Was Sie über Antibiotika wissen sollten

Antibiotika TablettenWas Antibiotika angeht, so besteht inzwischen Alarmstufe Rot. Zeitungsmeldungen wie „Die Rückkehr der Seuchen“, „Multiresistente Keime nehmen zu“, „Antibiotikaresistenzen“ häufen sich. Der Grund dafür ist, dass Antibiotika sowohl beim Menschen als auch in der Tiermedizin viel zu häufig verordnet werden.

Sie werden für Husten, Schnittwunden, Harnwegsinfekte, vorsorglich bei Operationen und oftmals „für alle Fälle“ verschrieben, selbst bei viralen Infektionen, für die sie überhaupt nicht wirken (denn es könnte ja zu einer bakteriellen Superinfektion kommen). „Infektionen können tödlich sein“ ist das Mantra derjenigen, die immer noch nicht begriffen haben, dass es nicht wir gegen die Bakterien sind, sondern dass wir einen Großteil dieser kleinen Lebewesen tatsächlich brauchen, damit wir überleben.

Es mag Sie jetzt überraschen, aber die wirkliche Gefahr könnte darin bestehen, dass Sie Ihrem Körper eine „gegen das Leben“ (anti bios) gerichtete Chemikalie zuführen, die unbeabsichtigte Kollateralschäden verursachen kann. Einige dieser Schäden sind so schwerwiegend, dass sie Ihr gesamtes Leben verändern können. Klingt dramatisch? Das ist es auch! Und ich bin überzeugt, dass Sie die nächste Einnahme eines Antibiotikums stark überdenken werden, wenn Sie erfahren, dass es sicherere Methoden gibt, mit Infektionen fertig zu werden.

In der Medizin gilt, dass der Patient eine „informierte Einwilligung“ geben muss.  Dies bedeutet, dass Sie rechtmäßig nur dann in eine Behandlung einwilligen können, wenn Sie sämtliche Vor- und Nachteile der Behandlung sowie etwaige Alternativen kennen. Sind Sie schon mal umfassend über die Vor- und Nachteile von Antibiotika aufgeklärt worden? – Dachte ich mir.

In der Regel greifen Ärzte bei Infektionen weiterhin reflexartig zum Rezeptblock, und – seien wir mal ganz ehrlich – ist es auch genau das, was die Patienten erwarten. Schließlich wollen sie sich möglichst schnell wieder besser fühlen und diese lästige Infektion weg haben.

Nun, sehen wir uns doch mal die Vor- und Nachteile einer Antibiotikabehandlung sowie die Alternativen an.

Die Vorteile der Antibiotika

Offensichtlich wirken Antibiotika, oder? Na ja, wir sehen inzwischen, dass unsere Annahmen diese Substanzgruppe betreffend auf sehr wackeligen Füßen stehen. Tatsache ist, dass Infektionen einen natürlichen Verlauf haben. Sicher gibt es Infektionen, die tödlich verlaufen (und in diesem Fall – danke Antibiotikum), aber viele heilen auch ohne Folgen aus (und das auch, wenn man kein Antibiotikum nimmt). Sie wissen schon, der Schnupfen dauert mit Behandlung 2 Wochen und ohne Behandlung 14 Tage (ja, und ich weiß, dass das ein blödes Beispiel ist, weil Antibiotika bei Schnupfen nicht indiziert sind – sie werden aber trotzdem verschrieben).

Mit steigenden Zahlen von Antibiotika resistenten Keimen (durch häufig unnötige Verordnungen) und weniger neu entwickelten Substanzen in der Pipeline (mit anderen Medikamenten lässt sich so viel mehr Geld verdienen), müssen wir uns jetzt ernsthaft fragen, ob das Vorgehen, Leben einfach auf breiter Fläche auszurotten (und genau das tut ein Breitband-Antibiotikum) wirklich der Weg zu mehr Gesundheit ist.

Die Risiken der Antibiotika

Eine Aufklärung über die Risiken der Antibiotikaeinnahme könnte ungefähr so aussehen:

„Sie haben einen oberen Atemwegsinfekt. Ich bin mir nicht sicher, ob der bakteriell bedingt ist, aber nehmen Sie auf jeden Fall mal dieses Antibiotikum, damit Sie nicht womöglich eine Superinfektion bekommen und dann mit einer Lungenentzündung dasitzen… Ach ja, es ist zwar unwahrscheinlich, aber es kann durch dieses Antibiotikum passieren, dass Sie hinterher bettlägerig sind, weil neurologische Schäden aufgetreten sind, Sie könnten auch eine Infektion durch opportunistische Keime (Keime, die die Immunschwäche durch die Infektion ausnutzen, um sich zu vermehren) bekommen und wenn es ganz blöd läuft, dann haben Sie hinterher vielleicht eine brandneue psychiatrische Diagnose wie zum Beispiel eine manisch-depressive Störung. Ich hoffe, es geht Ihnen bald besser.“

Mikrobiom abhängige Risiken

Als das Mikrobiom entdeckt wurde, hätte die Schulmedizin eigentlich ihre therapeutischen Ansätze neu überdenken müssen. Die Ansicht, dass der Körper eine Maschine ist, die nur gut gewartet und geschmiert werden muss, damit sie funktioniert, ist völlig obsolet. Wir wissen jetzt, dass ein inneres Ökosystem unsere Gene an- und abschaltet (epigenetische Expression) und damit Auswirkungen unter anderem auf die Nährstoffproduktion, den Stoffwechsel, die hormonelle Balance, das Immunsystem und entzündliche Reaktionen hat. Es wird höchste Zeit, dass wir uns damit beschäftigen, was unser Mikrobiom gesund erhält und was ihm schadet.

Bisher haben wir viele Fragen und nur wenige Antworten (1).

Das Mikrobiom moderner Jäger und Sammler wurde untersucht, denn diese sind in der Regel gesund (solange die Zivilisation sie in Ruhe lässt). Es zeigte sich, dass vor allem die Diversität der Darmbakterien bei ihnen wesentlich höher ist als in der zivilisierten Welt (2). Inzwischen ist man sich einig, dass diese Diversität zur Gesundheit beiträgt. Zu dieser Einsicht passt so gar nicht, dass jede Antibiotikaeinname die Diversität der Bakterien im Darm vermindert. Uups.

Man weiß inzwischen auch, dass Probiotika sich vorteilhaft auf die Gesundheit auswirken, während Chemikalien wie das Ackergift Glyphosat für unsere Darmbakterien ein Desaster sind. Außerdem haben wir erfahren, dass die Übertragung von Bakterien schon vor der Geburt anfängt, bei gestillten Kindern durch die Muttermilch weitergeführt wird und so im Alter von 2 Jahren den Grundstein für die spätere Gesundheit legt. Es ist auch jedem klar, dass das wahllose Abtöten von Bakterien womöglich seinen Preis hat. Die Frage ist nur, ist dieser Preis höher als eine Pilzinfektion oder Durchfall?

Wahrscheinlich schon. Wir haben inzwischen genug Hinweise dafür, dass Antibiotika die „guten“ Darmbakterien genauso wie die „schlechten“ abtöten und dadurch zu einer Dysbiose führen, die den Betroffenen verletzlich macht. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2017 (3) zeigt auf, dass Reisende, die Antibiotika einnahmen, ein erhöhtes Risiko für Lebensmittelvergiftungen hatten – inklusive Infektionen durch Antibiotika resistente Bakterienstämme. Die Heilungsraten waren nicht vorhersehbar und wurden mit jeder weiteren Antibiotikaeinnahme schlechter.

„Selbst kurzzeitige Antibiotikagaben können das Mikrobiom für ein Jahr oder sogar länger stören. Bei wiederholten Einnahmen scheint eine Wiederherstellung des Mikrobioms nicht mehr statt zu finden.“

In einer weiteren Studie wurde gezeigt, dass selbst nach einem kurzen Einsatz von Ciprobay (häufig verschrieben bei Harnwegsinfekten) das Mikrobiom nach mehr als selchs Monaten noch eine Abnahme der Diversität um ca. ein Drittel aufwies (4).  Schon diese Verminderung der Diversität kann die Ursache einer weiteren Erkrankung sein.

Das Reizdarmsyndrom ist zum Beispiel so eine Erkrankung, die mit einer geringeren Anzahl „guter“ Bakterien in Zusammenhang gebracht wird. Ebenso ist eine Dysbiose der Vorläufer für Autoimmunerkrankungen (5), Adipositas und Gewichtszunahme (6).

Es ist also ziemlich klar, dass wir alle weniger Antibiotika nehmen sollten. Lässt es sich aber trotzdem nicht umgehen, dann sollten Sie wenigstens schon während der Einnahme zusätzlich ein Probiotikum nehmen und fermentierte Lebensmittel essen, um die Darmflora wieder aufzubauen.

Vom Mikrobiom nicht abhängige Risiken

Wenn Sie von den Mikrobiom abhängigen Risiken nicht schon die Nase voll haben, es gibt auch immer mehr Literatur zum Thema von Mikrobiom unabhängigen Antibiotikarisiken.

Diese Risiken gehen von verlangsamter Knochenheilung (7) bis zu akuten Leberschäden (8). Es sind Effekte auf zellulärer Ebene, die weit über das Auslösen einer Dysbiose hinausgehen. Diese Effekte beinhalten auch Veränderungen in den Stoffwechselprodukten der Darmbakterien, Schäden an den Mitochondrien (9) (die Energielieferanten der Zelle) und Schäden an der Darmschleimhaut.

Sehr beunruhigend finde ich auch die gut dokumentierten psychiatrischen Risiken der Antibiotika. Diese treten auf, da Antibiotika in klinisch relevanten Konzentrationen mit den gleichen Molekülen interagieren, die normalerweise für die Wirkung psychotroper Medikamente verantwortlich gemacht werden.

In einer gerade erschienen Arbeit (10) wird vorgeschlagen, dass Patienten über diese Risiken informiert werden sollten. Es ist also darauf hinzuweisen, dass Antibiotika zu Störungen wie Reizbarkeit, Verwirrung, Enzephalopathie (Hirnerkrankungen), Suizidalität (Selbstmordgefährdung), Psychose und Manie führen können. Die Forscher bemerken abschließend:

„Die neuropsychiatrischen Effekte von antimikrobiell wirksamen Medikamenten sind in der Literatur dokumentiert. Eine Anzahl dieser Substanzen haben das Potential Effekte am ZNS (Zentralnervensystem) auszuüben und viele werden mit stimulierenden, psychotomimetischen* und epileptogenen** Eigenschaften in Verbindung gebracht, die über einen GABA Antagonismus (β-Lactame, Quinolone und Clarithromycin), NMDA Agonismus (D-Cycloserin, Aminoglykoside, evtl. Quinolone), MAO Inhibition (Metronidazol und Isoniazid) ausgeübt werden.“

 *Psychotischen Reaktionen ähnelnd, ** Krampfanfall fördernd

Tatsächlich wird teilweise der Terminus „Antibiomanie“ verwendet, um das Vermögen der Antibiotika zu beschreiben, manische Symptome zu verursachen. Es scheint so als wären Männer häufiger von dieser Nebenwirkung betroffen als Frauen. Es gibt auch Untersuchungen, die einen dosisabhängigen Zusammenhang zwischen einer Antibiotikagabe und dem Auftreten einer Depression sehen (11).

Wenn Sie diese Zusammenhänge nicht kennen, könnten Sie überzeugt sein, dass Ihre neu aufgetretene „psychische Erkrankung“ eine völlig neue Diagnose ist, die eine lebenslange Behandlung bedingt.

Die Alternativen

Glücklicherweise gibt es zum Einsatz eines Antibiotikums aber viele Alternativen. Noch besser – Sie können viele dieser pflanzlichen Therapien täglich in Ihre Mahlzeiten integrieren.

Botanische Kräuter

Schon seit Jahrhunderten werden Kräuter als Antibiotika verwendet. Wenn Sie das Internet durchsuchen, werden Sie für fast alle Beschwerden entsprechende Heilkräuter finden. Ich gebe hier nur einige Beispiele:

  • Inula helenium (Echter Alant) ist 100 Prozent effektiv gegen 200 Isolate von Staphylococcus aureus (verursacht u. a. Furunkel, Abszesse) (12).
  • Alpinia galanga (Thai Ingwer) ist eine Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse, die traditionell in asiatischen Ländern benutzt wird. Sie wirkt effektiv gegen Salmonella typhi und E. coli sowie andere Antibiotika resistente Bakterienstämme (13).
  • Nigella sativa (Echter Schwarzkümmel) Extrakt tötet MRSA Bakterien
  • Zimt und Oregano wirken ebenfalls gegen viele resistente Bakterien (14).
  • Kümmel und Rosmarin haben eine starke antibakterielle Wirkung, ebenso wie Holunderbeeren.
  • Nicht zu vergessen Echinacea (Sonnenhut), der das Immunsystem kräftig ankurbelt (15).
Probiotika

Probiotika bieten eine gute Möglichkeit, eine Dysbiose auszugleichen, indem sie die „guten“ Bakterien vermehren. Wenn Sie Probiotika konsumieren, verbessern Sie die Funktion Ihres Stoffwechsels und Ihres Immunsystems und sorgen außerdem dafür, dass unerwünschte Bakterien unterdrückt werden.

Studien haben gezeigt, dass Probiotika bakterielle Infektionen von Zahnfleischentzündungen über durch H. pylori hervorgerufene Infektionen des Magens bis zur bakteriellen Vaginose (Ungleichgewicht der Scheidenflora) bereinigen können.

Natürlich können Sie Probiotika in Pillenform einnehmen, aber fermentierte Nahrungsmittel erledigen den Job eigentlich wesentlich besser (und billiger), da sie sehr viel mehr unterschiedliche Bakterienstämme enthalten. Also essen Sie am besten täglich eine Portion Sauerkraut oder bereiten Sie zuhause Kefir oder Kombucha zu.

Knoblauch

Hippokrates, dem das Zitat „Lass Nahrung deine Medizin sein“ zugesprochen wird, hätte Knoblauch sicherlich als ein medizinisch sehr wertvolles Nahrungsmittel angesehebn. Diverse Studien belegen den antimikrobiellen Effekt von Knoblauch, unter anderem auch eine, in der Knoblauchwasser gegen 133 Bakterienstämme mit Resistenzen gegen verschiedene Antibiotika getestet wurde, und die aufzeigte, dass das Knoblauchwasser beachtliche antimikrobielle Eigenschaften hat (16).

Eine randomisierte kontrollierte Studie kam zu dem Ergebnis, dass Knoblauch dem Antibiotikum Metronidazol in der Behandlung der bakteriellen Vaginosis überlegen ist. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Knoblauch sowohl eine bessere therapeutische Effektivität als auch geringere Nebenwirkungen aufwies (17).

Knoblauch stellt eine effektive Therapie für Infektionen durch H. pylori und Clostridium difficile dar. Ebenso kann er für die Therapie der Lungenentzündung eingesetzt werden (18). Und der Konsum von Knoblauch schützt nicht nur vor bakteriellen Infektionen, sondern führt außerdem zu einer Blutdrucksenkung, stabilisiert den Blutzucker und senkt das Krebsrisiko. Das macht Knoblauch zu einem meiner Lieblingsnahrungsmittel.

 Manuka Honig

Manuka Honig ist wahrscheinlich eine der leckersten Möglichkeiten, gesund zu bleiben. Dieser Honig kommt aus Neuseeland und stammt aus den Pollen des Manuka Busches. Er wird schon seit Tausenden von Jahren angewendet.

Dieser Antioxidantien-reiche Honig wird gerne in teurer Kosmetik verwendet, da er eine antientzündliche und antimikrobielle Wirkung hat. Innerlich angewandt kann er Antibiotika-resistente C. difficile Infektionen heilen (19), ebenso Halsentzündungen, Harnwegsinfekte und MRSA (20).

Ein weiterer Bonus, den Sie durch den Verzehr von Honig erhalten, ist, dass er Propolis enthält. Das ist eine Mischung aus Bienenspeichel und Wachs, die als Bienenkittharz, bekannt ist. Es enthält über 300 therapeutische Substanzen, die sowohl schädliche Bakterien als auch Krebszellen bekämpfen (21).

Kolloidales Silber

Bei kolloidalem Silber handelt es sich um äußerst kleine, feine, positiv geladene Silberpartikel, so genannte Nanopartikel, die tief in das Körpergewebe des menschlichen Organismus eindringen und schädliche Krankheitserreger abtöten können. Es wurde bereits in der Antike als „natürliches“ Wunder- und Heilmittel verwendet, um Infektionen und Entzündungen wirksam zu behandeln, die durch schädliche Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilze verursacht wurden.

Silber wird häufig in intravenösen Kathetern, Zahnfüllungen, Verbandmatierial und Knochenimplantaten verwendet. Der genaue Mechanismus der amtimikrobiellen Wirkung wird noch diskutiert. Der Wirkmechanismus scheint auf einer Schädigung der Zellmembranen pathogener (krankmachender) Bakterien zu beruhen. Je nach Oberflächenladung der Silber Nanopartikel und der Bakterienart, können die Bakterien durch die Bildung freier Radikale, die Ansammlung von Nanopartikeln in der Bakterienzellwand oder den Verlust von Zellmembrankomponenten getötet werden (22).

Kolloidales Silber kann sowohl als topische Behandlung bei Hautinfektionen wie MRSA angewendet werden als auch als orales Antibiotikum.

Vitamine

Natürlich dürfen auch Vitamine nicht in der Aufzählung fehlen. Hier ist besonders Vitamin C zu nennen, dessen Effektivität sogar bei einer Blutvergiftung (Sepsis) nachgewiesen ist (23). Unverständlich ist nur der Tageshöchstwert den die Deutsche Gesellschaft für Ernährung angibt. Dieser beträgt zwischen 100 und 150 mg/Tag für einen Erwachsenen. Selbst ein Meerschwein stellt mehr Vitamin C pro Tag her!

Das zweite Vitamin (oder eigentlich besser Hormon), das ich Ihnen ans Herz legen möchte, ist Vitamin D3. Es steuert praktisch das gesamte Immunsystem (24).

Vielleicht ist es Zeit für einen Waffenstillstand

Wir sind alle darauf eingeschworen, dass Bakterien unbedingt bekämpft werden müssen, alles muss klinisch sauber und am besten steril sein. Aber vielleicht ist es Zeit, diesen Kampf zu beenden. Und wenn wir schon dabei sind, sollten wir vielleicht auch Frieden mit unserem Körper schließen. Wie schon öfter gesagt: Unser Körper tut alles, um uns am Leben zu erhalten. Es wäre zur Abwechslung vielleicht einmal ganz nett, ihn dabei zu unterstützen.

Das heißt, dass wir unsere Einstellung überdenken müssen und zu dem Schluss kommen sollten, dass wir nicht die Alleinherrscher sind, die mit der Natur machen können, was sie wollen. Mit dieser Einstellung können wir nur verlieren. Es wird Zeit einzusehen, dass eine natürliche Geburt (im Gegensatz zu einem Kaiserschnitt) und die Ernährung mit Muttermilch (statt industrieller Säuglingsnahrung) der Grundstein für unsere gesundheitliche Widerstandskraft ist und nicht irgendwelche Pillen, die schlau vermarktet werden.

Das Mikrobiom zeigt uns auf, dass wir mit der Natur enger verwoben sind, als es die meisten von uns wahrhaben wollen. Man kann nicht einfach einen Faden aus diesem Netz ziehen und glauben, dass es schon weiterhin halten wird. Denken Sie daran, dass Symptome einfach die Art sind, wie Ihr Körper auf Missstände aufmerksam macht. Es ist allemal besser, die Ursache dieser Missstände abzustellen als blind mit einer Schrotflinte zu schießen und zu hoffen, dass man schon irgendetwas treffen wird.

(1) The effects of antibiotics on the microbiome throughout development and alternative approaches for therapeutic modulation https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4831151/

(2) http://www.iflscience.com/health-and-medicine/tremendously-diverse-microbiome-found-hunter-gatherers-living-amazon/

(3) Effects of short- and long-course antibiotics on the lower intestinal microbiome as they relate to traveller’s diarrhea. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28520993

(4) The pervasive effects of an antibiotic on the human gut microbiota, as revealed by deep 16S rRNA sequencing. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19018661

(5) Commensal bacteria (normal microflora), mucosal immunity and chronic inflammatory and autoimmune diseases. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15158604

(6) An obesity-associated gut microbiome with increased capacity for energy harvest http://www.nature.com/nature/journal/v444/n7122/abs/nature05414.html

(7) A comparison of effects of fluoroquinolones on fracture healing (an experimental study in rats). https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15688263

(8) Fluoroquinolone therapy and idiosyncratic acute liver injury: a population-based study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22891208

(9) Bactericidal Antibiotics Induce Mitochondrial Dysfunction and Oxidative Damage in Mammalian Cells https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3760005/

(10) Neuropsychiatric Effects of Antimicrobial Agents. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28197902

(11) Antibiotic exposure and the risk for depression, anxiety, or psychosis: a nested case-control study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26580313

(12) In vitro activity of Inula helenium against clinical Staphylococcus aureus strains including MRSA. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20095126

(13) Antiplasmid activity of 1′-acetoxychavicol acetate from Alpinia galanga against multi-drug resistant bacteria. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19501283

(14) Plant-derived compounds inactivate antibiotic-resistant Campylobacter jejuni strains. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18592739

(15) In vitro effects of echinacea and ginseng on natural killer and antibody-dependent cell cytotoxicity in healthy subjects and chronic fatigue syndrome or acquired immunodeficiency syndrome patients.   https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9043936

(16) In vitro antimicrobial properties of aqueous garlic extract against multidrug-resistant bacteria and Candida species from Nigeria. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15383227

(17) Comparing the Therapeutic Effects of Garlic Tablet and Oral Metronidazole on Bacterial Vaginosis: A Randomized Controlled Clinical Trial. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4166107/#A19118R8

(18) Investigation on the antibacterial properties of garlic (Allium sativum) on pneumonia causing bacteria. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12602248

(19) Antibacterial effect of Manuka honey on Clostridium difficile. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23651562

(20) Manuka honey inhibits cell division in methicillin-resistant Staphylococcus aureus.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21903658

(21) In vitro antiproliferative/cytotoxic activity on cancer cell lines of a cardanol and a cardol enriched from Thai Apis mellifera propolis. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22458642

(22) Antimicrobial effects of silver nanoparticles. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17379174

(23) Mechanism of action of vitamin C in sepsis. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2767105/

(24) Vitamin D macht das Immunsystem scharf. http://www.wissenschaft.de/home/-/journal_content/56/12054/994522/

Allergien natürlich bekämpfen

Allergien, HeuschnupfenEigentlich schade: Kaum wird es draußen ein bisschen wärmer, die ersten Blüten sprießen, und schon geht es für viele Menschen los mit Augenjucken, verstopfter Nase und Niesattacken.

Wenn Sie unter Allergien leiden, haben Sie laut Schulmedizin drei Möglichkeiten

  • Allergenkarenz: Das bedeutet, Sie kommen den Stoffen, auf die Sie allergisch reagieren, möglichst nicht zu nahe. Wenn Sie Heuschnupfen haben und im Sommer trotzdem das Haus verlassen möchten, wird das schon schwierig.
  • Medikamente, die die Immunantwort blockieren – wie Antihistaminika und Mastzellstabilisatoren: Abgesehen davon, dass diese durchaus nicht bei allen Patienten helfen, haben sie ernste Nebenwirkungen. Eine Reihe von ihnen können Herzrhythmusstörungen auslösen, die in Einzelfällen zu einem Herzstillstand geführt haben (1).
  • Hyposensibilisierung: Hierbei erhalten Sie in monatlichen Abständen jeweils steigende Dosen der Substanzen, auf die Sie allergisch reagieren, gespritzt. Dies soll das Immunsystem an die Anwesenheit der Allergene gewöhnen und so dazu führen, dass es nicht mehr (so stark) reagiert.

Ich selbst leide unter Heuschnupfen (von Februar bis September) und habe natürlich alle drei Möglichkeiten probiert. Was soll ich sagen: Mein Heuschnupfen erfreut sich bester Gesundheit und springt beim ersten Pollenflug an. Aber zum Glück weiß ich mir inzwischen zu helfen.

Welche natürlichen Alternativen gibt es?

Ob Sie es glauben oder nicht, aber ein großer Teil der Allergien kann einfach durch Ihre Ernährungsweise deutlich gebessert werden.

Der größte Teil unseres Immunsystems sitzt im Darm. Durch Ihre Ernährung haben Sie es in der Hand zu bestimmen, wie stark es auf externe Allergene (z. B. Pollen) oder auch Nahrungsmittelallergien reagiert.

Es braucht etwas Zeit, diese Umstellung zu erreichen, genauso wie es Zeit gebraucht hat, diese Allergien zu entwickeln. Und da kommt uns natürlich ganz schnell die fehlende Frustrationstoleranz der meisten Menschen in die Quere, denn die wollen eine schnelle Lösung, damit das Problem beseitigt ist und sie mit ihrem Alltag weiter machen können. Also schlucken sie lieber eine Pille, weil es der vermeintlich einfachere Weg ist.

Und wie Sie ganz richtig vermuten, ist er das natürlich nicht, denn Ihr Körper hat einen Grund, wenn er plötzlich auf ganz alltägliche Dinge allergisch reagiert. Sicher erscheint es im ersten Moment einfacher, die Warnleuchte (Allergie) Ihres Motors (Körper) einfach abzukleben, aber im Hintergrund geht Ihr Motor weiterhin kaputt. Ein besserer Ansatz ist also eine „Therapie“, die darauf abzielt, das Ungleichgewicht abzustellen.

Einige immunologische Grundkenntnisse

Etwa 80 % des Immunsystems befindet sich im Darm. Wenn Sie also andauernd minderwertige, stark verarbeitete „Nahrung“ konsumieren, dann hat Ihr Darm alle Hände voll damit zu tun, diesen Müll irgendwie zu verarbeiten, ohne dadurch die benötigten Nährstoffe zu erhalten. Beginnt dann im Frühling der Pollenflug, gelangen diese Pollen natürlich auch in Ihren sowieso schon sehr beanspruchten Darm. Dieser wird mit der zusätzlichen Last nicht fertig, was dazu führt, dass die Verdauung in Mitleidenschaft gezogen wird – häufig in Form einer Verstopfung – sodass die Allergene noch länger im Darm verweilen, was es wahrscheinlicher macht, dass der Körper eine allergische Reaktion entwickelt.

Ein sehr nerviges Symptom von Pollenallergien (aber auch zum Beispiel von einer Milchunverträglichkeit) ist die verstopfte Nase, und diese hängt mit der Verstopfung im Darm absolut zusammen. Das können Sie sich zunutze machen, denn es bedeutet, dass Sie durch die Nahrungsmittel, die Sie essen, großen Einfluss auf die Ausprägung Ihrer Allergie haben.

Eine ballaststoffreiche Vollwertkost hat sehr positive Auswirkungen. Mit grünen Smoothies können Sie die Entgiftung Ihres Körpers unterstützen und dadurch Allergien eindämmen, ohne Pillen nehmen zu müssen.

Nahrungsmittel, die bei Allergien helfen

Bio-Obst und Gemüse

Mit wenigen Ausnahmen (die kommen später) enthält frisches Obst und Gemüse sehr viele Substanzen, die dabei helfen die Histaminantwort zu regulieren (Histamin ist praktisch der Botenstoff, der zur Ausbildung von Allergiesymptomen führt). Zu diesen Substanzen gehören unter anderem:

  • Vitamin C: Bei Vitamin-C-Mangel ist der Histamingehalt des Blutes erhöht wie eine 1980 veröffentlichte Studie belegt. Sie zeigt die Wechselwirkungen zwischen Vitamin C und Histamin auf. Ergebnis der Studie: Je weiter sich der Vitamin-C-Spiegel von seinem Normalwert – 1,0 bis 2,5 mg/dl – nach unten entfernt, desto mehr steigt der Histamin-Spiegel rapide an (2).
  • Quercetin: Hat eine Mastzell-stabilisierenden Wirkung und vermindert die Histamin-Freisetzung
  • Magnesium: Wirkt unter anderem gegen die durch Histamin ausgelöste Bronchokonstriktion (Asthmaanfall) und wirkt entzündungshemmend auf Reize durch Allergene (3)
  • Calcium (Citrat):  Antagonisiert die durch Histamin hervorgerufene Vasodilatation (Gefäßweitstellung), die zu einem Übertritt von Histamin ins Gewebe führt (4)

Außerdem enthalten Obst und Gemüse viele Ballaststoffe, die dafür sorgen, dass Ihr Darm in Bewegung bleibt. Machen Sie es sich zur Priorität, mehr Obst und Gemüse zu essen, als sie es normalerweise tun würden – vor allem gekocht. Durch das Kochen werden goitrogene Substanzen (= führen zu einer Vergrößerung der Schilddrüse) reduziert, sodass sie nicht zu einer Einschränkung der Schilddrüsenfunktion führen. Zudem sind gekochte Gemüse einfacher zu verdauen, und Sie haben ja das Ziel, Ihrem Darm mal eine Ruhepause zu gönnen.

Wärmende Gewürze und aromatische Speisen

Knoblauch, Ingwer, Zwiebeln, Zimt und Cayenne Pfeffer wirken schleimlösend, sodass er einfacher aus dem Körper transportiert werden kann (trinken nicht vergessen). Viele dieser Nahrungsmittel kurbeln auch die Verdauung an und haben selbst immunverstärkende Eigenschaften. Bei ersten Allergiesymptomen sollten Sie sich gleich eine doppelte und dreifache Menge dieser Speisen auf den Teller tun.

Honig aus Ihrer Region

Man weiß schon lange, dass regionaler Honig dem Körper dabei hilft sich an die ganz bestimmten Pollenarten in Ihrer Region zu gewöhnen. Ich kaufe meinen Honig normalerweise auf dem Markt von einem Imker, der seine Bienenvölker 8 km von uns entfernt hat.

Der Gedanke dabei ist, dass der regionale Honig ähnlich wirkt wie eine Hyposensibilisierung (allerdings ohne die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks), so dass Ihr Körper nicht so stark auf dieses spezifische Antigen reagiert wie er es sonst tun würde.

Jeden Tag ein Teelöffel Honig reicht schon aus. Beginnen Sie damit im Februar (oder jedenfalls bevor der Pollenflug für die Pollen, auf die Sie allergisch reagieren, eingesetzt hat) und setzen Sie das Regime während der gesamten Allergiesaison fort.

Knochenbrühe

Mein Lieblingsthema! Knochenbrühe heilt so ziemlich alles. Sie enthält Substanzen, die entzündungshemmend wirken und die Verdauung anregen, wodurch tatsächlich Atemwegsprobleme gelindert werden (toll, oder?).

Aber seien Sie bei der Auswahl der Knochen für Ihre Brühe vorsichtig. Nach dem Fettgewebe sind die Knochen der zweite Ablageort für Giftstoffe. Kaufen Sie also Knochen von artgerecht gehaltenen Tieren und nicht von Tieren aus Massentierhaltung. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Knochen von freilaufenden Tieren deutlich mehr Mineralien enthalten.

Wenn Sie dann noch die wärmenden Gewürze in die Brühe geben, haben Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Vorsicht ist allerdings für Leute mit China Restaurant Syndrom geboten, d.h. Personen, die heftig auf Glutamat (MSG) reagieren, denn hiervon enthält Knochenbrühe eine Menge.

Ananas

Die Ananas enthält ein Enzym namens Bromelain, dass abschwellend wirkt und die Schleimproduktion reduziert. Bromelain ist ein gewöhnliches proteolytisches (eiweißspaltendes) Enzym, das dabei hilft entzündliche Substanzen abzubauen. Es wird auch als Nahrungsergänzung angeboten.

Apfelessig

Und auch über den habe ich schon häufig geschrieben. Dieser Essig enthält probiotische Kulturen, die das Immunsystem unterstützen. Mischen Sie 1 EL in ein Glas Wasser – eventuell noch mit etwas Zitronensaft für zusätzliches Vitamin C – und trinken Sie diese Mischung 1 – 3 mal pro Tag. Wenn Sie es gerne süßer haben möchten, können Sie auch den regionalen Honig einrühren.

Nahrungsmittel, die Sie während der Allergiesaison nicht essen sollten

Milchprodukte

Das Milchprotein Casein wird schon seit langem mit Allergien und Asthma in Zusammenhang gebracht, und der Verzicht auf Milchprodukte führt bei vielen Betroffenen zu einer deutlichen Besserung der Symptome. Außerdem hat schon meine Oma immer gesagt, dass Milch schleimt, und zusätzlichen Schleim wollen Sie auf keinen Fall.

Getreide und Soja

Diese beiden Nahrungsmittel sind häufig als Allergene wirksam. Wenn Sie auf sie verzichten, hat Ihr Körper mehr Zeit, sich um Pollen und andere in der Luft befindliche Allergene zu kümmern.

Wollen Sie ganz gründlich sein, dann sollten Sie auch die folgenden Nahrungsmittel vom Speiseplan streichen, die häufig Allergien auslösen: Eier, Krustentiere, Baumnüsse, Erdnüsse und Erdbeeren.

Lebensmittel mit Konservierungsmitteln

Viele Konservierungsstoffe – wie zum Beispiel Sulfite – können asthma-ähnliche Symptome hervorrufen, die Sie ganz sicher nicht brauchen können, wenn Sie sich gerade mit den Atemwegsbeschwerden Ihrer saisonalen Allergie herumschlagen.

Aus diesem Grund sollten Sie auf folgende Nahrungsmittel, die sehr viel Konservierungsmittel enthalten, besser verzichten:

  • Garnelen aus Aquakultur
  • Geräuchertes Fleisch
  • Bolognese Sauce (außer Sie haben sie selbst gemacht)
  • Trockenfrüchte
  • essighaltige Nahrungsmittel wie Salatsaucen, eingelegtes Gemüse und Flüssigwürzen.

 

Und natürlich das ganz Offensichtliche

Viele Leute denken gar nicht an die ganz normalen Dinge, die man tun sollte, um die Allergenbelastung möglichst gering zu halten:

  • Ziehen Sie sich aus, bevor Sie ins Schlafzimmer gehen, damit die Pollen auf Ihrer Kleidung nicht Ihren Nachtschlaf stören können.
  • Halten Sie die Schlafzimmerfenster geschlossen, oder versehen Sie sie mit einem Pollenvlies.
  • Wechseln Sie häufig die Bettwäsche
  • Waschen Sie abends die Haare oder kämmen Sie sie mit einem feuchten Kamm durch, um die in ihnen sitzenden Pollen zu entfernen.

Ich hoffe, dass diese Tipps Ihnen dabei helfen, Ihre Allergie auch ohne Tabletten in Schach zu halten!

 

 

 

(1) Risks of non-sedating antihistamines. http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(97)26018-6/fulltex

(2) https://www.researchgate.net/publication/15832638_Histamine_and_ascorbic_acid_in_human_blood

(3) Effects of nebulised magnesium sulphate on inflammation and function of the guinea-pig airway. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28284753

(4) Bedeutung von Calcium. http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=41064