Reinigungsmittel

Reinigungsmittel verursachen Lungenschäden wie bei starken Rauchern

Konventionelle Reinigungsmittel enthalten eine ganze Reihe gesundheitsschädlicher Substanzen. Eine Studie, die an der Universität von Bergen durchgeführt wurde, zeigt auf, dass Putzmittel in Sprayform bei längerem Gebrauch zu einer deutlichen Lungenschädigung im Sinne einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) führen (1). Die auftretenden Schäden sind vergleichbar mit denjenigen, die bei Rauchern auftreten, die 20 Zigaretten täglich rauchen.

Die COPD begegnet uns häufig als „Raucherhusten“, denn Tabakkonsum stellt einen Risikofaktor für ihre Entstehung  dar. Sie ist durch chronische Entzündung und  fortschreitende Verengung der Atemwege sowie Zerstörung des Lungengewebes
gekennzeichnet. Charakteristisch sind chronischer Husten und
Auswurf (chronische Bronchitis) sowie eine dauerhafte
Erweiterungen der Lungenbläschen (Lungenemphysem). Betroffene leiden häufig unter Atemnot – zunächst nur unter Belastung, später auch in Ruhe.

Besonders weibliche Reinigungskräfte sind von der Abnahme der Lungenfunktion betroffen. Die Untersucher gehen aber davon aus, dass auch bei Männern Lungenschäden auftreten, die in der Studie jedoch nicht zutage traten, weil die Anzahl der männlichen Probanden zu gering war (n = 57).

Die Studie wurde über einen Zeitraum von 20 Jahren durchgeführt und beinhaltete 6230 Teilnehmer. Sie zeigte auf, dass professionelle Reinigungskräfte eine um 17 Prozent höhere Abnahme der Lungenfunktion haben als der Durchschnitt.

Und selbst bei Probanden, die „nur“ zuhause putzten, zeigte sich über den Zeitraum von 20 Jahren eine 14 Prozent größere Abnahme der Lungenfunktion.

Ausgelöst wird dies durch in den Reinigungsmitteln enthaltene Substanzen wie Ammoniak, das die Luftwege irritieren kann, und andere Chemikalien, die allergische Reaktionen der Luftwege hervorrufen können.

Auch frühere Studien hatten schon ein erhöhtes  Risiko für das Auftreten einer COPD bei professionelle Reinigungskräfte aufgezeigt. Tatsächlich sind diese die Berufsgruppe mit dem höchsten Risiko für eine COPD.

Die Studie aus Bergen ist jedoch die erste, die sich mit den Langzeitschäden von Reinigungsmitteln auseinandersetzt.

Prof. Cecile Svanes erklärt: „Wir haben befürchtet, dass diese Chemikalien die Lungenfunktion schneller abfallen lassen  als der Alterungsprozess allein, denn sie führen Tag für Tag zu kleinen Schäden in den Luftwegen.“

Scharfe Reinigungsmittel sind völlig überflüssig

Tatsächlich ist die chemische Aufrüstung, die wir betreiben, um dem Schmutz zu Leibe zu rücken, völlig unnötig. Ein Mikrofasertuch und Wasser sind in den meisten Fällen völlig ausreichend.

Und wenn Ihr Kopf dabei nicht mitspielt, dann können Sie auch alte Hausmittel wie Essig und Backpulver einsetzen. Vielleicht geben Sie noch ein ätherisches Zitrusöl hinzu, dann haben Sie auch einen richtig frischen Duft.

Die Studie zeigt wieder einmal, dass eine Luftverschmutzung manchmal an Stellen auftaucht, wo man sie gar nicht vermutet. Zusätzlich zu Reinigungsmitteln ist in Innenräumen auch an eine Luftverschmutzung durch Farben und Klebstoffe zu denken.

Was kann man dagegen tun? Vor allem häufig Lüften. Verwenden Sie möglichst natürliche Reinigungsmittel, die wenig Schadstoffe enthalten. Flüssige Reinigungsmittel sind – jedenfalls hinsichtlich Ihrer Lunge – besser als Sprays.

Oder aber, Sie mischen sich schnell selber einen Allzweckreiniger zusammen. Die Zutaten finden Sie wahrscheinlich sogar in Ihrer Küche.

DIY Allzweckreiniger

  • 1/2 Liter Essig
  • 1/2 Liter Wasser
  • 5-10 Tropfen ätherische Öle nach Wahl (z.B. Rosmarin, Zitrone, Teebaum)

Einfach alles zusammen in eine Glasflasche geben und gut durchschütteln. Und voilà – Reinigen ganz ohne Schadstoffe!

 

(1) Long term effect of cleaning on lung function decline and COPD in the ECRHS study  https://www.thoracic.org/about/newsroom/press-releases/resources/women-cleaners-lung-function.pdf

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