Lockdowns

Harte Lockdowns verursachen mehr Schäden als sie nützen

Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 stellte sich Gesundheitsminister Spahn hin und erklärte, nach den jetzigen wissenschaftlichen Erkenntnissen würde es einen zweiten Lockdown nicht geben. Man hatte festgestellt, dass weder der Einzelhandel, noch die Gastronomie oder Friseure wesentlich zum Infektionsgeschehen beitrugen. Also Entwarnung für diese Bereiche.
Aber halt, nicht so schnell. Wie nicht anders zu erwarten, stiegen zum Herbst, Winter hin die Infektionszahlen wieder an. Schließlich haben wir zu dieser Zeit immer eine Erkältungswelle – die sogenannte Grippewelle. Nur im Herbst/Winter 2020 nicht. Da gab es nämlich wie durch Zauberhand keine Grippeerkrankungen mehr. Stattdessen spielte das Panikorchester aus allen Rohren die COVID-19 Hymne.

Wie nicht anders zu erwarten, hielten sich die Politiker nicht an ihre Aussagen, sondern führten das Land erst in den Lockdown light (manche nennen ihn zärtlich auch Locki light), nur um dann den harten Lockdown nachzuschieben und die Diskussion über einen Mega Lockdown zu eröffnen.
Doch wie Einstein schon sagte: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ Und wir erleben live, dass er damit völlig richtig lag. Im Gegenteil, das Bundesland mit den schwersten Freiheitseinschränkungen hat die schlimmsten Zahlen (schönen Gruß an Herrn Söder).
In den Medien werden dann gerne Wirtschaftswissenschaftler interviewt, die versichern, dass es der Wirtschaft jetzt deutlich besser gehen würde, wenn die Lockdowns nicht so spät gekommen wären. Dass diese Politiker aber auch immer so lange brauchen, um ganz sorgfältig das Für und Wider dieser Maßnahmen abzuwägen (Ironie off). Nun, wer’s glaubt, wird selig. Aber wenn ich mir so ansehe, wer selig gesprochen wurde, dann ist das vielleicht nicht unbedingt der beste Platz.

Wie effektiv sind Lockdowns wirklich?

 

Ich habe schon vorher darüber geschrieben, dass die WHO von Lockdowns abrät, weil sie schwere Kollateralschäden verursachen.

Diesen Monat ist eine neue Studie von John Ioannidis von der Stanford University herausgekommen, die diese Tatsache wieder einmal eindrucksvoll bestätigt (1). Sie erinnern sich vielleicht noch, John Ioannidis war einer der ersten Wissenschaftler, der gesagt hat, dass es sich bei COVID-19 im Wesentlichen um eine Grippeerkrankung handelt. Eine Auffassung, die später von der WHO übernommen wurde (2).

Nun, die neue, peer-reviewte Studie erschien im European Journal of Clinical Investigation. Die Forscher der Stanford Universität untersuchten, ob Länder, die die restriktivsten „nicht pharmakologischen Maßnahmen“ zur Eindämmung von COVID-19 erließen, niedrigere Infektionsraten im Vergleich zu Ländern hatten, die weniger restriktive und freiwillige Maßnahmen anwandten.

Zu den restriktivsten nicht pharmakologischen Maßnahmen gehörten Ausgangsbeschränkungen und Geschäftsschließungen. Diese fragwürdigen gesellschaftlichen Maßnahmen wurden in folgenden Ländern angewandt:

  • Deutschland
  • England
  • Frankreich
  • Italien
  • Niederlande
  • Spanien
  • USA
  • Iran

Länder wie Schweden und Süd-Korea hatten während der gesamten Pandemie deutlich weniger restriktive Maßnahmen.

Unter Zuhilfenahme eines mathematischen Modells zum Vergleich dieser verschiedenen Länder kamen die Stanford Untersucher zu dem Ergebnis, dass ein „klarer, signifikanter positiver Effekt der restriktiveren (nicht pharmakologischen) Maßnahmen in Bezug auf die Fallzahlentwicklung in den Ländern nicht nachzuweisen war„.

Mit anderen Worten: Hier werden Kinder und alte Menschen gequält, die Wirtschaft an die Wand gefahren und Existenzen vernichtet mit Maßnahmen, die überhaupt nichts bringen??!!

Lockdowns verantwortlich für eine Reihe von Kollateralschäden und Anstieg der Fallzahlen

 

Es kommt aber noch viel besser. In ihren Berechnungen konnten die Forscher aufzeigen, dass der Lockdown und die Geschäftsschließungen in Frankreich sogar eher dafür gesorgt haben, dass die COVID-19 Erkrankungszahlen stärker anstiegen als zum Beispiel in Südkorea. Und dieses Resultat deckt sich mit den Ergebnissen einer Studie, die zu dem Schluss kam, dass es während des Lockdowns in Hunan, China vermehrt zu Übertragungen zwischen Haushaltsmitgliedern kam, denn diese konnten sich ja nicht mehr ausweichen.

Die Autoren der Studie erklären: „Mit anderen Worten könnte es möglich sein, dass Ausgangsbeschränkungen die Übertragung vereinfachen, wenn es dadurch zu vermehrten Personenkontakten in Bereichen kommt, wo eine Übertragung effizient erfolgen kann – also zum Beispiel in geschlossenen Bereichen.“

Tatsächlich zeigen Untersuchungen immer wieder, dass die Ansteckungsgefahr unter freiem Himmel vernachlässigbar ist. Abgesehen davon, dass der Aufenthalt im Freien natürlich sehr positive Auswirkungen auf das Immunsystem und im Falle von einem Aufenthalt in der Natur auch auf den Stresslevel hat.

Aber die Frage, ob Lockdowns und Geschäftsschließungen ein gutes Mittel sind, die Verbreitung der Erkrankung zu verlangsamen ist ja nur ein Aspekt, der berücksichtigt werden muss. Wie die Autoren der Studie anmerken, haben viele der Maßnahmen, die eine Verbreitung des Virus verhindern sollen, gravierende negative Auswirkungen.

Eine Veröffentlichung im JAMA Network Open vom November 2020 (3) kommt zu dem Ergebnis, dass allein die Schulschließungen vom Frühjahr 2020 „im Zusammenhang mit einem letztendlich höheren Verlust an Lebensjahren stehen könnten als wenn die Schulen offen geblieben wären.“

Auch Arbeitsplatzverluste und wirtschaftlicher Zusammenbruch dürfen nicht ignoriert werden.  So stieg die Arbeitslosenquote vom Dezember 2019 zum Dezember 2020 von 4,9 auf 5,9 Prozent (4). Das ist zwar weniger als der Höchstwert von 6,4 Prozent, der im August erreicht wurde, aber der große Zuwachs steht uns ja erst noch bevor, wenn die Insolvenzwelle der Geschäfte, die durch den Lockdown zerstört wurden, ins Rollen kommt (5).

Und wie reagiert die Bundesregierung auf diese Nachrichten? Die macht sich jetzt Gedanken, ob man mit einem noch härteren Lockdown endlich die Fallzahlen nach unten bekommt. Keine Frage nach den Zahlen der tatsächlich Erkrankten, keine Frage nach Krankenhausbelegungen, keine Frage nach Intensivbettenkapazitäten. Aber es wäre ja auch zu peinlich einzugestehen, dass man einen Riesenfehler gemacht hat.

 

(1) Assessing Mandatory Stay-at-Home and Business Closure Effects on the Spread of COVID-19  https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/eci.13484

(2) Infection fatality rate of COVID-19 inferred from
seroprevalence data  https://www.who.int/bulletin/online_first/BLT.20.265892.pdf?ua=1

(3) https://media.jamanetwork.com/news-item/years-of-life-lost-associated-with-school-closures-during-covid-19/

(4) Arbeitslosenquote Deutschland  https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/Arbeitsmarkt/arb210a.html

(5) https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/505804/Insolvenz-verschoben-Wer-denkt-dass-man-die-Wirtschaft-folgenlos-herunterfahren-kann-der-irrt

 

 

 

2 Gedanken zu „Harte Lockdowns verursachen mehr Schäden als sie nützen“

  1. Das habe ich doch schon im Oktober gefragt, wann die merken, dass ein Lockdown mehr schadet als nützt. Da ich diese Woche bemüht war, in der Sendung Hart aber fair zu Wort zu kommen, das aber nicht geklappt hat, möchte ich hier Auszüge aus meiner Mail zitieren, das passt sehr gut zum Thema? Ein paar Wochen halte ich noch durch, aber dann?

    >>Niemand scheint zu bemerken, dass sich die Regierung sehr einseitig beraten lässt. Nein, ich bin keine Verschwörungstheoretikerin, ich war selbst viele Jahre als Redakteurin tätig, bis ich Tierpsychologie studiert habe. Andere Experten kommen nirgends auch nur im Ansatz zu Wort, niemand vertritt Menschen wie mich, die jetzt ihre Reserven verbrauchen, ohne Einkünfte seit März 2020. Ich habe Tiere zu ernähren, ich selbst würde hungern, wenn nötig! Von den Pferden, die ich auf dem Hof betreue, stammen drei aus schlechter Haltung (tierschutzrelevant, vorher). Aber mit dieser Arbeit, die ich mit Herzblut mache, bin ich natürlich nicht systemrelevant!?

    Die Chefredakteurin eines Philosophiemagazins brachte es diese Woche auf den Punkt: Ich brauche niemanden, der mir sagt, wo ich Rücksicht nehmen muss und wo ich besser aufpassen sollte. Die Impfung ist nicht die Lösung, es wird weiterhin Zoonosen geben, die wir Menschen selbst verursachen. Ich brauche auch keine Blockwarte, das Denunziantentum lauert überall. Junge Sportler, die gesund und widerstandsfähig sind, werden gedizzt, wie der Tennisspieler Zverev letztes Jahr, dabei sind diese Menschen nicht so sehr die Ursache für das Infektionsgeschehen. Fußball, Handball, das läuft doch auch weiter! Das ist schwer verständlich für uns, die wir eingeschränkt sind.

    Uns erschließt sich nicht, warum ein anderer Umgang mit Viren nicht diskutiert wird, wie ihn andere Länder wählen? Schweden ist nicht die einzige Nation, die auf ihre Bürger setzt, mit Eigenverantwortung mehr erreicht, und die das Leben anders bewertet als wir hier, ethisch, moralisch und auch wirtschaftlich. Abschließend stellt sich MIR die Frage: woher nehmen die alle diese Zahlen? Der Widerstand wächst, auch wenn ein paar ihn aufgegeben haben. Diese Maßnahmen, das beweist der lange Lockdown doch ständig, sind zum Scheitern verurteilt – und was jetzt? Nein, ich glaube nicht an den Sinn der Impfung und ich bin medizinisch ausgezeichnet informiert, als ehemalige Medizinjournalistin<<

    Die Krankenkasse möchte von meinem ersparten Geld, das mich über die Corona-Maßnahmen bringen soll, nun auch noch monatliche Beiträge kassieren, zusätzlich zu dem Satz, den ich eh schon zahle? Wofür, ich verbrauche das gar nicht, da ich durch Eigenverantwortung jeden Arztbesuch vermeide! Es schreit nach einer Gesundheitsreform, bitte, Solidarität! Die Rückkehr in den alten Beruf ist mir verbaut: Die Honorare, die bei ca. 13 Euro für eine halbe DIN A4 Seite liegen, erklären vielleicht auch, warum die Medien so schlecht berichten?

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