Seife

DIY Seife ganz ohne chemische Zusätze

Wir werden in unserem täglichen Leben mit einer Vielzahl von Chemikalien konfrontiert. Da ist die allgegenwärtige Luftverschmutzung durch Autoabgase, Kohlekraftwerke und ähnliches, aber auch im privaten Bereich sind wir einer Vielzahl von  Chemikalien ausgesetzt.

Dies betrifft nicht zuletzt die Körperpflege. Haben Sie sich schon mal den Spaß gemacht, nachzuschauen, was in Ihren Pflegeprodukten so drinsteckt? Ich lasse mir tatsächlich manchmal von Klienten die Inhaltsstoffe ihrer Seife oder ihres Duschgels vorlesen. Sie können sich vielleicht vorstellen, dass da häufig keine Lesewettbewerbe gewonnen werden. Kein Wunder bei solchen Zutaten: AquaSodium Laureth SulfateSodium ChlorideParfumGlycerinCocamide MEA,Citric AcidSodium BenzoateButylphenyl MethylpropionalHexyl CinnamalLimonene,LinaloolCI 14720CI 28440. 

Gut für die, die wissen, dass ein Stoff wie Butylphenyl Methylpropional ein starkes Allergen ist. Für Kontaktallergiker ist dieser Duftstoff alles andere als empfehlenswert. Er sollte auch von Asthmatikern und Personen mit hyperreagiblen (überempfindlichen) Atemwegen generell gemieden werden.

Auch Cocamide MEA ist ein bedenklicher Stoff, der zur Bildung von Nitrosaminen führen kann. Das Problem? Nitrosamine sind krebserregend.

Sodium Laureth Sulfat ist in sehr vielen Körperpflegeprodukten enthalten (Schaumbildner) und hat ebenfalls ein hohes Allergiepotential, da es die Barrierefunktion der Haut schwächt.

Von Parfum will ich gar nicht erst anfangen. Hierunter fallen zum Beispiel Phthalate, die die Hormonfunktion stören und zur Gewichtszunahme führen sowie auch Stoffe, die als Abbauprodukte Dioxine (ebenfalls krebserregend) bilden.

Ich halte es also für eine sehr gute Idee, Seife einfach selbst herzustellen. Frei nach dem Motto: Tue nichts auf deine Haut, dass du nicht auch essen würdest. Okay: Natriumhydroxid würde ich jetzt nicht essen, aber alle anderen Zutaten dieser Seife schon.

 

Zutaten:

Benötigtes Zubehör:

Ich benutze für die Seifenherstellung extra Zubehör, wenn man die benutzten Sachen wirklich gut reinigt, kann man aber auch die vorhandenen Küchenutensilien nehmen. Gebraucht wird:

  • Slow cooker (ich habe drei, gehe aber nicht davon aus, dass der in jeder Küche rumsteht). Ist aber eine lohnende Anschaffung.
  • 2 Glasgefäße zum Anmischen der Seifenlauge
  • Kochlöffel (Metall oder Kunststoff)
  • Stabmixer
  • Seifenform oder Backform aus Silikon
  • Gummihandschuhe
  • Schutzbrille

Die benutzten Utensilien sollten sofort gut abgespült und mit Essig ausgewaschen werden, damit eventuell noch vorhandenes NaOH neutralisiert wird.

Zubereitung:

  1. Sorgen Sie für einen sauberen, gut belüfteten Arbeitsplatz (Kinder und Haustiere sollten Ihnen nicht in die Quere kommen).
  2. Wiegen Sie die Öle ab und tun Sie sie in den Slow cooker.
  3. Stellen Sie den Slow cooker auf „High“ bis die Öle heiß werden, dann auf „Low“ runterstellen.
  4. Währenddessen messen Sie das NaOH und das Wasser in separaten Gefäßen ab. Beim Arbeiten mit NaOH immer Schutzkleidung tragen.
  5. Gehen Sie mit dem Wasser und dem NaOH nach draußen (oder ans offene Fenster).
  6. Gießen Sie das Wasser in ein Glas mit ca. 1 l Fassungsvermögen.
  7. Geben Sie langsam das Natriumhydroxid zum Wasser dazu und rühren Sie vorsichtig mit einem Löffel aus Metall oder Plastik um. Auf keinen Fall das Wasser auf das Natriumhydroxid kippen!
  8. Die Mischung wird trüb und sehr heiß (Glas nicht mit bloßen Händen anfassen). Lassen Sie sie ca. 10 Minuten abkühlen, dann ist sie wieder klar.
  9. Wenn das Öl im Slow cooker ca. 50 – 60°C hat gießen Sie die Natronlauge vorsichtig dazu und rühren um.
  10. Nehmen Sie den Stabmixer und mixen Sie ca. 4 – 5 Minuten. Zu diesem Zeitpunkt sollte die Mischung sich andicken, sodass der Stabmixer eine Spur hinter sich herzieht (wie ein Pudding).
  11. Tun Sie den Deckel auf den Slow cooker und lassen Sie die Seife ca. 45 – 55 Minuten vor sich hin köcheln.
  12. Die Seife ist fertig, wenn keine Ölpfütze mehr in der Mitte steht. Nimmt man etwas von der Seife zwischen zwei Finger, dann sollte es sich wachsig anfühlen. Gibt man es auf die Zunge und bekommt einen „Schlag“, dann ist die Seife noch nicht fertig und muss noch etwas weiterkochen.
  13. Ist die Seife fertig gekocht, schalten Sie den Slow cooker aus. Jetzt können bei Bedarf ätherische Öle zugefügt werden.
  14. Löffeln Sie die Masse in eine Seifen- oder Kuchenform aus Silikon und bedecken Sie diese mit Backpapier.
  15. Nehmen Sie die Seife nach 24 Stunden aus der Form. Wenn Sie eine Kuchenform verwendet haben, sollten Sie sie die Seife jetzt in einzelne Stücke schneiden.

Im Prinzip kann die Seife sofort benutzt werden, ich lasse sie aber immer noch 1 – 2 Wochen stehen, damit sie besser durchhärtet und dann länger hält.

Die schwarzen Flecken in der Seife sind übrigens Mohnsamen, die ich einfach in die Seifenmasse mit hineingetan habe. So kann man die Seife gleich als Peeling nutzen. Außerdem sieht es nett aus.

 

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