Leckere Kürbissuppe – die richtige Mahlzeit für kalte Herbsttage

Kürbissuppe

Jetzt beginnt wieder die Kürbiszeit, und das bedeutet eine Menge leckere Gerichte. Kürbis ist ja wahnsinnig vielseitig. Man kann ihn als Kürbissuppe, Brot, Muffins, Beilagengemüse, Pommes und sogar als Kürbis Latte verwenden.

Und nicht nur das, der Kürbis unterstützt auch noch unsere Gesundheit, indem er unser Herz und unseren Taillenumfang im gesunden Bereich hält und sogar unser Sehvermögen unterstützt. Nicht schlecht, oder?

Der Kürbis – Eine Frucht voller Power

Kürbisse enthalten viele gesunde Inhaltsstoffe und sind dabei echte Schlankmacher. Dafür versorgt uns die Frucht mit Vitamin A, C und E, Folsäure, Magnesium, Kalzium, Kalium und Zink. All diese Inhaltsstoffe stärken das Immunsystem und schützen vor freien Radikalen. Die enthaltenen Carotinoide bewahren vor Krebs und Herzinfarkt. Darüber hinaus enthalten Kürbisse unter anderem Proteine, Globulin, Lecithin, Rohrzucker, Öl, Linolsäure, Phytosterin, Edestin, Phytin, Harz, Enzyme, Diastase, Urease, Emulsin, Salizylsäure, Spurenelemente, Magnesium, Kieselsäure und Natron.

Kerne und Fleisch des Kürbis zeigen unterschiedliche Effekte. So helfen die Kürbiskerne bei Prostatabeschwerden und Blasenschwäche, wirken harntreibend und behandeln Würmer. Das Fruchtfleisch beruhigt den Magen und hilft bei Verstopfung, Nierenschwäche und Herzbeschwerden. Des Weiteren kann es bei Rheuma, Gicht und Fettsucht zu einer Verbesserung der Beschwerden führen.

Die leuchtende Farbe verdanken Kürbisse ihrem hohen Gehalt an Carotinoiden, ähnlich wie bei Möhren. Gerade das Beta-Carotin wirkt als Vorstufe des Vitamin A und ist wichtig für die Funktion Ihrer Augen. Allerdings gelingt den meisten Menschen die Umwandlung von Beta-Carotin in Vitamin A nur in sehr begrenztem Maße (deshalb doch lieber zusätzlich mal ein bisschen Leber essen). Carotinoide gelten als Schutzfaktor gegen Krebs, Herz- und Gefäßkrankheiten.

Kürbisfleisch ist außerdem besonders reich an dem Mineralstoff Kalium, der Ihren Flüssigkeitshaushalt regelt. Der hohe Kaliumgehalt wirkt entwässernd und harntreibend. Wasseransammlungen und Giftstoffe können somit leichter aus dem Gewebe geschwemmt werden. Übrigens zählen auch die inzwischen so beliebten Zucchini zu den Kürbissen.

So, genug doziert, kommen wir mal zum Rezept.

Ich benutze gerne Hokkaido Kürbis, weil ich den nicht extra schälen muss. Das ist aber dann auch genau der Grund dafür, warum ich unbedingt einen Bio-Kürbis verwenden würde. Man kann aber natürlich auch jeden anderen Kürbis für eine Suppe verarbeiten.

Zutaten:

  • 1 Hokkaido Kürbis
  • 500 g Karotten (Bio-Karotten gerne ungeschält)
  • 1 Zwiebel
  • 5 cm Ingwer (von der Knolle abschneiden)
  • 2 EL Butter oder Ghee
  • 1 l Knochenbrühe
  • 500 ml Kokosmilch
  • 1 mittelgroße Banane
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack
  • Currypulver (Achtung, viele Currypulver enthalten unerwünschte Zusätze)

Zubereitung:

  1. Kürbis, Möhren, Ingwer und Zwiebel schälen und würfeln.
  2. In der Butter auf mittlerer Flamme 5 – 10 Minuten andünsten.
  3. Die Banane mit einer Gabel musen und hinzugeben.
  4. Mit der Brühe aufgießen und in etwa 15 – 20 Minuten weich kochen.
  5. Dann sehr fein pürieren, entweder mit einem Stab- oder sogar im Standmixer.
  6. Die Kokosmilch unterrühren, mit Salz, Pfeffer und Curry abschmecken und noch mal erwärmen.
  7. Mit Kürbiskernen garniert servieren.Wer es lieber etwas „fleischiger“ – oder sollte ich sagen „fischiger“ mag, der kann die Suppe auch mit Garnelen essen.

10 Gründe, warum Ölziehen zu Ihrer täglichen Routine gehören sollte

Ölziehen – oder auf Neuhochdeutsch Oil Pulling ist eine alte Therapie, die ihren Ursprung in Indien und Russland hat.

In der ayurvedischen Heilkunde wird das Ölziehen schon seit tausenden von Jahren bei vielerlei Beschwerden und Symptomen angewendet. In der ältesten ayurvedischen Schrift, der Charaka Samhita, wird schon das Ölziehen unter der Bezeichnung Kavala Gandoosha oder Kavala Graha beschrieben.

Es wurde als altes indisches Volksheilmittel genutzt, um Karies, Mundgeruch und Zahnfleischbluten vorzubeugen und die Zähne und das Zahnfleisch zu stärken (1). Die Heilsamen Eigenschaften, die dem Ölziehen zugesprochen werden, gehen aber weit über die Mundhygiene hinaus und erstrecken sich auf Beschwerden wie:

  • Bronchitis und grippale Infekte
  • Magengeschwüre und Magenschleimhautentzündungen
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
  • Erkrankungen des Herzens
  • Erkrankungen des Blutes
  • Erkrankungen der Nieren und der Leber
  • Thrombose
  • Chronische Schlaflosigkeit
  • Ekzeme, Akne, Schuppenflechte, Neurodermitis
  • Prämenstruelles Syndrom

Wie wird Ölziehen praktiziert?

Jeden Morgen gleich nach dem Aufstehen sollten Sie das Ölziehen durchführen. Es ist ganz einfach. Sie nehmen einen Esslöffel Bio-Kokkosöl (Bio-Sesam- oder Sonnenblumenöl gehen auch) und spülen damit mindestens 10 aber besser 20 Minuten Ihren Mund aus. Halten Sie das Öl in Ihrem Mund in Bewegung. Spülen Sie es schlürfend und saugend durch Ihre Zähne.

Sie können zwischendurch eine Pause einlegen und das Öl einfach einwirken lassen. Dies ist besonders für Anfänger im Ölziehen eine gute Idee, da es sonst zu einem Muskelkater kommen kann.

Bitte das Öl auf gar keinen Fall runterschlucken, da es voller Bakterien und Toxine ist (und die wollen Sie ja gerade loswerden). Spucken Sie das Öl nicht ins Waschbecken oder die Toilette. Da Kokosöl bei Temperaturen unter 25° C fest wird, könnte es die Rohre verstopfen. Also am Besten ab in den Mülleimer. Danach den Mund einfach mehrmals gut mit Wasser ausspülen und fertig.

Um einen frischen Geschmack im Mund zu bekommen und für gesteigerte antibakterielle Wirkung, können Sie das Öl auch mit 1 – 2 Tropfen eines ätherischen Öls versetzen (z. B. Pfefferminz oder Zitrone).

Warum Kokosöl das beste Öl zum Ölziehen ist

Sollten Sie einen Blick in die Studien werfen, die ich zitiere, so werden Sie feststellen, dass häufig Sesamöl getestet wurde. Tatsächlich ist geröstetes Sesamöl das Öl, das traditionell in der ayurvedischen Medizin eingesetzt wird.

Meiner Meinung nach hat Kokosöl gegenüber Sesamöl folgende Vorteile:

  • Kokosöl enthält weniger entzündliche Omega-6 Fettsäuren als Sesamöl. Es handelt sich hierbei um die Linolsäure, die aber nur in geringer Menge vorhanden ist.
  • Kokosöl hat antibakterielle und antivirale Eigenschaften, das bedeutet es tötet unliebsame Eindringlinge
  • Kokosöl zerstört Candida, den Erreger von Mund-Soor
  • Kokosöl hat einen wesentlich besseren Geschmack als Sesamöl (was ich bei 20 Minuten Spülung nicht unwichtig finde).

 

Gesundheitliche Vorteile

1. Mundgesundheit

Bakterien sind die Hauptursache von Mundgeruch und Zahnkaries. Die Bakterienmembranen sind fettlöslich und werden durch die mechanische Belastung des Saugens und Pressens beim Ölziehen abgebaut. Studien zeigen, dass Ölziehen die Verseifung oder den Abbau von Bakterienmembranen verbessert (2).

Die Anwendung von Kokosöl ist besonders vorteilhaft, weil dieses aus mittelkettigen Triglyceriden besteht und die Vermehrung des Bakteriums Streptococcus mutans aufhalten kann. Dieses Bakterium ist der Hauptverursacher von Karies (3).

Kokosöl schützt auch vor Pilzinfektionen im Mund, die als Soor bezeichnet werden (4). Diese Erkrankung tritt vor allem bei immungeschwächten Personen sowie bei stillenden Müttern und Babies auf.

In einer Studie aus dem Jahr 2011 wurde nachgewiesen, dass Ölziehen mit Sesamöl genauso effektiv ist wie eine Chlorhexidin Mundspülung (5).

2. Macht die Zähne weiß

Zahnbleaching ist ja groß im Trend, und ich bin der Meinung, wenn man auf die Chemie der Bleaching Strips verzichten kann, dann ist das eine tolle Sache. Durch Ölziehen werden Ihre Zähne ebenso weiß, aber ganz ohne Nebenwirkungen.

3. Verhindert Zahnfleischentzündungen

Die Gingivitis oder Zahnfleischentzündung ist eine häufige Form der Zahnfleischerkrankung, die zu einer Irritation, Rötung und Entzündung des Zahnfleisches führt.

In einer Studie wurde gezeigt, dass Ölziehen genauso effektiv Zahnplaques verhindern kann wie ein herkömmliches Mundwasser (6). Diese Zahnplaques führen zur Gingivitis. Nach 10 Tagen hatten die Probanden sowohl weniger Plaque als auch Zahnfleischentzündungen. Auch die Anzahl von Microorganismen im Mund war reduziert.

4. Unterstützt Ihr Immunsystem

Wenn Sie Ihren Mund minutenlang mit Öl spülen, reinigen Sie die Zahnzwischenräume, Zahnfleischtaschen, die Zunge und die Oberfläche der Zähne von Bakterien. Wenn Sie die Bakterien ausspucken, sind sie nicht mehr in der Lage, bis in Ihren Darm vorzudringen, wo sich 80 % Ihres Immunsystems befinden. Das bedeutet, dass Ihr Immunsystem sich anderen Aufgaben zuwenden kann.

Zudem wird durch die Kau- und Saugbewegungen beim Ölziehen das komplexe periphere Lymphsystem im Kopfbereich angeregt. Das Lymph-System hat eine große Bedeutung für das Immunsystem und bei der Reinigung der Zellen und des Bindegewebes. Das Kauen und Saugen regt Muskelpartien im Schädelbereich an, die sonst nicht so gefordert werden. Das sind die Muskeln an den Schläfen, im Augenbereich, den Ohren und am Hals.

5. Steigert die Energie

Wenn unser Immunsystem die Giftstoffe aus unserem Körper befördern muss, kostet das viel Energie. Werden die schädlichen Stoffe sofort durch Ölziehen entfernt, so muss unser Körper nicht mehr so viel Arbeit aufwenden, um gut zu funktionieren. Wir fühlen uns dadurch sehr viel besser. Diesen Effekt werden Sie schon nach 1 – 2 Wochen bemerken.

6. Entgiftet den Körper

Ölziehen regt die Speicheldrüsen an, und fördert so die Ausscheidung von schädlichen und toxischen Stoffen aus dem Organismus. Der Blutfluss in den Drüsen erhöht sich durch das Ölziehen um das drei- bis vierfache, und bewirkt so eine bessere Durchblutung des Gewebes im Mundraum, was wiederum zu einer besseren Schlackenausscheidung führt. Der Körper befreit sich von den Giften und Säuren über das Ölziehen.

Wenn Sie Öl so lange im Mund bewegen, regt das die Tätigkeit der Speicheldrüsen an. Und Speichel enthält Eiweißkörper, die für die Abwehr von Krankheitserregern wichtig sind: zum Beispiel Lysozym, das Bakterienhüllen auflöst, oder das Immunglobulin A, das sich an Krankheitskeime aller Art heftet, mit denen der Mensch schon einmal Bekanntschaft gemacht hat.

(Prof. Jürgen Ußmüller, leitender HNO-Arzt am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf)

7. Vermindert Kopfschmerzen

Wenn der Körper durch Gifte gestresst wird, kommt es zu Kopfschmerzen und Migräne. So will uns die Natur darauf aufmerksam machen, dass wir Zeit brauchen, um uns zu erholen. Tatsächlich können Kopfschmerzen vermieden werden, wenn Bakterien durch Ölziehen aus dem Körper entfernt werden.

8. Strahlende Haut

Sogar Ihre haut profitiert vom Ölziehen. Wenn Giftstoffe aus dem Körper entfernt werden, die ansonsten in den Blutstrom gelangen würden, bedeutet das für Ihre Haut, dass sie diese Gifte nicht selbst entfernen muss. Es wird gerne vergessen, aber unsere Haut Ausschlag und  ist wesentlich an der Entgiftung des Körpers beteiligt. Deshalb macht es auch keinen Sinn, Hautausschläge mit Cortison zu behandeln. Die Frage ist immer, worauf reagiert Ihre Haut (und das sind häufig Toxine). Hautprobleme vermindern sich häufig dramatisch oder verschwinden sogar ganz, wenn Sie täglich Ölziehen.

9. Eine gesündere Alternative zu Mundspülungen

Wenn Sie Ölziehen benötigen Sie wie oben ausgeführt kein Mundwasser mehr. Auch wenn diese Produkte dabei helfen können, Zahnfleisch-erkrankungen und Karies zu verhindern, wird eine Verbindung zwischen der Anwendung alkoholhaltiger Mundwasser und Krebserkrankungen im Mund diskutiert.

Im American Journal of Epidemiology erschien 2007 eine Studie, die die Benutzung von Mundwasser als Risikofaktor für das Auftreten von Kopf-, Nacken- und Speiseröhrenkrebs aufdeckte (7). Die Autoren erklärten, dass die Benutzung eines Mundwasser mit 30 % Alkohol zweimal pro Tag ein signifikanter Risikofaktor für das Auftreten dieser Krebserkrankungen darstellte.

Ich denke, wenn wir fragliche Produkte (Chlor ist immer noch ein Zellgift) durch natürliche Produkte ohne Nebenwirkungen ersetzen können, dann ist das selbstverständlich eine gute Sache. Ich selbst verzichte nicht nur auf Mundwasser jeglicher Art, sondern benutze auch DIY Zahnpasta (natürlich ohne Fluorid), um den Toxingehalt in meinen Körperpflegemitteln zu vermindern.

10. Gesunder Mund, gesundes Herz

So merkwürdig es auf den ersten Blick auch ist, aber gute Mundhygiene steht in Zusammenhang mit besserer Herzgesundheit.

Es gibt immer mehr Studien, die einen Zusammenhang zwischen schlechter Mundhygiene und Herzerkrankungen aufzeigen (8). Die Wissenschaftler glauben, dass die Entzündung, die von Zahnfleisch-erkrankungen ausgeht, der verbindende Faktor zwischen diesen beiden Erkrankungen sein könnte (9).

Zuletzt noch ein Tipp

Für die meisten Menschen wird es am Anfang ein komisches – vielleicht sogar unangenehmes – Gefühl sein, einen ganzen Esslöffel Öl im Mund zu bewegen. Fangen Sie also langsam an. Nehmen Sie zunächst nur einen Teelöffel und steigern Sie dann die Menge. Auch von der Zeit her sollten Sie sich nicht überfordern. Wenn Sie am Anfang die 20 Minuten nicht schaffen, dann fangen Sie mit 5 – 10 Minuten an. Wenn Sie während dieser Zeit duschen und Kaffee kochen sind die 20 Minuten schneller rum als Sie denken.

Und noch etwas. Ölziehen ersetzt nicht das Zähneputzen, sondern sollte immer zusätzlich durchgeführt werden.

 

(1) Tooth Brushing, oil pulling and tissue regeneration: A review of holistic approaches to oral health. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3131773/

(2) Mechanism of oil-pulling therapy – in vitro study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21525674

(3) The Effect of Coconut Oil pulling on Streptococcus mutans Count in Saliva in Comparison with Chlorhexidine Mouthwash. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27084861

(4) In Vitro Killing of Candida albicans by Fatty Acids and Monoglycerides. http://aac.asm.org/content/45/11/3209

(5) Comparative efficacy of oil pulling and chlorhexidine on oral malodor: a randomized controlled trial. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25584309

(6) Effect of oil pulling on plaque induced gingivitis: a randomized, controlled, triple-blind study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19336860

(7) Oral health and risk of squamous cell carcinoma of the head and neck and esophagus: results of two multicentric case-control studies. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1776169

(8) Oral health and coronary heart disease. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27846870

(9) GUM DISEASE AND HEART DISEASE. https://www.perio.org/consumer/heart_disease

Knochenbrühe für die Seele – und noch einige andere Dinge

Gute Brühe erweckt Tote zum Leben (südamerikanisches Sprichwort)

Na ja, ganz soweit geht es vielleicht nicht, aber tatsächlich enthält Knochenbrühe viele heilende Substanzen und kann somit den Körper bei der Bekämpfung von manch einer Krankheit unterstützen.

 

Knochenbrühe erlaubte es unseren Vorfahren absolut alle Teile eines Tieres zu verwerten. Knochen, Mark, Haut, Füße, Sehnen und Bänder, die man nicht direkt essen kann, wurden über einige Tage geköchelt. Dadurch werden Stoffe wie Kollagen, Prolin, Glycin und Glutamin freigesetzt, die für Ihre Gesundheit sehr wichtig sind.

Knochenbrühe enthält Mineralien in einer Form, die von unserem Körper sehr leicht aufgenommen werden kann: Calcium, Magnesium, Silizium, Schwefel und andere. Sie enthält Chondroitinsulfat und Glucosamin; Verbindungen, die als teure Nahrungsergänzungsmittel gegen Entzündungen und Gelenkschmerzen verkauft werden.

 

Welche gesundheitlichen Wirkungen können Sie von Knochenbrühe erwarten?

1. Stärkung des Immunsystems

In der Brühe vorkommende Aminosäuren (AS) wie Arginin, Glutamin und Cystein stärken das Immunsystem sowohl bei Menschen als auch bei Tieren. 

2. Linderung von Erkältungssymptomen

Ich oute mich hier jetzt altersmäßig, aber als ich ein Kind war, wurde bei Erkältungen selbst gekochte Hühnersuppe getrunken. In der Zeitschrift Chest wurde im Jahr 2000 eine Studie veröffentlicht, die aufzeigte, dass Hühnersuppe tatsächlich Erkältungssymptome lindern kann, indem sie die Schleimauflösung unterstützt, die Atemwege freimacht und leicht verdauliche Nährstoffe bereitstellt (1). 

Die in der Hühnersuppe enthaltene Aminosäure Cystein ähnelt übrigens chemisch dem Schleimlöser Acetylcystein (ACC), den Sie in der Apotheke kaufen können.

3. Antientzündliche Wirkung

Studien haben gezeigt, dass viele AS, die in Knochenbrühe vorkommen, wie zum Beispiel Cystein, Histidin und Glycin entzündungshemmend wirken. L-Glutamin wirkt spezifisch im Darm antientzündlich.

4. Reparatur eines Leaky Gut

Gelatine hat eine positive Wirkung auf die Integrität der Darmschleimhaut, kann die Symptome von Nahrungsmittelallergien vermindern, unterstützt das Wachstum von guten Darmbakterien und hält ein gesundes Entzündungsniveau im Darm aufrecht. Das Journal of Clinical Gastroenterology veröffentlichte eine Untersuchung, die bestätigte, dass Gelatine die Darmgesundheit und -integrität unterstützt (2).

Knochenbrühe ist leicht verdaulich und wirkt beruhigend auf das Verdauungssystem im Gegensatz zu anderen Nahrungsmitteln, die häufig schwer in ihre Bestandteile zu zerlegen sind. Und letztendlich kommt es ja darauf an, dass wir die Nährstoffe, die in einem Nahrungsmittel enthalten sind, auch aufnehmen können.

Studien zeigen, dass Menschen mit einem aus dem Gleichgewicht geratenen Verdauungssystem häufig eine verminderte Konzentration von Kollagen im Serum haben (3). Da die im Kollagen enthaltenen AS das Gewebe aufbauen, das den Dickdarm und den gesamten Verdauungstrakt auskleidet, kann die Zufuhr von Kollagen eine gesunde Verdauungs-funktion unterstützen.

5. Vorbeugung und Linderung von Gelenkbeschwerden

Knochenbrühe ist eine der besten Quellen für natürliches Kollagen. Kollagen ist ein Protein, das in Knochen, Haut, Knorpel, Bändern, Sehnen und im Knochenmark vorkommt. Wenn wir älter werden, kommt es zu einem Verlust an Knorpelsubstanz. Das in der Brühe enthaltene Kollagen wirkt hier praktisch wie ein Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung der Knorpelwiederherstellung.

Einer der wertvollsten Bestandteile der Knochenbrühe ist Gelatine. Sie wirkt in den Gelenken praktisch wie ein Kissen und verhindert, das Aufeinanderprallen von Knochen. Gelatine versorgt uns auch mit Bauteilen, die für die Aufrechterhaltung von starken Knochen und einer ausreichenden Knochenmineralisierung wichtig sind.

Eine Studie der Abteilung für Ernährung und Sporternährung der Penn State University untersuchte die Auswirkung einer Kollagensubstitution bei Sportlern. Nach nur 24 Wochen wiesen die meisten von ihnen signifikante Verbesserungen in der Gelenkbeweglichkeit und eine Verminderung in Faktoren wie zum Beispiel Schmerzen, die die sportliche Leistung negativ beeinflussen (4).

7. Knochenbrühe unterstützt den Wasserhaushalt

Die Brühe sorgt für eine höhere Zufuhr von Elektrolyten (Mineralien) und Kohlenhydraten (Gemüse). Studien haben gezeigt, dass das Trinken von Brühe den Körper bessert rehydriert als das Trinken von Wasser.

 9. Sorgt für gesunde Haut

Das in der Brühe enthaltene Kollagen unterstützt die Synthese von Elastin und anderen Stoffen in der Haut, die dafür verantwortlich sind, dass die Haut ihr jugendliches Aussehen und ihre Struktur behält. Funktionierendes Kollagen vermindert Falten, reduziert Schwellungen und bekämpft andere Zeichen des Alterns. Viele Menschen berichten, dass Cellulitis verschwindet, wenn sie Nahrungsmittel essen, die viel Kollagen enthalten. 

Diesen Effekt haben Sie übrigens nur, wenn Sie Kollagen essen. Eine Kollagencreme bringt Ihnen überhaupt nichts, weil Kollagen als Molekül zu groß ist, um die Haut zu durchdringen. Sparen Sie sich also lieber das Geld. Cremes enthalten zudem meist eine Menge Toxine.

Eine doppelblinde, placebo-kontrollierte Studie untersuchte 2013 welchen Effekt die tägliche Zufuhr von 2,5 – 5 g Kollagen Hydrolisat auf das Hautbild von Frauen im Alter von 35 – 55 Jahren hat. Zu Beginn und nach 4 und 8 Wochen wurde die Hautelastizität, Hautfeuchtigkeit, der transepidermale Wasserverlust (Trockenheit) und die Rauheit der Haut objektiv gemessen (5).

Schon nach 4 Wochen zeigte sich in der Kollagengruppe eine signifikant bessere Hautfeuchtigkeit und Verdunstungsleistung als in der Placebogruppe und sogar eine erkennbare Abnahme von Zeichen der Hautalterung. Und das alles ohne Nebenwirkungen.

10. Muskelaufbau

Die AS der Knochenbrühe können die Muskelproteinsynthese anregen. Diese ist essentiell für Wachstum, Reparatur und Aufrechterhaltung der Muskelmasse (6). Das im Kollagen enthaltene Glycin hilft beim Muskelaufbau indem es Glucose in verwertbare Energie umwandelt. Außerdem verlangsamt es den Knochen-, Gebewebe- und Muskelschwund, der mit dem Altern vergesellschaftet ist, indem es die Nutzung von Antioxidantien verbessert. Studien haben gezeigt, dass Glycin vor Muskelschwund schützt und die Expression (das Anschalten) von Genen für den altersbedingten Muskelabbau stoppen kann (7).

11. Unterstützt den Stoffwechsel

Brühe ist eine großartige Möglichkeit, die Menge an Glutathion in Ihrem Körper zu vergrößern. Glutathion ist unser Master-Antioxidans und an vielen Entgiftungsreaktionen im Körper beteiligt. Eine 2004 im Journal of Nutrition erschienene Untersuchung führte aus, dass Glutathion an der Regulierung von Genexpressionen, DNA- und Proteinsynthese, Zellwachstum und Apoptose (Zelluntergang), Signalübersetzungen, Cytokin-Produktion (= Proteine, die das Wachstum und die Differenzierung von Zellen regulieren) und der Immunantwort beteiligt ist (8).

Die in Knochenbrühe enthaltenen Nährstoffe

1. Glycosaminoglykane (GAG)

Zur Aufrechterhaltung und Unterstützung von Kollagen und Elastin. Unterstützen eine gesunde Verdauung durch Hilfe beim Wiederaufbau der Darmschleimhaut. Ein GAG-Mangel wurde mit Verdauungsproblemen in Zusammenhang gebracht (9). Wichtige GAGs, die in Knochenbrühe vorkommen sind: Glucosamin, Hyaluronsäure und Chondroitinsulfat.

2. Mineralien und Elektrolyte

Elektrolyte in Knochenbrühe beinhalten unter anderem Calcium, Magnesium und Kalium, die wichtig sind für eine gute Durchblutung, Knochendichte, Nervenimpulse, Herzgesundheit und ein gesundes Verdauungssystem. 

3. Collagen

Collagen ist das Hauptstrukturprotein des menschlichen Körpers, hilft bei der Ausbildung von Bindegewebe und „versiegelt“ die Schutzschicht des Darmtraktes. Es ist auch die gelförmige, weiche Struktur die unsere Knochen bedeckt und zusammenhält.

Durch seine Wirkung auf den Verdauungstrakt kann Collagen zur Therapie bei IBS, M. Crohn, Colitis Ulcerosa und Refluxerkrankungen (Sodbrennen) eingesetzt werden.

4. Gelatine

Gelatine, ein Abbauprodukt des Collagens, wurde schon im alten China als Medizin eingesetzt.

Da Gelatine beim Proteinabbau hilft und die Darmschleimhaut beruhigt, kann es als Therapeutikum beim Leaky Gut Syndrom und den damit verbundenen Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden. Die Heilung eines Leaky Guts führt auch zu einem Rückgang in Nahrungsmittel-allergien.

Es fördert eine gesundes Microbiom (Darmflora) und sorgt durch einfach aufzunehmende Mineralien für gesunde Knochen.

5. Semiessentielle AS

Gelatine enthält die Semiessentiellen AS Arginin, Glycin, Glutamin und Prolin. Unser Körper kann diese AS eigentlich selber herstellen, aber unter bestimmten Umständen kann die Synthese zu gering werden, wodurch diese AS essentiell werden und dann mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Hierzu kommt es unter anderem durch Stress und unsere wundervolle westliche Ernährung mit großen Mengen an raffinierten Kohlenhydraten und zu wenig hochwertigem Protein.

Wofür benötigen wir diese AS?

Arginin

  • Immunsystem und Wundheilung
  • Produktion und Freisetzung von Wachstumshormon
  • Regeneration kaputter Leberzellen
  • Spermienproduktion

Glycin

  • Verhindert den Abbau von Muskelgewebe
  • Produktion von Gallensäuren und Glutathion
  • Entgiftung von Chemikalien und antioxidative Wirkung
  • Verbessert als Neurotransmitter den Schlaf, das Gedächtnis und die Leistung

Prolin

  • Knorpelregeneration und Gelenkheilung
  • Vermindert Cellulitis, macht die Haut geschmeidig
  • Reparatur eines Leaky Gut

Glutamin

  • Schützt die Darmschleimhaut
  • Metabolischer Brennstoff für Zellen im Dünndarm
  • Verbessert den Stoffwechsel und den Muskelaufbau

Selbst gemacht oder gekauft?

Bevor Sie jetzt in den nächsten Laden laufen und sich dort die sogenannte Brühe als Konzentrat oder vielleicht sogar im Glas abgefüllt kaufen, hier noch einige Hinweise.

Die normale Brühe aus dem Laden besteht zu über 90 % der Fälle nicht wirklich aus einer Brühe, die auf Knochen unter Hinzufügen von sonstigen Tierbestandteilen und Gemüse gekocht wurde. Die großen Nahrungs-mittelkonzerne benutzen im Labor hergestellte Fleischgeschmacksstoffe in Bouillon-Würfeln, Suppen- und Soßenmischungen. Sie nehmen auch gerne Monosodium-Glutamat (MSG), das zwar als Geschmacksverstärker und Fleischgeschmacksstoff deklariert wird, aber in Wirklichkeit ein Neurotoxin (Nervengiftstoff) ist.

Meine Empfehlung – und Sie haben es sicher schon geahnt: Machen Sie Ihre eigene Knochenbrühe. Es ist super einfach und soviel gesünder als alles, was Sie kaufen können. Ein Rezept finden Sie hier.

 

(1)Chicken soup inhibits neutrophil chemotaxis in vitro.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/m/pubmed/11035691/)

(2) Gelatin tannate reduces the proinflammatory effects of lipopolysaccharide in human intestinal epithelial cells.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3358810/

(3) Serum laminin and collagen IV in inflammatory bowel disease.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14600124

(4) 24-Week study on the use of collagen hydrolysate as a dietary supplement in athletes with activity-related joint pain.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18416885

(5) Oral supplementation of specific collagen peptides has beneficial effects on human skin physiology: a double-blind, placebo-controlled study.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23949208

(6)Dietary Protein Considerations to Support Active Aging.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4213379/

(7) Glycine administration attenuates skeletal muscle wasting in a mouse model of cancer cachexia. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23835111

(8) Glutathione metabolism and its implications for health.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14988435

(9)http://www.naturalmedicinejournal.com/journal/2015-04/n-acetylglucosamine-treatment-inflammatory-bowel-disease

Knochenbrühe einfach selbstgemacht

Seit Tausenden von Jahren hat jede Kultur ihre eigenen traditionellen Nahrungsmittel wie fermentierte Gemüse und Milchprodukte, die für ihre positive Wirkung auf die Gesundheit gepriesen wurden. Wir haben jetzt ein Nahrungsmittel wiederentdeckt, das den oben genannten in Puncto Gesundheit wenigstens gleich gestellt ist. Ich spreche (oder schreibe) hier natürlich von der Knochenbrühe, die inzwischen nicht nur in Paleo Kreisen verstärkt konsumiert wird.

Und tatsächlich kommt auch die Wissenschaft zu dem Ergebnis, dass Knochenbrühe ein ganz besonderes Nahrungsmittel ist.

Knochenbrühe hilft bei:

  • Verdauungsproblemen einschließlich entzündlicher Darmerkrankungen
  • Erkältungen
  • Gelenkbeschwerden
  • Alterserscheinungen der Haut
  • Einem schwächelndem Immunsystem
  • Knochenaufbau und Mineralisierung der Knochen.

Dieses Superfood können Sie ganz einfach selbst herstellen. Die Zubereitungszeit beträgt bei Geflügelknochen 12 – 24 Stunden (je länger, desto besser), bei Knochen von Rind, Lamm oder Wild 48 – 72 Stunden.

Aufgrund dessen nehme ich zum Kochen gerne meinen Slow Cooker, denn ich hätte doch ein ungutes Gefühl dabei, den Gasherd 3 Tage lang anzulassen.

Achten Sie bei den Knochen darauf, dass Sie keine Knochen von Tieren aus Massentierhaltung verwenden. Schadstoffe werden im Knochenmark und Fett abgelagert, und Sie wollen keine Brühe, die voller Antibiotika und Hormone steckt (bei Hühnern auch gerne mal Arsen). Kaufen Sie also Knochen von artgerecht gehaltenen Tieren.

Das untenstehende Rezept ist nur ein Vorschlag. Sie können Knochen verschiedener Tiere zusammen kochen und Gemüse und Gewürze Ihrer Wahl hinzufügen. Ich habe im Gefrierschrank immer eine große Dose, in der ich die Knochen- und Knorpelabfälle sammle, und koche Brühe, wenn ich genug beisammen habe.

Zutaten:

  • Knochen mit Knochenmark
  • 4 Karotten (bei Bio Karotten die Schale einfach dranlassen)
  • 1 Sellerieknolle
  • 1 – 2 Stangen Lauch
  • 2 mittlere Zwiebeln (bei Bio Zwiebeln ebenfalls mit Schale) geviertelt
  • 4 Knoblauchzehen (Sie wissen schon, mit Schale) kleingeschnitten
  • 1 TL Himalaya Salz
  • 1 TL schwarzer Pfeffer
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 EL Estragon
  • 3 EL Bio Apfelessig (dieser zieht die Nährstoffe aus den Knochen)
  • genug Wasser, um die Knochen zu bedecken.

 

Zubereitung:

  • Tun Sie alle Zutaten in den Slow Cooker
  • Füllen Sie ihn mit Wasser auf, bis alles bedeckt ist
  • Stellen Sie den Slow Cooker auf Low und kochen Sie die Brühe für 12 – 72 Stunden (je nachdem, welche Knochen Sie verwenden). Es empfiehlt sich, einmal am Tag nachzusehen, ob eventuell noch etwas Wasser nachgefüllt werden muss, da ein Teil des Wassers verdampft.
  • Lassen Sie die Brühe, wenn sie fertig gekocht ist, etwas abkühlen.
  • Entfernen Sie die festen Bestandteile, und gießen Sie danach die Brühe durch ein Sieb, um kleinere feste Teile zu entfernen.
  • Füllen Sie die Brühe in Gläser, und verschließen Sie sie gut.
  • Die Brühe ist im Kühlschrank 7 – 10 Tage und in der Gefriertruhe bis zu 3 Monate haltbar.

Nachdem die Brühe abgekühlt ist, bildet sich an der Oberfläche eine Fettschicht. Entfernen Sie diese erst, wenn Sie die Brühe essen wollen (oder seien Sie ganz mutig und essen Sie sie mit). Diese Fettschicht schützt die Brühe vor dem Verderben.

Ich habe eigentlich immer Brühe im Kühlschrank stehen. Ich trinke sie oder benutze sie zum Gemüse kochen oder für Suppen. Auch Püriertes bekommt durch Knochenbrühe einen super Geschmack.

 

Meditation – Stressabbau und Gesundheit

 

balance-110850Da wir heutzutage in einer sehr stressigen Welt leben, müssen wir uns Wege zurechtlegen, mit diesem Stress umzugehen. Eine Möglichkeit besteht darin zu meditieren. Da höre ich immer wieder: „Also weißt du, da habe ich ja nun überhaupt keine Zeit zu, und dieses Rumsitzen macht mich wahnsinnig.“ Hallooo!!?? Das ist genau mein Punkt, und deshalb sage ich auch, dass genau diese Leute von einer täglichen (kurzen) Meditation extrem profitieren würden. Wenn Sie sich nicht die Zeit nehmen, etwas für sich zu tun (nämlich in diesem Falle, mal zur Ruhe zu kommen), dann laufen Sie immer weiter hübsch in Ihrem Hamsterrad herum, bis Sie nicht mehr können und Ihr Körper Sie dann ausbremst.

Meditation – was kann sie für uns tun?

Der wichtigste Faktor ist, dass Meditation Körper und Geist entstresst. Wer täglich meditiert, lernt mit Stress sehr viel besser umzugehen. Sind Meditationsübungen einmal verinnerlicht, so wird man beim Auftreten von Stress zum Beispiel automatisch in eine tiefere Atmung verfallen. Menschen, die meditieren haben insgesamt deutlich erniedrigte Stresslevel (1). Ich persönlich kann sagen, dass ich seit ich meditiere, nicht mehr das Verlangen habe, andere Verkehrsteilnehmer zu beschimpfen, wenn sie mich mit überhöhter Geschwindigkeit überholen, nur um sich dann schnell vor mich zu drängeln. Ein paarmal tief durchatmen, und ich sage mir „Was sind die doch arm dran, dass sie das nötig haben“.

Da bekannt ist, dass Meditation die Stressreaktion vermindert, und wir andererseits wissen, dass viele Krankheiten der modernen Welt durch Stress verursacht werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Meditation in der Prophylaxe und Therapie dieser Krankheiten weiterhelfen könnte.

In vielen Studien wurde gezeigt, dass Meditation den Bluthochdruck günstig beeinflussen kann (2). Dies verwundert natürlich nicht, da Stress ja ein Risikofaktor für einen Hypertonus ist. Es wurde sogar gezeigt, dass Meditation genauso gut wirkt wie eine Behandlung mit blutdrucksenkenden Medikamenten. Damit hat die Meditation ganz klar die Nase vorn, denn sie hat keine Nebenwirkungen.

Meditation stärkt auch das Immunsystem. Man erklärt sich diesen Effekt durch die Wirkung der Meditation auf das Parasympathische Nervensystem. Dieses Nervensystem ist Gegenspieler des Sympathikus (den wir schon bei der Stressreaktion kennengelernt haben) und ist verantwortlich für Regeneration und Verdauung. In Studien wurde gezeigt, dass durch Meditation pro-inflammatorische Gene heruntergefahren werden (3), das bedeutet, dass im Körper weniger entzündliche Prozesse ablaufen, die zu Krankheiten und vorzeitiger Alterung führen. In einer weiteren Studie erhielten 48 Probanden eine 8 wöchige Unterweisung in Meditation. Im Gegensatz zur Kontrollgruppe hatten sie nach diesem Zeitraum eine signifikant höhere Antikörperproduktion auf eine Grippeschutzimpfung (4).

Die Serotoninproduktion (Serotonin = „Glückshormon“) wird durch Meditation gesteigert, indem die Aktivität in den Stress produzierenden Regionen des Gehirns – den Amygdala und dem rechten präfrontalen Cortex (frontale Hirnrinde) gemindert und die Aktivität in der Glück produzierenden Region des Gehirns – dem linken präfrontalen Cortex erhöht wird (5).  Dies führt zu einer ausgeglicheneren Stimmung. Niedrige Serotoninspiegel findet man zum Beispiel bei Menschen mit Depression, Kopfschmerzen und Schlafstörungen.

Meditation stärkt die Konzentration. Das würde man natürlich schon erwarten, da die Meditation an sich ja eine Konzentrationsübung ist. Es gibt einige Untersuchungen zu diesem Thema. Yi-Yuan Tang ließ Probanden fünf Tage lang für je 20 Minuten meditieren und fand heraus, dass schon nach dieser kurzen Intervention die Probanden eine signifikant bessere Konzentrationsfähigkeit im Gegensatz zur Kontrollgruppe aufwiesen (6). Übrigens waren auch ihre Stresslevel geringer – nach nur 5 Tagen!

Meditation muss also weder für Jahre betrieben werden noch Stunden pro Tag in Anspruch nehmen. Fangen Sie langsam an. Für den Anfang genügen 1 – 3 Minuten. Setzen oder legen Sie sich bequem hin, atmen Sie tief in Ihren Bauch ein, halten Sie kurz den Atem an und atmen Sie dann bewusst wieder aus (Zähltechnik: 4 – 7 – 8). Diese Technik ist einfach und kann überall angewandt werden (an der Ampel, in der Warteschlange an der Supermarktkasse – vielleicht wollen Sie sich hier nicht hinlegen, sondern die Atemübung dann einfach im Stehen ausführen). Sie werden nach kurzer Zeit merken, dass Sie deutlich ruhiger auf Ihre Umgebung reagieren.

Die Website calm.com bietet schöne Bilder und Naturgeräusche, die Sie zum Meditieren verwenden können. Es gibt sogar einen Timer, mit dem Sie die Dauer Ihrer Meditation einstellen können. Und auf YouTube.com finden Sie viele geführte Meditationen.

Worauf warten Sie noch?

(1)https://www.welt.de/gesundheit/article119098145/Meditation-die-schaerfste-Waffe-gegen-Stress.html

(2)http://www.psychologie-heute.de/archiv/detailansicht/news/bluthochdruck_meditation_statt_medikation/

(3)http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0889159112001894

(4)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12883106

(5)https://www.brainwave-research-institute.com/meditation-increases-serotonin-levels-.html

(6)http://www.pnas.org/content/104/43/17152