Kartoffelchips – die extra Portion Karzinogene

KartoffelchipsSicher haben Sie schon gehört, dass frittierte Kartoffeln irgendwie mit Krebs zusammenhängen und natürlich auch, dass Kartoffelchips generell als Junk Food angesehen werden. Wenn aber die Chipshersteller Schlagworte wie „bio“ benutzen, werfen die meisten Leute den gesunden Menschenverstand über Bord. Tatsächlich wird von den Herstellern sogar propagiert, dass bestimmte Kartoffelchips (so wie Kettle Chips oder „gebackene“ Chips) gesunde Alternativen zu herkömmlichen Chips darstellen.

Kettle Chips – wirklich gesund?

Kettle Chips sind nichts anderes als ganz gewöhnliche Kartoffelchips, die in einem Kessel frittiert wurden. Genau so wurden Kartoffelchips vor Jahrzehnten – in den guten alten Tagen – hergestellt.

Bei diesem Prozess werden die Kartoffelchips in einzelnen Chargen frittiert im Gegensatz zum konventionellen Herstellungsprozess. Die einzelnen Chargen sollen aus kleineren Mengen Chips bestehen.

Der einzige Grund, warum Kettle Chips als gesünder angesehen werden könnten, besteht darin, dass das Öl zwischen den einzelnen Chargen etwas abkühlt, sodass die Kartoffeln bei niedrigeren Temperaturen frittiert werden. Dies soll die Konzentration von Acrylamiden verringern.

Technisch gesehen, können Sie Kettle Chips ganz einfach zuhause machen, indem Sie dünn geschnittene Kartoffeln in einem Topf frittieren. Die Frage ist aber – sind die tatsächlich gesund. Und die Antwort ist – Sie haben es schon geahnt – nein.

4 verschiedene Karzinogene in Kartoffelchips

Bei der Herstellung von Kartoffelchips werden verschiedene krebserregende Substanzen gebildet. Diese sind im Einzelnen:

Acrylamide

Diese Substanz entsteht, wenn stärkehaltige Gemüse – vor allem Kartoffeln – gebacken, frittiert oder bei hohen Temperaturen gebraten werden. Hierzu kommt es, weil die Kohlenhydrate aus dem Gemüse sich mit der Aminosäure Asparagin (u. a. aus Kartoffeln und Getreide) verbinden. Ein verräterisches Zeichen für das Vorhandensein von Acrylamid ist seine typische gelb-braune Farbe. Diese Substanz ist nachweislich krebserregend und schädigt auch das Nervensystem. 2014 hat die EFSA (European Food Safety Authority = Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) Acrylamid in Lebensmitteln gewarnt (1).

PAH: Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe

Diese werden in die Luft abgegeben, wenn beim Frittieren Rauch entsteht. Sie werden dann vom Nahrungsmittel – in diesem Fall Kartoffeln – aufgenommen, und Sie essen sie gleich mit. Auch wenn Sie Fleisch, Gemüse oder Käse auf dem Grill oder in einem Räucherofen räuchern, sind die fertigen Produkte hinterher mit PAHs absolut gesättigt.

Auch durch das Einatmen von Rauch, der beim Grillen oder Braten entsteht, gelangen diese Substanzen in Ihren Körper. Allerdings sind die Konzentrationen der PAHs in den Fabriken, in denen die Produktion kontinuierlich abläuft, natürlich sehr viel höher als bei Ihnen zuhause. Aus diesem Grund haben die Chips schon eine ordentliche Dosis PAHs abbekommen, bevor sie verpackt werden. Die krebserregende Wirkung der PAHs steht ohne Zweifel fest (2).

Heterocyklische Amine (HCA)

Diese Stoffe entstehen, wenn Nahrungsmittel zu hoch erhitzt werden und dabei verkohlen. Dieser Vorgang ist uns allen vor allem beim Grillen von Fleisch bekannt. Er kann aber eben auch bei Kartoffelchips auftreten. In Studien wurde nachgewiesen, dass der Verzehr von verkohlten Lebensmitteln das Krebsrisiko – vor allem für Darmkrebs – erhöht (3).

Advanced Glycation End Products (AGEs)

Als Glykation wird die Reaktion von Proteinen, Lipiden oder Nukleinsäuren mit Kohlenhydraten ohne Beteiligung von Enzymen bezeichnet. Kohlenhydrate verbinden sich mit Proteinen und formen so diese Endprodukte, die sich dann in den Geweben ansammeln. Das Ergebnis hoher Konzentrationen dieser AGEs ist eine chronische niedrigschwellige Entzündung, oxidativer Stress und Nierenschäden (4).

Die wissenschaftliche Literatur zeigt auf, dass fast jede chronische Krankheit ihre Wurzeln in diesen AGEs hat. Sie tragen zu einem erhöhten Krebsrisiko bei, weil chronische Entzündungen und im Blutstrom zirkulierende freie Radikale die Bildung von Krebszellen auslösen können.

Wenn die Nieren diese Giftstoffe nicht ausscheiden können, wird der Körper von ihnen überflutet, was das Immunsystem weiter belastet. Und es ist natürlich ganz klar, dass ein Krebs sich umso einfacher ausbreiten kann, je mehr Schutzschilde des Körpers geschwächt werden.

Aber „gebackene“ Kartoffelchips sind doch sicherlich gesünder?

Es ist absolut gegen jede Intuition, aber dünn geschnittene Kartoffeln, die in Öl gebadet und dann gebacken werden, enthalten bis zu dreimal mehr Acrylamide wie die Daten der FDA aufzeigen (5). Der Grund dafür ist, dass sich beim Backen auf der Oberfläche der Chips die gelb-braunen Acrylamide bilden können. Und da Kartoffelchips ja sehr dünn sind, enthalten sie eine hohe Konzentration dieser Stoffe.

 

In Öl frittierte Chips sind schneller fertig und damit nur für kurze Zeit der Hitze ausgesetzt. Die Zubereitung im Ofen dauert deutlich länger, sodass mehr Acrylamid gleichzeitig gebildet werden kann. Dieses Problem können Sie nur umgehen, wenn Sie beim Backen keine Temperaturen über 120° C verwenden. Ab dieser Temperatur beginnt die Bildung von Acrylamid und steigt bei Temperaturen von 170 – 180° C sprunghaft an.

Weitere krebserregende Zutaten

Wir können also festhalten, dass allein der Herstellungsprozess von Kartoffelchips schon Karzinogene produziert. Das ist aber noch lange nicht alles, denn diese Chips enthalten zudem auch noch karzinogene Zutaten.

Hier einmal die Zutaten von Kettle Chips einer bekannten Marke:

Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie auf diese Inhaltsstoffe richten:

  • Sonnenblumenöl
  • Maltodextrin
  • Hefeextrakt
  • Zucker.

Wieso sollten die gefährlich sein, fragen Sie sich. Die kommen doch in fast allen industriell gefertigten Lebensmitteln vor. Richtig! Warum glauben Sie, steigen bei uns die Krebsraten ständig an.

Sonnenblumenöl klingt ja zunächst mal nicht unbedingt schädlich. Sie müssen sich aber klar darüber sein, dass das Sonnenblumenöl in den Kartoffelchips kein kaltgepresstes Öl ist, sondern ein Öl, das einen sehr aufwändigen Herstellungsprozess durchlaufen hat, der es zu einem der Öle macht, die man besser nicht essen sollte. Es ist ein hydrogeniertes Fett – was nur eine chemische Umschreibung für ein Transfett ist. Transfette wiederum sind die Ursache für Adipositas, Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes, Herzerkrankungen, Hormonimbalancen, Alzheimer Demenz, Anhäufung von Toxinen und letztendlich Krebs. Also wirklich unappetitlich.

Maltodextrin ist ein gefährlicher Süßstoff mit einem glykämischen Index, der doppelt so hoch ist wie der von Zucker. Der glykämische Index gibt an, wie schnell der Blutzucker sich erhöht, wenn man bestimmte Nahrungsmittel isst. Wenn Sie Nahrungsmittel essen, die diese Zutat haben, dann muss Ihre Bauchspeicheldrüse eine große Menge Insulin ausschütten, um den Blutzucker wieder zu normalisieren. Damit haben Sie dann ein großes Problem, denn hohe Insulinspiegel führen dazu, dass Krebszellen durch die damit vergesellschafteten Hormonimbalancen extrem schnell wachsen können. Und das kann dann zu Brust-, Eierstock- und Prostatakrebs führen (6).

Hefeextrakt ist nur ein anderer Name für Natriumglutamat, hört sich aber wesentlich ungefährlicher an, und außerdem kann man dann immer noch behaupten, dass die Chips keine Geschmacksverstärker enthalten. Studien weisen einen Zusammenhang zwischen dem Glutamatspiegel und der Aggressivität von Prostatakarzinomen nach (7).

Zucker. Ich glaube, dazu muss ich gar nichts mehr sagen. So ziemlich die schlimmsten „leeren“ Kalorien, die sie konsumieren können. Krebs, Herzerkrankungen, Schlaganfall, Demenz, Adipositas und so weiter und so weiter.

Wenn Sie eine wirklich gesündere Chipsalternative haben wollen, dann versuchen Sie es doch einfach mal mit Grünkohlchips. Ein Tipp: Machen Sie sie selber, denn die Grünkohlchips aus dem Supermarkt enthalten in der Regel Sonnenblumenöl und damit Transfette.

 

(1) Gutachtenentwurf der EFSA: Acrylamid in Lebensmitteln gibt Anlass zur Sorge für öffentliche Gesundheit. http://www.efsa.europa.eu/de/press/news/140701

(2) https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/376/publikationen/polyzyklische_aromatische_kohlenwasserstoffe.pdf

(3) Krebsrisiko aus Grill und Pfanne. http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2009/dkfz_pm_09_21.php

(4) Pathogenetische Rolle der Advanced Glycation End Products http://www.news.uni-duesseldorf.de/fid/fid_resources/fid_media/doc_000000/dsh_artikel/DSH201103_FID.pdf

 

(5) Survey Data on Acrylamide in Food: Individual Food Products. https://www.fda.gov/food/foodborneillnesscontaminants/chemicalcontaminants/ucm053549.htm

(6) http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/krebsrisiko-diabetiker-sind-nicht-nur-zuckerkrank-1488870.html

(7) http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/prostatakrebs/article/829252/prostata-krebs-glutamat-tumormotor.html

Was Sie über Antibiotika wissen sollten

Antibiotika TablettenWas Antibiotika angeht, so besteht inzwischen Alarmstufe Rot. Zeitungsmeldungen wie „Die Rückkehr der Seuchen“, „Multiresistente Keime nehmen zu“, „Antibiotikaresistenzen“ häufen sich. Der Grund dafür ist, dass Antibiotika sowohl beim Menschen als auch in der Tiermedizin viel zu häufig verordnet werden.

Sie werden für Husten, Schnittwunden, Harnwegsinfekte, vorsorglich bei Operationen und oftmals „für alle Fälle“ verschrieben, selbst bei viralen Infektionen, für die sie überhaupt nicht wirken (denn es könnte ja zu einer bakteriellen Superinfektion kommen). „Infektionen können tödlich sein“ ist das Mantra derjenigen, die immer noch nicht begriffen haben, dass es nicht wir gegen die Bakterien sind, sondern dass wir einen Großteil dieser kleinen Lebewesen tatsächlich brauchen, damit wir überleben.

Es mag Sie jetzt überraschen, aber die wirkliche Gefahr könnte darin bestehen, dass Sie Ihrem Körper eine „gegen das Leben“ (anti bios) gerichtete Chemikalie zuführen, die unbeabsichtigte Kollateralschäden verursachen kann. Einige dieser Schäden sind so schwerwiegend, dass sie Ihr gesamtes Leben verändern können. Klingt dramatisch? Das ist es auch! Und ich bin überzeugt, dass Sie die nächste Einnahme eines Antibiotikums stark überdenken werden, wenn Sie erfahren, dass es sicherere Methoden gibt, mit Infektionen fertig zu werden.

In der Medizin gilt, dass der Patient eine „informierte Einwilligung“ geben muss.  Dies bedeutet, dass Sie rechtmäßig nur dann in eine Behandlung einwilligen können, wenn Sie sämtliche Vor- und Nachteile der Behandlung sowie etwaige Alternativen kennen. Sind Sie schon mal umfassend über die Vor- und Nachteile von Antibiotika aufgeklärt worden? – Dachte ich mir.

In der Regel greifen Ärzte bei Infektionen weiterhin reflexartig zum Rezeptblock, und – seien wir mal ganz ehrlich – ist es auch genau das, was die Patienten erwarten. Schließlich wollen sie sich möglichst schnell wieder besser fühlen und diese lästige Infektion weg haben.

Nun, sehen wir uns doch mal die Vor- und Nachteile einer Antibiotikabehandlung sowie die Alternativen an.

Die Vorteile der Antibiotika

Offensichtlich wirken Antibiotika, oder? Na ja, wir sehen inzwischen, dass unsere Annahmen diese Substanzgruppe betreffend auf sehr wackeligen Füßen stehen. Tatsache ist, dass Infektionen einen natürlichen Verlauf haben. Sicher gibt es Infektionen, die tödlich verlaufen (und in diesem Fall – danke Antibiotikum), aber viele heilen auch ohne Folgen aus (und das auch, wenn man kein Antibiotikum nimmt). Sie wissen schon, der Schnupfen dauert mit Behandlung 2 Wochen und ohne Behandlung 14 Tage (ja, und ich weiß, dass das ein blödes Beispiel ist, weil Antibiotika bei Schnupfen nicht indiziert sind – sie werden aber trotzdem verschrieben).

Mit steigenden Zahlen von Antibiotika resistenten Keimen (durch häufig unnötige Verordnungen) und weniger neu entwickelten Substanzen in der Pipeline (mit anderen Medikamenten lässt sich so viel mehr Geld verdienen), müssen wir uns jetzt ernsthaft fragen, ob das Vorgehen, Leben einfach auf breiter Fläche auszurotten (und genau das tut ein Breitband-Antibiotikum) wirklich der Weg zu mehr Gesundheit ist.

Die Risiken der Antibiotika

Eine Aufklärung über die Risiken der Antibiotikaeinnahme könnte ungefähr so aussehen:

„Sie haben einen oberen Atemwegsinfekt. Ich bin mir nicht sicher, ob der bakteriell bedingt ist, aber nehmen Sie auf jeden Fall mal dieses Antibiotikum, damit Sie nicht womöglich eine Superinfektion bekommen und dann mit einer Lungenentzündung dasitzen… Ach ja, es ist zwar unwahrscheinlich, aber es kann durch dieses Antibiotikum passieren, dass Sie hinterher bettlägerig sind, weil neurologische Schäden aufgetreten sind, Sie könnten auch eine Infektion durch opportunistische Keime (Keime, die die Immunschwäche durch die Infektion ausnutzen, um sich zu vermehren) bekommen und wenn es ganz blöd läuft, dann haben Sie hinterher vielleicht eine brandneue psychiatrische Diagnose wie zum Beispiel eine manisch-depressive Störung. Ich hoffe, es geht Ihnen bald besser.“

Mikrobiom abhängige Risiken

Als das Mikrobiom entdeckt wurde, hätte die Schulmedizin eigentlich ihre therapeutischen Ansätze neu überdenken müssen. Die Ansicht, dass der Körper eine Maschine ist, die nur gut gewartet und geschmiert werden muss, damit sie funktioniert, ist völlig obsolet. Wir wissen jetzt, dass ein inneres Ökosystem unsere Gene an- und abschaltet (epigenetische Expression) und damit Auswirkungen unter anderem auf die Nährstoffproduktion, den Stoffwechsel, die hormonelle Balance, das Immunsystem und entzündliche Reaktionen hat. Es wird höchste Zeit, dass wir uns damit beschäftigen, was unser Mikrobiom gesund erhält und was ihm schadet.

Bisher haben wir viele Fragen und nur wenige Antworten (1).

Das Mikrobiom moderner Jäger und Sammler wurde untersucht, denn diese sind in der Regel gesund (solange die Zivilisation sie in Ruhe lässt). Es zeigte sich, dass vor allem die Diversität der Darmbakterien bei ihnen wesentlich höher ist als in der zivilisierten Welt (2). Inzwischen ist man sich einig, dass diese Diversität zur Gesundheit beiträgt. Zu dieser Einsicht passt so gar nicht, dass jede Antibiotikaeinname die Diversität der Bakterien im Darm vermindert. Uups.

Man weiß inzwischen auch, dass Probiotika sich vorteilhaft auf die Gesundheit auswirken, während Chemikalien wie das Ackergift Glyphosat für unsere Darmbakterien ein Desaster sind. Außerdem haben wir erfahren, dass die Übertragung von Bakterien schon vor der Geburt anfängt, bei gestillten Kindern durch die Muttermilch weitergeführt wird und so im Alter von 2 Jahren den Grundstein für die spätere Gesundheit legt. Es ist auch jedem klar, dass das wahllose Abtöten von Bakterien womöglich seinen Preis hat. Die Frage ist nur, ist dieser Preis höher als eine Pilzinfektion oder Durchfall?

Wahrscheinlich schon. Wir haben inzwischen genug Hinweise dafür, dass Antibiotika die „guten“ Darmbakterien genauso wie die „schlechten“ abtöten und dadurch zu einer Dysbiose führen, die den Betroffenen verletzlich macht. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2017 (3) zeigt auf, dass Reisende, die Antibiotika einnahmen, ein erhöhtes Risiko für Lebensmittelvergiftungen hatten – inklusive Infektionen durch Antibiotika resistente Bakterienstämme. Die Heilungsraten waren nicht vorhersehbar und wurden mit jeder weiteren Antibiotikaeinnahme schlechter.

„Selbst kurzzeitige Antibiotikagaben können das Mikrobiom für ein Jahr oder sogar länger stören. Bei wiederholten Einnahmen scheint eine Wiederherstellung des Mikrobioms nicht mehr statt zu finden.“

In einer weiteren Studie wurde gezeigt, dass selbst nach einem kurzen Einsatz von Ciprobay (häufig verschrieben bei Harnwegsinfekten) das Mikrobiom nach mehr als selchs Monaten noch eine Abnahme der Diversität um ca. ein Drittel aufwies (4).  Schon diese Verminderung der Diversität kann die Ursache einer weiteren Erkrankung sein.

Das Reizdarmsyndrom ist zum Beispiel so eine Erkrankung, die mit einer geringeren Anzahl „guter“ Bakterien in Zusammenhang gebracht wird. Ebenso ist eine Dysbiose der Vorläufer für Autoimmunerkrankungen (5), Adipositas und Gewichtszunahme (6).

Es ist also ziemlich klar, dass wir alle weniger Antibiotika nehmen sollten. Lässt es sich aber trotzdem nicht umgehen, dann sollten Sie wenigstens schon während der Einnahme zusätzlich ein Probiotikum nehmen und fermentierte Lebensmittel essen, um die Darmflora wieder aufzubauen.

Vom Mikrobiom nicht abhängige Risiken

Wenn Sie von den Mikrobiom abhängigen Risiken nicht schon die Nase voll haben, es gibt auch immer mehr Literatur zum Thema von Mikrobiom unabhängigen Antibiotikarisiken.

Diese Risiken gehen von verlangsamter Knochenheilung (7) bis zu akuten Leberschäden (8). Es sind Effekte auf zellulärer Ebene, die weit über das Auslösen einer Dysbiose hinausgehen. Diese Effekte beinhalten auch Veränderungen in den Stoffwechselprodukten der Darmbakterien, Schäden an den Mitochondrien (9) (die Energielieferanten der Zelle) und Schäden an der Darmschleimhaut.

Sehr beunruhigend finde ich auch die gut dokumentierten psychiatrischen Risiken der Antibiotika. Diese treten auf, da Antibiotika in klinisch relevanten Konzentrationen mit den gleichen Molekülen interagieren, die normalerweise für die Wirkung psychotroper Medikamente verantwortlich gemacht werden.

In einer gerade erschienen Arbeit (10) wird vorgeschlagen, dass Patienten über diese Risiken informiert werden sollten. Es ist also darauf hinzuweisen, dass Antibiotika zu Störungen wie Reizbarkeit, Verwirrung, Enzephalopathie (Hirnerkrankungen), Suizidalität (Selbstmordgefährdung), Psychose und Manie führen können. Die Forscher bemerken abschließend:

„Die neuropsychiatrischen Effekte von antimikrobiell wirksamen Medikamenten sind in der Literatur dokumentiert. Eine Anzahl dieser Substanzen haben das Potential Effekte am ZNS (Zentralnervensystem) auszuüben und viele werden mit stimulierenden, psychotomimetischen* und epileptogenen** Eigenschaften in Verbindung gebracht, die über einen GABA Antagonismus (β-Lactame, Quinolone und Clarithromycin), NMDA Agonismus (D-Cycloserin, Aminoglykoside, evtl. Quinolone), MAO Inhibition (Metronidazol und Isoniazid) ausgeübt werden.“

 *Psychotischen Reaktionen ähnelnd, ** Krampfanfall fördernd

Tatsächlich wird teilweise der Terminus „Antibiomanie“ verwendet, um das Vermögen der Antibiotika zu beschreiben, manische Symptome zu verursachen. Es scheint so als wären Männer häufiger von dieser Nebenwirkung betroffen als Frauen. Es gibt auch Untersuchungen, die einen dosisabhängigen Zusammenhang zwischen einer Antibiotikagabe und dem Auftreten einer Depression sehen (11).

Wenn Sie diese Zusammenhänge nicht kennen, könnten Sie überzeugt sein, dass Ihre neu aufgetretene „psychische Erkrankung“ eine völlig neue Diagnose ist, die eine lebenslange Behandlung bedingt.

Die Alternativen

Glücklicherweise gibt es zum Einsatz eines Antibiotikums aber viele Alternativen. Noch besser – Sie können viele dieser pflanzlichen Therapien täglich in Ihre Mahlzeiten integrieren.

Botanische Kräuter

Schon seit Jahrhunderten werden Kräuter als Antibiotika verwendet. Wenn Sie das Internet durchsuchen, werden Sie für fast alle Beschwerden entsprechende Heilkräuter finden. Ich gebe hier nur einige Beispiele:

  • Inula helenium (Echter Alant) ist 100 Prozent effektiv gegen 200 Isolate von Staphylococcus aureus (verursacht u. a. Furunkel, Abszesse) (12).
  • Alpinia galanga (Thai Ingwer) ist eine Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse, die traditionell in asiatischen Ländern benutzt wird. Sie wirkt effektiv gegen Salmonella typhi und E. coli sowie andere Antibiotika resistente Bakterienstämme (13).
  • Nigella sativa (Echter Schwarzkümmel) Extrakt tötet MRSA Bakterien
  • Zimt und Oregano wirken ebenfalls gegen viele resistente Bakterien (14).
  • Kümmel und Rosmarin haben eine starke antibakterielle Wirkung, ebenso wie Holunderbeeren.
  • Nicht zu vergessen Echinacea (Sonnenhut), der das Immunsystem kräftig ankurbelt (15).
Probiotika

Probiotika bieten eine gute Möglichkeit, eine Dysbiose auszugleichen, indem sie die „guten“ Bakterien vermehren. Wenn Sie Probiotika konsumieren, verbessern Sie die Funktion Ihres Stoffwechsels und Ihres Immunsystems und sorgen außerdem dafür, dass unerwünschte Bakterien unterdrückt werden.

Studien haben gezeigt, dass Probiotika bakterielle Infektionen von Zahnfleischentzündungen über durch H. pylori hervorgerufene Infektionen des Magens bis zur bakteriellen Vaginose (Ungleichgewicht der Scheidenflora) bereinigen können.

Natürlich können Sie Probiotika in Pillenform einnehmen, aber fermentierte Nahrungsmittel erledigen den Job eigentlich wesentlich besser (und billiger), da sie sehr viel mehr unterschiedliche Bakterienstämme enthalten. Also essen Sie am besten täglich eine Portion Sauerkraut oder bereiten Sie zuhause Kefir oder Kombucha zu.

Knoblauch

Hippokrates, dem das Zitat „Lass Nahrung deine Medizin sein“ zugesprochen wird, hätte Knoblauch sicherlich als ein medizinisch sehr wertvolles Nahrungsmittel angesehebn. Diverse Studien belegen den antimikrobiellen Effekt von Knoblauch, unter anderem auch eine, in der Knoblauchwasser gegen 133 Bakterienstämme mit Resistenzen gegen verschiedene Antibiotika getestet wurde, und die aufzeigte, dass das Knoblauchwasser beachtliche antimikrobielle Eigenschaften hat (16).

Eine randomisierte kontrollierte Studie kam zu dem Ergebnis, dass Knoblauch dem Antibiotikum Metronidazol in der Behandlung der bakteriellen Vaginosis überlegen ist. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Knoblauch sowohl eine bessere therapeutische Effektivität als auch geringere Nebenwirkungen aufwies (17).

Knoblauch stellt eine effektive Therapie für Infektionen durch H. pylori und Clostridium difficile dar. Ebenso kann er für die Therapie der Lungenentzündung eingesetzt werden (18). Und der Konsum von Knoblauch schützt nicht nur vor bakteriellen Infektionen, sondern führt außerdem zu einer Blutdrucksenkung, stabilisiert den Blutzucker und senkt das Krebsrisiko. Das macht Knoblauch zu einem meiner Lieblingsnahrungsmittel.

 Manuka Honig

Manuka Honig ist wahrscheinlich eine der leckersten Möglichkeiten, gesund zu bleiben. Dieser Honig kommt aus Neuseeland und stammt aus den Pollen des Manuka Busches. Er wird schon seit Tausenden von Jahren angewendet.

Dieser Antioxidantien-reiche Honig wird gerne in teurer Kosmetik verwendet, da er eine antientzündliche und antimikrobielle Wirkung hat. Innerlich angewandt kann er Antibiotika-resistente C. difficile Infektionen heilen (19), ebenso Halsentzündungen, Harnwegsinfekte und MRSA (20).

Ein weiterer Bonus, den Sie durch den Verzehr von Honig erhalten, ist, dass er Propolis enthält. Das ist eine Mischung aus Bienenspeichel und Wachs, die als Bienenkittharz, bekannt ist. Es enthält über 300 therapeutische Substanzen, die sowohl schädliche Bakterien als auch Krebszellen bekämpfen (21).

Kolloidales Silber

Bei kolloidalem Silber handelt es sich um äußerst kleine, feine, positiv geladene Silberpartikel, so genannte Nanopartikel, die tief in das Körpergewebe des menschlichen Organismus eindringen und schädliche Krankheitserreger abtöten können. Es wurde bereits in der Antike als „natürliches“ Wunder- und Heilmittel verwendet, um Infektionen und Entzündungen wirksam zu behandeln, die durch schädliche Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilze verursacht wurden.

Silber wird häufig in intravenösen Kathetern, Zahnfüllungen, Verbandmatierial und Knochenimplantaten verwendet. Der genaue Mechanismus der amtimikrobiellen Wirkung wird noch diskutiert. Der Wirkmechanismus scheint auf einer Schädigung der Zellmembranen pathogener (krankmachender) Bakterien zu beruhen. Je nach Oberflächenladung der Silber Nanopartikel und der Bakterienart, können die Bakterien durch die Bildung freier Radikale, die Ansammlung von Nanopartikeln in der Bakterienzellwand oder den Verlust von Zellmembrankomponenten getötet werden (22).

Kolloidales Silber kann sowohl als topische Behandlung bei Hautinfektionen wie MRSA angewendet werden als auch als orales Antibiotikum.

Vitamine

Natürlich dürfen auch Vitamine nicht in der Aufzählung fehlen. Hier ist besonders Vitamin C zu nennen, dessen Effektivität sogar bei einer Blutvergiftung (Sepsis) nachgewiesen ist (23). Unverständlich ist nur der Tageshöchstwert den die Deutsche Gesellschaft für Ernährung angibt. Dieser beträgt zwischen 100 und 150 mg/Tag für einen Erwachsenen. Selbst ein Meerschwein stellt mehr Vitamin C pro Tag her!

Das zweite Vitamin (oder eigentlich besser Hormon), das ich Ihnen ans Herz legen möchte, ist Vitamin D3. Es steuert praktisch das gesamte Immunsystem (24).

Vielleicht ist es Zeit für einen Waffenstillstand

Wir sind alle darauf eingeschworen, dass Bakterien unbedingt bekämpft werden müssen, alles muss klinisch sauber und am besten steril sein. Aber vielleicht ist es Zeit, diesen Kampf zu beenden. Und wenn wir schon dabei sind, sollten wir vielleicht auch Frieden mit unserem Körper schließen. Wie schon öfter gesagt: Unser Körper tut alles, um uns am Leben zu erhalten. Es wäre zur Abwechslung vielleicht einmal ganz nett, ihn dabei zu unterstützen.

Das heißt, dass wir unsere Einstellung überdenken müssen und zu dem Schluss kommen sollten, dass wir nicht die Alleinherrscher sind, die mit der Natur machen können, was sie wollen. Mit dieser Einstellung können wir nur verlieren. Es wird Zeit einzusehen, dass eine natürliche Geburt (im Gegensatz zu einem Kaiserschnitt) und die Ernährung mit Muttermilch (statt industrieller Säuglingsnahrung) der Grundstein für unsere gesundheitliche Widerstandskraft ist und nicht irgendwelche Pillen, die schlau vermarktet werden.

Das Mikrobiom zeigt uns auf, dass wir mit der Natur enger verwoben sind, als es die meisten von uns wahrhaben wollen. Man kann nicht einfach einen Faden aus diesem Netz ziehen und glauben, dass es schon weiterhin halten wird. Denken Sie daran, dass Symptome einfach die Art sind, wie Ihr Körper auf Missstände aufmerksam macht. Es ist allemal besser, die Ursache dieser Missstände abzustellen als blind mit einer Schrotflinte zu schießen und zu hoffen, dass man schon irgendetwas treffen wird.

(1) The effects of antibiotics on the microbiome throughout development and alternative approaches for therapeutic modulation https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4831151/

(2) http://www.iflscience.com/health-and-medicine/tremendously-diverse-microbiome-found-hunter-gatherers-living-amazon/

(3) Effects of short- and long-course antibiotics on the lower intestinal microbiome as they relate to traveller’s diarrhea. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28520993

(4) The pervasive effects of an antibiotic on the human gut microbiota, as revealed by deep 16S rRNA sequencing. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19018661

(5) Commensal bacteria (normal microflora), mucosal immunity and chronic inflammatory and autoimmune diseases. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15158604

(6) An obesity-associated gut microbiome with increased capacity for energy harvest http://www.nature.com/nature/journal/v444/n7122/abs/nature05414.html

(7) A comparison of effects of fluoroquinolones on fracture healing (an experimental study in rats). https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15688263

(8) Fluoroquinolone therapy and idiosyncratic acute liver injury: a population-based study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22891208

(9) Bactericidal Antibiotics Induce Mitochondrial Dysfunction and Oxidative Damage in Mammalian Cells https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3760005/

(10) Neuropsychiatric Effects of Antimicrobial Agents. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28197902

(11) Antibiotic exposure and the risk for depression, anxiety, or psychosis: a nested case-control study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26580313

(12) In vitro activity of Inula helenium against clinical Staphylococcus aureus strains including MRSA. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20095126

(13) Antiplasmid activity of 1′-acetoxychavicol acetate from Alpinia galanga against multi-drug resistant bacteria. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19501283

(14) Plant-derived compounds inactivate antibiotic-resistant Campylobacter jejuni strains. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18592739

(15) In vitro effects of echinacea and ginseng on natural killer and antibody-dependent cell cytotoxicity in healthy subjects and chronic fatigue syndrome or acquired immunodeficiency syndrome patients.   https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9043936

(16) In vitro antimicrobial properties of aqueous garlic extract against multidrug-resistant bacteria and Candida species from Nigeria. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15383227

(17) Comparing the Therapeutic Effects of Garlic Tablet and Oral Metronidazole on Bacterial Vaginosis: A Randomized Controlled Clinical Trial. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4166107/#A19118R8

(18) Investigation on the antibacterial properties of garlic (Allium sativum) on pneumonia causing bacteria. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12602248

(19) Antibacterial effect of Manuka honey on Clostridium difficile. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23651562

(20) Manuka honey inhibits cell division in methicillin-resistant Staphylococcus aureus.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21903658

(21) In vitro antiproliferative/cytotoxic activity on cancer cell lines of a cardanol and a cardol enriched from Thai Apis mellifera propolis. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22458642

(22) Antimicrobial effects of silver nanoparticles. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17379174

(23) Mechanism of action of vitamin C in sepsis. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2767105/

(24) Vitamin D macht das Immunsystem scharf. http://www.wissenschaft.de/home/-/journal_content/56/12054/994522/

ADHS – Es müssen nicht immer Psychopharmaka sein

In Deutschland wird die Diagnose ADHS bei 5% der Kinder und Jugendlichen gestellt, das entspricht ca. 500.000 Betroffenen zwischen 6 und 18 Jahren. Die Tendenz steigt deutlich. Allerdings muss man auch sehen, dass Lehrer und Erzieher heute schnell dieses Etikett für Kinder vergeben, die irgendwie auffällig sind und nicht in die Norm passen.

Der von Wilhelm Busch beschriebene Zappelphilipp ist ein Paradebeispiel für ein Kind mit ADHS, und wir alle erinnern uns wohl an Mitschüler oder Spielgefährten, die in dieses Schema hineinpassen. Der Unterschied ist, vor 40 Jahren wurden diese Kinder nicht mit Amphetaminen und Noradrenalin Wiederaufnahmehemmern behandelt, um sie besser handhaben zu können.

ADHS Statistik

 

Wenn Sie selbst ein Kind haben, dass von dieser Erkrankung betroffen ist, stellt sich die Frage – was können Sie tun? Das Aufmerksamkeitdefizit-syndrom ist die am häufigsten gestellte Diagnose in der Kinderpsychiatrie. In der Vergangenheit wurde diese Erkrankung in den meisten medizinischen Fachzeitschriften als geringfügiger Hirnschaden, hyperaktives Kind Syndrom oder geringfügige cerebrale Fehlfunktion beschrieben.

Typische Symptome des ADHS

  • kurze Aufmerksamkeitsspanne
  • geringe Konzentrationsfähigkeit
  • Schwierigkeiten, Dingen zu folgen
  • Flüchtigkeitsfehler
  • Ungeduld, nicht warten können
  • Vorlaute Art
  • Impulsivität
  • Hyperaktivität
  • Dinge nicht zu Ende bringen können
  • fehlendes Durchhaltevermögen
  • schlechte Organisation.

Diese Symptome führen häufig zu Schulproblemen sowohl beim Lernen als auch durch die Verhaltensauffälligkeiten. Aufgaben, die Konzentration erfordern, sind fast unmöglich zu erfüllen, was bei den Betroffenen zu Frustration, Reizbarkeit, Aufregung und häufig leichtsinnigem Verhalten führt.

Man unterscheidet drei Typen des ADHS:
  1. Unaufmerksam
  2. Vorwiegend hyperaktiv
  3. Kombinierter Typ.

Bei Mädchen kommt vor allem die Unaufmerksamkeit vor, während Jungen eher hyperaktiv sind. Wenn ein Kind mit nicht diagnostiziertem ADHS zum Teenager heranreift, besteht ein erhöhtes Risiko für Drogenmisbrauch und kriminelles Verhalten. Betroffene haben häufig keinen Schulabschluss.

Im Erwachsenenalter sind die vorherrschenden Symptome das Unvermögen, Arbeiten zu beginnen oder zu Ende zu bringen, Desorganisation und Konzentrationsschwäche.

Die konventionelle Behandlung des ADHS

Wird die Diagnose ADHS gestellt, so wird den Eltern in der Regel geraten, die Symptome mittels Tabletten in den Griff zu bekommen. Hierzu werden meist die Psychostimulantien Methylphenidat (Ritalin) und Dexamphetamin (Attentin) oder der Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Atomoxetin (Strattera) verschrieben. Die Substanzen werden als „gut verträglich“ eingestuft, was aufgrund der Tatsache, dass sie ein deutliches Suchtpotential (1) haben, etwas merkwürdig anmutet. Es wird auch diskutiert, ob diese Medikamente mitverantwortlich für ein erhöhtes Suizidrisiko (Selbstmord) bei ADHS Patienten sein könnten (2)

 

ADHS Methylphenidat-Verbrauch

Quelle: www.lehrerfreunde.de

 

Sowohl bei den Amphetaminen als auch bei den Methamphetaminen wird die aufputschende Wirkung durch die verstärkte Freisetzung von Noradrenalin und Dopamin hervorgerufen. Der Körper wird sozusagen in Alarmbereitschaft versetzt; Funktionen wie Atmung, Puls und Blutdruck stellen sich auf Angriff oder Flucht ein (d. h. er befindet sich in einer Stresssituation). Mit der erhöhten Aufmerksamkeit und Leistungsbereitschaft geht ein euphorisches Selbstbewusstsein einher. Von der Pharmakokinetik (Verstoffwechslung) her entspricht Ritalin übrigens genau der Droge Kokain (3).

Sie müssen sich das mal so vorstellen, dass diese Psychostimulantien im Wesentlichen nichts anderes sind als das althergebrachte Speed, das auf der Straße verkauft wird. Als Partydroge ist es illegal, aber Kindern und Jugendlichen kann man es ganz legal verschreiben.

Alternative Behandlungsmethoden

Es gibt viele Gründe für das Auftreten eines ADHS, und wenn Sie Ihrem Kind etwas Gutes tun wollen, dann sollten Sie nach den Gründen suchen, warum die ADHS Symptome auftreten.

Von ADHS Betroffene haben oft Verdauungsprobleme, Umwelt- und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Nährstoffmängel, Schwermetallbelastungen, Fettsäuren- und Aminosäurenimbalancen, Überempfindlichkeiten auf Lebensmittelzusatzstoffe und Zucker.

Einige Studien geben einen Hinweis auf eine genetische Vorbelastung. Kinder mit ADHS haben in der Anamnese (medizinischen Vorgeschichte) häufige Ohrentzündungen (Otitis media), die zu inflationärem Antibiotikaeinsatz und damit zu einer Schädigung des Darmmikrobioms führen.

Es ist sehr schade, dass die meisten Eltern von Kindern mit ADHS nicht über mehr Optionen als die medikamentöse Behandlung und eventuell noch eine Verhaltenstherapie aufgeklärt werden. Natürlich hat die medikamentöse Therapie eine deutliche – und vor allem schnelle – Auswirkung auf die Symptome, aber zu welchem Preis? Sicher ist es toll, wenn ein Kind, das unaufmerksam war, auf einmal konzentriert arbeiten kann und in der Schule gut mitkommt. Was könnte schöner sein? Aber sind Sie auch über die Langzeitfolgen und Gesundheitsrisiken aufgeklärt worden?

Studien an Kindern, die Ritalin einnehmen, zeigen dass der PET Scan (Positronen-Emissions-Tomographie = bildgebendes Verfahren der Nuklearmedizin) immer noch hoch abnormal war, obwohl die Symptome gebessert waren.

Die meisten Ärzte sind natürlich sehr von der Pharmaindustrie beeinflusst und tendieren deshalb dazu, schnell den Rezeptblock zu zücken. Ärzten, die sich mehr mit den Auswirkungen der Ernährung auseinandersetzen, ist schon seit langer Zeit klar, dass Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten zu den Hauptauslösern eines ADHS gehören.

Und das ist auch keine neue Erkenntnis. Bereits 1985 erschien im Lancet eine Studie, die den Effekt verschiedener Nahrungsmittel auf 76 hyperaktive Kinder untersuchte (4). 79 % der Kinder hatten deutliche Verbesserungen in ihrer mentalen Aktivität, ihrer Impulskontrolle und ihrem Verhalten wenn sie Nahrungsmittel, auf die sie mit Unverträglichkeiten reagierten, nicht mehr aßen, und 28 Kinder zeigten sogar ein ganz normales Verhalten. Als die allergieauslösenden Nahrungsmittel wieder eingeführt wurden, zeigten alle Kinder wieder die hyperaktiven Symptome. Noch Fragen?

 Ursachen für das Auftreten eines ADHS

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Hier sind vor allem Zucker und Zusatzstoffe zu nennen (5). Manche ADHS-Kinder leiden auch an einer Unverträglichkeit von Milcheiweiß oder Gluten (6), sodass diskutiert wird, ob bei einer ADHS Diagnose eine Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) ausgeschlossen werden muss.
  • Schwermetallbelastung – besonders Blei ist in diesem Zusammenhang zu nennen. Dr. H.L. Needlemen von der Medizinischen Fakultät der Universität Pittsburgh hat einen klaren Zusammenhang zwischen den Bleikonzentrationen im Blut von Kindern und spezifischen ADHS Symptomen herausgestellt (7). Nachfolgende Studien haben gezeigt, dass diese Effekte häufig im Erwachsenenalter weiter fortbestehen. Auch Quecksilber wird mit ADHS in Zusammenhang gebracht. Es soll vor allem die kognitive Entwicklung bei Kindern verzögern.
  • Umweltgifte u.a. Tabakrauch, Pestizide und polychlorierte Biphenyle (PCB).
  • Mikronährstoffmangel. Schuld daran ist der Trend in Richtung Fertiggerichte und Fast-Food-Erzeugnisse. Ein Mikronährstoffmangel trägt in vielen Fällen dazu bei, die ADHS-Symptomatik zu fördern, da einige der Mikronährstoffe mittelbar und unmittelbar am Botenstoffwechsel beteiligt sind. So ist für die Bildung von Dopamin die Aminosäure Tyrosin erforderlich, und aus Tryptophan entsteht der stimmungsaufhellende Botenstoff Serotonin (8).
  • Fettsäuremangel. Das Nervensystem besteht zu über 50 Prozent aus Fett. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren machen einen großen Anteil des Gehirnfettes aus und beeinflussen damit sogar die Größe des Gehirns. Sie sind maßgeblich am Lernvermögen beteiligt und somit ausschlaggebend für die Fähigkeit zur Konzentration. Von großer Bedeutung sind Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren.
  • Aminosäurenimbalancen. S. Mikronährstoffmangel.
  • Methylierungsstörungen. Das Hinzufügen oder Entfernen von Methylgruppen bewirkt drastische Veränderungen, denn es schaltet wichtige Gene ein und aus. Unter anderem aktivieren Methylgruppen Serotonin (das Glückshormon) und Melatonin (für erholsamen Schlaf) sowie weitere Neurotransmitter (Nervenbotenstoffe), die für ein psychisches Gleichgewicht wichtig sind.
  • Darmdysbiose. Bei der Dysbiose ziehen sich die freundlichen Bakterien (z. B. Laktobakterien und Bifidobakterien) zugunsten der schädlichen Fäulnisbakterien zurück. Da die freundlichen Bakterien in Symbiose mit uns leben, wir also auf sie und ihre Arbeit angewiesen sind, wirkt sich ihr Verschwinden automatisch negativ auf das Befinden aus. Unter anderem kann die Abwesenheit der „guten“ Bakterien zu Nahrungsmittel-unverträglichkeiten und einem Mikronährstoffmangel beitragen.

Fazit

Bei meiner Arbeit treffe ich immer wieder auf Kinder mit der Diagnose ADHS. Die meisten Eltern wollen das Beste für ihr Kind und machen sich Gedanken darüber, ob die Medikation tatsächlich der richtige Weg ist. Und hier beginnt ihr Dilemma. Die meisten Ärzte suchen nicht nach den Ursachen für das ADHS, sondern erklären, dass die Medikation die einzige Chance auf Besserung der Symptomatik ist.

Der steinige Weg ist die Suche nach den Ursachen, aber nur er verspricht tatsächlich Hilfe bei dieser Erkrankung. Wie schon häufiger angemerkt, sind die Tabletten nur ein Herumdoktern an Symptomen, sie verändern nicht den zugrunde liegenden Krankheitsprozess. Und der kann – wie ich aufgezeigt habe – vielfältige Ursachen haben. Wenn Ihr Kind eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hat, dann sollte es das betreffende Nahrungsmittel nicht mehr essen und nicht eine Pille nehmen, die in die Reizübertragung im Gehirn hineinpfuscht. Eine Schwermetallbelastung sollte von jemandem, der etwas davon versteht, ausgeleitet werden. Sie verstehen, was ich meine…

Eins ist ganz klar – die Ursache für ein ADHS liegt nicht in einem Ritalin-Mangel.

 

(1) ADHS und Sucht: erste Erfahrungen in der Behandlung mit Atomoxetin.  https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-2005-858616

(2) Mortality associated with attention-deficit hyperactivity disorder (ADHD) drug treatment: a retrospective cohort study of children, adolescents and young adults using the general practice research database.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19810780?dopt=Abstract

(3) The Cult of Pharmacology. https://books.google.de/books?id=pil-29J020IC&pg=PA10&lpg=PA10&dq=pet+scan+and+ritalin&source=bl&ots=C7o9kAz9EE&sig=Mf9DAh8GYYd0MFleX7xUXA2b6hI&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwj7mJmRs9nUAhXF7RQKHT5cBvEQ6AEIMTAC#v=onepage&q=pet%20scan%20and%20ritalin&f=false

(4) Controlled trial of oligoantigenic treatment in the hyperkinetic syndrome. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2857900

(5) Foods and additives are common causes of the attention deficit hyperactive disorder in children. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8179235

(6) Association of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder and Celiac Disease: A Brief Report https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3184556/

(7) LEAD POISONING http://rachel.org/files/document/Lead_Poisoning.pdf

(8) http://www.adhs-ernaehrung.com/fachartikel/adhs-mikronaehrstoffmaengel

Nichtalkoholische Fettleber – essen Sie zu viele Kohlehydrate?

Nichtalkoholische Fettleber, geschwollener BauchMein Medizinstudium ist schon eine Weile her. Damals haben wir gelernt, dass eine Fettleber mit einem zu hohen Alkoholkonsum zusammenhängt. Die Geschichte geht so: Sie trinken zuviel Alkohol, bekommen eine Fettleber (die auf Hochtouren arbeitet), und wenn Sie weiterhin zuviel Alkohol trinken, dann haben Sie irgendwann eine Leberzirrhose (da arbeitet die Leber dann ziemlich schlecht).  Das hat wohl auch noch die Allgemeinheit im Kopf, denn ich höre häufig von Patienten: „Ich habe eine Fettleber, dabei trinke ich gar keinen Alkohol.“ Es gibt aber eben auch eine nichtalkoholische Fettleber.
Der Zusammenhang zwischen einer Fettleber und Kohlenhydraten ist den meisten Menschen (und auch Ärzten) nicht so ganz einsichtig. Und so wird Patienten erzählt, dass sie eine Fettleber unklarer Genese (ungeklärter Ursache) haben. Aber ist die Genese wirklich unklar, oder sollte sie nicht für jeden sichtbar sein?
Haben Sie jemals Foie gras gegessen? Die sogenannte Gänse- oder Enten-Stopfleber ist eine französische Delikatesse, die hergestellt wird, indem man Gänse oder Enten so mit Essen vollstopft, dass sie eine Fettleber entwickeln, was der Leber einen ganz eigenen Geschmack gibt.
Klingt schrecklich, oder? Ich selbst stehe ja nicht wirklich auf Leber (außer auf selbstgemachte Leberwurst), könnte mir aber auch verkneifen, etwas zu essen, das mit soviel Tierleid in Zusammenhang steht.
Aber was genau wird diesen Tieren nun gefüttert, um die Fettleber hervorzurufen? Der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass das wohl eine Menge Fett sein muss, denn Alkohol werden sie doch wohl nicht bekommen. Damit liegen sie aber völlig falsch, denn die richtige Antwort lautet natürlich: Zucker, Mais und Stärke.

Kohlenhydrate verursachen eine nichtalkoholische Fettleber

Wenn Ihnen also Ihr Arzt erzählt, dass Sie eine fettarme Ernährung mit einem hohen Anteil an Kohlenhydraten einhalten sollen, dann sollten bei Ihnen alle Alarmglocken losgehen. Der Grund dafür ist, dass Studien inzwischen belegen, dass Kohlenhydrate – und nicht etwa Fett – in der Ernährung zu Fettablagerungen am Bauch (sehr gefährlich) und in der Leber führen.

Das sind ganz schlechte Neuigkeiten, denn genau diese Ernährung wird uns seit Jahrzehnten angeraten (empfohlen sind immerhin bis 60 Prozent der Kalorien durch Kohlenhydrate abzudecken!!). Und das Ergebnis: Sowohl der Bauchumfang der Bevölkerung als auch die Zahl der Personen mit nichtalkoholischer Fettleber steigt seit Jahren dramatisch.

Wie eine nichtalkoholische Fettleber entsteht

Zuckerkonsum führt dazu, dass in der Leber vermehrt Fett hergestellt wird – ein Prozess, der als Lipogenese (Fettsäuresynthese) bezeichnet wird. Diese Reaktion wird durch Zucker – aber vor allem durch  Fructose (Fruchtzucker) ausgelöst. Fructose ist tatsächlich der Hauptverursacher der nichtalkoholischen Fettleber (1). Und warum ist das so? Nun Glucose kann von allen Körperzellen verwertet werden, das ist aber bei Fructose nicht der Fall. Diese kann nur von der Leber abgebaut werden. Das heißt alle Fructose, die Sie aufnehmen, wandert schnurstracks zur Leber (und erhöht deshalb auch nicht den Blutzuckerspiegel) und schmeißt dort die Lipogenese an.

Um gleich ein Missverständnis auszuräumen – ich spreche hier nicht von der Fructose, die Sie konsumieren, wenn Sie ganze Früchte essen. Mit dieser Fructose kommt unser Körper gut zurecht (es sei denn Sie haben eine Fructoseintoleranz), denn sie gelangt nicht in freier Form in den Körper sondern in Kombination mit Ballaststoffen. Also Entwarnung – Früchte sind unbedenklich (und womöglich sogar gesund!), außer Sie stopfen sich wirklich voll.

Die gefährliche Fructose ist diejenige, die Sie als freie Fructose aufnehmen. Diese kommt vor in:

  • Softdrinks
  • Fruchtsäften
  • Tee (wenn er mit Zucker gesüßt wurde)
  • Energy Drinks (Red Bull u. ä.)
  • Starbucks Kaffeespezialitäten
  • Keksen und Kuchen
  • Schokoriegeln
  • Eiscreme und anderen gefrorenen Süßigkeiten inklusive fettarmer Fruchtjoghurt
  • Frühstücksflocken inklusive Corn Flakes, Müsli und Müsli Riegel
  • Gewürze, Salatsaucen, Balsamico Essig
  • Trockenfrüchte (Rosinen, Datteln, Feigen)
  • Dosenfrüchte, Marmeladen
  • Süße asiatische Saucen
  • Honig, Ahornsirup, Agavendicksaft
  • Brandy und Liköre

Einige Fakten zur nichtalkoholischen Fettleber

Sowohl in Europa als auch in den USA ist die nichtalkoholische Fettleber mittlerweile die am häufigsten diagnostizierte Ursache einer chronischen Lebererkrankung (2).  Etwa 5 bis 20 % der Patienten mit NAFLD entwickeln eine nichtalkoholische Steatohepatitis – NASH (Fettleberentzündung), die in 10 bis 20 % der Fälle in eine höhergradige Fibrose übergeht. Bei < 5 % entwickelt sich aus der Fibrose eine Leberzirrhose. Basierend auf diesen Schätzungen kann von einer Zirrhoseprävalenz von 0,05 bis 0,3 % in der Allgemeinbevölkerung ausgegangen werden. Jährlich erkranken etwa 2 % der Zirrhosepatienten an einem hepatozellulären Karzinom (Leberkrebs). Eine Fettleber kann also einen sehr unschönen Verlauf nehmen. Hinzu kommt, dass die nichtalkoholische Fettleber auch bei Kindern auftritt, sodass der Schaden im Körper schon zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt auftritt.

Außerdem führt NAFLD zu einer chronischen Entzündung, die wiederum Auslöser für eine Insulinresistenz, einen Prädiabetes und die Ausbildung von viszeralem Fett (Fettablagerungen um die inneren Organe im Bauchraum) ist (3).

Das ist aber noch nicht alles, was übermäßiger Zucker- und Stärkekonsum in Ihrem Körper anrichten kann. Zusätzlich kann es zu einer Erhöhung der Triglyzeride und des LDL („schlechtes Cholesterin), einer Erniedrigung des HDL („gutes Cholesterin“) und einem erhöhten Herzinfarktrisiko kommen (4).

Symptome der nichtalkoholischen Fettleber

Eine Fettleber tut nicht weh, und so haben die meisten Leute keine Ahnung, dass sie diese Erkrankung haben könnten. Frühe Warnzeichen sind:

  • Heißhunger auf zuckerhaltige Lebensmittel
  • Hoher Zucker- bzw. Kohlenhydratkonsum (die Pastadiät)
  • Fettpölsterchen über dem Hosenbund.

Wirklich zu denken geben sollten folgende Anzeichen:

  • Geschwollener Bauch
  • Brustvergrößerung bei Männern
  • Milzvergrößerung
  • Rote Handinnenflächen
  • Erweiterte Blutgefäße in der Haut
  • Müdigkeit
  • Gelbfärbung von Haut und Augen (Ikterus).

 

Auswirkung von Nahrungsfetten

Jeder würde denken, dass der Konsum von Fett eine bestehende Fettleber verschlechtert, das ist jedoch absolut nicht der Fall. Im Gegenteil – Nahrungsfette schalten die Fettproduktion in der Leber ab.

Nahrungsfette triggern auch keine Insulinausschüttung in der Bauchspeicheldrüse (außer Sie essen sie zusammen mit Kohlenhydraten zum Beispiel als Chicken Nuggets – dann haben Sie echt ein Problem). Wenn Sie die richtigen Fette essen, können Sie Ihren Stoffwechsel beschleunigen, die Fettverbrennung anregen und Hungerattacken vorbeugen.

Welche Fette sind gesund

Natürlich haben nicht alle Fette eine positive Auswirkung auf die Leber. Pflanzenöle sollten Sie hier lieber nicht konsumieren, denn Sie haben sowohl aufgrund ihres Herstellungsprozesses als auch durch den hohen Anteil an Omega-6 Fettsäuren eine entzündungsauslösende Wirkung.

Heilsame Fette sind:

  • Kokosöl oder mittelkettige Triglyzeride (MCTs)
  • Gesättigte Fette wie solche, die im Fleisch und der Milch von Weidetieren enthalten sind. Gesunde gesättigte Fettsäuren wirken entzündungshemmend, wenn sie als Teil einer low-carb Ernährung gegessen werden, die sowohl viele Omega-3 Fette als auch viele Ballaststoffe enthält.
  • Omega-3 Fettsäuren vor allem tierischen Ursprungs (Fisch, Krill), aber auch aus Pflanzen (Chia-, Leinsamen). Pflanzen enthalten allerdings nur ALA (Alpha-Liponsäure) und nicht die wichtigen Omega-3 Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure).

 

Vorbeugung und Therapie

Sowohl die Vorbeugung als auch die Therapie bestehen im wesentlichen aus den selben Strategien.

1. Essen Sie mehr Eiweiß

Aber achten Sie darauf, dass Sie hochwertiges Eiweiß essen, also Nüsse, Samen, Eier, Fisch aus Wildfang, Fleisch von Tieren aus artgerechter Haltung (keine Massentierhaltung!). Konsumieren Sie zu jedem Essen eine etwa Handteller große Portion. Besonders wichtig ist das Eiweiß zum Frühstück, denn es hält lange satt und stabilisiert den Blutzucker.

2. Reparieren Sie bereits angerichteten Schaden

Essen Sie entgiftende Nahrungsmittel wie Brokkoli, Blumenkohl und Rosenkohl. Pro Tag sollten Sie ungefähr 1 – 2 Becher Blattgemüse wie zum Beispiel Kohl, Rucola, Salat und Wasserkresse konsumieren. Versuchen Sie auch mehr Knoblauch und Zwiebeln zu essen. Ihr natürlicher Schwefelgehalt unterstützt die Leber dabei, Toxine auszuscheiden. Rote Bete und Karotten sind ebenfalls hilfreich.

3. Nahrungsergänzungsmittel

Die Heilung wird durch Versorgung mit den richtigen Nährstoffen sehr unterstützt. Zur Unterstützung der Leber kommen zum Beispiel folgende Nahrungsergänzungsmittel in Frage:

  • Kräuter wie Mariendistel, Kurkuma und Löwenzahn
  • α-Liponsäure und N-Acetyl-Cystein. Diese erhöhen die Konzentration von Glutathion, dem wichtigsten Antioxidans des Körpers.
  • Vitamine und Mineralien: B-Vitamine und Magnesium sind besonders wichtig.

4. Gesunde Fette

Wie bereits erwähnt, sind gesunde Fette unverzichtbar, wenn Sie eine gesunde Leber haben wollen. Hierbei handelt es sich um:

  • Olivenöl
  • Avocados
  • Kokosöl oder die konzentrierte Form MCT-Öl
  • Butter von Weidetieren (nicht die gute deutsche Markenbutter)
  • Fisch– und Krill-Öl.

Außerdem sollten Sie zuckerarme Früchte wie Beeren essen. Bei sehr zuckerhaltigen Früchten (Banane, Weintrauben) ist eher Zurückhaltung geboten.

Eine Ernährung mit guten Fetten, moderatem Eiweißgehalt – das bedeutet je nach körperlicher Aktivität zwischen 60 – 100 g pro Tag (zuviel Eiweiß wird vom Körper in Zucker umgewandelt) und wenig Kohlenhydraten (100 – 150 g pro Tag) wird Sie dabei unterstützen, Heißhungerattacken auf Zucker zu überwinden und den durch Zucker angerichteten Schaden wieder gut zumachen.

5. Bewegung

Durch Bewegung – und ich spreche hier nicht von einem Marathontraining – verbessern Sie Ihre Stoffwechselleistung und reduzieren eine eventuell vorhandene Insulinresistenz. Wenn Sie damit beginnen, jeden Tag 30 Minuten spazieren zu gehen, haben Sie schon einen guten Anfang. Noch mehr Spaß macht das natürlich mit einem Hund (der ist dann auch noch für die Oxytocin-Ausschüttung gut (Bindungshormon = sehr wichtig).

6. Verabschieden Sie sich von den Kohlenhydraten

Last but not least, ist dies vielleicht der wichtigste Punkt. Wenn Sie von all diesen Vorschlägen nur einen umsetzen können, dann verzichten Sie auf Zucker – und vor allem auf Fructosebomben wie High Fructose Corn Syrup (HFCS) und Agavendicksaft. Auch auf Stärke (wie in Kohlenhydraten, nicht in Muskelkraft) können Sie getrost verzichten. Es gibt essentielle (lebenswichtige) Fette und essentielle Aminosäuren (Proteine). Es gibt keine essentiellen Kohlenhydrate!

Die Leber ist ein sehr regenerationsfähiges Organ. Mit der richtigen Ernährung können Sie sich auch bald von Ihrer Fettleber verabschieden.

 

(1) Carbohydrate intake and nonalcoholic fatty liver disease: fructose as a weapon of mass destruction. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4405421/

(2) Nichtalkoholische Fettlebererkrankung. https://www.aerzteblatt.de/pdf/111/26/m447.pdf

(3) http://www.webmd.com/diabetes/news/20110225/fatty-liver-may-be-linked-to-diabetes-risk#1

(4) Non alcoholic fatty liver disease and metabolic syndrome. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2633261/

9 „gesunde“ Lebensmittel, die absolut ungesund sind

Gesunde Lebensmittel, OrangensaftDie meisten Leute, die ich treffe, sind überzeugt davon, dass sie sich gesund ernähren. Zucker isst sowieso niemand (komisch, dass so viele Leute zu dick sind) und auch sonst so – eigentlich ist alles, was sie essen, sehr gesund. Fragt man dann ein bisschen weiter nach, stellt sich sehr schnell heraus, dass die „gesunden“ Nahrungsmittel, die die Leute essen, für die Gesundheit tatsächlich schädlich sind.

Und ich mache ihnen da auch gar keine Vorwürfe. Durch die Medien und die Werbung mit Schlagworten wie „Bio“, „Natürlich“ und „Ohne Zuckerzusatz“ kann man sehr schnell verwirrt sein. Und nur damit Sie es wissen, keiner dieser Begriffe bedeutet, dass diese Produkte tatsächlich gesund sind.

„Gesunde“ Lebensmittel, die alles andere als gesund sind

1. Sojaprotein

Was auch immer Sie gehört haben, Soja – jedenfalls unfermentierte Sojabohnen – sind nicht gesund! Der Verzehr von Sojamilch, Edamame oder Sojaprotein (z. B. auch in Almased) unterscheidet sich gravierend von Miso, Natto, Tempeh oder Tamari (alles fermentierte Sojaprodukte).

Mit Pech enthält das von Ihnen gekaufte Sojaprodukt keine Sojabohnen aus EU-Mitgliedsstaaten. Dann kann es Ihnen passieren, dass Sie genmanipuliertes Soja bekommen, dass so modifiziert wurde, dass es Insekten „auf natürliche Weise“ abwehrt (LOL!).

Außerdem besitzen die meisten Leute nicht die Enzyme, die sie zur Verdauung von unfermentiertem Soja benötigen. Dies führt zu Blähungen, Flatulenz (Furzen) und weiteren gastrointestinalen Problemen.

Und schließlich hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass der längerfristige Gebrauch von Sojaprotein gefährlich ist, weil es mit folgenden Auswirkungen auf den Körper in Zusammenhang gebracht wird:

  • Schlechtere kognitive Funktion (1)
  • Verminderte Spermienanzahl (2)
  • Senkung des Testosteronspiegels (3)
  • Gynäkomastie (Brustwachstum bei Männern) (4)
  • Blasenkrebs (5)
  • Schilddrüsenunterfunktion (6)
  • Brustkrebs (7)
     2. Fruchtsaft:

Ich weiß, das ist für die meisten Menschen ein absoluter Schock. Wie, der Orangensaft zum Frühstück ist nicht gesund? Das kann doch gar nicht sein, schließlich sollen wir doch mehr Früchte essen. Richtig – die Betonung liegt aber auf essen.

Zunächst einmal sind viele der Fruchtsäfte, die man so im Laden findet pasteurisiert worden. Und das bedeutet ganz einfach, dass sie keine Nährstoffe mehr enthalten und eigentlich völlig nutzlos sind. Bei der Pasteurisierung werden die Säfte erhitzt, um Bakterien abzutöten. Dies verändert aber auch wichtige Vitamine. Das Endprodukt ist einfach nur Zuckerwasser mit Geschmack.

Wenn Sie unbedingt Saft trinken müssen, dann machen Sie ihn zuhause frisch, und trinken Sie ihn nur ab und zu. Wenn Sie ihn ständig konsumieren, kann er für hohe Blutzuckerspitzen (mit allen dazugehörigen Problemen) sorgen.

Sehen Sie es mal so 240 ml Orangensaft entspricht vier großen Orangen. Diesen Saft trinken Sie innerhalb von Sekunden aus. Und dann überlegen Sie mal, wie lange Sie brauchen, um vier Orangen zu essen. Hinzu kommt, wenn Sie die Orangen essen, essen Sie auch die in ihnen enthaltenen Ballaststoffe, durch die der Blutzuckeranstieg dramatisch reduziert wird. Und dann stellt sich natürlich noch die Frage: Würden Sie vier große Orangen auf einmal essen, oder wären Sie nicht vorher schon satt. Sehen Sie.

Hier einige Dinge, die Sie überlegen sollten, bevor Sie Fruchtsäfte zu Ihren Grundnahrungsmitteln machen:

  • Früchte essen im Gegensatz zu Früchte trinken erhöht Ihren Blutzuckerspiegel (BZ) langsamer.
  • Wenn Ihr BZ in die Höhe schießt, fällt er auch genauso schnell wieder. Dies kann zu Erschöpfungszuständen führen und Heißhungerattacken (selbstverständlich auf etwas Süßes) auslösen.
  • Unser Körper ist auf diese Zuckermengen nicht eingestellt, und über längere Zeit führen sie zu Insulinresistenz (Vorläufer vom Typ II Diabetes)  und Gewichtszunahme.
  • Die im Fruchtsaft enthaltene Fructose (Fruchtzucker) führt zur Fettleber.
3. Fisch aus Aquakultur

Diesen sollten Sie unbedingt vermeiden. Selbst Lachs, der eigentlich sehr gesund ist, wird schädlich, wenn er in Aquakultur großgezogen wurde. Und warum ist das so?

Wie auch andere Tiere aus Massentierhaltung werden Fische ebenfalls mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert. Die gemeinnützige Forschungsorganisation Environmental Working Group (EWG) erklärt dazu (8):

“ Sieben von zehn Lachsen aus Aquakultur, die in Supermärkten in Washington DC, San Francisco und Portland, Oregon gekauft wurden, waren mit polychlorierten Biphenylen (PCBs) in gesundheitlich bedenklichen Konzentrationen kontaminiert.“

Fische aus Aquakulturen:

  • Enthalten bis zu 40-mal mehr PCBs als andere Nahrungsmittel
  • Enthalten 16-mal wahrscheinlicher die Dioxin-ähnlichen PCBs als Fische aus Wildfang, 4-mal höher als Rindfleisch und 3,4-mal höher als andere Meerestiere.

Außerdem wurden folgende bekannten Nervengifte und Karzinogene (krebserregende Stoffe) in Fischen aus Aquakultur gefunden:

  • Dieldrin – ein verbotenes Pestizid.
  • Dioxine – Industrielle Nebenprodukte aus Müllentsorgungsanlagen.
  • Toxaphene – Seit 1982 verbotene Pestizide.

Wenn Sie jetzt sagen, dass das nicht besonders appetitlich klingt, haben Sie total Recht.

4. Margarine

Ist es nicht wahnsinnig, dass Margarine von vielen Leuten immer noch als gesundes Nahrungsmittel betrachtet wird? Viel gesünder als diese cholesterinhaltige Butter und ja rein pflanzlich. Aber was sollen Sie auch denken, wenn selbst die Mayo Klinik diesen Mythos verbreitet, und das in einem Beitrag, den man eigentlich nur in die Tonne treten möchte (9).

Wenn selbst das Time Magazine besser informiert ist als diese hochrangige Klinik, dann ist doch etwas ganz verquer gelaufen.

Ganz einfach gesagt: Margarine ist nicht gesund – Punkt. Der Grund sind gerade die in ihr enthaltenen mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die beim Erhitzen zu Transfetten mutieren. Und noch einmal, es gibt keinen Grund, vor Cholesterin in der Ernährung (und auch anderswo) Angst zu haben. Cholesterin führt nicht zum Herzinfarkt.

5. Pflanzenöle

Auch Pflanzenöle dürfen natürlich bei den sogenannten „gesunden“ Lebensmitteln nicht fehlen. Hier gelten die gleichen Bedenken, die ich schon bei der Margarine geäußert habe. Viele Pflanzenöle werden aus genetisch modifizierten Pflanzen (GMOs) hergestellt, so zum Beispiel Soja-, Raps-, Mais- und Baumwollsamenöl. In einigen Studien wurde gezeigt, dass GMOs als Kanzerogene wirken können (10). Das würde Monsanto natürlich bestreiten.

Außerdem können sowohl während des Herstellungsprozesses als auch später beim Erhitzen dieser Öle Transfette entstehen. Diese Transfette sind Ursache für eine ganze Reihe gesundheitlicher Probleme (11, 12):

  • Adipositas
  • Diabetes
  • Verdauungsstörungen
  • Hautreaktionen
  • Sehschwäche
  • Sterilität
  • Arteriosklerose
  • Geburtsdefekte
  • Niedriges Geburtsgewicht
  • Lernschwierigkeiten
  • Knochen- und Sehnenerkrankungen
  • Krebs
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Schwächung des Immunsystems
  • Erhöhte Cholesterinwerte
  • Leberprobleme
  • Sexuelle Dysfunktion
  • Minderwuchs.

Wow, gesund sieht jawohl anders aus. Wenn Sie gesunde Fette konsumieren möchten, so empfehle ich Ihnen Kokosöl, Butter, Ghee oder Olivenöl (das allerdings nicht zum Kochen und Braten).

6. Künstliche Süßstoffe

Eigentlich sollte man denken, dass die Bezeichnung „künstlich“ den Leuten schon den Appetit verdirbt – das ist aber leider nicht so. Ist auch ganz einfach zu verstehen, denn sowohl die Ärzteschaft als auch viele Ernährungsberater fahren total auf das Zeug ab. Null Kalorien – Null Problemo! Super für alle, die gerne süße Dinge essen, aber einen Diabetes haben oder mit ihrem Gewicht kämpfen. Die Realität sieht allerdings ganz anders aus.

Wer noch keinen Diabetes hat, hat durch den Gebrauch von künstlichen Süßstoffen gute Aussichten einen entwickeln. Hierzu kommt es, weil die Süßstoffe zu einem Ungleichgewicht in der Darmflora führen (13). Und da ein gesunder Darm der Schlüsselpunkt für eine gute Gesundheit ist, verwundert es auch nicht, dass künstliche Süßstoffe zu einer Vielzahl anderer Gesundheitsprobleme führen (14):

  • Gewichtszunahme
  • Krampfanfälle
  • Hirntumore
  • Bluthochdruck
  • Allergien
  • Brustkrebs
  • Lymphome, Leukämien
  • Kopfschmerzen
  • Blasenkrebs

Wer also immer noch glaubt, dass die Diät Cola gesünder ist als die normale Cola, der sollte nochmal ganz scharf nachdenken.

7. Konventionelle Milch

Milch ist nicht von Haus aus ungesund, sondern wird durch den Herstellungsprozess zu einem ungesunden Nahrungsmittel gemacht. Das fängt schon mit dem Futter der Milchkühe an. Diese erhalten zum Großteil GMO Soja und Mais, was bei den Tieren zu Krankheiten führt und damit ihre Milch nicht gerade gesund macht.

Der zweite ganz große Faktor ist die Pasteurisierung und Homogenisierung der Milch. Es wird uns ja immer wieder erzählt, dass Rohmilch ganz gefährlich ist, weil sie tödliche Bakterien enthalten kann, und dass wir froh sein sollten, dass es so etwas Tolles wie die Pasteurisierung gibt, die uns vor diesen lebensbedrohlichen Infektionen schützen kann. Tatsache ist, dass die Kühe früher unter sehr unhygienischen Bedingungen gemolken wurden und häufig an Euterentzündungen litten. Dieses Problem wurde durch die Pasteurisierung abgeschafft. Die Rohmilch einer artgerecht gehaltenen Kuh, die unter hygienischen Bedingungen gemolken wird, enthält keine tödlichen Keime.

Die Pasteurisierung führt allerdings dazu, dass der Nährstoffgehalt der Milch deutlich verändert wird. Viele der in Rohmilch enthaltenen Enzyme sind hitzeempfindlich und werden einfach abgetötet (unter anderem auch die für die Lactoseverdauung notwendige Lactase), was dazu führt, dass Milch bei vielen Menschen zu Verdauungsproblemen führt.

Durch die Homogenisierung werden die Fettpartikel der Milch in kleinere Einheiten zerschlagen. Auch dieses Verfahren dient eher dem Produzenten. War es früher ein Qualitätsmerkmal der Milch, dass sich oben die Sahne absetzte, so passiert das durch die Homogenisierung nicht mehr. Man kann die Sahne also einfach abschöpfen und anderweitig verwerten (und natürlich nochmal extra Geld damit verdienen). Ist das schlimm? Nur wenn es Sie stört, dass die homogenisierten Fettpartikel dazu neigen an der Entstehung einer Arteriosklerose mitzuwirken (15).

Milch ist gesund, wenn es sich dabei um Rohmilch von artgerecht gehaltenen Kühen handelt. Und sie schmeckt zudem soviel besser als der Gegenpart aus dem Supermarkt. Sehen Sie sich mal um. Womöglich finden Sie einen Bauern, bei dem Sie Rohmilch kaufen können. Ansonsten haben Sie noch die Alternative wenigstens Käse und Joghurt aus Rohmilch zu kaufen. Und übrigens – da Rohmilch Lactase enthält, wird sie auch häufig von Menschen mit Lactoseintoleranz vertragen.

9. Smoothies

Smoothies sind ja zur Zeit der absolute Renner. Und durch sie wird es wirklich einfach die empfohlene Menge Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Oder etwa nicht?

Leider ist das nicht der Fall. Kein Zweifel, der gute Wille ist da. Aber wenn sich der Grünkohl Smoothie dann als ein Getränk entpuppt, das gerade mal 4 Prozent Grünkohl, dafür aber 60 Prozent (sehr süßes) Apfelsaftkonzentrat enthält, dann schießt die Vermarktung als „gesund“ doch weit über das Ziel hinaus.

Lassen Sie die industriell gefertigten Smoothies lieber im Supermarktregal stehen, und machen Sie sich zuhause einen wirklich gesunden Smoothie ohne Fruchtsaftzusatz dafür lieber mit Kokosmilch.

Und die Moral von der Geschicht‘:

Glauben Sie nicht alles, was Sie lesen – schon gar nicht wenn es sich um Produkte handelt, auf deren Verpackung Schlagwörter wie „fettarm“, „natürliche Zutaten“ und „ohne Zuckerzusatz“ stehen. Die Chancen stehen gut, dass diese Produkte für Ihre Gesundheit kein Gewinn sind.

 

(1) Loughborough University research finds tofu linked to poorer memory. http://www.lboro.ac.uk/service/publicity/news-releases/2008/104_tofu.html

(2) Soy food and isoflavone intake in relation to semen quality parameters among men from an infertility clinic. https://academic.oup.com/humrep/article-lookup/doi/10.1093/humrep/den243

(3) The Effects of Soy and Whey Protein Supplementation on Acute Hormonal Responses to Resistance Exercise in Men. http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/07315724.2013.770648

(4) An unusual case of gynecomastia associated with soy product consumption.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18558591

(5) Dietary Soy and Increased Risk of Bladder Cancer. http://cebp.aacrjournals.org/content/11/12/1674

(6) https://www.cambridge.org/core/journals/public-health-nutrition/article/association-between-soya-consumption-and-serum-thyroidstimulating-hormone-concentrations-in-the-adventist-health-study2/6363E77480EA431223E8ECB472D75AA0

(7) https://academic.oup.com/jnci/article/106/9/dju189/907784/The-Effects-of-Soy-Supplementation-on-Gene

(8) http://www.ewg.org/research/pcbs-farmed-salmon

(9) http://www.mayoclinic.org/healthy-lifestyle/nutrition-and-healthy-eating/expert-answers/butter-vs-margarine/faq-20058152

(10) http://responsibletechnology.org/monsanto-hid-evidence-of-roundup-and-cancer/

(11) http://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/high-blood-cholesterol/in-depth/trans-fat/art-20046114

(12) http://www.webmd.com/diet/features/trans-fats-science-and-risks#1

(13) Artificial sweeteners induce glucose intolerance by altering the gut microbiota. http://www.nature.com/nature/journal/v514/n7521/full/nature13793.html

(14) Sugar substitutes: Health controversy over perceived benefits. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3198517

(15) https://www.westonaprice.org/health-topics/know-your-fats/milk-homogenization-heart-disease/

(16) http://www.huffingtonpost.com/dr-jonny-bowden/debunking-the-blue-agave_b_450144.html

Verursacht Ihr Sonnenschutzmittel Hautkrebs

Sonnenschutzmittel, Sonnencreme, StrandSonnenstrahlen sind extrem gefährlich, sodass Sie sich ohne Sonnenschutzmittel ja nicht nach draußen trauen sollten. Das ist es jedenfalls, was die Boulevardpresse, aber leider eben auch die Ärzteschaft uns einreden wollen.

Vergessen Sie einfach, dass die Sonne das Leben auf der Erde erst möglich macht. Sie ist der Feind – der große Killer, der für Hautkrebs sorgt und dem man – wenn irgend möglich – aus dem Weg gehen sollte. Na ja, und wenn man dann schon nach draußen gehen muss, wenn die Sonne scheint, dann aber doch bitte wenigstens eingeweicht in Sonnencreme mit LSF 50 – 100. Lasst diese bösen Strahlen bloß nicht an eure Haut.

Bei der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft liest sich das dann so (1):

Während die Sonne scheint, sollen Sie sich so kurz wie möglich und vor allem nicht zur Mittagszeit im Freien aufhalten. Sie sollen nicht länger im Freien bleiben, als es Ihr Hauttyp erlaubt. Sie sollen an sonnigen Tagen Aktivitäten im Freien auf den Morgen oder Abend verlegen und Schatten aufsuchen. Sie sollen die Haut im Frühjahr und im Urlaub langsam an die Sonne gewöhnen, und Sie sollen auf jeden Fall einen Sonnenbrand vermeiden.

Ich stimme zu: Sie sollen auf jeden Fall einen Sonnenbrand vermeiden. Damit hören die Gemeinsamkeiten dann aber auch schon auf. Sollen wir tatsächlich die Sonne um alle Kosten meiden? Und was genau sind das für Kosten, die wir damit auf uns nehmen? Immerhin zeigen neuere Studien, dass der Gebrauch von Sonnenschutzmitteln, der in den letzten 30 Jahren so wahnsinnig angepriesen wird, möglicherweise mehr Schaden als Nutzen hat.

Sonnenschutzmittel blockieren die Vitamin D Produktion in der Haut – darauf weist immerhin sogar die Dermatologische Gesellschaft hin. Auf der Sonnencreme selber werden Sie diesen Hinweis eher nicht finden, obwohl er lebenswichtig ist. Warum? Nun, Vitamin D ist ein extrem wichtiges Hormon (es ist nämlich eigentlich kein Vitamin), das für Ihre Gesundheit und bei der Krebsprävention (Vorbeugung) eine Schlüsselrolle spielt. UUPS!

Zudem enthalten viele – auch bekannte – Sonnenschutzmittel giftige Substanzen, die von Ihrer Haut aufgenommen werden, in den Blutstrom und dann weiter in Ihren gesamten Körper gelangen. Die Frage stellt sich: Könnte das Zusammenwirken einer Vitamin D Blockade und die Effekte dieser giftigen Chemikalien womöglich ursächlich an der Entstehung von Hautkrebs beiteiligt sein? Und Sie werden sehen, es ist eine sehr berechtigte Frage.

Welche Hautkrebstypen werden unterschieden?

Die häufigsten Hautkrebsarten sind:

  • der sogenannte schwarze Hautkrebs (malignes Melanom)
  • der helle Hautkrebs. Zu diesem zählen das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzimon.

In Deutschland erkranken jährlich etwa 22.000 Menschen an einem malignen Melanom. Das maligne Melanom macht 4 % aller bösartigen Neubildungen aus und ist für etwa 1 % aller Krebstodesfälle verantwortlich. Die Fälle von hellem Hautkrebs werden in Deutschland nicht flächendeckend erfasst. Angaben einiger Krebsregister lassen aber darauf schließen, dass es jedes Jahr zu etwa 300 Neuerkrankungen an hellem Hautkrebs pro 100.000 Einwohner kommt. Dies führt dazu, dass in Deutschland jedes Jahr bis zu 170.000 Menschen an invasiven Formen des hellen Hautkrebses erkranken. Davon entfallen rund 80 % auf das Basalzellkarzinom, welches damit der häufigste bösartige Tumor beim Menschen überhaupt ist, und etwa 20 % auf das Plattenepithelkarzinom (2).

Sehen wir uns die einzelnen Hautkrebstypen mal genauer an.

Basalzellkarzinom

Der häufigste Hautkrebs überhaupt. Basalzellkarzinome traten früher typischerweise ab dem mittleren Lebensalter auf. Inzwischen sind auch viele junge Leute von diesem Krebs betroffen. Dieser Krebs wächst sehr langsam und metastasiert in der Regel nicht.

Plattenepithelkarzinom

Dieses wächst auch in tiefere Hautschichten ein und kann Metastasen bilden – allerdings nicht sehr häufig. Interessanterweise treten Plattenepithelkarzinome eher bei dunkelhäutigen Individuen in Hautarealen auf, die eher selten der Sonne ausgesetzt sind so wie die Fußsohlen oder die Handinnenflächen.

Malignes Melanom

Das maligne Melanom macht weniger als 2 Prozent der Hautkrebs-erkrankungen aus. Da es unbehandelt Metastasen bildet, handelt es sich aber auch um die Hautkrebserkrankung mit der höchsten Todesrate. Bei Frauen mittleren Alters entwickeln sich Melanome bevorzugt an den Beinen, bei Männern eher am Rumpf. Grundsätzlich kann ein Melanom jedoch an jeder Körperstelle, auch an Schleimhäuten und am Auge, auftreten.

Ein wichtiger Risikofaktor ist die wiederholte starke UV-Exposition z. B. durch Sonnenbaden. Dazu zählt auch die Nutzung von Solarien! Auch die Anzahl der schweren Sonnenbrände (v. a. in der Kindheit) ist ein Risikofaktor für das spätere Auftreten eines Melanoms.

Bedenklich ist, dass die Inzidenz des malignen Melanoms stark angestiegen ist.  Währen sie in den dreißiger Jahren in Mitteleuropa noch 1-2 pro 100.000 betrug, stieg sie in den sechziger Jahren auf 5 pro 100.000 und in den achtziger Jahren auf 7-14 pro 100.000 Einwohner an (3). In der gleichen Zeit wurde allerdings auch der Einsatz von Sonnencremes stark ausgeweitet. Und wie gesagt, den Menschen wird eher dazu geraten, die Sonne zu meiden und einen Sonnenschutz zu verwenden, als dass sie darauf hingewiesen werden, dass Vitamin D und gesunde Ernährung bei der Vorbeugung von Hautkrebs eine extrem wichtige Rolle spielen.

Verursachen Sonnenschutzmittel Hautkrebs?

Ärzte insgesamt, aber natürlich vor allem Hautärzte, geben der Sonne die Schuld am vermehrten Auftreten von Hautkrebserkrankungen, da sie nun einmal die größte Quelle von UV-Strahlung ist. Allerdings mehren sich – zum Glück – die Stimmen von Ärzten und Gesundheitsexperten, die auf dem neuesten Stand der Forschung sind und diesem Dogma widersprechen.

Tatsächlich sind der Lebensstil und die Ernährung deutlich wichtigere Faktoren bei der Entstehung von Hautkrebs als die Sonnenexposition. Bernard Ackerman, der Gründervater der Dermatopathologie, die sich mit dem Studium von Hauterkrankungen auf dem mikoroskopischen und molekularen Level widmet, hat die Problematik der Hautkrebserkrankung ausführlich untersucht. Er kommt zu dem Schluss, dass die Beweisführung dafür, dass Sonneneinstrahlung zu Hautkrebs führt widersprüchlich und nicht überzeugend ist (4):

„Während einige Studien einen gewissen Zusammenhang zwischen Sonnenexposition und Hautkrebs aufweisen, zeigen andere diesen Zusammenhang überhaupt nicht.“

Einer der weltweit führenden Experten für natürliche Krebsbehandlung, Dr. Leonard Coldwell, bestätigt, dass die Chemikalien in Sonnencremes die meisten Hautkrebserkrankungen hervorrufen und nicht etwa die Sonne (5).

Im Lancet erschien 2004 eine Studie, die aufzeigte, dass Menschen, die in geschlossenen Räumen arbeiten zweimal so häufig an Hautkrebs erkrankten wie Individuen, die mehr Zeit in der Sonne verbrachten (6). Die Autoren stellten fest:

„Paradoxerweise haben Menschen, die im Freien arbeiten ein niedrigeres Risiko an einem malignen Melanom zu erkranken als Menschen, die in geschlossenen Räumen arbeiten. Dies könnte bedeuten, dass chronische Sonneneinstrahlung einen schützenden Effekt haben könnte.“

Und warum genau bekommt die Öffentlichkeit ein ganz anderes Bild gemalt? Wie gesagt – wir streiten uns hier nicht über den Sonnenbrand. Da sollte inzwischen jedem klar sein, dass der nicht gesund ist. Aber es geht hier um die Empfehlung, die Sonne zu meiden und zwar vor allem in der Mittagszeit, wenn sie in den nördlichen Gefilden im Sommer gerade hoch genug steht, um den Körper zu veranlassen, Vitamin D zu produzieren (im Winter haben wir diese Möglichkeit durch die Sonne sowieso nicht, weil sie in unseren Breitengraden viel zu niedrig steht).

Niedrige Vitamin D Spiegel sind mit einer Vielzahl Gesundheitsprobleme assoziiert – inklusive Krebserkrankungen. Ein ausreichender Aufenthalt in der Sonne hilft dabei, die Vitamin D Spiegel zu optimieren. Wer Sonnencreme benutzt, behindert die körpereigene Vitamin D Produktion und könnte dadurch den Weg für eine Hautkrebserkrankung frei machen.

Sind Sonnenschutzmittel an sich gesundheitsschädlich?

Sonnencremes verhindern einen Sonnenbrand indem sie UVB Strahlen blockieren. Dadurch kann man länger in der Sonne bleiben. Der auf den Sonnenschutzprodukten aufgedruckte Lichtschutz- oder Sonnenschutzfaktor gibt einen Anhaltspunkt dafür, wie lange man sich mit dem Mittel in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Beispiel: Wer ungeschützt nach 15 Minuten eine rote Haut bekommt, soll unter dem Schutz eines Präparats mit Faktor 20 zwanzigmal länger brutzeln dürfen, bis sich der Sonnenbrand einstellt. Klingt theoretisch gut, praktisch wissen wir jedoch alle, dass das so nicht funktioniert.

Aber mal ganz abgesehen davon, dass Sie nicht mit einer Sonnencreme mit LSF 50 eingecremt 12,5 Stunden in der Sonne bleiben dürfen (allein diese Tatsache sollte einem schon klar machen, dass die Werbeversprechen eine einzige Lüge sind), haben wir noch ein paar andere Probleme.

  • Nicht nur der Sonnenbrand wird „blockiert“, sondern eben auch die Vitamin D Produktion, denn die wird durch UVB Strahlung angestoßen.
  • Viele Sonnenschutzmittel behaupten zwar von sich, dass sie auch UVA Strahlung reduzieren, das stellt sich jedoch in den meisten Fällen als Fake heraus. Dummerweise sind es aber gerade die UVA Strahlen, die die meisten Hautschäden hervorrufen. Sie blockieren also mit Sonnencremes das Frühwarnsystem der Haut (die Rötung auf die UVB Strahlen), das Ihnen sagt, Sie sollten mal in den Schatten gehen, und lassen gleichzeitig die schädliche UVA Strahlung (die keine Frühwarnsymptome auslöst) ungehindert mit verlängertet Zeitdauer (schließlich hat Ihre Sonnencreme ja einen hohen LSF) auf Ihre Haut einwirken. Das klingt jetzt wirklich ziemlich bescheuert, finden Sie nicht auch?
  • Viele Sonnenschutzmittel enthalten krebserregende Chemikalien, die wenn Sie gut eingeschmiert in der Sonne liegen, direkt in Ihre Haut eingebrannt werden, in den Blutstrom gelangen und die Leber mit Giftstoffen überschwemmen.

Toxine in Sonnenschutzmitteln

Octylmethoxycinnamat (Octinoxat)

Chemisch handelt es sich um ein Gemisch zweier Zimtsäureester. Octinoxat bietet Schutz vor UVB-Strahlung. Es ist wegen seiner Wirkung als endokriner Disruptor auf das östrogene Hormonsystem umstritten. Bei Sonnenexposition treten toxische Wirkungen vermehrt auf.

Titandioxid

Wird ebenfalls häufig als UV-Blocker verwendet. Das macht auch keine Probleme solange es sich um normal große Titandioxid-Partikel handelt. Da diese aber einen unschönen weißen Film auf der Haut hinterlassen, sind Sonnenschutzproduzenten dazu übergegangen, Nanopartikel zu verwenden. Diese haben den Nachteil, dass sie die Hautbarriere überwinden können und zu Erbgutschädigungen führen (7).

Oxybenzon

Ist nach deutscher Kosmetikverordnung als Sonnenschutz zugelassen, obwohl es genügend Hinweise auf seine krebserregende Wirkung gibt, die besonders unter Sonneneinwirkung auftritt.

Dieser Stoff ist auf der Inhaltsliste unter Benzophenone-3 zu finden. UV-Strahlen werden durch den Filter auf der Hautoberfläche von Licht zu Wärme umgewandelt. Dieser Prozess kann jedoch Hautzellen schädigen. Außerdem kann Oxybenzon Allergien auslösen und den Hormonhaushalt gewaltig durcheinanderbringen.

Besonders gefährlich: Die Chemikalie wirkt sehr stark photosensibilisierend. Die Haut wird durch den UV-Filter immer empfindlicher. Eine geringe Sonnenstrahlung reicht dann meist schon aus, um Rötungen, Jucken oder sogar Hautverbrennungen hervorzurufen. Ergo: Der Filter wirkt kontraproduktiv. Trotzdem ist er nach wie vor in vielen Sonnenschutzprodukten enthalten.

Vitamin A Derivate wie Retinol oder Retinylpalmitat

Auch diese Substanzen wandeln sich unter Sonneneinstrahlung in Karzinogene um (8).

Sie sehen also, bei der Anwendung von Sonnenschutzmitteln ist extreme Vorsicht geboten.

Weshalb Vitamin D3 so wichtig ist

Vitamin D ist – da unser Körper es selber herstellen kann – eigentlich kein Vitamin – sondern ein Hormon. Es wird bei genügender Sonnenexposition unter Zuhilfenahme von Cholesterin in der Haut gebildet.

Vitamin D erfüllt eine Menge Aufgaben im Körper. So ist es wichtig für:

  • Aufbau und Erhalt der Knochen
  • Funktion des Immunsystems
  • Schutz vor diversen Krebserkrankungen (u. a. Hautkrebs).

Ein chronischer Vitamin D Mangel (Blutspiegel unter 50 ng/ml) ist in Deutschland häufig (zu wenig Sonne + zu viel Sonnenschutz) und führt zu einer Vielzahl von Erkrankungen – und eben auch Krebs. Lassen Sie sich also unbedingt testen.

Sonnenbaden ohne Reue

Sicheres Sonnenbaden führt nicht zu Hautkrebs. Zwei Studien aus dem Jahr 2005 geben Hinweise darauf, dass „Sonnenstrahlen einen günstigen Einfluss sowohl auf die Inzidenz (Häufigkeit) als auch den Verlauf von Krebserkrankungen haben können“ (9, 10).  Auch sie unterstreichen die Rolle von Vitamin D in der Krebsprävention und Therapie.

Generell wird empfohlen täglich 15 – 30 Minuten in die Sonne zu gehen, um ausreichende Vitamin D Level aufrechtzuerhalten. Dunkelhäutige Menschen müssen sich länger in der Sonne aufhalten, da sie mehr UVB Strahlung absorbierendes Melanin in der Haut haben.

Am besten fangen Sie mit 10 Minuten an und arbeiten sich langsam auf 30 Minuten hoch (es sei denn, Sie haben sehr helle Haut). Achten Sie darauf, dass keine starke Rötung auftritt. Wenn Sie sich länger in der Sonne aufhalten müssen, sollten Sie lieber einen Hut und sonnenprotektive Kleidung tragen als Sonnencreme zu nehmen.

Eine leichte Bräunung ist ein natürlicher Sonnenschutz. Übrigens sollten Sie nach dem Aufenthalt in der Sonne für mindestens 12 Stunden darauf verzichten, die Haut zu waschen, damit der Körper das Vitamin D, das er produziert, auch aufnehmen kann.

Eine schwedische Studie, die im Jahr 2014 im Journal of Internal Medicine erschien, untersuchte fast 30000 Frauen über einen Zeitraum von 20 Jahren (11). Die Forscher stellten fest, dass die Frauen, die sich am wenigsten in der Sonne aufhielten, ein erhöhtes Risiko für Melanome aufwiesen und doppelt so häufig an irgendeiner Krebserkrankung verstarben wie Frauen, die sich häufiger in der Sonne aufhielten. Tja, für Frauen scheinen die populären Empfehlungen ein gewisses Krebsrisiko zu beinhalten.

Wenn Sie Sonnenschutzmittel verwenden wollen, dann achten Sie auf jeden Fall darauf, dass das von Ihnen gewählte Produkt keine krebserregenden Stoffe enthält. Sie können die Inhaltsstoffe in die Datenbank der Environmental Working Group Skin Deep eingeben, um Informationen über eine womögliche Toxizität zu erhalten.

Zinkoxid (nicht als Nanopartikel!) kann in der Sonne sicher angewendet werden und ist bei der EWG die erste Wahl für den Sonnenschutz. Es bietet größeren Schutz gegen UVA Strahlung als andere Substanzen. Natürliche Zutaten wie Kokosöl oder Sheabutter sind ebenfalls sicher. Sie pflegen und schützen die Haut.

Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, dass Ihr Sonnenschutz keine schädlichen Substanzen enthält, dann machen Sie ihn doch einfach selbst. Ich benutze schon seit Jahren nur noch selbst hergestellte Sonnencreme und habe damit super Erfahrungen gemacht. Keinen Sonnenbrand – selbst bei einem Sommerurlaub in Kalifornien und häufigen Aufenthalten am Meer. Es geht einfach und schnell. Ein Rezept finden Sie hier.

 

(1) http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-052OLp_S3_Praevention_von_Hautkrebs_2016-09.pdf

(2) https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/hautkrebs/malignes-melanom-schwarzer-hautkrebs/definition-und-haeufigke.html

(3) Informationen für Patienten zum Malignen Melanom. http://klinikum.uni-muenster.de/index.php?id=3729

(4) Another Dissident Dermatologist. http://chetday.com/sunskincancer.htm

(5) https://www.ihealthtube.com/video/sunscreen-causes-not-prevents-skin-cancer

(6) Is there more than one road to melanoma?http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(04)15649-3/fulltext

(7) Titanium dioxide nanoparticles induce DNA damage and genetic instability in vivo in mice. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3873219/

(8) https://www.ewg.org/skindeep/ingredient/705545/RETINYL_PALMITATE_(VITAMIN_A_PALMITATE)/#

(9) Ultraviolet radiation exposure and risk of malignant lymphomas. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15687363

(10) Sun exposure and mortality from melanoma. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15687362

(11) Avoidance of sun exposure is a risk factor for all-cause mortality: results from the Melanoma in Southern Sweden cohort. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/joim.12251/abstract

Sonnencreme ganz einfach selber machen

SonnencremeEin Sonnenbrand ist nicht gesund und erhöht das Hautkrebsrisiko. Deshalb wird von Hautärzten empfohlen, die Sonne zu meiden und die Haut niemals ohne Sonnenschutz der Sonne auszusetzen. Über beide Ansätze kann man diskutieren, und – wie Sie sicher schon vermuten – sieht meine Meinung etwas anders aus.

Die Sonne vermeiden halte ich für eine ausgesprochen blöde Idee, weil wir die UVB-Strahlung nämlich für die Vitamin D Synthese benötigen. Das ist aber nur eine ihrer positiven Wirkungen. Überlegen Sie mal, welchen Einfluss Sonnenstrahlen auf Ihr Wohlbefinden haben. Sicher haben Sie auch schon bemerkt, dass Sonnenschein gute Laune macht.

Zum zweiten Teil der Empfehlung kann ich nur sagen: Sonnenschutz aus dem Laden enthält häufig schädliche Chemikalien und Toxine.

Ich möchte natürlich nicht dazu aufrufen, stundenlang ungeschützt in der Sonne herumzulaufen. Das heißt wir brauchen einen Plan B. Also, warum nicht einfach die Sonnencreme selber machen mit Zutaten, die nachweislich keine schädliche Wirkung haben.

Diese Sonnencreme verhindert nicht nur einen Sonnenbrand, sondern pflegt und versorgt die Haut mit Flüssigkeit. Und sie ist ganz einfach gemacht.

Zutaten:

Zubereitung:

  1. Alle Zutaten außer Zinkoxid in den Behälter geben.
  2. Etwas Wasser in einem Kochtopf erhitzen und den Behälter hineinstellen (praktisch wie zum Schokolade schmelzen)
  3. Inhalt des Behälters umrühren bis die Zutaten schmelzen.
  4. Wenn alle Zutaten gut verrührt sind wird das Zinkoxid dazu gegeben (Pulver nicht einatmen) und alles gut durchgerührt.
  5. Abkühlen lassen und an einem kühlen Platz aufbewahren.