Wie Bauchfett Ihr Krebsrisiko erhöht

Bauchfett und KrebsMan weiß schon seit längerer Zeit, dass Fettleibigkeit das Krebsrisiko erhöht, bisher war aber nicht bekannt, welche Faktoren ursächlich für diesen Zusammenhang sind.
Im August erschien jetzt eine Studie der Michigan State University in der Zeitschrift Oncogene, die aufzeigt, dass ein Protein, das aus dem Fettgewebe freigesetzt wird, die Ursache dafür ist, dass sich aus einer normalen Zelle eine Krebszelle entwickelt. Die Untersuchung fand auch Hinweise darauf, dass tiefere Schichten von abdominellem Fett (Bauchfett) eher als Verursacher dieser Umwandlung gesehen werden müssen als Fettgewebe, das sich unter der Haut befindet (subkutanes Fett).
Jamie Bernard, Dozentin für Pharmakologie und Toxikologie und Hauptautor der Studie erklärt hierzu: „Obwohl es einige Fortschritte in der Behandlung von Krebserkrankungen gegeben hat, die zu einer Verbesserung der Lebensqualität geführt haben, steigt die Zahl der Neuerkrankungen ständig. Es ist wichtig, dass wir die Ursachen verstehen, damit wir durch Ernährungsumstellungen oder therapeutische Interventionen die Anzahl von Krebsfällen reduzieren können.“

Fett ist nicht gleich Fett

Amerika ist uns bei der Anzahl der Fettleibigen (BMI > 30) noch etwas voraus. Dort ist jeder Dritte adipös, während bei uns jeder Vierte betroffen ist. Adipositas wird mit verschiedenen Krebserkrankungen in Zusammenhang gebracht, unter anderem Brust-, Darm-, Prostata-, Gebärmutter- und Nierenkrebs. Bernard führt jedoch an, dass einfach die Tatsache, dass jemand übergewichtig ist, nichts über sein Risiko an Krebs zu erkranken aussagt.
„Unsere Studie spricht dafür, dass der BMI nicht der beste Indikator ist. Besser eignet sich das Bauchfett und hier ganz spezifisch die Konzentration eines Proteins namens Fibroblast Growth Factor -2 (Fibroblasten-Wachstumsfaktor), die ein wesentlich besserer Indikator für das Risiko einer Zelle zu entarten darstellt.

 

Beim Bauchfett gibt es zwei unterschiedliche Schichten. Zum einen die obere Schicht, die als Subkutanfett bezeichnet wird, und die direkt unter der Haut liegt, zum anderen die Schicht, die unter dem Subkutanfett liegt, das sogenannte viszerale Fett. Dieses wurde in der Studie als der gefährliche Anteil identifiziert.

Das Studiendesign

Es handelt sich um eine Tierversuchsstudie, in der Mäusen eine fettreiche Diät gefüttert wurde. Dann wurde untersucht, wie sich die beiden unterschiedlichen Fettschichten verhalten. Es zeigte sich, dass das viszerale Fett deutlich größere Mengen an Fibroblast Growth Factor-2 (FGF2) produzierte als das subkutane Fett. Außerdem fanden die Untersucher heraus, dass das FGF2 bestimmte Zellen stimulierte, die sich bereits als anfällig für das Protein gezeigt hatten. Diese Zellen entwickelten sich zu Tumorzellen.

Es wurde auch viszerales Fettgewebe von Frauen untersucht, bei denen eine Gebärmutterentfernung vorgenommen wurde. Dabei fand man heraus, dass diese Fettzelllen – wenn sie eine hohe Sekretionsrate von FGF2 aufwiesen – eher zur Krebsentstehung beitrugen, wenn sie Mäusen transplantiert wurden.

Die Untersucher gehen davon aus, dass dieses Ergebnis zeigt, dass Fettzellen sowohl von Menschen als auch von Mäusen dazu führen können, dass eine normale Zelle sich in eine Krebszelle verwandelt.

Bernard erklärte außerdem, dass es noch einige andere Faktoren gibt, die aus dem Fettgewebe freigesetzt werden und das Krebsrisiko erhöhen können – wie zum Beispiel das Hormon Östrogen. Allerdings konnten bisher viele der durchgeführten Studien nur einen Zusammenhang, aber keine Ursächlichkeit aufzeigen. Bei einigen Krebsarten spielen zudem genetische Ursachen eine Rolle.

Sicherlich treffen manchmal auch ungünstige Zufälle aufeinander, aber insgesamt ist Bernard überzeugt, dass „die Leute die Chancen zu ihrem Vorteil verschieben können, wenn sie bessere Entscheidungen in Bezug auf ihre Ernährung und sportliche Betätigung treffen und auf schädliche Gewohnheiten wie Rauchen verzichten.

Bernard und ihr Team suchen nun nach neuen anti-Krebs Substanzen, die die Effekte von FGF2 unterbinden. Meiner Meinung nach ist das ein deutlich besserer Ansatz als der Versuch, durch Genmanipulationen Krebs zu heilen.

 

(1) Fibroblast growth factor receptor is a mechanistic link between visceral adiposity and cancer. http://www.nature.com/onc/journal/vaop/ncurrent/full/onc2017278a.html?foxtrotcallback=true

Wie Östrogene Sie dick machen – und was Sie dagegen tun können

Östrogene in PappbechernEs ist eine traurige Tatsache, dass in der heutigen Zeit hormonelle Störungen schon fast ein Normalzustand sind. Dafür gibt es zwei Gründe:

  • Unsere Umwelt enthält inzwischen eine große Anzahl Toxine – vor allem auch in der Form von Xenoöstrogenen.
  • Unser Körper kann mit den Östrogenen, die er selbst herstellt, nicht mehr richtig umgehen.

Egal welcher dieser Gründe vorliegt, der Effekt ist immer derselbe – es kommt zur sogenannten Östrogen Dominanz. Jetzt werden Sie als erstes denken: Tja, da haben die Männer dann aber mal Pech gehabt. Das ist richtig und falsch, denn Frauen können durch Östrogen Dominanz durchaus auch Probleme bekommen.

Sie möchten gerne ein paar Kilo abnehmen? Sie möchten mehr Muskeln haben? Krebserkrankungen ein Schnäppchen schlagen? Schwanger werden? Ihre Depression loswerden? Nun, dabei kann Ihnen eine Östrogen Dominanz ganz schön in die Quere kommen.

Um es gleich vorweg zu sagen – egal ob Mann oder Frau, wir alle brauchen Östrogen, damit unser Körper richtig funktioniert. Aber – wie bei so vielen Dingen – die Menge macht das Gift. Und auch beim Östrogen gibt es gutes und nicht so gutes.

Zunächst einmal, es gibt zwei Formen von Östrogen – endogenes und Xenoöstrogene.

Endogene Östrogene

Dies sind die Östrogene, die unser Körper selbst herstellt. Wenn in der Produktion oder Elimination dieser Östrogene Schwierigkeiten auftreten, dann haben Sie ein Problem. Es gibt verschiedene Mechanismen wie es dazu kommen kann:

Überproduktion von Östrogen

Hierzu kommt es, wenn zuviel Testosteron in Östrogen umgewandelt wird. Die Gründe sind:

  1. Ein Nährstoffmangel – vor allem Zink, Magnesium, Selen und Vitamin D3 führt zu einer verstärkten Aromatase Aktivität oder verhindern das Abschalten des Enzyms. Die Aromatase ist das Enzym, das für die Umwandlung von Testosteron in Östrogen notwendig ist.
  2. Ist der Körperfettanteil zu hoch steigt die Menge der Aromatase an, da dieses Enzym vom Fettgewebe hergestellt wird.
Störungen in der Eliminierung des Östrogens

In diesem Fall kann die Leber das zirkulierende Östrogen nicht richtig entgiften. Die Hormone des Körpers haben eine bestimmte Lebensdauer. Haben sie ihren Zweck erfüllt, werden sie recycelt oder ausgeschieden. Zustände, die die Leber daran hindern, ihren Job zu tun und das überschüssige Östrogen aus dem Körper zu entfernen, sind zum Beispiel:

  1. Mangel an Leber Cofaktoren für die Phase 2 Elimination. In dieser Phase werden Fremdstoffe oder Stoffwechselprodukte mit endogenen, wasserlöslichen Stoffen verbunden. Zum einen können toxische Stoffe dadurch entgiftet werden, zum anderen gelingt nur so die Ausscheidung aus dem Körper. Beim Menschen und anderen Wirbeltieren erfolgt die Ausscheidung dann über die Nieren, den Schweiß oder die Atmung.
  2. Magen-Darm Erkrankungen.
  3. Ballaststoffarme Ernährung. Mindestens 25 g pro Tag sollten es sein. Die Ballaststoffe helfen dabei, das überschüssige Östrogen aus dem Körper zu entfernen.
Methylierungsstörungen

Die Methylierung ist ein Stoffwechselprozess mit vielen Funktionen, zum Beispiel sorgt sie dafür, dass Gene an- oder abgeschaltet werden. Auch für die Elimination von Giftstoffen ist sie sehr wichtig. Sie ist allerdings relativ störanfällig. Nährstoffmangel, aber auch eine genetische Veranlagung können die Methylierungsfähigkeit negativ beeinflussen und damit zu einem Anstieg des zirkulierenden Östrogens führen.

Verstärkte Aktivität der Aromatase

Die Aromatase ist das Enzym, das die Umwandlung von Testosteron zu Estradiol und von Androstendion zu Estron (Aromatisierung) katalysiert. Dies ist der letzte Reaktionsschritt in der Biosynthese der Östrogene.

Regelmäßiger Alkoholkonsum – vor allem von Bier – kann die Aromatisierung ankurbeln und die Testosteronproduktion herunterfahren. Außerdem ist dann die Leber mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt und hat für die Entgiftung der Östrogene nur noch eingeschränkte Kapazitäten.

 

Xenoöstrogene – Die „anderen“ Östrogene

Der Begriff Xenoöstrogene ist eine Sammelbezeichnung für hormonell aktive Substanzen in der Umwelt. Xenoöstrogene (auch als endokrine Modulatoren oder „Umwelthormone“ bezeichnet) sind Chemikalien synthetischer oder natürlicher Herkunft (zum Beispiel auch Östrogene aus Pflanzen, die sogenannten Phytoöstrogene), die entweder wie körpereigene Hormone wirken (agonistisch) oder deren Wirkung abschwächen können (antagonistisch).

Diese östrogenartigen Substanzen sind in unserer Umwelt sehr häufig anzutreffen. Sie binden an die Östrogenrezeptoren der Zelle und verstärken so die Wirkung der körpereigenen Östrogene. Sie werden mit einer ganzen Reihe gesundheitlicher Probleme in Zusammenhang gebracht. Hierzu zählen unter anderem (1)

  • Krebserkrankungen
  • Adipositas
  • Diabetes
  • Metabolisches Syndrom
  • Unfruchtbarkeit.

Und das Schlimme daran ist, dass Sie sie nicht vermeiden können. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass Xenoöstrogene die Hauptursache für eine Östrogen Dominanz darstellen.

Wie Sie sehen, spielen Nährstoffmangelzustände häufig eine Rolle. Dies ist auch der Grund dafür, warum eine Funktionsstörung im Östrogenstoffwechsel zuallererst mit einer adäquaten Nahrungsumstellung behandelt werden muss.

Man geht also von zwei Seiten an das Problem heran:

  1. Unterstützung des normalen Östrogenstoffwechsels und der Elimination durch Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel
  2. Vermeidung der Aufnahme von Xenoöstrogenen, die die Funktion von Östrogenen im Körper nachahmen können.

 

Wo sich Xenoöstrogene im Haushalt verstecken

Als erstes sollten Sie sich die Chemikalien in Ihrem Zuhause ansehen. Zugegeben, einige östrogenartige Substanzen werden Sie nicht vermeiden können, aber wenn Sie viele der giftigen Produkte gegen weniger giftige – oder vielleicht sogar ungiftige – austauschen, haben Sie schon eine Menge erreicht. Die Environmental Working Group (EWG) betreibt eine Datenbank mit Inhaltsstoffen, in der Sie Pflege- und Reinigungsmittel nachschlagen können. Leider listen sie nur Produkte, die in Amerika verkauft werden. Für den deutschen Raum, können Sie jedoch die Codecheck Datenbank verwenden, auch wenn ich die nicht ganz so gut finde.

Wenn Sie dort die Produkte eingeben, die Sie zuhause verwenden, werden Sie sich wundern, in wie vielen von ihnen Xenoöstrogene vorhanden sind. Hier nur eine Auswahl der Hauptverdächtigen:

Körpepflege
  • Make up
  • Zahnpasta
  • Körperlotion
  • Sonnencreme
  • Shampoo
  • Seife
  • Parfum
  • Haarpflegemittel
  • Nagellack(-entferner)
Reinigungsmittel
  • Waschmittel
  • Glasreiniger
  • Geschirrspülmittel
  • Allzweckreiniger
  • Lösungsmittel
  • Herdreiniger
  • Fleckentferner
Haushaltsgegenstände
  • Duftkerzen
  • Raumspray
  • Farbe
  • Plastikbehälter
Dinge, die Sie so nicht verdächtigen würden
  • Kassenbons enthalten häufig BPA. Wenn nicht unbedingt nötig, sollten Sie sie nicht in die Hand nehmen.
  • Recycling Papier und Plastiktüten enthalten ebenfalls BPA. Das ist auch ein Grund, warum Sie es unbedingt vermeiden sollten, Ihr Essen in Plastik verpacken zu lassen.
  • Gerüche können viele Partikel enthalten. Parfum zum Beispiel enthält normalerweise eine große Dosis Xenoöstrogene (in Form von Phthalaten), aber auch der neue Wagen, der diesen „neuen“ Geruch hat, ist nicht viel besser. Sie sollten soweit möglich, neue Sachen immer gut auslüften, bevor Sie sie ins Haus bringen (der Wagen bleibt natürlich draußen).

Welche Lebensmittel sind besonders belastet?

Sie können auch viele Giftstoffe vermeiden, wenn Sie die richtigen Nahrungsmittel einkaufen. Dadurch vermindern Sie nicht nur die Belastung durch Toxine, sondern die „richtigen“ Nahrungsmittel haben den Vorteil, dass sie auch gleich bei der Entgiftung mithelfen.

Vermeiden sollten Sie folgende Lebensmittel:

  • Konserven aus Dosen (die Innenschicht der Dosen beinhaltet BPA)
  • konventionell erzeugtes Gemüse (Pestizide und Insektizide)
  • Fette von Tieren aus Massentierhaltung
  • Fleisch aus Massentierhaltung (belastetes Futter)
  • konventionelle Milchprodukte (aber auch Bio-Produkte sollten schnellstmöglich aus Plastikverpackungen entfernt werden)
  • Getränke aus Plastikflaschen
  • Soja (enthält große Mengen Phytoöstrogene)

Aus hormoneller Sicht sind fetthaltige Lebensmittel von Tieren aus Massentierhaltung am schlimmsten, denn im Fettgewebe werden Toxine (und somit auch Xenoöstrogene) gespeichert. Dies geschieht nicht nur in unserem Körper, damit eine Überlastung mit Toxinen vermieden wird, sondern eben auch bei Tieren. Und das bedeutet, dass Tiere, die giftbeladenes Futter bekommen (oder aber auch phytoöstrogenhaltiges Futter wie Soja), diese Stoffe im Fettgewebe anreichern.

Essen Sie Produkte, die aus diesen Tieren hergestellt wurden (auch Milchprodukte), so setzen Sie sich den gleichen Substanzen aus, denen auch die Tiere ausgesetzt waren. Das ist halt der Nachteil, wenn man am oberen Ende der Nahrungskette sitzt.

Auf der anderen Seite werden besonders fetthaltige Nahrungsmittel, die in Plastik verpackt sind, die im Plastik vorhandenen Xenoöstrogene aufnehmen. Das klingt auch nicht besonders lecker.

Und noch ein paar grundlegende Vorsichtsmaßnahmen

Eigentlich versteht es sich nach diesen Ausführungen ja von selbst, aber trotzdem: Essen Sie nicht aus Plastikbehältern, denn diese geben Schadstoffe an das Essen ab. Besonders unangenehm wird es, wenn Sie diese Behälter auch noch erhitzen (und das gilt auch für die BPA freien Varianten, denn diese sind keinen Deut besser als BPA Plastik). Benutzen Sie stattdessen Behälter aus Glas oder Edelstahl.

Auch Küchenutensilien aus Aluminium – obwohl sehr beliebt – sind gesundheitlich sehr bedenklich. Sie enthalten zwar keine östrogenartigen Substanzen, aber führen häufig zu Fettablagerungen (der Körper muss mit dem toxischen Aluminium ja irgendwo hin) und damit zu einer Zunahme der Aromatisierung.

Grundlagen einer Ernährung, die keine östrogenen Effekte hat

Die Hauptstrategie einer Ernährung, die den Östrogenhaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen soll, besteht darin, eine kohlenhydratarme Diät mit einem höheren Fett- und mäßigem Proteinanteil zu essen. Durch diese Ernährungsweise unterstützen Sie die Gewichtsabnahme (eigentlich Fettabnahme – denn das wollen Sie ja los werden) und verändern Ihre Körperzusammensetzung positiv – im Sinne von mehr Muskel, weniger Fett).

Indem der Insulinspiegel niedrig gehalten wird, kann das freie Östrogen im Blut vermindert werden. Die Leber braucht für die Phase II Entgiftung viele Aminosäuren, die durch die aufgenommenen Proteine zur Verfügung gestellt werden.

Diese Ernährung hat also zwei Angriffspunkte. Sie hilft bei der Entgiftung und sorgt außerdem dafür, dass nicht mehr so viel neues Östrogen produziert wird, indem die Aromatisierung ebenso wie die Aromatase bildenden Fettzellen vermindert werden.

Go Green

Eine Menge Nahrungsmittel können Sie bei Ihren Bemühungen unterstützen. Ganz oben stehen natürlich – eigentlich wie immer – grüne Blattgemüse. Darauf, dass es sich nach Möglichkeit um Bio-Gemüse handeln sollte, hatte ich schon hingewiesen.

Eine zweite wichtige Kategorie sind die Kreuzblütler – also Kohl, Grünkohl, Blumenkohl, Brokkoli etc.. Diese Gemüse enthalten viel Indol-3-Carbinol, das nicht nur für die Entgiftung und die Balance des Hormonhaushalts sorgt, sondern auch antikanzerogene (krebshemmende) Eigenschaften hat, und zwar speziell bei Brustkrebs (2).

Das Indol-3-Carbinol wird in Diindolylmethan (DIM) umgewandelt. Wenn Östrogene im Körper abgebaut werden, entstehen sowohl nützliche als auch schädliche Stoffwechselzwischenprodukte (Metabolite). DIM begünstigt die Bildung von nützlichen Östrogen-Metaboliten, die vorteilhafte antioxidative Eigenschaften aufweisen. Zugleich reduziert DIM potentiell schädliche Östrogen-Metabolite, welche als Risikofaktoren für Übergewicht, Brustkrebs und Gebärmutterkrebs gelten.

 

Bringen Sie mehr Abwechslung auf den Teller

Je mehr unterschiedliche Nahrungsgruppen Sie essen, desto besser, denn jede bringt ihre ganz eigenen Vorteile mit sich.

So sind Nüsse und Samen zum Beispiel ein wichtiger Teil Ihrer Ernährung für balancierte Östrogenspiegel. Sie enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe sowie einzigartige Pflanzenwirkstoffe, die unter anderem auf die Phase I und II der Leberentgiftung wirken. Zu diesen Nährstoffen gehören Selen, Zink, Magnesium, Folsäure und Vitamin B6.

Auch Gewürze wie Kurkumin und schwarzer Pfeffer unterstützen einen gesunden Östrogenhaushalt.

Lebensmittel mit einem hohen Anteil an tierischen Omega-3 Fettsäuren, also besonders fetthaltige Fische (Lachs, Makrele, Hering), aber auch Fleisch und Milchprodukte von Weidetieren, sind ebenfalls hilfreich. Es konnte gezeigt werden, dass EPA und DHA eine positive Wirkung auf den Östrogenstoffwechsel haben, indem sie zur Bildung des unschädlichen 2-Hydroxyöstrons führen.

Und noch eine Sache zum Schluss: Achten Sie darauf, dass Sie jeden Tag mindestens 25 g (Frauen) bis 35 g (Männer) Ballaststoffe essen. Diese halten nicht nur den Darm gesund, sondern binden auch überschüssiges Östrogen und helfen bei der Ausscheidung.

 

 

 

(1) Endocrine-Disrupting Chemicals: Associated Disorders and Mechanisms of Action https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3443608/

(2) Two likely targets for the anti-cancer effect of indole derivatives from cruciferous vegetables: PI3K/Akt/mTOR signalling pathway and the aryl hydrocarbon receptor.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28596013

Warum die Schulmedizin chronische Erkrankungen nicht heilen kann

Schulmedizin gegen ErnährungZu den chronischen Krankheiten zählen unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit und Schlaganfall, Diabetes, Krebs und chronische Atemwegs-erkrankungen sowie Allergien.

Sie verkürzen das Leben, zerstören die Lebensqualität, belasten das Gesundheitssystem und bedrohen die Gesundheit kommender Generationen. Leider bietet die Schulmedizin in Bezug auf chronische Krankheiten keine wirkliche Therapie.

Oh ja, sie ist gut darin, Symptome zu unterdrücken, aber sie tut absolut nichts dafür, die Ursachen chronischer Erkrankungen zu behandeln. Und diese sind stark auf dem Vormarsch und betreffen immer jüngere Individuen. Gruselig? Auf jeden Fall!

Ich möchte Ihnen in diesem Blog erklären, warum wir uns momentan in so einer prekären Situation befinden und durch welche Herangehensweise wir der Bedrohung durch chronische Krankheiten entgegentreten können.

Chronische Krankheiten sind mit Abstand die größte Herausforderung im Gesundheitssystem. Betrachten wir uns nur mal folgende Zahlen:

  • Bei den über 65-Jährigen geben über die Hälfte der Männer und 60% der Frauen an, eine chronische Krankheit zu haben (1).
  • Einer von vier Deutschen hat mehrere chronische Krankheiten. Bei den über 65-jährigen steigt dieser Anteil sogar auf nahezu 40 % (2).
  • Unter den 10 häufigsten Todesursachen befinden sich 9 chronische Krankheiten

  •  15 % der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig, immerhin 6,3 % gelten als adipös. Alarmierend ist die Verdoppelung dieser Zahlen in den vergangenen 10 – 15 Jahren sowie die Zunahme an Typ II Diabetikern im Kindes- und Jugendalter (3).
  • In den USA entfielen 84 % der 3,8 Billionen Dollar, die für Gesundheitskosten ausgegeben werden auf die Behandlung chronischer Krankheiten. In Deutschland sieht dieses Verhältnis wohl ähnlich aus.

Wir sind inzwischen an einem Punkt angekommen, an dem chronische Krankheiten so alltäglich sind, dass wir sie für normal halten. Es besteht aber ein riesen Unterschied zwischen alltäglich und normal.

Wie es früher aussah

Die Lebensbedingungen im vorindustriellen Europa waren durch häufigen Nahrungsmangel, ansteckende Krankheiten und Seuchen sowie unzureichende hygienische Verhältnisse geprägt. Aufgrund dieser Bedingungen waren infektiöse und parasitäre Erkrankungen die Haupttodesursachen. Genaue Daten für Deutschland und Österreich liegen nicht vor. Aber eine englische Statistik für die Jahre 1848 bis 1854 belegt, dass Infektionskrankheiten für 60 Prozent der Todesfälle verantwortlich waren.

Es wird immer wieder das Argument angeführt, dass die Menschen früher einfach nicht lange genug gelebt haben, um chronische Erkrankungen zu bekommen. Natürlich hat die durchschnittliche Lebenserwartung in den letzten 100 Jahren deutlich zugenommen, wir müssen aber auch sehen, dass chronische Erkrankungen immer früher im Leben auftreten, und dass heutige Jäger und Sammler, die noch ihren traditionellen Lebensstil haben, nur extrem selten an chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Alzheimer Demenz oder Herzerkrankungen leiden, die in den Industrienationen so weit verbreitet sind.

Nehmen wir zum Beispiel die Tsimané, eine Population von Bauern, Jägern und Sammlern, die in Bolivien lebt. Sie essen Fleisch, Fisch, Früchte, Gemüse, Nüsse, Samen und einige stärkehaltige Pflanzen. Sie laufen täglich durchschnittlich 17.000 Schritte (∼ 8 Meilen), verbringen viel Zeit an der frischen Luft, schlafen viel und sind nachts keinen größeren künstlichen Lichtquellen ausgesetzt.

In einer kürzlich erschienenen Studie fanden die Forscher heraus, dass die Prävalenz der Arteriosklerose bei den Tsimané um 80 Prozent geringer ist als bei der Bevölkerung der USA. Annähernd neun von 10 Tsimané im Alter von 40 – 94 Jahren hatten freie Arterien und praktisch kein Risiko für eine Herzerkrankung. Darüber hinaus wurden in diese Studie auch ältere Individuen einbezogen. Im Vergleich hatte der durchschnittliche 80-jährige in der Tsimané Gruppe das gleiche vaskuläre (Blutgefäß) Alter wie ein Amerikaner in den Fünfzigern (4).

Konsequenzen chronischer Erkrankungen

Chronische Erkrankungen stellen ein großes Problem dar. Die Konsequenzen für die Patienten sind offensichtlich:

  • In Deutschland sind 53 Prozent der Frauen und 67,1 Prozent der Männer übergewichtig. 23,9 Prozent der Frauen und 23,3 Prozent der Männer sind adipös, d. h. ihr Body Mass Index (BMI) ist größer als 30 (5). Nach Einschätzung von Forschern des Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels wird die Zahl der Fettleibigen hierzulande bis 2030 um 80 Prozent steigen (6).
  • In den USA hat sich die Prävalenz von Autismus Spektrum Erkrankungen seit 2000 fast verdoppelt, was nicht nur auf eine bessere Diagnostik zurückzuführen ist (7).
  • Die Anzahl der Autoimmunerkrankungen hat sich in den letzten 50 Jahren mehr als verdoppelt. Es wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet.
  • Mehr als die Hälfte der Erwachsenen nehmen verschreibungsplichtige Arzneimittel ein, und 40 Prozent der Senioren nehmen mehr als fünf verschiedene Medikamente (8). Die Ärzte fangen tatsächlich an, sich über die Interaktionen dieses Medikamentencocktails Gedanken zu machen.

Über die Auswirkungen auf betroffene Individuen hinaus, verursachen chronische Erkrankungen enorme Kosten.

  • In Deutschland belaufen sich die jährlichen Gesundheitsausgaben auf 344.153 Millionen Euro – das sind 4.213 Euro je Einwohner, die einem Anteil von 11,3 Prozent am Bruttoinlandsprodukt entsprechen. Experten gehen davon aus, dass unser Gesundheitssystem ohne grundlegende Änderungen in der Zukunft nicht mehr finanzierbar ist (9).
  • In den USA wird damit gerechnet, dass bei weiterhin steigenden Gesundheitskosten, die Vereinigten Staaten im Jahr 2035 bankrott sein werden.
  • Die weltweiten Ausgaben für chronische Krankheiten werden 2030 47 Billionen USD betragen, ein Betrag, der höher ist als die Bruttosozialprodukte der sechs größten Wirtschaftsnationen der Welt.

Man kann also sicherlich behaupten, dass chronische Krankheiten die Welt in die Knie zwingen und dass unsere Bemühungen, damit umzugehen, nicht so wirklich fruchten.

Aber woran liegt das?

Warum die Schulmedizin keine Lösung für chronische Krankheiten bietet

Es gibt viele Gründe, warum die Schulmedizin keine Lösungen für die Epidemie an chronischen Krankheiten hat, aber zwei Gründe stechen besonders hervor:

1. Die falsche Herangehensweise

Die Schulmedizin entwickelte sich in einer Zeit, in der akute Infektionen die Haupttodesursache waren. Eigentlich waren die meisten Gründe, warum jemand einen Arzt aufsuchte, akuter Natur wie zum Beispiel eine Blinddarmentzündung oder Gallenkoliken.

In diesen Fällen war eine Behandlung relativ einfach: Der Patient hatte eine Infektion, ging zum Arzt, bekam ein Antibiotikum (als diese erfunden worden waren) und erholte sich oder verstarb. Also: ein Problem, ein Arzt, eine Behandlung.

Heute gestaltet sich das Ganze etwas komplizierter. Der Durchschnittspatient kommt nicht wegen eines akuten Problems zum Arzt sondern wegen einer chronischen Erkrankung (oder manchmal auch mehrerer). Chronische Erkrankungen sind schwerer zu behandeln, kosten viel Geld, beschäftigen teilweise mehr als einen Arzt und halten sich normalerweise bis zum Lebensende. Die ein Problem, ein Arzt, eine Behandlung Vorgehensweise der Vergangenheit greift hier also nicht.

Leider hat die Schulmedizin (mit sehr viel Unterstützung der pharmazeutischen Industrie) ein System entwickelt, dass die Betonung der Behandlung darauf legt, Symptome mit Medikamenten (und manchmal Operationen) zu unterdrücken, anstatt die zugrunde liegenden Ursachen zu behandeln.

Wenn ein Patient mit zu hohem Blutdruck oder einem zu hohen Cholesterinwert zum Arzt kommt, bekommt er Medikamente verschrieben, die er normalerweise für den Rest seines Lebens nehmen soll. Das ist nun wirklich keine ernsthafte Bemühung abzuklären, warum der Cholesterinwert oder der Blutdruck zu hoch sind.

Stellen Sie sich mal ein Spektrum vor, bei dem totale Gesundheit auf der linken Seite steht und der Tod auf der rechten Seite. Die Interventionen der Schulmedizin setzen ziemlich weit auf der rechten Seite des Spektrums an.

Was meine ich damit? Nun, ihr Blutzucker ist 120 mg/dl. Super, Sie haben noch keinen Diabetes. Wir beobachten das mal. Oh, jetzt ist er 126 mg/dl, da verschreibe ich Ihnen mal Metformin.

Damit Sie mich richtig verstehen, wenn ich einen Unfall habe, möchte ich sicherlich im Krankenhaus behandelt werden, denn akute Ereignisse sind etwas, das die Schulmedizin richtig gut behandeln kann. Aber chronische Krankheiten – nicht so wirklich.

Dabei wäre es so einfach (wenn auch nicht leicht). Neuere Studien zeigen auf, dass mehr als 85 Prozent der chronischen Krankheiten durch Umweltfaktoren wie Ernährung, Verhalten, Umweltgifte und den Lebensstil verursacht werden (10).

Genau genommen entstehen chronische Erkrankungen durch ein Missverhältnis zwischen unseren Genen und unserer Biologie auf der einen Seite und der modernen Umwelt auf der anderen Seite. Für diese Behauptung gibt es viele Beispiele.

So hatten 1980 nur 1 Prozent der chinesischen Bevölkerung Diabetes. In nur einer Generation stieg dieser Anteil um erstaunliche 1.160 Prozent (11). Und was war passiert? Gab es auf einmal eine Genmutation in einem Großteil der Bevölkerung, die diese Erkrankung hervorrief?

Natürlich nicht. Was tatsächlich passiert war, war dass die Chinesen während dieser Zeitspanne ihre Ernährung von einer traditionellen Diät auf einen mehr westlich orientierten Ernährungsstil (inklusive Softdrinks) umgestellt hatten.

Fazit: Wenn wir chronische Erkrankungen verhindern und heilen wollen, dann brauchen wir ein medizinisches Modell, das das Missverhältnis zwischen unseren Genen und unserer Umwelt als Triebfeder für chronische Erkrankungen versteht und sich darauf konzentriert, die zugrunde liegenden Ursachen zu verhindern oder zu behandeln anstatt nur Symptome zu kaschieren.

 

Ein dominantes Arzt-Patienten Verhältnis

Auch das Verhältnis zwischen Arzt und Patient bereitet Probleme. Warum? Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Auf die wichtigsten Maßnahmen wird gar nicht eingegangen. Wie gesagt, sind die Hauptursachen für chronische Krankheiten nicht genetisch bedingt, sondern liegen in einem falschen Verhalten. Die Leute treffen einfach die falsche Wahl was Essen, körperliche Aktivität, Schlaf und Stressmanagement angeht – und das immer wieder, ihr Leben lang.

Und genau hier müssten Ärzte ansetzen und ihre Patienten dabei unterstützen, die richtigen Entscheidungen für ihre Gesundheit zu treffen. Nicht besonders sexy, ich weiß.

Allerdings macht das System der Schulmedizin dieses Vorgehen auch sehr schwer. Ein Arzt hat pro Patient ungefähr 8 Minuten Zeit. Wenn ein Patient mehrere chronische Krankheiten hat, mehrere Medikamente einnimmt und nun neue Symptome aufweist, dann ist es in der Zeit fast unmöglich, mehr zu tun als ein weiteres Rezept auszuschreiben.

Wie sollte der Arzt auch innerhalb von vielleicht 4 Minuten, die ihm nach der Schilderung der Symptome durch den Patienten noch verbleiben, auch eine detaillierte Diskussion über Ernährung und Lebensstil führen. Und stellen Sie sich mal vor, wie lange er bei durchschnittlich 45 Patienten pro Tag da wohl arbeiten sollte (12).

Und selbst wenn der Arzt dem Patienten beim Hinausgehen noch den Vorschlag macht, die Ernährung oder den Lebensstil umzustellen, glauben Sie das hilft so auf die Schnelle? Wir wissen doch alle, dass Wissen nicht vor schlechten Entscheidungen schützt, oder wie erklären Sie sich rauchende Ärzte und geschiedene Eheberater. Viele Ärzte sind auch einfach frustriert, weil sie genau wissen, dass diese Vorschläge sowieso nicht angenommen werden. Wie könnten sie auch – Patienten brauchen sehr viel Untersützung dabei, wenn sie ihr Leben und ihre Ernährung tatsächlich langfristig und erfolgreich umstellen sollen.

Man muss auch mal überlegen, wenn 90 Prozent des Termins damit zugebracht werden, über Symptome und die entsprechenden Medikamente zu sprechen und vielleicht 10 Prozent für Lebensstil Ursachen und Lösungen übrig bleiben – was glauben Sie nimmt der Patient ernster?

Wenn wir chronische Erkrankungen wirklich behandeln wollen, dann brauchen wir eine Systemänderung im Gesundheitswesen, die dazu führt dass:

  • Dem Arzt sehr viel mehr Zeit für den einzelnen Patienten gegeben wird, damit er eine detaillierte Anamnese (Krankengeschichte) erheben kann, Zeit hat, diese mit dem Patienten zu besprechen und ihm Chancen für Änderungen aufzuzeigen. Der 8-Minuten Termin mag ja zum Verschreiben von Medikamenten ausreichend sein, aber für eine wirklich ausführliche Erstanamnese können Sie mal locker 1 -2 Stunden veranschlagen.
  • Zwischen Arzt und Patient eine Zusammenarbeit zustande kommt, bei der der Arzt mit dem Patienten als Partner zusammenarbeitet – und der Patient eine sehr aktive Rolle in seiner Genesung übernehmen muss -, anstatt des in unserem Gesundheitssystem vorherrschenden „Expertenmodells“, in dem der Arzt die Marschrichtung bestimmt, und der Patient alles nur passiv mit sich geschehen lässt.
  • Zusätzlich erhält der Patient Zugang zu einem Betreuungsteam aus Arzthelfern, Krankenschwestern, Ernährungsberatern, Gesundheitscoaches und anderen Berufsgruppen, die die Pflege und Unterstützung zwischen den einzelnen Arztbesuchen aufrecht erhalten.

Integrative Medizin in einigen Ländern schon auf dem Vormarsch

Die gute Nachricht ist, dass genau dieses Modell in einigen Ländern schon praktiziert wird. In Amerika werden Abteilungen für Integrative Medizin (oder Funktionelle Medizin) bereits an einigen großen Kliniken betrieben – unter anderem an der Cleveland Clinic, und die ist nicht so ganz unbekannt.

In England hat es die Integrative Medizin sogar schon ins Fernsehen geschafft mit der Dokuserie Doctor in the House der BBC, in der Dr. Rangan Chatterjee zeigt, wie chronische Erkrankungen durch einfache Änderungen der Ernährung und des Lebensstils geheilt werden können.

Es ist wirklich höchste Zeit, dass wir etwas ändern.

 

(1) http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsB/Geda09/chronisches_kranksein.pdf?__blob=publicationFile

(2) Herausforderungen an die Gesundheitsforschung für eine alternde Gesellschaft am Beispiel „Multimorbidität“ http://edoc.rki.de/oa/articles/re050fIYfPO4E/PDF/21AvGqmVr4ryo.pdf

(3) http://www.bundesaerztekammer.de/aerztetag/beschlussprotokolle-ab-1996/110-daet-2007/punkt-iii/chronische-erkrankungen/

(4) Coronary atherosclerosis in indigenous South American Tsimane: a cross-sectional cohort study http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(17)30752-3/fulltext?elsca1=tlpr

(5) https://de.statista.com/themen/1468/uebergewicht-und-adipositas/

(6) Projections of Trends in Overweight in the Elderly Population in Germany until 2030 and International Comparison https://www.karger.com/Article/FullText/358738

(7) https://www.cdc.gov/ncbddd/autism/data.html

(8) http://www.newsweek.com/prescription-drugs-rise-new-estimates-suggest-60-americans-take-least-one-390354

(9) Neue Wege in der ambulanten Versorgung https://www.kvsh.de/db2b/upload/downloads/nordlicht_04_2013_web.pdf

(10) Genetic Factors Are Not the Major Causes of Chronic Diseases http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0154387

(11) https://medium.com/@drjasonfung/the-deadly-effects-of-fructose-b4d0128f3b39

(12) https://www.tz.de/welt/acht-minuten-patient-596912.html

4 Ernährungsmythen, die Sie krank und dick machen

Der größte Feind der Wahrheit ist nicht die Lüge – absichtsvoll, künstlich, unehrlich -, sondern der Mythos – fortdauernd, verführerisch und unrealistisch.

John F. Kennedy

 

 

Der Januar ist traditionell der Monat, in dem alle ein Bündel guter Vorsätze für das neue Jahr gefasst haben. Ein sehr beliebter Vorsatz ist dabei das Abnehmen. Das ist nur natürlich, denn die Weihnachtsfeiertage und Sylvester waren für die meisten Menschen ein absoluter Kalorien-und vor allem Zuckerrausch.

Die Zeitschriften freuen sich, dass sie ihre alten Diätartikel wieder aus der Mottenkiste ausgraben können, und jeder sucht nach einer weiteren Diät, die doch diesmal bitte zu einer bleibenden Gewichtsabnahme führen soll.

Hier liegt aber auch schon das Problem. Es sind im wesentlichen 4 Mythen um die Gewichtsabnahme, die sich standhaft weigern, der Realität zu weichen. Solange Sie auch ein Anhänger dieser absolut falschen Thesen sind, wird ein dauerhaftes Abnehmen für Sie nicht möglich sein

Die Statistik zeigt, dass 96 % der Menschen, die durch eine Diät abgenommen haben, innerhalb von 5 Jahren wieder ihr Ausgangsgewicht vor der Diät erreicht haben bzw. in vielen Fällen sogar noch einige Kilos mehr zugenommen haben. Wenn Sie diesen Zirkel oft genug wiederholen, dann wird leicht verständlich, warum die Menschheit immer dicker wird.

Fallen Sie auch auf diese Mythen herein?

Mythos # 1: Alle Kalorien sind gleich

Eine Kalorie ist eine Kalorie, oder etwa nicht. Ich meine, welchen Sinn macht es schließlich Kalorien zu zählen, wenn unser Körper zwischen Kalorien aus Gemüse und Kalorien aus Cola einen Unterschied macht.

Fragen Sie, wen Sie wollen – Ihren Arzt, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, die Weight Watchers… Die Antwort wird sein: Selbstverständlich macht es keinen Unterschied, woher die Kalorien kommen. Jeder wird Ihnen sagen, dass Sie abnehmen werden, wenn Sie mehr Kalorien verbrennen als Sie zu sich nehmen.

Klingt logisch, ist aber falsch. Unser Körper ist kein Bankkonto, und Sie sind kein Bilanzbuchhalter. Natürlich möchte uns die Fitness- und Diätindustrie diese Lüge gerne verkaufen, denn ihr Einkommen hängt zum großen Teil davon ab, dass Sie diesen Schwachsinn tatsächlich glauben. Stellen Sie sich mal vor, Sie würden nach einer Diät nicht mehr zunehmen, sondern einfach Ihr Wunschgewicht halten. Was sollen wir denn dann mit dem ganzen Almased machen?

Der Gedanke, dass sich die Gewichtsabnahme nur um die Energiebilanz oder Kalorien rein/Kalorien raus dreht, vereinfacht sehr komplexe Zusammenhänge viel zu sehr. Die Nahrungsmittelindustrie liebt diese Idee natürlich, denn sie können Ihnen damit immer mehr Junk Food verkaufen und einfach nur behaupten, dass solange Sie nicht zuviel davon essen (alles in Maßen) überhaupt kein Problem besteht. Ihr Brokkoli mit Butter hat die gleichen Kalorien wie ein Snickers? Warum wollen Sie  sich Gemüse antun, wenn sie statt desssen etwas leckeres Süßes haben können, das genau Ihren Bliss Punkt trifft (dieses Gefühl: Mann ist das gut!).

Übrigens sind Sie nach dieser Logik natürlich selbst schuld, wenn Sie zu dick werden. Wer hat denn gesagt, dass Sie die ganze Dose Pringles essen sollen? Damit ist die Nahrungsmittelindustrie, die dieses ganze ungesunde Zeug herstellt, natürlich aus dem Schneider. Hätten Sie halt in Maßen gegessen (genauso wie ein Junkie ja auch Heroin einfach in Maßen spritzen könnte, was heißt da Sucht?).

Tatsache ist, es gibt gute und schlechte Kalorien. Wie gesagt, Ihr Körper ist kein Bankkonto, sondern mehr ein Chemielabor. Wenn wir essen, interagiert die Nahrung mit unserer Biologie, einem komplexen System, dass sofort jeden Bissen umwandelt. Nahrung ist mehr als Geschmack und Kalorien. Sie ist Information, die unseren Körperzellen sagt, was sie tun sollen.

Jeder Bissen, den Sie essen, beeinflusst Ihre Hormone, Ihre Gehirnchemie und Ihren Stoffwechsel. Zuckerkalorien führen zu Fettablagerungen und machen hungrig. Eiweiß- und Fettkalorien steigern die (Körper-)Fettverbrennung. Worauf es ankommt, ist die Qualität der Kalorien und nicht die Quanität (1).

Vollwertkost- das heißt im wesentlichen unverarbeitete Lebensmittel – hat die höchste Qualität. Hochwertige Vollwertkost hat von Natur aus weniger Kalorien als industriell gefertigte Nahrungsmittel. Deshalb brauchen Sie auch keine Kalorien zu zählen. Und übrigens, haben Sie schon mal eine Kuh gesehen, die ihr Gras abwiegt und sich fragt, ob sie sich für das, was sie gefressen hat, wohl genug bewegt hat? Machen wir uns nichts vor, auch wir sind Säugetiere und sollten damit von Natur aus in der Lage sein, unsere Nahrungsaufnahme ohne Hilfsmittel auf unseren Bedarf einstellen zu können.

Gesunde Nahrungsmittel beinhalten: Hochwertiges Eiweiß von Weidetieren (keine Massentierhaltung!), Eier von glücklichen Hühnern, Biogeflügel, kleine Fischarten (z. B. Sardinen), Nüsse und Samen. Außerdem gute Fette wie Olivenöl, Avocado, Weidebutter, Ghee, Kokosöl und Omega-3 Fette von Fischen. Und letztendlich gute Kohlenhydrate aus buntgemischten Gemüsen (je farbenfroher desto besser), Früchten wie wilden Beeren (keine Kulturbeeren, diese sind sehr pestizidbelastet), Zitrusfrüchten und Äpfeln und Superfoods wie Chia- und Hanfsamen.

Mythos # 2: Ihre Gene bestimmen Sie und Ihre Gesundheit

Der überwiegende Teil der Schulmediziner glaubt weiterhin, dass es eine genetische Veranlagung gibt, die zu Übergewicht führt. Das heißt auf gut Deutsch: Die Großeltern waren dick, die Eltern waren dick, kein Wunder, dass auch die Kinder dick sind. Das liegt halt in der Familie (und hat um Gottes Willen nichts damit zu tun, dass alle den gleichen Junk essen). Pech gehabt, da haben Sie also die Adipositaskarte oder die Diabeteskarte in der genetischen Lotterie gezogen.

BLÖDSINN!!

Wie ich oben schon erklärt habe, Nahrung ist Information. Es sind nicht unsere Gene, die diktieren, wo es mit unserer Gesundheit hingeht (oder jedenfalls nur zu einem sehr geringen Teil). Sie selber haben die Macht, Ihren Genen vorzugeben, wie sie sich verhalten sollen. Gene kann man an-, aber eben auch abschalten.

In einer gerade in Nature veröffentlichen Untersuchung wurde gezeigt, dass veränderte Muster in der Methylierung der DNA (die Methylierung bewirkt ein An- und Abschalten von Genen) zur Adipositas führen (2).

Nur 2 % unserer Gene ändern sich über einen Zeitraum von 20000 Jahren (deshalb sind wir in unserem Inneren auch immer noch Steinzeitmenschen). Und dann sehen Sie sich mal diese Zahlen an: Die Entwicklung der Adipositasprävalenz zeigt in den letzten 20 Jahren bei Männern eine Zunahme um relative 39 %, bei Frauen um 44 % (3).

Eine weitere Zunahme fand sich in den letzten Jahren vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, während die Zahlen bei älteren Erwachsenen eher stabil sind. Auch der Anteil der extrem Adipösen (BMI ≥ 40) hat in den letzten Jahren in Deutschland weiter zugenommen. Das passt nicht zu einer genetischen Ursache. Kein Genpool ändert sich so schnell.

Nicht unsere Gene haben sich drastisch geändert, sondern unsere Essgewohnheiten. Allein von 1850 – 1975 stieg der pro Kopf Konsum von Zucker von 2 kg pro Jahr auf 37 kg (4). Hinzu kommt noch der gewaltige Anstieg im Getreidekonsum, der pro Kopf mit 121 kg pro Jahr zu Buche schlägt (5). Und bei dieser Zahl ist „Flüssiggetreide“ wie Bier und Spirituosen noch gar nicht eingerechnet. Diese Mengen an Zucker und Mehl machen unseren Stoffwechsel kaputt und uns dadurch krank und dick.

Mythos #3: Sie können schlechte Ernährung mit Sport wieder wettmachen

Der Mythos, dass Sie essen können, was auch immer Sie wollen, wenn Sie nur genug Sport treiben, ist wirklich absolut falsch, und er macht auch überhaupt keinen Sinn, wenn Sie verstehen, wie der menschliche Körper funktioniert.

Wenn Sie glauben, dass Sie durch Sport abnehmen können (und tatsächlich glauben das ärgerlicherweise die meisten Menschen), dann werden Sie sehr enttäuscht sein, wenn Sie meinen, dass Sie nach dem Sport diesen zuckerhaltigen Energy Drink, den Muffin oder einen „gesunden“ Snack verdient haben.

Verlassen Sie sich zum Abnehmen nur auf Sport und Ihre Ernährung bleibt so (schlecht) wie vorher, dann werden Sie keinen Erfolg haben. Im Gegenteil, Sie werden feststellen, dass Sport einen sehr ungünstigen Nebeneffekt hat. Er macht Sie nämlich sehr, sehr hungrig.

Nur um das mal in einen Kontext zu setzen: Wenn Sie 600 ml Cola (oder vergleichbare Getränke) trinken, dann müssen Sie 7,2 km gehen, um die aufgenommenen Kalorien zu verbrennen. Für eine XXL-Fast-Food Mahlzeit müssen Sie eine Woche lang jeden Tag 6 km laufen, um die Kalorien zu verbrennen. Wenn das Ihre tägliche Mahlzeit ist, dann müssen Sie jeden Tag einen Marathon laufen! UUPS.

Und wenn Sie sich auf den Kopf stellen, Sie können eine schlechte Ernährung nicht durch Sport kompensieren. Punkt.

Sport ist natürlich sehr wichtig für das Allgemeinbefinden, aber wenn Sie abnehmen – und vor allem nicht wieder zunehmen – wollen, dann brauchen Sie eine Kombination aus sportlicher Betätigung zusammen mit einer gesunden Ernährung, die viel Gemüse, gesunde Fette und Eiweiß beinhaltet.

Mythos #5: Fett macht dick

Vielleicht der allerschlimmste dieser vier Mythen, und dazu auch derjenige, den die meisten Menschen im Kopf haben. Ist doch klar, Fett wird im Körper abgelagert. Wer Fett isst, der lagert das dann ein und wird dick. Und außerdem führt ein zu hoher Fettkonsum doch zu verstopften Arterien, zu Herzinfarkt und Schlaganfall.

Und noch einmal: ABSOLUTER BLÖDSINN!

Nicht nur, dass man vom Fett essen nicht fett wird (vorausgesetzt, man isst die richtigen Fette), sondern Fett ist für die Gesundheit und das Abnehmen einfach essentiell.

Eine Studie, die 2012 im Journal of the American Medical Association veröffentlicht wurde, verglich eine fettreiche Diät mit einer kohlenhydratreichen Diät, die beide isokalorisch waren  (= die gleiche Kalorienanzahl hatten) und kam zu dem Ergebnis, dass die Auswirkungen dieser Diäten auf den Stoffwechsel völlig unterschiedlich sind (6). Die Gruppe mit der fettreichen Diät verbrannte pro Tag 300 kcal mehr. Dies entspricht dem Kalorienverbrauch von einer Stunde Laufen, ohne dass die Probanden irgendetwas tun mussten.

Nahrungsfett macht Ihren Stoffwechsel schneller, während Zucker ihn verlangsamt. Gesunde Fette wirken antientzündlich, während Zucker zu einer chronischen Entzündung im Körper führt (und das Schlimme ist, Sie merken nichts davon).

In einer Studie an Ratten wurde der Effekt einer kohlenhydratreichen Ernährung und einer fettreichen, proteinreichen Ernährung getestet (wiederum isokalorisch). Es zeigte sich, dass die kohlenhydratreiche Ernährung zu erhöhten Fettablagerungen und Muskelabbau führte, während die fettreiche, proteinreiche Ernährung zu Fettabbau und Muskelaufbau führte (7).

Ihre Zellen bevorzugen tatsächlich die richtigen Fette sogar als Brennstoff, besonders die Mittelkettigen Fettsäuren (MCTs) aus Nahrungsmitteln wie Kokosöl oder Kokosbutter (8). Und Sie werden sich wundern, welchen Turbogang Ihr Gehirn mit diesen Fetten einlegt.

Achten Sie also unbedingt darauf, ausreichend Fette zu essen, aber halten Sie sich von Trans-Fetten und Pflanzenölen fern. Sie werden feststellen, dass fetthaltiges Essen nicht nur besser schmeckt und Sie länger satt macht, sondern es auch als sehr willkommene Nebenwirkung die Pfunde schmelzen lässt. Und das alles übrigens ohne den lästigen Hunger.

(1) Foods, obesity, and diabetes-are all calories created equal?  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28049747

(2) Epigenome-wide association study of body mass index, and the adverse outcomes of adiposity, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28002404

(3) http://www.adipositas-gesellschaft.de/index.php?id=41

(4) http://www.uni-muenster.de/Geschichte/SWG-Online/alltagsgeschichte/quellen/zucker-speisefette.htm

(5) http://www.tag-des-brotes.de/verbrauch-von-getreideprodukten/index.php

(6) Effects of Dietary Composition on Energy Expenditure During Weight-Loss Maintenance,   http://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/1199154

(7) Effects of dietary glycaemic index on adiposity, glucose homoeostasis, and plasma lipids in animals. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15337404

(8) Physiological effects of medium-chain triglycerides: potential agents in the prevention of obesity.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11880549