Gefahren einer veganen Ernährung

Wenn wir den Medien glauben sollen, dann ist eine vegane Ernährung das Beste seit der Erfindung von geschnittenem Brot. So betrachtet, könnte man sagen: Und sie ist genauso überflüssig und gefährlich. Ich habe bereits darüber geschrieben, warum ich den Veganismus für keine gute Entwicklung halte.

Natürlich ist es jedem selbst überlassen, für seinen Körper die richtige Ernährung zu finden. Was mich ärgert ist, dass Veganer für sich beanspruchen, die besseren Menschen zu sein (was sie aus ökologischer Sicht absolut nicht sind) und sich gesünder zu ernähren. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein.

Tatsächlich gibt es in der gesamten Menschheitsgeschichte kein Volk, das sich strikt vegan ernährt hat. Warum ist das so? Nun, weil eine vegane Ernährung auf lange Sicht mit dem Leben (und der Fortpflanzung) nicht besonders gut vereinbar ist. Die Vegane Bewegung wurde erst 1944 von Donald Watson gegründet. Das heißt, dass man uns glauben machen will, dass eine Ernährungsform, die erst seit 70 Jahren besteht, für uns besser sein soll als die Ernährung, die wir seit Millionen Jahren hatten und durch die die menschliche Entwicklung erst möglich geworden ist? Irgendetwas stimmt hier doch nicht.

Sicher gibt es immer wieder Menschen, die erzählen, dass sie schon Jahre oder sogar Jahrzehnte vegan leben und sich dabei topfit fühlen. Das mag sein, jeder Mensch ist schließlich anders. Es trifft aber sicher nicht auf die Masse der Veganer zu (und schon gar nicht auf Frauen).

Follow the Money

Wenn wir uns die Beweggründe ansehen, die dazu führen, dass der Veganismus so verherrlicht wird, dann stoßen wir sehr schnell auf Geld. Für die Nahrungsmittelindustrie ist es ein wahnsinnig lukratives Geschäft. Sie können billigst produzierte „Lebensmittel“ mit großem Gewinn verkaufen. Die Medien erhoffen sich eine Steigerung der Auflage. Diäten verkaufen sich einfach gut.

Wirklich interessant wird es aber bei den Beweggründen der Gesundheitsindustrie. Sollten Ärzte es nicht eigentlich besser wissen? Sollte man meinen, aber leider beschränken sich bei den meisten Ärzten die ernährungsphysiologischen Kenntnisse darauf, dass „wer zuviel isst, dick wird“. Und das ist leider genauso falsch wie der Mythos, dass Veganer und Vegetarier gesünder sind.

Aber natürlich profitieren auch die Ärzte und die Pharmaindustrie von einer veganen Ernährungsweise, denn sie macht die meisten Menschen bei längerer Anwendung krank, und nur mit kranken Menschen kann man eine Menge Geld verdienen.

Gefahren einer veganen Ernährung

1. Mangelerscheinungen

Die Hauptgefahr einer veganen Ernährung liegt in der Ausbildung von Nährstoffmangelzuständen. Einige lebenswichtige Nährstoffe kommen nur in tierischen Produkten vor. Diese Nährstoffe sind vor allem für das Wachstum des Fötus und für heranwachsende Kinder essentiell. Aber auch bei Erwachsenen werden diese Mangelzustände zu Krankheitssymptomen führen.

Vitamin A: Extrem wichtig für gesunde Augen, Haut, Knochen, Hormonproduktion und das Immunsystem. Vitamin A spielt eine große Rolle in der Entwicklung des Fötus und in der Verhütung von Geburtsdefekten. Das in Pflanzen (z. B. Karotten) vorkommende Vitamin A ist nur ein Provitamin, das heißt eine Vorstufe von Vitamin A, die von unserem Körper umgewandelt werden muss. Diese Umwandlung gelingt nur sehr unzureichend. „Richtiges“ Vitamin A findet sich in Lebertran, Leber, Butter und Eigelb von Weidetieren und freilaufenden Hühnern.

Vitamin D: Essentiell für das Wachstum, gesunde Knochen, Schutz gegen Tetanie (neuromuskuläre Übererregbarkeit), Krämpfe, Typ 1 Diabetes, Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Krebs, Adipositas, Arthritis und Multiple Sklerose. Es ist wichtig für ein gesundes Immunsystem. Vitamin D ist außerdem notwendig für die Funktion des „Glückshormons“ (Serotonin) und schützt vor Depressionen. Eine ganze Menge Arbeit für ein Vitamin, das eigentlich ein Hormon ist! Natürlich könnte man einen Teil des benötigten Vitamin D auch einfach durch Sonneneinstrahlung bekommen, aber zumindest im Winter ist dies in der nördlichen Hemisphäre praktisch unmöglich. Und außerdem wird uns ja eingetrichtert, dass Sonnenstrahlen absolut zu vermeiden sind, da sie Hautkrebs auslösen können (komisch, dass vor allem Individuen mit Vitamin D Mangel von Hautkrebs betroffen sind). Was bleibt sind Quellen wie Lebertran, Schmalz und andere Produkte vom Schwein, Garnelen, fettiger Fisch und Eigelb von freilaufenden Hühnern.

Vitamin K2: Ich wette, das ist neu für Sie. Jeder kennt Vitamin K aus Pflanzen, das einen Effekt auf die Blutgerinnung hat. Vitamin K2 allerdings ist weniger bekannt. Es sorgt dafür, dass Calcium in Knochen und Zähnen abgelagert wird und verhindert, dass weiche Gewebe (wie Arterien und Nieren) kalzifizieren. Außerdem wird es für die Synthese von Gehirnzellen und für die Fortpflanzung benötigt. Vitamin K2 kommt in bestimmten fermentierten Pflanzen vor (z. B. Sauerkraut und Natto aus Soja), aber die besten Quellen sind Hähnchenleber und vollfetter, abgelagerter Käse.

Vitamin B12: Wird für die Produktion der roten Blutkörperchen benötigt sowie für den Schutz vor Toxinen und für die geistige Gesundheit. Ein Vitamin B12 Mangel kann Verfolgungswahn, Zwangsstörungen, irrationalen Ärger und eine Demenz verursachen. Vitamin B12 kommt nur in tierischen Nahrungsmitteln vor (auch wenn von Veganern immer wieder behauptet wird, es käme auch in Pflanzen vor)! Den höchsten Gehalt an B12 hat Leber. Soll B12 supplementiert werden, muss es übrigens gespritzt werden, da B12 in Tablettenform vom Körper nicht aufgenommen wird (Tabletten können im Magen keinen Intrinsic Factor freisetzen, der für die B12 Aufnahme notwendig ist). Es überrascht nicht, dass ein Vitamin B12 Mangel bei Veganern sehr verbreitet ist. In einer Studie wurde festgestellt, dass 92 % der Veganer diese Mangelerscheinung aufweisen (1).

Zink: Zink ist Co-Faktor in Hunderten von Enzymen und wird für Hormonrezeptoren (Bindungsstellen) und die Produktion von Hormonen wie zum Beispiel Insulin benötigt. Es spielt eine Rolle bei der Zellteilung, in einer funktionierenden Hautbarriere, im Immunsystem, bei der Verdauung, der Glucosetoleranz, einer hohen Stoffwechselrate und beim Geschmackssinn. Zink kann aus pflanzlichen Quellen sehr schwer aufgenommen werden. Die besten Quellen sind rotes Fleisch und Schalentiere.

EPA und DHA: Docosahexaensäure und Eicosapentaensäure. Diese Omega-3 Fettsäuren sind entscheidend für eine gute Hirnfunktion. Sie kommen vor allem in  Lebertran, Innereien und Meeresfrüchten vor. Hanfsamen als Omega-3 Quelle liefern nur α-Linolensäure. Diese kann zwar theoretisch im Körper in EPA und DHA umgewandelt werden, jedoch beträgt die Umwandlungsrate im Normalfall gerade einmal 1 – 3 Prozent – wenn sie außergewöhnlich gut funktioniert auch mal 5 Prozent (2). Das sind ganz schön viele Hanfsamen für eine ausreichende Versorgung! Die hohen Omega-3 Gehalte von Pflanzen sagen also für den Menschen nichts aus.

Arachidonsäure: Kritisch für gesunde Zellverbindungen in der Haut und im Verdauungstrakt und für die lebensrettende Entzündungsreaktion. Die besten Quellen sind tierische Fette und Innereien. Arachidonsäure kann aus Linolsäure gebildet werden. Stark linolsäurehaltige Pflanzenöle und davon abgeleitete Produkte enthalten selbst kaum die reine Arachidonsäure, jedoch tragen die Baustoffe zu deren Bildung bei und unterdrücken zusätzlich natürliche Gegenspieler der Arachidonsäure (z. B. Omega-3-Fettsäuren).

Aminosäuren: Tierisches Protein enthält alle essentiellen Aminosäuren (AS) im richtigen Verhältnis. Im Prinzip kann unser Körper Taurin, Carnitin, Creatin und Carnosin selbst herstellen, aber die Synthese ist für Kleinkinder und viele Erwachsene sehr schwierig. Diese AS sind für viele Körperfunktionen wichtig so zum Beispiel für Energie und die Hirnfunktion, aber auch für den Muskelaufbau und gesunde Knochen (3, 4). Vorkommen: Fleisch, Meeresfrüchte, Innereien.

Cholesterin: Cholesterin ist ein lebenswichtiges Molekül, das in jeder einzelnen Zellmembran vorkommt. Kleinkinder und Millionen Menschen mit genetischen Defekten können nicht genug des von ihrem Körper fürs Wachstum, die Gehirnfunktion und die geistige Gesundheit benötigten Cholesterins herstellen. Es ist auch beteiligt an der Testosteronsynthese, weshalb es nicht überrascht, dass Veganer deutlich niedrigere Testosteronspiegel haben als Fleischesser. Cholesterin kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor. Entgegen der immer noch weit verbreiteten Propaganda trägt es nicht zu Herzerkrankungen bei (es sei denn, man hat zu wenig Cholesterin).

2. Exzessiver Sojakonsum

Viele Veganer verzichten zwar auf tierische Produkte, nicht aber auf Fleisch und Käse. Diese werden üblicherweise ersatzweise aus Soja und zum Beispiel Cashewnüssen hergestellt. Häufig wird Sojaprotein auch als Eiweißquelle eingesetzt. Tatsächlich ist es so, dass Sojaprotein sehr schwer verdaut werden kann, die Schilddrüsenfunktion behindert und im Körper eine östrogenartige Wirkung entfaltet (durch die im Soja enthaltenen Phytoöstrogene). Außerdem enthält Soja eine hohe Konzentration an Phytinsäure, die die Aufnahme von Nährstoffen behindert, und Trypsin Inhibitoren, die in die Verdauung eingreifen können. Wie ich schon in einem anderen Post ausgeführt habe, ist es in größerer Menge absolut nicht gesund.

3. Die Vegane Ernährung enthält wenig hochwertiges Protein

Pflanzen- und Tierproteine unterscheiden sich gravierend in ihrer Qualität. Pflanzenproteine sind keine kompletten Proteine, das heißt sie enthalten nicht alle vom Körper benötigten Aminosäuren. Wie oben bereits beschrieben, kann unser Körper, wenn er die richtigen Bausteine bekommt, einige lebenswichtige AS selbst herstellen. Kann er das nicht, führt das unter Umständen zu großen Problemen. Die Leber zum Beispiel ist für ihre Entgiftungsfunktion auf hochwertiges Protein angewiesen. Steht dieses nicht zur Verfügung, kann die Phase 2 der Entgiftung (Konjugation von Toxinen und Entfernung aus dem Körper über die Galle oder den Urin) nicht durchgeführt werden. Bei Individuen, die sich über lange Zeit vegan ernähren, werden diese Entgiftungssysteme schwächer und es kommt zur Toxinanhäufung.

4. Es gibt keine Studien, die aufzeigen, dass eine vegane Ernährung gesünder als eine omnivore Ernährung ist.

Veganer führen gerne zu Felde, dass ihre Ernährung gesünder ist. Das ist wissenschaftlich nicht bewiesen.  Tatsächlich gibt es eine randomisierte, kontrollierte Studie (also den Gold Standard) zu diesem Thema, nämlich die A – Z Studie. In dieser wurde die Atkins Diät (Low Carb, High Fat) mit der Ornish Diät (Low Fat, fast-vegan) verglichen (5).

Diese Studie zeigt ganz klar, dass die Atkins Diät größere Verbesserungen in so ziemlich allen Gesundheitsmarkern hervorrief, auch wenn nicht alle signifikant waren:

  • Die Atkins Gruppe wies einen höheren Gewichtsverlust auf (10,4 vs. 5,6 Pfund)
  • Die Atkins Gruppe hatte einen größeren Blutdruckabfall
  • Die Atkins Gruppe hatte einen höheren Anstieg im HDL (das „Gute“) Cholesterin
  • Die Atkins Gruppe hatte einen größeren Abfall in den Triglyceriden (den Markern für das Infarktrisiko). Sie fielen um 29,3 mg/dl entgegen nur 14,9 mg/dl in der Ornish Gruppe.
5. Veganismus ist eine Ersatzreligion

Viele Leute vergleichen die vegane Bewegung mit einer Sekte, und ich muss sagen, damit haben sie nicht Unrecht. Ich finde es erschreckend, wenn Ex-Veganer in den Augen ihrer sogenannten Freunde auf einmal zu Verrätern werden, nur weil sie wieder anfangen tierische Produkte zu essen. Es bringt manch einen Veganer dazu, trotz schlechterer Gesundheit einfach weiterzumachen, nur weil er/sie Angst hat sonst geächtet und mit Hass verfolgt zu werden. A propos Hass. Wenn man bedenkt, dass Veganer sich das Wohl der Tiere auf die Fahne schreiben, dann kann man nur feststellen, dass ihnen das Wohl der Menschen wohl nicht so am Herzen liegt (6, 7). Ein bisschen mehr Toleranz wäre sicherlich angebracht.

 

 

(1) Serum Vitamin B12 and Blood Cell Values in Vegetarians, http://www.karger.com/Article/Abstract/176565

(2) Can adults adequately convert alpha-linolenic acid (18:3n-3) to eicosapentaenoic acid (20:5n-3) and docosahexaenoic acid (22:6n-3)?https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9637947

(3) Dietary animal protein intake: association with muscle mass index in older women. http://europepmc.org/abstract/MED/17657359

(4) Relationship between animal protein intake and muscle mass index in healthy women. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19678968

(5) Comparison of the Atkins, Zone, Ornish, and LEARN Diets for Change in Weight and Related Risk Factors Among Overweight Premenopausal Women. http://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/205916

(6) Vegan-Ikonen als Steakesser geoutet – die Hölle bricht los.  http://www.stern.de/genuss/trends/vegan-fleisch-krieg-restaurant-7037374.html

(7) https://www.welt.de/sport/fitness/article137084055/Die-peinliche-Boesartigkeit-vieler-Veganer.html

 

Antinährstoffe

legumes-665788__180Antinährstoffe sind natürlich vorkommende oder synthetisch hergestellte Stoffe, die in Lebensmitteln vorkommen und die Aufnahme von Vitaminen, Mineralien, Proteinen und anderen Nährstoffen verhindern.

Muss Sie das interessieren? Ich glaube schon. Sehen wir uns einmal um, stellen wir fest, dass nicht nur unsere Nahrung nicht mehr so nährstoffreich ist wie noch vor 100 Jahren (vielen Dank an die Agrarindustrie und Monsanto!), sondern dass es auch gerade durch den stark angestiegenen Verzehr von Nahrungsmitteln, die Antinährstoffe enthalten (Getreide, Soja), bei vielen Menschen zu Mangelerscheinungen kommt, die sich z. B. in Form von Osteoporose oder Muskelkrämpfen/-schwäche, aber auch als Depression und Müdigkeit bemerkbar machen können.

Auf welche Nahrungsmittel sollten Sie ein besonderes Augenmerk haben? Vor allem Getreide, Bohnen, Hülsenfrüchte und Nüsse haben viele Antinährstoffe. Sie stellen einen wichtigen Abwehrmechanismus der Pflanzen gegen Schädlinge und andere Fressfeinde dar. Sehen wir es mal realistisch: Auch Pflanzen wollen leben, und da sie nicht weglaufen können, müssen sie eben die chemische Keule einsetzen, um sich zu verteidigen.

Die wichtigsten Antinährstoffe, die Sie aus Ihrem Speiseplan streichen sollten sind:

  1. Gluten. Ich habe schon an anderer Stelle über die Gefahren geschrieben, die von Gluten ausgehen, aber noch einmal in Kürze: Gluten ist ein Getreideprotein, das von Menschen nicht verdaut werden kann, das aber durchaus schädliche Einflüsse auf unseren Verdauungstrakt und unsere Gesundheit hat. Es kann Löcher in der Darmwand verursachen – und damit einen Leaky Gut – und den Grundstein für Autoimmun-erkrankungen legen.
  2. Phytate. Man findet sie in Getreide, Nüssen und Hülsenfrüchten. Phytate hemmen die Mineralienaufnahme (Calcium, Eisen, Zink, Kupfer, Phosphat und Magnesium). Wer Phytate in seiner Nahrung hat, braucht sich keine Gedanken mehr darüber zu machen, ob er wohl einen Mineralstoffmangel haben könnte. Er hat ihn ganz sicher! Phytate sind in der Lage, die Absorption von Phosphat und Zink um 80 % zu hemmen, die von Magnesium immerhin noch um 40 % (1). Es wird auch diskutiert, dass Pepsin durch Phytate gehemmt wir. Pepsin ist für die Verdauung von Proteinen notwendig. Durch Einweichen in Wasser kann die Phytatkonzentration gesenkt werden. Dieses Verfahren sollte unbedingt bei Nüssen (und wenn Sie es unbedingt essen wollen Getreide) angewendet werden. Bei Hülsenfrüchten empfiehlt es sich, diese zu Fermentieren, um den Gehalt an Phytaten zu vermindern.
  3. Trypsin Inhibitoren. Kommen in Hülsenfrüchten vor und sind Moleküle, die die Wirkung von Trypsin herabsetzen können. Trypsin wird für die Eiweißverdauung benötigt, das bedeutet, dass das Eiweiß aus dem Steak vom Weiderind, das sie gerade zusammen mit Hülsenfrüchten essen, womöglich gar nicht in Ihrem Körper ankommt (und das ist doch wirklich ärgerlich!).
  4. Lektine. Finden sich in großer Menge in Hülsenfrüchten und Weizen. Lektine reduzieren ebenfalls die Nährstoffaufnahme und können, da sie durch Magensäure nicht neutralisiert werden, die Darmschleimhaut schädigen und die Bakterienflora des Darms verändern. So können sie zu Verdauungsproblemen führen, die in ihrer Schwere durchaus einer Nahrungsmittelvergiftung gleichen können. Lektine können zur Verklumpung roter Blutkörperchen und als Folge daraus zu Verstopfungen in Gefäßen führen. Dies kann sich zum Beispiel als Kopfschmerzen bemerkbar machen. Da Lektine für Kleinlebewesen giftig sind, werden sie häufig als Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt. Sollten Sie alle diese Informationen nicht davon abhalten können, Hülsenfrüchte zu essen, so rate ich Ihnen, diese wenigstens sehr gut zu erhitzen. Durch das Erhitzen wird ein Großteil der Lektine inaktiviert.
  5. Oxalate. Kommen in fast allen Pflanzen vor. Hohe Konzentrationen findet man in Sojabohnen, Hirse, Spinatgemüse, Amaranth, Mangold, Rhabarber und Heidelbeeren. Aber auch Kakao weist relativ hohe Oxalatwerte auf. Oxalate binden Calcium und können zu Nierensteinen führen. Außerdem wird die Aufnahme pflanzlichen Eiweißes durch die Anwesenheit von Oxalaten gehemmt, was dazu führt, dass vor allem das Protein in Hülsenfrüchten nur teilweise aufgenommen werden kann, was es zu einem qualitativ schlechteren Protein macht (2).
  6. Saponine. Finden sich in Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Auberginen, Zwiebeln, Knoblauch, grünem Paprika und anderen. Sie wirken ähnlich wie Lektine und könnnen Verdauungsprobleme, Leaky Gut und Autoimmunerkrankungen hervorrufen. Sie sind extrem verdauungs-resistent, können in den Blutstrom gelangen und dort eine Immun-antwort auslösen.
  7. Tannine. Sie können Eisen und Zink binden und damit zu einer verminderten Absorption führen. Außerdem hemmen sie Verdauungs-enzyme und führen so zu Problemen wie Blähungen, Durchfall und Verstopfung. Tannine kommen in vielen Pflanzen vor aber vor allem in Hülsenfrüchten wie der Limabohne.
  8. Protease-Inhibitoren. Sie behindern Protein spaltende Enzyme und führen zu einer verminderten Proteinaufnahme.
  9. Isoflavone. Sie gehören zu den Phytoöstrogenen und kommen vor allem in Sojabohnen vor. In geringer Dosierung schreibt man ihnen positive Eigeschaften zu, zum Beispiel antikanzerogene (krebsverhindernde) und lebensverlängernde Wirkungen zu. Bei zu hoher Aufnahme – wie sie unter anderem bei Vegetariern und Veganern vorkommen kann – wird eine erhöhte Anzahl von Hypospadien (Harnleiterfehlbildungen bei Jungen) (3) sowie Menstruationsproblemen und Allergien beobachtet(4).

Es ist ganz klar, dass jedes Lebensmittel den einen oder anderen Antinährstoff enthalten wird. Wie gesagt, es handelt sich um Abwehrmechanismen der Pflanzen. Sie sollten bei der Auswahl Ihrer Lebensmittel darauf achten, dass die Vorteile, die Ihnen ein Lebensmittel bringt, die Nachteile der enthaltenen Antinährstoffe übertrifft. Und ansonsten Vielfalt ist King. Essen Sie möglichst viele verschiedene Nahrungsmittel, um das Risiko der Aufnahme zu großer Mengen eines bestimmten Antinährstoffes möglichst zu umgehen.

 

(1)   Ekholm, Päivi; Päivi Ekholm; Liisa Virkki; Maija Ylinen; Liisa Johansson (Feb 2003). „The effect of phytic acid and some natural chelating agents on the solubility of mineral elements in oat bran“. Food Chemistry. 80 (2): 165–70. doi:10.1016/S0308-8146(02)00249-2

(2)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1455533

(3)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10619956?dopt=Abstract

(4)http://e.hormone.tulane.edu/learning/phytoestrogens.html