist hierzulande zum Glück verboten (ganz anders in den USA). In der ehemaligen DDR  wie auch in Teilen der Schweiz wurde das Wasser fluoridiert. Da Spätfolgen auch nach 30 Jahren auftreten können, haben wir immer noch ein großes Kollektiv an Menschen, die betroffen sein können.

Fluorid reichert sich im Körper an, und so machen sich inzwischen viele Wissenschaftler  Gedanken darüber, welche Auswirkungen diese Tatsache auf unsere Gesundheit hat.

Fluoride stecken nicht nur in der Zahnpasta

Das extrem giftige Element Fluor kommt in der Natur nicht elementar, sondern praktisch immer nur gebunden vor, und zwar in Form verschiedenster Fluorverbindungen, die meisten davon als (anorganische) Fluoride (Salze der Fluorwasserstoffsäure). Einige Fluorverbindungen, zum Beispiel Natriumfluorid, Kaliumfluorid, Aluminiumfluorid oder Aminfluorid, begegnen uns täglich. Man kommt heute so gut wie gar nicht mehr um Fluoride herum:

Fluoride stecken nicht nur in den meisten Zahncremes, sondern inzwischen auch in den meisten Speisesalzen. Als natürlicher Bestandteil sind sie in vielen Lebensmitteln sowie in schwarzem und grünem Tee, im Mineralwasser und im Leitungswasser enthalten. Aber auch in Nahrungsergänzungsmitteln, Psychopharmaka, Beruhigungsmitteln und Antibiotika (z. B. Ciprofloxazin) sowie in manchen Cortison-Abkömmlingen findet sich Fluor (an Kohlenstoff gebunden). Nicht zu vergessen die Fluoridtabletten für Kinder oder Fluoridzahnversiegelungen beim Zahnarzt!

Das Problem ist also offensichtlich: Wir haben die „Dosierung“ überhaupt nicht im Griff!

Wissenschaftler warnen vor fluoridiertem Trinkwasser

Schon vor 16 Jahren haben Wissenschaftler der EPA darauf hingewiesen, dass die Fluoridierung des Trinkwassers ein unangemessenes Risiko darstellt.

Als sichere tägliche Höchstmenge gilt für Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene 7 mg Fluorid pro Tag. Dieser Wert ist ebenso für Schwangere und Stillende gültig und gilt für Fluorid aus allen Quellen (Trinkwasser, Getränke, Lebensmittel inkl. fluoridiertem Salz, Zahnpflegemittel sowie Supplemente).

Für Kinder gelten aufgrund des geringeren Körpergewichtes andere Höchstmengen. Die sichere tägliche Höchstmenge wurde für 1- bis 3-Jährige auf 1,5 mg, für 4- bis 8-Jährige auf 2,5 mg und für 9- bis 14-Jährige auf 5 mg Fluorid pro Tag festgesetzt

Welche Auswirkungen hat nun eine erhöhte Fluoridaufnahme?

Fluorid wird mit Wahrnehmungsstörungen und einem verminerten IQ in Zusammenhang gebracht

Über 300 Studien belegen, dass Fluorid ein Neurotoxin (Nervengift) ist. Weitere Studien zeigen auf, dass eine moderate Fluoridaufnahme zu einem geringeren IQ führt (2, 3).

In anderen Studien finden sich Hinweise auf Störungen der Hirnentwicklung in der Fetalperiode. Viele Tierversuche, die aufzeigen, dass die Fluoridexposition zu Hirnschäden, kognitiven und Gedächtnisstörungen führt, weisen ebenfalls darauf hin.

Fluorid schädigt die Schilddrüse

Es liegen mehr als genug Hinweise vor, dass eine übermäßige Fluoridaufnahme zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen kann. Tatsächlich wurde noch bis in die 60-ger Jahre die Schilddrüsenüberfunktion mit Fluortyrosin behandelt (4). Das Fluorid führt dazu, dass die Aktivität der Schilddrüse gebremst und die Konzentrationen der Schilddrüsenhormone T3 und T4 vermindert werden. Und man braucht für diesen Effekt noch nicht einmal große Dosen – 2 – 5 mg Fluorid pro Tag reichen schon aus (und erst recht die Höchstdosis von 7 mg, die als sicher angesehen wird).

Einige Menschen haben dann die klassischen Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion: Konzentrationsschwierigkeiten, Muskel- und Gelenkschmerzen, Depression und Gewichtszunahme. Und wenn sie richtig Pech haben, bekommen sie dann ein Label wie Fibromyalgie aufgeklebt und werden als Psycho abgetan.

Diabetiker sind durch Fluorid besonders gefährdet

Wie gesagt, wird in Deutschland das Wasser nicht fluoridiert. In Amerika werden allerdings Diabetiker als „empfindliche Subpopulation“ betrachtet, was den vermehrten Konsum von Fluorid angeht. Es wurde nachgewiesen, dass Fluorid den Blutzuckerspiegel anhebt, die Produktion von Insulin verhindert und die Glucosetoleranz verschlechtert (5).

Die Entwicklung einer Insulinresistenz, die dem Typ-2-Diabetes vorangeht, konnte offenbar bei Menschen beobachtet werden, die gerade einmal Fluoridmengen in Höhe von nur 0,07 bis 0,4 mg pro Kilogramm und Tag zu sich genommen haben.

Wer also reichlich fluoridiertes Salz verwendet und evtl. noch ein fluoridreiches Mineralwasser trinkt, kann diese Dosis gut erreichen.

Das Problem wird dadurch verschlimmert, dass Diabetiker eine verminderte Fluoridausscheidung haben.

Fluorid erhöht das Risiko für Herzerkrankungen

Da die Aorta mehr Fluorid speichert als jedes andere Gewebe im Körper, ist das Herz von hohen Fluoridspiegeln besonders betroffen. Fluorid kann oxidativen Stress und Entzündungsreaktionen hervorrufen und damit zu Arterienverkalkung und Schäden am Herzmuskel führen.

Forscher haben eine Verbindung zwischen erhöhten Fluoridspiegeln im Grundwasser und dem Auftreten von Bluthochdruck gefunden. Dieser erhöht wiederum das Risiko für einen Herzinfarkt (6). Und sogar eine geringgradige Fluoridtoxizität kann zu einer verminderten Elastizität der Aorta führen.

Fluoride schwächen die Knochen

Ganz im Gegensatz zu der Annahme, dass Fluorid „die Knochen stärkt“, haben Versuche mit hohen Dosen Fluorid der Osteoporose entgegen zu wirken dazu geführt, dass vermehrt Knochenbrüche auftraten.

Das Fluoride Action Network berichtet, dass inzwischen Studien am Menschen vorliegen, die aufzeigen, dass es bei einer Fluoridbelastung des Trinkwassers von 4 mg/l zu einer höheren Frakturrate kommt (7). In Tiermodellen war dieser Effekt schon lange bekannt.

Fluoride schädigen die DNA und tragen zur Entstehung von Krebserkrankungen bei

Das National Toxicology Program stuft Fluorid als mutagene Substanz ein – dies bedeutet, dass sie genetische Schäden hervorruft, die zur Entstehung von Krebs beitragen können (8). Eine bahnbrechende Studie der Harvard University zeigte auf, dass Jungen, die in ihrer Kindheit fluoridiertes Wasser tranken, im Jugendalter ein höheres Risiko aufwiesen, ein Osteosarkom (Knochenkrebs) zu entwickeln (9).

Wissenschaftler erklären diesen Zusammenhang damit, dass Fluorid die Proliferation von knochenbildenden Zellen stimuliert und damit das Risiko erhöht, dass diese sich zu Tumorzellen entwickeln.

Auch zwischen Fluoridexposition und Blasen- und Lungenkrebs finden sich Verbindungen.

Hoher Fluoridkonsum führt zur Skelettfluorose

Man weiß seit langem, dass eine langanhaltende, überhöhte Aufnahme von Fluorid zur Skelettfluorose führt (so auch in China und Indien). Sie geht mit einer Erhöhung des Knochenfluoridgehaltes und Anstieg der Knochendichte einher. Im fortgeschrittenen Stadium mit Osteosklerosen (Verdichtung des Knochengewebes mit erhöhter Brüchigkeit infolge verminderter Elastizität), Exostosen (auf der Knochenoberfläche aufsitzende Knochenneubildungen), Muskelschwund und neurologischen Störungen.

Dabei muss man nicht so weit gehen wie eine Engländerin, die täglich einen Tee aus 100 – 150 Teebeuteln zubereitete (10), sondern laut Fluoride Action Network sind Dosierungen von 6 mg pro Tag ausreichend, leichte Formen dieser Erkrankung hervorzurufen. Diese werden aber häufig nicht als Fluorose diagnostiziert, da die Symptome – Schmerzen und Gelenksteife – Knochenerkrankungen wie zum Beispiel einer Gelenkentzündung (Arthritis) sehr ähneln.

 

Fluorid verursacht Magen-Darm Beschwerden

Jährlich gibt es hunderte Anfragen bei den Giftnotrufzentralen, die auf das Verschlucken von Zahnpasta zurückzuführen sind. Es kommt dann zu Symptomen wie Magen-Darm Beschwerden, Übelkeit, Bauchkrämpfe und Erbrechen.

In klinischen Studien hat die Aufnahme von nur 3 mg Fluorid bei Erwachsenen zu einer Schädigung der Magenschleimhaut geführt. 6,8 mg Fluorid reichten aus, um innerhalb von 30 Minuten Erbrechen auszulösen (7 mg täglich sind völlig unbedenklich??) (11).

Fluorid ist ein endokriner Disruptor (hormoneller Schadstoff)

Zusätzlich zu den oben genannten schädlichen Wirkungen ist Fluorid auch ein endokriner Disruptor. Das National Research Council berichtet, dass Fluoride direkt die Hormonsekretion von Insulin (Blutzucker), T3 und T4 (Schilddrüse) und Melatonin (Schlaf/Wach-Zyklus) beeinflussen (12).

Durch diese hormonellen Auswirkungen kommt es in Untersuchungen sowohl beim Menschen als auch beim Tier zu einer Schilddrüsenunterfunktion, verstärkter Calcitonin- und Parathormon-Aktivität, sekundärem Hyperparathyreodismus (u. a. Magen-Darm Beschwerden, Muskelschwäche, Bluthochdruck), gestörter Glucosetoleranz und möglichen Effekten auf den Zeitpunkt der Geschlechtsreife.

Patienten mit Nierenerkrankungen sind durch die Toxizität von Fluoriden besonders gefährdet

Der Grund dafür liegt darin, dass die Nieren normalerweise dafür verantwortlich sind, Fluorid aus dem Körper auszuschwemmen. Bei Personen mit einer Niereninsuffizienz passiert dies nicht, sodass sich die Fluoride in ihren Knochen und anderen Körpergeweben anreichern. Studien zeigen, dass Patienten unter Dialyse ein erhöhtes Rikiso haben an Skelettfluorose und Osteomalazie – einer Krankheit, die die Knochen schwächt -zu erkranken (13).

Fluorid-Toxizität und Gelenkentzündungen

Beunruhigend ist auch die Verbindung zwischen Fluorid und Gelenkentzündungen. Eine geringgradige Vergiftung mit Fluorid kann durch die auftretenden Symptome – Schmerzen und Steifheit – einer Arthritis sehr ähnlich sehen und dadurch zu einer falschen Diagnose führen. Erschwerend kommt noch die Tatsache hinzu, dass Studien aufzeigen, dass Fluorid ein direkter Verursacher der Osteoarthritis sein kann (14).

Fluorid kann bei Männern zur Infertilität (Zeugungsunfähigkeit) führen

Mehr als 60 Tierversuchsstudien legen dar, dass Fluorid negative Auswirkungen auf das männliche Reproduktionssystem hat indem es zu einem verminderten Testosteronspiegel beiträgt, die Spermienanzahl und deren Beweglichkeit herabsetzt und oxidativen Stress verursacht (15).

Auch in einer US amerikanischen Studie an Menschen, die einer Trinkwasserfluoridierung von mehr als 3 ppm Fluorid ausgesetzt waren – einer Konzentration, die von der EPA anfänglich als sicher eingestuft wurde – zeigte sich, dass in diesen Populationen die Fertilitätsraten geringer waren als in Populationen, die weniger Fluorid aufnahmen.

 

Was bedeutet das für Sie?

Sie fragen sich wahrscheinlich (hoffentlich): Wie soll ich jetzt mit diesem Problem umgehen. Es gibt einige ganz einfach umzusetztende Möglichkeiten, Fluorid aus Ihrem Alltag zu verbannen:

  • Benutzen Sie Zahnpasta, die kein Fluorid enthält. Man muss ein bisschen suchen, aber es gibt inzwischen tatsächlich einige Marken, die auf die Zugabe dieses Gifts verzichten.
  • Sagen Sie Ihrem Zahnarzt, dass Sie nicht mit Fluorid behandelt werden möchten. Häufig wird nach der Zahnreinigung zur Kariesprophylaxe ein Fluoridgel auf die Zähne aufgetragen. Lehnen Sie dies auf jeden Fall ab. Es ist nicht nur unnötig, sondern sogar schädlich!
  • Tauschen Sie fluoridiertes Speisesalz aus. Am günstigsten ist es, wenn sie auf Speisesalz ganz verzichten und stattdessen Alternativen wie Meersalz oder Himalaya Salz benutzen. Diese enthalten natürliches Fluorid und wesentlich gesünder als Tafelsalz.
  • Und vor allen Dingen – vergiften Sie Ihre Kinder nicht mit Fluoridtabletten!

Es ist erschreckend wie hoch die Ignoranz (oder Gleichgültigkeit) mancher Eltern ist. Solange Kinder weiterhin mit Zuckerwasser in Nuckelflaschen bombardiert werden (sei es Fruchtsaft, Limonade oder der mit Vitaminen angereicherte Kindertee), sie mit Süßigkeiten vollgestopft werden und Eltern das Zähneputzen selbst bei Dreijährigen den Kindern selbst überlassen, müssen wir uns über verfaulte Zähne sicher nicht wundern. Und glauben Sie mir, ich arbeite häufiger bei Kinderzahnärzten und sehe diese Fälle zu Hunderten.

Und ganz ehrlich, eine ordentliche Zahnhygiene hilft bei der Vorbeugung gegen Karies viel mehr als Fluorid wie ein gerade erschienener Artikel im Journal of the American Dental Association bestätigt (16).

Übrigens:

Die Fluoride (Hexafluorokieselsäure), die in der Industrie dem Trinkwasser, der Zahnpasta oder dem Raffinade-Salz zugesetzt werden, sind Abfallprodukte aus der Herstellung von Phosphatdüngern – künstliche und toxische Fluoride.

Die natürlich vorkommenden Formen von Fluorid sind sogar wichtig für die Schilddrüse, Zähne und den Körper insgesamt. Die meisten natürlichen Fluoride kommen in Form der Mineralien Kryolith (Natriumfluorid) und Flussspat (Calciumfluorid) vor.

Diese zuvor genannten natürlichen Mineralien kommen in kleinen Mengen in vielen Nahrungsmitteln, in unbehandelten Wasserquellen und auch in unraffinierten Salzen, wie dem Himalaya-Salz und Meersalz vor. Diese Fluoride sind dafür bestimmt, Leben zu erhalten und nicht zu zerstören.

 

(1) Sec. 355.50 Labeling of anticaries drug products. https://www.accessdata.fda.gov/scripts/cdrh/cfdocs/cfcfr/CFRSearch.cfm?fr=355.50

(2) Effect of fluoridated water on intelligence in 10-12-year-old school children.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28217543

(3) Developmental Fluoride Neurotoxicity: A Systematic Review and Meta-Analysis   https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3491930/

(4)Die experimentellen Grundlagen der Behandlung des Morbus Basedow und der Hyperthyreose mittels Fluortyrosin.  https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/s-0028-1121625.pdf

(5) Inhibitory effect of fluoride on the secretion of insulin. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2110856

(6) Sodium fluoride induces hypertension and cardiac complications through generation of reactive oxygen species and activation of nuclear factor kappa beta. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27378751

(7) http://fluoridealert.org/issues/health/bone-fracture/

(8) TOXICOLOGY AND CARCINOGENESIS
STUDIES OF SODIUM FLUORIDE https://ntp.niehs.nih.gov/ntp/htdocs/lt_rpts/tr393.pdf

(9) Age-specific fluoride exposure in drinking water and osteosarcoma (United States). https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16596294

(10) Skelettfluorose nach exzessivem
Teekonsum https://master-toxikologie.charite.de/fileadmin/user_upload/microsites/studiengaenge/master-toxikologie/Toxikologie_Aktuell/2013/mobil/ToxikologieAktuell042013_mobil.pdf

(11) http://fluoridealert.org/issues/health/gastrointestinal/

(12) https://www.nap.edu/read/11571/chapter/2#8

(13)Fluoridation of drinking water and chronic kidney disease: absence of evidence is not evidence of absence. https://academic.oup.com/ndt/article/23/1/411/1927240/Fluoridation-of-drinking-water-and-chronic-kidney

(14) Endemic fluorosis in Turkish patients: relationship with knee osteoarthritis. https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs002960100132?LI=true

(15) http://fluoridealert.org/studies/fertility03/

(16) Regular oral health education is effective in reducing caries incidence whereas fluoride varnish seems to have no added benefit. http://jada.ada.org/article/S0002-8177(17)30150-2/fulltext

Vanille Chia-Pudding

Wenn es schon Pudding sein muss, dann doch bitte einer, der mehr zu bieten hat als nur eine Menge Zucker und Stabilisatoren. Die Lösung ist ganz einfach und der Pudding ist schnell gemacht und wirklich super lecker.

Chia Samen

Wenn man auf das herkömmliche Puddingpulver verzichten möchte, sind Chia Samen einfach die Lösung. In Flüssigkeit eingeweicht, quellen sie sehr schnell auf und verwandeln die Flüssigkeit in eine gelartige Masse – also genau richtig für Pudding.

Die Samen bieten Proteine, gesunde Fette, Ballaststoffe, Mineralien, Vitamine und Antioxidantien. Ihre hohe Konzentration des Omega-3 Fettes α-Linolsäure (ALA) hat sie vor allem bei Vegetariern und Veganern so bekannt gemacht. Chia Samen enthalten bis zu 40 Prozent Fett und davon sind 60 Prozent Omega-3-FS.

Ein Hinweis – Chia Samen verhalten sich wie Leinsamen, das heißt, damit unser Körper die Nährstoffe aufnehmen kann, müssen die Samen gemahlen sein.

Chia Samen können die Konzentrationen der Omega-3-FS ALA und Eicosapentaensäure (EPA) im Blut erhöhen. Sie erhöhen aber nicht die Konzentration von Docosahexaensäure (DHA), das heißt, es ist nicht möglich mit Chia Samen die tierische FS DHA zu ersetzen.

Bemerkenswert ist der Ballaststoffgehalt der Samen, der bei einer Menge von 2 EL ca. 10 g beträgt. Da die meisten Menschen eine zu Ballaststoff-arme Ernährung haben, ist das ein klarer Pluspunkt.

Kokosmilch

Kokosmilch enthält mittelkettige Triglyceride (MCTs), die vom Körper schnell in Energie umgewandelt werden können und nicht als Fett gespeichert werden. Sie hat einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren (FS).

Wer jetzt glaubt, dass sie dann doch ungesund sein muss, weil gesättigte FS den Cholesterinspiegel anheben und Herzerkrankungen verursachen, der irrt. Man weiß, dass die FS der Kokosnuss tatsächlich den Cholesterinspiegel anheben, dieser Effekt tritt jedoch auf, weil nicht nur das LDL sondern auch das HDL Cholesterin (das sogenannte „gute“) ansteigt. Dem HDL wird eine cardioprotektive (herzschützende) Wirkung nachgesagt, und so haben Volksgruppen, deren Ernährung viele Kokosprodukte beinhaltet, auch tatsächlich sehr selten Herz-Kreislauferkrankungen. Eine Tatsache, die die American Heart Association (AHA) gerne ignoriert.

Außerdem sorgt der hohe Fettgehalt der Kokosmilch dafür, dass sie lange satt macht und hilft so beim Abnehmen.

Eigelb

Wie Eigelb? Aber das ist doch so schädlich und eine wahre Cholesterinbombe. Immerhin haben Menschen jahrzehntelang tatsächlich Eiweiß-Omelettes (also ohne Eigelb) gegessen (oder runtergewürgt), damit sie ihrem Herzen etwas gutes tun. Vereinzelt soll es auch heute noch Individuen geben, die sich auf diese Art quälen.

Stellt sich heraus, das ist absoluter Quatsch!

Eier sind selbstverständlich Bestandteil einer gesunden Ernährung: Sie enthalten viele Mikronährstoffe, Vitamine (D, B, K), Mineralstoffe und Jod. Ihr hoher Eiweißgehalt unterstützt die Sättigung und so hilft das Frühstücksei sogar beim Abnehmen. Die Nährstoffe befinden sich dabei sowohl im Eigelb als auch im Eiweiß, wobei der größere Anteil im Eidotter zu finden ist.

Das ebenfalls im Ei enthaltene Lecithin schützt nicht nur die Leber und Dickdarmschleimhaut, verbessert die Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung, sondern stärkt auch die Nerven und hilft bei Stress. Lecithin verhindert übrigens auch die Aufnahme des Cholesterins aus dem Eigelb in die Darmwand.

Honig

Honig enthält unter anderem Kalzium, Eisen, Magnesium und Natrium. Diese Stoffe sind echte Hilfen für unser Immunsystem. Die Glukoseoxydase des Honigs ist ein Enzym, das zu Wasserstoffperoxid umgewandelt wird und dann eine desinfizierende Wirkung hat. So trägt es zur Heilwirkung des Honigs bei. Auch bei Magen-Darm-Beschwerden hat sich das flüssige Gold bewährt. Merke: Für unseren Körper ist Honig trotzdem Zucker (und führt zur Aktivierung derselben Stoffwechselwege wie Tafelzucker), aber wenigstens besitzt er einige gesunde Nährstoffe.

Durch die in ihm enthaltenen Flavonoide hat Honig eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung. Flavonoide helfen auch im Kampf gegen Viren. Wichtig: Diese Eigenschaften hat der Honig nur, solange er nicht auf über 40° C erhitzt wird! Deshalb wird er bei diesem Rezept auch erst zugegeben, wenn der Pudding schon abgekühlt ist.

Übrigens: Honig aus Ihrer Region ist ein Bestandteil der natürlichen Behandlung bei Heuschnupfen, da er praktisch eine Desensibilisierung gegen die bei Ihnen vorkommenden Pollen einleitet.

Klingt gut? Dann jetzt das Rezept für einen leckeren Pudding.

Zutaten:

  • 4 Eigelb (von glücklichen, freilaufenden Hennen)
  • 400 ml Kokosmilch
  • 2 EL Chiasamen gemahlen
  • 1 – 2 EL kaltgeschleuderter Honig (ich kaufe meinen direkt beim Imker)
  • 1/2 TL Vanillepulver

Zubereitung:

  1. Kokosmilch in einem Topf bei mittlerer Temperatur erhitzen.
  2. Eigelb in eine Schüssel geben.
  3. Die heiße Milch langsam über das Eigelb geben und dabei kräftig rühren.
  4. Diese Mischung wieder in den Topf geben und weiterhin umrühren.
  5. Vanillepulver untermischen.
  6. Herd auf niedrigste Temperatur stellen und Mischung simmern lassen – nicht kochen. Dabei immer wieder umrühren.
  7. Nach ca. 10 Minuten hat die Mischung sich verdickt. Nehmen Sie sie vom Herd und lassen Sie sie 15 Minuten abkühlen.
  8. Chia Samen und Honig dazugeben und den Pudding auf zwei Schälchen verteilen.
  9. Im Kühlschrank 1 Stunde lang kalt stellen.

 

 

 

Grüner Smoothie

Grüne Smoothies sind in aller Munde, und sie können wirklich gesund sein, wenn man die richtigen Zutaten nimmt. Sie stecken voller Vitamine und Spurenelemente und geben langanhaltende Energie.

Ich kann nur davor warnen, zu viele Früchte in den Smoothie zu tun, denn die in ihnen enthaltene Fructose kann schnell zum Problem für die Leber werden. Sowohl die Smoothies aus dem Supermarkt als auch die Varianten aus Smoothie Bars enthalten in der Regel viel zu viel Zucker.

Halten wir uns also lieber an grünes Gemüse. Es eignen sich Grünkohl, Salate, Spinat, Löwenzahnblätter, Petersilie aber auch Gurken oder Zucchini.Wer viel Giersch im Garten hat, kann auch den mit in den Smoothie tun.

Für Anfänger ist ein Smoothie aus Salat und Spinat eine gute Wahl, weil beide recht süß sind. Aber Vorsicht, Spinat enthält viel Oxalsäure und sollte deshalb nicht roh in den Smoothie getan werden. Wenn man ihn kurz in Wasser kocht, und dann das Kochwasser wegschüttet, kann man einen Großteil der Oxalate entfernen.

Ich gebe hier nur ein Grundrezept. Sie können die Zutaten je nach eigenem Geschmack austauschen.

Zutaten

  • 1/2 Kopf Salat (Eichblatt, Batavia…)
  • die gleiche Menge Spinat
  • 1/4 Bund Petersilie
  • 1 EL Mandelbutter
  • 20 g Whey Protein Konzentrat
  • 1 TL Zimt
  • 1 Prise Vanillepulver
  • 250 ml Kokosmilch
  • 150 – 250 ml Wasser (je nach gewünschter Konsistenz)
  • 1 Banane

Zubereitung:

Die Zubereitung ist natürlich denkbar einfach. Alle Zutaten einfach in den Mixer geben und gut mischen. Fertig.

Die Menge reicht für 1 – 2 Personen.

Da dieser Smoothie ausreichend Fett und Proteine enthält, eignet er sich vorzüglich als richtig gesundes Frühstück. Außerdem sorgt er dafür, dass der Blutzuckerspiegel stabil gehalten wird (vielen Dank auch an den Zimt) und verhindert Hungerattacken.

 

 

American Heart Association (AHA) warnt – Kokosöl ist ungesund

… Und sie haben es wieder getan. Man kommt sich fast vor wie in den 70ger Jahren als gesättigte Fettsäuren plötzlich verteufelt wurden, weil sie angeblich Herz-Kreislauferkrankungen verursachen. Jetzt hat die AHA ein Statement herausgebracht, dass sich in diese Behauptung nahtlos einpasst, obwohl die Wissenschaft ein ganz anderes Bild malt.

In USA Today fand sich am 16. Juni die Überschrift: Kokosöl ist nicht gesund. Es war niemals gesund (1).

Hier läuft doch irgendetwas total verkehrt. Wenn wir uns Völker ansehen, die viel Kokosöl konsumieren, so stellen wir immer wieder fest, dass sie keine Zeichen für Herzerkrankungen aufweisen. Nehmen wir zum Beispiel die Tokelau aus dem Südpazifik, die 50 Prozent ihrer täglichen Kalorien durch den Verzehr von Kokosnüssen erhalten (2).  Diese Population wurde erst fett und herzkrank als sie Weizen, Zucker und Pflanzenöle in ihre Ernährung einführten.

Auch die Kitaver, die gerne als Beispiel für Gesundheit und langes Leben herangezogen werden, essen viel Kokosöl und viele stärkehaltige Gemüse und leben sehr gut damit (3).

Tja, eigentlich ist damit schon alles gesagt, oder? Keine Herzerkrankungen bei Personen, die 50 % ihrer Kalorien durch Kokosöl abdecken? Dafür ein riesiges Ausmaß an Herzerkrankungen bei Menschen, die nicht 50 % ihrer Kalorien durch Kokosöl erhalten…Da hat die AHA doch irgendetwas falsch verstanden.

Na, gucken wir uns mal an, was da gerade wieder abläuft.

Der Kampf gegen gesättigte Fette

Letzten Endes läuft es darauf hinaus, dass die AHA wieder einmal eine Salve gegen den Konsum von gesättigten Fetten feuert. Seit Ancel Keys haben sich ja alle auf gesättigte Fette und Cholesterin eingeschossen. In ihrer Untersuchung stürzen sie sich nur auf den Fakt, dass Kokosöl das LDL Cholesterin („schlechtes“ Cholesterin) erhöht und ignorieren alles, was es sonst noch tut. Im Gegenteil, sie behaupten sogar, dass Kokosöl keine „ausgleichenden günstigen Eigenschaften“ habe.

Wie bitte?

Okay, LDL hat irgendwie etwas mit Herzerkrankungen zu tun, aber das machen wir bitte nicht an einem Wert fest.

Beim LDL kommt es durchaus auf die Größe an. Wirklich gefährlich ist oxidiertes LDL, während große, fluffige LDL Partikel eher eine schützende Wirkung haben. Geht die AHA auf diesen Unterschied ein. Natürlich nicht!

Es wäre so schön, wenn sie mal von ihrem Kurs abweichen würden. Natürlich ist es peinlich, nach all diesen Jahren zugeben zu müssen, dass man mit seinen Empfehlungen völlig falsch lag (und damit womöglich den Tod von Millionen Menschen verursacht hat), aber ich denke irgendwann wird einfach der Tag kommen, wo sie aus dieser Sache nicht mehr anders rauskommen. Aber bis dahin hängt ihre Existenz davon ab, dass sie die „ausgleichenden günstigen Eigenschaften“ nicht sehen.

Man würde denken, dass die Tatsache, dass Stoffwechselprodukte der PUFAs (mehrfach ungesättigte Fettsäuren aus Pflanzenölen) tatsächlich als Biomarker für die nichtalkoholische Fettleberentzündung (also eine Entzündung, die bei der nichtalkoholischen Fettleber auftritt) genutzt werden, bei ihnen den ein oder anderen Gedanken auslösen sollte. Aber vielleicht haben sie diese Studien ja auch gar nicht gesehen…

Positive Effekte von Kokosöl

Sehen wir uns diese fehlenden „ausgleichenden günstigen Eigenschaften“ doch einmal genauer an.

  • Anhebung von HDL (gutes Cholesterin). Dieser Effekt tritt bei allen Menschen auf, die Kokosöl konsumieren (4). Höhere Konzentrationen an HDL werden allgemein als protektiv gegen Herzerkrankungen angesehen. Es gibt zwei Quotienten, die das Risiko für einen Herzinfarkt anzeigen, Gesamtcholesterin/HDL und LDL/HDL. Je kleiner der Wert für den Gesamtcholesterin/HDL Quotienten, desto geringer das Infarktrisiko. Dieser Quotient schlägt den LDL/HDL Quotienten in seinem Voraussagewert (5).
  • Verbesserter cardiometabolischer Status bei Patienten mit Herzerkrankungen. Huch, genau diese Leute sollten laut AHA um Himmels Willen ja kein Kokosöl essen. Aber bei ihnen führte der Konsum des Öls zu einer Abnahme des Taillenumfangs und einer Zunahme des HDL.
  • Weitere Studien zeigen ebenfalls auf, dass Kokosöl zu einer Abnahme des Taillenumfangs und Körpergewichts führte – sowohl bei Männern (6) als auch bei Frauen (7).

Was man sonst noch so mit Kokosöl machen kann

Immerhin wird in diesem USA Today Artikel ein Arzt zitiert, der sagt

„Sie können es auf Ihren Körper tun, aber tun Sie es nicht in Ihren Körper hinein.“

Sie haben also den Segen der AHA Kokosöl als Lotion, Deodorant, Seife oder Shampoo zu benutzen. Ich darf Ihnen versichern, davon mache ich ausgiebig Gebrauch.

Und auch bei diesen Anwendungen zeigen sich die positiven Eigenschaften von Kokosöl.

  • Als Haarpflegemittel kann das Kokosöl durch seine mittelkettigen Triglyceride leichter zu den Haarproteinen durchdringen. Diese schützen sie vor Schäden durch Sonneneinstrahlung und führen zu geringerem Haarausfall als bei Verwendung von Pflegemitteln auf Basis von Mineralöl oder Sonnenblumenöl (8).
  • Hautpflege. Bei schuppiger Haut sowie bei Patienten mit entzündlichen Veränderungen der Haut wirkt Kokosöl deutlich besser als Mineralöl Produkte (9).
  • Auch zum Ölziehen können Sie Kokosöl verwenden. Dadurch werden Karies-verursachende Bakterien reduziert ebenso wie Bakterien, die in den atherosklerotischen Plaques von Patienten mit Herzinfarkt gefunden werden (10). Aber bitte nicht runterschlucken.
  • Die im Kokosöl enthaltene Laurinsäure wirkt antimikrobiell (11). Diesen Effekt kann ich nur bestätigen. Ich habe meinen Fuß, der nach einer Operation infiziert war, ganz ohne Antibiotikum – einfach nur mit Kokosöl geheilt.

Nachteile

Um fair zu sein, muss man auch anmerken, dass Kokosöl einige Nachteile hat.

Wenn Sie den Geschmack von Kokosnuss nicht mögen, sollten Sie auf keinen Fall Ihre Spiegeleier in diesem Fett braten (Fleisch und Fisch nehmen den Geschmack nicht an).

Man muss sich auch klar darüber sein, dass Kokosöl nicht dasselbe ist wie eine ganze Kokosnuss. Die Bevölkerungen, die infolge des Konsums von Kokosfett so gesund sind, essen natürlich nicht esslöffelweise raffiniertes oder sogar Virgin Kokosöl, sondern essen im Allgemeinen die gesamte Kokosnuss – Fleisch, Saft, Ballaststoffe und alles. Deshalb ist Kokosbutter (oder Kokosmus) vielleicht sogar eine bessere Alternative, denn sie beinhaltet tatsächlich nicht nur das Fett sondern auch das Fleisch und die Ballaststoffe.

Und ja, es erhöht das LDL. Aber ob das tatsächlich schlecht ist, können Sie nur herausfinden, wenn Sie die Partikelgröße bestimmen lassen. Ich persönlich mache mir darüber keine Sorgen, denn es erhöht auch das HDL, und wenn ich mir meine Fettwerte ansehe, dann kann ich trotz (oder gerade wegen) des Konsums gesättigter Fettsäuren sehr zufrieden sein.

Aber Vorsicht, fangen Sie jetzt nicht an Kokosöl oder -butter gleich löffelweise zu essen. Wenn Sie Ihre Ernährung drastisch umstellen, ist es immer eine gute Idee, sich mittels einiger Labortests anzusehen wie Ihr Körper darauf reagiert.

Ist die AHA wirklich objektiv?

Was die AHA angeht möchte ich nur noch anmerken, dass wir eine gewisse Voreingenommenheit vielleicht nicht ganz von der Hand weisen können. Immerhin haben sie im März von der Sojabohnen-Industrie eine Spende von USD 500.000,- bekommen (und schon drei Monate später bekommt Kokosöl einen Schuss vor den Bug geknallt) (12).  Und ich wette, Sie sind jetzt auch nicht wirklich überrascht darüber, dass die AHA Sojaöl (das in den USA aus genetisch modifizierten Sojabohnen hergestellt wird) als sehr gesundes Fett einstuft (13).

Ich denke, dazu gibt es dann nichts mehr zu sagen.

 

(1) https://www.usatoday.com/story/news/nation-now/2017/06/16/coconut-oil-isnt-healthy-its-never-been-healthy/402719001/

(2) http://wholehealthsource.blogspot.de/2009/01/tokelau-island-migrant-study-final-word.html

(3) Apparent absence of stroke and ischaemic heart disease in a traditional Melanesian island: a clinical study in Kitava. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8450295

(4) A COCONUT EXTRA VIRGIN OIL-RICH DIET INCREASES HDL CHOLESTEROL AND DECREASES WAIST CIRCUMFERENCE AND BODY MASS IN CORONARY ARTERY DISEASE PATIENTS.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26545671

(5) Total Cholesterol/HDL Cholesterol Ratio vs LDL Cholesterol/HDL Cholesterol Ratio as Indices of Ischemic Heart Disease Risk in Men. http://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/fullarticle/752318

(6) An open-label pilot study to assess the efficacy and safety of virgin coconut oil in reducing visceral adiposity. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22164340

(7) Effects of dietary coconut oil on the biochemical and anthropometric profiles of women presenting abdominal obesity. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19437058

(8) Effect of mineral oil, sunflower oil, and coconut oil on prevention of hair damage.   https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12715094

(9) The effect of topical virgin coconut oil on SCORAD index, transepidermal water loss, and skin capacitance in mild to moderate pediatric atopic dermatitis https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24320105

(10) Oral inflammation and infection, and chronic medical diseases: implications for the elderly. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27501498

(11) Novel antibacterial activity of monolaurin compared with conventional antibiotics against organisms from skin infections: an in vitro study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17966176

(12) https://www.cropscience.bayer.us/news/press-releases/2017/03022017-bayer-and-libertylink-soybeans-help-protect-hearts-in-americas-heartland

(13) https://www.usatoday.com/story/news/nation-now/2017/06/20/coconut-oil-out-these-oils-you-should-using-experts-say/412393001/

Zucchini Spaghetti mit Knoblauch und Olivenöl

Ich will gar nicht mal unbedingt sagen, dass ich Nudeln vermisse, aber ich bin häufiger auf der Suche nach einer Grundlage zu meinen Saucen. Früher waren das Nudeln und Reis, heute sind es Zucchini und Blumenkohl. Die gute Nachricht ist, dass man durch diese Alternativen eine ganze Menge Kohlenhydrate weniger isst. Und rein nährstofftechnisch haben sie natürlich auch einiges zu bieten. Sie enthalten unter anderem Calcium, Eisen und β-Carotin.

Olivenöl ist natürlich jedermanns Liebling, denn es verfügt über große Mengen von pflanzlichen Antioxidantien, Phytosterolen und Vitaminen. Es schützt die Haut, pflegt die Haare und senkt den Cholesterinspiegel. Die in ihm enthaltenen Antioxidantien, reduzieren zelluläre Entzündungen und die Omega 3 Fettsäuren, schützen das Herz und steigern die Konzentration. Olivenöl hilft auch beim Abnehmen und kann als Hautpflegemittel, in einer natürlichen Haarkur oder eben als Zutat in verschiedenen Gerichten verwendet werden.

Achten Sie beim Kauf darauf, dass Sie ein hochwertiges Olivenöl bekommen, denn seine Beliebtheit bringt es mit sich, dass sehr gerne gepanscht wird. Und dann essen Sie plötzlich doch ein minderwertiges Raps- oder Sojaöl. Ich bestelle mir inzwischen immer das Öl von Agia Triada im 5 Liter Kanister, da ich auch viele Kosmetikprodukte damit herstelle.

 

Zutaten:

  • 4 Zucchini
  • 3 Knoblauchzehen
  • 5 EL Olivenöl
  • Petersilie
  • Salz und Pfeffer

 

Zubereitung:

  1. Die Zucchini mit einem Julienne Schäler in Streifen schneiden.
  2. Die Knoblauchzehen schälen und in kleine Stücke schneiden oder durch eine Knoblauchpresse drücken.
  3. Etwas Fett (ich nehme Butter oder Ghee) in einer Pfanne erhitzen und die Zucchini und den Knoblauch bei niedriger Temperatur 3 – 4 Minuten erhitzen.
  4. Pfanne vom Herd nehmen und das Olivenöl unter die Zucchini mischen.
  5. Das ganze mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Petersilie garnieren.

Wer Milchprodukte isst, kann frischen Parmesan dazugeben. Sehr lecker ist das Ganze auch mit einem Stück Räucherlachs.

Warum die Schulmedizin chronische Erkrankungen nicht heilen kann

Zu den chronischen Krankheiten zählen unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit und Schlaganfall, Diabetes, Krebs und chronische Atemwegs-erkrankungen sowie Allergien.

Sie verkürzen das Leben, zerstören die Lebensqualität, belasten das Gesundheitssystem und bedrohen die Gesundheit kommender Generationen. Leider bietet die Schulmedizin in Bezug auf chronische Krankheiten keine wirkliche Therapie.

Oh ja, sie ist gut darin, Symptome zu unterdrücken, aber sie tut absolut nichts dafür, die Ursachen chronischer Erkrankungen zu behandeln. Und diese sind stark auf dem Vormarsch und betreffen immer jüngere Individuen. Gruselig? Auf jeden Fall!

Ich möchte Ihnen in diesem Blog erklären, warum wir uns momentan in so einer prekären Situation befinden und durch welche Herangehensweise wir der Bedrohung durch chronische Krankheiten entgegentreten können.

Chronische Krankheiten sind mit Abstand die größte Herausforderung im Gesundheitssystem. Betrachten wir uns nur mal folgende Zahlen:

  • Bei den über 65-Jährigen geben über die Hälfte der Männer und 60% der Frauen an, eine chronische Krankheit zu haben (1).
  • Einer von vier Deutschen hat mehrere chronische Krankheiten. Bei den über 65-jährigen steigt dieser Anteil sogar auf nahezu 40 % (2).
  • Unter den 10 häufigsten Todesursachen befinden sich 9 chronische Krankheiten

  •  15 % der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig, immerhin 6,3 % gelten als adipös. Alarmierend ist die Verdoppelung dieser Zahlen in den vergangenen 10 – 15 Jahren sowie die Zunahme an Typ II Diabetikern im Kindes- und Jugendalter (3).
  • In den USA entfielen 84 % der 3,8 Billionen Dollar, die für Gesundheitskosten ausgegeben werden auf die Behandlung chronischer Krankheiten. In Deutschland sieht dieses Verhältnis wohl ähnlich aus.

Wir sind inzwischen an einem Punkt angekommen, an dem chronische Krankheiten so alltäglich sind, dass wir sie für normal halten. Es besteht aber ein riesen Unterschied zwischen alltäglich und normal.

Wie es früher aussah

Die Lebensbedingungen im vorindustriellen Europa waren durch häufigen Nahrungsmangel, ansteckende Krankheiten und Seuchen sowie unzureichende hygienische Verhältnisse geprägt. Aufgrund dieser Bedingungen waren infektiöse und parasitäre Erkrankungen die Haupttodesursachen. Genaue Daten für Deutschland und Österreich liegen nicht vor. Aber eine englische Statistik für die Jahre 1848 bis 1854 belegt, dass Infektionskrankheiten für 60 Prozent der Todesfälle verantwortlich waren.

Es wird immer wieder das Argument angeführt, dass die Menschen früher einfach nicht lange genug gelebt haben, um chronische Erkrankungen zu bekommen. Natürlich hat die durchschnittliche Lebenserwartung in den letzten 100 Jahren deutlich zugenommen, wir müssen aber auch sehen, dass chronische Erkrankungen immer früher im Leben auftreten, und dass heutige Jäger und Sammler, die noch ihren traditionellen Lebensstil haben, nur extrem selten an chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Alzheimer Demenz oder Herzerkrankungen leiden, die in den Industrienationen so weit verbreitet sind.

Nehmen wir zum Beispiel die Tsimané, eine Population von Bauern, Jägern und Sammlern, die in Bolivien lebt. Sie essen Fleisch, Fisch, Früchte, Gemüse, Nüsse, Samen und einige stärkehaltige Pflanzen. Sie laufen täglich durchschnittlich 17.000 Schritte (∼ 8 Meilen), verbringen viel Zeit an der frischen Luft, schlafen viel und sind nachts keinen größeren künstlichen Lichtquellen ausgesetzt.

In einer kürzlich erschienenen Studie fanden die Forscher heraus, dass die Prävalenz der Arteriosklerose bei den Tsimané um 80 Prozent geringer ist als bei der Bevölkerung der USA. Annähernd neun von 10 Tsimané im Alter von 40 – 94 Jahren hatten freie Arterien und praktisch kein Risiko für eine Herzerkrankung. Darüber hinaus wurden in diese Studie auch ältere Individuen einbezogen. Im Vergleich hatte der durchschnittliche 80-jährige in der Tsimané Gruppe das gleiche vaskuläre (Blutgefäß) Alter wie ein Amerikaner in den Fünfzigern (4).

Konsequenzen chronischer Erkrankungen

Chronische Erkrankungen stellen ein großes Problem dar. Die Konsequenzen für die Patienten sind offensichtlich:

  • In Deutschland sind 53 Prozent der Frauen und 67,1 Prozent der Männer übergewichtig. 23,9 Prozent der Frauen und 23,3 Prozent der Männer sind adipös, d. h. ihr Body Mass Index (BMI) ist größer als 30 (5). Nach Einschätzung von Forschern des Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels wird die Zahl der Fettleibigen hierzulande bis 2030 um 80 Prozent steigen (6).
  • In den USA hat sich die Prävalenz von Autismus Spektrum Erkrankungen seit 2000 fast verdoppelt, was nicht nur auf eine bessere Diagnostik zurückzuführen ist (7).
  • Die Anzahl der Autoimmunerkrankungen hat sich in den letzten 50 Jahren mehr als verdoppelt. Es wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet.
  • Mehr als die Hälfte der Erwachsenen nehmen verschreibungsplichtige Arzneimittel ein, und 40 Prozent der Senioren nehmen mehr als fünf verschiedene Medikamente (8). Die Ärzte fangen tatsächlich an, sich über die Interaktionen dieses Medikamentencocktails Gedanken zu machen.

Über die Auswirkungen auf betroffene Individuen hinaus, verursachen chronische Erkrankungen enorme Kosten.

  • In Deutschland belaufen sich die jährlichen Gesundheitsausgaben auf 344.153 Millionen Euro – das sind 4.213 Euro je Einwohner, die einem Anteil von 11,3 Prozent am Bruttoinlandsprodukt entsprechen. Experten gehen davon aus, dass unser Gesundheitssystem ohne grundlegende Änderungen in der Zukunft nicht mehr finanzierbar ist (9).
  • In den USA wird damit gerechnet, dass bei weiterhin steigenden Gesundheitskosten, die Vereinigten Staaten im Jahr 2035 bankrott sein werden.
  • Die weltweiten Ausgaben für chronische Krankheiten werden 2030 47 Billionen USD betragen, ein Betrag, der höher ist als die Bruttosozialprodukte der sechs größten Wirtschaftsnationen der Welt.

Man kann also sicherlich behaupten, dass chronische Krankheiten die Welt in die Knie zwingen und dass unsere Bemühungen, damit umzugehen, nicht so wirklich fruchten.

Aber woran liegt das?

Warum die Schulmedizin keine Lösung für chronische Krankheiten bietet

Es gibt viele Gründe, warum die Schulmedizin keine Lösungen für die Epidemie an chronischen Krankheiten hat, aber zwei Gründe stechen besonders hervor:

1. Die falsche Herangehensweise

Die Schulmedizin entwickelte sich in einer Zeit, in der akute Infektionen die Haupttodesursache waren. Eigentlich waren die meisten Gründe, warum jemand einen Arzt aufsuchte, akuter Natur wie zum Beispiel eine Blinddarmentzündung oder Gallenkoliken.

In diesen Fällen war eine Behandlung relativ einfach: Der Patient hatte eine Infektion, ging zum Arzt, bekam ein Antibiotikum (als diese erfunden worden waren) und erholte sich oder verstarb. Also: ein Problem, ein Arzt, eine Behandlung.

Heute gestaltet sich das Ganze etwas komplizierter. Der Durchschnittspatient kommt nicht wegen eines akuten Problems zum Arzt sondern wegen einer chronischen Erkrankung (oder manchmal auch mehrerer). Chronische Erkrankungen sind schwerer zu behandeln, kosten viel Geld, beschäftigen teilweise mehr als einen Arzt und halten sich normalerweise bis zum Lebensende. Die ein Problem, ein Arzt, eine Behandlung Vorgehensweise der Vergangenheit greift hier also nicht.

Leider hat die Schulmedizin (mit sehr viel Unterstützung der pharmazeutischen Industrie) ein System entwickelt, dass die Betonung der Behandlung darauf legt, Symptome mit Medikamenten (und manchmal Operationen) zu unterdrücken, anstatt die zugrunde liegenden Ursachen zu behandeln.

Wenn ein Patient mit zu hohem Blutdruck oder einem zu hohen Cholesterinwert zum Arzt kommt, bekommt er Medikamente verschrieben, die er normalerweise für den Rest seines Lebens nehmen soll. Das ist nun wirklich keine ernsthafte Bemühung abzuklären, warum der Cholesterinwert oder der Blutdruck zu hoch sind.

Stellen Sie sich mal ein Spektrum vor, bei dem totale Gesundheit auf der linken Seite steht und der Tod auf der rechten Seite. Die Interventionen der Schulmedizin setzen ziemlich weit auf der rechten Seite des Spektrums an.

Was meine ich damit? Nun, ihr Blutzucker ist 120 mg/dl. Super, Sie haben noch keinen Diabetes. Wir beobachten das mal. Oh, jetzt ist er 126 mg/dl, da verschreibe ich Ihnen mal Metformin.

Damit Sie mich richtig verstehen, wenn ich einen Unfall habe, möchte ich sicherlich im Krankenhaus behandelt werden, denn akute Ereignisse sind etwas, das die Schulmedizin richtig gut behandeln kann. Aber chronische Krankheiten – nicht so wirklich.

Dabei wäre es so einfach (wenn auch nicht leicht). Neuere Studien zeigen auf, dass mehr als 85 Prozent der chronischen Krankheiten durch Umweltfaktoren wie Ernährung, Verhalten, Umweltgifte und den Lebensstil verursacht werden (10).

Genau genommen entstehen chronische Erkrankungen durch ein Missverhältnis zwischen unseren Genen und unserer Biologie auf der einen Seite und der modernen Umwelt auf der anderen Seite. Für diese Behauptung gibt es viele Beispiele.

So hatten 1980 nur 1 Prozent der chinesischen Bevölkerung Diabetes. In nur einer Generation stieg dieser Anteil um erstaunliche 1.160 Prozent (11). Und was war passiert? Gab es auf einmal eine Genmutation in einem Großteil der Bevölkerung, die diese Erkrankung hervorrief?

Natürlich nicht. Was tatsächlich passiert war, war dass die Chinesen während dieser Zeitspanne ihre Ernährung von einer traditionellen Diät auf einen mehr westlich orientierten Ernährungsstil (inklusive Softdrinks) umgestellt hatten.

Fazit: Wenn wir chronische Erkrankungen verhindern und heilen wollen, dann brauchen wir ein medizinisches Modell, das das Missverhältnis zwischen unseren Genen und unserer Umwelt als Triebfeder für chronische Erkrankungen versteht und sich darauf konzentriert, die zugrunde liegenden Ursachen zu verhindern oder zu behandeln anstatt nur Symptome zu kaschieren.

 

Ein dominantes Arzt-Patienten Verhältnis

Auch das Verhältnis zwischen Arzt und Patient bereitet Probleme. Warum? Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Auf die wichtigsten Maßnahmen wird gar nicht eingegangen. Wie gesagt, sind die Hauptursachen für chronische Krankheiten nicht genetisch bedingt, sondern liegen in einem falschen Verhalten. Die Leute treffen einfach die falsche Wahl was Essen, körperliche Aktivität, Schlaf und Stressmanagement angeht – und das immer wieder, ihr Leben lang.

Und genau hier müssten Ärzte ansetzen und ihre Patienten dabei unterstützen, die richtigen Entscheidungen für ihre Gesundheit zu treffen. Nicht besonders sexy, ich weiß.

Allerdings macht das System der Schulmedizin dieses Vorgehen auch sehr schwer. Ein Arzt hat pro Patient ungefähr 8 Minuten Zeit. Wenn ein Patient mehrere chronische Krankheiten hat, mehrere Medikamente einnimmt und nun neue Symptome aufweist, dann ist es in der Zeit fast unmöglich, mehr zu tun als ein weiteres Rezept auszuschreiben.

Wie sollte der Arzt auch innerhalb von vielleicht 4 Minuten, die ihm nach der Schilderung der Symptome durch den Patienten noch verbleiben, auch eine detaillierte Diskussion über Ernährung und Lebensstil führen. Und stellen Sie sich mal vor, wie lange er bei durchschnittlich 45 Patienten pro Tag da wohl arbeiten sollte (12).

Und selbst wenn der Arzt dem Patienten beim Hinausgehen noch den Vorschlag macht, die Ernährung oder den Lebensstil umzustellen, glauben Sie das hilft so auf die Schnelle? Wir wissen doch alle, dass Wissen nicht vor schlechten Entscheidungen schützt, oder wie erklären Sie sich rauchende Ärzte und geschiedene Eheberater. Viele Ärzte sind auch einfach frustriert, weil sie genau wissen, dass diese Vorschläge sowieso nicht angenommen werden. Wie könnten sie auch – Patienten brauchen sehr viel Untersützung dabei, wenn sie ihr Leben und ihre Ernährung tatsächlich langfristig und erfolgreich umstellen sollen.

Man muss auch mal überlegen, wenn 90 Prozent des Termins damit zugebracht werden, über Symptome und die entsprechenden Medikamente zu sprechen und vielleicht 10 Prozent für Lebensstil Ursachen und Lösungen übrig bleiben – was glauben Sie nimmt der Patient ernster?

Wenn wir chronische Erkrankungen wirklich behandeln wollen, dann brauchen wir eine Systemänderung im Gesundheitswesen, die dazu führt dass:

  • Dem Arzt sehr viel mehr Zeit für den einzelnen Patienten gegeben wird, damit er eine detaillierte Anamnese (Krankengeschichte) erheben kann, Zeit hat, diese mit dem Patienten zu besprechen und ihm Chancen für Änderungen aufzuzeigen. Der 8-Minuten Termin mag ja zum Verschreiben von Medikamenten ausreichend sein, aber für eine wirklich ausführliche Erstanamnese können Sie mal locker 1 -2 Stunden veranschlagen.
  • Zwischen Arzt und Patient eine Zusammenarbeit zustande kommt, bei der der Arzt mit dem Patienten als Partner zusammenarbeitet – und der Patient eine sehr aktive Rolle in seiner Genesung übernehmen muss -, anstatt des in unserem Gesundheitssystem vorherrschenden „Expertenmodells“, in dem der Arzt die Marschrichtung bestimmt, und der Patient alles nur passiv mit sich geschehen lässt.
  • Zusätzlich erhält der Patient Zugang zu einem Betreuungsteam aus Arzthelfern, Krankenschwestern, Ernährungsberatern, Gesundheitscoaches und anderen Berufsgruppen, die die Pflege und Unterstützung zwischen den einzelnen Arztbesuchen aufrecht erhalten.

Integrative Medizin in einigen Ländern schon auf dem Vormarsch

Die gute Nachricht ist, dass genau dieses Modell in einigen Ländern schon praktiziert wird. In Amerika werden Abteilungen für Integrative Medizin (oder Funktionelle Medizin) bereits an einigen großen Kliniken betrieben – unter anderem an der Cleveland Clinic, und die ist nicht so ganz unbekannt.

In England hat es die Integrative Medizin sogar schon ins Fernsehen geschafft mit der Dokuserie Doctor in the House der BBC, in der Dr. Rangan Chatterjee zeigt, wie chronische Erkrankungen durch einfache Änderungen der Ernährung und des Lebensstils geheilt werden können.

Es ist wirklich höchste Zeit, dass wir etwas ändern.

 

(1) http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsB/Geda09/chronisches_kranksein.pdf?__blob=publicationFile

(2) Herausforderungen an die Gesundheitsforschung für eine alternde Gesellschaft am Beispiel „Multimorbidität“ http://edoc.rki.de/oa/articles/re050fIYfPO4E/PDF/21AvGqmVr4ryo.pdf

(3) http://www.bundesaerztekammer.de/aerztetag/beschlussprotokolle-ab-1996/110-daet-2007/punkt-iii/chronische-erkrankungen/

(4) Coronary atherosclerosis in indigenous South American Tsimane: a cross-sectional cohort study http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(17)30752-3/fulltext?elsca1=tlpr

(5) https://de.statista.com/themen/1468/uebergewicht-und-adipositas/

(6) Projections of Trends in Overweight in the Elderly Population in Germany until 2030 and International Comparison https://www.karger.com/Article/FullText/358738

(7) https://www.cdc.gov/ncbddd/autism/data.html

(8) http://www.newsweek.com/prescription-drugs-rise-new-estimates-suggest-60-americans-take-least-one-390354

(9) Neue Wege in der ambulanten Versorgung https://www.kvsh.de/db2b/upload/downloads/nordlicht_04_2013_web.pdf

(10) Genetic Factors Are Not the Major Causes of Chronic Diseases http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0154387

(11) https://medium.com/@drjasonfung/the-deadly-effects-of-fructose-b4d0128f3b39

(12) https://www.tz.de/welt/acht-minuten-patient-596912.html