Pekannuss Shortbread

Pekannuss ShortbreadIch liebe einfach Shortbread. Dieses Gefühl, wenn die Butter im Mund schmilzt. Shortbread Kekse kann man ganz einfach selber machen. Alles, was man braucht, sind sieben Zutaten.

Ich habe für dieses Rezept Pekannüsse genommen. Sie gehören zur Familie der Walnüsse, schmecken allerdings süßer und aromatischer.

Pekannüsse sind geballte Nährstoff-Päckchen: Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Magnesium und Eisen wirken sich günstig auf die Knochen und auf verschiedene Stoffwechselvorgänge aus. Außerdem enthalten sie das Spurenelement Selen. Dieses bindet beispielsweise Schwermetalle und trägt somit zur Entgiftung des Körpers bei. Der hohe Proteingehalt und verschiedene B-Vitamine sind gut für die Nerven, das Gehirn und die Muskeln. Das ebenfalls reichlich enthaltene Vitamin A schützt Augen und Schleimhäute.

Studien zeigen: Der mäßige, aber regelmäßige Verzehr von Pekannüssen bringt positive Effekte bei erhöhtem Blutdruck und Cholesterinspiegel. Außerdem enthalten Pekannüsse viele Ballaststoffe – 100 g liefern fast ein Drittel der täglich empfohlenen Menge von 30 g. Sie sind die Nüsse mit der größten Menge an Antioxidantien und dem höchsten Fettgehalt aller Nüsse (72 % Fett).

Bereits eine Handvoll Pekannüsse reicht aus, um genügend der für das Herz-Kreislauf-System wichtigen ungesättigten Fettsäuren aufzunehmen. Besonders empfehlenswert sind Pekannüsse nicht nur bei Bluthochdruck, sondern auch bei Diabetes, da sie sich positiv auf den Blutzuckerspiegel auswirken

 

Pekannuss Shortbread

Ergibt 24 Kekse

Zutaten:

  • 2 1/2 Tassen Mandelmehl
  • 1/4 TL Himalaya Salz
  • 1/4 TL Backnatron
  • 1 Tasse gehackte Pekannüsse
  • 1/2 Tasse Weidebutter
  • 1 TL kaltgeschleuderter Honig
  • Vanillepulver

Zubereitung:

  1. Mit einem Stabmixer die Butter und den Honig gut verrühren.
  2. In einer zweiten Schüssel alle trockenen Zutaten sowie die Pekannüsse mischen.
  3. Die Buttermischung unter die trockenen Zutaten geben.
  4. Rollen Sie den Teig in Backpapier und tun Sie ihn für eine Stunde in den Kühlschrank. Die Rolle sollte einen Durchmesser von ungefähr 6 cm haben.
  5. Nehmen Sie den Teig aus dem Kühlschrank und schneiden Sie ihn in etwa 0,5 cm große Scheiben.
  6. Legen Sie die Scheiben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech.
  7. Bei 170° C ungefähr 15 Minuten backen bis die Kekse leicht golden sind.
  8. Abkühlen lassen und genießen.

Fakten, die Ihr Arzt über Gluten wissen sollte…

GlutenIch ärgere mich immer wieder darüber, dass von Kollegen häufig die Bemerkung kommt: „Gluten, klar kenne ich. Ist der Auslöser für Zöliakie, aber ansonsten nicht weiter von Bedeutung. Diese ganze glutenfreie Bewegung ist einfach nur Marketing“.

Tatsächlich??

Ich glaube, diese Kollegen täten wirklich gut daran, sich einfach mal zu informieren. Die Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität geht nun wirklich so ziemlich durch alle Medien und hat auch bei PubMed – einer medizinischen Datenbank – Einzug gehalten (1).

Wenn Sie die folgende Liste durchlesen, dann werden wahrscheinlich auch viele von Ihnen sagen, „das kann doch gar nicht sein, das Gluten für alle diese Symptome verantwortlich sein soll.“ Ich darf Ihnen versichern, dass es das ist, und dass diese Liste nur ein Auszug dessen ist, was Gluten in Ihrem Körper alles anstellen kann.

Dann legen wir mal los:

  1. Jeder, der an Zöliakie leidet ist glutensensitiv, aber nicht jeder, der glutensensitiv ist, hat auch Zöliakie.
  2. Es gibt über 200 Symptome, die Gluten verursachen kann, verschlimmert oder zu deren Entstehung es beiträgt.
  3. Gluten kann Autoimmunerkrankungen hervorrufen.
  4. Gluten ist häufig die Ursache für eine Eisenmangelanämie unklarer Genese (will heißen – Ihr Arzt hat keine Ahnung, woher die kommt).
  5. Gluten verursacht einen leckenden Darm.
  6. Gluten verursacht häufig einen Vitamin B12 Mangel.
  7. Auch Mais ist ein Getreide und enthält damit Gluten (wenn auch nicht das α-Gliadin des Weizens). Die in Mais vorkommende Glutenform kann zu Entzündungen führen.
  8. Es gibt keine glutenfreien Haferflocken!
  9. Exzessiver Konsum von Gluten kann sowohl zu Gewichtszunahme als auch -abnahme führen.
  10. Die in Deutschland angewendeten Laboruntersuchungen für Zöliakie sind nicht spezifisch und haben eine hohe Rate an falsch negativen Ergebnissen.
  11. Eine Atrophie der Darmzotten (Diagnosekriterium für Zöliakie) kann auch durch Mais, Soja, Milchprodukte und Parasiten hervorgerufen werden.
  12. Industriell gefertigte glutenfreie Produkte fallen sehr häufig unter die Kategorie Junk Food.
  13. Einige Pharmaka können eine Zöliakie vortäuschen (2).
  14. Gluten kann Asthmasymptome hervorrufen.
  15. Gluten kann zu Schwindelanfällen und Schwierigkeiten mit der Balance führen (Ataxie) (3).
  16. Gluten kann Krampfanfälle hervorrufen (4). Tatsächlich wurden vor der Einführung von Antiepileptika Patienten mit Krampfanfällen mit einer glutenfreien Diät behandelt.
  17. Ebenso kann es Migräne Anfälle triggern.
  18. Gluten beeinflusst die Testosteronsynthese negativ, da es zu einer verminderten Aufnahme wichtiger Nährstoffe führt. Dies führt zu verminderter Libido, verminderter Energie und dem Unvermögen, Muskeln aufzubauen trotz adäquatem Trainings.
  19. Gluten kann Schilddrüsenerkrankungen hervorrufen (5).
  20. Gluten kann Nervenschmerzen und Neuropathien verursachen (6).
  21. Gluten kann Hauterkrankungen hervorrufen. Hierzu gehören unter anderem Psoriasis (Schuppenflechte), Nesselsucht, Exeme und Vitiligo.
  22. Gluten kann zu einer Osteoporose führen (7).
  23. Schon eine Menge von 20 ppm Gluten (1 Brotkrümel) kann im Körper Schaden anrichten (es reicht also nicht, wenn Sie die Croutons einfach von Ihrem Salat herunter nehmen).
  24. Eine Glutensensitivität ist keine Weizenallergie.
  25. Gluten kann Leberschäden hervorrufen (8).
  26. Ebenso kann es zur Ausbildung von Gallensteinen führen (9). Tatsächlich müsste bei vielen Menschen die Gallenblase nicht herausgenommen werden, wenn sie beim ersten Anhalt für Probleme mit der Galle auf eine glutenfreie Diät ungestiegen wären.
  27. Das Milchprotein Casein kann vom Immunsystem mit Gluten verwechselt werden, wodurch sich „Kreuzallergien“ auf Milchprodukte erklären.
  28. Es gibt ungefähr 400 verschieden Glutenproteine im Getreide. Ihr Arzt spricht immer nur über eins α-Gliadin.
  29. Kinder mit Lernschwierigkeiten reagieren häufig sehr positiv auf eine glutenfreie Ernährung (10).
  30. Bis zu 41 % der Industriell gefertigten Nahrungsmittel können mit Gluten kreuzkontaminiert sein.
  31. Bis zu 92 Prozent der Personen, die sich glutenfrei ernähren, haben trotzdem noch Symptome durch Kreuzkontamination glutenfreier Lebensmittel sowie durch den Verzehr von Mais, Reis, Sorghum und anderen Getreidearten (kein Getreide ist glutenfrei).
  32. Nur weil glutenfrei auf dem Etikett steht, ist das Nahrungsmittel nicht automatisch gesund.
  33. Gluten findet sich in kieferorthopädischen Materialien (11).
  34. Gluten kann zu Schmerzen in den Gelenken führen.
  35. Gluten kann ein Reizdarmsyndrom hervorrufen.
  36. Auch Gluten, das sich in Kosmetika und Reinigungsprodukten befindet, kann Gesundheitsprobleme auslösen, da ein Großteil der Inhaltsstoffe durch die Haut in den Blutstrom gelangt.
  37. Gluten kann eine Fibromyalgie verursachen (12).
  38. Ebenso kann es Auslöser eines Chronic Fatigue Syndroms (chronischer Erschöpfungszustand) sein.
  39. Gluten kann Auslöser einer Schizophrenie sein (13).
  40. Gluten kann Nahrungsmittelallergien begünstigen.

Wie gesagt, diese Liste ließe sich noch beliebig weiterführen.

Ich gebe folgendes zu bedenken. In unserer heutigen Gesellschaft essen wir sehr viel mehr Gluten als zum Beispiel noch vor 50 Jahren. Der Schaden, der durch Gluten angerichtet wird (und zwar bei jedem Verzehr) summiert sich, bis er das Fass zum überlaufen bringt. Auf diesen Moment wollen Sie eigentlich nicht hinarbeiten. Haben Sie erstmal eine manifeste Glutenunverträglichkeit, so müssen Sie strikt auf jeden Konsum von Gluten verzichten, wenn Sie Ihr Immunsystem nicht für 3 – 6 Monate total in Aufruhr versetzen wollen.

Mein Ratschlag ist, auf Gluten völlig zu verzichten. Haben Sie das Gefühl, dass Sie das nicht können, dann sollten Sie den Konsum wenigstens drastisch einschränken. Bei Symptomen einer Glutensensitivität kommen Sie aber – wenn Sie Dauerschäden vermeiden wollen – um den Verzicht nicht herum.

 

(1) Celiac disease, non celiac gluten sensitivity and wheat allergy: comparison of 3 different diseases triggered by the same food. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28737204

(2) Severe Spruelike Enteropathy Associated With Olmesartan https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3538487/

(3) Neurological disorders associated with gluten sensitivity. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28393829

(4) Celiac Disease and Epilepsy: The Effect of Gluten-Free Diet on Seizure Control.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27629850

(5) Increased Incidence of Thyroid Disease in Patients with Celiac Disease. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28030626

(6) Sensory ganglionopathy due to gluten sensitivity. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20837968

(7) Osteoarticular manifestations of celiac disease and non-celiac gluten hypersensitivity. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27825568

(8) Chronic Hepatitis Due to Gluten Enteropathy – a Case Report. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28704189

(9) https://kresserinstitute.com/little-known-connection-leaky-gut-gluten-intolerance-gallbladder-problems/

(10) Range of neurologic disorders in patients with celiac disease. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15173490

(11) An orthodontic retainer preventing remission in celiac disease. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24137038

(12) Celiac disease and fibromyalgia: Is there an association?  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26838498

(13) Antigliadin Antibodies (AGA IgG) Are Related to Neurochemistry in Schizophrenia.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28674504

 

 

5 wichtige Schritte damit die Eliminationsdiät klappt

Eliminationsdiät

Viele Leute gehen durchs Leben und fühlen sich nicht wirklich wohl. Sie sind ständig müde, haben Verdauungsprobleme, schlafen nicht gut oder haben Hautprobleme. Und weil sie sich nie so richtig gut gefühlt haben, halten sie diesen Zustand für vollkommen normal.

Die meisten Gesundheitsprobleme entstehen aufgrund einer Entzündungsreaktion im Körper, und diese Entzündung wird häufig durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten hervorgerufen.

Wie aber können Sie erkennen, ob Ihre Beschwerden womöglich auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten zurückzuführen sind? Nun, dafür eignet sich eine Eliminationsdiät hervorragend. Durch die Elimination von Triggerstoffen kann die Entzündungsreaktion heruntergefahren werden und der Körper sich selbst heilen.

Wie wirkt eine Eliminationsdiät?

Man muss wissen, dass sich etwa 70 Prozent unseres Immunsystems im Darm befinden. Wenn Sie etwas essen, das von Ihrem Körper als Bedrohung angesehen wird, dann antwortet Ihr Immunsystem auf diesen Trigger mit einer Entzündungsreaktion.

Diese Reaktion wird durch das enterische Nervensystem kontrolliert. Das enterische Nervensystem, im Englischen auch als „zweites Gehirn“ oder „abdominelles Gehirn“ bezeichnet,  ist ein komplexes Geflecht aus Nervenzellen, das nahezu den gesamten Gastrointestinaltrakt durchzieht und den Verdauungstrakt mit dem Gehirn verbindet.

Wenn wir essen, sendet das enterische Nervensystem Botschaften an das Gehirn, das Enzyme, Hormone und eben teilweise auch entzündliche Reaktionen erforderlich sind. Letztere treten auf, wenn unverträgliche Nahrungsmittel gegessen werden, eine mikrobielle Infektion oder ein Nährstoffmangel vorliegt.

Bei der Eliminationsdiät werden verdächtige Nahrungsmittel für eine Weile – in der Regel 3 Wochen – aus dem Speiseplan der betroffenen Person ausgeschlossen. Verdächtige Nahrungsmittel sind dabei solche, von denen man weiß, dass sie häufig Entzündungen oder andere Reaktionen (zum Beispiel Blähungen) hervorrufen.

Nach 3 Wochen werden diese Nahrungsmittel einzeln wieder zugeführt. Die betroffene Person achtet darauf, ob irgendeine Reaktion durch die Wiedereinführung ausgelöst wird. Treten unerwünschte Reaktionen auf, so ist von einer Nahrungsmittelunverträglichkeit auszugehen, und das betreffende Nahrungsmittel sollte nicht weiter konsumiert werden.

5 wichtige Schritte, die Sie bei einer Eliminationsdiät beachten sollten

Bevor Sie mit der Eliminationsdiät anfangen, sollten Sie sich einen Schlachtplan machen. Entfernen Sie die Nahrungsmittel aus Ihrer Speisekammer, die ausgeschlossen werden sollen. Dann ersetzen Sie diese durch Lebensmittel von der unten aufgeführten Liste. Am besten legen Sie sich ein Notizbuch zu, damit Sie einige wichtige Dinge notieren können. Dies wird Ihnen später dabei helfen herauszufinden, welche Nahrungsmittel bei Ihnen zu negativen Reaktionen führen.

Schritt 1: Vermeiden Sie die häufigsten Trigger

Im wesentlichen sind es gerade mal 8 Nahrungsmittel, die für 90 Prozent aller Unverträglichkeiten verantwortlich sind. Dabei handelt es sich um

  • Milch
  • Eier
  • Gluten (vor allem in Weizen, Roggen, Gerste)
  • Soja
  • Erdnüsse
  • Zucker und künstliche Süßstoffe
  • Mais
  • Hülsenfrüchte

Haben Sie ernsthafte Verdauungsprobleme (zum Beispiel ein Reizdarmsyndrom) dann sollten Sie auch sogenannte FODMAPS (Fermentable Oligo-, Di-, Monosaccharides und Polyols = vergärbare Mehrfach-, Zweifach- und Einfachzucker sowie mehrwertige Alkohole) von Ihrem Speiseplan streichen. Zu den FODMAPS zählen:  Lactose (Milchzucker), Fructose (Fruchtzucker), Fruktane und Galactane sowie Polyole (z. B: Sorbitol, Mannitol, Xylitol und Maltitol).

Die Wirksamkeit der LOW FODMAP Diät bei Patienten mit Reizdarmsyndrom wurde 2010 in einer Studie nachgewiesen (1)

 

Schritt 2: Essen Sie saubere, nährstoffreiche Lebensmittel

Hunger sollte während der Eliminationsdiät kein Thema sein. Sie können so viel essen bis Sie satt sind, solange Sie vollwertige, unverarbeitete Lebensmittel essen. Bio-Lebensmittel sind zu bevorzugen.

Zu den Nahrungsmitteln, die Sie essen sollten, gehören:

Gemüse

Essen Sie große Mengen rohes, gekochtes oder gebratenes Gemüse vor allem aus der Familie der Kreuzblütler. Zu diesen gehören zum Beispiel Grünkohl, Brokkoli, Rosenkohl, Weiß- und Rotkohl, Brunnenkresse und Chinakohl.

Auch die Sprossen der Kreuzblütler sollten häufiger gegessen werden. Brokkolisprossen helfen beispielsweise bei der Entgiftung der Leber. Aber auch Sellerie, Fenchel, Gurken, Salate, grüne Bohnen, Pilze, Kürbis und Süßkartoffeln machen sich super.

Protein

Gesunde Proteinquellen sind Bio-Geflügel, Fleisch von Weidetieren, Fisch aus Wildfang (keine Aquakultur) und Wild.

Früchte

Achten Sie darauf, dass Sie möglichst Früchte verwenden, die den Blutzuckerspiegel nicht zu sehr in die Höhe treiben (also mit einer niedrigen glykämischen Last). Hierzu gehören Beeren, Grapefruits, Zitronen, Limetten und Erdbeeren.

Gesundes Fett

Der größte Anteil Kalorien sollte aus gesunden Fetten stammen. Diese beinhalten Avocados, Kokosöl, Weidebutter oder Ghee (Butterreinfett) und Extra Virgin Olivenöl.

Kräuter und Gewürze

Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und probieren Sie ein paar neue Kräuter und Gewürze aus wie Kurkuma, Ingwer, Oregano, Koriander, Basilikum, Thymian und vor allem Zimt.

Fermentierte Lebensmittel

Diese stellen einen wichtigen Bestandteil der Eliminationsdiät dar, da sie vorverdaute Nährstoffe und Probiotika (gute Bakterien) enthalten, die bei der Regeneration des Verdauungstraktes unterstützend wirken. In diese Kategorie gehören Lebensmittel wie Sauerkraut, Kimchi, Wasserkefir, Kokosjoghurt und Kombucha.

 

Schritt 3: Lesen Sie die Etiketten

Am besten ist es natürlich, wenn Sie Nahrungsmittel kaufen, die keine Etiketten haben (so wie einen Blumenkohl zum Beispiel). Ansonsten kommen Sie nicht darum herum, die vorhandenen Etiketten sehr genau zu lesen. Einige der häufigsten Triggerstoffe – wie Gluten und Milchproteine – tauchen in Nahrungsmitteln auf, wo man sie nicht erwarten würde. Bei verarbeiteten Lebensmitteln finden Sie sie häufig in der Zutatenliste.
Auch im Restaurant kann es Ihnen schnell passieren, dass sich „verbotene“ Lebensmittel in Ihr Essen verirren. Ich empfehle deshalb immer, während der Eliminationsdiät möglichst auf Restaurantbesuche zu verzichten. Lässt es sich nicht vermeiden, so sollten Sie im Restaurant möglichst übersichtliche Gerichte bestellen wie gegrilltes Fleisch mit gekochtem Gemüse.

 

Schritt 4: Führen Sie eine Essensliste

Es ist wichtig, dass Sie sich während der Eliminationsdiät notieren, was Sie gegessen haben und wie Sie sich fühlen. Am besten ist es natürlich, wenn Sie damit schon vor der Elimination anfangen und diese Liste auch bei der Wiedereinführung der Nahrungsmittel weiterführen.

Schreiben Sie sich vor Beginn der Eliminationsdiät auf, was Ihnen an Ihrem Körper auffällt. Wie sieht Ihre Haut aus? Wie sind Ihre Verdauungsgewohnheiten? Wie schlafen Sie? Haben Sie Schmerzen oder Entzündungen? Wie ist Ihre Stimmung vor und nach dem Essen? Wie sieht es mit Ihrem Gedächtnis aus? Haben Sie jemals das Gefühl, dass sie völlig umnebelt sind? Schreiben Sie sämtliche Probleme auf, die sie durchmachen. Es wird dann einfacher zu erkennen, wenn Veränderungen auftreten.

Schreiben Sie während der Eliminationsphase auf wie Sie sich den Tag über fühlen. Haben Sie mehr Energie? Sind die Symptome schwächer? Schlafen Sie besser? Hat Ihre Haut sich verändert? Sollten Sie eine Reaktion auf ein Nahrungsmittel feststellen, das nicht eliminiert worden ist, so schließen Sie dieses für die Zeit der Elimination ebenfalls aus.

Sie können sich sicherlich vorstellen, dass diese Liste in der Wiedereinführungsphase ebenfalls gute Dienste leistet. Also, je ausführlicher Sie Symptome in der Liste festhalten, desto besser.

Schritt 5: Die Wiedereinführungsphase, jeweils ein Nahrungsmittel und sehr bewusst

Nach 3 Wochen ist es Zeit auszutesten, welche Nahrungsmittel Ihnen Probleme bereiten. Führen Sie jeweils nur ein Nahrungsmittel wieder ein und essen Sie es drei Tage lang, bevor Sie das nächste Nahrungsmittel einführen.

Bemerken Sie in diesen drei Tagen keinen Unterschied, dann stellt das Nahrungsmittel für Sie kein Problem dar und Sie können es weiter konsumieren. Bemerken Sie jedoch eine negative Reaktion auf das wiedereingeführte Lebensmittel, dann müssen Sie den Konsum auf jeden Fall für eine längere Zeit aussetzen – eventuell stellen Sie fest, dass Sie dieses Lebensmittel gar nicht mehr essen können.

Es versteht sich von selbst, dass Sie Nahrungsmittel, die Symptome verursachen, nicht weiter essen. Haben sich die Symptome wieder gegeben, können Sie das nächste Nahrungsmittel wieder einführen. Dieses Vorgehen führen Sie fort, bis Sie alle ausgeschlossenen Nahrungsmittel wieder eingeführt haben (oder eben auch nicht).

Nahrungsmittel, die Symptome verursachen, sollten Sie mindestens für einen Monat vom Speiseplan streichen, bevor Sie noch einmal versuchen, sie wieder einzuführen.

Und bitte nehmen Sie für die Wiedereinführung möglichst einfache Lebensmittel. Also bei Milchprodukten zum Beispiel einen Naturjoghurt und nicht etwa einen Blauschimmelkäse mit Mascarpone. Ansonsten wissen Sie nicht, welcher Nahrungsbestandteil die Reaktion hervorgerufen hat.

Tja, so einfach ist das. Wenn Sie sich an diese 5 Schritte halten, sollten Sie in der Lage sein, Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu erkennen, die bei Ihnen zu gesundheitlichen Problemen führen. Wenn Sie künftig auf diese Nahrungsmittel verzichten, können sich diese Probleme deutlich bessern und in einigen Fällen sogar ganz verschwinden.

Wer sollte die Eliminationsdiät durchführen?

Ganz ehrlich, ich glaube so ziemlich jeder würde davon profitieren mal eine Eliminationsdiät zu machen. Ich kenne einige Leute, die chronische Schmerzen oder auch Hautprobleme hatten, die sich nach einer Eliminationsdiät mindestens deutlich verbessert haben und in vielen Fällen ganz weg waren.

Die Eliminationsdiät hilft nicht nur dabei herauszufinden, welche Nahrungsmittel störende Symptome hervorrufen. Wie gesagt – viele Menschen wissen gar nicht mehr wie „gesund und energiegeladen“ sich anfühlt und sind überrascht, wenn Sie sich nach der Eliminationsdiät auf einmal richtig gut fühlen.

Ganz sicher sollten folgende Personen eine Eliminationsdiät durchführen:

  1. Jeder, der unter einer Autoimmunerkrankung oder dem metabolischen Syndrom leidet.
  2. Menschen, die Schmerzen haben, die auf Entzündungen zurückzuführen sind (hierzu zählt zum Beispiel auch die Migräne).
  3. Menschen mit Kopfschmerzen, Nasennebenhöhlenentzündungen, Allergien.
  4. Personen, die schnarchen oder an Schlafapnoe (Atemaussetzern während des Schlafs) leiden.
  5. Individuen mit Hautirritationen, Akne, Exemen, Nesselsucht.
  6. Jeder, der wenig Energie hat obwohl er sich gesund ernährt.
  7. Leute mit Einschlaf- und Durchschlafstörungen.
  8. Frauen mit Prämenstruellem Syndrom (PMS) und menopausalen Beschwerden.
  9. Jeder, der bekannte Nahrungsmittelallergien und noch bestehende Symptome hat. Es gibt häufig Kreuzallergien – so zum Beispiel zwischen Gluten und dem Milchprotein Casein.

Ich halte es da mit den Amerikanern, die sagen „Test don’t guess“, also Testen, nicht vermuten. In diesem Sinne…

 

(1)Evidence-based dietary management of functional gastrointestinal symptoms: The FODMAP approach. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20136989?dopt=Abstract

Wie Bauchfett Ihr Krebsrisiko erhöht

Bauchfett und KrebsMan weiß schon seit längerer Zeit, dass Fettleibigkeit das Krebsrisiko erhöht, bisher war aber nicht bekannt, welche Faktoren ursächlich für diesen Zusammenhang sind.
Im August erschien jetzt eine Studie der Michigan State University in der Zeitschrift Oncogene, die aufzeigt, dass ein Protein, das aus dem Fettgewebe freigesetzt wird, die Ursache dafür ist, dass sich aus einer normalen Zelle eine Krebszelle entwickelt. Die Untersuchung fand auch Hinweise darauf, dass tiefere Schichten von abdominellem Fett (Bauchfett) eher als Verursacher dieser Umwandlung gesehen werden müssen als Fettgewebe, das sich unter der Haut befindet (subkutanes Fett).
Jamie Bernard, Dozentin für Pharmakologie und Toxikologie und Hauptautor der Studie erklärt hierzu: „Obwohl es einige Fortschritte in der Behandlung von Krebserkrankungen gegeben hat, die zu einer Verbesserung der Lebensqualität geführt haben, steigt die Zahl der Neuerkrankungen ständig. Es ist wichtig, dass wir die Ursachen verstehen, damit wir durch Ernährungsumstellungen oder therapeutische Interventionen die Anzahl von Krebsfällen reduzieren können.“

Fett ist nicht gleich Fett

Amerika ist uns bei der Anzahl der Fettleibigen (BMI > 30) noch etwas voraus. Dort ist jeder Dritte adipös, während bei uns jeder Vierte betroffen ist. Adipositas wird mit verschiedenen Krebserkrankungen in Zusammenhang gebracht, unter anderem Brust-, Darm-, Prostata-, Gebärmutter- und Nierenkrebs. Bernard führt jedoch an, dass einfach die Tatsache, dass jemand übergewichtig ist, nichts über sein Risiko an Krebs zu erkranken aussagt.
„Unsere Studie spricht dafür, dass der BMI nicht der beste Indikator ist. Besser eignet sich das Bauchfett und hier ganz spezifisch die Konzentration eines Proteins namens Fibroblast Growth Factor -2 (Fibroblasten-Wachstumsfaktor), die ein wesentlich besserer Indikator für das Risiko einer Zelle zu entarten darstellt.

 

Beim Bauchfett gibt es zwei unterschiedliche Schichten. Zum einen die obere Schicht, die als Subkutanfett bezeichnet wird, und die direkt unter der Haut liegt, zum anderen die Schicht, die unter dem Subkutanfett liegt, das sogenannte viszerale Fett. Dieses wurde in der Studie als der gefährliche Anteil identifiziert.

Das Studiendesign

Es handelt sich um eine Tierversuchsstudie, in der Mäusen eine fettreiche Diät gefüttert wurde. Dann wurde untersucht, wie sich die beiden unterschiedlichen Fettschichten verhalten. Es zeigte sich, dass das viszerale Fett deutlich größere Mengen an Fibroblast Growth Factor-2 (FGF2) produzierte als das subkutane Fett. Außerdem fanden die Untersucher heraus, dass das FGF2 bestimmte Zellen stimulierte, die sich bereits als anfällig für das Protein gezeigt hatten. Diese Zellen entwickelten sich zu Tumorzellen.

Es wurde auch viszerales Fettgewebe von Frauen untersucht, bei denen eine Gebärmutterentfernung vorgenommen wurde. Dabei fand man heraus, dass diese Fettzelllen – wenn sie eine hohe Sekretionsrate von FGF2 aufwiesen – eher zur Krebsentstehung beitrugen, wenn sie Mäusen transplantiert wurden.

Die Untersucher gehen davon aus, dass dieses Ergebnis zeigt, dass Fettzellen sowohl von Menschen als auch von Mäusen dazu führen können, dass eine normale Zelle sich in eine Krebszelle verwandelt.

Bernard erklärte außerdem, dass es noch einige andere Faktoren gibt, die aus dem Fettgewebe freigesetzt werden und das Krebsrisiko erhöhen können – wie zum Beispiel das Hormon Östrogen. Allerdings konnten bisher viele der durchgeführten Studien nur einen Zusammenhang, aber keine Ursächlichkeit aufzeigen. Bei einigen Krebsarten spielen zudem genetische Ursachen eine Rolle.

Sicherlich treffen manchmal auch ungünstige Zufälle aufeinander, aber insgesamt ist Bernard überzeugt, dass „die Leute die Chancen zu ihrem Vorteil verschieben können, wenn sie bessere Entscheidungen in Bezug auf ihre Ernährung und sportliche Betätigung treffen und auf schädliche Gewohnheiten wie Rauchen verzichten.

Bernard und ihr Team suchen nun nach neuen anti-Krebs Substanzen, die die Effekte von FGF2 unterbinden. Meiner Meinung nach ist das ein deutlich besserer Ansatz als der Versuch, durch Genmanipulationen Krebs zu heilen.

 

(1) Fibroblast growth factor receptor is a mechanistic link between visceral adiposity and cancer. http://www.nature.com/onc/journal/vaop/ncurrent/full/onc2017278a.html?foxtrotcallback=true

Ingwer zur Migränetherapie genauso wirksam wie ein Triptan

 

Ingwer bei MigräneUnd wieder ein Schlag ins Kontor der Pharmaindustrie. Da hat man nun schon diese teuren Migränemedikamente entwickelt, die pro Dosis bis zu 10 Euro kosten, und dann wir in einer Studie belegt, dass Ingwer (4,95 Euro/kg) genauso gut wirkt wie Triptane .

Einige Fakten zur Migräne

Zwei von drei Erwachsenen in Deutschland (etwa 66 Millionen) leiden zumindest zeitweilig unter Kopfschmerzen. Das sind rund 47 Millionen Menschen. Von diesen wiederum sind fast 18 Millionen von Migräne betroffen, weitere 25 Millionen von Kopfschmerzen des Spannungstyps, der Rest mit knapp vier Millionen leidet unter anderen Formen wie beispielsweise dem Cluster-Kopfschmerz und vielen weiteren Formen (1).

Zum Cluster Kopfschmerz kann ich (zum Glück) keine eigenen Erfahrungen beitragen – zur Migräne und zum Spannungskopfschmerz schon. Für jemanden, der nie unter Migräne gelitten hat, ist es schwer verständlich, warum Kopfschmerzen zu einem totalen Zusammenbruch führen können.

Der Migräne Kopfschmerz wird durch eine Erweiterung der Hirngefäße hervorgerufen und besteht in einem pochenden, scharfen Schmerz. Ich habe meine Migräne immer so erklärt:

„Stellen Sie sich vor, jemand hat Ihnen ein Schwert durch das Auge in den Schädel gerammt und dreht es mit jedem Pulsschlag einmal um.“

Das gibt einen ungefähren Eindruck davon, welche Stärke eine Migräne entwickeln kann. Die Schmerzen sind dann häufig mit weiteren Symptomen gepaart wie Übelkeit, Erbrechen, Lichtscheu, erhöhter Empfindlichkeit für Geräusche und Gerüche.

Was hat die Schulmedizin in diesem Fall anzubieten? Eine Menge Medikamente – sowohl verschreibungspflichtig als auch rezeptfrei.

Mit Triptanen kam eine Substanzklasse auf den Markt, die bei Einführung total gefeiert wurde. Endlich gab es Mittel, die den Migräneanfall (meistens?, häufig?) aufhalten konnten. Und die Pharmaindustrie ließ sich das richtig gut bezahlen.

Triptane können während der Migräneattacke die erhöhte Nervenaktivität in verschiedenen Gehirnzentren normalisieren und erweiterte Kurzschlüsse zwischen den Arterien und Venen des Gehirns (Anastomosen) wieder verengen. Außerdem blockieren sie die Freisetzung von Nervenbotenstoffen (Neuropeptiden und Neurotransmittern), die eine lokale neurogene Entzündung an den Blutgefäßen des Gehirns auslösen können

Als Goldstandard gilt immer noch Sumatriptan, das 1993 als erstes Triptan auf den Markt gebracht wurde. Diese Substanz bewirkt bei vielen Patienten eine sofortige Schmerzabnahme. Allerdings berichten etwa 40 Prozent der Betroffenen, dass die Migräne innerhalb von 24 Stunden wieder auftritt, sodass eine zweite (oder dritte, oder vierte) Dosis genommen werden muss.

Zu den weniger gravierenden Nebenwirkungen zählen: Übelkeit, Schwindel, Schläfrigkeit und Muskelschwäche/-schmerzen. Sie weisen aber auch einige schwerwiegende Nebenwirkungen auf wie unter anderem: Spasmen der Herzkranzgefäße (mit vermindertem Blutfluss zum Herzen), Herzinfarkte, Schlaganfälle, Herzrhythmusstörungen und epileptische Anfälle.

Das klingt ja nicht so gut, aber im Migräneanfall denkt man da nicht weiter drüber nach.

Sollte man aber, denn es gibt zahlreiche alternative Methoden, die teilweise sogar wirksamer sind als die medikamentöse Therapie. Eine neuere Studie hat Ingwerpulver direkt gegen Sumatriptan getestet (2). Das Ergebnis: Ingwer war genauso effektiv, aber ohne die gravierenden Nebenwirkungen.

Ingwer ist schon lange als Heilmittel bekannt

Als Heilpflanze blickt Ingwer auf eine lange Geschichte zurück. So wurde er bereits in altertümlichen chinesischen Schriften erwähnt. Später fand er sich auch in mittelalterlichen Kräuterbüchern. Er wurde vor allem für Erkrankungen des Magen-Darm Trakts eingesetzt, so zum Beispiel gegen Blähungen und Bauchkrämpfe.

Auch bei Schmerzen und Entzündungen fand Ingwer Verwendung. In vielen Studien wird aufgezeigt, dass er positive Auswirkungen auf chronische Rückenschmerzen, Gelenkentzündungen (Arthritis), schmerzhafte Regelblutungen und Muskelschmerzen hat. Zu den Inhaltsstoffen des Ingwers, die für diese Wirkungen verantwortlich sind, gehören unter anderem Gingerol und Shogaol.

Diese Substanzen entfalten Wirkungen, die für die Therapie von lebensbedrohlichen Erkrankungen genutz werden könnten – vor allem für die Krebstherapie. Wird Ingwer als Nutraceutical (medizinisch wirksames Lebensmittel) eingesetzt, so könnte er einen wirksamen Schutz gegen Diabetes, Herz- und Lebererkrankungen bieten (3).

Es gibt schon einige Studien, die eine positive Wirkung von Ingwer für die Migränetherapie nachweisen. Hierbei wurde allerdings meist eine Kombination von Ingwer mit Mutterkraut getestet (4).

Ingwer gegen Sumatriptan

2014 untersuchten Neurologen im Iran an 100 Probanden, die seit durchschnittlich sieben Jahren an Migräne litten, die Wirksamkeit von Ingwer und Sumatriptan.

Es handelte sich um eine doppel-blind, randomisierte Studie. Dies ist der Goldstandard. Weder der Patient noch der Untersucher weiß, ob der Patient in der Verum- (erhält die Wirksubstanz) oder der Placebogruppe ist. Die Patienten werden zufällig auf die beiden Gruppen aufgeteilt.

Jede Gruppe erhielt 5 gleich aussehende Kapseln mit der Testmedikation (entweder 250 mg Ingwerpulver oder 50 mg Sumatriptan). Die Probanden wurden aufgefordert, eine Kapsel zu nehmen, sobald sie bemerkten, dass ein Migräneanfall im Anzug war.

Die Probanden führten einen Monat lang Buch darüber, wann die Migräne begann, wie stark die Schmerzen waren, bevor sie eine Kapsel nahmen und wie weit die Schmerzen nach 30, 60, 90 und 120 Minuten sowie 24 Stunden später zurückgegangen waren.

Das Ergebnis zeigte, dass Ingwer genauso effektiv war wie Sumatriptan. Die Teilnehmer berichteten, dass die Schmerzen innerhalb von zwei Stunden nach der Einnahme um 90 Prozent geringer waren. In der Ingwergruppe traten bei 4 Prozent der Probanden geringe Nebenwirkungen in Form von Verdauungsbeschwerden auf, während in der Sumatriptangruppe 20 Prozent der Patienten über Schwindel, Schläfrigkeit und Sodbrennen berichteten.

Was bedeutet das für Sie?

Zunächst möchte ich vorausschicken, dass die Dosierung des Ingwerpulvers mit 250 mg eher im niedrigen Bereich lag. Viele klinische Studien benutzen Dosierungen von 1000 mg täglich. Ich würde schon deshalb eher zu einer höheren Dosierung raten, weil ich persönlich immer 100 mg Sumatriptan eingenommen habe.

Eine weitere Überlegung ist, ob eventuell der Einsatz von frischem Ingwer noch zu einer Wirkungsverbesserung führen könnte. Wir wissen bei vielen Pflanzenwirkstoffen, dass sie in frischer Form (also nicht getrocknet und gemahlen) eine deutlich bessere Wirkung zeigen. Die Äquivalenzdosis würde 10 g Ingwer betragen. Das ist wirklich nicht viel.

Ingwer ist sehr vielseitig verwendbar, so zum Beispiel als Tee, Ginger Ale, in Suppen und Dressings. Wenn Sie Ingwer kaufen, achten Sie darauf, dass er frisch aussieht und sich fest anfühlt. Die Schale sollte nicht trocken und runzelig sein. Am besten bewahren Sie frischen Ingwer im Kühlschrank auf. Und dann sind Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt.

 

(1) http://www.schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/migraene-wissen/wer-leidet/

(2) Comparison between the efficacy of ginger and sumatriptan in the ablative treatment of the common migraine. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23657930

(3) Gingerols and shogaols: Important nutraceutical principles from ginger.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26228533

(4) A double-blind placebo-controlled pilot study of sublingual feverfew and ginger (LipiGesic™ M) in the treatment of migraine. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21631494

Cannabis kehrt Alterungsprozesse im Gehirn um

 

Cannabis PflanzeEine Studie des Instituts für Molekulare Psychiatrie der Universität Bonn in Zusammenarbeit mit der Hebrew University (Israel) hat aufgezeigt, dass die Medikation mit niedrig dosiertem THC – eines der Wirkstoffe der Hanfpflanze (Cannabis) – die Funktion des Gehirns „verjüngen“ kann – jedenfalls im Tierexperiment (1). Sind diese Ergebnisse auf den Menschen übertragbar, so könnte diese Substanz eventuell altersbedingten Demenzen entgegenwirken.

Heilwirkung von Cannabis – keine neue Entdeckung

Schon im Jahr 2737 v. Chr. beschreibt der chinesische Kaiser Shen Nung Hanf als medizinisches Heilmittel (2). Die berühmte Naturforscherin und Heilerin, Hildegard von Bingen (1098-1179), gilt als Pionierin der Heilkunde in Verbindung mit Cannabis. In ihren Schriften lobt sie die Heilkraft der Hanfsamen bei Magenbeschwerden und befürwortet ein aus Hanf gefertigtes Tuch zur Wundbehandlung.

Hanf hat in seiner Geschichte eine Menge Höhen und Tiefen durchlebt. Im 20. Jahrhundert war über lange Strecken sowohl der Anbau als auch der Konsum von Cannabis (Marihuana) verboten. Doch seit Ende der 90-ger Jahre hat sich das Blatt gewendet, und die Forschung in Sachen Cannabis läuft auf Hochtouren.

Inzwischen weiß man, dass Cannabis eine Vielzahl an positiven Effekten für die Gesundheit aufweist. Diese Effekte werden vor allem durch den Inhaltsstoff Cannabidiol (CBD) hervorgerufen, aber wie in dieser Studie gezeigt wurde, hat auch Tetrahydrocannabinol (THC) nicht nur eine berauschende Wirkung.

Wie entfaltet Cannabis seine Wirkung?

Man muss wissen, dass unser Körper über eigene Endocannabinoide verfügt, zum Beispiel PEA – Palmitoylethanolamid. Das Endocannabinoidsystem hat eine Entzündungshemmende Wirkung. Damit sie ihre Wirkung entfalten können, besetzen die Endocannabinoide an der Zelloberfläche vorhandene Rezeptoren. Dieselben Rezeptoren können auch von CBD und THC besetzt werden. So sorgen sie dafür, dass Schmerzen gelindert, Muskelkrämpfe gelöst und zum Beispiel auch die bei Chemotherapie häufig auftretende Übelkeit vermindert wird. Aber sie können noch viel, viel mehr.

Cannabis als anti-aging Substanz

Wie beim Menschen kommt es auch bei Mäusen mit zunehmenden Alter zu einem kognitiven Abbau. Da aber im Gegensatz zum Menschen, Mäuse nur eine sehr begrenzte Lebenserwartung von ca. 2 Jahren haben, tritt bei ihnen dieses kognitive Defizit sehr schnell auf – nämlich schon im Alter von 12 Monaten.

Die Bonner Forscher gingen von der Hypothese aus, dass Cannabinoide eine Wirkung auf homöostatische Mechanismen entfalten, die das Fortschreiten der Alterung bestimmen – das heißt, dass sie einen anti-aging Effekt haben.

Diesen Effekt untersuchten sie, indem sie den Mäusen im Alter von zwei, zwölf oder 18 Monaten jeweils über einen Zeitraum von vier Wochen eine geringe Menge THC verabreichten, die keine berauschende Wirkung hatte.

 

Danach testeten sie das Lernvermögen und die Gedächtnisleistungen der Tiere – darunter zum Beispiel das Orientierungsvermögen und das Wiedererkennen von Artgenossen.

Die Mäuse der Kontrollgruppe, die nur ein Placebo verabreicht bekommen hatten, zeigten natürliche altersabhängige Lern- und Gedächtnisverluste. Die kognitiven Funktionen der mit Cannabis behandelten Tiere waren hingegen genauso gut wie die von zwei Monate alten Kontrolltieren.

„Die Behandlung kehrte den Leistungsverlust der alten Tiere wieder komplett um“,

Studienautor Prof. Dr. Andreas Zimmer.

 

Hirnalterung durch Mangel an Cannabinoid 1 Rezeptor (CB1)

Erklären lässt sich der Effekt über die Entdeckung der Forscher, dass das Gehirn viel schneller altert, wenn Mäuse keinen funktionsfähigen Rezeptor für das THC  (CB1) besitzen. Prof. Zimmer erklärt hierzu:

„Mit steigendem Alter verringert sich die Menge der im Gehirn natürlich gebildeten Cannabinoide. Wenn die Aktivität des Cannabinoid-Systems abnimmt, dann stellen wir ein rasches Altern des Gehirns fest.“

THC wirkt ähnlich wie die körpereigenen Cannabinoide, die wichtige Funktionen im Gehirn erfüllen. Sie docken an die Cannabinoid Rezeptoren an, die dann Signalketten auslösen. Dieses System ist auch der Grund für die berauschende Wirkung von THC in Cannabis-Produkten, wie Haschisch oder Marihuana.

THC setzt die molekulare Uhr zurück

Die Wissenschaftler untersuchten das Gehirngewebe und die Genaktivität der behandelten Tiere und machten eine erstaunliche Entdeckung. Die molekulare Struktur entsprach nicht mehr der von alten Tieren, sondern ähnelte vielmehr derjenigen von Jungtieren. Sogar die Zahl der Verknüpfungen der Nervenzellen im Gehirn nahm wieder zu. Eine ausreichende Menge an Verknüpfungen ist eine wichtige Voraussetzung für das Lernvermögen.

 „Es sah so aus, als hätte die THC-Behandlung die molekulare Uhr wieder zurückgesetzt.“

Und beim Menschen?

Zugegeben, das ist ein Lichtblick am Ende eines sehr dunklen Tunnels, denn bisher stehen wir – was eine Therapie angeht – der Demenz recht hilflos gegenüber. Zum jetzigen Zeitpunkt muss man eigentlich sagen, dass Vorbeugung deutlich effektiver ist als Heilung.

Nach diesem ersten sehr erfolgreichen Tierversuch müssen weitere Untersuchungen folgen, die zeigen müssen, ob das menschliche Gehirn genauso oder ähnlich auf zugeführtes THC reagiert.

Sollten sich die Effekte, die bei den Mäusen auftraten, allerdings bei Menschen wiederholen lassen, dann wäre das natürlich unglaublich. Und ein weiterer Skalp am Gürtel von Cannabis.

(1) Cannabis kehrt Alterungsprozess im Gerhirn um.  https://www.uni-bonn.de/neues/128-2017/

(2) http://www.hanfkultur.com/hanf-und-seine-lange-geschichte/

Neue Krebsmedikamente sind nicht wirklich effektiv

KrebsmedikamenteEs hat eine wahre Euphorie eingesetzt, was neue Krebsmedikamente betrifft. Die Presse ist voll von Meldungen über neue Therapien, die Krebspatienten Hoffnung auf Heilung geben. Für den einzelnen Betroffenen ist das natürlich ein Lichtblick, aber können die Medikamente tatsächlich halten, was die Pharmaindustrie uns verspricht?

Das Geschäft boomt. Die Preise für Krebsmedikamente sind stark gestiegen. Zur Zeit werden weltweit 100 Milliarden Dollar pro Jahr ausgegeben. Diese Kosten sollen bis zum Jahr 2020 auf 150 Milliarden Dollar steigen. Das ruft bei führenden Wissenschaftlern durchaus Kritik hervor. Die jährlichen Kosten für neue Medikamente liegen zur Zeit bei über 100.000 Dollar. In Amerika sind die Therapiekosten für eine Krebsbehandlung der führende Grund für Konkurse bei Privatleuten, da dort die Krankenversicherungen die Kosten nicht übernehmen und diese durch den Patienten abgedeckt werden müssen (1).

Einige Leute behaupten, dass diese hohen Preise angemessen sind. Schließlich müsse ja die Forschung und Entwicklung bezahlt werden. Es bleibt aber die Tatsache bestehen, dass bei einer Gegenüberstellung von Ausgaben und Einnahmen die Pharmakonzerne immer noch satte Gewinne einfahren.

Hohe Profite mögen ja auch irgendwie gerechtfertigt sein, wenn die neuen Krebsmedikamente den Patienten signifikante Vorteile bringen oder wenigstens signifikante Fortschritte gegenüber den alten Medikamenten aufweisen – zum Beispiel neue Funktionsweisen.

Sind teure, neue Krebsmedikamente wirklich besser?

Ein Kritiker der neuen Krebsmedikamente ist Dr. Vinay Prasad, Hämatologe und Onkologe an der Oregon Health & Science University (OHSU). Er bestätigt, dass viele neue, teure Krebsmedikamente teilweise nur sehr bescheidene Vorteile bieten und keine Beweise vorliegen, dass sie das Überleben oder die Lebensqualität verbessern.

So zeigt zum Beispiel eine Studie, die in JAMA Otolaryngology – Head and Neck Surgery veröffentlicht wurde, dass innerhalb von 12 Jahren – von 2002 bis 2014 – 72 neue Krebstherapien zugelassen wurden. Alle diese neuen Therapien führten dazu, dass die Lebenserwartung von Krebspatienten um 2,1 Monate anstieg (2). Das finde ich nicht besonders beeindruckend. Sie sicherlich auch nicht.

Tatsächlich hat die American Society of Clinical Oncology für neue Krebsmedikamente als Ziel ausgegeben, dass sie das Leben um 2,5 Monate verlängern müssen oder in dieser Zeit ein Tumorwachstum einschränken sollen (3). 2,5 Monate für Krebsmedikamente, die mit 100.000 Dollar zu Buche schlagen, klingt nach einem wirklich guten Deal für Pharmakonzerne.

Laut Dr. Prasad bieten 2/3 der Krebsmedikamente, die in den letzten zwei Jahren zugelassen wurden, überhaupt keine Überlebensvorteile.

Auch andere kritische Stimmen weisen auf diesen Missstand hin. Diana Zuckerman, Ph.D, Präsidentin des National Center for Health Research in Washington, D.C. veröffentlichte in JAMA Internal Medicine eine Studie, die belegt, dass 18 verschiedene zur Therapie zugelassene Krebsmedikamente, keine Lebensverlängerung erreichen konnten (4). Außerdem zeigte sich, dass nur ein Medikament die Lebensqualität der Patienten verbessern konnte, während zwei andere Medikamente sie sogar verschlechterten indem sie Nebenwirkungen verschlimmerten wie Durchfall, Müdigkeit, Schlafprobleme und Vergesslichkeit.

Übrigens zeigte die Studie auch, dass der Preis eines Medikaments nicht mit der Wirksamkeit zusammenhing. Viele der teuersten Medikationen waren auch die ineffektivsten.

In die Irre führende Werbung und gehypte Studienergebnisse erwecken unrealistische Hoffnungen

Manchen Therapien werden größere Effekte nachgesagt als sie tatsächlich liefern.

Nehmen wir das Beispiel Immuntherapie. Sie soll das Immunsystem des Patienten anregen, den Krebs zu bekämpfen, und wird als absoluter Durchbruch gefeiert. In Wirklichkeit profitieren aber nur 8 Prozent der Patienten von diesem Ansatz (5).

Zu bedenken ist auch, dass die Immuntherapie dazu führen kann, dass das Immunsystem verschiedene körpereigene Organe angreift und zerstört (6). Klingt für mich nicht wie eine „Wundertherapie“.

Ein weiterer neuer Ansatz ist die Präzisionsonkologie – oder auch personalisierte Onkologie. Sie beinhaltet einen genetischen Test und soll dafür sorgen, dass Krebsmedikamente speziell auf die genetischen Mutationen des jeweiligen Patienten zugeschnitten werden können. Klingt in der Theorie gut, funktioniert aber in der Praxis nicht.

In einem 2016 in Nature erschienenen Artikel erklärt Dr. Prasad, dass die personalisierte Onkologie zur Zeit bei etwa 1,5 Prozent der Krebspatienten einen Vorteil zeigt (7). Ein Problem dabei könnte sein, dass Krebs nicht auf einzelne Genmutationen zurückzuführen ist, die man schnell mal eben reparieren kann. Das ist die vereinfachte Erklärung, der alle hinterherjagen.

Tatsache aber ist, dass es eine ganz andere Erklärung für die Krebsentstehung gibt, die in einem veränderten Stoffwechsel der Krebszellen liegt (8). Dieses Phänomen wurde schon vor knapp 100 Jahren von Otto Warburg entdeckt und ist als Warburg Effekt bekannt. Es ist viel geschickter – und die sogenannte Alternativmedizin tut das auch – in diese Stoffwechselprozesse einzugreifen, um den Krebs zu zerstören, anstatt an Genen herumzuschrauben, die in ihrem Zusammenspiel von uns überhaupt nicht verstanden werden.

In diesem Zusammenhang kann ich Ihnen das Buch Paradigmenwandel von Travis Christofferson nur wärmstens empfehlen, in dem er beschreibt, warum die Suche nach mutierten Genen niemals zur Heilung von Krebserkrankungen führen wird.

Der Status Quo, wie er sich zur Zeit darstellt

Die Wahrheit ist – auch wenn wir in der Behandlung früher Krebsformen Fortschritte gemacht haben – werden die meisten Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen am Krebs oder den begleitenden Therapien sterben. Ja, Patienten versterben auch aufgrund der Therapie! Pharmafirmen und Krankenhäuser nutzen die Hoffnungslosigkeit der Krebspatienten aus, indem sie im Endeffekt unwirksame Therapien anbieten, um einen möglichst großen Gewinn einzustreichen.

Man muss aber auch sehen, dass es inzwischen schon einige Wissenschaftler und Ärzte gibt, die auf diese Missstände hinweisen. So erklärte Otis Brawley von der American Cancer Society (9):

„Ich höre immer öfter, dass wir besser sind als ich glaube. Wir fangen an, unsere eigene Sch…e zu glauben.“

Schnellzulassungsverfahren für Medikamente – wie sollte es weitergehen?

Die Pharmafirmen, aber auch einige Ärztevertreter drängen inzwischen darauf, neue Medikamente im Schnellzulassungsverfahren zuzulassen, damit schwerkranke Patienten schneller von ihnen profitieren können. In Amerika ist dies bereits Realität.

Ein Schnellzulassungsverfahren führt dazu, dass Medikamente angewandt werden dürfen, die noch nicht abschließend auf Wirkungen und Nebenwirkungen untersucht worden sind. Da in Europa das Vorsorgeprinzip gilt, stellen sich einige Behörden einem verkürzten Zulassungsverfahren in den Weg.

Das Vorsorgeprinzip ermöglicht eine schnelle Reaktion angesichts möglicher Gefahren für die Gesundheit von Menschen, Tieren oder Pflanzen oder aus Gründen des Umweltschutzes. Insbesondere in den Fällen, in denen die verfügbaren wissenschaftlichen Daten keine umfassende Risikobewertung zulassen, ermöglicht der Rückgriff auf dieses Prinzip beispielsweise die Verhängung eines Vermarktungsverbots oder sogar den Rückruf etwaig gesundheitsgefährdender Produkte.

Mir ist klar, dass es für den einzelnen Krebspatienten eine furchtbare Situation ist, aber in Anbetracht der geringen Wirkung der neuen Krebsmedikamente würde ich doch lieber bei dem Grundsatz „auf jeden Fall nicht schaden“ (Hippokrates) bleiben. Und ganz ehrlich, es gibt deutlich bessere Therapien für Krebs als die von der Pharmaindustrie angebotenen.

 

 

(1) Five Years of Cancer Drug Approvals. Innovation, Efficacy, and Costs http://jamanetwork.com/journals/jamaoncology/fullarticle/2212206

(2) Unintended Consequences of Expensive Cancer Therapeutics—The Pursuit of Marginal Indications and a Me-Too Mentality That Stifles Innovation and Creativity. http://jamanetwork.com/journals/jamaotolaryngology/article-abstract/1891387

(3) Raising the Bar for Clinical Trials by Defining Clinically Meaningful Outcomes.  http://ascopubs.org/doi/full/10.1200/JCO.2013.53.8009

(4) Quality of Life, Overall Survival, and Costs of Cancer Drugs Approved Based on Surrogate Endpoints. http://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/article-abstract/2589085

(5) https://www.statnews.com/2017/03/08/immunotherapy-cancer-breakthrough/

(6) http://blog.dana-farber.org/insight/2016/02/what-are-the-side-effects-of-immunotherapy/

(7) Perspective: The precision-oncology illusion. https://www.nature.com/nature/journal/v537/n7619_supp/full/537S63a.htm

(8) http://www.nature.com/oncsis/focus/cm/index.html

(9) http://edition.cnn.com/2017/04/26/health/hope-vs-hype-cancer-treatment-partner/index.html

Vitamin D – auf die richtige Dosierung kommt es an

Vitamin D, Sonne, BlumeWas Vitamin D (Cholecalciferol) angeht sind sich eigentlich alle einig, ob Schulmediziner, Naturheilkundler, Ernährungsberater oder Wissenschaftler. Das „Sonnenschein-Vitamin“ ist unverzichtbar für starke Knochen, gesunde Zähne, ein gut funktionierendes Immunsystem und ein gesundes Herz. Ja, sogar gegen Krebs ist es hilfreich.

Wenn man dann aber wissen möchte, wie viel Vitamin D denn wohl die richtige Menge ist, dann hat jeder seine eigene Meinung. Aber zum Glück gibt uns eine neue Studie Aufschluss darüber, welche Dosierung als Nahrungsergänzung eingenommen werden sollte, um optimale Konzentrationen im Körper zu haben.

Natürlich könnte Vitamin D3 auch in unserer Haut gebildet werden, wenn sie mit UVB Strahlen (Sonne!) in Kontakt käme. Vitamin D ist nämlich gar kein richtiges Vitamin, denn wir können es tatsächlich selber herstellen. Da aber schon seit vielen Jahren davon abgeraten wird, sich in der Sonne aufzuhalten – und wenn doch, dann nur unter Einsatz eines Sonnenschutzmittels mit einem hohen Lichtschutzfaktor (womit die Vitamin D Synthese in der Haut dann unterbunden wird) – sind wir auf die Zuführung dieses Stoffes mit der Nahrung angewiesen.

Derzeitige Empfehlungen zur Vitamin D Supplementierung unterscheiden sich gravierend

Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung reicht das mit der Nahrung aufgenommene Vitamin D3 nicht aus, um eine optimale Blutkonzentration von über 50nmol/l (= 20 ng/ml) zu erreichen. Sie empfiehlt deshalb ein Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Für Säuglinge bis zu einem Jahr werden 10 μg (400 IE) und für Kinder und Erwachsene 20 μg (800 IE) pro Tag empfohlen (1).

Nur mal so zum Vergleich: Wenn Sie sich 15 – 20 Minuten ohne Sonnenschutz in der Mittagssonne aufhalten, produziert Ihr Körper ca. 10.000 IE Vitamin D. Noch Fragen?

Wie lächerlich diese Empfehlung ist, zeigt der Vergleich mit anderen Organisationen.

Laut Institute of Medicine – einer amerikanischen Non-Profit Organisation – ist eine tolerierbare Höchstdosis im Bereich von 4000 IE pro Tag anzusiedeln. Tolerierbar bedeutet, dass bei dieser Dosierung nicht mit negativen Nebenwirkungen gerechnet werden muss.

Der Vitamin D Council – ebenfalls eine amerikanische Non-Profit Organisation empfiehlt für Erwachsene sogar eine Tagesdosis von 5000 IE.

Die US-amerikanische Fachgesellschaft für Endokrinologie empfiehlt in ihren neuen Leitlinien für Erwachsene eine tägliche Zufuhr von 1500 bis 2000 IE Cholecalciferol zur Vorbeugung eines Mangels. Die maximale Dosierung gemäß der amerikanischen Leitlinie liegt bei 10 000 IE pro Tag. Das wäre dann die zwölffache Menge der von der DGE empfohlenen Tageshöchstdosis.

Es ist also verständlich, dass diese verwirrenden Empfehlungen es nicht leicht machen, die richtige Dosierung zu treffen. Hier kann eine neue Studie Abhilfe schaffen, die im April in der Zeitschrift Dermatoendocrinology erschienen ist (2).

Nicht jeder Körper reagiert auf die gleiche Weise auf Vitamin D

Die ein Jahr dauernde Studie beinhaltete 3882 Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 60 Jahren. 27,5 Prozent waren adipös (fettleibig), 37 Prozent waren übergewichtig, 35,5 Prozent hatten einen normalen BMI (Body Mass Index) und weniger als 1 Prozent war untergewichtig – also ungefähr repräsentativ für die normale Bevölkerung.

Die Teilnehmer sollten Cholecalciferol (D3) einnehmen. Dies ist die Form des Vitamin D, das der Körper unter dem Einfluss von Sonnenstrahlen herstellt. Die durchschnittliche Dosis wurde über das Jahr langsam erhöht – von 2.106 IE auf 6.767 IE – wodurch die durchschnittliche Vitamin D3 Konzentration im Blut von 34,8 ng/ml auf 50,4 ng/l anstieg.

Entgegen der Meinung der DGE sollten gesunde Vitamin D Konzentrationen über 40 ng/ml liegen, während Konzentrationen zwischen 50 und 80 ng/ml als optimal angesehen werden (diese Konzentrationen erreichen Sie nie, wenn Sie nur mit 800 IE supplementieren).

Die Untersucher fanden heraus, dass die Konzentrationsänderungen von der Dosierung, dem BMI und der Konzentration des Vitamins am Anfang der Studie abhängig waren. So kamen Sie zum Beispiel zu dem Resultat, dass mit steigendem Körpergewicht, die Reaktion auf zugeführtes Cholecalciferol abnahm. Das heißt in anderen Worten, dass fettleibige Menschen eine deutlich höhere Dosierung benötigen, um ausreichende Blutkonzentrationen zu erreichen, als Menschen mit Normal- oder Untergewicht.

Ein weiteres Ergebnis war, dass Individuen mit einem Vitaminmangel einen deutlicheren Anstieg der Konzentration verzeichneten als Personen, die schon zu Beginn des Versuchs ausreichende Vitamin D Spiegel besaßen.

Welche Dosierungen waren nötig, um die Konzentration von Vitamin D3 im Blut auf über 40 ng/ml anzuheben?

  • Normalgewichtige (BMI < 25): 6000 IE pro Tag
  • Übergewichtige: 7000 IE pro Tag
  • Adipöse (BMI > 30): 8000 IE pro Tag

Übrigens wurden in dieser Studie trotz der hohen Dosierung keine Nebenwirkungen gesehen, die sich zum Beispiel in einem erhöhten Calciumspiegel im Blut (Hypercalcämie), Müdigkeit, Appettitlosigkeit, Bauchschmerzen, häufigem Wasserlassen oder starkem Durst bemerkbar machen würden.

Ein Vitamin D Mangel erhöht das Risiko für Alzheimer

Laut neuester Untersuchungen haben Personen mit einem Vitamin D Spiegel unter 10 ng/ml ein 122 Prozent höheres Risiko für eine Alzheimer Demenz (3). Andere Erkrankungen, die auch mit einem Vitaminmangel zusammenhängen, sind unter anderem:

  • Morbus Parkinson (Schüttellähmung)
  • Multiple Sclerose
  • Krebs
  • Depression
  • Atemwegsinfekte.

Außerdem zeigte eine Studie auf, dass Menschen mit Spiegeln unter 20 ng/ml ein erhöhtes Risiko für Muskelverletzungen aufweisen – inklusive Hernien (Brüchen) und Überlastungen (4).

Auf der anderen Seite kann ein optimaler Vitamin D Spiegel einen protektiven Effekt vor vielen Erkrankungen haben.

So ist zum Beispiel ein Spiegel von über 40 ng/ml verglichen mit einem Spiegel von über 20 ng/ml mit einem 67 Prozent geringeren Krebsrisiko vergesellschaftet. Der empfohlene Spiegel ist also mehr als ungenügend, wenn es um diese doch sehr ernst zu nehmende Erkrankung geht.

Andere Studien zeigen auf, dass das Risiko für Darm- und Prostatakrebs um 30 bis 50 Prozent reduziert wird, wenn der Vitamin D Status verbessert wird.

Vitamin D statt Grippeimpfung

Ich habe schon in einem anderen Post darüber geschrieben, dass Vitamin D die Grippeimpfung allemal schlägt. Dies ist auf seine über 200 antimikrobiellen Peptide zurückzuführen. Für das Immunsystem ist es einfach eine unverzichtbare Stütze.

Im Februar wurde eine Studie der Queen Mary Universität, London im British Medical Journal veröffentlicht, die wieder einmal belegt, dass die Einnahme von Vitamin D3 gegen akute Atemwegsinfekte schützt (5).

Lassen Sie Ihren Vitamin D Spiegel bestimmen

Es ist eine ganz normale Blutentnahme, die Ihnen sagt, ob Sie zu der Hälfte der Deutschen gehören, die an einem Vitaminmangel leiden. Es ist inzwischen tatsächlich jeder zweite betroffen.

Sollte ein Mangel vorliegen, wird es für Sie extrem wichtig, diesen auszugleichen. Und auch wenn Sie sich im Normbereich befinden, aber vielleicht nicht im optimalen Bereich, haben Sie mehrere Möglichkeiten.

So kommt Ihr Vitamin D Spiegel wieder auf die Beine

  • Sonnenlicht. Die absolute Nr. 1. Es braucht gar nicht viel, und natürlich sollten Sie einen Sonnenbrand unbedingt vermeiden. Ca. dreimal die Woche 15 – 20 Minuten in der Mittagszeit reichen schon aus. Im Winter werden Sie aber in den meisten Gegenden in Deutschland nicht um ein Nahrungsergänzungsmittel herumkommen.
  • Vitamin D3 Supplements. Ich nehme am liebsten Tropfen, weil sich in ihnen normalerweise keine unerwünschten Zusatzstoffe verstecken. Bitte immer daran denken, dass ab einer Dosierung von 2000 IE auch immer Vitamin K2 mit eingenommen werden muss, damit das vermehrt aufgenommene Calcium sich nicht in den Arterien ablagert, sondern in den Knochen, wo es hingehört.
  • Nahrungsmittel mit hohem Vitamin D Gehalt. Natürlich kann man Vitamin D auch einfach essen. Die besten Quellen sind Eier von freilaufenden Hühnern, Fisch aus Wildfang, Leber, Pilze und Avocados. Wenn Sie die Sonne vermeiden, werden Sie es aber nicht schaffen, Ihren Vitaminbedarf nur durch diese Lebensmittel zu decken.

Wie die Studie aufzeigt, ist die richtige Dosierung vom Körpergewicht abhängig, aber auch von Lebensstilfaktoren, Ihrer Krankengeschichte und sogar Ihrer genetischen Veranlagung. Sie sollten mit einem Arzt, der sich mit dem Thema auskennt, die für Sie richtige Vorgehensweise erarbeiten.

Fazit

Wie uns neue Studien zeigen ist Vitamin D3 nicht einfach nur irgendein Vitamin, sondern spielt im Körper eine immens wichtige Rolle. Aus diesem Grund sollten Sie auf eine Ausreichende Zufuhr dieses Vitamins achten. Wenn Sie sich wirklich fit fühlen wollen, kommen Sie um eine Einstellung in den optimalen Bereich nicht herum.

 

 

(1) http://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-d/

(2) Evaluation of vitamin D3 intakes up to 15,000 international units/day and serum 25-hydroxyvitamin D concentrations up to 300 nmol/L on calcium metabolism in a community setting. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28458767

(3) https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/59657/Studie-sieht-Vitamin-D-Mangel-als-Demenzrisiko

(4) More than half of college football athletes have inadequate levels of vitamin D. https://www.sciencedaily.com/releases/2017/03/170317102355.htm

(5) Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory tract infections: systematic review and meta-analysis of individual participant data.  http://www.bmj.com/content/356/bmj.i6583

Studie belegt Zusammenhang zwischen Cholesterinsenkern und Parkinson

Cholesterinsenker und ParkinsonDer Morbus Parkinson gehört zu den häufigsten Krankheiten des Nervensystems weltweit. In Deutschland geht man von einer Gesamtzahl von ca. 280.000 Parkinson-Patienten aus. Experten schätzen, dass in Deutschland künftig jährlich rund 13 000 neue Parkinson-Erkrankungen hinzukommen werden (1).
Neue Studien untersuchen nun den Effekt von Statinen für das Risiko diese neurodegenerativen Erkrankung zu entwickeln.

Statine- eine weitere Ursache für den Morbus Parkinson?

Statine werden Personen verschrieben, die ein zu hohes LDL-Colesterin aufweisen, da davon ausgegangen wird, dass dieses „schlechte“ Cholesterin die Gefahr für Herz-Kreislauferkrankungen erhöht. Ich habe schon an anderer Stelle darüber geschrieben, warum LDL-Cholesterin für sich allein genommen als Marker für das Infarktrisiko nicht taugt, und warum ich die Verschreibung von Statinen in den meisten Fällen für völlig sinnlos halte. Hier kommt jetzt noch ein weiterer Grund.
Seit einiger Zeit gibt es vermehrtes Interesse an der Fragestellung, ob Statine Gehirnzellen schützen und so die Ausbildung von neurodegenerativen Erkrankungen wie Morbus Parkinson und Alzheimer Demenz verhindern können. Die Studienergebnisse, die neuroprotektive Rolle der Statine betreffend, waren widersprüchlich und bezogen sich nur auf Tierversuche und Untersuchungen an Zellkulturen (2).
Jetzt erschien eine Studie in der Zeitschrift Movement Disorders, die allerdings in eine ganz andere Richtung geht (3). Sie kommt zu dem Schluss, dass Statine womöglich Mitverursacher von neurodegenerativen Erkrankungen sind.
Xuemei Huang, Ph.D. – Professor für Neurologie am Penn State College in Hershey und Autor der Studie – beschreibt einen anderen Grund, warum die Ergebnisse für die neuroprotektive Rolle der Statine bisher widersprüchlich sind:

„Ein erhöhter Cholesterinspiegel, die Hauptindikation für die Verordnung von Statinen, steht mit einem verminderten Auftreten des Morbus Parkinson in  Zusammenhang. Deshalb war es schwierig herauszufinden, ob der schützende Effekt auf die Gehirnzellen durch die Medikamente zustande kam oder durch den erhöhten Cholesterinspiegel.“

Die Studie, die Professor Huang nun durchgeführt hat, berücksichtigt jedoch dieses Problem.

Co-Autor Guodong Liu, Ph.D. erklärt hierzu:

„Die Diagnose einer Hyperlipidämie – eines Markers eines zu hohen Cholesterinspiegels, stand mit einer verminderten Prävalenz (Häufigkeit) der Parkinson Erkrankung in Zusammenhang. Dies war auch in älteren Untersuchungen bestätigt worden. Wir stellten nun sicher, dass dieser Faktor in unserer Analyse berücksichtigt wurde.“

Fettlösliche Statine können das Risiko einer Parkinson Erkrankung erhöhen

Das Team untersuchte die Daten medizinischer Schadensfälle von 50 Millionen Patienten. Aus diesen Fällen wählten sie 22.000 Patienten aus, die an Morbus Parkinson erkrankt waren und von denen 2.322 neu diagnostiziert wurden.

Diesen Patienten wurde eine Kontrollgruppe gegenübergestellt, die nicht an Parkinson erkrankt war. Dann wurden die Patienten identifiziert, die Statine einnahmen und die Länge der Einnahme vor dem Auftreten erster Parkinson Symptome ermittelt

Die Untersucher fanden heraus, dass die Einnahme von Statinen mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten einer Parkinson Erkrankung korrelierte. Dieser Effekt trat vor allem zu Beginn der Statintherapie auf – ganz besonders in den ersten 2,5 Jahren der Behandlung.

Außerdem fand sich ein stärkerer Zusammenhang für lipophile (fettliebende) Statine. Die meisten Statine sind lipophil. In diese Gruppe gehören Atorvastatin, Fluvastatin, Lovastatin, Cerivastatin, Pitavastatin und Simvastatin. Sie werden als lipophil bezeichnet, weil sie fettlöslich sind, während hydrophile (wasserliebende) Statine (Pravastatin, Rosuvastatin) sich in Wasser lösen.

Erstere können sich besser in verschiedenen Geweben verteilen, da sie leichter in die Zellen diffundieren können. Fettlösliche Statine können auch das Gehirn erreichen. Diese Fähigkeit besitzen wasserlösliche Statine nicht.

Professor Huang weist darauf hin, dass diese Ergebnisse im Widerspruch zur früheren Annahme stehen, dass lipophile Statine einen neuroprotektiven (Nerven schützenden) Effekt haben könnten.

„Die Statineinnahme stand in Zusammenhang mit einem erhöhten – nicht erniedrigtem – Risiko für eine Parkinson Erkrankung, und die Assoziation war bei lipophilen Statinen ausgeprägter. Diese Beobachtung steht im Widerspruch zur derzeitigen Hypothese, dass diese Statine die Nervenzellen schützen.“

Schließlich weist Professor Huang noch auf ältere Studien hin, die andeuteten, dass die Beendigung der Statintherapie zur Parkinson Erkrankung geführt haben könnte. Stattdessen geht sie aufgrund der Erkenntnisse der neuen Studie davon aus, dass es wahrscheinlich eher so ist, dass die Statineinnahme zu Symptomen führt, die mit der Parkinson Erkrankung in Zusammenhang stehen, und die Patienten aufgrund dessen die Statine nicht mehr einnehmen.

Selbstverständlich werden noch mehr Untersuchungen benötigt, um die Resultate dieser Studie zu verstehen. Professor Huang spricht sich aber dafür aus, bei der Verordnung von Statinen Vorsicht walten zu lassen – vor allem bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für ein Parkinson Erkrankung.

„Wir behaupten nicht, dass Statine einen Morbus Parkinson verursachen, sondern dass (…) Statine nicht unter der Annahme verschrieben werden sollten, dass sie diese Erkrankung verhindern können. Die Leute haben ein individuelles Risiko für Herzprobleme und die Parkinson Erkrankung.“

 

(1) http://www.focus.de/gesundheit/news/tausende-neue-faelle-pro-jahr-zahl-der-parkinson-erkrankungen-waechst_aid_956660.html

(2) Statins and neuroprotection: basic pharmacology needed. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24474514

(3) Statins may facilitate Parkinson’s disease: Insight gained from a large, national claims database. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/mds.27006/full

American Heart Association (AHA) warnt – Kokosöl ist ungesund

Kokosöl, Kokosnuss… Und sie haben es wieder getan. Man kommt sich fast vor wie in den 70ger Jahren als gesättigte Fettsäuren plötzlich verteufelt wurden, weil sie angeblich Herz-Kreislauferkrankungen verursachen. Kokosöl wurde damals absolut verteufelt- zusammen mit Butter und anderen tierischen Fetten. Jetzt hat die AHA ein Statement herausgebracht, dass sich in diese Behauptung nahtlos einpasst, obwohl die Wissenschaft ein ganz anderes Bild malt.

In USA Today fand sich am 16. Juni die Überschrift: Kokosöl ist nicht gesund. Es war niemals gesund (1).

Hier läuft doch irgendetwas total verkehrt. Wenn wir uns Völker ansehen, die viel Kokosöl konsumieren, so stellen wir immer wieder fest, dass sie keine Zeichen für Herzerkrankungen aufweisen. Nehmen wir zum Beispiel die Tokelau aus dem Südpazifik, die 50 Prozent ihrer täglichen Kalorien durch den Verzehr von Kokosnüssen erhalten (2).  Diese Population wurde erst fett und herzkrank als sie Weizen, Zucker und Pflanzenöle in ihre Ernährung einführten.

Auch die Kitaver, die gerne als Beispiel für Gesundheit und langes Leben herangezogen werden, essen viel Kokosöl und viele stärkehaltige Gemüse und leben sehr gut damit (3).

Tja, eigentlich ist damit schon alles gesagt, oder? Keine Herzerkrankungen bei Personen, die 50 % ihrer Kalorien durch Kokosöl abdecken? Dafür ein riesiges Ausmaß an Herzerkrankungen bei Menschen, die nicht 50 % ihrer Kalorien durch Kokosöl erhalten…Da hat die AHA doch irgendetwas falsch verstanden.

Na, gucken wir uns mal an, was da gerade wieder abläuft.

Der Kampf gegen gesättigte Fette

Letzten Endes läuft es darauf hinaus, dass die AHA wieder einmal eine Salve gegen den Konsum von gesättigten Fetten feuert. Seit Ancel Keys haben sich ja alle auf gesättigte Fette und Cholesterin eingeschossen. In ihrer Untersuchung stürzen sie sich nur auf den Fakt, dass Kokosöl das LDL Cholesterin („schlechtes“ Cholesterin) erhöht und ignorieren alles, was es sonst noch tut. Im Gegenteil, sie behaupten sogar, dass Kokosöl keine „ausgleichenden günstigen Eigenschaften“ habe.

Wie bitte?

Okay, LDL hat irgendwie etwas mit Herzerkrankungen zu tun, aber das machen wir bitte nicht an einem Wert fest.

Beim LDL kommt es durchaus auf die Größe an. Wirklich gefährlich ist oxidiertes LDL, während große, fluffige LDL Partikel eher eine schützende Wirkung haben. Geht die AHA auf diesen Unterschied ein. Natürlich nicht!

Es wäre so schön, wenn sie mal von ihrem Kurs abweichen würden. Natürlich ist es peinlich, nach all diesen Jahren zugeben zu müssen, dass man mit seinen Empfehlungen völlig falsch lag (und damit womöglich den Tod von Millionen Menschen verursacht hat), aber ich denke irgendwann wird einfach der Tag kommen, wo sie aus dieser Sache nicht mehr anders rauskommen. Aber bis dahin hängt ihre Existenz davon ab, dass sie die „ausgleichenden günstigen Eigenschaften“ nicht sehen.

Man würde denken, dass die Tatsache, dass Stoffwechselprodukte der PUFAs (mehrfach ungesättigte Fettsäuren aus Pflanzenölen) tatsächlich als Biomarker für die nichtalkoholische Fettleberentzündung (also eine Entzündung, die bei der nichtalkoholischen Fettleber auftritt) genutzt werden, bei ihnen den ein oder anderen Gedanken auslösen sollte. Aber vielleicht haben sie diese Studien ja auch gar nicht gesehen…

Positive Effekte von Kokosöl

Sehen wir uns diese fehlenden „ausgleichenden günstigen Eigenschaften“ doch einmal genauer an.

  • Anhebung von HDL (gutes Cholesterin). Dieser Effekt tritt bei allen Menschen auf, die Kokosöl konsumieren (4). Höhere Konzentrationen an HDL werden allgemein als protektiv gegen Herzerkrankungen angesehen. Es gibt zwei Quotienten, die das Risiko für einen Herzinfarkt anzeigen, Gesamtcholesterin/HDL und LDL/HDL. Je kleiner der Wert für den Gesamtcholesterin/HDL Quotienten, desto geringer das Infarktrisiko. Dieser Quotient schlägt den LDL/HDL Quotienten in seinem Voraussagewert (5).
  • Verbesserter cardiometabolischer Status bei Patienten mit Herzerkrankungen. Huch, genau diese Leute sollten laut AHA um Himmels Willen ja kein Kokosöl essen. Aber bei ihnen führte der Konsum des Öls zu einer Abnahme des Taillenumfangs und einer Zunahme des HDL.
  • Weitere Studien zeigen ebenfalls auf, dass Kokosöl zu einer Abnahme des Taillenumfangs und Körpergewichts führte – sowohl bei Männern (6) als auch bei Frauen (7).

Was man sonst noch so mit Kokosöl machen kann

Immerhin wird in diesem USA Today Artikel ein Arzt zitiert, der sagt

„Sie können es auf Ihren Körper tun, aber tun Sie es nicht in Ihren Körper hinein.“

Sie haben also den Segen der AHA Kokosöl als Lotion, Deodorant, Seife oder Shampoo zu benutzen. Ich darf Ihnen versichern, davon mache ich ausgiebig Gebrauch.

Und auch bei diesen Anwendungen zeigen sich die positiven Eigenschaften von Kokosöl.

  • Als Haarpflegemittel kann das Kokosöl durch seine mittelkettigen Triglyceride leichter zu den Haarproteinen durchdringen. Diese schützen sie vor Schäden durch Sonneneinstrahlung und führen zu geringerem Haarausfall als bei Verwendung von Pflegemitteln auf Basis von Mineralöl oder Sonnenblumenöl (8).
  • Hautpflege. Bei schuppiger Haut sowie bei Patienten mit entzündlichen Veränderungen der Haut wirkt Kokosöl deutlich besser als Mineralöl Produkte (9).
  • Auch zum Ölziehen können Sie Kokosöl verwenden. Dadurch werden Karies-verursachende Bakterien reduziert ebenso wie Bakterien, die in den atherosklerotischen Plaques von Patienten mit Herzinfarkt gefunden werden (10). Aber bitte nicht runterschlucken.
  • Die im Kokosöl enthaltene Laurinsäure wirkt antimikrobiell (11). Diesen Effekt kann ich nur bestätigen. Ich habe meinen Fuß, der nach einer Operation infiziert war, ganz ohne Antibiotikum – einfach nur mit Kokosöl geheilt.

Nachteile

Um fair zu sein, muss man auch anmerken, dass Kokosöl einige Nachteile hat.

Wenn Sie den Geschmack von Kokosnuss nicht mögen, sollten Sie auf keinen Fall Ihre Spiegeleier in diesem Fett braten (Fleisch und Fisch nehmen den Geschmack nicht an).

Man muss sich auch klar darüber sein, dass Kokosöl nicht dasselbe ist wie eine ganze Kokosnuss. Die Bevölkerungen, die infolge des Konsums von Kokosfett so gesund sind, essen natürlich nicht esslöffelweise raffiniertes oder sogar Virgin Kokosöl, sondern essen im Allgemeinen die gesamte Kokosnuss – Fleisch, Saft, Ballaststoffe und alles. Deshalb ist Kokosbutter (oder Kokosmus) vielleicht sogar eine bessere Alternative, denn sie beinhaltet tatsächlich nicht nur das Fett sondern auch das Fleisch und die Ballaststoffe.

Und ja, es erhöht das LDL. Aber ob das tatsächlich schlecht ist, können Sie nur herausfinden, wenn Sie die Partikelgröße bestimmen lassen. Ich persönlich mache mir darüber keine Sorgen, denn es erhöht auch das HDL, und wenn ich mir meine Fettwerte ansehe, dann kann ich trotz (oder gerade wegen) des Konsums gesättigter Fettsäuren sehr zufrieden sein.

Aber Vorsicht, fangen Sie jetzt nicht an Kokosöl oder -butter gleich löffelweise zu essen. Wenn Sie Ihre Ernährung drastisch umstellen, ist es immer eine gute Idee, sich mittels einiger Labortests anzusehen wie Ihr Körper darauf reagiert.

Ist die AHA wirklich objektiv?

Was die AHA angeht möchte ich nur noch anmerken, dass wir eine gewisse Voreingenommenheit vielleicht nicht ganz von der Hand weisen können. Immerhin haben sie im März von der Sojabohnen-Industrie eine Spende von USD 500.000,- bekommen (und schon drei Monate später bekommt Kokosöl einen Schuss vor den Bug geknallt) (12).  Und ich wette, Sie sind jetzt auch nicht wirklich überrascht darüber, dass die AHA Sojaöl (das in den USA aus genetisch modifizierten Sojabohnen hergestellt wird) als sehr gesundes Fett einstuft (13).

Ich denke, dazu gibt es dann nichts mehr zu sagen.

 

(1) https://www.usatoday.com/story/news/nation-now/2017/06/16/coconut-oil-isnt-healthy-its-never-been-healthy/402719001/

(2) http://wholehealthsource.blogspot.de/2009/01/tokelau-island-migrant-study-final-word.html

(3) Apparent absence of stroke and ischaemic heart disease in a traditional Melanesian island: a clinical study in Kitava. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8450295

(4) A COCONUT EXTRA VIRGIN OIL-RICH DIET INCREASES HDL CHOLESTEROL AND DECREASES WAIST CIRCUMFERENCE AND BODY MASS IN CORONARY ARTERY DISEASE PATIENTS.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26545671

(5) Total Cholesterol/HDL Cholesterol Ratio vs LDL Cholesterol/HDL Cholesterol Ratio as Indices of Ischemic Heart Disease Risk in Men. http://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/fullarticle/752318

(6) An open-label pilot study to assess the efficacy and safety of virgin coconut oil in reducing visceral adiposity. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22164340

(7) Effects of dietary coconut oil on the biochemical and anthropometric profiles of women presenting abdominal obesity. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19437058

(8) Effect of mineral oil, sunflower oil, and coconut oil on prevention of hair damage.   https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12715094

(9) The effect of topical virgin coconut oil on SCORAD index, transepidermal water loss, and skin capacitance in mild to moderate pediatric atopic dermatitis https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24320105

(10) Oral inflammation and infection, and chronic medical diseases: implications for the elderly. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27501498

(11) Novel antibacterial activity of monolaurin compared with conventional antibiotics against organisms from skin infections: an in vitro study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17966176

(12) https://www.cropscience.bayer.us/news/press-releases/2017/03022017-bayer-and-libertylink-soybeans-help-protect-hearts-in-americas-heartland

(13) https://www.usatoday.com/story/news/nation-now/2017/06/20/coconut-oil-out-these-oils-you-should-using-experts-say/412393001/