Das Autoimmun Paleo Protokoll, AIP – ein Schritt auf dem Weg zur Heilung

AIPLeiden Sie an einer Autoimmunerkrankung? Dann sollten Sie auf jeden Fall versuchen, diese mit der richtigen Ernährung in den Griff zu bekommen. Das Ziel des AIP Protokolls ist es, den Körper praktisch zu resetten und die Entzündung abzustellen, die durch Nahrungsmittel aufrechterhalten wird, die Sie nicht vertragen. Außerdem sollen Sie dadurch lernen, wieder intuitiv zu essen, was bedeutet, dass Sie nach einer gewissen Zeit ganz von selbst Nahrungsmittel aussuchen werden, durch die Sie sich besser fühlen, und diejenigen vermeiden, die unerwünschte Symptome hervorrufen. Glauben Sie nicht? Sie werden sich wundern!

Das Autoimmun Paleo Protokoll ist nur als Ausgangspunkt zu verstehen. Das bedeutet, dass Sie sich nicht Ihr Leben lang so ernähren müssen, sondern nach einer Reset-Phase diesen Plan Ihren Wünschen (und Verträglichkeiten) entsprechend anpassen können. Ich empfehle, AIP für mindestens 30 Tage anzuwenden und dann methodisch Nahrungsmittel einzeln wieder einzuführen, sodass Sie die Reaktion Ihres Körpers auf verschiedene Lebensmittel beobachten können. Also ähnlich wie bei einer Eliminationsdiät.

Was ist die AIP Diät?

Wie Sie wahrscheinlich schon vermutet haben, ist die Autoimmun Paleo Diät eine Ernährung, die sich von der Paleo Diät herleitet.

Die traditionelle Paleo Diät ist darauf ausgelegt, auf Nahrungsmittel zu verzichten, auf die viele Menschen mit Unverträglichkeiten (nicht Allergien) reagieren, und damit systemische Entzündungen im Körper zu vermindern.

Bei der Paleo Diät wird auf alle Getreide und Hülsenfrüchte, alle verarbeiteten Lebensmittel und raffinierten Zucker verzichtet. Also im wesentlichen Lebensmittel, an die wir genetisch nicht besonders gut adaptiert sind. Stattdessen werden nährstoffreiche Nahrungsmittel wie Gemüse, zuckerarme Obstsorten, Fleisch von Weidetieren, Fisch aus Wildfang, Nüsse, Samen, Eier von artgerecht gehaltenen Hühnern und eventuell auch noch Milchprodukte gegessen (das ist dann mehr Primal).

Für den Normalbürger ist die Paleo Diät ein super Anfang. Für Menschen mit Autoimmunerkrankungen reicht sie aber manchmal nicht aus. Und da kommt jetzt die Autoimmun Paleo Diät ins Spiel.

Diese geht noch ein bisschen über die Paleo Diät hinaus, insofern als sie zum Beispiel auch Nüsse und Samen ausschließt. Das ist der Moment, wo mich die meisten Leute fragen, was bleibt denn dann noch? Ich kann nur sagen: Eine Menge!

Natürlich ist es jedem selbst überlassen, sofort mit der AIP Diät anzufangen oder sich erst langsam heranzutasten. Wenn Sie sich von der Idee einer – zugegebenermaßen – sehr restriktiven Diät total abgeschreckt fühlen, dann starten Sie mit einer weniger restriktiven Ernährungsumstellung.

Es gibt wie gesagt mehrere Ernährungsformen, die sich auf eine Autoimmunerkrankung positiv auswirken können. In aufsteigender Reihenfolge (was den Grad der Einschränkung angeht) wären dies:

  1. Die glutenfreie Ernährung
  2. Die glutenfreie, Milchprodukte freie, sojafreie Ernährung
  3. Die Paleo Ernährung
  4. Die Paleo Autoimmun Diät.

Ihnen muss dabei nur klar sein, dass eine glutenfreie Ernährung vielleicht nicht den Durchbruch bringt, wenn Sie zusätzlich zur Glutenunverträglichkeit auch noch eine Unverträglichkeit gegen Casein (Milchprotein) haben. In diesem Fall merken Sie vielleicht keine großartige Änderung Ihrer Symptome, weil die systemische Entzündung durch den Konsum von Casein weiterhin aufrechterhalten wird. Häufig meinen die Leute dann, dass Gluten wohl nicht das Problem war, weil sich ja nicht groß etwas geändert hat – und liegen damit völlig falsch.

Das Ziel sollte also sein, das AIP Protokoll wenigstens für 30 Tage durchzuhalten. Mal ehrlich – 30 Tage – das schaffen Sie!

Wenn Sie ein Alles oder Nichts Typ sind (so wie ich), dann werden Sie gleich mit der AIP Diät loslegen (und sicherlich schnell Erfolge sehen). Ist das nicht Ihr Ding, dann tasten Sie sich langsam heran. Aber geben Sie nicht zu schnell auf. Wie gesagt, vielleicht fehlt für den Durchbruch nur ein weiterer Schritt.

Was müssen Sie tun?

Okay, Sie haben Ihren inneren Schweinehund überwunden und sind bereit loszulegen. Hier kommen jetzt die Leitlinien, denen die AIP Diät folgt.

Nahrungsmittel, die bei der AIP Diät ausgeschlossen werden:

  • Gluten
  • Getreide – inklusive Buchweizen und Reis (ich weiß, das Buchweizen kein Getreide ist)
  • Milch und Milchprodukte
  • Eier
  • Soja
  • Alkohol
  • Koffein
  • Bohnen und Hülsenfrüchte
  • Nachtschattengewächse (Tomaten, Kartoffeln, Aubergine, Paprika, Goji Beeren, Ashwaganda) Achtung: Gewürze!
  • Zucker, inklusive Honig, Ahornsirup, Agavendicksaft und Süßstoffe
  • Industriell verarbeitete Lebensmittel
  • Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index
  • Sämtliche Nüsse und Samen (außer Kokosnuss)
  • Algen (inklusive Chlorella und Spirulina)
  • Emulgatoren, Verdickungsmittel und andere Nahrungsmittelzusätze
  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR wie Ibuprofen, Aspirin, Paracetamol und Diclofenac)

Was Sie bei der AIP Diät essen dürfen

  • Bio-Gemüse (außer Nachtschattengewächse und Hülsenfrüchte)
  • Fermentierte Lebensmittel (Sauerkraut, Kokos Kefir, Kombucha, fermentierte Gemüse)
  • Fleisch von Weidetieren
  • Innereien von Weidetieren (wichtig für die Vitaminversorgung!)
  • Fisch aus Wildfang
  • Gesunde Fette (Kokosöl, Olivenöl, Avocado, Ghee, tierische Fette von Weidetieren)
  • niedrig glykämische Bio-Früchte (Beeren)
  • Kokosnuss (auch Kokosmilch)
  • Kräuter und Gewürze
  • Süßkartoffel

Vorgehen

  • Begrenzen Sie den Konsum von Früchten auf 1 – 2 Portionen pro Tag (1 Portion entspricht ca. 80 g) und nehmen Sie Früchte, die wenig Zucker enthalten. Beeren sind hier eine gute Wahl (sie bieten vor allem auch viele Nährstoffe).
  • Essen Sie 6 – 8 Portionen Gemüse. Geht mehr rein, umso besser.
  • Nehmen Sie sich die mediterrane Diät zum Vorbild: 80 % Gemüse, 20 % Fleisch oder Fisch.
  • Bereiten Sie sich Saucen, Dips und Brühen zu. Knochenbrühe ist ein absolutes Muss.
  • Bauen Sie viel gutes Fett in Ihre Ernährung ein. Zum Erhitzen Kokosöl, Ghee, Schmalz und Talg von Weidetieren – zum kalt Essen bzw. als Zugabe zu warmen Gerichten nachdem sie fertig gekocht sind Oliven- oder Avocadoöl.
  • Essen Sie nicht in Eile, und kauen Sie Ihre Nahrung anständig (mindestens 20 – 30 mal pro Bissen).
  • Lernen Sie wie man Gemüse fermentiert. Sogenannte „fermentierte“ Gemüse im Supermarkt enthalten häufig Essig – das ist dann keine Fermentation.
  • Trinken Sie viel Wasser.
  • Lesen Sie sich die Etiketten Ihrer Nahrungsergänzungsmittel aufmerksam durch. Viele enthalten unerwünschte Stoffe wie Magnesiumstearat, Titanium Dioxid, Reismehl etc. Manchmal ist es besser statt Kapseln ein Pulver zu kaufen, weil dieses in aller Regel nur den Wirkstoff enthält.

Mit welcher Wirkung können Sie rechnen?

Stellen Sie sich darauf ein, dass Sie am Anfang Entzugserscheinungen haben können bevor Sie anfangen, sich besser zu fühlen. Ja, Nahrungsmittel wie Gluten, Milchprodukte und Zucker haben eindeutig ein Suchtpotential, weil sie das Belohnungszentrum in unserem Gehirn aktivieren.

Entzugssymptome können sich als Hirnumnebelung, Reizbarkeit, Heißhunger, Müdigkeit und Kopfschmerzen bemerkbar machen. Diese Symptome können wenige Tage aber auch bis zu einer Woche anhalten. Die gute Nachricht ist, wenn Sie diese Phase erst einmal überwunden haben, geht es aufwärts.

Sie können damit rechnen nach 30 – 90 Tagen Resultate zu sehen. Wenn Sie nach 30 Tagen noch keine Besserung bemerken, sollten Sie auf Fleisch verzichten und Fisch als Ihre hauptsächliche Proteinquelle verwenden.

Nach spätestens 90 Tagen sollten sie anfangen, Nahrungsmittel methodisch wieder einzuführen. Ich rate dazu, Gluten auf Dauer vom Speiseplan zu streichen. Ein Leaky gut ist eine Vorbedingung für die Ausbildung einer Autoimmunerkrankung, und der wird nun mal durch Gluten hervorgerufen. Auch auf Soja in nicht fermentierter Form (Tofu!) würde ich absolut verzichten.

Mit der Wiedereinführung werden Sie feststellen, welche Nahrungsmittel Sie vertragen und welche nicht. So erhalten Sie eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Ernährung.

Viele Patienten mit Autoimmunerkrankungen können durch die AIP Diät durch ihre Krankheit verursachte Symptome deutlich bessern, teilweise sogar ganz abstellen. Zu diesen Symptomen zählen Gelenk- und Muskelschmerzen, Erschöpfung, Blähungen, Durchfall, Hirnumnebelung, Tinnitus, Hautausschläge sowie eine Abnahme von Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Und selbst bei Patienten, die sich nicht komplett erholen, zeigen sich deutliche Verbesserungen.

Also, Sie haben nichts zu verlieren (außer Symptome) und viel zu gewinnen, wenn Sie die AIP Diät durchführen.

 

Hier noch zwei Bücher, die Sie mit Rezeptideen versorgen:

 

Medikamente gegen Sodbrennen (PPIs) können Nierenschäden hervorrufen

PPIsDie Verordnungszahlen für Protonenpumpeninhibitoren (PPIs) haben sich in den vergangenen Jahren vervielfacht. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns fordert in einer aktuellen Mitgliederinformation Ärzte dazu auf, vor jeder Neu- oder Folgeverordnung die Indikation gewissenhaft zu prüfen. Denn die unkritische Anwendung der Wirkstoffe birgt eine Reihe von Risiken.

Ich staune immer wieder darüber, wie weit verbreitet diese Medikamente doch sind. Eingeführt zur kurzzeitigen Anwendung bei Magengeschwüren, werden sie heute von vielen Menschen gegen Sodbrennen und Völlegefühl und manchmal – hat man den Eindruck – auch einfach so genommen. Es vergeht jedenfalls kein Tag, an dem ich nicht mindestens einen Patienten habe, der diese Tabletten schon seit Jahren schluckt.

Die bekanntesten Nebenwirkungen einer langfristigen PPI-Einnahme sind ein erhöhtes Osteoporose- und Frakturrisiko, das Auftreten von Darminfektionen sowie ein Vitamin B12-Mangel. Zu unerwünschten Wirkungen im Bereich der Nieren geben die Fachinformationen Hinweise auf seltene Fälle von Nierenentzündungen (interstitielle Nephritis).

Seit Sommer 2009 sind PPIs auch als freiverkäufliche apothekenpflichtige
Medikamente in Deutschland verfügbar. Derzeit sind Omeprazol
und Pantoprazol in einer Dosierung von 20 mg erhältlich. Aber lassen Sie sich nicht täuschen – nur weil diese Medikamente freiverkäuflich sind, bedeutet das eben noch lange nicht, dass sie als harmlos einzustufen sind. Ganz im Gegenteil.

Probleme durch PPIs können „schleichend“ entstehen

Neuere Studien zeigen jetzt auf, dass die Langzeitanwendung dieser Medikamente zu einer Nierenschädigung führen kann, die scheinbar „ganz plötzlich“ und ohne Warnzeichen auftritt.

In Kidney International erschien eine Studie, die über einen Zeitraum von 5 Jahren lief und 125000 Patienten untersuchte (1). Die Untersucher kamen zu dem Ergebnis, dass über die Hälfte der Fälle von chronischen Nierenschäden und dialysepflichtiger Niereninsuffizienz bei Personen auftraten, die vorher keine Symptome von Nierenproblemen hatten. Laut Studienautor Dr. Ziyad Al-Aly zeigte die Studie, dass bei Patienten die PPIs einnehmen, sich Nierenprobleme schleichend über einen längeren Zeitraum einstellen, die Nierenfunktion wird gemindert bis es schließlich zur langfristigen Nierenschädigung oder sogar zum Nierenversagen kommt.

Kommt es zum Nierenversagen, so gibt es nur noch zwei Optionen: die Dialyse oder eine Nierentransplantation.

Und so warnt auch Dr. Al-Aly, dass Ärzte dringend auf die Nierenfunktion achten müssen, wenn Patienten PPIs langfristig verschrieben bekommen. Und das auch in Fällen, in denen es keine Anzeichen für eine Nierenschädigung gibt.

In der Studie wurden auch 18436 Patienten untersucht, die zur Unterdrückung der Magensäureproduktion H2 Blocker einnahmen. In diese Gruppe gehören zum Beispiel Medikamente wie Cimetidin und Ranitidin. Die Autoren kamen zu dem Ergebnis, dass H2 Blocker die Magensäuresekretion zwar nicht so stark unterdrücken wie PPIs, sie aber auch das Risiko für Nierenschäden nicht erhöhen.

Weitere Studien weisen ebenfalls auf Risiken für die Nierenfunktion hin

Schon ein Jahr früher wurde im Journal of the American Society of Nephrology eine Studie veröffentlicht, die darauf hinwies, dass die Langzeitanwendung von PPIs zu Nierenschäden führt (2). Patienten, die PPIs einnahmen, hatten ein 28 Prozent höheres Risiko für chronische Nierenschäden und ein 96 Prozent höheres Risiko für die Entwicklung eines Nierenversagens! Dabei zeigte sich, dass das Risiko mit dem Anwendungszeitraum und der täglichen Dosis linear anstieg.

Nicht gerade das, was man von Medikamenten erwarten würde, die ausgegeben werden wie Lutschbonbons.

Eine weitere Studie aus JAMA Internal Medicine kam zu dem Ergebnis, dass Personen, die zweimal täglich einen PPI einnehmen ein dreifach höheres Risiko für Nierenschäden aufwiesen als Personen, die einmal täglich eine Tablette einnahmen. Die Forscher nahmen dieses Ergebnis zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass PPIs nur eingenommen werden sollten, wenn es medizinisch notwendig ist – und in diesem Falle auch nur für eine begrenzte Zeit (3).

Der Hauptautor der Studie stellt fest, dass bis zu 70 Prozent der PPI Verschreibungen nicht indikationsgerecht erfolgen, und er vermutet, dass mindestens 25 Prozent der Patienten, die diese Medikamente langfristig einnehmen, nach Absetzen der Tabletten keine Symptome wie Sodbrennen oder Reflux haben würden.

Aber natürlich wäre eine anständige Verschreibungspraxis nur die eine Seite der Medaille. Solange dieses Zeug beworben und als völlig harmlos hingestellt wird, wird man Menschen kaum davon abhalten können, bei Sodbrennen die nächste Apotheke aufzusuchen, um sich die Tabletten ganz einfach zu kaufen.

Die Schäden durch PPIs beschränken sich aber nicht auf die Nieren.

Weitere unliebsame Nebenwirkungen von PPIs

Wie oben schon erwähnt, stören PPIs die Aufnahme des Vitamins B12. In Studien wurde festgestellt, dass 75 Prozent der Anwender von PPIs einen Vitamin B12 Mangel haben im Gegensatz zu 11 Prozent in der Gesamtbevölkerung (die keine PPIs einnehmen). Folgende Symptome weisen auf einen B12 Mangel hin:

  • Taubheitsgefühle auf der Haut
  • Appetitlosigkeit
  • Brennen auf der Zunge
  • Eingerissene Mundwinkel
  • eine spürbare Leistungsschwäche und Gedächtnisschwäche
  • Depressionen
  • Koordinationsstörungen sowie Gangunsicherheit
  • Konzentrationsstörungen
  • Müdigkeit bis hin zu Apathie

PPIs können auch zu erschreckend niedrigen Magnesiumspiegeln führen. Häufigstes Symptom sind die berühmt-berüchtigten Wadenkrämpfe, die bei Magnesiummangel oft als Warnsymptom auftreten. Folgende Symptome können individuell in Zusammenhang mit einem Magnesiumdefizit auftreten:

  • Wadenkrämpfe, Krämpfe in den Füßen den Augenlidern (Lidzucken) – theoretisch kann jede einzelne Muskelgruppe im Körper betroffen sein.
  • Psychische Symptome wie erhöhte Reizbarkeit, Fahrigkeit, innere Unruhe, Verwirrtheit, Konzentrationsschwäche, Benommenheit, Schwindel
  • Angstgefühle
  • Müdigkeit, Mattigkeit, Energielosigkeit, Schwäche
  • erhöhtes Schlafbedürfnis oder Schlaflosigkeit
  • Erschöpfung
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Verspannungen der Nacken- und Schultermuskulatur
  • Kreuz- und Rückenschmerzen
  • Geräuschempfindlichkeit (Hyperakusis) und Ohrensausen (Tinnitus)
  • kalte Füße und Hände
  • Taubheitsgefühl in Beinen und Armen Empfindungsstörungen wie Kribbeln
  • Herzklopfen, Herzrasen, Herzstolpern (Herzrhythmusstörungen)
  • Herzenge, Druck auf der Brust bis hin zu Angina pectoris (Brustschmerz als Verkrampfung der Herzkranzgefäße mit Luftnot)
  • Magenkrämpfe, Übelkeit, Appetitlosigkeit
  • Verstopfung, auch im Wechsel mit Durchfall
  • Störungen der Menstruation mit PMS (Prämenstruelles Syndrom), verstärkte Menstruationsblutung, schmerzhafte Periodenkrämpfe
  • Bronchialkrämpfe mit Verstärkung von Asthma-Anfällen
  • Verstärkung allergischer Symptome

Ebenfalls schon erwähnt – das Osteoporoserisiko durch verminderte Aufnahme von Calcium. Damit einhergehend steigt das Risiko für Knochenbrüche – vor allem bei älteren Menschen.

Und schließlich das Beste zum Schluss: Die Langzeitanwendung von PPIs wird auch mit dem Auftreten einer Demenz in Verbindung gebracht (4). Möchten Sie wirklich ausprobieren, ob Sie in diese Gruppe gehören?

 

Natürliche Hilfen gegen Sodbrennen

Und jetzt kommt die Krönung: Ihr Sodbrennen ist womöglich gar nicht auf ein Zuviel an Magensäure zurückzuführen, sondern wird durch zu wenig Magensäure hervorgerufen. Wenn Sie dazu dann noch PPIs einnehmen, verstärken Sie das Problem anstatt es zu verbessern.

Dabei können Sie durch ein paar Änderungen in Ihrer Ernährung die lästigen Symptome ganz einfach loswerden. Verzichten Sie auf frittierte Nahrungsmittel, sehr fettige und stark verarbeitete Lebensmittel. Essen Sie kleinere Portionen und konzentrieren Sie sich darauf, wirklich gut zu kauen. Reduzieren Sie Ihren Tabak- und Alkoholkonsum (oder verzichten Sie am Besten ganz darauf).

Sie können Ihre Magensäuresekretion optimieren, indem Sie viel Gemüse sowie qualitativ hochwertige unverarbeitete Nahrungsmittel essen (da sind sie wieder die Rinder aus Weidehaltung und der Wildfisch). Fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Miso Suppe und Kimchi können dabei helfen das Bakterium H. pylori loszuwerden, das gerne mal ein Auslöser für Sodbrennen ist.

Weitere Hausmittel gegen Sodbrennen sind naturtrüber Apfelessig, Backnatron, Ingwer- oder Kamillentee sowie Ulmenrindenpulver.

Wenn Sie derzeit PPIs einnehmen, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob die Indikation für den Gebrauch dieser Medikamente tatsächlich gegeben ist.

 

http://articles.mercola.com/home-remedies-heartburn-acid-reflux-ulcer.aspx

(1) Long-term kidney outcomes among users of proton pump inhibitors without intervening acute kidney injury  http://www.kidney-international.org/article/S0085-2538(17)30005-4/fulltext

(2) Proton Pump Inhibitors and Risk of Incident CKD and Progression to ESRD  http://jasn.asnjournals.org/content/27/10/3153

(3) Proton Pump Inhibitor Use and Risk of Chronic Kidney Disease  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4772730/

(4) Association of Proton Pump Inhibitors With Risk of Dementia: A Pharmacoepidemiological Claims Data Analysis.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26882076

Eine Grippeimpfung während der Schwangerschaft erhöht das Risiko für eine Fehlgeburt auf das Achtfache

Grippeimpfung

Die meisten Schwangeren wissen, dass sie während der Schwangerschaft auf Alkohol, Zigaretten und andere offensichtlich giftige Substanzen verzichten sollten, um das in ihnen wachsende Kind nicht zu gefährden. Aber wie sieht es eigentlich mit der Grippeimpfung aus?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt allen gesunden Schwangeren die Grippeimpfung ab dem vierten Schwangerschaftsmonat (1).

„Schwangere mit chronischen Grunderkrankungen wie Asthma, Diabetes oder Bluthochdruck sollten sich bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel gegen Grippe impfen lassen.
Die Grippeimpfung für Schwangere bietet nachweislich einen wirksamen Schutz für Mutter und Kind.“

Ich muss zugeben, da bin ich erstmal geplättet. Eine Impfung, die nach Cochrane Database keine Wirksamkeit zeigt, bietet einen wirksamen Schutz für Mutter und Kind. Ob die das bei Cochrane nicht wissen?? Tatsache ist, diese Datenbank ist absolut die Quelle für unvoreingenommene (das heißt nicht von der Pharmaindustrie gesponserte) Studien.

Fakt ist, dass keine RCTs (randomisierte Kontrollstudien) durchgeführt wurden, um diese Behauptung zu beweisen. Und das obwohl eigentlich in der Medizin immer genau auf diese Studien so gepocht wird.

Barbara Loe Fisher, die Präsidentin des National Vaccine Information Centers (NVIC) führt hierzu aus (2):

Seit den 70-ger Jahren wurde die Grippeimpfung für Schwangere im zweiten und dritten Trimester empfohlen, aber erst 2006 empfahl die CDC die Grippeimpfung für alle Schwangeren. Durch diese Empfehlung wurde die bewährte Regel aufgehoben, dass auf jegliche Giftstoffe während einer Schwangerschaft verzichtet werden sollte, die auf die Entwicklung des Embryos oder Fetus eine negative Wirkung haben könnten, und diese einfach durch die Annahme ersetzt, dass Impfungen sicher sind.

Da wundert es einen dann doch, dass wir überhaupt Schiedsstellen für Impfschäden brauchen, die an Betroffene sogar große Beträge auszahlen. Und überhaupt, wer kann den betroffen sein, wenn die Impfstoffe doch so sicher sind. Obwohl… ich muss schon sagen, der Hinweis im Beipackzettel, dass der Impfstoff Formaldehyd enthält, macht mir jetzt doch so ein bisschen Sorgen (3). Ich bin nicht sicher, dass ich mir das tatsächlich injizieren lassen möchte. Und auch Polysorbat 80, das als Emulgator eingesetzt wird, ist ja nicht wirklich gesund und kann zudem noch die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Nimmt es da das Formaldehyd vielleicht gleich mit?

Die Grippeimpfung hat keine wissenschaftliche Grundlage

In ihrem Beitrag führt Frau Fisher 10 Fakten über die Grippeimpfung an, die beweisen, dass eine Sicherheit für die Anwendung bei Schwangeren einfach nicht gegeben ist. So wurden in den USA keine Studien zur Sicherheit durchgeführt, bevor die Impfungen ihre Zulassung erhielten. Es fehlen auch Daten zu entzündlichen oder anderen biologischen Reaktionen, die den Schwangerschaftsverlauf beeinträchtigen könnten.

Es wird Schwangeren im Prinzip zugemutet, dass sie den Empfehlungen einfach blind vertrauen sollen. In Amerika, wo Impfungen noch deutlich vehementer vertreten werden als hierzulande, besteht die höchste Mütter- und Säuglingssterblichkeit in der Welt (4).

Die Grippeimpfung könnte für eine höhere Rate an Fehlgeburten verantwortlich sein

Schon 2009 erschienen im Internet erste Berichte über Fehlgeburten nach einer Grippeimpfung mit dem H1N1 Schweinegrippenvirus (5). Dutzende Frauen führten ihre stattgehabten Fehlgeburten auf die kurz zuvor durchgeführte Impfung zurück. Der Impfstoff war nie an schwangeren Frauen getestet worden. Da aber Fehlgeburten durch viele Faktoren ausgelöst werden können, wurde angenommen, dass es sich um einen Zufall handelte und die Sache nicht weiterverfolgt.

Im September erschien aber nun eine Studie in der angesehenen Zeitschrift Vaccine, die diese Frage wieder zur Diskussion stellt (6). In der Studie wurde aufgezeigt, dass Frauen, die den pH1N1 Impfstoff zwei Jahre hintereinander bekamen, ein fast 8-fach erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt in den nächsten 28 Tagen aufwiesen. Diese Risikoerhöhung zeigte sich speziell in der Gruppe, die die Impfung während des ersten Trimenons erhielt. Insgesamt 485 Schwangere im Alter von 18 – 44 Jahren, die in der Grippesaison 2010/11 sowie 2011/12 eine Fehlgeburt erlitten, wurden mit 485 Schwangeren verglichen, die ihre Kinder austrugen.

In der Fehlgeburtengruppe waren 17 Schwangere zweimal hintereinander geimpft worden – einmal in den 28 Tagen vor der Fehlgeburt und einmal im Jahr zuvor. Im Vergleich dazu waren aus der Kontrollgruppe nur vier Schwangere zweimal hintereinander geimpft worden. Selbstverständlich handelt es sich zu diesem Zeitpunkt nur um einen Zusammenhang und keine Kausalität, aber Amanda Cohn, Impfberaterin der CDC stellt fest:

„Ich glaube, es ist wichtig, dass Frauen verstehen, dass es einen möglichen Zusammenhang gibt, und dass dieser Zusammenhang weiter untersucht werden muss. Wir müssen Klarheit darüber haben, ob es die Grippeimpfung war, oder ob diese Frauen von Haus aus eher zu Fehlgeburten neigen.“

In Deutschland hat diese Studie bisher keine Schlagzeilen gemacht, aber auch die CDC zeigt sich unbeeindruckt und empfiehlt weiterhin eine Grippeschutzimpfung zu jeder Zeit der Schwangerschaft.

Zu bedenken ist, dass hierzulande gerade Frauen mit chronischen Erkrankungen dazu angehalten werden, sich jedes Jahr gegen Grippe impfen zu lassen. Und das mit dem Hinweis, dass sie damit sich und ihrem ungeborenen Baby etwas gutes tun.

Es gibt keine Studien zur Sicherheit der Grippeschutzimpfung bei Schwangeren

Es wird in den Beipackzetteln damit geworben, dass „die Daten“ zeigen, dass die Impfstoffe auch für Schwangere und Stillende sicher seien. Tatsache ist, dass es sich dabei um epidemiologische Studien handelt, denn kein Hersteller hat seine Grippeimpfstoffe in einer randomisierten Kontrollstudie an Schwangeren getestet.

Die Arbeitsgruppe um Jennifer A. Hutcheon von der Universität British Columbia in Vancouver rechnet zu diesem Thema vor, dass für mögliche Einflüsse einer Grippeimpfung auf den Fötus Studien mit ein bis zweieinhalb Millionen Frauen nötig seien (7). Allein schon dann, wenn das bakterielle Scheidenmilieu krankhaft verändert ist (Vaginose) oder wenn die Mutter raucht, werden die Ergebnisse so massiv verzerrt, dass eine vernünftige Einschätzung der Vorteile und damit auch der Nachteile für den Fötus gar nicht möglich ist.

Haben Sie jemals von solchen Studien gehört? Ich nicht. Und ganz ehrlich – würden Sie daran teilnehmen wollen, wenn Ihnen erklärt werden müsste, dass getestet werden soll, ob der Grippeimpfstoff in der Schwangerschaft sicher angewendet werden kann? Sehen Sie.

Das Fazit ist: Die Fakten zur Grippeimpfung sind eigentlich überhaupt nicht bekannt, aber trotzdem wird damit geworben, dass die Impfung sicher ist und eigentlich nur Vorteile mit sich bringt. Ich muss hier einfach nochmal Impfen-Info zitieren, weil ich das schlicht unglaublich finde:

„Die Sicherheit der Impfstoffe wurde sowohl für Schwangere als auch für Ungeborene in verschiedenen Studien bestätigt: Es konnte keine erhöhte Zahl von schweren Reaktionen auf Grund einer Grippeimpfung festgestellt werden. Weder die Anzahl der Frühgeburten oder Kaiserschnitte war erhöht, noch gab es Unterschiede im Gesundheitszustand der Säuglinge nach der Geburt.

Bei einer ärztlich diagnostizierten schweren Allergie gegen Hühnereiweiß, die sehr selten vorkommt, sollte in einer Umgebung geimpft werden, in der eine klinische Überwachung und Behandlung nach der Impfung möglich sind.“

Auf Normaldeutsch: Eine schwere Allergie gegen Hühnereiweiß kann zu einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock führen. Komisch, irgendwie haben wir da unterschiedliche Auffassungen von Sicherheit. Ist ja toll, wenn in einer Umgebung geimpft wird, in der dann auch die Wiederbelebungsversuche für die Patientin mit dem anaphylakischen Schock durchgeführt werden können. Ich hätte jetzt gedacht, dass es für den Feten schon echt bedenklich wird, wenn seine Mutter eine Reaktion auf einen Impfstoff zeigt, die tödlich enden kann….

Schwangere sollten nicht geimpft werden

Ärztliches Handeln sollte eigentlich immer unter dem Grundsatz stehen „Primum non nocere“ (lat. erstens nicht schaden), und unter diesen Grundsatz sollte auch die Impfung bei Schwangeren fallen.

Bis vor einigen Jahren wurden Schwangere nur in Extremfällen geimpft, weil das Risiko für das sich entwickelnde Baby als zu hoch eingestuft wurde. Erst in neuerer Zeit, wird diese Regel ganz offensichtlich verletzt.

Studien haben aufgezeigt, dass die Aktivierung des Immunsystems einer Schwangeren, das Risiko ihres Babies Autismus oder in späteren Jahren eine Schizophrenie zu entwickeln stark erhöht (8).

Und wenn wir die Sache mit den Impfungen ganz falsch verstanden haben?

Impfungen werden gegeben, damit der Körper zur Bildung von Antikörpern gegen krankheitsverursachende Keime angehalten wird, ohne dass es vorher zu einer zellvermittelten Immunreaktion (in Form von T-Zellen) kommt. Diese Theorie geht auf die Annahme zurück, dass der humorale Arm des Immunsystems (die Antikörper) den wichtigeren Teil in der Immunantwort darstellt.

Es gibt aber Studien, die zeigen, dass Menschen, die aufgrund eines genetischen Defekts keine Antikörper produzieren können, sich genauso schnell von Infektionen erholen wie Personen, die Antikörper bilden (9). Und was noch besser ist, auch ohne Antikörper sind sie gegen eine erneute Infektion geschützt.

Dies beweist die wichtige Rolle des zellvermittelten Immunsystems (T1) und deutet an, dass das humorale Immunsystem (T2) nur eine untergeordnete Rolle in der natürlichen Abwehr der „durch Impfung vermeidbaren“ Infektionen darstellt. Sowohl dieser Punkt als auch die Erkenntnis, dass Impfungen nicht zu einer lebenslangen Immunität führen, rückt die zellvermittelte Immunität in ein ganz neues Licht. Und hinzu kommt, dass Studien inzwischen Belege dafür finden, dass die übermäßige Stimulation von T2 durch Impfungen dazu führt, dass das Immunsystem auf lange Sicht verletzt werden kann, was zum Beispiel Krankheiten wie Krebs Vorschub leisten kann.

Wenn Sie das Risiko einer Grippeerkrankung minimieren wollen

Was können Sie aber nun außer einer Grippeimpfung, die in den meisten Fällen eh keine Wirkung hat, tun, damit Sie eine Erkrankung vermeiden.

Das Allerwichtigste ist, dass Sie einen optimalen Vitamin D Spiegel haben. Also gehen Sie an die frische Luft (das ist sowieso gesund), am besten wenn die Sonne scheint (und ohne Sonnenschutz, aber unter Vermeidung eines Sonnenbrandes). Na ja, und im Winter (Sonne steht zu tief) dann eben doch mal ein paar Vitamin D Tropfen.

Auch Vitamin C bietet guten Schutz gegen Grippeerkrankungen – und eine Vielzahl anderer Dinge. Aber bitte nehmen Sie mehr ein als die absolut realitätsfremde empfohlene Tagesdosis von 80 mg. 1 – 3 g pro Tag können es schon sein. Und verteilen Sie die Einnahme über den Tag, denn Vitamin C ist wasserlöslich und wird schnell im Urin ausgeschieden.

Ausreichend Schlaf und ein gutes Stressmanagement hilft Ihrem Immunsystem dabei, sich auf die wirklich wichtigen Sachen konzentrieren zu können.

Selbstverständlich gelten auch die üblichen Hygienemaßnahmen wie Händewaschen, keine Leute anhusten etc.

 

 

 

(1) https://www.impfen-info.de/grippeimpfung/schwangere/

(2) http://www.nvic.org/NVIC-Vaccine-News/November-2013/Vaccination-During-Pregnancy–Is-It-Safe-.aspx

(3) http://www.apotheken-umschau.de/Medikamente/Beipackzettel/Influvac-20162017-Fertigspritze-mit-Kanuele-11556812.html

(4) Recent Increases in the U.S. Maternal Mortality Rate: Disentangling Trends From Measurement Issues.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27500333

(5) http://organichealthadviser.com/archives/shocking-h1n1-swine-flu-vaccine-miscarriage-stores-from-pregnant-women-tell-your-doctors-that-vaccines-and-pregnancy-do-not-mix

(6) Association of spontaneous abortion with receipt of inactivated influenza vaccine containing H1N1pdm09 in 2010–11 and 2011–12  http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0264410X17308666

(7) https://academic.oup.com/aje/article/184/3/227/1739823/Detectable-Risks-in-Studies-of-the-Fetal-Benefits

(8) Maternal immune activation alters fetal brain development through interleukin-6.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17913903

(9) https://academic.oup.com/jid/article/190/5/998/871068/Limited-Contribution-of-Humoral-Immunity-to-the Clearance of Measles Viremia in Rhesus Monkeys

 

Ein ganz normaler Tag im Leben eines späteren Alzheimer Patienten

Alzheimer

Herr Müller ist ein Mensch, der bis spät in die Nacht arbeitet. Dabei kommt es häufig vor, dass er vor dem Zubettgehen noch Heißhunger auf einen kleinen Snack hat – vorzugsweise etwas Süßes, das seinen Insulinspiegel kurz vor dem ins Bett gehen nochmal so richtig in die Höhe treibt. Und weil er immer so beschäftigt ist, geht er meistens auch erst nach Mitternacht schlafen. Er wälzt sich im Bett herum, weil er eine Schlafapnoe hat (Atemaussetzer während des Schlafs, die vor allem – aber nicht nur – bei übergewichtigen Personen häufig anzutreffen sind).

Morgens um 6:30 Uhr wird er durch den Wecker aus dem Schlaf gerissen nach einer Nacht, die wieder einmal viel zu kurz war. Schon beim Aufstehen macht er sich Gedanken über den Tag, der vor ihm liegt, und bekommt den ersten Adrenalinschub, weil er Termine hat, die er unmöglich alle schaffen kann.

Um Kraft für den vor ihm liegenden Tag zu tanken isst er eine große Schale Müsli mit fettarmer Milch, nimmt sich ein Glas Orangensaft (denn Vitamine braucht der Mensch) und spült das ganze dann mit einem Schluck Kaffee (ebenfalls mit fettarmer Milch) hinunter.

Mit diesem Frühstück hat er es geschafft, sich eine ordentliche Portion entzündungsfördernder Milchprodukte einzuverleiben, mit dem Zucker aus dem Müsli und dem Orangensaft einen weiteren Schritt in die Insulinresistenz zu machen und seinen Darm mit dem Gluten aus dem Müsli zu durchlöchern.

Weil er unter Sodbrennen leidet, nimmt er schon seit Jahren einen Protonenpumpenhemmer, um die Magensäure zu reduzieren. Damit verhindert er auch gleichzeitig, das wichtige Nährstoffe wie Zink, Magnesium und Vitamin B12 aufgenommen werden. Außerdem nimmt er – wie die meisten Leute in seinem Alter – ein Statin, um seinen Cholesterinspiegel zu senken. Mit Hilfe dieser Pille hat er es geschafft, sein Gesamtcholesterin unter 150 mg/dl zu senken und wähnt sich vor einem Herzinfarkt geschützt. Leider weiß er nicht, dass zu niedrige Cholesterinwerte zu einer Hirnschrumpfung führen können. Das ist halt Pech.

Und übrigens finden alle diese Aktionen weniger als 12 Stunden nach seinem letzten Betthupferl statt, sodass sein Körper nicht die Chance hatte, den Autophagiemodus anzuschmeißen, der dafür sorgen würde, dass kaputte Zellen – und auch Amyloid Plaques (die Ablagerungen im Gehirn, die wir bei der Alzheimer Erkrankung antreffen) abgebaut werden.

Schon völlig gestresst macht er sich auf den Weg zur Arbeit und produziert dabei größere Mengen Cortisol (Stresshormon), dass dafür sorgt, dass Neuronen im Hippocampus geschädigt werden. Selbstverständlich fährt er mit dem Auto zur Arbeit, womit er Bewegung und auch die Sonneneinstrahlung erfolgreich meidet, was sicherlich zu suboptimalen Vitamin D Spiegeln führt.

Da am späten Vormittag sein Blutzucker auf unterirdische Werte gesunken ist, geht er im Büro schnell mal in die Küche, wo ein netter Kollege eine Dose Haribo hingestellt hat. Zucker und künstliche Farbstoffe sind doch Nervennahrung, oder?

Zum Mittagessen ist mal wieder nicht so richtig Zeit. So gibt es dann nur schnell ein belegtes Brötchen mit nitratversetztem Schinken. Oder er macht sich die Maccharoni mit Käse, die noch in seiner Schreibtischschblade liegen, schnell in der Mikrowelle warm. Ist doch super einfach und so bequem. Nicht mal einen Teller muss man schmutzig machen. Nur ein paar Löcher in die Plastikabdeckung pieksen und fertig. Und so werden durch die Mikrowellen nicht nur der Rest an – zugegeben synthetischen – Vitaminen zerstört, der es bis zu diesem Zeitpunkt noch geschafft hat, in einem absolut toten „Nahrungsmittel“ zu überleben, sondern durch die Hitze werden auch noch die Schadstoffe aus der Plastikverpackung ins Essen abgegeben und dann verspeist. Lecker. Dazu noch eine Cola Zero, die das Microbiom durch künstliche Süßstoffe total kaputt macht.

Das Alles ist mehr als ausreichend, um die Physiologie in Richtung Alzheimer zu steuern. Herr Müller kann es aber noch besser.

Die Zigarette nach dem Essen sorgt dafür, dass die Gewebe nicht richtig mit Sauerstoff versorgt werden – inklusive des Gehirns – und sorgt dafür, dass der Körper mit 100-ten schädlichen Substanzen versorgt wird.

Gegen die schnell einsetzende postprandiale Müdigkeit hilft der Frappuccino, den ein Kollege von Starbucks mitgebracht hat. Ansonsten sitzt Herr Müller an seinem Schreibtisch und starrt den Computerbildschirm an. Wer hat schließlich schon Zeit, immer mal wieder aufzustehen und sich zu bewegen? Und was würden die Kollegen denn denken, wenn er alle 30 Minuten mal 10 Kniebeugen macht.

Endlich wird es Zeit, nach Hause zu fahren. Wäre ja alles nicht so schlimm, wenn er nicht von so vielen Idioten umgeben wäre, die keine Ahnung vom Autofahren haben. Der Stress sorgt für einen viel zu hohen Blutdruck, der seine Blut-Hirn-Schranke ungefähr so löcherig macht wie das Sieb, durch das er die Spaghetti schüttet, die es zum Abendessen geben soll.

Oder sollte man die Zeit fürs Kochen sparen, und einfach unterwegs etwas besorgen? Schließlich kommt er doch bei McDonald’s vorbei. Also eine große Portion Pommes mit vielen Alzheimer verursachenden Advanced Glycation End Products (AGEs), Transfetten, oxidierten wiedererhitzten Ölen und neurotoxischem Acrylamid. Und dazu einen leckeren Burger mit Fleisch von Kühen aus Massentierhaltung, die mit Mais und Soja – und nicht etwa mit Gras und Heu – gefüttert wurden, und das deshalb viele entzündungsfördernde Omega-6 Fettsäuren und nur sehr wenige entzündungshemmende Omega-3 Fettsäuren enthält. Das ganze in einem Brötchen, das den perfekten Glutengehalt hat, um sowohl den Darm als auch die Blut-Hirn-Schranke zu durchlöchern. Oh, und wir wollen natürlich den Ketchup, der voller Zucker steckt, nicht vergessen.

Endlich zuhause. Der schimmelige Geruch wird einfach ignoriert. Herr Müller hat gerade noch genug Energie, sich auf die Couch zu fläzen und sich Filme auf Netflix anzusehen. Aber bloß nichts Anspruchvolles, über das man nachdenken müsste. Er möchte sich bitte einfach nur noch berieseln lassen.

Um den Abend perfekt ausklingen zu lassen, gibt es noch ein (oder mehrere) Gläschen Alkohol. Dann sind die Knabbereien, die es zum Fernsehen gibt, auch nicht so trocken.

Tja, und auf einmal ist es schon wieder nach Mitternacht und wirklich Zeit, endlich ins Bett zu gehen.

(Adaptiert nach Dale Bredesen „The End of Alzheimer’s„)

 

Erkennen Sie sich wieder? Dann sollten Sie ganz dringend etwas an Ihrem Lebensstil ändern. Alzheimer ist eine Erkrankung, die sich rasant ausbreitet, und für die die Schulmedizin keine Lösung hat. Tatsache ist aber, sie ist sowohl vermeid- als auch therapierbar. Dazu gehört jedoch auf jeden Fall, dass Sie nicht in die Fußstapfen von Herrn Müller treten.

 

Warum eine Glutensensitivität Probleme mit der Gallenblase hervorruft

GallenblaseHaben Sie Probleme mit der Fettverdauung – vielleicht Rückenschmerzen oder Übelkeit? Möglicherweise arbeitet Ihre Gallenblase nicht ganz so wie sie soll. Neuere Studien zeigen, dass Entzündungen im Darm eine ganz enge Verbindung zur Funktion der Gallenblase haben.

Ein kleiner Exkurs zur Fettverdauung

Die Leber, Gallengänge und Gallenblase werden zusammen als Gallengangssystem bezeichnet. Die Leber stellt die Gallenflüssigkeit her. Diese wird durch den Gallengang in die Gallenblase transportiert, die sie lagert, bis sie für die Verdauung benötigt wird.
Wenn mit der Nahrung aufgenommenes Fett im Dünndarm ankommt, wird von bestimmten Zellen das Hormon Cholecystokinin freigesetzt, dass zur Kontraktion der Gallenblase und damit zur Entleerung der gespeicherten Galle in den Dünndarm führt.
Die Galle umschießt die Fettmoleküle und bildet sogenannte Micellen. Diese Micellen können von der Darmschleimhaut aufgenommen werden. Ohne Galle können Fette nicht resorbiert werden und werden dann mit dem Stuhlgang ausgeschieden. Die Bezeichnung dafür ist Steatorrhoe.
Die Galle ist außerdem extrem wichtig für die Aufnahme von Cholesterin und den fettlöslichen Vitamine A, D, E und K.

Häufige Erkrankungen der Gallenblase

Symptome einer schlecht funktionierenden Gallenblase können ständig bestehen oder episodisch auftreten. Auch wenn sich die Symptome je nach Erkrankung leicht unterscheiden, so treten normalerweise Schmerzen im Oberbauch auf, die von Symptomen wie Gelbsucht, Übelkeit, Erbrechen und Ausstrahlung der Schmerzen in den Rücken begleitet sein können. Die häufigsten Gallenblasenerkrankungen sind:
Cholestase: Gallenstau. Wie der Name sagt besteht ein Rückstau von Galle in der Leber oder den Gallengängen.
Gallensteine: Das sind Steine, die sich in der Gallenblase aus den Bestandteilen der Galle formen. 15 % der Frauen und 7,5 % der Männer in Deutschland sind von Gallensteinen betroffen. Diese Prävalenz steigt auf 30 % an, wenn zusätzlich eine Leberzirrhose oder ein M. Crohn (entzündliche Darmerkrankung) vorliegt (1). Die Erkrankung findet sich häufig in den westlichen Industrieländern und selten in Ostasien, südlich der Sahara und bei Afroamerikanern.
Cholecystitis: Gallenblasenentzündung. Diese stellt eine Komplikation einer länger bestehenden Cholestase oder von Gallensteinen dar. Das Gewebe der Gallenblase weist durch die Cholestase und eine eingeschränkte Durchblutung eine Entzündung auf.
Cholangitis: eine Entzündung der Gallengänge ebenfalls durch Cholestase oder Gallensteine hervorgerufen. Die Infektion kann sich auch auf die Leber ausbreiten, weshalb sie möglichst schnell erkannt werden sollte.
Gallenstein Pankreatitis: wird der Pankreas-Gallengang durch einen Gallenstein blockiert, so kommt es zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Es handelt sich um eine sehr ernste Komplikation, die schnellstens behandelt werden muss.

Risikofaktoren, die zur Entstehung von Gallenblasenerkrankungen beitragen

Da haben wir die 3 Fs – Fat, Female, over Forty. Das heißt am häufigsten sind übergewichtige Frauen über 40 Jahre betroffen. Wie oben schon angemerkt, sind Frauen etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Begleiterkrankungen wie das Reizdarmsyndrom, Lebererkrankungen, Zystische Fibrose, aber auch einige Medikamente können Gallenblasen-erkrankungen verursachen (2). Auch eine Schwangerschaft, orale Kontrazeptiva (die „Pille“) und der Einsatz von Antibiotika wurden mit einer Cholestase in Verbindung gebracht (3, 4).

Natürlich spielen auch Lebensstil Faktoren eine Rolle. So ist zum Beispiel fehlende Bewegung mit einem höheren Risiko für eine Gallenblasen OP vergesellschaftet (5). Gallensteine wurden auch mit einer westlichen Ernährung in Zusammenhang gebracht, die sehr viel verarbeitete Lebensmittel und Zucker enthält (6). Keine Angst, auf die Rolle, die Gluten in der ganzen Geschichte spielt, komme ich auch noch zu sprechen.

Leaky gut – der leckende Darm – beeinflusst das Gallensystem

Wenn die Barrierefunktion des Darms beschädigt ist (Leaky Gut), können Darmbakterien, die sich normalerweise nur im Darmlumen aufhalten sollen, in den Blutstrom gelangen. Das Immunsystem betrachtet diese Mikroben und ihre Stoffwechselprodukte als Eindringlinge und geht sofort zum Angriff über. Das Gallensystem kann insofern betroffen, als die durch die Immunantwort ausgelöste Entzündung die Genexpression und Funktion von wichtigen Transportsystem verändert, die an der Aufnahme der Gallensäuren und deren Sekretion in der Leber beteiligt sind (7).

Das bedeutet: Leaky gut → Mikroben im Blutstrom → Gallenerkrankung.

Die Galle hilft bei der Aufrechterhaltung der Darmbarriere

Aber nicht nur ein Leaky gut und der Eintritt von Bakterien in den Blutstrom können zu Gallenblasenerkrankungen führen. Es funktioniert auch anders herum. So ist zu wenig Galle im Darm ein Auslöser für einen Leaky gut und für eine veränderte Besiedlung mit Darmbakterien.

Also auch: Gallenerkrankung → Leaky gut → verändertes Mikrobiom.

In einer Studie untersuchten Forscher wie sich eine Verletzung der Leber auswirkt. Die untersuchten Tiere zeigten sehr schnell eine vermehrte intestinale Permeabilität (Leaky gut). Bemerkenswert war, dass die Veränderungen in der Funktion der Darmbarriere auftraten, bevor es zu irgendwelchen Veränderungen im Mikrobiom kam (8).

Die Gluten Connection – leckender Darm, leckende Gallengänge?Gluten, ein Protein, das in Getreide vorkommt, führt nachweislich zu einem Leaky gut indem es Zonulin aktiviert und Tight Junctions in der Darmwand aufbricht. Die Öffnungen in der Darmwand erlauben es dann Mikroben, aber auch Nahrungsproteinen, aus dem Darmlumen in den Blutstrom zu gelangen. Leberzellen und die Zellen der Gallengänge haben ebenfalls Tight junctions, die eine permeable Membran bilden, die selektiv bestimmte Stoffe durchlässt (9). Auch diese Tight junctions werden durch Zonulin reguliert. Das bedeutet, auch hier kann Gluten Schaden anrichten.

Und tatsächlich wurde ein Zusammenhang zwischen einer Glutenunverträglichkeit und einem vermehrten Auftreten von Gallensteinen und Biliärer Zirrhose nachgewiesen (10).

Die Darmzotten, die im Dünndarm für die Nährstoffaufnahme zuständig sind, sind bei der Zöliakie typischerweise verkürzt und beschädigt. Dies könnte dazu führen, dass Fettsäuren nicht mehr richtig erkannt werden, es nicht zur Ausschüttung von Cholecystokinin und damit auch nicht zur Kontraktion der Gallenblase kommt. Dieser Zustand kann durch eine glutenfreie Ernährung behoben werden.

Gallenblasenentfernung (Cholecystektomie)

Selbstverständlich sollte eine Gallen OP nach Möglichkeit vermieden werden, da sie einige ungewollte Konsequenzen hat und die Physiologie erheblich verändert. Auch ohne Gallenblase produziert die Leber weiterhin Galle (diese wurde in der Gallenblase ja nur gelagert). Ohne Gallenblase kann es nun zu einem Gallestau in der Leber kommen. Außerdem weiß man inzwischen, dass die veränderte Gallensäuresekretion in den Dünndarm sowohl die Darmflora als auch die Darmfunktion beeinträchtigt (11).

Zu beachten ist auch, dass selbst bei Patienten ohne Gallenblase weiterhin Gallensteine entstehen können (dann eben in der Leber oder den Gallengängen), wenn die zugrunde liegende Ursache nicht abgestellt wird (12).

Gallenblasenerkrankungen funktionell behandeln

Die Schulmedizin hat für Gallenblasenerkrankungen zwei Therapieoptionen – Entfernung der Gallenblase oder eine fettarme Diät. Kurzfristig kann die fettarme Ernährung die Symptome sogar verbessern, aber längerfristig führt sie dazu, dass die Kontraktion der Gallenblase verhindert wird. Wie man sich leicht vorstellen kann, können unter diesen Umständen noch leichter Gallensteine entstehen, was man ja eigentlich verhindert wollte.

Da – wie oben ausgeführt – die beste Behandlung darin besteht, die Ursachen auszuschalten, würde ein funktionelles Vorgehen folgendermaßen aussehen:

Laboruntersuchungen: Hinweise auf eine eingeschränkte Gallenblasenfunktion geben AP, CRP, Bilirubin, LDH, GPT und GGT.

Ändern Sie Ihre Ernährung: Bei vielen Menschen lösen sich Probleme mit der Gallenblase ganz von selbst, wenn sie ihre Ernährung umstellen. Dazu gehört der Verzicht auf entzündungsauslösende Nahrungsmittel wie Gluten, verarbeitete Lebensmittel und Zucker.

Bringen Sie Ihren Darm in Ordnung: Sie haben gesehen, es ist ein bisschen die Frage nach der Henne und dem Ei. Ein Leaky gut und Gallenerkrankungen gehen Hand in Hand. Es ist deshalb wichtig beide in Angriff zu nehmen, um den Zirkel von Darmentzündung → Gallenstau → Gallensäuremangel → Zunahme der Darmentzündung zu unterbrechen.

Regen Sie den Gallenfluss an: Bitterstoffe wie Kurkuma, Löwenzahn, Mariendistel und Ingwer sind bekannt dafür, den Gallenfluss zu stimulieren. Diese Stoffe können sie als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, beim Kochen verwenden oder als Tee trinken.

Lösen Sie die Gallensteine auf: Rote Bete, Taurin, Phosphatidylcholin, Zitrone, Pfefferminze und Vitamin C haben alle eine Wirksamkeit in der Behandlung von Gallensteinen bewiesen (13).

Nehmen Sie Gallensäuren ein: Wenn Sie Probleme mit der Fettverdauung haben, können Sie auch für eine gewisse Zeit Gallensäuren (zum Beispiel Ochsengalle) einnehmen, bis Ihr Gallenfluss sich wieder normalisiert hat.

 

 

1) http://www.gesundheits-lexikon.com/Leber-Gallenblase-Bauchspeicheldruese/Gallensteine-Cholelithiasis/

(2) Thiazide diuretics and the risk of gallbladder disease requiring surgery in women.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15767534/

(3) Severe and Prolonged Cholestasis Caused by Trimethoprim-Sulfamethoxazole: A Case Report.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2671966/

(4) http://www.journal-of-hepatology.eu/article/S0168-8278(00)80139-7/fulltext?refuid=S0190-9622(05)04712-2&refissn=0190-9622

(5) Physical activity reduces the risk of symptomatic gallstones: a prospective cohort study.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20130468/

(6) Role of diet in cholesterol gallstone formation.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17055469/

(7) The role of inflammation in cholestasis – clinical and basic aspects. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3746018/pdf/nihms497411.pdf

(8)Bacterial translocation and changes in the intestinal microbiome in mouse models of liver disease.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3357486/

(9) Regulation of the blood–biliary barrier: interaction between gap and tight junctions in hepatocytes  https://link.springer.com/article/10.1007/s00795-003-0220-5

(10) Gluten sensitivity in patients with primary biliary cirrhosis  http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0002927097001147

(11) Interactions between the intestinal microbiota and bile acids in gallstones patients   http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/1758-2229.12319/full

(12) Acute biliary pancreatitis in cholecystectomised patients. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28752146

(13) Phosphatidylcholine-enriched diet prevents gallstone formation in mice susceptible to cholelithiasis  http://www.jlr.org/content/44/12/2297.short

Warum ein niedriger Cholesterinspiegel gefährlich ist

Cholesterinspiegel - Eier Bacon

Ich bin sicher, Sie haben mehr als genug darüber gehört, warum ein hoher Cholesterinspiegel (angeblich) so gefährlich ist. Sie wissen, dass Sie tierische Fette besser meiden sollten, weil sie das böse, böse Cholesterin enthalten.

Immerhin hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung inzwischen ihre Ernährungsrichtlinien dahingegend geändert, dass der Konsum von Eiern jetzt nicht mehr auf maximal drei pro Woche beschränkt wird. Das ist aber so klammheimlich geschehen, dass die meisten Leute es gar nicht mitbekommen haben.

Cholesterinsenkende Medikamente (Statine) befinden sich weiterhin auf einem Siegeszug und werden von den Ärzten ausgegeben wie Vitaminbonbons. Ich habe immer wieder Patienten mit einem Gesamtcholesterinwert unter 150 mg/dl, auf den der Hausarzt des betreffenden Patienten sehr stolz ist, anscheinend ohne sich darüber bewusst zu sein, dass ein niedriger Cholesterinwert durchaus zu sehr gravierenden Erkrankungen – und sogar zu einem erhöhten Risiko früher zu versterben – führen kann.

Welche Wirkungen hat ein zu niedriger Cholesterinspiegel?

  • Verhaltensprobleme: In Studien wird immer wieder gezeigt, dass niedrige Cholesterinspiegel zu einer ganzen Reihe Verhaltensauffälligkeiten führen. Hierzu gehören Verhaltensweisen wie  Aggressivität, Depressivität, Persönlichkeitsstörungen und Suizidalität (Selbstmordgefährdung) (1). In einer Studie wurde bei 8 – 18 jährigen Kindern/Jugendlichen, die einen Selbstmordversuch unternommen hatten, ein deutlich niedrigerer Serumcholesterinwert gemessen als in einer Kontrollgruppe (2). In Amerika wird gerade darüber nachgedacht, ob man die Indikation für Statine auf Kinder ausweiten sollte. Angesichts dieser Studienergebnisse scheint das nicht so eine wirklich gute Idee zu sein (es sei denn, man steht auf Schießereien in Schulen). Es überrascht sicherlich auch niemanden, dass die Statintherapie inzwischen mit dem Auftreten von Verhaltensproblemen in Zusammenhang gebracht wird (3).

 

  • Gedächtnisverlust: Bleiben wir gleich beim Gehirn. Ein niedriger Cholesterinspiegel führt zu Gedächtnisverlust und Demenz (4). In einer Zeit, in der sich viele Menschen Gedanken darüber machen, ob sie wohl in späteren Jahren an Alzheimer erkranken werden, keine schöne Aussicht. Die amerikanische FDA schreibt inzwischen vor, dass Statine eine Warnung auf der Verpackung haben müssen, dass sie das Gedächtnis negativ beeinflussen können.

 

  • M. Parkinson (Schüttellähmung): Der Cholesterinspiegel kann Aufschluss über die Ausprägung einer Parkinson Erkrankung geben. So zeigte sich in Studien, dass ein inverses Verhältnis zwischen dem Cholesterinspiegel und der Schwere der Symptome besteht (5). Es zeigt sich, dass ein höheres Plasma LDL (also das „böse“ Cholesterin) zu einer Verbesserung der Feinmotorik führt (6).

 

  • Hämorrhagischer Schlaganfall: Es gibt Schlaganfälle durch Gefäßverschlüsse (ischämisch) und durch aufgeplatzte Gefäße (hämorrhagisch). Letztere treten gehäuft bei einem zu niedrigen Cholesterinspiegel auf (7). Die Deutsche Schlaganfallgesellschaft wies 2011 auf diesen Zusammenhang hin und mahnte zum vorsichtigen Gebrauch von Statinen bei Patienten, die bereits eine Hirnblutung hatten. Allerdings ist dieser Zusammenhang bereits seit mindestens 23 Jahren bekannt, als im British Medical Journal eine Untersuchung zu diesem Thema veröffentlicht wurde. Ja ja, nicht nur die Mühlen der Justiz mahlen langsam.

 

  • Infektionen: Schon lange ist bekannt, dass eine cholesterinreiche Ernährung zu einer schnelleren Abheilung einer Tuberkulose führt (8). In einer lang angelegten Studie wurde außerdem nachgewiesen, dass Menschen mit einem höheren Cholesterinspiegel seltener wegen Infektionen im Krankenhaus aufgenommen werden müssen (9).  Der Grund hierfür ist, dass Blutfette – und dazu gehört auch Cholesterin – eine Schlüsselrolle im Immunsystem des Körpers spielen, da sie Mikroben und ihre Toxine binden und unschädlich machen (10).

 

  • Krebserkrankungen: Schon seit Jahrzehnten weiß man, dass das Auftreten bestimmter Krebsarten eine inverse Korrelation mit dem Cholesterinspiegel hat (11). Seit den 80-ger Jahren wurde dieser Zusammenhang immer wieder bestätigt. Wenn man bedenkt, dass Personen mit einem LDL von unter 70 mg/dl ein 15-fach erhöhtes Krebsrisiko haben, dann wird einem schon ein bisschen schwindelig bei der Empfehlung der American Heart Association, das bei einem hohen cardiovaskulärem Risiko das LDL unter 70 mg/dl und bei einem sehr hohen Risiko sogar unter 55 mg/dl gesenkt werden sollte (12). Beachtenswert ist in diesem Zusammenhang eine Studie, die aufzeigte, dass sehr bösartige, Arzneimittel resistente Leukämiezellen (Blutkrebs) durch Zugabe von LDL in ihr Kulturmedium die Resistenz gegen eine Chemotherapie verloren (13). Ist LDL also wirklich so böse, oder sollten wir mit dieser Schwarz-Weiß Malerei vielleicht doch so langsam mal aufhören?

 

  • Langlebigkeit: Untersuchungen haben gezeigt, dass unsere Lebensspanne zu einem großen Teil durch die Länge der Telomere unserer Chromosomen bestimmt wird. Die Telomere sind die Endkappen unserer Chromosomen und schützen diese bestmöglich vor Schäden aller Art (z. B. infolge von oxidativem Stress, freien Radikalen u. a.). Bei jeder Zellteilung werden unsere Telomere naturgemäss kürzer – und wir altern. Wie inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen wurde, leben Menschen mit längeren Telomeren nicht nur länger, sondern sie bleiben auch länger gesund als Menschen mit kürzeren Telomeren. Und was soll ich Ihnen sagen – je höher der Cholesterinspiegel, desto länger sind die Telomere (14). Noch Fragen?

    Fazit

Wenn wir bedenken, dass Cholesterin ein unverzichtbarer Bestandteil für tierisches Leben ist (und auch wenn einige Personen, das nicht gerne hören, aber dazu gehören auch wir Menschen) und dass jede einzelne unserer Zellen in der Lage ist, Cholesterin herzustellen, dann sollte uns eigentlich nicht überraschen, dass ein Cholesterinmangel zu gravierenden Erkrankungen führen kann. Ärzte täten also gut daran, grundlegende biologische Fakten in ihre Überlegungen mit einzubeziehen anstatt nur den Werbeversprechen von Pharmareferenten zu glauben. Es wird Zeit, dass dieser Cholesterin Wahnsinn endlich aufhört!

 

 

 

(1) The Importance of Cholesterol in Psychopathology: A Review of Recent Contributions.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5385736/

(2) Total serum cholesterol levels and suicide attempts in child and adolescent psychiatric inpatients.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20047063

(3) Severe irritability associated with statin cholesterol-lowering drugs.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15028853

(4) Serum Cholesterol Levels within the High Normal Range Are Associated with Better Cognitive Performance among Chinese Elderly.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26892577

(5) The serum lipid profile of Parkinson’s disease patients: a study from China.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25340257

(6) Higher Plasma LDL-Cholesterol is Associated with Preserved Executive and Fine Motor Functions in Parkinson’s Disease.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27330838

(7) http://www.dsg-info.de/presse/pressemeldungen/314-cholesterinsenker-kann-zum-risiko-fuer-hirnblutungen-werden.html

(8) A cholesterol-rich diet accelerates bacteriologic sterilization in pulmonary tuberculosis.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15706008

(9) Cohort study of serum total cholesterol and in-hospital
incidence of infectious diseases https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2809530/pdf/9825784.pdf

(10) Low serum LDL cholesterol levels and the risk of fever, sepsis, and malignancy.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18000291

(11) Serum cholesterol and risk of cancer in a cohort of 39,000 men and women.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3290396

(12) http://blog.endokrinologie.net/herz-gefaess-risiko-ldl-cholesterin-3306/

(13) Reversal of P-glycoprotein-mediated multidrug resistance by cholesterol derived from low density lipoprotein in a vinblastine-resistant human lymphoblastic leukemia cell line.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17901905

(14) Leukocyte telomere length is associated with HDL cholesterol levels: The Bogalusa heart study  http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0021915009000689

 

Hüttenkäse mit Fenchel, Apfel und Rucola

Fenchel, FrühstückIch werde immer wieder gefragt, was man denn zum Frühstück essen soll, wenn man auf Getreide verzichtet. Nun, wer nicht jeden Tag einen Grünen Smoothie trinken möchte, der kann sein Gemüse natürlich auch auf andere Weise zu sich nehmen. Zum Beispiel als Salat mit Frischkäse.

Fenchel – nicht nur eine Heilpflanze

Viele Leute kennen Fenchel zunächst einmal als Mittel gegen Verdauungsbeschwerden und Schleimlöser. Berühmt, berüchtigt war früher unser Fenchel-Anis-Kümmel Tee, den Patienten nach Bauchoperationen zu trinken bekamen, um den Darm wieder in Schwung zu bringen. Heutzutage kann man so einen Tee im Supermarkt kaufen.

Tatsächlich kann Fenchel leichte Krämpfe lindern, Schleim lösen, Auswurf fördern sowie Bakterien und Pilze in ihrem Wachstum hemmen.

Diese Wirkungen sind vor allem auf die ätherischen Öle zurückzuführen, die in den Fenchelfrüchten vorkommen: Das Fenchelöl besteht bis zu 70 Prozent aus Anethol und anteilig aus Fenchon. Anethol verleiht dem Fenchel seinen süßlichen, anisartigen Geschmack.

Die Pflanze hat sehr viele Ballaststoffe. Dazu gibt es Provitamin A, die Vitamine E und C und die Mineralstoffe Kalium und Magnesium. In der Küche kann man Fenchel kochen, braten oder dünsten – oder eben auch roh essen.

Ein Apfel am Tag erspart den Arzt

An dieser Volksweisheit ist tatsächlich etwas dran. Äpfel enthalten reichlich Quercetin. Die chemisch zu den Phenolsäuren/Flavonoiden zählende Substanz, senkt das Risiko von oxidativem Stress, hemmt Entzündungen und fängt zudem gefährliche freie Radikale. Diese aggressiven Moleküle entstehen verstärkt in Stresssituationen und können Erbgut oder Zellen schädigen. Und so wundert es nicht, dass zu den positiven Effekten, die der Konsum von Äpfeln bewirkt, zum Beispiel eine verbesserte Gedächtnisleistung und die Vorbeugung der Alzheimer Demenz gehört (1). Sogar das Wachstum von Krebstumoren wird durch den regelmäßigen Verzehr von Äpfeln gebremst (2).

Rucola – Gesundes Grün

Rucola – oder auch Rauke – wurde erst in jüngster Zeit wieder ein beliebter Teil der hiesigen Küche. Dieses Comeback hat sie der Beliebtheit der mediterranen Küche zu verdanken. Rucola enthält Senföle und hat einen scharfen, nussigen Geschmack.

Aus gesundheitlicher Sicht sind  folgende Punkte erwähnenswert:

  • Verdauungsfördernde Wirkung
  • Harntreibende Wirkung
  • Positive Wirkung auf die Schilddrüse, was dem hohen Jodgehalt der Pflanze geschuldet ist
  • Stabilisierung des Immunsystems, da die enthaltenen Senföle eine antibakterielle Wirkung haben.

Es wird übrigens immer wieder vor dem hohen Nitratgehalt von Rucola gewarnt. Ich würde mir hierüber keine Gedanken machen. Sie essen Rucola ja nicht kiloweise. Außerdem besteht ein Unterschied zwischen erhitzten Nitraten (vor allem im Zusammenhang mit tierischen Proteinen zum Beispiel beim Pökeln oder in der Wurstherstellung) und den Nitraten, die üblicherweise in Pflanzen vorkommen (und dort eben nicht zusammen mit tierischem Eiweiß). Für diese Nitrate wurde sogar eine positive Wirkung sowohl auf die Hirnleistung (3) als auch auf einen erhöhten Blutdruck nachgewiesen (4).

So, jetzt aber zum Rezept.

Zutaten:

  • 1 Fenchelknolle
  • 1 Apfel
  • 1 Bund Rucola
  • 200 g Hüttenkäse
  • 1 EL MCT Öl
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:

  1. Den Fenchel waschen und in Stücke schneiden.
  2. Das Kerngehäuse entfernen, und den Apfel würfeln.
  3. Rucola waschen und klein schneiden.
  4. Alle Zutaten in eine Schüssel geben und gut vermengen.
  5. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

 

(1) Research Shows Benefits of Apple Juice on Neuro-transmitter Affecting Memory.  https://www.uml.edu/News/press-releases/2006/research_shows_benefit_of_appl.aspx

(2) Apple intake and cancer risk: a systematic review and meta-analysis of observational studies.   https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27000627

(3) Dietary nitrate modulates cerebral blood flow parameters and cognitive performance in humans: A double-blind, placebo-controlled, crossover investigation.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26037632

(4) Dietary Nitrate Lowers Blood Pressure: Epidemiological, Pre-clinical Experimental and Clinical Trial Evidence. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4729801/

Pekannuss Shortbread

Pekannuss ShortbreadIch liebe einfach Shortbread. Dieses Gefühl, wenn die Butter im Mund schmilzt. Shortbread Kekse kann man ganz einfach selber machen. Alles, was man braucht, sind sieben Zutaten.

Ich habe für dieses Rezept Pekannüsse genommen. Sie gehören zur Familie der Walnüsse, schmecken allerdings süßer und aromatischer.

Pekannüsse sind geballte Nährstoff-Päckchen: Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Magnesium und Eisen wirken sich günstig auf die Knochen und auf verschiedene Stoffwechselvorgänge aus. Außerdem enthalten sie das Spurenelement Selen. Dieses bindet beispielsweise Schwermetalle und trägt somit zur Entgiftung des Körpers bei. Der hohe Proteingehalt und verschiedene B-Vitamine sind gut für die Nerven, das Gehirn und die Muskeln. Das ebenfalls reichlich enthaltene Vitamin A schützt Augen und Schleimhäute.

Studien zeigen: Der mäßige, aber regelmäßige Verzehr von Pekannüssen bringt positive Effekte bei erhöhtem Blutdruck und Cholesterinspiegel. Außerdem enthalten Pekannüsse viele Ballaststoffe – 100 g liefern fast ein Drittel der täglich empfohlenen Menge von 30 g. Sie sind die Nüsse mit der größten Menge an Antioxidantien und dem höchsten Fettgehalt aller Nüsse (72 % Fett).

Bereits eine Handvoll Pekannüsse reicht aus, um genügend der für das Herz-Kreislauf-System wichtigen ungesättigten Fettsäuren aufzunehmen. Besonders empfehlenswert sind Pekannüsse nicht nur bei Bluthochdruck, sondern auch bei Diabetes, da sie sich positiv auf den Blutzuckerspiegel auswirken

 

Pekannuss Shortbread

Ergibt 24 Kekse

Zutaten:

  • 2 1/2 Tassen Mandelmehl
  • 1/4 TL Himalaya Salz
  • 1/4 TL Backnatron
  • 1 Tasse gehackte Pekannüsse
  • 1/2 Tasse Weidebutter
  • 1 TL kaltgeschleuderter Honig
  • Vanillepulver

Zubereitung:

  1. Mit einem Stabmixer die Butter und den Honig gut verrühren.
  2. In einer zweiten Schüssel alle trockenen Zutaten sowie die Pekannüsse mischen.
  3. Die Buttermischung unter die trockenen Zutaten geben.
  4. Rollen Sie den Teig in Backpapier und tun Sie ihn für eine Stunde in den Kühlschrank. Die Rolle sollte einen Durchmesser von ungefähr 6 cm haben.
  5. Nehmen Sie den Teig aus dem Kühlschrank und schneiden Sie ihn in etwa 0,5 cm große Scheiben.
  6. Legen Sie die Scheiben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech.
  7. Bei 170° C ungefähr 15 Minuten backen bis die Kekse leicht golden sind.
  8. Abkühlen lassen und genießen.

Fakten, die Ihr Arzt über Gluten wissen sollte…

GlutenIch ärgere mich immer wieder darüber, dass von Kollegen häufig die Bemerkung kommt: „Gluten, klar kenne ich. Ist der Auslöser für Zöliakie, aber ansonsten nicht weiter von Bedeutung. Diese ganze glutenfreie Bewegung ist einfach nur Marketing“.

Tatsächlich??

Ich glaube, diese Kollegen täten wirklich gut daran, sich einfach mal zu informieren. Die Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität geht nun wirklich so ziemlich durch alle Medien und hat auch bei PubMed – einer medizinischen Datenbank – Einzug gehalten (1).

Wenn Sie die folgende Liste durchlesen, dann werden wahrscheinlich auch viele von Ihnen sagen, „das kann doch gar nicht sein, das Gluten für alle diese Symptome verantwortlich sein soll.“ Ich darf Ihnen versichern, dass es das ist, und dass diese Liste nur ein Auszug dessen ist, was Gluten in Ihrem Körper alles anstellen kann.

Dann legen wir mal los:

  1. Jeder, der an Zöliakie leidet ist glutensensitiv, aber nicht jeder, der glutensensitiv ist, hat auch Zöliakie.
  2. Es gibt über 200 Symptome, die Gluten verursachen kann, verschlimmert oder zu deren Entstehung es beiträgt.
  3. Gluten kann Autoimmunerkrankungen hervorrufen.
  4. Gluten ist häufig die Ursache für eine Eisenmangelanämie unklarer Genese (will heißen – Ihr Arzt hat keine Ahnung, woher die kommt).
  5. Gluten verursacht einen leckenden Darm.
  6. Gluten verursacht häufig einen Vitamin B12 Mangel.
  7. Auch Mais ist ein Getreide und enthält damit Gluten (wenn auch nicht das α-Gliadin des Weizens). Die in Mais vorkommende Glutenform kann zu Entzündungen führen.
  8. Es gibt keine glutenfreien Haferflocken!
  9. Exzessiver Konsum von Gluten kann sowohl zu Gewichtszunahme als auch -abnahme führen.
  10. Die in Deutschland angewendeten Laboruntersuchungen für Zöliakie sind nicht spezifisch und haben eine hohe Rate an falsch negativen Ergebnissen.
  11. Eine Atrophie der Darmzotten (Diagnosekriterium für Zöliakie) kann auch durch Mais, Soja, Milchprodukte und Parasiten hervorgerufen werden.
  12. Industriell gefertigte glutenfreie Produkte fallen sehr häufig unter die Kategorie Junk Food.
  13. Einige Pharmaka können eine Zöliakie vortäuschen (2).
  14. Gluten kann Asthmasymptome hervorrufen.
  15. Gluten kann zu Schwindelanfällen und Schwierigkeiten mit der Balance führen (Ataxie) (3).
  16. Gluten kann Krampfanfälle hervorrufen (4). Tatsächlich wurden vor der Einführung von Antiepileptika Patienten mit Krampfanfällen mit einer glutenfreien Diät behandelt.
  17. Ebenso kann es Migräne Anfälle triggern.
  18. Gluten beeinflusst die Testosteronsynthese negativ, da es zu einer verminderten Aufnahme wichtiger Nährstoffe führt. Dies führt zu verminderter Libido, verminderter Energie und dem Unvermögen, Muskeln aufzubauen trotz adäquatem Trainings.
  19. Gluten kann Schilddrüsenerkrankungen hervorrufen (5).
  20. Gluten kann Nervenschmerzen und Neuropathien verursachen (6).
  21. Gluten kann Hauterkrankungen hervorrufen. Hierzu gehören unter anderem Psoriasis (Schuppenflechte), Nesselsucht, Exeme und Vitiligo.
  22. Gluten kann zu einer Osteoporose führen (7).
  23. Schon eine Menge von 20 ppm Gluten (1 Brotkrümel) kann im Körper Schaden anrichten (es reicht also nicht, wenn Sie die Croutons einfach von Ihrem Salat herunter nehmen).
  24. Eine Glutensensitivität ist keine Weizenallergie.
  25. Gluten kann Leberschäden hervorrufen (8).
  26. Ebenso kann es zur Ausbildung von Gallensteinen führen (9). Tatsächlich müsste bei vielen Menschen die Gallenblase nicht herausgenommen werden, wenn sie beim ersten Anhalt für Probleme mit der Galle auf eine glutenfreie Diät ungestiegen wären.
  27. Das Milchprotein Casein kann vom Immunsystem mit Gluten verwechselt werden, wodurch sich „Kreuzallergien“ auf Milchprodukte erklären.
  28. Es gibt ungefähr 400 verschieden Glutenproteine im Getreide. Ihr Arzt spricht immer nur über eins α-Gliadin.
  29. Kinder mit Lernschwierigkeiten reagieren häufig sehr positiv auf eine glutenfreie Ernährung (10).
  30. Bis zu 41 % der Industriell gefertigten Nahrungsmittel können mit Gluten kreuzkontaminiert sein.
  31. Bis zu 92 Prozent der Personen, die sich glutenfrei ernähren, haben trotzdem noch Symptome durch Kreuzkontamination glutenfreier Lebensmittel sowie durch den Verzehr von Mais, Reis, Sorghum und anderen Getreidearten (kein Getreide ist glutenfrei).
  32. Nur weil glutenfrei auf dem Etikett steht, ist das Nahrungsmittel nicht automatisch gesund.
  33. Gluten findet sich in kieferorthopädischen Materialien (11).
  34. Gluten kann zu Schmerzen in den Gelenken führen.
  35. Gluten kann ein Reizdarmsyndrom hervorrufen.
  36. Auch Gluten, das sich in Kosmetika und Reinigungsprodukten befindet, kann Gesundheitsprobleme auslösen, da ein Großteil der Inhaltsstoffe durch die Haut in den Blutstrom gelangt.
  37. Gluten kann eine Fibromyalgie verursachen (12).
  38. Ebenso kann es Auslöser eines Chronic Fatigue Syndroms (chronischer Erschöpfungszustand) sein.
  39. Gluten kann Auslöser einer Schizophrenie sein (13).
  40. Gluten kann Nahrungsmittelallergien begünstigen.

Wie gesagt, diese Liste ließe sich noch beliebig weiterführen.

Ich gebe folgendes zu bedenken. In unserer heutigen Gesellschaft essen wir sehr viel mehr Gluten als zum Beispiel noch vor 50 Jahren. Der Schaden, der durch Gluten angerichtet wird (und zwar bei jedem Verzehr) summiert sich, bis er das Fass zum überlaufen bringt. Auf diesen Moment wollen Sie eigentlich nicht hinarbeiten. Haben Sie erstmal eine manifeste Glutenunverträglichkeit, so müssen Sie strikt auf jeden Konsum von Gluten verzichten, wenn Sie Ihr Immunsystem nicht für 3 – 6 Monate total in Aufruhr versetzen wollen.

Mein Ratschlag ist, auf Gluten völlig zu verzichten. Haben Sie das Gefühl, dass Sie das nicht können, dann sollten Sie den Konsum wenigstens drastisch einschränken. Bei Symptomen einer Glutensensitivität kommen Sie aber – wenn Sie Dauerschäden vermeiden wollen – um den Verzicht nicht herum.

 

(1) Celiac disease, non celiac gluten sensitivity and wheat allergy: comparison of 3 different diseases triggered by the same food. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28737204

(2) Severe Spruelike Enteropathy Associated With Olmesartan https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3538487/

(3) Neurological disorders associated with gluten sensitivity. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28393829

(4) Celiac Disease and Epilepsy: The Effect of Gluten-Free Diet on Seizure Control.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27629850

(5) Increased Incidence of Thyroid Disease in Patients with Celiac Disease. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28030626

(6) Sensory ganglionopathy due to gluten sensitivity. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20837968

(7) Osteoarticular manifestations of celiac disease and non-celiac gluten hypersensitivity. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27825568

(8) Chronic Hepatitis Due to Gluten Enteropathy – a Case Report. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28704189

(9) https://kresserinstitute.com/little-known-connection-leaky-gut-gluten-intolerance-gallbladder-problems/

(10) Range of neurologic disorders in patients with celiac disease. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15173490

(11) An orthodontic retainer preventing remission in celiac disease. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24137038

(12) Celiac disease and fibromyalgia: Is there an association?  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26838498

(13) Antigliadin Antibodies (AGA IgG) Are Related to Neurochemistry in Schizophrenia.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28674504

 

 

5 wichtige Schritte damit die Eliminationsdiät klappt

Eliminationsdiät

Viele Leute gehen durchs Leben und fühlen sich nicht wirklich wohl. Sie sind ständig müde, haben Verdauungsprobleme, schlafen nicht gut oder haben Hautprobleme. Und weil sie sich nie so richtig gut gefühlt haben, halten sie diesen Zustand für vollkommen normal.

Die meisten Gesundheitsprobleme entstehen aufgrund einer Entzündungsreaktion im Körper, und diese Entzündung wird häufig durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten hervorgerufen.

Wie aber können Sie erkennen, ob Ihre Beschwerden womöglich auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten zurückzuführen sind? Nun, dafür eignet sich eine Eliminationsdiät hervorragend. Durch die Elimination von Triggerstoffen kann die Entzündungsreaktion heruntergefahren werden und der Körper sich selbst heilen.

Wie wirkt eine Eliminationsdiät?

Man muss wissen, dass sich etwa 70 Prozent unseres Immunsystems im Darm befinden. Wenn Sie etwas essen, das von Ihrem Körper als Bedrohung angesehen wird, dann antwortet Ihr Immunsystem auf diesen Trigger mit einer Entzündungsreaktion.

Diese Reaktion wird durch das enterische Nervensystem kontrolliert. Das enterische Nervensystem, im Englischen auch als „zweites Gehirn“ oder „abdominelles Gehirn“ bezeichnet,  ist ein komplexes Geflecht aus Nervenzellen, das nahezu den gesamten Gastrointestinaltrakt durchzieht und den Verdauungstrakt mit dem Gehirn verbindet.

Wenn wir essen, sendet das enterische Nervensystem Botschaften an das Gehirn, das Enzyme, Hormone und eben teilweise auch entzündliche Reaktionen erforderlich sind. Letztere treten auf, wenn unverträgliche Nahrungsmittel gegessen werden, eine mikrobielle Infektion oder ein Nährstoffmangel vorliegt.

Bei der Eliminationsdiät werden verdächtige Nahrungsmittel für eine Weile – in der Regel 3 Wochen – aus dem Speiseplan der betroffenen Person ausgeschlossen. Verdächtige Nahrungsmittel sind dabei solche, von denen man weiß, dass sie häufig Entzündungen oder andere Reaktionen (zum Beispiel Blähungen) hervorrufen.

Nach 3 Wochen werden diese Nahrungsmittel einzeln wieder zugeführt. Die betroffene Person achtet darauf, ob irgendeine Reaktion durch die Wiedereinführung ausgelöst wird. Treten unerwünschte Reaktionen auf, so ist von einer Nahrungsmittelunverträglichkeit auszugehen, und das betreffende Nahrungsmittel sollte nicht weiter konsumiert werden.

5 wichtige Schritte, die Sie bei einer Eliminationsdiät beachten sollten

Bevor Sie mit der Eliminationsdiät anfangen, sollten Sie sich einen Schlachtplan machen. Entfernen Sie die Nahrungsmittel aus Ihrer Speisekammer, die ausgeschlossen werden sollen. Dann ersetzen Sie diese durch Lebensmittel von der unten aufgeführten Liste. Am besten legen Sie sich ein Notizbuch zu, damit Sie einige wichtige Dinge notieren können. Dies wird Ihnen später dabei helfen herauszufinden, welche Nahrungsmittel bei Ihnen zu negativen Reaktionen führen.

Schritt 1: Vermeiden Sie die häufigsten Trigger

Im wesentlichen sind es gerade mal 8 Nahrungsmittel, die für 90 Prozent aller Unverträglichkeiten verantwortlich sind. Dabei handelt es sich um

  • Milch
  • Eier
  • Gluten (vor allem in Weizen, Roggen, Gerste)
  • Soja
  • Erdnüsse
  • Zucker und künstliche Süßstoffe
  • Mais
  • Hülsenfrüchte

Haben Sie ernsthafte Verdauungsprobleme (zum Beispiel ein Reizdarmsyndrom) dann sollten Sie auch sogenannte FODMAPS (Fermentable Oligo-, Di-, Monosaccharides und Polyols = vergärbare Mehrfach-, Zweifach- und Einfachzucker sowie mehrwertige Alkohole) von Ihrem Speiseplan streichen. Zu den FODMAPS zählen:  Lactose (Milchzucker), Fructose (Fruchtzucker), Fruktane und Galactane sowie Polyole (z. B: Sorbitol, Mannitol, Xylitol und Maltitol).

Die Wirksamkeit der LOW FODMAP Diät bei Patienten mit Reizdarmsyndrom wurde 2010 in einer Studie nachgewiesen (1)

 

Schritt 2: Essen Sie saubere, nährstoffreiche Lebensmittel

Hunger sollte während der Eliminationsdiät kein Thema sein. Sie können so viel essen bis Sie satt sind, solange Sie vollwertige, unverarbeitete Lebensmittel essen. Bio-Lebensmittel sind zu bevorzugen.

Zu den Nahrungsmitteln, die Sie essen sollten, gehören:

Gemüse

Essen Sie große Mengen rohes, gekochtes oder gebratenes Gemüse vor allem aus der Familie der Kreuzblütler. Zu diesen gehören zum Beispiel Grünkohl, Brokkoli, Rosenkohl, Weiß- und Rotkohl, Brunnenkresse und Chinakohl.

Auch die Sprossen der Kreuzblütler sollten häufiger gegessen werden. Brokkolisprossen helfen beispielsweise bei der Entgiftung der Leber. Aber auch Sellerie, Fenchel, Gurken, Salate, grüne Bohnen, Pilze, Kürbis und Süßkartoffeln machen sich super.

Protein

Gesunde Proteinquellen sind Bio-Geflügel, Fleisch von Weidetieren, Fisch aus Wildfang (keine Aquakultur) und Wild.

Früchte

Achten Sie darauf, dass Sie möglichst Früchte verwenden, die den Blutzuckerspiegel nicht zu sehr in die Höhe treiben (also mit einer niedrigen glykämischen Last). Hierzu gehören Beeren, Grapefruits, Zitronen, Limetten und Erdbeeren.

Gesundes Fett

Der größte Anteil Kalorien sollte aus gesunden Fetten stammen. Diese beinhalten Avocados, Kokosöl, Weidebutter oder Ghee (Butterreinfett) und Extra Virgin Olivenöl.

Kräuter und Gewürze

Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und probieren Sie ein paar neue Kräuter und Gewürze aus wie Kurkuma, Ingwer, Oregano, Koriander, Basilikum, Thymian und vor allem Zimt.

Fermentierte Lebensmittel

Diese stellen einen wichtigen Bestandteil der Eliminationsdiät dar, da sie vorverdaute Nährstoffe und Probiotika (gute Bakterien) enthalten, die bei der Regeneration des Verdauungstraktes unterstützend wirken. In diese Kategorie gehören Lebensmittel wie Sauerkraut, Kimchi, Wasserkefir, Kokosjoghurt und Kombucha.

 

Schritt 3: Lesen Sie die Etiketten

Am besten ist es natürlich, wenn Sie Nahrungsmittel kaufen, die keine Etiketten haben (so wie einen Blumenkohl zum Beispiel). Ansonsten kommen Sie nicht darum herum, die vorhandenen Etiketten sehr genau zu lesen. Einige der häufigsten Triggerstoffe – wie Gluten und Milchproteine – tauchen in Nahrungsmitteln auf, wo man sie nicht erwarten würde. Bei verarbeiteten Lebensmitteln finden Sie sie häufig in der Zutatenliste.
Auch im Restaurant kann es Ihnen schnell passieren, dass sich „verbotene“ Lebensmittel in Ihr Essen verirren. Ich empfehle deshalb immer, während der Eliminationsdiät möglichst auf Restaurantbesuche zu verzichten. Lässt es sich nicht vermeiden, so sollten Sie im Restaurant möglichst übersichtliche Gerichte bestellen wie gegrilltes Fleisch mit gekochtem Gemüse.

 

Schritt 4: Führen Sie eine Essensliste

Es ist wichtig, dass Sie sich während der Eliminationsdiät notieren, was Sie gegessen haben und wie Sie sich fühlen. Am besten ist es natürlich, wenn Sie damit schon vor der Elimination anfangen und diese Liste auch bei der Wiedereinführung der Nahrungsmittel weiterführen.

Schreiben Sie sich vor Beginn der Eliminationsdiät auf, was Ihnen an Ihrem Körper auffällt. Wie sieht Ihre Haut aus? Wie sind Ihre Verdauungsgewohnheiten? Wie schlafen Sie? Haben Sie Schmerzen oder Entzündungen? Wie ist Ihre Stimmung vor und nach dem Essen? Wie sieht es mit Ihrem Gedächtnis aus? Haben Sie jemals das Gefühl, dass sie völlig umnebelt sind? Schreiben Sie sämtliche Probleme auf, die sie durchmachen. Es wird dann einfacher zu erkennen, wenn Veränderungen auftreten.

Schreiben Sie während der Eliminationsphase auf wie Sie sich den Tag über fühlen. Haben Sie mehr Energie? Sind die Symptome schwächer? Schlafen Sie besser? Hat Ihre Haut sich verändert? Sollten Sie eine Reaktion auf ein Nahrungsmittel feststellen, das nicht eliminiert worden ist, so schließen Sie dieses für die Zeit der Elimination ebenfalls aus.

Sie können sich sicherlich vorstellen, dass diese Liste in der Wiedereinführungsphase ebenfalls gute Dienste leistet. Also, je ausführlicher Sie Symptome in der Liste festhalten, desto besser.

Schritt 5: Die Wiedereinführungsphase, jeweils ein Nahrungsmittel und sehr bewusst

Nach 3 Wochen ist es Zeit auszutesten, welche Nahrungsmittel Ihnen Probleme bereiten. Führen Sie jeweils nur ein Nahrungsmittel wieder ein und essen Sie es drei Tage lang, bevor Sie das nächste Nahrungsmittel einführen.

Bemerken Sie in diesen drei Tagen keinen Unterschied, dann stellt das Nahrungsmittel für Sie kein Problem dar und Sie können es weiter konsumieren. Bemerken Sie jedoch eine negative Reaktion auf das wiedereingeführte Lebensmittel, dann müssen Sie den Konsum auf jeden Fall für eine längere Zeit aussetzen – eventuell stellen Sie fest, dass Sie dieses Lebensmittel gar nicht mehr essen können.

Es versteht sich von selbst, dass Sie Nahrungsmittel, die Symptome verursachen, nicht weiter essen. Haben sich die Symptome wieder gegeben, können Sie das nächste Nahrungsmittel wieder einführen. Dieses Vorgehen führen Sie fort, bis Sie alle ausgeschlossenen Nahrungsmittel wieder eingeführt haben (oder eben auch nicht).

Nahrungsmittel, die Symptome verursachen, sollten Sie mindestens für einen Monat vom Speiseplan streichen, bevor Sie noch einmal versuchen, sie wieder einzuführen.

Und bitte nehmen Sie für die Wiedereinführung möglichst einfache Lebensmittel. Also bei Milchprodukten zum Beispiel einen Naturjoghurt und nicht etwa einen Blauschimmelkäse mit Mascarpone. Ansonsten wissen Sie nicht, welcher Nahrungsbestandteil die Reaktion hervorgerufen hat.

Tja, so einfach ist das. Wenn Sie sich an diese 5 Schritte halten, sollten Sie in der Lage sein, Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu erkennen, die bei Ihnen zu gesundheitlichen Problemen führen. Wenn Sie künftig auf diese Nahrungsmittel verzichten, können sich diese Probleme deutlich bessern und in einigen Fällen sogar ganz verschwinden.

Wer sollte die Eliminationsdiät durchführen?

Ganz ehrlich, ich glaube so ziemlich jeder würde davon profitieren mal eine Eliminationsdiät zu machen. Ich kenne einige Leute, die chronische Schmerzen oder auch Hautprobleme hatten, die sich nach einer Eliminationsdiät mindestens deutlich verbessert haben und in vielen Fällen ganz weg waren.

Die Eliminationsdiät hilft nicht nur dabei herauszufinden, welche Nahrungsmittel störende Symptome hervorrufen. Wie gesagt – viele Menschen wissen gar nicht mehr wie „gesund und energiegeladen“ sich anfühlt und sind überrascht, wenn Sie sich nach der Eliminationsdiät auf einmal richtig gut fühlen.

Ganz sicher sollten folgende Personen eine Eliminationsdiät durchführen:

  1. Jeder, der unter einer Autoimmunerkrankung oder dem metabolischen Syndrom leidet.
  2. Menschen, die Schmerzen haben, die auf Entzündungen zurückzuführen sind (hierzu zählt zum Beispiel auch die Migräne).
  3. Menschen mit Kopfschmerzen, Nasennebenhöhlenentzündungen, Allergien.
  4. Personen, die schnarchen oder an Schlafapnoe (Atemaussetzern während des Schlafs) leiden.
  5. Individuen mit Hautirritationen, Akne, Exemen, Nesselsucht.
  6. Jeder, der wenig Energie hat obwohl er sich gesund ernährt.
  7. Leute mit Einschlaf- und Durchschlafstörungen.
  8. Frauen mit Prämenstruellem Syndrom (PMS) und menopausalen Beschwerden.
  9. Jeder, der bekannte Nahrungsmittelallergien und noch bestehende Symptome hat. Es gibt häufig Kreuzallergien – so zum Beispiel zwischen Gluten und dem Milchprotein Casein.

Ich halte es da mit den Amerikanern, die sagen „Test don’t guess“, also Testen, nicht vermuten. In diesem Sinne…

 

(1)Evidence-based dietary management of functional gastrointestinal symptoms: The FODMAP approach. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20136989?dopt=Abstract