Alle Beiträge von Karola Bady

Karola Bady, Jahrgang 1960, Abitur in Buxtehude, Volontariat und Festanstellung als Redakteurin im Weserbergland. Kontakt-Studium der Soziologie, Psychologie und Sportwissenschaften in Hamburg. Studium der Tierpsychologie an der ATN/Schweiz, Abschluss 2004, arbeitet heute als Pferdepsychologin in ganz Norddeutschland und lebt in Niedersachsen.

Nur Beirut war schlimmer

Die Flut geht und die Katastrophe bleibt: Menschen voller Angst vor ihrer Zukunft an der Ahr

Bei der Einfahrt nach Bad Neuenahr ist das wie ein Zeitsprung, gebeamt nach Afghanistan oder in den Irak. Ein Fotograf, der Reporter in Kriegsgebieten war, sagt, schlimmer habe er nur Beirut erlebt. Die Sonne nur zu ahnen, verdeckt vom Staub, aus dem sich schemenhaft Kolonnen abzeichnen, die mit Blaulicht die Straßen hin und her fahren. Niemand mag hier Journalisten, die sich jetzt den Schlamm von Schuld ins Gesicht schmieren und dann vor die Kamera hüpfen. Sie sind 20 oder 24 Jahre alt, keine Lebenserfahrung. Keine Ausbildung im Fach, aber Sensationsgier. Nur so ist zu erklären, wie es wiederum zu einer völlig verzerrten Berichterstattung kommen konnte. Im Zentrum die Menschen und Tiere, die alles verloren haben und nicht wissen, was jetzt wird. Die Medien ziehen weiter, am Tag darauf ist schon Schlagzeile, ob Helene Fischer wieder singt. Nur Beirut war schlimmer weiterlesen

Die Flutkatastrophe bringt es an den Tag

Die Flutkatastrophe im Ahrtal bringt ans Licht, wie Deutschland im Fall eines solchen Ereignisses wirklich dasteht: mit quasi runtergelassenen Hosen, nicht in der Lage, auf solche Anforderungen adäquat zu reagieren oder das im Ansatz zu reflektieren. An der Berichterstattung werden erhebliche Zweifel laut, denn Radio und TV erfassen wohl im Ansatz nicht, was in der Region zwischen Köln und Koblenz tatsächlich los ist. Gespräche mit Betroffenen und Hilfskräften vor Ort bringen das Ausmaß ans Tageslicht. Die Flutkatastrophe bringt es an den Tag weiterlesen

Corona Demo in Kassel – Framing vom Feinsten

Ein Gastbeitrag von Karola Bady.

 

Auf einer Demo war ich zuletzt als Schülerin, von der Oberstufe gegen den Lehrermangel initiiert. Damals wusste ich nicht genau, wofür wir auf die Straße gehen sollten, und mehr Lehrer oder mehr Unterricht fand ich nicht wirklich gut. Heute gehe ich auf eine Demo, weil ich mir ein Bild machen will, wer da demonstriert, deshalb war ich zweimal in Berlin, und jetzt in Kassel, denn die Motivation wurde verändert: wieso ist die Berichterstattung der Medien falsch und vor allem warum? Wer demonstriert und wer streut dabei Gewalt? Das waren Fragen, die mich zum „Frühlingsfest des Friedens“ brachten, als Augenzeugin, neutral, mit allen Sinnen ausgerüstet, inklusive Fotografin und Beweisfotos. Corona Demo in Kassel – Framing vom Feinsten weiterlesen

Politik und Presse tragen die Kollektivschuld

Demo am Tag der Freiheit in Berlin: Falsche Teilnehmerzahl entlarvt durch TV

Politiker, Polemiker und Presse haben einen schweren Fehler gemacht: selbst, wer nicht glauben wollte, dass die genannten Zahlen der Demo sehr viel höher waren als 20.000 Leute, konnte selbst bei 20 Sekunden kurzen Berichten sehen, dass die Straßen in Berlin voller „Demo-Kraten“ waren, die für ihr Recht auf Frieden und Freiheit einstehen. Ja, Verschwörungstheoretiker und Spinner waren zwar mit dabei, aber deutlich in geringer Menge. Presse und Gegendemonstranten waren dagegen auf der Strecke kaum zu sehen. Damit tragen Politik und Presse eine Kollektivschuld für einseitige Berichterstattung. Politik und Presse tragen die Kollektivschuld weiterlesen

Die Rolle der Medien in der Coronakrise

Der Blogbeitrag über das Ablehnen einer Anzeige im Verlag der FAZ wundert mich jetzt nicht mehr, ganz ehrlich. Wobei, früher hätte es kein Verleger gewagt, eine Anzeige zu verweigern, weil deren Inhalt nicht genehm wäre! Da gab es als Beispiel ein Unternehmen der Telekommunikation, das die großen Verlage ganz schnell erpressen konnte: Bei ungewünschter Kritik – keine Anzeige mehr! Ich möchte heute einfach gern mal erklären, warum sich „Die Medien“ so entwickelt haben und wie es möglich ist, ein ganzes Volk mit einseitiger Berichterstattung in Panik zu versetzen. Die Rolle der Medien in der Coronakrise weiterlesen

Diagnose Depression passt immer – in den Augen der Ärzte

Überall ist zu hören und zu lesen, Depressionen sind die neue Volkskrankheit. Das klingt zunächst logisch, da in Kliniken und bei Psychologen kaum noch Termine zu haben sind. Was ist aber, wenn das eine Falschmeldung und lediglich die Diagnostik dieser Krankheit falsch oder lückenhaft oder beides ist? Das folgende Beispiel ist garantiert kein Einzelfall. Diagnose Depression passt immer – in den Augen der Ärzte weiterlesen