Internetsucht

Internetsucht zerstört unser gesellschaftliches Gefüge

Ich habe schon öfter darüber geschrieben, dass Handys durch die von ihnen ausgehende Strahlung unsere Gesundheit gefährden. Sie bergen aber noch ein ganz andere Gefahr: Sie zerstören normale menschliche Interaktionen. Geht man durch die Straßen, sieht man immer mehr Menschen, die beim Gehen in ihr Smartphone vertieft sind, ohne ihre Umgebung überhaupt noch wahrzunehmen. In den Medien hört man immer mehr von Internetsucht, die zu einem ganz großen Problem werden könnte. Nun, vielleicht ist sie es auch schon.

Je mehr Handys und Tablets Einzug in unser alltägliches Leben gehalten haben, desto offensichtlicher wird dieser Fakt. Und wenn ich das schon bei Erwachsenen für äußerst bedenklich halte, dann wiegt es bei Kindern und Jugendlichen noch sehr viel schwerer. Bei ihnen ist die Hirnentwicklung noch nicht abgeschlossen und wichtige Reize, die für eine gesunde Hirnentwicklung notwendig sind (zum Beispiel Bewegung, Spiel, reale Interaktion mit anderen Menschen) werden durch ausgedehnte Nutzung digitaler Medien verhindert. Wir sehen schon die ersten Auswirkungen davon: einen Anstieg bei Verhaltensauffälligkeiten (ADS, ADHS), psychischen Probleme und Suizidgedanken (1).

Gestern habe ich mal wieder Narkosen bei einem Kinderzahnarzt gemacht. Da bin ich jedesmal total geplättet, wenn ich ins Wartezimmer komme und sehe, dass Spielzeug und Bücher von vielen Kindern einfach liegengelassen werden und sie stattdessen mit dem Handy dasitzen. Es passt natürlich dann sehr gut ins Bild, dass auch die dazugehörigen Eltern in ihr Handy vertieft sind. Kommunikation und Interaktion mit den Kindern – leider Fehlanzeige.

Das gesellschaftliche Miteinander gestaltet sich in den letzten Jahren zunehmend schwierig, und ein ausufernder Konsum digitaler Medien trägt einen großen Teil dazu bei.

Ich finde es erschreckend, dass heutzutage viele Kleinkinder kein Problem damit haben, sich auf einem Handy oder Tablet zurechtzufinden, aber nicht in der Lage sind, sich 15 Minuten allein zu beschäftigen. Wenn kein digitaler Input erfolgt (und wenn schon nicht übers Handy, dann doch bitte wenigstens ein Fernseher), sind diese Kinder absolut verloren. Die Reaktion? Das was heute so gerne als ADS/ADHS diagnostiziert wird.

Bei vielen Teenagern findet das soziale Leben für sich allein in ihrem Zimmer statt. Da wird per Smartphone gechattet, Bilder auf Instagram gepostet oder die „Erlebnisse“ auf Facebook geteilt in der Hoffnung, einen Like zu bekommen.

Dieser Mangel an richtigen zwischenmenschlichen Beziehungen hat einen hohen psychologischen Preis: Einsamkeit. Das ist aber nicht das einzige Problem. Untersuchungen zeigen, dass Internetsucht negative Auswirkungen auf die Merkfähigkeit und Aufmerksamkeit ausübt, da das Internet eine ständige Ablenkung darstellt.

Handys – notwendig oder einfach nur bequem

Auf YouTube kann man sich einen sehr interessanten Beitrag von CBC Marketplace ansehen „Why you’re addicted to your smartphone„. In dieser Sendung berichten Technologie Insider wie die Handy Abhängigkeit fabriziert wird und zu welchen Folgen sie führt.

Im Durchschnitt verbringen Nutzer etwa drei Stunden pro Tag am Handy. Es gehört zum normalen Bild auf der Straße: Leute, die mit ihrem Handy beschäftigt sind, während sie durch die Gegend laufen. Das ist schon beim Texten ein Problem, weil sie ihre Umwelt nicht mehr wahrnehmen, wird aber beim spielen von Online-Spielen zu einer absoluten Gefahr, weil die Spieler den Verkehr nicht mehr auf dem Radar haben (2).

CBC Reporterin Virginia Smart schreibt in einem begleitenden Artikel, dass heutige Teenager fast 10 Jahre ihres Lebens damit verbringen werden, auf ein Smartphone zu starren (3). Das ist Zeit, die eigentlich für nützlichere Dinge verwendet werden könnte.

Die meisten Menschen sehen ihr Smartphone inzwischen als unverzichtbar an. Der Gedanke, es nicht dabei zu haben oder sogar zu verlieren, wird als absolutes Schreckensszenario empfunden.

Klar, wir haben uns daran gewöhnt, dass unser Smartphone viele alltäglichen Dinge einfach für uns übernimmt. Es speichert unsere Termine, Freunde und Bekannte, Wunschlisten, Fotos und Erinnerungen. Wer da nicht noch ein Backup hat, für den kann es wirklich eng werden.

Technik, die begeistert und uns abhängig macht

Marketplace hat ein Experiment mit einer fünfköpfigen Familie durchgeführt. Auf ihren Smartphones wurde die App „Moment“ installiert, die zwei Monate lang aufzeichnete, wie viel Zeit sie auf welcher App verbrachten. Die Überraschung war dann groß, denn kaum einem ist bewusst, wie viel Zeit er tatsächlich an seinem Smartphone verbringt.

Jackson, der 8-jährige Sohn der Familie, verbringt durchschnittlich 5 Stunden 32 Minuten vor dem Bildschirm. Es gibt aber auch Tage, an denen er 11 Stunden auf seinem Tablet spielt. Tatsächlich verbringt er lieber Zeit mit seinem Tablet als sich an anderen gesellschaftlichen Aktivitäten zu beteiligen. Macht er so weiter, wird er satte 15 Jahre seines Lebens vor dem Bildschirm verplempern. Und da Bewegungsmangel das neue Rauchen ist, wird er wahrscheinlich früh chronische Erkrankungen entwickeln, die sein Leben deutlich verkürzen. Drastisch, aber wahr.

Seine 16-jährige Schwester Emily schläft nur wenig, weil sie sich von den sozialen Netzwerken nicht losreißen kann. Sie gibt zu, dass sie manchmal stundenlang die Seiten durchscrollt ohne zu merken, wie viel Zeit vergangen ist.

Und das ist ein ganz typisches Problem heutiger Teenager. Der Schlafmangel greift um sich. Viele kommen nicht einmal auf sieben Stunden pro Nacht. Die Wissenschaft sagt uns aber, dass sie eigentlich zwischen 8 – 10 Stunden Schlaf brauchen. Und da reden wir noch gar nicht davon, dass dieser Schlaf auch möglichst in einen normalen cirkadianen Rhythmus passen sollte (also nicht nach Mitternacht ins Bett und dann bis mittags schlafen).

Emily verbringt einen Großteil ihres Tages auf Snapchat, um mit ihren Freunden in Kontakt zu bleiben. Sie tut dies allerdings auch, wenn ihre Freunde direkt neben ihr sitzen. Ich habe mich schon immer gefragt, ob die vier Personen, die gerade beim Essen zusammensitzen und alle auf ihre Handys starren, wohl gerade eine digitale Unterhaltung miteinander führen. Wer will schließlich noch so was Altmodisches wie gesprochene Sprache benutzen.

Bei Emily funktioniert die von Snapchat verwendete Technik „Verlustangst“ richtig gut. Sie hat eine Strähne, die seit zwei Jahren anhält, und die möchte sie nicht verlieren. An vielen Tagen ist ihr Handy fast 7,5 Stunden in Gebrauch. Die App hat auch aufgezeichnet, dass sie das Smartphone bis zu 100 mal pro Tag checkt. Sie verbringt 30 Prozent ihrer Wachzeit am Handy. Ihre Eltern sind mit je 21 Prozent aber nicht weit hinter ihr.

Die Tricks der Software Entwickler

Aber auch die großen Silicon Valley Firmen sind sehr daran interessiert, dass Nutzungsverhalten von Smartphonebesitzern aufzuzeichnen. Schließlich wollen sie uns dazu verleiten, ihre Apps noch viel mehr zu benutzen. Ramsay Brown, Gründer von Dopamine Labs, ist einer von diesen Leuten, und er erklärt, wie das geht.

Für die Entwicklung von Apps werden künstliche Intelligenz und Neurowissenschaften angewandt, um sie unwiderstehlicher und überzeugender zu machen. Und das geht ganz einfach: Apps, die Vergnügen bereiten, lösen Abhängigkeit aus.

Zu den Werkzeugen, die am häufigsten angewendet werden, gehören:

  • Pleasure Hooks (Vergnügungs-Aufhänger) – Dies kann beispielsweise eine Benachrichtigung wie „Glückwunsch!“,  „Gute Arbeit!“ oder ein High-Five-Symbol sein, nachdem Sie eine Aktion abgeschlossen haben. Auf Social-Media-Plattformen bewirkt das Abrufen von „Likes“ dasselbe. Die Fähigkeit, Anhänger zu sammeln, ist ein weiterer Aufhänger.
  • Variable Belohnungen – Eine sehr wichtige Methode, mit der Suchtverhalten ausgelöst werden kann. Kurz gesagt bedeutet dies, dass Sie nie sicher sind, was Sie bekommen werden. Wie viele „Likes“ werden Sie für Ihren Post erhalten? Wie viele Follower oder Punkte können Sie bekommen? Wie lange können Sie eine Gewinnsträhne durchhalten?
  • Verlustangst – Die Nutzung einer App beginnt als unterhaltsame Aktivität, kann aber irgendwann nicht mehr unterbrochen werden, weil Sie sich sonst im Stich gelassen und enttäuscht fühlen.  Der Snapstreak von Snapchat ist ein perfektes Beispiel dafür, wie Apps von Verlustangst profitieren.
  • Endloses Scrollen – Ein weiterer Aufhänger der sozialen Medien ist der nicht abreißende Strom von Inhalten und Kommentaren, die dazu verleiten, immer weiter zu lesen.

Diese Techniken haben dazu geführt, dass mittlerweile ca. 6 % der Weltbevölkerung mit einer Internetsucht kämpfen (4).  Die ausgedehnte Nutzung und Abhängigkeit von Smartphones führt nicht nur zu Schlafproblemen, Angst, Stress und Depression (5), sondern auch zu einer erhöhten Belastung durch elektromagnetische Strahlung, die Ihre Gesundheit gravierend beeinträchtigen kann (6).

Kinder sind noch anfälliger für diese Abhängigkeit, weil sie von Haus aus nur eine geringe Selbstkontrolle haben und deshalb darauf angewiesen sind, dass ihre Eltern die Nutzung von digitalen Medien überwachen.

Handynutzung und Depressionen

Jean Twenge, eine Professorin für Psychologie, schreibt in ihrem Artikel „Haben Smartphones eine ganze Generation zerstört?“, dass seit 2011 die Raten für Depressionen und Selbstmorde bei Teenagern dramatisch angestiegen sind (7). Die Daten weisen darauf hin, dass eine Nutzung digitaler Medien von mehr als drei Stunden pro Tag das Selbstmordrisiko von Teenagern um 35 Prozent erhöhen kann (8).

Wer mehr als 10 Stunden pro Woche in sozialen Medien verbringt, der hat gegenüber Personen, die diese Medien weniger nutzen, ein um 56 Prozent erhöhtes Risiko, sich unglücklich zu fühlen. Vielnutzer von sozialen Medien haben ein um 27 Prozent erhöhtes Risiko, an Depressionen zu leiden (9).

Ich denke, Eltern sind gut beraten, wenn sie sich über diese Zusammenhänge informieren.

Symptome der Internetsucht

Die Symptome der Internetsucht unterschieden sich nicht von denjenigen anderer Süchte, sind aber gesellschaftlich eher akzeptabel. In ihrer Studie (4) beschreiben Cheng und Li Internetsucht folgendermaßen:

„Internetsucht wird generell als bedenkliche Erkrankung eingestuft, da die neuronalen Abnormitäten (zum Beispiel Veränderungen im dorsolateralen präfrontalen Cortex*) und kognitiven Störungen (zum Beispiel ein vermindertes Arbeitsgedächtnis) so aussehen wie die Abnormitäten, die man auch bei anderen Substanzabhängigkeiten oder Verhaltenssüchten feststellt. Zudem tritt Internetsucht häufig gepaart mit weiteren psychischen Störungen auf wie zum Beispiel ADHS und Depressionen“

*(Zur Erklärung: Der dorsolaterale präfrontale Cortex ist eine Hirnregion, die für Exekutivfunktionen wie Arbeitsgedächtnis, kognitive Flexibilität, Planung, Hemmung und abstraktes Denken zuständig ist)

Emotionale Symptome, die bei Internetsucht auftreten sind zum Beispiel (10):

  • Langeweile bei Routineaufgaben
  • Euphorische Gefühle beim Surfen im Internet
  • Unaufrichtigkeit und Abwehrhaltung
  • Verzögern: Die Unfähigkeit Aufgaben einzuteilen, um Pläne einzuhalten
  • Gefühle von Schuld, Angst oder Ängstlichkeit, Stimmungsschwankungen
  • Vermeidung von Arbeit

Körperliche Symptome von Internetsucht beinhalten:

  • Rücken-, Kopf- und Nackenschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Karpaltunnelsyndrom (Schmerzen im Handgelenk)
  • Schlechte Ernährung -> Gewichtszunahme/Gewichtsabnahme
  • Trockene Augen und andere Sehstörungen
  • Mangelnde persönliche Hygiene

 

Benachrichtigungen wirken sich negativ auf Ihre kognitiven Funktionen aus

Die meisten Leute haben einen Haufen Benachrichtigungen auf ihrem Handy eingestellt. Schon wenn man neben ihnen sitzt, ist man völlig gestresst von dem ständigen „pling, pling“. Jedenfalls geht es mir so.

Marketplace hat es ausprobiert. Commons, einer ihrer Mitarbeiter, hat sich an der Western University einem Test unterzogen, der aufzeigen soll, wie sich die Konzentrationsfähigkeit verändert, wenn der Proband durch Nachrichten auf seinem Smartphone abgelenkt wird.

In der ersten Runde wird der Test ohne Unterbrechung durch das Handy durchgeführt, um eine Baseline festzulegen. In der zweiten Runde liegt das Handy weiter weg, aber für Commons sind die Benachrichtigungstöne hörbar. Im dritten Teil des Experiments muss sich der Proband Nummern merken, die ihm getextet werden, während er gleichzeitig weiter seinen kognitiven Test durchführt. Dieser dritte Teil ist praktisch das Szenario, das wir alltäglich sehen, zum Beispiel wenn wir gerade unterwegs sind und angeschrieben werden, weil wir noch etwas besorgen sollen.

Nach dem Test gibt Commons zu, dass seine Konzentrationsfähigkeit durch die von seinem Handy verursachte Ablenkung stark gestört war. Selbst wenn das Handy nur vibrierte und der Ton abgestellt war, hatte er Probleme. Und die zeigen sich auch im Test. Sein Sprachverständnis sank um fast 20 Prozent, wenn die Benachrichtigungen auf dem Handy eingingen.

Nur ein kurzer Hinweis. Es sind nicht nur die kognitiven Fähigkeiten, die leiden. Die ständigen Benachrichtigungen senden Stressimpulse an den Körper, der mit einer entsprechenden hormonellen Antwort reagiert. Nun ist unser heutiger Lebensstil eigentlich schon stressig genug, sodass wir auf eine weitere Erhöhung des Stresslevels gerne verzichten können.

Die einfachste Methode, diesen zusätzlichen Stress abzuschalten, besteht natürlich darin, die Benachrichtigungen einfach stumm zu schalten. Realistischerweise muss allerdings gesagt werden, dass das für viele Menschen nicht ausreichen wird. Sie werden dann lediglich dazu verleitet, ihr Smartphone häufiger zu checken. Es ist wichtig, dass man sich vor Augen führt, wie abhängig man von diesem Gerät tatsächlich ist und dann entsprechend gegenzuarbeiten. Es sei denn natürlich, man findet es cool, wenn die Kontrolle über das eigene Gehirn von Softwareentwicklern gekapert wird.

Der Sinn von digitalen Geräten sollte doch eigentlich darin bestehen, dass sie uns das Leben leichter machen und nicht darin, dass sie unser wirkliches Leben verhindern. Menschen funktionieren nicht allein im stillen Kämmerchen. Wir sind auf eine feste Gemeinschaft angewiesen. Über diese Tatsache stolpern wir immer wieder – sei es bei Robinson, der sich einen Freitag erschuf, damit er nicht allein ist oder auch bei den 100-jährigen in den Blue-Zones, die ihr langes Leben vor allem einer festen menschlichen Gemeinschaft verdanken. Digitale Medien und soziale Netzwerke sind kein Ersatz für menschliche Wärme.

 

 

(1) https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/praevention/article/819032/depression-deutsche-schueler-denken-haeufiger-suizid.html

(2) https://www.bz-berlin.de/ratgeber/wo-lauern-die-groessten-fallen-bei-pokemon-go

(3) „We’re designing minds“ https://www.cbc.ca/news/technology/marketplace-phones-1.4384876

(4) Internet Addiction Prevalence and Quality of (Real) Life    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4267764/

(5) Cell-Phone Addiction: A Review   https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5076301/

(6) Scientific evidence contradicts findings and assumptions of Canadian Safety Panel 6: microwaves act through voltage-gated calcium channel activation to induce biological impacts at non-thermal levels, supporting a paradigm shift for microwave/lower frequency electromagnetic field action.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25879308

(7) https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2017/09/has-the-smartphone-destroyed-a-generation/534198/

(8) Teen Mental Health   https://lbclinic.org/wp-content/uploads/2018/01/Teen-MH-LB.pdf

(9) https://childmind.org/report/2017-childrens-mental-health-report/smartphones-social-media/

(10) Internet Addiction Disorder  https://www.psycom.net/iadcriteria.html

Ein Gedanke zu „Internetsucht zerstört unser gesellschaftliches Gefüge“

  1. Endlich ein neues Thema, danke dafür! Ich selbst bin ein sehr schlechtes Beispiel, weil ich nicht gefährdet bin. Eine Art Dino, denn ich lasse das Telefon bei Kundenbesuchen tatsächlich im Auto, um ungestört sein zu können! Vermutlich nutze ich sogar nur einen Bruchteil dessen, was mein Mobilfon kann? Stress kann es übrigens auch sein, SMS und andere Signale zu ignorieren, weil sie dann später so geballt aufschlagen, wie eine Mailbox auf dem Rechner, der tagelang aus blieb! Jetzt fühle ich mich sogar gut, weil ich mit dem Teil nicht all das kann, was andere in meinem Umfeld damit machen: Videos aufnehmen, schneiden, Filter benutzen usw. Aber ich kann noch eine Folge der Sucht ergänzen, die mir täglich begegnet: Leute, die nur durch Instagram bekannt geworden sind und das wird von den Medien noch aufgegriffen, unterstützt, da ist plötzlich jemand wer! Diese Personen existieren öffentlich sogar, weil sie gezielt etwas „pooosten“, was aneckt, um dann durch einen Shitstorm (schönes Wort!) noch bekannter zu werden. „Verona“ kennen z.B. seit der 90er Jahre 93 Prozent der Bevölkerung, damals gab es noch nicht mal Mobilfone und Internet! Das System funktioniert, jetzt noch perfider. Die gute Nachricht: jeder kann entscheiden, ob er das mitmachen will, es sei denn, er oder sie ist süchtig, dann entscheiden das andere, nämlich diejenigen, die solche Methoden perfekt entwickeln und anwenden. Da bleib ich lieber Dinosaurier *g*

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.