Fleischersatz

Fleischersatz ist Junk Food

Es ist unglaublich wie leicht es ist, Menschen hinters Licht zu führen. Was ich damit meine? Nun, die Junk Food Industrie ist gerade dabei, eine ihrer neuen Kreationen als „gesundes“ Lebensmittel unter die Leute zu bringen. Sie gehen sogar so weit zu behaupten, dass ihre Erfindung dazu beitragen wird, den Planeten zu retten. Ich spreche hier von Fleischersatz. Laborburger und Co. sind ja inzwischen in aller Munde (ganz wortwörlich). Was aber steckt eigentlich hinter diesen Fleischalternativen? Nun, wenn man es genau betrachtet, so handelt es sich dabei wieder einmal nur um sehr stark verarbeitete „Lebensmittel“ , die mehr oder minder natürliche Zutaten beinhalten und deren Ziel es ist so auszusehen und zu schmecken wie richtiges Fleisch. In Deutschland ist es noch nicht ganz so weit, aber in Amerika beinhalten diese Fleischersatz Burger zudem genetisch veränderte Organismen.

Fleischersatz ist stark verarbeitet

Es ist Ihnen wahrscheinlich auch schon aufgefallen, dass wir inzwischen von Werbung für vegane – und damit vermeintlich gesündere – Fleischalternativen einfach so überrollt werden. Nicht nur die Hersteller dieser fleischlosen Fleischwaren wollen sie Ihnen um jeden Preis andrehen, nein, die Medien, die Politik und sogar die Ärzteschaft sind gleich mit auf diesen Zug aufgesprungen. Es ist einfach Mode über das böse, krebserregende Fleisch zu wettern, das den Planeten zerstört, und dann Fleischersatz aus dem Labor als Lösung anzubieten.

Die Hersteller dieser Substanzen (mir sträuben sich wirklich die Nackenhaare, diese Kreationen als „Lebensmittel“ zu bezeichnen), gehen sogar so weit, dass sie genetisch modifizierte Hefen einsetzen, die ihrem Fleischersatz einen typischen Blutgeschmack verleihen sollen (1).

Wenn Sie unter Junk Food bisher nur Chips, Pizza und den Burger von McDonald’s verstanden haben, dann ist es jetzt Zeit umzudenken. Das sollten Sie schon deshalb tun, weil Studien zeigen, dass stark verarbeitete Lebensmittel (und um solche handelt es sich bei Fleischersatz) Übergewicht verursachen (2), für die steigenden Zahlen an Herz-Kreislauferkrankungen und ein erhöhtes Sterberisiko verantwortlich sind (3)

Stark verarbeitete Lebensmittel enthalten nicht nur Salz, Zucker, Öle und Fette, sondern auch Substanzen, die Sie zuhause beim Kochen nie verwenden würden. Hierzu gehört zum Beispiel hydrolysiertes Protein, modifizierte Stärke und hydrierte Öle, die Transfette enthalten.

Dazu kommen noch weitere Zusatzstoffe, die  die sensorischen Eigenschaften von unverarbeiteten oder nur minimal verarbeiteten Lebensmitteln nachahmen oder auch unerwünschte Eigenschaften des Endprodukts verschleiern sollen. Es handelt sich dabei zum Beispiel um Farb- und Aromastoffe, künstliche Süßstoffe, Emulgatoren, Feuchthaltemittel, Rieselhilfen und Glasuren

Fleischersatz macht Sie nicht gesünder

Dummerweise glauben viele Menschen, dass dieser pflanzliche Fleischersatz womöglich tatsächlich gesünder ist als das Steak vom Schlachter. Vegan ist in, und wird wie gesagt in den Massenmedien als absolut gesund angepriesen. Aber auch wenn dieser Fleischersatz als pflanzliche Alternative zu Fleisch beworben wird, so handelt es sich dabei doch nur um ein Gemisch aus Chemikalien, Sojaprotein und anderen verarbeitete Konzentraten (4).

„…die Ausgangsmaterialien stammen von Pflanzen, aber die Hauptzutaten sind stark verarbeitete Konzentrate, Öle und Aromastoffe. Wenn Sie den gesundheitlichen Nutzen von Pflanzen haben wollen, dann essen Sie diese als ganze Pflanzen inklusive aller ihrer Nähr- und Ballaststoffe.“

Ein Burger der Rügenwalder Mühle hat zum Beispiel folgende Zutaten:

Trinkwasser, 16% Sojaproteinkonzentrat, Rapsöl, Zwiebeln, Weizengluten, Kochsalz, Branntweinessig, Verdickungsmittel: Methylcellulose, Aroma, Weizenstärke, färbende Lebensmittel: Konzentrate aus Rote Beete, Karotte, Rettich.

Allergene sind fett unterlegt. Aber dieser Burger enthält nicht nur zwei der wirklich häufigen Allergene – nämlich Weizen und Soja – er wird auch noch damit beworben, dass er viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren und wenige gesättigte Fettsäuren enthält. Laut Rügenwalder Mühle ein absolutes Qualitätsmerkmal für ein gesundes Lebensmittel. Und auch hier muss ich widersprechen. Nicht nur dass gesättigte Fettsäuren keinen Herzinfarkt auslösen – dieser Mythos ist schon vor einiger Zeit gestorben – erhitzen Sie aber ungesättigte Fettsäuren, dann bilden sich Trans-Fette, und da haben wir allerdings genug Belege für gesundheitliche Risiken (ich sage nur krebserregend). Und zu Rapsöl habe ich mich schon an anderer Stelle ausgelassen.

Blutgeschmack dank genetisch veränderter Hefen

In Deutschland soll er erst in 1 – 2 Jahren auf den Markt kommen, aber in Amerika gibt es ihn bei Burger King schon – den Impossible Whopper von Impossible Burger (4). Der Clou, so der Hersteller, dieser Burger sieht nicht nur aus wie Fleisch, sondern er hat auch den typischen Blutgeschmack.

Um diesen Geschmack zu erhalten, wird eine Substanz eingesetzt, das sogenannte Soja Leghämoglobin, das aus den Wurzeln der Sojapflanze stammt. Chemisch ähnelt es dem Hämoglobin der Säugetiere.

Allerdings ist es unmöglich genug Leghämoglobin aus Sojapflanzen zu gewinnen. Man bräuchte knapp 1/2 Hektar Sojapflanzen, um 1 kg Leghämoglobin zu erhalten (5). Also wird das Leghämoglobin in genetisch veränderte Hefezellen eingesetzt, sodass diese während des Fermentationsprozesses große Mengen an Leghämoglobin – allerdings auch Dutzende anderer Proteine – herstellen (6).

Fütterungsversuche an Ratten haben ergeben, dass die Tiere nach kurzer Zeit Veränderungen in ihren Blutwerten aufwiesen. Dieses Ergebnis wurde jedoch von der Herstellerfirma nicht weiter verfolgt (4). Langzeitstudien über die Auswirkungen des Konsums von Leghämoglobin auf Menschen existieren nicht. Im Herstellungsverfahren entstehen mindestens 45 weitere Nebenprodukte, die dann ebenfalls konsumiert werden. Können diese zu gesundheitlichen Schäden führen? Das weiß keiner.

Von der amerikanischen Lebensmittelbehörde (FDA) wird der Burger als unbedenklich eingestuft (7). Genauso unbedenklich wie genetisch modifizierter Mais und Soja, die die amerikanische Bevölkerung krank machen. Ich glaube, diese Einstufung können wir einfach ignorieren. Unabhängige Wissenschaftler haben jedenfalls in Studien festgestellt, dass genetisch veränderte Organismen gesundheitlichen Schaden anrichten können (8)

Der Marketing Hype  um Fleischersatz

Die Hersteller von Fleischersatz stellen ihre Produkte als gesund und umweltfreundlich dar. Es gibt aber keine fundierten wissenschaftlichen Studien, die diese Behauptungen unterstützen.  Wir können darauf warten, dass sich diese vollmundigen Versprechen als Luftblase erweisen. Genauso ist es auch schon in anderen Produktzweigen passiert. Das letzte Beispiel in einer langen Reihe sind Vaping Produkte. Erst total gehypt als gesündere Alternative zum Zigarettenrauchen, und jetzt kommt die Frage auf, ob diese Produkte wohl für den Tod mehrerer Menschen verantwortlich sind (9).

Die Hersteller von Fleischersatz behaupten, dass ihre Produkte nachhaltig sind und einen geringeren CO2-Fußabdruck haben als herkömmlich hergestellte Rindfleischprodukte. In Bezug auf Massentierhaltung haben sie da sogar Recht, nicht aber wenn es zu Weidetierhaltung kommt. Die hat nämlich einen sehr positiven CO2-Fußabdruck. Im Gegenteil – Weidetiere sorgen dafür, dass CO2 aus der Luft wieder in den Boden eingebracht wird, und sie sorgen außerdem für die Rückgewinnung von Ödland. Monokulturen (wie zum Beispiel Soja und Mais) hingegen sorgen für eine Verödung der Landschaft. Uups…

Regenerative Landwirtschaft sorgt für eine saubere und gesunde Umwelt

Schauen wir uns die Behauptung der Fleischersatz Hersteller an, dass ihr CO2 Fußabdruck viel geringer ist, als derjenige von konventionell erzeugtem Rindfleisch. Impossible Burger gibt auf ihrer Website folgende Zahlen bekannt (10): Ihr Produkt reduziert die Auswirkungen auf die Umwelt in den Kategorien Erderwärmung, Landnutzung und Wasserverbrauch zwischen 87 und 96 Prozent. Das klingt erstmal sehr gut. Aber nur solange man die Zahlen für die regenerative Landwirtschaft nicht kennt.

Die White Oak Pastures in Bluffton, Georgia beauftragten dieselbe Firma wie Impossible Burgers mit einer vergleichbaren Analyse (11). Hier wurden die Emissionen der White Oaks Pastures gegen konventionelle Fleischherstellung gemessen. Nun, wer sich mit regenerativer Landwirtschaft auseinandergesetzt hat, wird über das Ergebnis nicht überrascht sein.

Denn während die Fleischersatz Hersteller ihren CO2 Fußabdruck in einigen Kategorien um 96 Prozent reduzierten, hatten die White Oaks Pastures verglichen mit konventionellen Fleischherstellern sogar Emissionen im negativen Bereich. Das heißt, sie hatten nicht nur keinen CO2 Ausstoß, sondern fingen sogar noch CO2 ab. Eine negative CO2 Bilanz ist im Hinblick auf Luftverschmutzung und Klimaveränderungen sehr wichtig. Und noch etwas, die Emissionen für die Rindfleischproduktion auf White Oaks waren deutlich niedriger als diejenigen für die Produktion von Soja, das die Basis für pflanzliche Burger und Leghämoglobin darstellt.

Tatsache ist, dass die ganze Werbung für angeblich viel gesünderen Fleischersatz ein Thema völlig außer Acht lässt: Die Herstellung dieser Burger beruht auf hochtechnisierten Prozessen. Bisher weiß niemand, welchen Preis die Umwelt und der Verbraucher wirklich zu zahlen haben, wenn sie in größeren Mengen hergestellt werden.

Viele Amerikaner haben inzwischen die Erfahrung gemacht, dass genmanipulierte Lebensmittel die Gesundheit ruinieren. Es geht soweit, dass Ärzte ihren Patienten Bio-Lebensmittel verschreiben. Soweit müssen wir es hier eigentlich nicht kommen lassen.

Soja, Weizen und Mais, die für die Herstellung dieser Burger benutzt werden, werden in Monokulturen angebaut. Das ist keine nachhaltige Landwirtschaft. Statt den Leuten einzureden, dass fleischlose Burger besser für sie sind, sollten wir vielleicht lieber die wirklichen Probleme angehen. Und die liegen in einer Landwirtschaft, die eben nicht nachhaltig ist und einer Massentierhaltung, die das Klima kaputt macht und mit einem unsäglichen Tierleid verbunden ist.

Was wir brauchen sind Biohöfe, die eine ökologische Landwirtschaft betreiben – zum Wohle von Tier und Umwelt. Und so ganz nebenbei bekommt dann der Verbraucher Lebensmittel auf den Tisch, die nicht total gesundheitsschädlich sind. Was für ein Fortschritt!

Kaufen Sie nur Fleisch von artgerecht gehaltenen Tieren

Letzten Endes trägt dieser Fleischersatz nur dazu bei, dass die Zahl der Patienten, die an Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Adipositas leiden, immer weiter ansteigt. Sowohl aus gesundheitlichen als auch aus ökologischen Gründen würde ich davon abraten, diesen Fleischersatz Trend mitzumachen. Kaufen Sie stattdessen lieber Rindfleisch vom Bio-Bauern, bei dem die Tiere tatsächlich auf der Weide grasen dürfen.

Eine super Alternative ist es, einen Ernteanteil auf einem Biohof zu kaufen. Je nach Hof bekommen Sie dann jede Woche eine Lieferung Gemüse, Fleisch, Wurst, Milch und Milchprodukte. Listen solcher Höfe finden Sie im Internet unter solidarische-landwirtschaft.org .

 

 

(1) https://www.foodsafetynews.com/2019/09/meatless-burgers-sizzle-up-interest-and-some-doubts/

(2) Ultra-processed food and adverse health outcomes     https://www.bmj.com/content/365/bmj.l2289

(3) https://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/fitness/neue-studie-stark-verarbeitete-lebensmittel-erhoehen-das-sterberisiko_id_10329349.html

(4) https://www.consumerreports.org/nutrition-healthy-eating/meat-gets-a-makeover/

(5) The Evolution In Non Animal Sourced “Meat” – The Impossible Possible Burger  http://www.nationalcompass.net/2017/09/23/impossible-burger-animal-meat-substitute/

(6) https://www.gmoscience.org/impossible-burger-boon-risk-health-environment/

(7) https://www.reuters.com/article/us-impossible-foods-fda/beyond-meat-competitor-impossible-foods-receives-fda-approval-for-bleeding-plant-burger-idUSKCN1UQ24O

(8) Republished study: long-term toxicity of a Roundup herbicide and a Roundup-tolerantgenetically modified maize  https://enveurope.springeropen.com/articles/10.1186/s12302-014-0014-5

(9)  https://www.washingtonpost.com/health/2019/09/07/what-we-know-about-mysterious-vaping-linked-illnesses-deaths/

(10) https://impossiblefoods.com/mission/2019impact/

(11) Carbon footprint evaluation of regenerative grazing at White Oak Pastures   https://blog.whiteoakpastures.com/hubfs/WOP-LCA-Quantis-2019.pdf

 

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