Süßstoffe verursachen Diabetes

Süßstoffe - Cola ZeroSucht man auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Ernährung Informationen zum Thema Süßstoffe, so trifft man auf diese Aussage (1):

„Süßstoffe können im Rahmen von Gewichtsreduktionsprogrammen sinnvolle Hilfsmittel zur Reduktion der Energieaufnahme darstellen. Sie ermöglichen die Erhaltung des Süßgeschmacks zuckerfreier, energiereduzierter Lebensmittel – insbesondere von Getränken.“

Diese Aussage führt bei mir – wie Sie sich vielleicht vorstellen können- nicht gerade zu Begeisterungsstürmen. Zeigt Sie doch nur einmal mehr, dass die Gesellschaft, die uns mit Handlungsrichtlinien zum Thema Ernährung versorgen soll, aber auch nicht einen Funken Ahnung hat.

Süßstoffe sind also sinnvolle Hilfsmittel bei Gewichtsreduktions-programmen? Wow, wenn das man nicht total im Gegensatz zu Studien steht, die aufzeigen, das Süßstoffe zu einer Gewichtszunahme führen (2). Aber trösten Sie sich, diese Falschinformation bekommen Sie nicht nur von der DGE, auch viele Ärzte sind von Süßstoffen ziemlich angetan. Na ja, die haben vielleicht noch nicht davon gehört, dass Süßstoffe gerne in der Tiermast eingesetzt werden. Auf den Zusammenhang von künstlichen Süßstoffen und Adipositas komme ich noch weiter unten.

Jetzt wurde bei der European Association for the Study of Diabetes in Lissabon eine Studie vorgelegt, in der Forscher der Universität Adelaide in Australien aufdecken, dass künstliche Süßstoffe, die Antwort des Körpers auf Glucose beeinträchtigen kann, was zu einer schlechteren Kontrolle des Blutzuckerspiegels führt (3).

Die Studie wurde an 27 gesunden Probanden durchgeführt. Diese erhielten in Kapseln entweder den Süßstoff Sucralose oder Acesulfam K in einer Menge, die dem Konsum von 1,5 l eines Diät-Softdrinks pro Tag entsprach oder aber ein Placebo.

Es dauerte nur zwei Wochen bis in der Verum Gruppe nachteilige Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel nachweisbar waren. Hierzu gehörte auch eine Verminderung des Darm Peptids GLP-1, das den Anstieg des Blutzuckers nach Nahrungszufuhr begrenzt. Hierzu bemerkte der Hauptautor der Studie, Professor Richard Young:

„Dies weist auf die Möglichkeit hin, dass es bei Menschen, die häufig künstliche Süßstoffe verwenden, nach dem Verzehr zu einer übertriebenen Blutzuckererhöhung kommen kann, die im weiteren Verlauf für einen Typ II Diabetes anfällig macht.“

 

Forschungsergebnisse weisen immer wieder darauf hin, dass Süßstoffe eine Glucoseintoleranz fördern und Diabetes verursachen

Wie nicht anders zu erwarten, wurde natürlich sofort Kritik an dieser Studie laut. Die lautesten Stimmen kamen dabei natürlich aus den Reihen der Nahrungsmittelhersteller. Aber auch Ärztevertreter möchten nicht einfach so über diese Brücke gehen.

Dabei ist diese Studie durchaus nicht die einzige, die zu einem verheerenden Ergebnis für Süßstoffe kommt. So erschien schon 2014 eine Studie in PLoS One, die zu dem Ergebnis kam, dass der tägliche Konsum von Light Getränken, die mit Aspartam gesüßt waren, das Risiko für einen Typ II Diabetes um 67 Prozent erhöhte (egal, ob der Proband dabei eine Gewichtszunahme hatte oder nicht), und das Risiko für ein metabolisches Syndrom (abdominelle Fettleibigkeit, Bluthochdruck, veränderte Blutfettwerte und Insulinresistenz) stieg um 36 Prozent (4).

Ebenfalls 2014 erschien eine weitere Studie in Nature, die aufzeigte, dass der Konsum von Süßstoffen zu einer Glucoseintoleranz durch Veränderung des  Darmmikrobioms führt (5). Bei einer DNA-Analyse des Mikrobioms fanden die Forscher deutliche Unterschiede zwischen den Süßstoff-gefütterten Mäusen und den Kontrolltieren. Einige in der Regel seltene Bakteriengruppen waren bei den mit Süßstoff-gefütterten Mäusen ungewöhnlich stark vertreten, andere unterrepräsentiert. Vor allem Bakterien, die vermehrt Kohlenhydrate abbauen, hatten zugenommen, sodass der Verdacht aufkam, die dabei entstandenen Zucker seien vom Darm resorbiert worden und hätten eine Glucose-Intoleranz provoziert. Auch die Stoffwechselaktivität der Darmflora hatte sich verändert, möglicherweise, weil aus der verzehrten Nahrung größere Energiemengen aufgenommen werden. Die Folge: Trotz des verminderten Kaloriengehalts kommt es aufgrund der besseren Energieausbeute zu Übergewicht.

Noch nicht überzeugt? Dann weiter:

2013 in der Zeitschrift Trends in Endocrinology and Metabolism – Künstliche Süßstoffe können Stoffwechselstörungen hervorrufen, die zu Gewichtszunahme, Adipositas, Metabolischem Syndrom und Typ II Diabetes führen. 2016 kommt eine Studie in Applied Physiology zu dem Ergebnis, dass der Konsum von Aspartam bei fettleibigen Menschen zu einer höhergradigen Glucoseintoleranz führt (7).

Die Glucoseintoleranz bezeichnet einen Zustand, bei dem es dem Körper nicht mehr möglich ist, mit Glucose adäquat umzugehen. Das bedeutet die Zellen verweigern die Aufnahme von Glucose, und der Blutzuckerspiegel steigt langsam an. Als Notlösung geht der Körper dazu über, diese Glucose in Fettzellen zu speichern, was zur Gewichtszunahme führt. Diese Studien besagen also nichts anderes als, dass Personen, die Aspartam konsumieren, höhere Blutzuckerspiegel haben können, die zu einer größeren Insulinausschüttung führen sowie zu Gewichtszunahme, Entzündungen (die systemischen, die Sie nicht merken) und einem erhöhten Risiko für einen Typ II Diabetes.

Na, dann ist doch alles klar.

Künstliche Süßstoffe verändern das Darmmikrobiom

Die oben erwähnte Studie, die feststellte, dass Süßstoffe das Darmmikrobiom verändern, wurde ebenfalls an Menschen durchgeführt (8). In einer – zugegebenermaßen – sehr kleinen Studie an sieben gesunden Freiwilligen, die normalerweise keine künstlichen Süßstoffe konsumierten, wurde der gleiche Effekt festgestellt. Die Probanden konsumierten eine Woche lang die Tageshöchstdosis an Süßstoffen. Vier der Teilnehmer entwickelten daraufhin eine Glucoseintoleranz, und ihr Mikrobiom veränderte sich zu einer Zusammensetzung, von der schon bekannt war, dass sie die Anfälligkeit für Stoffwechselerkrankungen erhöht.

So haben Diabetiker vor allem weniger Bakterien der Spezies Firmicuten und dafür größere Mengen an Bacteroidetes und Proteobacteria als Nicht-Diabetiker. Es besteht ein positiver Zusammenhang zwischen einem hohen Bacteroidetes : Firmicuten Quotient und dem Auftreten einer Glucoseintoleranz (also, je mehr Bacteroidetes Sie haben, desto wahrscheinlicher sind sie glucoseintolerant).

Light Getränke rufen womöglich eine stärkere Stoffwechselreaktion hervor als zuckerhaltige Getränke

Die Frage, inwiefern künstliche Süßstoffe den Körper einfach verwirren und damit zu einer überschießenden Reaktion antreiben, wird immer wieder diskutiert.

Künstliche Süßstoffe sind sehr viel süßer als normaler Zucker (teilweise einige 100-fach), ohne aber die Energie oder Kalorien zu liefern. Nun ist unser Körper aber darauf eingestellt, einen süßen Geschmack mit verwertbaren Kalorien in Beziehung zu setzen und den Stoffwechsel dementsprechend einzustellen (zum Beispiel mit der Freisetzung von Insulin). Eine Studie an der Yale University legt jetzt dar, dass die fehlende Übereinstimmung beim Konsum von künstlichen Süßstoffen zu einer Stoffwechselstörung führt (9).

Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass ein mit einem künstlichen Süßstoff gesüßtes Getränk, eine größere Stoffwechselreaktion hervorrufen kann als ein Getränk, das eine höhere Anzahl Kalorien hat. Tatsächlich richtet sich die Stoffwechselreaktion nach der Süße. Das bedeutet, wenn Sie etwas Süßes essen, setzt Ihr Gehirn Dopamin frei, das das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert. Gleichzeitig wird das Hormon Leptin ausgeschüttet (ein natürlicher Appetitzügler), das Ihrem Gehirn die Rückmeldung gibt, dass Sie „voll“ sind, wenn eine bestimmte Anzahl Kalorien aufgenommen wurden. Essen Sie jedoch etwas Süßes, das keine Kalorien hat, dann wird zwar immer noch das Belohnungssystem eingeschaltet, aber es wird kein Leptin freigesetzt, um es wieder zu deaktivieren, da ja keine Kalorien ankommen (10). Dies erklärt auch, warum künstliche Süßstoffe einen Heißhunger auf Süßigkeiten auslösen können. Ihr Körper erwartet aufgrund der Süße Kalorien, aber wenn diese nicht kommen, signalisiert er weiterhin, dass er noch mehr braucht (und am besten etwas mit hohem Zuckergehalt).

Und nun?

Ich kann Ihnen versichern, Diabetes ist keine Krankheit, die man haben möchte. Ich halte die hier vorgestellten Studien für überzeugend genug, allein in Bezug auf das Diabetesrisiko auf künstliche Süßstoffe zu verzichten.

Sollte Ihnen das nicht ausreichen, dann kann ich Ihnen nur meinen Post zu Süßstoffen wärmstens ans Herz legen. Hier finden Sie noch viele andere Gründe, warum Sie sie nicht konsumieren sollten.

Wie jedem klar sein sollte, kommen künstliche Süßstoffe natürlich nicht nur in Getränken vor, sondern in einer ganzen Reihe von kalorienreduzierten Nahrungsmitteln. Und da inzwischen viele Menschen auf die Low carb Schiene umschwenken, finden sie sich natürlich auch in diesen Produkten (wo wollen Sie Süße herkriegen, wenn Sie Kohlenhydrate nicht verwenden dürfen?).

Noch besser ist es, wenn Sie Ihre Geschmacksknospen einfach umtrainieren und so Ihre Vorliebe für Süßigkeiten verlieren. Als ehemaliger Zucker Junkie, der früher Zucker mit Kaffee getrunken hat, kann ich Ihnen versichern, dass das relativ schnell geht. Wenn Sie Cold Turkey gehen, ist nach einigen Tagen der Heißhunger einfach verflogen.

Wie das geht? Essen Sie fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, oder trinken Sie Wasser mit etwas Zitronen- oder Limettensaft. Der saure Geschmack nimmt Ihnen die Lust auf Süßes. Auch schwarzer Kaffee hat diesen Effekt (aber nehmen Sie das jetzt bitte nicht zum Anlass, becherweise Kaffee zu trinken).

 

 

(1) http://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/suessstoffe-in-der-ernaehrung/

(2) Low-calorie sweetener use and energy balance: Results from experimental studies in animals, and large-scale prospective studies in humans.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27129676

(3) https://www.easd.org/virtualmeeting/home.html#!resources/impact-of-artificial-sweeteners-on-glycaemic-control-in-healthy-humans

(4) Low-Dose Aspartame Consumption Differentially Affects Gut Microbiota-Host Metabolic Interactions in the Diet-Induced Obese Rat  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4197030/

(5) Artificial sweeteners induce glucose intolerance by altering the gut microbiota  https://www.nature.com/nature/journal/vaop/ncurrent/pdf/nature13793.pdf

(6) Artificial sweeteners produce the counterintuitive effect of inducing metabolic derangements  http://www.cell.com/trends/endocrinology-metabolism/fulltext/S1043-2760(13)00087-8

(7) Aspartame intake is associated with greater glucose intolerance in individuals with obesity.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27216413

(8) https://www.scientificamerican.com/article/sugar-substitutes-linked-to-obesity1/

(9) Integration of Sweet Taste and Metabolism Determines Carbohydrate Reward.   https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28803868

(10) http://www.medicaldaily.com/why-sugar-substitutes-are-not-helping-you-lose-weight-421382

9 „gesunde“ Lebensmittel, die absolut ungesund sind

Gesunde Lebensmittel, OrangensaftDie meisten Leute, die ich treffe, sind überzeugt davon, dass sie sich gesund ernähren. Zucker isst sowieso niemand (komisch, dass so viele Leute zu dick sind) und auch sonst so – eigentlich ist alles, was sie essen, sehr gesund. Fragt man dann ein bisschen weiter nach, stellt sich sehr schnell heraus, dass die „gesunden“ Nahrungsmittel, die die Leute essen, für die Gesundheit tatsächlich schädlich sind.

Und ich mache ihnen da auch gar keine Vorwürfe. Durch die Medien und die Werbung mit Schlagworten wie „Bio“, „Natürlich“ und „Ohne Zuckerzusatz“ kann man sehr schnell verwirrt sein. Und nur damit Sie es wissen, keiner dieser Begriffe bedeutet, dass diese Produkte tatsächlich gesund sind.

„Gesunde“ Lebensmittel, die alles andere als gesund sind

1. Sojaprotein

Was auch immer Sie gehört haben, Soja – jedenfalls unfermentierte Sojabohnen – sind nicht gesund! Der Verzehr von Sojamilch, Edamame oder Sojaprotein (z. B. auch in Almased) unterscheidet sich gravierend von Miso, Natto, Tempeh oder Tamari (alles fermentierte Sojaprodukte).

Mit Pech enthält das von Ihnen gekaufte Sojaprodukt keine Sojabohnen aus EU-Mitgliedsstaaten. Dann kann es Ihnen passieren, dass Sie genmanipuliertes Soja bekommen, dass so modifiziert wurde, dass es Insekten „auf natürliche Weise“ abwehrt (LOL!).

Außerdem besitzen die meisten Leute nicht die Enzyme, die sie zur Verdauung von unfermentiertem Soja benötigen. Dies führt zu Blähungen, Flatulenz (Furzen) und weiteren gastrointestinalen Problemen.

Und schließlich hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass der längerfristige Gebrauch von Sojaprotein gefährlich ist, weil es mit folgenden Auswirkungen auf den Körper in Zusammenhang gebracht wird:

  • Schlechtere kognitive Funktion (1)
  • Verminderte Spermienanzahl (2)
  • Senkung des Testosteronspiegels (3)
  • Gynäkomastie (Brustwachstum bei Männern) (4)
  • Blasenkrebs (5)
  • Schilddrüsenunterfunktion (6)
  • Brustkrebs (7)
     2. Fruchtsaft:

Ich weiß, das ist für die meisten Menschen ein absoluter Schock. Wie, der Orangensaft zum Frühstück ist nicht gesund? Das kann doch gar nicht sein, schließlich sollen wir doch mehr Früchte essen. Richtig – die Betonung liegt aber auf essen.

Zunächst einmal sind viele der Fruchtsäfte, die man so im Laden findet pasteurisiert worden. Und das bedeutet ganz einfach, dass sie keine Nährstoffe mehr enthalten und eigentlich völlig nutzlos sind. Bei der Pasteurisierung werden die Säfte erhitzt, um Bakterien abzutöten. Dies verändert aber auch wichtige Vitamine. Das Endprodukt ist einfach nur Zuckerwasser mit Geschmack.

Wenn Sie unbedingt Saft trinken müssen, dann machen Sie ihn zuhause frisch, und trinken Sie ihn nur ab und zu. Wenn Sie ihn ständig konsumieren, kann er für hohe Blutzuckerspitzen (mit allen dazugehörigen Problemen) sorgen.

Sehen Sie es mal so 240 ml Orangensaft entspricht vier großen Orangen. Diesen Saft trinken Sie innerhalb von Sekunden aus. Und dann überlegen Sie mal, wie lange Sie brauchen, um vier Orangen zu essen. Hinzu kommt, wenn Sie die Orangen essen, essen Sie auch die in ihnen enthaltenen Ballaststoffe, durch die der Blutzuckeranstieg dramatisch reduziert wird. Und dann stellt sich natürlich noch die Frage: Würden Sie vier große Orangen auf einmal essen, oder wären Sie nicht vorher schon satt. Sehen Sie.

Hier einige Dinge, die Sie überlegen sollten, bevor Sie Fruchtsäfte zu Ihren Grundnahrungsmitteln machen:

  • Früchte essen im Gegensatz zu Früchte trinken erhöht Ihren Blutzuckerspiegel (BZ) langsamer.
  • Wenn Ihr BZ in die Höhe schießt, fällt er auch genauso schnell wieder. Dies kann zu Erschöpfungszuständen führen und Heißhungerattacken (selbstverständlich auf etwas Süßes) auslösen.
  • Unser Körper ist auf diese Zuckermengen nicht eingestellt, und über längere Zeit führen sie zu Insulinresistenz (Vorläufer vom Typ II Diabetes)  und Gewichtszunahme.
  • Die im Fruchtsaft enthaltene Fructose (Fruchtzucker) führt zur Fettleber.
3. Fisch aus Aquakultur

Diesen sollten Sie unbedingt vermeiden. Selbst Lachs, der eigentlich sehr gesund ist, wird schädlich, wenn er in Aquakultur großgezogen wurde. Und warum ist das so?

Wie auch andere Tiere aus Massentierhaltung werden Fische ebenfalls mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert. Die gemeinnützige Forschungsorganisation Environmental Working Group (EWG) erklärt dazu (8):

“ Sieben von zehn Lachsen aus Aquakultur, die in Supermärkten in Washington DC, San Francisco und Portland, Oregon gekauft wurden, waren mit polychlorierten Biphenylen (PCBs) in gesundheitlich bedenklichen Konzentrationen kontaminiert.“

Fische aus Aquakulturen:

  • Enthalten bis zu 40-mal mehr PCBs als andere Nahrungsmittel
  • Enthalten 16-mal wahrscheinlicher die Dioxin-ähnlichen PCBs als Fische aus Wildfang, 4-mal höher als Rindfleisch und 3,4-mal höher als andere Meerestiere.

Außerdem wurden folgende bekannten Nervengifte und Karzinogene (krebserregende Stoffe) in Fischen aus Aquakultur gefunden:

  • Dieldrin – ein verbotenes Pestizid.
  • Dioxine – Industrielle Nebenprodukte aus Müllentsorgungsanlagen.
  • Toxaphene – Seit 1982 verbotene Pestizide.

Wenn Sie jetzt sagen, dass das nicht besonders appetitlich klingt, haben Sie total Recht.

4. Margarine

Ist es nicht wahnsinnig, dass Margarine von vielen Leuten immer noch als gesundes Nahrungsmittel betrachtet wird? Viel gesünder als diese cholesterinhaltige Butter und ja rein pflanzlich. Aber was sollen Sie auch denken, wenn selbst die Mayo Klinik diesen Mythos verbreitet, und das in einem Beitrag, den man eigentlich nur in die Tonne treten möchte (9).

Wenn selbst das Time Magazine besser informiert ist als diese hochrangige Klinik, dann ist doch etwas ganz verquer gelaufen.

Ganz einfach gesagt: Margarine ist nicht gesund – Punkt. Der Grund sind gerade die in ihr enthaltenen mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die beim Erhitzen zu Transfetten mutieren. Und noch einmal, es gibt keinen Grund, vor Cholesterin in der Ernährung (und auch anderswo) Angst zu haben. Cholesterin führt nicht zum Herzinfarkt.

5. Pflanzenöle

Auch Pflanzenöle dürfen natürlich bei den sogenannten „gesunden“ Lebensmitteln nicht fehlen. Hier gelten die gleichen Bedenken, die ich schon bei der Margarine geäußert habe. Viele Pflanzenöle werden aus genetisch modifizierten Pflanzen (GMOs) hergestellt, so zum Beispiel Soja-, Raps-, Mais- und Baumwollsamenöl. In einigen Studien wurde gezeigt, dass GMOs als Kanzerogene wirken können (10). Das würde Monsanto natürlich bestreiten.

Außerdem können sowohl während des Herstellungsprozesses als auch später beim Erhitzen dieser Öle Transfette entstehen. Diese Transfette sind Ursache für eine ganze Reihe gesundheitlicher Probleme (11, 12):

  • Adipositas
  • Diabetes
  • Verdauungsstörungen
  • Hautreaktionen
  • Sehschwäche
  • Sterilität
  • Arteriosklerose
  • Geburtsdefekte
  • Niedriges Geburtsgewicht
  • Lernschwierigkeiten
  • Knochen- und Sehnenerkrankungen
  • Krebs
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Schwächung des Immunsystems
  • Erhöhte Cholesterinwerte
  • Leberprobleme
  • Sexuelle Dysfunktion
  • Minderwuchs.

Wow, gesund sieht jawohl anders aus. Wenn Sie gesunde Fette konsumieren möchten, so empfehle ich Ihnen Kokosöl, Butter, Ghee oder Olivenöl (das allerdings nicht zum Kochen und Braten).

6. Künstliche Süßstoffe

Eigentlich sollte man denken, dass die Bezeichnung „künstlich“ den Leuten schon den Appetit verdirbt – das ist aber leider nicht so. Ist auch ganz einfach zu verstehen, denn sowohl die Ärzteschaft als auch viele Ernährungsberater fahren total auf das Zeug ab. Null Kalorien – Null Problemo! Super für alle, die gerne süße Dinge essen, aber einen Diabetes haben oder mit ihrem Gewicht kämpfen. Die Realität sieht allerdings ganz anders aus.

Wer noch keinen Diabetes hat, hat durch den Gebrauch von künstlichen Süßstoffen gute Aussichten einen entwickeln. Hierzu kommt es, weil die Süßstoffe zu einem Ungleichgewicht in der Darmflora führen (13). Und da ein gesunder Darm der Schlüsselpunkt für eine gute Gesundheit ist, verwundert es auch nicht, dass künstliche Süßstoffe zu einer Vielzahl anderer Gesundheitsprobleme führen (14):

  • Gewichtszunahme
  • Krampfanfälle
  • Hirntumore
  • Bluthochdruck
  • Allergien
  • Brustkrebs
  • Lymphome, Leukämien
  • Kopfschmerzen
  • Blasenkrebs

Wer also immer noch glaubt, dass die Diät Cola gesünder ist als die normale Cola, der sollte nochmal ganz scharf nachdenken.

7. Konventionelle Milch

Milch ist nicht von Haus aus ungesund, sondern wird durch den Herstellungsprozess zu einem ungesunden Nahrungsmittel gemacht. Das fängt schon mit dem Futter der Milchkühe an. Diese erhalten zum Großteil GMO Soja und Mais, was bei den Tieren zu Krankheiten führt und damit ihre Milch nicht gerade gesund macht.

Der zweite ganz große Faktor ist die Pasteurisierung und Homogenisierung der Milch. Es wird uns ja immer wieder erzählt, dass Rohmilch ganz gefährlich ist, weil sie tödliche Bakterien enthalten kann, und dass wir froh sein sollten, dass es so etwas Tolles wie die Pasteurisierung gibt, die uns vor diesen lebensbedrohlichen Infektionen schützen kann. Tatsache ist, dass die Kühe früher unter sehr unhygienischen Bedingungen gemolken wurden und häufig an Euterentzündungen litten. Dieses Problem wurde durch die Pasteurisierung abgeschafft. Die Rohmilch einer artgerecht gehaltenen Kuh, die unter hygienischen Bedingungen gemolken wird, enthält keine tödlichen Keime.

Die Pasteurisierung führt allerdings dazu, dass der Nährstoffgehalt der Milch deutlich verändert wird. Viele der in Rohmilch enthaltenen Enzyme sind hitzeempfindlich und werden einfach abgetötet (unter anderem auch die für die Lactoseverdauung notwendige Lactase), was dazu führt, dass Milch bei vielen Menschen zu Verdauungsproblemen führt.

Durch die Homogenisierung werden die Fettpartikel der Milch in kleinere Einheiten zerschlagen. Auch dieses Verfahren dient eher dem Produzenten. War es früher ein Qualitätsmerkmal der Milch, dass sich oben die Sahne absetzte, so passiert das durch die Homogenisierung nicht mehr. Man kann die Sahne also einfach abschöpfen und anderweitig verwerten (und natürlich nochmal extra Geld damit verdienen). Ist das schlimm? Nur wenn es Sie stört, dass die homogenisierten Fettpartikel dazu neigen an der Entstehung einer Arteriosklerose mitzuwirken (15).

Milch ist gesund, wenn es sich dabei um Rohmilch von artgerecht gehaltenen Kühen handelt. Und sie schmeckt zudem soviel besser als der Gegenpart aus dem Supermarkt. Sehen Sie sich mal um. Womöglich finden Sie einen Bauern, bei dem Sie Rohmilch kaufen können. Ansonsten haben Sie noch die Alternative wenigstens Käse und Joghurt aus Rohmilch zu kaufen. Und übrigens – da Rohmilch Lactase enthält, wird sie auch häufig von Menschen mit Lactoseintoleranz vertragen.

9. Smoothies

Smoothies sind ja zur Zeit der absolute Renner. Und durch sie wird es wirklich einfach die empfohlene Menge Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Oder etwa nicht?

Leider ist das nicht der Fall. Kein Zweifel, der gute Wille ist da. Aber wenn sich der Grünkohl Smoothie dann als ein Getränk entpuppt, das gerade mal 4 Prozent Grünkohl, dafür aber 60 Prozent (sehr süßes) Apfelsaftkonzentrat enthält, dann schießt die Vermarktung als „gesund“ doch weit über das Ziel hinaus.

Lassen Sie die industriell gefertigten Smoothies lieber im Supermarktregal stehen, und machen Sie sich zuhause einen wirklich gesunden Smoothie ohne Fruchtsaftzusatz dafür lieber mit Kokosmilch.

Und die Moral von der Geschicht‘:

Glauben Sie nicht alles, was Sie lesen – schon gar nicht wenn es sich um Produkte handelt, auf deren Verpackung Schlagwörter wie „fettarm“, „natürliche Zutaten“ und „ohne Zuckerzusatz“ stehen. Die Chancen stehen gut, dass diese Produkte für Ihre Gesundheit kein Gewinn sind.

 

(1) Loughborough University research finds tofu linked to poorer memory. http://www.lboro.ac.uk/service/publicity/news-releases/2008/104_tofu.html

(2) Soy food and isoflavone intake in relation to semen quality parameters among men from an infertility clinic. https://academic.oup.com/humrep/article-lookup/doi/10.1093/humrep/den243

(3) The Effects of Soy and Whey Protein Supplementation on Acute Hormonal Responses to Resistance Exercise in Men. http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/07315724.2013.770648

(4) An unusual case of gynecomastia associated with soy product consumption.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18558591

(5) Dietary Soy and Increased Risk of Bladder Cancer. http://cebp.aacrjournals.org/content/11/12/1674

(6) https://www.cambridge.org/core/journals/public-health-nutrition/article/association-between-soya-consumption-and-serum-thyroidstimulating-hormone-concentrations-in-the-adventist-health-study2/6363E77480EA431223E8ECB472D75AA0

(7) https://academic.oup.com/jnci/article/106/9/dju189/907784/The-Effects-of-Soy-Supplementation-on-Gene

(8) http://www.ewg.org/research/pcbs-farmed-salmon

(9) http://www.mayoclinic.org/healthy-lifestyle/nutrition-and-healthy-eating/expert-answers/butter-vs-margarine/faq-20058152

(10) http://responsibletechnology.org/monsanto-hid-evidence-of-roundup-and-cancer/

(11) http://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/high-blood-cholesterol/in-depth/trans-fat/art-20046114

(12) http://www.webmd.com/diet/features/trans-fats-science-and-risks#1

(13) Artificial sweeteners induce glucose intolerance by altering the gut microbiota. http://www.nature.com/nature/journal/v514/n7521/full/nature13793.html

(14) Sugar substitutes: Health controversy over perceived benefits. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3198517

(15) https://www.westonaprice.org/health-topics/know-your-fats/milk-homogenization-heart-disease/

(16) http://www.huffingtonpost.com/dr-jonny-bowden/debunking-the-blue-agave_b_450144.html