Zucker versteckt sich hinter vielen verschiedenen Namen

wave-pattern-956931Gesundheit ist im Trend, und viele Verbraucher versuchen, sich gesund zu ernähren. Dies wird ihnen von der Lebensmittel-industrie aber häufig nicht gerade einfach gemacht. Da wird bei stark zuckerhaltigen Müslis und Getreideflocken damit geworben, dass sie alle wichtigen Vitamine und Spurenelemente enthalten, der Joghurt hat nur 0,1 % Fett und ist selbstverständlich lactosefrei und die glutenfreien Kekse mit Vollmilchschokolade sind bio, das ist doch gesund oder? Gerne wird auch darauf hingewiesen, dass kein Zucker zugesetzt wurde. Das klingt erstmal gut, wenn man dann aber feststellen muss, dass das Produkt Trockenfrüchte, Agavendicksaft und Malzsirup enthält, so ist Haushalts-zucker eigentlich das einzige, was fehlt. Sie sollten aber nicht glauben, dass natürliche Zucker ein Produkt gesünder machen. Für Ihren Körper ist Zucker = Zucker und wird mit einem Anstieg Ihres Insulinspiegels beantwortet. Nur Fruktose ist eine Ausnahme (deshalb aber nicht gesünder).

Ich glaube, es ist höchste Zeit, dass Sie als Verbraucher lernen, Etiketten zu lesen. Sehr viel gesünder wäre es natürlich, auf essbare Dinge, die Etiketten brauchen, einfach zu verzichten. Nahrungsmittel kann man sie eigentlich nicht nennen, denn nähren tun sie ja nicht. Aber sei’s drum.

Hier eine Liste der am häufigsten verwendeten Bezeichnungen für Zucker. Sie ist beileibe nicht vollständig:

  • Zucker, Haushaltszucker
  • Brauner Zucker. Dieser ist eine Zwischenstufe zum weißen Zucker und auf keinen Fall gesünder
  • Dextrose, Dextrin
  • Diglyceride, Disaccharide
  • Fruchtsaftkonzentrat
  • Fruchtzucker, Fruktose
  • Fructooligosaccharide
  • Galaktose
  • Gelierzucker
  • Gerstenmalz
  • Glukose
  • Glukosesirup
  • Honig
  • Invertzucker
  • Isoglucose
  • Isomaltose
  • Kandiszucker
  • Karamell
  • Kokoszucker
  • Kristallzucker
  • Laevulose
  • Lactose
  • Maissirup
  • Maltodextrin, Maltodextrose
  • Maltose, Malzzucker
  • Mannit
  • Melasse
  • Milchzucker
  • Molkenerzeugnis, Molkenpulver
  • Nektar
  • Palmzucker
  • Puderzucker
  • Raffinade
  • Reissirup
  • Rohrzucker
  • Rübenzucker
  • Saccharose
  • Sirup, zum Beispiel Ahornsirup, Agavendicksaft
  • Sorbit
  • Vollmilchpulver
  • Zuckerrohr, Zuckerrüben……

Die Liste umfasst ungefähr 100 Begriffe, die für Zucker eingesetzt werden. Die Nahrungsmittelindustrie verwendet häufig für ein Produkt verschiedene Zuckerarten. Auf diese Weise können sie verhindern, dass Zucker als Inhaltsstoff zu weit vorne in der Zutatenliste stehen muss.

Hier als Beispiel die Inhaltsstoffe der Zimtcerealien einer bekannten Firma, die damit wirbt, dass ihre Frühstücksflocken 32 % Vollkorngetreide beinhalten. Die Auflistung der einzelnen Makronährstoffe auf der Vorder-seite bezieht sich auf eine Portion von 30 g (wer isst jemals nur 30 g) und beinhaltet 7,4 g Zucker. Sehen wir uns mal an, was genau drin steckt.

minis2Wie wir sehen können, enthält dieses Produkt nicht weniger als sechs verschiedene Zucker: Zucker, Glukosesirup, Maltodex-trin, Maisstärke, Dextrose, Zuckerculör. Übrigens auch Vollkornweizen und Reismehl sind letztendlich Zucker! 100 g dieses Produkts haben stolze          73,4 g Kohlenhydrate!!!

 

Das nächste Beispiel ein Superfood Chia Riegel. Von Natur aus reich an Antioxidantien, Vitamin B1 und Omega 3 Fettsäuren. Sehen wir uns mal an, was er uns sonst noch zu bieten hat.

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Auch hier wieder sechs verschiedene Zuckerarten, die diesem“gesunden“Riegel zugesetzt wurden (sechs scheint eine magische Zahl zu sein). Im Einzelnen: Rohrohrzucker, Hochmaltosesirup, Gerstenmalzsirup, Agavendicksaft, Reis-Extrudat und Honig. Dennoch nicht ganz so schlimm wie die Cerealien. Wir kommen hier auf 46 g Kohlenhydrate.

Dies sind nur zwei Beispiele, um sie mit den Tricks der Nahrungsmittel-industrie vertraut zu machen. Sehen Sie sich die Etiketten mal wirklich an. Sie werden überrascht sein,  in wie vielen Produkten Zucker steckt. Auch gerade in Dingen, in denen man ihn nicht vermuten würde. Ein bekannter Soßenbinder zum Beispiel hat drei Zucker: Milchzucker, Maltodextrin und Reismehl. Grill- und Steakgewürz enthält Zucker und Dextrose. Sie könnnen fast sicher sein, dass industriell gefertigte Nahrung immer Zucker dabei hat. Die Nahrungsmittelindustrie weiß genau, dass Zucker süchtig macht (nachgewiesenermaßen mehr als Kokain), und sie würden sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, Sie mit ausgeklügelten Rezepten genau auf ihre Marke einzuschwören. Egal welche vollmundigen Werbeversprechen Ihnen die Hersteller auf der Packungsvorderseite machen, lesen Sie das Kleingedruckte. Und machen Sie sich klar, dass Lebensmittel, die stark verarbeitet sind, ungesund sind. Egal, ob sie bio, vegan oder eben „zuckerfrei“ sind. Junkfood bleibt Junkfood.

 

 

Autor: Simone Bendig

2013 stieß ich auf die Paleo-Diät und damit auf einen völlig neuen Lebensstil. Durch die Paleo Ernährung konnte ich meine seit Jahrzehnten bestehende Migräne heilen. Meine ständige Müdigkeit verschwand, und ich habe heute mehr Energie und fühle mich sehr viel gesünder als mit 30 Jahren. Mein Ziel ist es, möglichst vielen Menschen zu zeigen, wie sie ihren Lebensstil ändern können, um ebenfalls optimale Gesundheit zu erreichen.

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