Ich schlafe, wenn ich tot bin

Jeder von uns hat diesen Satz wohl schon einmal gehört. Das Erstaunliche ist, dass derjenige, der diese Weisheit von sich gibt, häufig tatsächlich davon überzeugt ist, dass Schlaf überflüssig und dass das Leben viel zu kurz ist, um es schlafend im Bett zu verbringen. Das Traurige ist, dass Menschen mit dieser Einstellung tatsächlich aktiv dazu beitragen, ihr Leben zu verkürzen.

Sehen wir uns mal an warum:

  1. Schlafentzug macht dick. Nicht nur, weil Menschen die nicht ins Bett gehen dazu neigen, nachts noch zu essen, sondern auch weil ein übermüdeter Mensch nach einer Nacht mit zu wenig Schlaf mehr isst. Schlafentzug führt zu Heißhunger auf Kohlenhydrate und Fette, sodass betroffene Individuen eher zu Süßigkeiten als zu Salat greifen. Als Grund dafür wird angesehen, dass der Schlafentzug durch Einfluss auf die Hormone Leptin (Sättigung) und Ghrelin (Hunger) direkt in die Appetitregulation eingreift. Bei zu wenig Schlaf wird weniger Leptin und mehr Ghrelin vom Körper produziert. (1)
  2. Typ II Diabetes. In Studien wurde die Auswirkung eines auf 6 Stunden reduzierten Schlafes (also die Zeit, die viele Leute tatsächlich nur schlafen und die sie für ausreichend erachten) auf die Insulinresistenz untersucht. Insulinresistenz der Zellen ist die Ursache für den Typ II Diabetes. Man hat herausgefunden, dass schon ein moderater Schlafentzug bei gesunden Probanden zu einer erhöhten Insulinresistenz führt. (2)
  3. Schlafentzug führt zu Unfällen. Schuld daran ist der allseits bekannte Sekundenschlaf, der bei Übermüdung auftritt.
  4. Vorzeitiger Alterung. In mehreren Studien wurde inzwischen nachgewiesen, dass zu wenig Schlaf (meistens werden dabei unter 7 Stunden zu Grunde gelegt) zu vorzeitiger Hautalterung führt. Es stimmt also doch, es gibt einen Schönheitsschlaf! (3)
  5. Kognitiven Einschränkungen. Ursache hierfür ist  u. a.  dass das Gehirn während des Tiefschlafs neue Informationen abspeichert und bereits Gelerntes vom Hippocampus in den Neocortex überträgt.  (4)
  6. Eingeschränkte Hirnentgiftung. Wie man inzwischen weiß, arbeitet während des Schlafs das glymphatische System des Gehirns (analog zum lymphatischen System des Körpers), um Giftstoffe auszuscheiden. Diese Entgiftung ist lebenswichtig für eine optimale Hirnfunktion. (5)
  7. Depression. Individuen, die zu wenig Schlaf bekommen, leiden häufig an Depressionen. Tatsächlich können Schlafstörungen das erste Anzeichen für eine beginnende Depression sein.
  8. Cardiovaskuläre Erkrankungen (Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems). Schlafentzug führt zu Erkrankungen wie Herzinfarkt, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz und Schlaganfall. Über 90 % der Individuen mit Schlafstörungen, leiden außerdem an mindestens einer der obigen Erkrankungen.
  9. Eingeschränkte Urteilsfähigkeit. Chronischer Schlafentzug führt zu Fehlentscheidungen und Einschränkungen in der Urteilsfähigkeit. So sind Menschen, die nur sechs Stunden pro Nacht schlafen, häufig überzeugt, dass diese Schlafdauer für sie ausreichend ist. In kognitiven Tests zeigen sich jedoch Defizite im Vergleich zu „ausgeschlafenen“ Probanden.
  10. Immunsystem. Der Körper braucht ausreichend Schlaf für ein gut funktionierendes Immunsystem.

Fazit: Großmutter hatte Recht. Der gesündeste Schlaf beginnt vor Mitternacht. Um genau zu sein, sollte er sogar schon um 22:00 Uhr beginnen. Hat der Körper einen gut funktionierenden circadianen Rhythmus, so ist dies die optimale Zeit für sämtliche Reparaturvorgänge an Körper- sowie an Immunzellen. Während des Schlafs befindet sich der Körper übrigens in einem anabolen Zustand mit einem höheren Level an HGH (Human Growth Hormone), das zum Gewebeaufbau wichtig ist.

 

(1) www.researchgate.net/profile/Dolores_Malaspina/publication/7473864_Inadequate_sleep_as_a_risk_factor_for_obesity_analyses_of_the_NHANES_I/links/53f4d99f0cf2888a74912841.pdf

(2) http://www.sleephealthjournal.org/article/S2352-7218(15)00188-6/abstract

(3) http://www.huffingtonpost.com/2015/06/11/sleep-deprivation-aging_n_7561304.html

(4) http://www.medscape.com/viewarticle/503105

(5) https://www.nih.gov/news-events/news-releases/brain-may-flush-out-toxins-during-sleep

1×1 der gesunden Ernährung

„Lass die Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung“  (Hippokrates)

Es gibt viele Ansichten wie eine gesunde Ernährung auszusehen hat. In letzter Zeit wird uns immer häufiger erzählt, dass Vegetarier oder sogar Veganer sich gesund ernähren. Verzichten sie doch auf das ach so krebserregende rote Fleisch. Andere Leute wollen uns weismachen, dass eine Ernährung, die aus vielen kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln besteht (also Vollkornbrot, Kartoffeln, Nudeln u.ä.) und wenig Fett enthält zu einer gesunden Lebensweise gehört. Das beste Beispiel hierfür ist ein „gesundes“ Frühstück bestehend aus

  • Vollkornbrot
  • fettarmem Aufschnitt oder Marmelade
  • Früchten
  • Vollkornmüsli mit fettarmer Milch oder fettarmem Joghurt
  • Orangensaft.

Was dieses Frühstück enthält, ist vor allem eine Menge Zucker – sowohl versteckter als auch ganz offensichtlicher. Den wenigsten Menschen (und da sind Ärzte durchaus mit eingeschlossen) ist klar, dass ein Glas Orangensaft mehr Zucker enthält als eine Cola. Und unseren Körper interessiert erst in zweiter Linie, dass der Orangensaft außerdem noch Mineralien und Vitamine enthält. Zunächst reagiert er mit einem ordentlichen Insulinanstieg. Der fettarme Aufschnitt (der dafür aber sicherlich Nitrit enthält) ist tatsächlich bei diesem Beispielsfrühstück das Einzige, das den Blutzuckerspiegel nicht in die Höhe jagt.

Und was passiert, wenn wir mit diesem Überangebot an Zucker unsere Bauchspeicheldrüse (die das Insulin produziert) zu Höchstleistungen antreiben? Sie pumpt eine Menge Insulin in den Blutstrom, um den Zucker zu entfernen (häufig wird dieser dann in Form von Triglyceriden in Fettzellen gespeichert).

Ist der Zucker verräumt und unsere Körperzellen merken, dass sie aber nicht genug Energie haben (denn die befindet sich ja jetzt in den Fettzellen), dann kommt die nächste Hungerattacke. In der Regel tritt diese zwei Stunden nach dem letzten Essen auf. Der Mensch reagiert darauf mit einem Snack (selbstverständlich auch kohlenhydratreich, weil Fett ja fett macht) und die Blutzuckerachterbahn geht wieder los. Ein wirklich teuflischer Kreislauf.

Was aber erwartet unser Körper eigentlich?

 

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Unser Körper erwartet eine Ernährung, die vor allem auch gesunde Fette enthält und nicht zu einem Großteil aus Kohlenhydraten besteht. Im Laufe unserer Menschheitsgeschichte hat es niemals Zeiten gegeben, in denen soviel Zucker gegessen wurde wie heutzutage.

Der Durchschnittsdeutsche konsumiert 36 kg freien Zucker (d.h. der Nahrung zugesetzten Zucker zusätzlich zu bereits in der Nahrung enthaltenem Zucker) (1). Nach neuesten WHO Empfehlungen sollte der freie Zuckeranteil bei weniger als 5 % der Gesamtkalorien (2) liegen. Na dann, Goodbye Müsli, Ketchup, Salatsaucen eigentlich sämtliche industriell gefertigte Nahrung.

Und das ist genau der Knackpunkt. Man kann über die Paleo-Diät denken, was man will, aber das Grundprinzip besteht darin, dass nur Nahrungsmittel konsumiert werden, die man jagen oder sammeln kann (und das Sammeln im Supermarkt zählt nicht dazu). Gibt es einen Snickersbaum? Eben!

Gesunde Ernährung heißt einfach Back to the Roots. Wir müssen uns klar machen, dass sich unsere Ernährungsweise zunächst mit Einführung des Ackerbaus (und der hat schon seine Probleme gebracht) und dann mit der Industrialisierung ganz erheblich verändert hat. Noch unsere Großmütter haben den weitaus größten Teil der Nahrungsmittel selbst zubereitet. Es wurden frische Zutaten gekauft und diese (OMG) SELBST gekocht! Und das nicht etwa in der Mikrowelle!

Fleisch wurde gegessen, aber nun wirklich nicht jeden Tag (ich erinnere hier nur an den Sonntagsbraten), und die Soße zum Braten kam nicht aus der Tüte (versetzt mit Glutamat und – Sie ahnen es – Zucker), sondern aus dem Braten selbst.

Jetzt höre ich schon die ersten stöhnen, ich kann aber gar nicht kochen. Auch dafür gibt es eine Lösung, die heißt chefkoch.de. Überraschung: Kochen kann man lernen. Und man muss auch nicht stundenlang in der Küche stehen, bis das Essen auf den Tisch kommt.

Es ist z. B. zweckmäßig, mehr zu kochen, als man für ein Essen benötigt und die Reste für ein weiteres Essen zu verwenden. Im Gegensatz zu unseren Vorfahren haben wir ja auch die Möglichkeiten moderner Technik, d.h. wir können Essen einfach einfrieren und später nur noch erwärmen (aber bitte nicht in der Mikrowelle).

Zusammengefasst besteht gesunde Ernährung also aus natürlich vorkommenden, nicht industriell bearbeiteten Lebensmitteln (und nein, es gibt auch keinen Mehlbaum). Dazu gehören vor allem Gemüse (soviel sie essen können), Obst (nicht zuviel und nicht unbedingt die süßesten Sorten, aber vor allem nicht als Fruchtsaft ohne Fruchtfleisch), Fleisch, Fisch, Nüsse und Samen. Ob Milchprodukte zu einer gesunden Ernährung gehören, muss individuell entschieden werden. Außer den Menschen mit offensichtlicher Laktoseintoleranz (diese kann in bestimmten Gegenden bis zu 75 % der Bevölkerung betreffen), gibt es auch viele Menschen, die die Milchproteine Casein und Molke nicht vertragen. D. h. im einzelnen Fall einfach ausprobieren.

Der Goldstandard ist hierbei eine Eliminationsdiät von 30 Tagen (in diesen 30 Tagen wird auf Milch und Milchprodukte in jeglicher Form verzichtet) und dann einer schrittweisen Wiedereinführung (am besten beginnend mit Joghurt). Treten dann Symptome auf wie Blähungen, Müdigkeit, verstopfte Nase, häufiges Räuspern, Hautreaktionen (auch Akne), dann ist das ein sicheres Zeichen, dass Milchkonsum für den betreffenden Menschen keine gute Idee ist.

Gleiches gilt übrigens auch für den Verzehr von Getreide. Allerdings ist hier zu berücksichtigen, dass Getreide – und vor allem moderner Weizen – nicht nur aufgrund des Glutengehalts problematisch ist, sondern auch wie oben angemerkt aufgrund des Kohlenhydratanteils, der zu Spitzen im Insulinspiegel führt. Und das ganze für ein Lebensmittel, das so weit industriell verändert worden ist, dass es sämtlicher Nährstoffe beraubt wurde, die es einmal besessen hat. Im Gegenteil – raffiniertem Mehl müssen Vitamine zugesetzt werden, damit es beim Verbraucher nicht zu Mangelerscheinungen kommt. Fazit: Das kann die Natur mit ihrer Fülle an Nahrungsmitteln deutlich besser.

 

Ref.

(1)http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/zucker-who-empfiehlt-nicht-mehr-als-sechs-teeloeffel-pro-tag-a-1021798.html

(2) http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/149782/1/9789241549028_eng.pdf?ua=1

 

Roter Smoothie

Zutaten:

250 ml Kokosmilch und 250 ml WasserIMG_20160825_081355

alternativ 500 ml Kokoswasser

1/2 Blattsalat

1 kleine Gurke

1 kleine Rote Bete

2 EL Mandelbutter

1 EL MCT Öl

20 g Proteinpulver

1 TL Zimt

etwas Vanille

1/2 TL Chlorellapulver (optional)

2 EL Chiasamen (optional)

 

Für ein superschnelles Frühstück, das lange satt macht. Alle Zutaten einfach in den Mixer tun und gut durchmixen. Bei einem Hochleistungsmixer wird das ganze eher flüssig, bei einem „normalen“ Mixer werden sich noch feine Gemüseteile finden (diese dann gut kauen).

Der Smoothie steckt voller Antioxidantien und Mikronährstoffen. Die Kokosmilch enthält gesunde Fette, das Kokoswasser viele Mineralien. Durch das MCT-Öl wird die Ketonkörperbildung unterstützt (darüber freut sich das Gehirn). Wer Chiasamen mit dazu tut, bekommt gesunde Omega-3 Fette und viele Ballaststoffe.  Über die Nährstoffe aus der Roten Bete freut sich das Herz, u. a. wirkt sie blutdrucksenkend. Der Zimt wiederum hält den Blutzuckerspiegel niedrig. Dieser Smoothie ist ein wahres Energiewunder!

Leinsamenbrot

 

Zutaten:

200 g Mandelmehl

240 g geschrotete LeinsamenIMG_20160824_182900

1/2 TL Salz

2 TL Backpulver

1/4 TL Anis

Kümmel (optional)

6 Eier

4 EL Olivenöl (alternativ Butter oder Ghee)

120 ml Wasser

 

In einer Schüssel alle trockenen Zutaten gut vermengen. In einer zweiten Schüssel die feuchten Zutaten mischen. Dann die feuchten Zutaten zu den trockenen geben und gut miteinander vermischen. Den Teig in eine Brotform füllen (ich nehme eine aus Silikon, weil sich das Brot da gut wieder rauslösen lässt). Wenn man mag, kann man oben auf den Teig Sonnenblumen- oder Kürbiskerne verteilen. Im Backofen bei 180° C 50 – 55 Minuten backen (Holzstabprobe machen).

Das Brot eignet sich sowohl für herzhafte als auch für süße Beläge. Da es keine Konservierungsstoffe enthält, sollte es im Kühlschrank aufbewahrt werden, da es sonst nach wenigen Tagen verschimmelt. Im Kühlschrank hält es sich 2 – 3 Wochen.

Schoko-Avocado-Pudding

 

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Zutaten:

1 Avocado

1 Banane

2 TL rohes Kakaopulver (ungesüßt)

ca. 50 ml Kokosmilch

 

Alle Zutaten in ein hohes Gefäß geben und mit einem Stabmixer zu einer glatten Masse verrühren. Ergibt 2 Portionen.

Die Avocado ist eine wahre Powerfrucht was gesundes Fett und Ballaststoffe angeht (pro 100 g 12,4 g bzw 4,6 g). Wie auch die Banane liefert sie eine ordentliche Menge Kalium. Aufgrund des hohen Fettgehalts ist der Pudding sehr sättigend.

Cholesterin ist nicht der Feind!

Die Natur ist doch schon ein Witzbold. Da lässt sie unseren Körper einen Stoff herstellen, sorgt dafür, dass er immer verfügbar ist, baut ihn in sämtliche Zellwände und viele lebenswichtige Hormone ein und entscheidet sich dann, dass ein Zuviel an diesem Stoff einen Herzinfarkt verursacht. Ich glaube ja eine Menge, aber nicht dass die Natur so einen Fehler macht. Haben wir also etwas falsch verstanden? Sehen wir uns den Fall doch mal an.

Der Stoff, von dem hier die Rede ist, ist natürlich Cholesterin. Fast jede Zelle in unserem Körper kann Cholesterin produzieren, der Hauptanteil fällt jedoch auf die Leber. Cholesterin ist Teil von Zellmembranen und macht sie wasserdicht. Viele Hormone haben ein Cholesteringerüst. Hierzu gehören Hormone, die den Mineralhaushalt und den Blutzuckerspiegel steuern ebenso wie Sexualhormone (u. a. Östrogene, Progesteron und Testosteron). Desweiteren wird Cholesterin zur Synthese von Vitamin D benötigt.

Cholesterin repariert beschädigte Zellen, so auch Einrisse und Irritationen in den Arterien. Wenn also Cholesterin in arteriellen Plaques gefunden wird, dann deshalb, weil es praktisch das Rescue Team darstellt. Cholesterin für Arterienverkalkung und Herzinfarkt verantwortlich zu machen, ergibt ungefähr genauso viel Sinn wie die Feuerwehrleute für den Brand verantwortlich zu machen, den sie löschen sollen.

Eine weitere Aufgabe von Cholesterin besteht in der Produktion von Gallensäuren, die für die Fettverdauung notwendig sind. Ohne diese Säuren wird es z. B. schwierig, fettlösliche Vitamine aufzunehmen.

Speziell das LDL Cholesterin (das sogenannte „schlechte“ Cholesterin hilft bei der Neutralisation von Bakterientoxinen (Giftstoffen).

Cholesterin ist auch wichtig für eine normale Hirn- und Nervenfunktion und zur Vermeidung von Angst und Depression.

Wir sehen also, dass Cholesterin ein ganz besonderer Stoff ist. Was passiert aber nun, wenn der Cholesterinspiegel niedrig ist? Dann kommt es zu Problemen, die durch Cholesterin eigentlich verhindert werden sollen u. a.:

  • Erhöhte Rate an Krankenhausaufnahmen infolge von Infektionen.
  • Vermehrtes Auftreten von Depressionen und Suiziden (Selbstmorden).
  • Bei Cholesterinwerten unter 160 mg/dl Zunahme des Auftretens aggressiven Verhaltens.
  • Vermehrtes Auftreten von Krebserkrankungen.
  • Konzentrationsschwäche, Demenz.
  • Erhöhte Rate von Todesfällen jeglicher Ursache

Es existiert übrigens nicht eine Untersuchung, die belegen würde, dass Cholesterin einen Herzinfarkt auslösen kann. Wie inzwischen hinreichend bekannt hat Ancel Keys, der Begründer der Theorie, dass die Aufnahme gesättigter Fette über eine Zunahme des Cholesterins zum Herzinfarkt führt, seine 7 Countries Studie so manipuliert, dass genau diese Hypothese bewiesen wurde. Andere Untersuchungen sind bei näherem Hinsehen auch nicht wirklich positiv.

Studien, die einen Benefit durch Cholesterin aufzeigen, gibt es schon, z.B.:

  • Die Framingham Heart Study zeigte, dass Patienten mit einem erhöhten Cholesterinspiegel, die eine größere Menge gesättigter Fette und auch mehr Kalorien pro Tag aufnahmen, gleichzeitig die Patienten waren, die einen niedrigeren BMI (Body Mass Index) hatten und aktiver waren, als Patienten mit einem niedrigeren Cholesterinspiegel.
  • Eine japanische Metaanalyse verschiedener Cholesterinstudien konnte aufzeigen, dass Patienten mit einem Cholesterinwert von 160 – 199 mg/dl die höchsten Todesraten hatten, während Patienten mit einem Cholesterinwert von 200 – 239 mg/dl eine signifikant niedrigere Todesrate hatten. Die geringste Todesrate wiesen aber Patienten mit Cholesterinwerten über 240 mg/dl auf!
  • In einer Harvard Studie an postmenopausalen Frauen wurde gezeigt, dass eine erhöhte aufnahme gesättigter Fette zu einer Reduktion der Progression einer Koronaren Herzerkrankung (KHK) führte, während eine Erhöhung des Kohlenhydratanteils in der Nahrung (wie allgemein empfohlen) zu einer Zunahme der KHK führte.

Selbst das Wall Street Journal hat in einer Titelstory erklärt, dass Butter keinen Herzinfarkt hervorruft. Es wird Zeit, dass die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und die Ärzteschaft sich mit diesem Thema mehr befasst.

 

Ref:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1303626#

Channing Laboratory, „History“ The Nurses Health Study. www.channing.harvard.edu/nhs/?page_id=70

T. Hamazaki,Y. Kirihara undY. Ogushi „Blood Cholesterol as a Good Marker of Health in Japan,“ World Review of Nutrition and Dietetics 100 (2009); 63 -70

 

 

Chiapudding mit Blaubeeren

 

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Zutaten

  • 2 EL Chiasamen
  • 1 TL Zimt
  • 20 g Whey Protein
  • etwas Vanillepulver
  • 1 EL MCT Öl (optional)
  • 1 Becher Blaubeeren
  • ca. 200 ml Kokos- oder ungesüßte Mandelmilch

 

Bis auf die Blaubeeren werden alle Zutaten in die Milch eingerührt und mindestens 15 Minuten eingeweicht. Je länger die Chiasamen aufquellen können, desto dickflüssiger wird der Pudding. Ich lasse ihn auch gerne mal über Nacht stehen. Vor dem Servieren die Blaubeeren dazugeben und evtl. mit Kokosraspel bestreuen (gibt zusätzlich Ballaststoffe).

Der Pudding enthält sehr viel gesundes Fett, durch die Chiasamen vor allem auch viele Omega 3 Fette und viele Ballaststoffe. Wenn man MCT-Öl dazugibt, hat man zusätzlich Ketonkörper, die das Gehirn gern verarbeitet. Der Sättigungsgrad ist sehr hoch. Normalerweise hat man erst nach 5 – 6 Stunden wieder Hunger.

Primum Non Nocere

Primum non nocere (lat. erstens nicht schaden) ist ein Grundsatz ärztlichen Handelns, der schon aus den hippokratischen Schriften stammt. Er bedeutet, dass als oberstes Gebot in der Behandlung des
Patienten stehen sollte, diesen nicht noch zusätzlich zu seiner Krankheit weiteren schädigenden Einflüssen auszusetzen.

 
Sicherlich kann man argumentieren, dass es aber manchmal geboten scheint, Therapien anzuwenden, die für den Patienten unangenehme Nebenwirkungen haben können (z.B. Chemotherapie zur Krebsbehandlung), aber auf jeden Fall sollte der Nutzen der Behandlung größer sein als der Schaden, der durch die Behandlung entsteht.
In meiner Arbeit als Anästhesistin werde ich leider tagtäglich mit Patienten konfrontiert, die nicht nach diesem Grundsatz behandelt werden. Hier nur einige Beispiele:

 
Der Typ 2 Diabetiker, dem von seinem Arzt erzählt wird, er solle eine Diät einhalten, die zu einem großen Teil aus Kohlenhydraten besteht (z. B. dem so gesunden Vollkorngetreide und Kartoffeln). Nun ist der Diabetes aber ganz ohne Zweifel eine Kohlenhydratstoffwechselstörung, die mit einer kohlenhydratarmen Diät auch gut in den Griff zu bekommen ist bzw. sogar in Remission gebracht werden kann. Das heißt der Patient braucht dann weniger oder gar keine Medikamente mehr zu nehmen, um den Blutzuckerspiegel in einem normalen Bereich zu halten. Und tatsächlich war das auch die Therapie der Wahl bis die Pharmaindustrie Medikamente entwickelt hat, die den Blutzuckerspiegel senken. Im Hinblick auf die teilweise gravierenden Nebenwirkungen dieser Medikamente, sollten die gegebenen Ernährungsempfehlungen doch noch einmal sehr genau überdacht werden.

 
Der übergewichtige Patient, dem sowohl vom Arzt als auch von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung erzählt wird „Da bist du selbst Schuld. Iss weniger und beweg dich mehr!“ Wenn es so einfach wäre, hätten wir sicherlich keine übergewichtigen Patienten. Schließlich folgen wir dieser Richtlinie seit annähernd 40 Jahren, aber jedes Jahr werden die Menschen (weltweit) immer dicker. Könnte es etwa daran liegen, dass unsere Ernährungsempfehlungen einfach falsch sind, so wie es seit ihrer Einführung von vielen Wissenschaftlern gesehen wurde, die in ihren
Untersuchungen zu einem völlig anderen Ergebnis kamen, was die Ursache der Adipositas angeht. Ist es vielleicht so, dass nicht alle Kalorien gleich sind, und das wir sehr viel mehr darauf achten müssen, woher unsere Kalorien kommen? Ist unsere kohlenhydratreiche, fettarme Ernährung wirklich das Non Plus Ultra? Neuere Erkenntnisse (immerhin der letzten 120 Jahre) zeigen, dass erhöhter Kohlenhydratkonsum zu Fettleibigkeit führt. Na sowas! Warum wird also genau diese Ernährungsform von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und auch von den Ärzten postuliert? Nicht zuletzt natürlich auch von der Nahrungsmittelindustrie, die es auch nicht leid wird, immer wieder zu betonen, dass Kalorien aus Brokkoli und Kalorien aus Schokolade oder süßen Getränken im Körper genau gleich verstoffwechselt werden.

 
Der Patient mit Fettleber. Wenn er nicht trinkt, wird ihm sein Arzt gerne erklären, dass er nicht sagen kann, was die Ursache der Fettleber ist. Tatsächlich nicht? Wie wäre es  z. B. mit den Auswirkungen eines erhöhten Fructosekonsums (Fruchtzucker) auf die Leber. Der Abbauweg der Fructose in der Leber, der ähnlich dem Abbau von Alkohol vonstatten geht, gibt eine nur allzu hinreichende Erklärung dafür, warum es zur
Leberverfettung kommt. Und warum ist das für den Patienten wichtig? Weil er eine einfache Umstellung in seiner Ernährung vornehmen kann, um diesen Vorgang aufzuhalten. Und ich spreche hier nicht davon, kein Obst mehr zu essen, sondern vom Konsum solcher Süßungsmittel wie Agavendicksaft (70 – 95 % Fructose) oder auch High Fructose Corn Syrup (HFCS mit immerhin 55 % Fruchtzucker).

Und schlussendlich die Hashimoto Thyreoiditis, eine utoimmunerkrankung, die zur Zerstörung der Schilddrüse führt. Auch hier werden die Patienten nicht auf die Ursachen dieser Erkrankung aufmerksam gemacht, die in einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmschleimhaut liegt, die häufig durch Gluten (aus Getreide vor allem Weizen) verursacht wird. Muss der Patient das wissen? Ich denke schon. Immerhin hat er mit Auftreten einer Autoimmunerkrankung ein vierfach höheres Risiko eine zweite Autoimmunerkrankung zu bekommen. Das finde ich nicht ganz
unwesentlich, wenn es sich dabei um solche Krankheiten wie eine Multiple Sklerose handelt. Auch bei diesen Patienten ist eine Ernährungsumstellung Teil einer auf die Ursachen gerichteten
Therapie. Und auch bei diesen Patienten ist durch diese Therapie eine Remission der Schilddrüsenerkrankung zu erreichen, d. h. die Schilddrüse bleibt funktionstüchtig.

Dies sind nur einige Beispiele, die mir wie gesagt tagtäglich im OP begegnen. Ich glaube, es ist höchste Zeit, dass wir als Mediziner umdenken, den Pharmareferenten von unserem Schoß schubsen und uns mit der Frage auseinandersetzen, warum es zu diesen Erkrankungen kommt, anstatt nach Diagnosestellung einfach reflexmäßig den Rezeptblock herauszuholen und ein paar Tabletten zu verschreiben.

Die Amerikaner machen es uns vor mit ihrer Disziplin der Functional oder Integrative Medicine, einem ganzheitlichen Ansatz zum Verständnis von Krankheiten. Sie erzielen damit zum Teil unglaubliche Erfolge, und das können wir auch.

Natürlich bedeutet diese Art der Medizin auch ein Umdenken auf Seiten der Patienten. Es ist eine Medizin, die vom Patienten Eigeninitiative verlangt, er muss an seiner Therapie aktiv mitarbeiten. Das ist schwieriger als einfach eine Pille zu schlucken (oder auch sechs oder acht oder zehn), aber das Outcome und die hierdurch zu erreichende Lebensqualität ist weitaus besser als mit den herkömmlichen Therapien. Und schließlich
wollen wir nicht nur Jahre zu unserem Leben hinzufügen, sondern auch Leben zu unseren Jahren.