Schilddrüsenwerte

Was Sie über Schilddrüsenwerte wissen müssen

Schilddrüsenerkrankungen sind deutlich auf dem Vormarsch. Vor allem die Autoimmunerkrankung Hashimoto Thyreoiditis nimmt zu.

Leider wird häufig nicht an die Schilddrüse gedacht, wenn Patienten sich mit oft unerklärlichen Symptomen bei ihrem Arzt vorstellen. Und so passiert es leider häufiger, dass etwa eine frischgebackene Mutter mit einer nicht-diagnostizierten Schilddrüsenunterfunktion von ihrem Arzt mit einem Rezept für ein Antidepressivum nach Hause geschickt wird.

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann sich hinter vielen Symptomen verstecken

Hier nur ein paar der häufigsten Symptome einer Hypothyreose. Tatsächlich kann die Liste auf über 300 Symptome verlängert werden.

  1. Müdigkeit
  2. Verstopfung
  3. Trockene Haut
  4. Kalte Hände und Füße
  5. Unerklärliche Gewichtszunahme
  6. Aufgedunsenes Gesicht
  7. Heiserkeit
  8. Muskelschwäche
  9. Erhöhte Serumcholesterinspiegel
  10. Muskelschmerzen
  11. Schmerzen, Steifigkeit oder Schwellungen der Gelenke
  12. Verstärkte oder unregelmäßige Menstruation
  13. Haarausfall
  14. Bradykardie (langsamer Herzschlag)
  15. Depression
  16. Gedächtnisstörungen
  17. Unfruchtbarkeit und Aborte (Fehlgeburten)

Sie sehen schon, es kann der ganze Körper betroffen sein. Und das ist nur natürlich, denn die Schilddrüse reguliert unseren gesamten Stoffwechsel. Jede einzelne Körperzelle hat Rezeptoren für Schilddrüsenhormone.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Schilddrüse nicht 100 %ig arbeitet, dann sollten Sie einige Labortests durchführen lassen. Hierbei ist es wichtig, dass Sie sich von Ihrem Arzt nicht mit einer einfachen Bestimmung des TSH (= Thyreoidea Stimulierendes Hormon) abspeisen lassen.

Leider glauben viele Ärzte immer noch, dass sie mit Hilfe des TSH eine Aussage über die Funktionsfähigkeit der Schilddrüse treffen können. Das ist aber falsch, und ich werde Ihnen auch erklären, warum das so ist.

Genaugenommen misst das TSH nur den Regelkreis zwischen Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und Schilddrüse. TSH wird in der Hypophyse gebildet und fördert die Hormonproduktion in der Schilddrüse. Ohne TSH würde kein Jod mehr in die Schilddrüse aufgenommen und kein Thyroxin (T4) oder Trijodthyronin (T3) produziert werden. Ist im Blut genug von diesen Hormonen vorhanden, wird wiederum weniger TSH gebildet, da die Schilddrüse nicht weiter stimuliert werden muss.

Es ist also schon logisch, dass man die Vorstellung hatte, dass TSH ein Marker für die Schilddrüsenfunktion ist. Aber wie gesagt, ist das nur die halbe Wahrheit. Mit einem besseren Verständnis der Funktionsweise der Schilddrüse kommt dann auch schon die Ernüchterung.

Konversionsstörungen

Die Schilddrüse stellt vor allem Thyroxin (T4) her. Dieses ist ein Prohormon. T4 muss dann vom Körper durch Enzyme – sogenannte Dejodasen – in Trijodthyronin (T3), die aktive Form des Hormons umgewandelt werden. Funktioniert diese Umwandlung nicht, so kommt es funktionell zu einer Schilddrüsenunterfunktion. Als Auslöser für diese Umwandlungsstörung kommen zum Beispiel ein Selenmangel (die Enzyme benötigen Selen), aber auch verschiedene Medikamente bzw. Röntgenkontrastmittel (Zytokine, Propylthiouracil, Iopan-Säure) in Frage. Vereinzelt wird auch von Antikörpern, die sich gegen die Dejodasen richten, berichtet. Fazit: In diesem Fall wäre TSH normal. Nur wenn zusätzlich die Konzentration der Schilddrüsenhormone bestimmt wird, fällt auf, dass freies T4 normal hoch und freies T3 niedrig ist.

Gesamt T3/T4 vs. freies T3/T4

Es gibt in der Schilddrüsendiagnostik jeweils zwei Messwerte für T4 und T3. Zum einen das Gesamt T3 und T4 und dann auch noch das freie T3 und T4 (fT3, fT4).  Was bedeutet das nun schon wieder?

Schilddrüsenhormone sind fettlöslich und das Blut besteht zum größten -Teil aus Wasser. Damit fettlösliche Hormone durch das Blut schwimmen können, werden sie an Proteine gebunden, die sie dann praktisch wie Taxis durch den Blutstrom befördern. Wenn sie die Zellen erreichen, muss das Protein abgespalten werden, damit die „freien“ Hormone tatsächlich in die Zellen gelangen können, um dort ihre Funktion auszuüben. Deshalb ist eine Bestimmung von freiem T4 und vor allem (da es das aktivste Hormon ist) freiem T3 extrem wichtig.

Stress und Schilddrüsenfunktion

Die Schilddrüse managt unseren Stoffwechsel und so verwundert es nicht, dass sie bei chronischem Stress ins Geschehen eingreift. Hierzu ein paar Anmerkungen. Ihr Körper unterscheidet nicht zwischen verschiedenen Stressursachen (Hunger, Krankheit, Operationen, Trennung etc.) und auch nicht zwischen „nur“ eingebildetem oder tatsächlich vorhandenem Stress. Wenn Sie unter Stress stehen, geht Ihr Körper in den Überlebensmodus. Das bedeutet unter anderem, dass Ihre Schilddrüse den Stoffwechsel herunterfährt, damit lebenswichtige Reserven geschont werden.

Soll Energie gespart werden, so bewerkstelligt Ihre Schilddrüse dies, indem sie statt des stoffwechselaktiven T3 ein stoffwechselinaktives reverse T3 (rT3) herstellt. Dieses besetzt die T3 Rezeptoren der Zelle, ohne eine adäquate Aktion in der Zelle auszulösen. Fazit: Sie haben die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion, obwohl Ihr TSH normal ist. In diesem Fall kommen Sie nur mit einer Bestimmung des rT3 weiter. Traurige Wahrheit ist, diesen Marker kennen die meisten Ärzte nicht einmal.

Hashimoto Thyreoiditis

Dies ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper seine Immunabwehr gegen sich selbst richtet und die Schilddrüse angreift. Sie ist inzwischen eine der Hauptursachen für eine Schilddrüsenunter-funktion. Es ist daher eigentlich unbegreiflich, dass normalerweise von Ihrem Arzt Schilddrüsen-Antikörper nicht getestet werden.

Böswillig (aber völlig richtig) wäre es jetzt zu behaupten, dass das nicht getan wird, weil es an der Therapie nichts ändert. Aber genau das ist der Fall. Leider wird dabei völlig übersehen, dass die Hashimoto Thyreoiditis heilbar ist oder zumindest in Remission gebracht werden kann. Das heißt die Zerstörung der Schilddrüse schreitet nicht weiter fort, und Sie behalten ein lebenswichtiges Organ, wenn man die Ursachen abstellt. Ich finde, das ist eine absolut erstrebenswerte Option.

Was aber noch wesentlich schlimmer ist: Wenn die Ursache der Autoimmunerkrankung nicht abgestellt wird, dann besteht ein vierfach erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer zweiten Autoimmunerkrankung. Keine schönen Aussichten, finden Sie nicht?

Bestehen Sie also darauf, dass eine vollständiges Schilddrüsendiagnostik abgenommen wird. Diese besteht aus:

 

Wert Referenzbereich
Freies T4 oder Freies Thyroxin 0.8 – 2.0 ng/dl
Gesamt T3 0,9 – 1,8 ng/ml
Freies T3 oder Freies Trijodthyronin 0,2 – 0,4 ng/dl
Reverse T3 oder rT3 < 15 ng/dl
fT3 zu rT3 Quotient >2
TSH 0,1 – 2,5 mU/l
TPO Antikörper < 20 IU/ml

 

Sie sehen also, eine aussagekräftige Testung geht weit über die Bestimmung des TSH hinaus. Lassen Sie sich nicht mir diesem äußerst unspezifischen Wert abspeisen!

16 Gedanken zu „Was Sie über Schilddrüsenwerte wissen müssen“

  1. Sehr geehrte Frau Dr. Bendig, ich habe mit Interesse Ihren Artikel zur Schilddrüse gelesen. Ihr Thema ist Hashi. Es gibt kaum jemanden, der sich mit den Patienten beschäftigt, die keine Schilddrüse, so wie ich, mehr haben (operative Entfernung in 2011-Erhaltung der Neben-Sch.). Ich finde es zum Beispiel sehr abenteuerlich, dass mir mein Hausarzt die fT3 und fT4 Werte und auch die anderen Sch.-Werte verweigert. Ich bekomme nur TSH. Im Mai war ich wegen Gallenkoliken im Krankenhaus und weil es mir insgesmt sehr schlecht ging, wurde mein TSH gemessen = 0,039 µU/ml, also sehr starke Überfunktion, habe in der Zeit 125 er L-Thyroxin genommen. Die Ärzte im Krankenhaus haben mich auf 100 er runtergesetzt, was mir mein Hausarzt auch verweigert hat, jetzt endlich geht es mir etwas besser. Es wurden auch die freien Werte gemessen: fT3- 71,25 % und fT4- 191%; Messwerte: fT3- 3.71 pg/ml = 5.7 pmol/l und fT4 2.4 ng/dl = 30.9 pmol/l = 24.12 pg/ml. Könnte ich hier die Schlussfolgerung ziehen, eine Umwandlungsstörung zu haben? oder einfach nur zuviel von T4. Es könnte aber auch sein das zu viel rT4 die Andockstellen blockiert. Was meinen Sie? Eine Reaktion Ihrerseits würde mich sehr freuen. Ich habe auch einen Diabetes Typ 2 mit einem HbA1c von 6,5 und einen zu hohen Ferritin-Wert von durchschnittlich 800 ng/ml, den ich momentan nicht durch Blutspenden senken kann, da ich am 20. Juni eine Gallenblasen-entfernung hatte. Ein Arzt oder Heilpraktiker, der mich zur Ader lassen kann, ist mir in meiner Nähe nicht bekannt. Eine Untersuchung, dahingehend die Ursachen des hohen Ferritin zu ergründen, bekomme ich auch nicht. Beste Grüße.

    1. Sehr geehrte Frau Baschant,
      das hört sich alles ja wirklich nicht gut an. Nur so ein Gedanke, haben Sie schon mal darüber nachgedacht, den Arzt zu wechseln? Eine alleinige Bestimmung des TSH ist natürlich überhaupt nicht ausreichen. Was Ihr niedriges fT3 angeht, so kann natürlich eine Konversionsstörung vorliegen. Genaueres kann einem die Bestimmung des rT3 sagen. Auch bei zu hohem Cortisolspiegel (Stress) oder Selenmangel kann es zu einer Konversionsstörung kommen.
      Was Ihren Diabetes angeht, so ist ein HbA1c von 6,5 nach schulmedizinischer Meinung gut eingestellt. Ich stimme dieser Meinung nicht zu und übernehme damit die Meinung von Dr. David Perlmutter, eines Neurologen, der darauf hinweist, dass ein HbA1c von über 5,5 mit einem erhöhten Risiko für demenzielle Erkrankungen einhergeht. Wenn man sich die Auswirkungen von Zucker auf das Gehirn bewusst macht, so ergibt das auch sehr viel Sinn. Vielleicht möchten Sie zum Diabetes meinen entsprechenden Post durchlesen.
      Ein erhöhter Ferritinspiegel kann natürlich auch Anzeichen einer Entzündung sein. In diesem Falle sollte man sich die Leukocyten, die Blutsenkungsgeschwindigkeit, das CRP und Homocystein ansehen.
      Was mir zu Ihrem Kommentar noch eingefallen ist. Sie hatten sowohl eine Schilddrüsen- als auch eine Gallenblasenentfernung. Eine Glutenunverträglichkeit ist sehr häufig ursächlich für eine Erkrankung dieser Organe und übrigens auch für systemische Entzündungen im Körper. In Deutschland wird von den Ärzten nur auf eine Zöliakie getestet, nicht auf eine Glutenunverträglichkeit. Aber Sie können schnell feststellen, ob Gluten für Sie ein Thema ist, wenn Sie es für 30 Tage aus Ihrer Ernährung herausnehmen. Sie werden feststellen, ob Sie einen Unterschied in Ihrem Befinden bemerken. Auch über Gluten habe ich an anderer Stelle schon geschrieben. Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter.

  2. Sehr geehrte Frau Bendig, ich möchte mich ganz herzlich, wenn auch erst jetzt, für Ihre ausführliche Antwort bedanken. Ich bin dabei, mich umzuorientieren (was meinen Hausarzt betrifft) und insgesamt nach neuen Lösungsansätzen für meine Ernährung zu suchen. Ihre Artikel habe ich alle sehr aufmerksam gelesen. Noc mals danke.

  3. Sehr geehrte Frau Bendig,
    ich hatte als Kind mal eine Zeit lang Tyroxin bekommen. Irgendwann dann nicht mehr. Ich hatte meinen TSH-Wert von meinem Hausarzt 2015 nochmal bestimmen lassen (damals 3,86). Dieser meinte, es sei alles ok. Ich habe mich damit also nicht mehr beschäftigt. Wegen Stoffwechselbeschwerden besuchte ich eine Heilpraktikerin.
    Meine Heilpraktikerin sagte nun zu mir mit einem TSH-Wert von nun 2,87, dass ich eine latente Unterfunktion habe und riet mir dazu die Aminosäure L-Tyrosin zu nehmen, damit meine Schilddrüse daraus Tyroxin herstellen könne.
    Das habe ich auch gemacht und war jedoch nochmal bei einem Nuklearmediziner in der Hoffnung, dass sich auch meine anderen Beschwerden auf eine Fehlfunktion der Schilddrüse zurückführen lassen. Dieser nahm nun folgende Werte ab:
    fT3 4,2 pmol/l (Norm: 3,1-7)
    fT4 9,5 pg/ml (Norm: 8-17)
    TSH basal 2,37 qU/ml (Norm 0,3-3,7)
    TG 6,13 ng/ml (Norm: <70)

    Der TSH-Wert ist nun geringer gewesen. Meinen sie das liegt an der Einnahme von dem Tyrosin?
    Ich selbst spüre keine große Veränderung. Die Ärzte sagen, es sei alles ok.
    Mir ist oft kalt und ich neige zu kalten Händen und Füße. Ich schlafe meist 8-9 Stunden und neige zu Übergewicht. Anstriebsschwäche und Konzentrationsdefizite sind meine Begleiter. Ich hatte gehofft nun doch die Ursache für mein Unwohlsein gefunden zu haben. Dem scheint aber nicht so zu sein.
    Sind sie auch der Meinung, dass die Werte so ok sind und meine Schilddrüse normal arbeitet? Meinen Sie ich sollte einfach das Tyrosin weiter nehmen?
    Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
    Viele Grüße
    Anna L.

    1. Von Ihren Symptomen her haben Sie eine Hypothyreose. Es wäre schön, wenn nicht nur das TG sondern auch entsprechende Antikörper bestimmt worden wären. Tatsache ist, dass die von Ihnen geschilderten Symptome darauf hindeuten, dass das T3 (das aktive Schilddrüsenhormon) nicht die Effekte hat, die es eigentlich haben sollte. Haben Sie mal morgens – gleich nach dem Aufwachen – Ihre Körpertemperatur gemessen? Liegt diese Basaltemperatur unter 36,6° C, dann ist das ein Hinweis auf eine Schilddrüsenunterfunktion. Meiner Meinung nach, sollten Sie Ihre Situation so nicht akzeptieren.

  4. Sehr geehrte Frau Dr. Bendig,

    Ihren Artikel finde ich sehr interessant und aufschlussreich. Seit Ende Juli 2017 habe ich die Diagnose Autoimmun-Thyreoiditis. Ich hatte kürzlich einen erneuten Termin bei meinem SD-Arzt, habe aber das Gefühl, dass er meine noch bestehenden Symptome nicht wirklich ernst nimmt. Alles hat damit angefangen, dass vor ca. 1 Jahr die Beschwerden extrem deutlich wurden, am schlimmsten waren die Gelenk- und Muskelschmerzen. Weiterhin kam die Gewichtszunahme dazu, Müdigkeit etc. Die Gelenk- und Muskelschmerzen wurden mit dem Satz abgetan „das kann nicht von der Schilddrüse kommen“.
    Meine Werte waren Mitte des Jahres:
    TSH 9,5
    FT 3 2,8 (27,77%)
    FT4 0,9 (0,00%)
    Thyreoglobulin-AAK (TAK)27
    TSH-Rezeptor-AAK (TRAK) negativ
    Thyreoperoxidase-AAK (MAK) 1483 (Referenz < 60).
    Gestartet habe ich mit 75 mg L-Thyroxin.

    Eine weitere Blutentnahme Ende September: nur TSH 2,72.
    Seitdem L-Thyroxin 100.

    Bei der jetzigen Untersuchung wurden folgende Werte genommen:
    TSH 0,91
    FT3 2,6 (21,88%)
    FT4 1,4 (62,50%).
    Auf meine noch bestehenden Beschwerden geht er weiter nicht ein. Die Muskel- und Gelenkschmerzen sind nicht mehr so heftig wie im Sommer, aber immer noch da.

    In Ihrem Bericht habe ich über das "Zusammenspiel" von FT3 und FT4 gelesen, aber mein Arzt geht in seinem Bericht in keinster Weise darauf ein. Zumal mein FT3 auch gesunken ist. Sein Fazit ist, dass der Stoffwechsel prinzipiell gut eingestellt ist und ich bei der Dosierung bleiben soll, inkl. Wiedervorstellung in 4-6 Monaten.

    Mein "Bauchgefühl" sagt mir aber etwas anderes.
    Wie würden Sie handeln?
    Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.

    Viele Grüße
    Melanie B.

    1. Ich kann leider immer wieder nur sagen, dass „normale Werte“ aber auch so gar keine Aussagekraft haben. Wenn Sie weiterhin Symptome haben, dann ist Ihre Schilddrüsenerkrankung nicht ausreichend behandelt. Bei der Hashimoto Thyreoiditis liegt häufig eine Konversionsstörung von T4 in T3 vor, was man bei Ihren Laborwerten ja auch sehr schön sieht (T4 ist angestiegen, T3 abgefallen). Das bedeutet, dass das eingenommene T4 (Thyroxin) nicht in aktives Schilddrüsenhormon umgewandelt wird. In diesem Fall müsste zumindest ein Kombinationspräparat verordnet werden, dass wahrscheinlich zu einer Symptomreduktion führen würde. Ich würde Ihnen allerdings empfehlen, nach den Ursachen für Ihre Erkrankung zu forschen und diese schnellstmöglich abzustellen.

  5. Liebe Fr. Dr Bendig,

    vielen Dank für diese sehr informative Seite.
    Sie geben als Referenzbereich für TSH basal einen viel niedrigen Bereich an, als er mir vom Hausarzt genannt wurde. Mein TSH liegt bei 4,0 und soll laut Arzt völlig in Ordnung sein.
    Könnten Sie mit dazu bitte eine Rückmeldung geben?

    1. Die Werte, die von unseren Labors als „normal“ angegeben werden, liegen tatsächlich zu hoch. Selbst die amerikanische endokrinologische Gesellschaft hat die Normwerte für das TSH inzwischen auf < 2,5 heruntergesetzt (von 4,5). In Deutschland haben wir da leider nicht nachgezogen.

  6. Hallo Dr Bendig, ich habe Werte von TSH 2.76 Freies T4 8.3 Freies T3 5.4 und auch eine Oestrogendominanz, nehme Progesteron laut Gynaekologen.
    Vorher habe ich Euthyrox 75 bekommen und vertrage es einfach nicht

  7. Sehr geehrte Frau Dr Bendig,

    bei mir schon vor vielen Jahren Hashimoto diagnostiziert. Zur Zeit nehme ich 100 mg L-Thyroxin.
    Mein gesamtes befinden ist aber sehr schlecht. Hoher Blutdruck, Wassereinlagerung, Unruhe, Angst, Schmerzen sind nur einige Symptome. Mein Hausarzt meint das einmal im Jahr eine Blutuntersuchung ausreichend, wäre da meine Werte ja im Referenzbereich liegen würden.

    Nach langer Diskussion hat er dann doch Blut abnehmen lassen.

    Nun soll wieder alles in Ordnung sein. ❓
    Mein tsh : 1,89
    fT3: 2,86
    fT4: 16,8

    Könnten Sie mir sagen ob meine Werte wirklich gut sind. Bin sehr verunsichert.

    Mit freundlichen Grüßen
    Alexandra Fleßa

  8. Sehr geehrte Frau Dr Bendig.
    Ich bin sehr verunsichert bzgl meiner Schilddrüsenwerte und würde mich über eine Einschätzung Ihrerseits sehr freuen.
    Ich muss dazu sagen, dass es mir überhaupt nicht gut geht, ich vor lauter Schwindel und anderer Beschwerdem kaum den Tag überstehe.
    TSH 0,60 mU/l
    Ft3 2,15 (2,04-4,40 ng/l
    Ft4 11,8 (9,3-17,1ng/l)
    MAK 16
    Selen 84
    Ferritin 46
    Lt. HA bemisst die SD 2 +2 ml

    MfG

    1. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich zu Ihren Werten nichts sagen kann, ohne Sie und Ihre Geschichte zu kennen. Nur soviel – rechnet man Ihr fT3 und fT4 in relative Werte um, so fällt auf, dass fT3 4,66 % und fT4 32,05 % betragen. Besonders der fT3 Wert ist für einen „Wohlfühlwert“ deutlich zu niedrig (dazu müsste er über 50 % betragen). Auch der relative fT4 ist – wenn auch in geringerem Maß – zu niedrig.

  9. Sehr geehrte Frau Bendig, vor 2 Jahren wurde meine SD entfernt, wegen kalter Knoten – Krebsgefahr. Nun ging das Leiden los , wurde mit 125 mg L – Thyroxien von Hennig eingestellt . Nach der ersten BE — TSH zu niedrig also nur noch 100 mg . Meine Beschwerden fingen mit Muskelschmerzen , vor allem mit dem nächtlichen Erwachen mit Hochschrecken und Herzrasen bis zu 5 mal pro Nacht . Ich bekomme dann Angst, bin Herzmässig durchgeschmeckt im KH, Langzeit EKG zeigt es Nachts an, ist aber nicht bedenklich wurde mir gesagt( bis 130 immer kurz und dann langsam über ne 3/4 Stunde runter auf ca. 60 wieder). Es wurde mir noch 1,25 mg Bisoprolol zur Nacht gegeben , was aber nichts bringt. Dann ab auf die Psychoschiene, sollte mal Opipramol Nachts nehmen , auch damit keine Besserung nur NW. Also weg damit wieder. Dann probieren Sie mal paar Tage Lorazepan — na ich und Benzos – Alptraum – ! Na probiert habe ich es wenige Male — aber auch damit die Symtome — Hochschrecken / Herzrasen. Ich war auch schon im Schlaflabor – ohne Erfolg — ! Psychoschiene , HNO wurde empfohlen — meine SD zog man nicht in Betracht , das schließt man aus .So nun zu meinen Werten , wobei der ft3 Wert immer unten dümpelt und der ft4 weit oben und drüber , der TSH im Normbereich unten oder Mittig zu finden ist. Derzeit nehme ich 87,5 mg L- Thyroxien (175 -1/2 ). Werte vom 01.02.2018 TSHB 1,22 ( 0,3-3,5); ft3 3,89 (3,44-6,0); ft4 18,6 (7,7-16,0) , Ich vermute eine Umwandlungstörung , aber wie erkläre ich das dem HA. Weitere Symtome sind schnelle ermüdbarkeit, frieren zu Abend hin, werde schon depressiv , und die Angst vor der nächsten Nacht — mittlerweile bin ich schon gefeilt , aber der Zustand ist unerträglich. Wäre eine Gabe von zusätzlich T3 hilfreich? , Hasi habe ich nicht, ist jedenfalls nicht vor der Extraktion der SD diagnostiziert. Für eine Antwort wäre ich dankbar. Sonstige Medikation Bisiporolol 2,5 -0- 1,25; Candesartan 6-0-0; Vitamin D 1000 morgens , Mit freundlichen Grüßen S.B

    1. Sie haben völlig Recht, Ihre Werte sprechen sehr für eine Umwandlungsstörung. Es wäre sicherlich eine gute Idee, ein Kombinationspräparat oder auch Schilddrüsenextrakt auszuprobieren und zu sehen, ob Ihre Symptome darunter verschwinden. Wenn Ihr Hausarzt sich nicht überzeugen lässt, kann ich Ihnen nur empfehlen, sich einen neuen Arzt zu suchen.

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