9 „gesunde“ Lebensmittel, die absolut ungesund sind

Gesunde Lebensmittel, OrangensaftDie meisten Leute, die ich treffe, sind überzeugt davon, dass sie sich gesund ernähren. Zucker isst sowieso niemand (komisch, dass so viele Leute zu dick sind) und auch sonst so – eigentlich ist alles, was sie essen, sehr gesund. Fragt man dann ein bisschen weiter nach, stellt sich sehr schnell heraus, dass die „gesunden“ Nahrungsmittel, die die Leute essen, für die Gesundheit tatsächlich schädlich sind.

Und ich mache ihnen da auch gar keine Vorwürfe. Durch die Medien und die Werbung mit Schlagworten wie „Bio“, „Natürlich“ und „Ohne Zuckerzusatz“ kann man sehr schnell verwirrt sein. Und nur damit Sie es wissen, keiner dieser Begriffe bedeutet, dass diese Produkte tatsächlich gesund sind.

„Gesunde“ Lebensmittel, die alles andere als gesund sind

1. Sojaprotein

Was auch immer Sie gehört haben, Soja – jedenfalls unfermentierte Sojabohnen – sind nicht gesund! Der Verzehr von Sojamilch, Edamame oder Sojaprotein (z. B. auch in Almased) unterscheidet sich gravierend von Miso, Natto, Tempeh oder Tamari (alles fermentierte Sojaprodukte).

Mit Pech enthält das von Ihnen gekaufte Sojaprodukt keine Sojabohnen aus EU-Mitgliedsstaaten. Dann kann es Ihnen passieren, dass Sie genmanipuliertes Soja bekommen, dass so modifiziert wurde, dass es Insekten „auf natürliche Weise“ abwehrt (LOL!).

Außerdem besitzen die meisten Leute nicht die Enzyme, die sie zur Verdauung von unfermentiertem Soja benötigen. Dies führt zu Blähungen, Flatulenz (Furzen) und weiteren gastrointestinalen Problemen.

Und schließlich hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass der längerfristige Gebrauch von Sojaprotein gefährlich ist, weil es mit folgenden Auswirkungen auf den Körper in Zusammenhang gebracht wird:

  • Schlechtere kognitive Funktion (1)
  • Verminderte Spermienanzahl (2)
  • Senkung des Testosteronspiegels (3)
  • Gynäkomastie (Brustwachstum bei Männern) (4)
  • Blasenkrebs (5)
  • Schilddrüsenunterfunktion (6)
  • Brustkrebs (7)
     2. Fruchtsaft:

Ich weiß, das ist für die meisten Menschen ein absoluter Schock. Wie, der Orangensaft zum Frühstück ist nicht gesund? Das kann doch gar nicht sein, schließlich sollen wir doch mehr Früchte essen. Richtig – die Betonung liegt aber auf essen.

Zunächst einmal sind viele der Fruchtsäfte, die man so im Laden findet pasteurisiert worden. Und das bedeutet ganz einfach, dass sie keine Nährstoffe mehr enthalten und eigentlich völlig nutzlos sind. Bei der Pasteurisierung werden die Säfte erhitzt, um Bakterien abzutöten. Dies verändert aber auch wichtige Vitamine. Das Endprodukt ist einfach nur Zuckerwasser mit Geschmack.

Wenn Sie unbedingt Saft trinken müssen, dann machen Sie ihn zuhause frisch, und trinken Sie ihn nur ab und zu. Wenn Sie ihn ständig konsumieren, kann er für hohe Blutzuckerspitzen (mit allen dazugehörigen Problemen) sorgen.

Sehen Sie es mal so 240 ml Orangensaft entspricht vier großen Orangen. Diesen Saft trinken Sie innerhalb von Sekunden aus. Und dann überlegen Sie mal, wie lange Sie brauchen, um vier Orangen zu essen. Hinzu kommt, wenn Sie die Orangen essen, essen Sie auch die in ihnen enthaltenen Ballaststoffe, durch die der Blutzuckeranstieg dramatisch reduziert wird. Und dann stellt sich natürlich noch die Frage: Würden Sie vier große Orangen auf einmal essen, oder wären Sie nicht vorher schon satt. Sehen Sie.

Hier einige Dinge, die Sie überlegen sollten, bevor Sie Fruchtsäfte zu Ihren Grundnahrungsmitteln machen:

  • Früchte essen im Gegensatz zu Früchte trinken erhöht Ihren Blutzuckerspiegel (BZ) langsamer.
  • Wenn Ihr BZ in die Höhe schießt, fällt er auch genauso schnell wieder. Dies kann zu Erschöpfungszuständen führen und Heißhungerattacken (selbstverständlich auf etwas Süßes) auslösen.
  • Unser Körper ist auf diese Zuckermengen nicht eingestellt, und über längere Zeit führen sie zu Insulinresistenz (Vorläufer vom Typ II Diabetes)  und Gewichtszunahme.
  • Die im Fruchtsaft enthaltene Fructose (Fruchtzucker) führt zur Fettleber.
3. Fisch aus Aquakultur

Diesen sollten Sie unbedingt vermeiden. Selbst Lachs, der eigentlich sehr gesund ist, wird schädlich, wenn er in Aquakultur großgezogen wurde. Und warum ist das so?

Wie auch andere Tiere aus Massentierhaltung werden Fische ebenfalls mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert. Die gemeinnützige Forschungsorganisation Environmental Working Group (EWG) erklärt dazu (8):

“ Sieben von zehn Lachsen aus Aquakultur, die in Supermärkten in Washington DC, San Francisco und Portland, Oregon gekauft wurden, waren mit polychlorierten Biphenylen (PCBs) in gesundheitlich bedenklichen Konzentrationen kontaminiert.“

Fische aus Aquakulturen:

  • Enthalten bis zu 40-mal mehr PCBs als andere Nahrungsmittel
  • Enthalten 16-mal wahrscheinlicher die Dioxin-ähnlichen PCBs als Fische aus Wildfang, 4-mal höher als Rindfleisch und 3,4-mal höher als andere Meerestiere.

Außerdem wurden folgende bekannten Nervengifte und Karzinogene (krebserregende Stoffe) in Fischen aus Aquakultur gefunden:

  • Dieldrin – ein verbotenes Pestizid.
  • Dioxine – Industrielle Nebenprodukte aus Müllentsorgungsanlagen.
  • Toxaphene – Seit 1982 verbotene Pestizide.

Wenn Sie jetzt sagen, dass das nicht besonders appetitlich klingt, haben Sie total Recht.

4. Margarine

Ist es nicht wahnsinnig, dass Margarine von vielen Leuten immer noch als gesundes Nahrungsmittel betrachtet wird? Viel gesünder als diese cholesterinhaltige Butter und ja rein pflanzlich. Aber was sollen Sie auch denken, wenn selbst die Mayo Klinik diesen Mythos verbreitet, und das in einem Beitrag, den man eigentlich nur in die Tonne treten möchte (9).

Wenn selbst das Time Magazine besser informiert ist als diese hochrangige Klinik, dann ist doch etwas ganz verquer gelaufen.

Ganz einfach gesagt: Margarine ist nicht gesund – Punkt. Der Grund sind gerade die in ihr enthaltenen mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die beim Erhitzen zu Transfetten mutieren. Und noch einmal, es gibt keinen Grund, vor Cholesterin in der Ernährung (und auch anderswo) Angst zu haben. Cholesterin führt nicht zum Herzinfarkt.

5. Pflanzenöle

Auch Pflanzenöle dürfen natürlich bei den sogenannten „gesunden“ Lebensmitteln nicht fehlen. Hier gelten die gleichen Bedenken, die ich schon bei der Margarine geäußert habe. Viele Pflanzenöle werden aus genetisch modifizierten Pflanzen (GMOs) hergestellt, so zum Beispiel Soja-, Raps-, Mais- und Baumwollsamenöl. In einigen Studien wurde gezeigt, dass GMOs als Kanzerogene wirken können (10). Das würde Monsanto natürlich bestreiten.

Außerdem können sowohl während des Herstellungsprozesses als auch später beim Erhitzen dieser Öle Transfette entstehen. Diese Transfette sind Ursache für eine ganze Reihe gesundheitlicher Probleme (11, 12):

  • Adipositas
  • Diabetes
  • Verdauungsstörungen
  • Hautreaktionen
  • Sehschwäche
  • Sterilität
  • Arteriosklerose
  • Geburtsdefekte
  • Niedriges Geburtsgewicht
  • Lernschwierigkeiten
  • Knochen- und Sehnenerkrankungen
  • Krebs
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Schwächung des Immunsystems
  • Erhöhte Cholesterinwerte
  • Leberprobleme
  • Sexuelle Dysfunktion
  • Minderwuchs.

Wow, gesund sieht jawohl anders aus. Wenn Sie gesunde Fette konsumieren möchten, so empfehle ich Ihnen Kokosöl, Butter, Ghee oder Olivenöl (das allerdings nicht zum Kochen und Braten).

6. Künstliche Süßstoffe

Eigentlich sollte man denken, dass die Bezeichnung „künstlich“ den Leuten schon den Appetit verdirbt – das ist aber leider nicht so. Ist auch ganz einfach zu verstehen, denn sowohl die Ärzteschaft als auch viele Ernährungsberater fahren total auf das Zeug ab. Null Kalorien – Null Problemo! Super für alle, die gerne süße Dinge essen, aber einen Diabetes haben oder mit ihrem Gewicht kämpfen. Die Realität sieht allerdings ganz anders aus.

Wer noch keinen Diabetes hat, hat durch den Gebrauch von künstlichen Süßstoffen gute Aussichten einen entwickeln. Hierzu kommt es, weil die Süßstoffe zu einem Ungleichgewicht in der Darmflora führen (13). Und da ein gesunder Darm der Schlüsselpunkt für eine gute Gesundheit ist, verwundert es auch nicht, dass künstliche Süßstoffe zu einer Vielzahl anderer Gesundheitsprobleme führen (14):

  • Gewichtszunahme
  • Krampfanfälle
  • Hirntumore
  • Bluthochdruck
  • Allergien
  • Brustkrebs
  • Lymphome, Leukämien
  • Kopfschmerzen
  • Blasenkrebs

Wer also immer noch glaubt, dass die Diät Cola gesünder ist als die normale Cola, der sollte nochmal ganz scharf nachdenken.

7. Konventionelle Milch

Milch ist nicht von Haus aus ungesund, sondern wird durch den Herstellungsprozess zu einem ungesunden Nahrungsmittel gemacht. Das fängt schon mit dem Futter der Milchkühe an. Diese erhalten zum Großteil GMO Soja und Mais, was bei den Tieren zu Krankheiten führt und damit ihre Milch nicht gerade gesund macht.

Der zweite ganz große Faktor ist die Pasteurisierung und Homogenisierung der Milch. Es wird uns ja immer wieder erzählt, dass Rohmilch ganz gefährlich ist, weil sie tödliche Bakterien enthalten kann, und dass wir froh sein sollten, dass es so etwas Tolles wie die Pasteurisierung gibt, die uns vor diesen lebensbedrohlichen Infektionen schützen kann. Tatsache ist, dass die Kühe früher unter sehr unhygienischen Bedingungen gemolken wurden und häufig an Euterentzündungen litten. Dieses Problem wurde durch die Pasteurisierung abgeschafft. Die Rohmilch einer artgerecht gehaltenen Kuh, die unter hygienischen Bedingungen gemolken wird, enthält keine tödlichen Keime.

Die Pasteurisierung führt allerdings dazu, dass der Nährstoffgehalt der Milch deutlich verändert wird. Viele der in Rohmilch enthaltenen Enzyme sind hitzeempfindlich und werden einfach abgetötet (unter anderem auch die für die Lactoseverdauung notwendige Lactase), was dazu führt, dass Milch bei vielen Menschen zu Verdauungsproblemen führt.

Durch die Homogenisierung werden die Fettpartikel der Milch in kleinere Einheiten zerschlagen. Auch dieses Verfahren dient eher dem Produzenten. War es früher ein Qualitätsmerkmal der Milch, dass sich oben die Sahne absetzte, so passiert das durch die Homogenisierung nicht mehr. Man kann die Sahne also einfach abschöpfen und anderweitig verwerten (und natürlich nochmal extra Geld damit verdienen). Ist das schlimm? Nur wenn es Sie stört, dass die homogenisierten Fettpartikel dazu neigen an der Entstehung einer Arteriosklerose mitzuwirken (15).

Milch ist gesund, wenn es sich dabei um Rohmilch von artgerecht gehaltenen Kühen handelt. Und sie schmeckt zudem soviel besser als der Gegenpart aus dem Supermarkt. Sehen Sie sich mal um. Womöglich finden Sie einen Bauern, bei dem Sie Rohmilch kaufen können. Ansonsten haben Sie noch die Alternative wenigstens Käse und Joghurt aus Rohmilch zu kaufen. Und übrigens – da Rohmilch Lactase enthält, wird sie auch häufig von Menschen mit Lactoseintoleranz vertragen.

9. Smoothies

Smoothies sind ja zur Zeit der absolute Renner. Und durch sie wird es wirklich einfach die empfohlene Menge Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Oder etwa nicht?

Leider ist das nicht der Fall. Kein Zweifel, der gute Wille ist da. Aber wenn sich der Grünkohl Smoothie dann als ein Getränk entpuppt, das gerade mal 4 Prozent Grünkohl, dafür aber 60 Prozent (sehr süßes) Apfelsaftkonzentrat enthält, dann schießt die Vermarktung als „gesund“ doch weit über das Ziel hinaus.

Lassen Sie die industriell gefertigten Smoothies lieber im Supermarktregal stehen, und machen Sie sich zuhause einen wirklich gesunden Smoothie ohne Fruchtsaftzusatz dafür lieber mit Kokosmilch.

Und die Moral von der Geschicht‘:

Glauben Sie nicht alles, was Sie lesen – schon gar nicht wenn es sich um Produkte handelt, auf deren Verpackung Schlagwörter wie „fettarm“, „natürliche Zutaten“ und „ohne Zuckerzusatz“ stehen. Die Chancen stehen gut, dass diese Produkte für Ihre Gesundheit kein Gewinn sind.

 

(1) Loughborough University research finds tofu linked to poorer memory. http://www.lboro.ac.uk/service/publicity/news-releases/2008/104_tofu.html

(2) Soy food and isoflavone intake in relation to semen quality parameters among men from an infertility clinic. https://academic.oup.com/humrep/article-lookup/doi/10.1093/humrep/den243

(3) The Effects of Soy and Whey Protein Supplementation on Acute Hormonal Responses to Resistance Exercise in Men. http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/07315724.2013.770648

(4) An unusual case of gynecomastia associated with soy product consumption.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18558591

(5) Dietary Soy and Increased Risk of Bladder Cancer. http://cebp.aacrjournals.org/content/11/12/1674

(6) https://www.cambridge.org/core/journals/public-health-nutrition/article/association-between-soya-consumption-and-serum-thyroidstimulating-hormone-concentrations-in-the-adventist-health-study2/6363E77480EA431223E8ECB472D75AA0

(7) https://academic.oup.com/jnci/article/106/9/dju189/907784/The-Effects-of-Soy-Supplementation-on-Gene

(8) http://www.ewg.org/research/pcbs-farmed-salmon

(9) http://www.mayoclinic.org/healthy-lifestyle/nutrition-and-healthy-eating/expert-answers/butter-vs-margarine/faq-20058152

(10) http://responsibletechnology.org/monsanto-hid-evidence-of-roundup-and-cancer/

(11) http://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/high-blood-cholesterol/in-depth/trans-fat/art-20046114

(12) http://www.webmd.com/diet/features/trans-fats-science-and-risks#1

(13) Artificial sweeteners induce glucose intolerance by altering the gut microbiota. http://www.nature.com/nature/journal/v514/n7521/full/nature13793.html

(14) Sugar substitutes: Health controversy over perceived benefits. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3198517

(15) https://www.westonaprice.org/health-topics/know-your-fats/milk-homogenization-heart-disease/

(16) http://www.huffingtonpost.com/dr-jonny-bowden/debunking-the-blue-agave_b_450144.html

Was Sie über Nahrungsmittelunverträglichkeiten wissen müssen

Nahrungsmittelunverträglichkeiten, FischEs sollte inzwischen jedem klar sein, dass nicht Jedermann die gleichen Nahrungsmittel verträgt. Einige Reaktionen passieren sofort, bei anderen dauert es etwas länger, bis sie sich entwickeln. Kennn Sie sich mit Nahrungsmittel-unverträglichkeiten aus? Wenn nicht – kein Problem. Ich erkläre Ihnen, was diese Unverträglich-keiten auszeichnet und welche Nahrungsmittel hier die Hauptverdächtigen sind.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien

„Des einen Brot, des anderen Tod“ wurde schon im 1. Jahrhundert vor Christus von Titus Lucretius Carus gesagt. Schon damals haben also wohl nicht alle Menschen das Gleiche gegessen.

Das Problem besteht eigentlich nicht in den Allergien. Diese treten sofort auf, und die meisten Menschen wissen, auf welche Nahrungsmittel sie allergisch reagieren. Häufig sind hier zum Beispiel Erdnuss- oder Fischeiweiß-Allergien. Es gibt aber auch Reaktionen, die nicht sofort sondern mit einer gewissen Latenz auftreten. Da wird es dann schon schwieriger herauszufinden, auf welches Nahrungsmittel Sie reagieren. Diese Art der Reaktion wird als Sensitivität, Unverträglichkeit oder eben auch als Allergie vom Spättyp bezeichnet.

Es ist immer wichtig, an Nahrungsmittelallergien zu denken, aber es ist auch wichtig zu wissen, dass nicht jede Unverträglichkeit eine Allergie ist. Die Laktoseintoleranz, das heißt die Schwierigkeit Milch und Milchprodukte zu verdauen ist hierfür ein Beispiel.

Eine Allergie kann definiert werden als chronische Kondition, die eine anormale Reaktion auf eigentlich harmlose Substanzen beinhaltet. Dabei kann es sich zum Beispiel um folgende Dinge handeln:

  • Hausstaub
  • Schimmel
  • Pollen
  • Nahrungsmittel

Im Gegensatz zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten werden Nahrungsmittelallergien von IgE-Antikörpern vermittelt. Das bedeutet, dass Ihr Körper bei Kontakt mit einem Allergen (einem allergie-auslösenden Stoff) große Mengen eines Antikörpers mit Namen Immunglobulin E produziert. Diese IgE-Antikörper „bekämpfen“ den „Feind“ – die Nahrungsmittelallergene – indem sie Histamin und andere Substanzen freisetzen, die die Symptome einer allergischen Reaktion hervorrufen. Diese Reaktion tritt (sehr) schnell auf (teilweise innerhalb von Sekunden) und kann bis zum anaphylaktischen Schock gehen, der zum Tode führen kann, wenn er nicht rechtzeitig behandelt wird.

Unverträglichkeiten hingegen werden von anderen Immunglobulinen und ihren Untergruppen verursacht. Es handelt sich dabei um IgA, IgD und IgG. Außerdem können sie durch eine Reaktion der Darmflora auf einzelne Nahrungspartikel und/oder durch neurologische Antworten auf Nahrungsproteine ausgelöst werden.

Problematisch ist, dass Unverträglichkeiten zunächst vielleicht keinen auffälligen Effekt haben. Trotzdem sind sie sehr schädlich. Viele Menschen, die eine Glutenunverträglichkeit haben, die sich aber nicht als Zöliakie manifestiert, haben womöglich keine Symptome. Oder jedenfalls keine, die sie mit Gluten in Verbindung bringen würden (wie zum Beispiel eine Migräne) – sie haben aber trotzdem ein höheres Risiko an Darmkrebs zu erkranken, wenn sie regelmäßig Weizenprodukte essen (1).

Verspätet einsetzende Überempfindlichkeiten verursachen – wie der Name schon sagt – erst nach Stunden oder Tagen Symptome, aber können dann eben zu so unspezifische Erscheinungen wie Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Hautprobleme und Verdauungsprobleme führen. Zu dem Zeitpunkt, an dem diese Symptome auftreten, ist es meist unmöglich eine Zuordnung zu einem bestimmten Nahrungsmittel zu treffen.

Meine Erfahrungen

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass der Verzicht auf Nahrungsmittel, auf die ich mit einer Unverträglichkeit reagiere, dazu geführt hat, dass ich eine Menge der daraus resultierenden Symptome nicht mehr habe. Hierzu gehören:

  • Migräne (und die war extrem heftig)
  • Schmerzen in den Sprunggelenken
  • Müdigkeit
  • Heißhungerattacken
  • Haarausfall.

Und ich kann Ihnen versichern, wäre ich nicht auf die Paleo Diät gestoßen, dann wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass diese Symptome auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten zurückzuführen waren. Schließlich traten sie ja nicht auf, wenn ich glutenhaltige Nahrungsmittel aß.

Und das ist genau die Antwort, die ich von den meisten Leuten bekomme. Ich habe keine Problem mit Gluten. Ich kann Brot essen und fühle mich wohl dabei. Warum sollte ich darauf wohl verzichten? Damit Sie herausfinden, ob Sie wirklich kein Problem haben – darum!

Und machen Sie sich nichts vor. Unverträglichkeit klingt zwar sehr viel netter als eine ausgewachsene Allergie, das bedeutet aber nicht, dass sie nicht große Probleme bereiten kann. Wenn Sie ein Verständnis dafür entwickeln, welche Nahrungsmittel Ihr Körper nicht so gut verträgt – ob Sie es nun wissen oder nicht – dann können Sie eine Strategie entwickeln wie Sie Ihren Körper unterstützen können, indem Sie diese Nahrungsmittel von Ihrem Speiseplan streichen.

Häufigkeit von Nahrungsmittelallergien

Circa 20 bis 45 Prozent der Bevölkerung vermuten, dass sie eine Nahrungsmittelallergie haben. Sicher diagnostizierte, echte Nahrungsmittelallergien treten im Erwachsenenalter jedoch nur in einer Häufigkeit von ungefähr zwei bis drei Prozent auf (2). Wir sprechen hier von richtigen Allergien, die ausgetestet wurden (mittels IgE). Nehmen wir aber doch mal nur zum Spaß an, dass die 20 – 45 Prozent vielleicht Recht haben und womöglich unter einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leiden (die nämlich nicht ausgetestet wird).

Bei Kindern sind Nahrungsmittelallergien häufiger. Je nach Alter sind ca. 4 – 8 Prozent der Kinder betroffen. Im Laufe des Reifungsprozesses von Darm, Verdauungs- und Immunsystem verlieren mehr als 20 bis 50 Prozent der Kinder im weiteren Leben die Nahrungsmittelallergie.

Tatsächlich nehmen Nahrungsmittelallergien seit Jahren zu. Das stelle ich auch in der Klinik immer wieder fest. Eine klare Ursache dafür gibt es nicht. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Mischung aus Umwelteinflüssen, Essgewohnheiten und Toxinen.

Teenager und junge Erwachsene haben das höchste Risiko für das Auftreten von anaphylaktischen Reaktionen. Auch Personen, die zusätzlich unter Asthma leiden, müssen mit ernsteren Reaktionen rechnen.

 

Die häufigsten Nahrungsmittelallergene

Tatsächlich sind es gerade mal acht Nahrungsmittel, die für den Großteil der Allergien verantwortlich sind, und zwar:
  • Milch
  • Eier
  • Erdnüsse
  • Baumnüsse
  • Soja
  • Weizen
  • Fisch
  • Schalentiere.

Selbst minimale Mengen dieser Nahrungsmittel können eine Reaktion hervorrufen, die im schlimmsten Fall tödlich enden kann.

 

Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Gewichtszunahme

Wenn Sie ständig Nahrungsmittel konsumieren, die Sie eigentlich nicht vertragen, so verursacht das in Ihrem Körper eine chronische Entzündung (von der Art, die Sie nicht merken). Durch diese chronische Entzündung steigt Ihr Cortisonspiegel an, eine Insulinresistenz entsteht oder wird verstärkt und Ihr Körper geht in den „Speicher“ (= Überlebens) Modus.

Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang folgende Studie: Zwei Probandengruppen aßen genau die gleiche Anzahl Kalorien. Eine Gruppe wurde auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten untersucht und ließ die hierbei festgestellte Nahrungsmittel weg. Die andere Gruppe aß, was immer sie wollte (ohne Testung). Und Überraschung (oder eben auch nicht): Die Gruppe, die auf unverträgliche Nahrungsmittel verzichtete, nahm mehr ab (3).

Für alle, die Diät über Diät probieren und nichts klappt. Ist das nicht ein großartiger Ansatz? Auf diese Weise können Sie abnehmen, ohne lästige Kalorien zu zählen (was sowieso keinen Sinn macht). Sie finden heraus, ob und welche Unverträglichkeiten Sie haben und lassen diese Nahrungsmittel einfach weg. Hurra, einfach, aber nicht leicht. Es ist es aber sicher wert zu überdenken, ob die Sojamilch oder das Vollkornbrot in Ihrem Körper womöglich einen Schaden anrichten, von dem Sie überhaupt nichts ahnen (weil Sie den Zusammenhang nicht sehen).

Nahrungsmittelunverträglichkeiten und die Schilddrüse

Sollten Sie an Autoimmunkrankheiten der Schilddrüse leiden wie Hashimoto Thyreoiditis (Schilddrüsenentzündung) oder Morbus Basedow (Schilddrüsenüberfunktion), dann sollte unbedingt nach Nahrungsmittel-unverträglichkeiten gesucht werden (4). Und auch hier ist Gluten mal wieder ein Hauptverdächtiger. Und es hilft auch nicht gerade, dass das Glutenmolekül dem Schilddrüsengewebe sehr ähnlich sieht. Sie wissen schon, wenn die Bodyguards viele Angreifer abwehren müssen, dann kann es zu Kollateralschäden an völlig Unbeteiligten kommen.

Leider wissen die meisten Patienten mit Hashimoto über diesen Zusammenhang überhaupt nichts (und ihre Ärzte wohl auch nicht). Das ist bedenklich, da Menschen mit einer Autoimmunerkrankung ein höheres Risiko haben, weitere Autoimmunerkrankungen zu entwickeln, wenn die Ursache nicht abgestellt wird.

Kurz zusammengefasst: Nahrungsmittelallergien können im Verdauungstrakt (Hauptsitz des Immunsystems!) eine entzündliche Reaktion auslösen. Hierbei werden Substanzen wie Histamin und Cytokine ausgeschüttet, die im Verdauungstrakt gebildet werden und dann durch den Körper kreisen. Das ist auch der Grund dafür, warum durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten so viele verschiedene Symptome hervorgerufen werden können.

 

Symptome, die auf eine Unverträglichkeit hinweisen können

Da gibt es eine Menge völlig unterschiedlicher Symptome (je nachdem, wo Ihr schwaches Glied sitzt), und sie können unterschiedlich schnell nach Aufnahme des Triggers auftreten. Häufige Symptome sind:

  • Gewichtszunahme
  • Bluthochdruck
  • Magenschmerzen
  • Blähungen, Flatulenz (Furzen)
  • Erbrechen
  • Sodbrennen
  • Durchfall
  • Kopfschmerzen (inklusive Migräne)
  • Reizbarkeit, Nervosität
  • Stimmungsschwankungen
  • Chronische Schmerzen (vor allem – aber nicht nur – Gelenke)
  • Verdauungsbeschwerden
  • Hautausschläge
  • Laufende Nase oder vermehrte Schleimbildung
  • Arthritis (Gelenkentzündung).

Ich komme mir zwar vor wie eine kaputte Schallplatte, aber noch einmal: Diese Reaktionen können mit einer zeitlichen Verzögerung auftreten, sodass Sie überhaupt nicht auf die Idee kommen, sie könnten etwas damit zu tun haben, was Sie vor Tagen gegessen haben. Wichtig ist es, bei diesen Symptomen einfach an die Möglichkeit einer Unverträglichkeitsreaktion zu denken.

 

Wer bekommt Nahrungsmittel-unverträglichkeiten?

Das ist genau das Problem: Jeder kann sie bekommen. Gehäuft treten sie bei folgenden Gruppen auf:

  • Menschen, die schon selber an Allergien leiden oder nahe Verwandte haben, die Allergien oder Autoimmunerkrankungen haben
  • Individuen, die unter entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden
  • Patienten, die über lange Zeit bestimmte Medikamente nehmen – vor allem Antibiotika und orale Kontrazeptiva (Pille). Diese können zu Schleimhautschäden im Darm führen

Wenn die Darmschleimhaut beschädigt ist, können Nahrungspartikel (Proteine) in den Blutstrom gelangen, die von einer intakten Schleimhaut zurückgehalten worden wärden. Das Immunsystem reagiert auf diese „Eindringlinge“ mit einer Abwehrreaktion. Es tut also genau seinen Job, weshalb es auch wenig Sinn macht, das Immunsystem durch Tabletten unschädlich zu machen (das ist so, als würden Sie Ihrem Bodyguard Handschellen anlegen – einfach idiotisch).

Da einige Nahrungsmittelproteine schwerer zu zerlegen sind als andere, gibt es für diese Proteine ein größeres Risiko als Allergen zu fungieren. Weizen (Gluten), Milch (Casein) und Eier (Albumin) sind Beispiele für Nahrungsmittel mit schwer zu zerlegenden Proteinen.

 

Wie häufig sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten?

Es ist davon auszugehen, dass ca. 50 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hat (5). Sie sind also um ein vielfaches häufiger als die „richtigen“ Nahrungsmittelallergien. Wenn Sie gerade in geselliger Runde sitzen, können Sie ja mal durchzählen. Erschreckend, oder?

 

Häufige Auslöser einer Nahrungsmittel-unverträglichkeit

Teilweise gibt es Überschneidungen mit Auslösern für Allergien. Achten Sie besonders auf folgende acht Nahrungsmittel:

  • Milch und Milchprodukte
  • Eier
  • Weizen
  • Mandeln
  • Mais
  • Soja
  • Erdnüsse
  • Zucker (UUPS!).

Sie sollten bei Unverträglichkeiten auch immer im Blick haben, welche Auswirkungen ein Lebensmittel auf Ihren Körper hat. Dies ist besonders im Hinblick auf Zucker wichtig (Neurologische Symptome wie Nervosität, ADS, ADHS).

Wie finden Sie heraus, ob Sie eine Nahrungsmittelunverträglichkeit haben?

Da gibt es zwei Möglichkeiten. Sie testen selbst oder Sie lassen testen:
Was Sie selbst testen können
1. Nahrungsmitteltagebuch
Sie notieren sich über eine gewisse Zeit täglich, was Sie gegessen haben und achten darauf, ob Sie irgendwelche Symptome bemerken. Dann gilt es, ein wenig Detektivarbeit zu leisten und herauszufinden, welches Nahrungsmittel der Auslöser sein könnte. Dieses Nahrungsmittel essen Sie dann natürlich nicht mehr.
2. Eliminationsdiät

Bei diesem Test verzichten Sie für mindestens 10 Tage auf die häufigsten Allergene. Nach dieser Zeit werden sie jeweils eins zur Zeit und über einen Zeitraum von drei Tagen pro Allergen wieder eingeführt. So können Sie feststellen, ob ein bestimmtes Nahrungsmittel eine Reaktion hervorruft. Sollten in weniger als drei Tagen Symptome auftreten, essen sie das bestimmte Nahrungsmittel natürlich nicht weiter.

Dieses Vorgehen ist ein bisschen schwierig, weil Sie in Ihrer Nahrungsauswahl etwas eingeschränkt sind (obwohl es sehr gute Tauschoptionen gibt, zum Beispiel Kokosmilch gegen Kuhmilch) und die Wiedereinführung je nach Menge suspekter Nahrungsmittel recht lange dauern kann. Außerdem kann es zu falsch positiven Ergebnissen kommen, weil Ihr Darmtrakt sich auf die eingeschränkte Auswahl einstellt und wieder eingeführte Nahrungsmittel vielleicht zunächst nicht so gut verdauen kann, obwohl er unter normalen Umständen kein Problem damit hätte.

Wenn Sie es ganz genau wissen wollen, kommen Sie also um einen Labortest wahrscheinlich nicht rum.

Labortests

1. EAV (Elektroakupunktur nach Voll). Die „EAV“ ist eine biophysikalische
Untersuchungsmethode der modernen kybernetischen und
ganzheitlichen Medizin. Sie wurde in den 50er Jahren durch
Dr. Reinhold Voll entwickelt und 1956 erstmals einem
breiten ärztlichen Publikum vorgestellt. Sie berücksichtigt
und integriert die Erkenntnisse der neuen wissenschaftlichen
Physik, die gegenwärtige „schulmedizinische“ Human- und Zahnmedizin, das Gedankengut der Homöopathie und die Erfahrungen der alten chinesische Heilkunde in der Akupunktur. Sie dient der Feststellung der eigentlichen Ursachen von akuten, vor allem aber chronischen Erkrankungen, wie auch der schwer zugänglichen, so genannten „vegetativen Syndrome“ (6).

2. Haut Pricktest. Werden von Ärzten immer wieder gerne durchgeführt – vor allem um in der Luft befindliche Allergene zu testen. Ein Nachteil besteht darin, dass der Verdauungstrakt andere Immunglobuline besitzt als die Haut, das heißt das Testergebnis kann nicht 1 : 1 übertragen werden. Der Pricktest zeigt sicherlich die schwerwiegendsten Unverträglichkeiten – wie eine Erdnussallergie – an. Da diese aber eh eine sehr bedrohliche Symptomatik hervorruft, brauchen Betroffene in den seltensten Fällen einen Test, der ihnen bestätigt, was sie ohnehin schon wissen.

3. Bluttests. In den meisten Fällen wird hierbei das IgE getestet. Das ist etwas schade, denn gerade die IgE vermittelte Immunantwort ist schwerwiegend und damit dem Patienten meist bekannt. Was Unverträglichkeiten angeht, so ist ein Bluttest auf andere Immunglobuline (IgA, IgD, IgG) und Cytokine deutlich hilfreicher, weil er versteckte Entzündungsreaktionen aufdecken kann. Je nach Labor kann es jedoch zu erheblichen Schwankungen in den Ergebnissen kommen.

Wenn Sie mich fragen, ich würde mit dem Nahrungsmitteltagebuch plus Symptomerfassung anfangen und mich von dort aus weiter vorarbeiten. Sie glauben gar nicht, wie erhellend es sein kann, diese Daten einfach mal aufzuschreiben. Was die Eliminationsdiät angeht, so macht sie eigentlich nur Sinn, wenn Sie tatsächlich die häufigsten Allergene auf einmal entfernen, denn sonst kann es Ihnen passieren, dass Sie Symptom und Ursache nicht genau zuordnen können.

Der größte Pluspunkt ist aber, dass Sie mal ein Gefühl für Ihren Körper bekommen.

 

(1) Risk of colorectal neoplasia in patients with celiac disease: a multicenter study.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23845233

(2) https://www.allum.de/krankheiten/nahrungsmittelallergie/ausloeser-symptome-und-haeufigkeit

(3) https://www.omicsgroup.org/journals/eliminating-immunologically-reactive-foods-from-the-diet-and-its-effect-on-body-composition-and-quality-of-life-in-overweight-persons-2165-7904.1000112.php?aid=3994

(4) Endocrine manifestations in celiac disease. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27784959

(5) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/314821/umfrage/geschaetzte-haeufigkeit-von-lebensmittelunvertraeglichkeit-in-deutschland/

(6) http://www.eav.de/index.php?id=42

Allergien natürlich bekämpfen

Allergien, HeuschnupfenEigentlich schade: Kaum wird es draußen ein bisschen wärmer, die ersten Blüten sprießen, und schon geht es für viele Menschen los mit Augenjucken, verstopfter Nase und Niesattacken.

Wenn Sie unter Allergien leiden, haben Sie laut Schulmedizin drei Möglichkeiten

  • Allergenkarenz: Das bedeutet, Sie kommen den Stoffen, auf die Sie allergisch reagieren, möglichst nicht zu nahe. Wenn Sie Heuschnupfen haben und im Sommer trotzdem das Haus verlassen möchten, wird das schon schwierig.
  • Medikamente, die die Immunantwort blockieren – wie Antihistaminika und Mastzellstabilisatoren: Abgesehen davon, dass diese durchaus nicht bei allen Patienten helfen, haben sie ernste Nebenwirkungen. Eine Reihe von ihnen können Herzrhythmusstörungen auslösen, die in Einzelfällen zu einem Herzstillstand geführt haben (1).
  • Hyposensibilisierung: Hierbei erhalten Sie in monatlichen Abständen jeweils steigende Dosen der Substanzen, auf die Sie allergisch reagieren, gespritzt. Dies soll das Immunsystem an die Anwesenheit der Allergene gewöhnen und so dazu führen, dass es nicht mehr (so stark) reagiert.

Ich selbst leide unter Heuschnupfen (von Februar bis September) und habe natürlich alle drei Möglichkeiten probiert. Was soll ich sagen: Mein Heuschnupfen erfreut sich bester Gesundheit und springt beim ersten Pollenflug an. Aber zum Glück weiß ich mir inzwischen zu helfen.

Welche natürlichen Alternativen gibt es?

Ob Sie es glauben oder nicht, aber ein großer Teil der Allergien kann einfach durch Ihre Ernährungsweise deutlich gebessert werden.

Der größte Teil unseres Immunsystems sitzt im Darm. Durch Ihre Ernährung haben Sie es in der Hand zu bestimmen, wie stark es auf externe Allergene (z. B. Pollen) oder auch Nahrungsmittelallergien reagiert.

Es braucht etwas Zeit, diese Umstellung zu erreichen, genauso wie es Zeit gebraucht hat, diese Allergien zu entwickeln. Und da kommt uns natürlich ganz schnell die fehlende Frustrationstoleranz der meisten Menschen in die Quere, denn die wollen eine schnelle Lösung, damit das Problem beseitigt ist und sie mit ihrem Alltag weiter machen können. Also schlucken sie lieber eine Pille, weil es der vermeintlich einfachere Weg ist.

Und wie Sie ganz richtig vermuten, ist er das natürlich nicht, denn Ihr Körper hat einen Grund, wenn er plötzlich auf ganz alltägliche Dinge allergisch reagiert. Sicher erscheint es im ersten Moment einfacher, die Warnleuchte (Allergie) Ihres Motors (Körper) einfach abzukleben, aber im Hintergrund geht Ihr Motor weiterhin kaputt. Ein besserer Ansatz ist also eine „Therapie“, die darauf abzielt, das Ungleichgewicht abzustellen.

Einige immunologische Grundkenntnisse

Etwa 80 % des Immunsystems befindet sich im Darm. Wenn Sie also andauernd minderwertige, stark verarbeitete „Nahrung“ konsumieren, dann hat Ihr Darm alle Hände voll damit zu tun, diesen Müll irgendwie zu verarbeiten, ohne dadurch die benötigten Nährstoffe zu erhalten. Beginnt dann im Frühling der Pollenflug, gelangen diese Pollen natürlich auch in Ihren sowieso schon sehr beanspruchten Darm. Dieser wird mit der zusätzlichen Last nicht fertig, was dazu führt, dass die Verdauung in Mitleidenschaft gezogen wird – häufig in Form einer Verstopfung – sodass die Allergene noch länger im Darm verweilen, was es wahrscheinlicher macht, dass der Körper eine allergische Reaktion entwickelt.

Ein sehr nerviges Symptom von Pollenallergien (aber auch zum Beispiel von einer Milchunverträglichkeit) ist die verstopfte Nase, und diese hängt mit der Verstopfung im Darm absolut zusammen. Das können Sie sich zunutze machen, denn es bedeutet, dass Sie durch die Nahrungsmittel, die Sie essen, großen Einfluss auf die Ausprägung Ihrer Allergie haben.

Eine ballaststoffreiche Vollwertkost hat sehr positive Auswirkungen. Mit grünen Smoothies können Sie die Entgiftung Ihres Körpers unterstützen und dadurch Allergien eindämmen, ohne Pillen nehmen zu müssen.

Nahrungsmittel, die bei Allergien helfen

Bio-Obst und Gemüse

Mit wenigen Ausnahmen (die kommen später) enthält frisches Obst und Gemüse sehr viele Substanzen, die dabei helfen die Histaminantwort zu regulieren (Histamin ist praktisch der Botenstoff, der zur Ausbildung von Allergiesymptomen führt). Zu diesen Substanzen gehören unter anderem:

  • Vitamin C: Bei Vitamin-C-Mangel ist der Histamingehalt des Blutes erhöht wie eine 1980 veröffentlichte Studie belegt. Sie zeigt die Wechselwirkungen zwischen Vitamin C und Histamin auf. Ergebnis der Studie: Je weiter sich der Vitamin-C-Spiegel von seinem Normalwert – 1,0 bis 2,5 mg/dl – nach unten entfernt, desto mehr steigt der Histamin-Spiegel rapide an (2).
  • Quercetin: Hat eine Mastzell-stabilisierenden Wirkung und vermindert die Histamin-Freisetzung
  • Magnesium: Wirkt unter anderem gegen die durch Histamin ausgelöste Bronchokonstriktion (Asthmaanfall) und wirkt entzündungshemmend auf Reize durch Allergene (3)
  • Calcium (Citrat):  Antagonisiert die durch Histamin hervorgerufene Vasodilatation (Gefäßweitstellung), die zu einem Übertritt von Histamin ins Gewebe führt (4)

Außerdem enthalten Obst und Gemüse viele Ballaststoffe, die dafür sorgen, dass Ihr Darm in Bewegung bleibt. Machen Sie es sich zur Priorität, mehr Obst und Gemüse zu essen, als sie es normalerweise tun würden – vor allem gekocht. Durch das Kochen werden goitrogene Substanzen (= führen zu einer Vergrößerung der Schilddrüse) reduziert, sodass sie nicht zu einer Einschränkung der Schilddrüsenfunktion führen. Zudem sind gekochte Gemüse einfacher zu verdauen, und Sie haben ja das Ziel, Ihrem Darm mal eine Ruhepause zu gönnen.

Wärmende Gewürze und aromatische Speisen

Knoblauch, Ingwer, Zwiebeln, Zimt und Cayenne Pfeffer wirken schleimlösend, sodass er einfacher aus dem Körper transportiert werden kann (trinken nicht vergessen). Viele dieser Nahrungsmittel kurbeln auch die Verdauung an und haben selbst immunverstärkende Eigenschaften. Bei ersten Allergiesymptomen sollten Sie sich gleich eine doppelte und dreifache Menge dieser Speisen auf den Teller tun.

Honig aus Ihrer Region

Man weiß schon lange, dass regionaler Honig dem Körper dabei hilft sich an die ganz bestimmten Pollenarten in Ihrer Region zu gewöhnen. Ich kaufe meinen Honig normalerweise auf dem Markt von einem Imker, der seine Bienenvölker 8 km von uns entfernt hat.

Der Gedanke dabei ist, dass der regionale Honig ähnlich wirkt wie eine Hyposensibilisierung (allerdings ohne die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks), so dass Ihr Körper nicht so stark auf dieses spezifische Antigen reagiert wie er es sonst tun würde.

Jeden Tag ein Teelöffel Honig reicht schon aus. Beginnen Sie damit im Februar (oder jedenfalls bevor der Pollenflug für die Pollen, auf die Sie allergisch reagieren, eingesetzt hat) und setzen Sie das Regime während der gesamten Allergiesaison fort.

Knochenbrühe

Mein Lieblingsthema! Knochenbrühe heilt so ziemlich alles. Sie enthält Substanzen, die entzündungshemmend wirken und die Verdauung anregen, wodurch tatsächlich Atemwegsprobleme gelindert werden (toll, oder?).

Aber seien Sie bei der Auswahl der Knochen für Ihre Brühe vorsichtig. Nach dem Fettgewebe sind die Knochen der zweite Ablageort für Giftstoffe. Kaufen Sie also Knochen von artgerecht gehaltenen Tieren und nicht von Tieren aus Massentierhaltung. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Knochen von freilaufenden Tieren deutlich mehr Mineralien enthalten.

Wenn Sie dann noch die wärmenden Gewürze in die Brühe geben, haben Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Vorsicht ist allerdings für Leute mit China Restaurant Syndrom geboten, d.h. Personen, die heftig auf Glutamat (MSG) reagieren, denn hiervon enthält Knochenbrühe eine Menge.

Ananas

Die Ananas enthält ein Enzym namens Bromelain, dass abschwellend wirkt und die Schleimproduktion reduziert. Bromelain ist ein gewöhnliches proteolytisches (eiweißspaltendes) Enzym, das dabei hilft entzündliche Substanzen abzubauen. Es wird auch als Nahrungsergänzung angeboten.

Apfelessig

Und auch über den habe ich schon häufig geschrieben. Dieser Essig enthält probiotische Kulturen, die das Immunsystem unterstützen. Mischen Sie 1 EL in ein Glas Wasser – eventuell noch mit etwas Zitronensaft für zusätzliches Vitamin C – und trinken Sie diese Mischung 1 – 3 mal pro Tag. Wenn Sie es gerne süßer haben möchten, können Sie auch den regionalen Honig einrühren.

Nahrungsmittel, die Sie während der Allergiesaison nicht essen sollten

Milchprodukte

Das Milchprotein Casein wird schon seit langem mit Allergien und Asthma in Zusammenhang gebracht, und der Verzicht auf Milchprodukte führt bei vielen Betroffenen zu einer deutlichen Besserung der Symptome. Außerdem hat schon meine Oma immer gesagt, dass Milch schleimt, und zusätzlichen Schleim wollen Sie auf keinen Fall.

Getreide und Soja

Diese beiden Nahrungsmittel sind häufig als Allergene wirksam. Wenn Sie auf sie verzichten, hat Ihr Körper mehr Zeit, sich um Pollen und andere in der Luft befindliche Allergene zu kümmern.

Wollen Sie ganz gründlich sein, dann sollten Sie auch die folgenden Nahrungsmittel vom Speiseplan streichen, die häufig Allergien auslösen: Eier, Krustentiere, Baumnüsse, Erdnüsse und Erdbeeren.

Lebensmittel mit Konservierungsmitteln

Viele Konservierungsstoffe – wie zum Beispiel Sulfite – können asthma-ähnliche Symptome hervorrufen, die Sie ganz sicher nicht brauchen können, wenn Sie sich gerade mit den Atemwegsbeschwerden Ihrer saisonalen Allergie herumschlagen.

Aus diesem Grund sollten Sie auf folgende Nahrungsmittel, die sehr viel Konservierungsmittel enthalten, besser verzichten:

  • Garnelen aus Aquakultur
  • Geräuchertes Fleisch
  • Bolognese Sauce (außer Sie haben sie selbst gemacht)
  • Trockenfrüchte
  • essighaltige Nahrungsmittel wie Salatsaucen, eingelegtes Gemüse und Flüssigwürzen.

 

Und natürlich das ganz Offensichtliche

Viele Leute denken gar nicht an die ganz normalen Dinge, die man tun sollte, um die Allergenbelastung möglichst gering zu halten:

  • Ziehen Sie sich aus, bevor Sie ins Schlafzimmer gehen, damit die Pollen auf Ihrer Kleidung nicht Ihren Nachtschlaf stören können.
  • Halten Sie die Schlafzimmerfenster geschlossen, oder versehen Sie sie mit einem Pollenvlies.
  • Wechseln Sie häufig die Bettwäsche
  • Waschen Sie abends die Haare oder kämmen Sie sie mit einem feuchten Kamm durch, um die in ihnen sitzenden Pollen zu entfernen.

Ich hoffe, dass diese Tipps Ihnen dabei helfen, Ihre Allergie auch ohne Tabletten in Schach zu halten!

 

 

 

(1) Risks of non-sedating antihistamines. http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(97)26018-6/fulltex

(2) https://www.researchgate.net/publication/15832638_Histamine_and_ascorbic_acid_in_human_blood

(3) Effects of nebulised magnesium sulphate on inflammation and function of the guinea-pig airway. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28284753

(4) Bedeutung von Calcium. http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=41064

Gefahren einer veganen Ernährung

Wenn wir den Medien glauben sollen, dann ist eine vegane Ernährung das Beste seit der Erfindung von geschnittenem Brot. So betrachtet, könnte man sagen: Und sie ist genauso überflüssig und gefährlich. Ich habe bereits darüber geschrieben, warum ich den Veganismus für keine gute Entwicklung halte.

Natürlich ist es jedem selbst überlassen, für seinen Körper die richtige Ernährung zu finden. Was mich ärgert ist, dass Veganer für sich beanspruchen, die besseren Menschen zu sein (was sie aus ökologischer Sicht absolut nicht sind) und sich gesünder zu ernähren. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein.

Tatsächlich gibt es in der gesamten Menschheitsgeschichte kein Volk, das sich strikt vegan ernährt hat. Warum ist das so? Nun, weil eine vegane Ernährung auf lange Sicht mit dem Leben (und der Fortpflanzung) nicht besonders gut vereinbar ist. Die Vegane Bewegung wurde erst 1944 von Donald Watson gegründet. Das heißt, dass man uns glauben machen will, dass eine Ernährungsform, die erst seit 70 Jahren besteht, für uns besser sein soll als die Ernährung, die wir seit Millionen Jahren hatten und durch die die menschliche Entwicklung erst möglich geworden ist? Irgendetwas stimmt hier doch nicht.

Sicher gibt es immer wieder Menschen, die erzählen, dass sie schon Jahre oder sogar Jahrzehnte vegan leben und sich dabei topfit fühlen. Das mag sein, jeder Mensch ist schließlich anders. Es trifft aber sicher nicht auf die Masse der Veganer zu (und schon gar nicht auf Frauen).

Follow the Money

Wenn wir uns die Beweggründe ansehen, die dazu führen, dass der Veganismus so verherrlicht wird, dann stoßen wir sehr schnell auf Geld. Für die Nahrungsmittelindustrie ist es ein wahnsinnig lukratives Geschäft. Sie können billigst produzierte „Lebensmittel“ mit großem Gewinn verkaufen. Die Medien erhoffen sich eine Steigerung der Auflage. Diäten verkaufen sich einfach gut.

Wirklich interessant wird es aber bei den Beweggründen der Gesundheitsindustrie. Sollten Ärzte es nicht eigentlich besser wissen? Sollte man meinen, aber leider beschränken sich bei den meisten Ärzten die ernährungsphysiologischen Kenntnisse darauf, dass „wer zuviel isst, dick wird“. Und das ist leider genauso falsch wie der Mythos, dass Veganer und Vegetarier gesünder sind.

Aber natürlich profitieren auch die Ärzte und die Pharmaindustrie von einer veganen Ernährungsweise, denn sie macht die meisten Menschen bei längerer Anwendung krank, und nur mit kranken Menschen kann man eine Menge Geld verdienen.

Gefahren einer veganen Ernährung

1. Mangelerscheinungen

Die Hauptgefahr einer veganen Ernährung liegt in der Ausbildung von Nährstoffmangelzuständen. Einige lebenswichtige Nährstoffe kommen nur in tierischen Produkten vor. Diese Nährstoffe sind vor allem für das Wachstum des Fötus und für heranwachsende Kinder essentiell. Aber auch bei Erwachsenen werden diese Mangelzustände zu Krankheitssymptomen führen.

Vitamin A: Extrem wichtig für gesunde Augen, Haut, Knochen, Hormonproduktion und das Immunsystem. Vitamin A spielt eine große Rolle in der Entwicklung des Fötus und in der Verhütung von Geburtsdefekten. Das in Pflanzen (z. B. Karotten) vorkommende Vitamin A ist nur ein Provitamin, das heißt eine Vorstufe von Vitamin A, die von unserem Körper umgewandelt werden muss. Diese Umwandlung gelingt nur sehr unzureichend. „Richtiges“ Vitamin A findet sich in Lebertran, Leber, Butter und Eigelb von Weidetieren und freilaufenden Hühnern.

Vitamin D: Essentiell für das Wachstum, gesunde Knochen, Schutz gegen Tetanie (neuromuskuläre Übererregbarkeit), Krämpfe, Typ 1 Diabetes, Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Krebs, Adipositas, Arthritis und Multiple Sklerose. Es ist wichtig für ein gesundes Immunsystem. Vitamin D ist außerdem notwendig für die Funktion des „Glückshormons“ (Serotonin) und schützt vor Depressionen. Eine ganze Menge Arbeit für ein Vitamin, das eigentlich ein Hormon ist! Natürlich könnte man einen Teil des benötigten Vitamin D auch einfach durch Sonneneinstrahlung bekommen, aber zumindest im Winter ist dies in der nördlichen Hemisphäre praktisch unmöglich. Und außerdem wird uns ja eingetrichtert, dass Sonnenstrahlen absolut zu vermeiden sind, da sie Hautkrebs auslösen können (komisch, dass vor allem Individuen mit Vitamin D Mangel von Hautkrebs betroffen sind). Was bleibt sind Quellen wie Lebertran, Schmalz und andere Produkte vom Schwein, Garnelen, fettiger Fisch und Eigelb von freilaufenden Hühnern.

Vitamin K2: Ich wette, das ist neu für Sie. Jeder kennt Vitamin K aus Pflanzen, das einen Effekt auf die Blutgerinnung hat. Vitamin K2 allerdings ist weniger bekannt. Es sorgt dafür, dass Calcium in Knochen und Zähnen abgelagert wird und verhindert, dass weiche Gewebe (wie Arterien und Nieren) kalzifizieren. Außerdem wird es für die Synthese von Gehirnzellen und für die Fortpflanzung benötigt. Vitamin K2 kommt in bestimmten fermentierten Pflanzen vor (z. B. Sauerkraut und Natto aus Soja), aber die besten Quellen sind Hähnchenleber und vollfetter, abgelagerter Käse.

Vitamin B12: Wird für die Produktion der roten Blutkörperchen benötigt sowie für den Schutz vor Toxinen und für die geistige Gesundheit. Ein Vitamin B12 Mangel kann Verfolgungswahn, Zwangsstörungen, irrationalen Ärger und eine Demenz verursachen. Vitamin B12 kommt nur in tierischen Nahrungsmitteln vor (auch wenn von Veganern immer wieder behauptet wird, es käme auch in Pflanzen vor)! Den höchsten Gehalt an B12 hat Leber. Soll B12 supplementiert werden, muss es übrigens gespritzt werden, da B12 in Tablettenform vom Körper nicht aufgenommen wird (Tabletten können im Magen keinen Intrinsic Factor freisetzen, der für die B12 Aufnahme notwendig ist). Es überrascht nicht, dass ein Vitamin B12 Mangel bei Veganern sehr verbreitet ist. In einer Studie wurde festgestellt, dass 92 % der Veganer diese Mangelerscheinung aufweisen (1).

Zink: Zink ist Co-Faktor in Hunderten von Enzymen und wird für Hormonrezeptoren (Bindungsstellen) und die Produktion von Hormonen wie zum Beispiel Insulin benötigt. Es spielt eine Rolle bei der Zellteilung, in einer funktionierenden Hautbarriere, im Immunsystem, bei der Verdauung, der Glucosetoleranz, einer hohen Stoffwechselrate und beim Geschmackssinn. Zink kann aus pflanzlichen Quellen sehr schwer aufgenommen werden. Die besten Quellen sind rotes Fleisch und Schalentiere.

EPA und DHA: Docosahexaensäure und Eicosapentaensäure. Diese Omega-3 Fettsäuren sind entscheidend für eine gute Hirnfunktion. Sie kommen vor allem in  Lebertran, Innereien und Meeresfrüchten vor. Hanfsamen als Omega-3 Quelle liefern nur α-Linolensäure. Diese kann zwar theoretisch im Körper in EPA und DHA umgewandelt werden, jedoch beträgt die Umwandlungsrate im Normalfall gerade einmal 1 – 3 Prozent – wenn sie außergewöhnlich gut funktioniert auch mal 5 Prozent (2). Das sind ganz schön viele Hanfsamen für eine ausreichende Versorgung! Die hohen Omega-3 Gehalte von Pflanzen sagen also für den Menschen nichts aus.

Arachidonsäure: Kritisch für gesunde Zellverbindungen in der Haut und im Verdauungstrakt und für die lebensrettende Entzündungsreaktion. Die besten Quellen sind tierische Fette und Innereien. Arachidonsäure kann aus Linolsäure gebildet werden. Stark linolsäurehaltige Pflanzenöle und davon abgeleitete Produkte enthalten selbst kaum die reine Arachidonsäure, jedoch tragen die Baustoffe zu deren Bildung bei und unterdrücken zusätzlich natürliche Gegenspieler der Arachidonsäure (z. B. Omega-3-Fettsäuren).

Aminosäuren: Tierisches Protein enthält alle essentiellen Aminosäuren (AS) im richtigen Verhältnis. Im Prinzip kann unser Körper Taurin, Carnitin, Creatin und Carnosin selbst herstellen, aber die Synthese ist für Kleinkinder und viele Erwachsene sehr schwierig. Diese AS sind für viele Körperfunktionen wichtig so zum Beispiel für Energie und die Hirnfunktion, aber auch für den Muskelaufbau und gesunde Knochen (3, 4). Vorkommen: Fleisch, Meeresfrüchte, Innereien.

Cholesterin: Cholesterin ist ein lebenswichtiges Molekül, das in jeder einzelnen Zellmembran vorkommt. Kleinkinder und Millionen Menschen mit genetischen Defekten können nicht genug des von ihrem Körper fürs Wachstum, die Gehirnfunktion und die geistige Gesundheit benötigten Cholesterins herstellen. Es ist auch beteiligt an der Testosteronsynthese, weshalb es nicht überrascht, dass Veganer deutlich niedrigere Testosteronspiegel haben als Fleischesser. Cholesterin kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor. Entgegen der immer noch weit verbreiteten Propaganda trägt es nicht zu Herzerkrankungen bei (es sei denn, man hat zu wenig Cholesterin).

2. Exzessiver Sojakonsum

Viele Veganer verzichten zwar auf tierische Produkte, nicht aber auf Fleisch und Käse. Diese werden üblicherweise ersatzweise aus Soja und zum Beispiel Cashewnüssen hergestellt. Häufig wird Sojaprotein auch als Eiweißquelle eingesetzt. Tatsächlich ist es so, dass Sojaprotein sehr schwer verdaut werden kann, die Schilddrüsenfunktion behindert und im Körper eine östrogenartige Wirkung entfaltet (durch die im Soja enthaltenen Phytoöstrogene). Außerdem enthält Soja eine hohe Konzentration an Phytinsäure, die die Aufnahme von Nährstoffen behindert, und Trypsin Inhibitoren, die in die Verdauung eingreifen können. Wie ich schon in einem anderen Post ausgeführt habe, ist es in größerer Menge absolut nicht gesund.

3. Die Vegane Ernährung enthält wenig hochwertiges Protein

Pflanzen- und Tierproteine unterscheiden sich gravierend in ihrer Qualität. Pflanzenproteine sind keine kompletten Proteine, das heißt sie enthalten nicht alle vom Körper benötigten Aminosäuren. Wie oben bereits beschrieben, kann unser Körper, wenn er die richtigen Bausteine bekommt, einige lebenswichtige AS selbst herstellen. Kann er das nicht, führt das unter Umständen zu großen Problemen. Die Leber zum Beispiel ist für ihre Entgiftungsfunktion auf hochwertiges Protein angewiesen. Steht dieses nicht zur Verfügung, kann die Phase 2 der Entgiftung (Konjugation von Toxinen und Entfernung aus dem Körper über die Galle oder den Urin) nicht durchgeführt werden. Bei Individuen, die sich über lange Zeit vegan ernähren, werden diese Entgiftungssysteme schwächer und es kommt zur Toxinanhäufung.

4. Es gibt keine Studien, die aufzeigen, dass eine vegane Ernährung gesünder als eine omnivore Ernährung ist.

Veganer führen gerne zu Felde, dass ihre Ernährung gesünder ist. Das ist wissenschaftlich nicht bewiesen.  Tatsächlich gibt es eine randomisierte, kontrollierte Studie (also den Gold Standard) zu diesem Thema, nämlich die A – Z Studie. In dieser wurde die Atkins Diät (Low Carb, High Fat) mit der Ornish Diät (Low Fat, fast-vegan) verglichen (5).

Diese Studie zeigt ganz klar, dass die Atkins Diät größere Verbesserungen in so ziemlich allen Gesundheitsmarkern hervorrief, auch wenn nicht alle signifikant waren:

  • Die Atkins Gruppe wies einen höheren Gewichtsverlust auf (10,4 vs. 5,6 Pfund)
  • Die Atkins Gruppe hatte einen größeren Blutdruckabfall
  • Die Atkins Gruppe hatte einen höheren Anstieg im HDL (das „Gute“) Cholesterin
  • Die Atkins Gruppe hatte einen größeren Abfall in den Triglyceriden (den Markern für das Infarktrisiko). Sie fielen um 29,3 mg/dl entgegen nur 14,9 mg/dl in der Ornish Gruppe.
5. Veganismus ist eine Ersatzreligion

Viele Leute vergleichen die vegane Bewegung mit einer Sekte, und ich muss sagen, damit haben sie nicht Unrecht. Ich finde es erschreckend, wenn Ex-Veganer in den Augen ihrer sogenannten Freunde auf einmal zu Verrätern werden, nur weil sie wieder anfangen tierische Produkte zu essen. Es bringt manch einen Veganer dazu, trotz schlechterer Gesundheit einfach weiterzumachen, nur weil er/sie Angst hat sonst geächtet und mit Hass verfolgt zu werden. A propos Hass. Wenn man bedenkt, dass Veganer sich das Wohl der Tiere auf die Fahne schreiben, dann kann man nur feststellen, dass ihnen das Wohl der Menschen wohl nicht so am Herzen liegt (6, 7). Ein bisschen mehr Toleranz wäre sicherlich angebracht.

 

 

(1) Serum Vitamin B12 and Blood Cell Values in Vegetarians, http://www.karger.com/Article/Abstract/176565

(2) Can adults adequately convert alpha-linolenic acid (18:3n-3) to eicosapentaenoic acid (20:5n-3) and docosahexaenoic acid (22:6n-3)?https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9637947

(3) Dietary animal protein intake: association with muscle mass index in older women. http://europepmc.org/abstract/MED/17657359

(4) Relationship between animal protein intake and muscle mass index in healthy women. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19678968

(5) Comparison of the Atkins, Zone, Ornish, and LEARN Diets for Change in Weight and Related Risk Factors Among Overweight Premenopausal Women. http://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/205916

(6) Vegan-Ikonen als Steakesser geoutet – die Hölle bricht los.  http://www.stern.de/genuss/trends/vegan-fleisch-krieg-restaurant-7037374.html

(7) https://www.welt.de/sport/fitness/article137084055/Die-peinliche-Boesartigkeit-vieler-Veganer.html

 

Veganismus – das Geschäft mit dem schlechten Gewissen

vegan-1343429_1920Veganer sind die besseren Menschen, denn sie sind um das Tierwohl bemüht und tragen mit ihrer Ernährung zum Erhalt unseres Planeten bei. Das ist es jedenfalls, was uns die vegane Propaganda weismachen möchte. Wie sieht es aber tatsächlich aus mit der veganen Ernährung. Ist sie ökologisch so viel verträglicher als eine Ernährung, die tierische Produkte beinhaltet?

In der Realität sieht es so aus, dass ca. 2/3 der Landfläche der Welt nicht für den Obst- und Gemüseanbau geeignet sind. Sie können auf Savannen keine Salatköpfe ziehen. Es ist aber wohl möglich, dort Tiere weiden zu lassen. Würde das Land nicht als Weideland genutzt, dann könnte es gar nicht genutzt werden und würde veröden. Denn wie so vieles auf der Welt besteht auch zwischen Bodengesundheit und Tieren ein Kreislauf. Die Tiere brauchen den Boden und was auf ihm wächst für ihre Ernährung, und der Boden braucht die Tiere, damit er mit Mineralstoffen und Dünger versorgt wird.

Weidetiere machen mit ihren Hufen kleine Eindellungen in den Boden, die das Wasser halten. Wenn sie Gras fressen, regt dies neues Wachstum an. Die Tiere verdauen das Gras und scheiden die Reste als Dünger aus, der mit Mikroben versetzt ist, die für ein gutes Bodenklima sorgen. Das hält den Boden gesund. Weidetiere sequestrieren Kohlenstoff in den Boden daraus ergibt sich eine positive Kohlenstoffbilanz (und nicht etwa die negative, die bei Massentierhaltung auftritt). In einer Studie wurde gezeigt, dass sich durch Ackerbau ausgelaugte Böden, die dann als Weideflächen intensiv genutzt wurden, sehr schnell wieder erholten und schon nach drei Jahren wieder eine sehr viel höhere Nährstoffdichte aufwiesen (1). Wir halten also fest: Weidetiere verbessern den Boden und wirken einer Verödung entgegen, Gemüseanbau laugt den Boden aus.

In einer Studie, die die Nachhaltigkeit von 10 verschiedenen Ernährungs-formen untersuchte, schnitt die vegane Diät schlechter ab als Lacto-Ovo-Vegetarier und zwei verschiedene omnivore Ernährungsformen (2). Zu diesem Ergebnis kam es, da bei einer veganen Ernährungsform weite Teile des Landes einfach ungenutzt bleiben, die ansonsten für die Erzeugung tierischer Nahrungsmittel genutzt werden könnten, die zudem noch einen höheren Nährwert haben (vor allem, wenn alle Teile des Tieres gegessen werden).

Ich möchte hier ganz klar sagen, dass diese Auswirkungen natürlich nicht zum Tragen kommen, wenn man sich die Massentierhaltung ansieht, in der die Tiere mit Getreide und Soja gefüttert werden, die extra für sie angebaut werden müssen. Ich lehne es auch ab, Fleisch von Tieren zu essen, die ihr (kurzes) Leben lang nur gequält wurden, und die mit Hormonen und Antibiotika vollgepumpt werden, damit sie möglichst viel Fett ansetzen. Diese Tier-KZs müssen abgeschafft werden!

Aber zurück zum Thema. Peta klärt uns auf, dass die Erzeugung von 1 kg Fleisch 4000 l Wasser verbraucht, während die gleiche Menge Wasser dazu genutzt werden könnte, 12 kg Weizen zu ernten (3). Das hört sich erstmal unerhört an, schließlich müssen wir die gesamte Weltbevölkerung satt kriegen. Man muss aber dabei bedenken, dass es sich hier um virtuelles Wasser handelt, also nicht nur das Wasser, dass aus dem Wasser-hahn kommt sondern auch Regenwasser, das sowieso auf den Boden fällt. Es wird übrigens geschätzt, dass bei Weidetieren das kg Fleisch 1750 l Wasser verbraucht, nämlich die Wassermenge, die das Tier tatsächlich trinkt. Und dann mal ganz ehrlich: 1 kg Steak gegen 12 kg Weizen? Wie sieht es denn da mit der Nährstoffdichte aus, mit Antinährstoffen und der Verdaulichkeit der Proteine, mit essentiellen Vitaminen wie Vitamin B12 (jawohl Veganismus führt zu B12-Mangel)? Und treiben wir das Spiel doch mal ein bisschen weiter: Hat mal jemand ausgerechnet, was so ein Tofuburger und all die anderen Sojaprodukte zu unserem ökologischen Disaster beitragen? Konsequenterweise dürften Veganer auch kein Soja essen, denn durch die Abholzung der Regenwälder sterben Millionen Tiere.

Apropos tote Tiere. In Soja- und Getreidefeldern lebende Tiere werden von den Landmaschinen bei der Ernte zerschreddert (ja, auch die niedlichen Kaninchen). Durch Pestizide sterben Bienen und andere Insekten und damit auch die Vögel, die sich von ihnen ernähren. Mal ehrlich: Tod ist Tod, ob selbst hervorgerufen (durch Schlachten) oder zufällig. Es gibt einfach keine Ernährung, die unsere Tiere nicht beeinflusst.

Was ich wirklich bitter finde, ist, dass die Nahrungsmittelindustrie diesen Trend hemmungslos ausnutzt und in Werbekampagnen Veganismus als eine gesunde Ernährung hinstellt, die wesentlich gesünder als omnivore Ernährungsformen ist. Die Absicht dahinter ist nur allzu durchschaubar: Vegane Produkte sind solche, die extrem billig produziert werden können, aber einen gewaltigen Gewinn für die Hersteller abwerfen.

Hier die Zutatenliste eines Tofuburgers:

Zutaten:
Trinkwasser, Sojaproteinkonzentrat (22 %), Rapsöl, Weizengluten, Aroma, Kochsalz, Verdickungsmittel: Methylcellulose, Sojaproteinisolat (1 %), Gewürze, Malzextrakt

Allergiehinweise:
Das Produkt enthält glutenhaltiges Getreide (Weizen), Soja und Sojaerzeugnisse.

Glauben Sie ernsthaft, das soetwas Bestandteil einer gesunden Ernährung sein kann?  Haben Sie sich schonmal gefragt, warum wir so eine starke Zunahme an Nahrungsmittelallergien haben. Oder ist Ihnen vielleicht noch gar nicht aufgefallen, dass Allergien auf dem Vormarsch sind? Und noch ein Tipp: Nahrungsmittelallergien treten auf, wenn der Darm durchlässig wird (sog. Leaky Gut). Gluten und Soja stehen ganz oben auf der Liste, der Nahrungsmittel, die zu dieser Durchlässigkeit führen. Denken Sie mal darüber nach…

 

(1)http://www.nature.com/articles/ncomms7995

(2)https://www.elementascience.org/articles/116

(3)http://www.peta.de/weltwassertag#.WBS4GfmLTIU