Mammographie

Mammographie – mehr Schaden als Nutzen?

Die Mammographie gilt für viele als das Non-plus-ultra was die Brustkrebsvorsorge angeht. So wird es jedenfalls in der breiten Öffentlichkeit vertreten. Sicher hat Ihr Gynäkologe oder Ihre Gynäkologin Sie auch schon auf diese Vorsorgeuntersuchung hingewiesen, die alle 1 – 2 Jahre durchgeführt werden soll.

Aber sind Mammographien tatsächlich so harmlos und nützlich wie sie immer dargestellt werden? Oder stellen Sie nicht sowohl ein erhebliches Strahlenrisiko (und damit auch Krebsrisiko) sowie das Risiko für eine Überdiagnostik mit entsprechenden – womöglich völlig unnötigen – invasiven Untersuchungen dar.

Bei Fortbildungen wird von Gynäkologen selbst zugegeben, dass eine Mammographie nur eine sehr beschränkte Aussagekraft hat. Speziell bei dichtem Drüsengewebe ist eine Aussage kaum möglich. In diesem Fall wird dann häufig auf eine hochauflösende Ultraschalluntersuchung zurückgegriffen (ganz ohne Strahlenbelastung). Diese Untersuchung ist angeblich wesentlich aussagekräftiger, was die Frage aufwirft, warum sie dann nicht statt der Mammographie für das Screening herangezogen wird.

 

Mammographien liefern häufig falsch positive Ergebnisse, die eine weiterführende Diagnostik nach sich ziehen

 

In den Annals of Family Medicine erschien eine Studie, die sich mit den psychosozialen Auswirkungen eines falsch positiven Mammographieergebnisses auseinandersetzt (1). Darin wird aufgezeigt, dass ein falsch positives Ergebnis durchaus realen und langanhaltenden Schaden bei den betroffenen Frauen bewirken kann.

Und das Erschreckende daran ist, dass diese Probleme von den Frauen nicht ad acta gelegt werden können, wenn sie erfahren, dass doch keine Krebserkrankung vorliegt, sondern dass diese Frauen auch drei Jahre nach der falschen Diagnose noch unter folgenden Problemen litten:

  • Niedergeschlagenheit
  • Ängstlichkeit
  • Negative Auswirkungen auf das Verhalten
  • Negative Auswirkungen auf den Schlaf
  • Anzahl der Selbstuntersuchungen der Brust
  • Negative Auswirkungen auf die Sexualität
  • Gefühl der Attraktivität
  • Fähigkeit, Gedanken auszuschließen
  • Sorgen über Brustkrebs
  • Innere Ruhe
  • Soziale Netzwerke
  • Existentielle Werte

Bedenklich ist dabei, dass Frauen, die von einer falsch positiven Diagnose betroffen waren, auch sechs Monate nach Richtigstellung (nachdem sie also wussten, dass sie keinen Brustkrebs haben) noch über Veränderungen in existentiellen Werten und innerer Ruhe berichteten, die von der Größenordnung her mit denen von Frauen, die tatsächlich Brustkrebs hatten, übereinstimmten.

Das heißt auch nachdem Entwarnung gegeben worden war, waren die negativen seelischen Effekte des Traumas einer Krebsdiagnose vergleichbar mit dem tatsächlichen Vorliegen einer Krebserkrankung.

Kann sich eigentlich jemand vorstellen wie viel Leid das für die betroffenen Frauen bedeutet?

 

Erhöhte Selbstmordraten und Todesfälle aufgrund cardialer Ereignisse in der ersten Woche nach Krebsdiagnose

 

Wenn man bedenkt, dass die Wahrscheinlichkeit einer falsch positiven Wiedereinbestellung oder Biopsie in einem Zeitraum von 10 Jahren bei über 50 % liegt (2), dann wird schnell klar, dass Millionen von Frauen von einem falsch positiven Ergebnis betroffen sind.

Die Auswirkungen dieser Überdiagnostik schlagen sich in objektiv quantifizierbaren körperlichen Symptomen nieder. So erschien im New England Journal of Medicine eine Studie, die aufzeigte, dass in der ersten Woche nach der Diagnose einer Krebserkrankung die Selbstmordrate in der untersuchten Population um das 16-fache und das Risiko eines Herztodes um das 26,9-fache erhöht war (3).

Es ist so ein bisschen wie Voodoo, aber Tatsache ist, dass Ärzte sich darüber klar sein müssen, dass die Worte „Sie haben Krebs“ bei den Patienten weitreichende Folgen haben können.

Diese Studien zeigen ganz klar, dass eine Screeningmethode wie die Mammographie Risiken in sich trägt, die weit über die Risiken hinaus gehen, die sie eigentlich aufspüren soll. Im Laufe eines Jahres wurden in Deutschland wegen unklarer Befunde 129.000 Frauen erneut einbestellt, weil die Verdachtsdiagnose Brustkrebs im Raume stand. Tatsächlich lag die Erkrankung nur bei 17430 Patientinnen vor (4).

Im New England Journal of Medicine erschien eine Studie, in der aufgezeigt wurde, dass in den USA 30 Jahre Mammographie Screening dazu geführt haben, dass 1,3 Millionen Frauen unnötigerweise wegen einer Brustkrebserkrankung behandelt wurden (das heißt Operation, Chemotherapie, Bestrahlung), bei denen überhaupt keine Indikation vorlag, weil die sogenannte „Krebserkrankung“ sich nicht zu einem Brustkrebs entwickelt hätte (5). Und zu dieser Zahl muss man dann noch die falsch positiven Befunde rechnen, die sich rechtzeitig vor Therapiebeginn als negativ herausstellen. Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, dass die Mammographie kein wirklich nützliches Screeninginstrument ist.

 

Strahlenschäden durch die Mammographie

 

Das ist aber ja bei weitem noch nicht alles. Denn die Mammographie stellt natürlich auch eine Strahlenbelastung dar, die auch selber zur Entstehung einer Brustkrebserkrankung beitragen kann.

 

So kam zum Beispiel eine Studie, die 2006 im British Journal of Radiobiology veröffentlicht wurde, zu dem Schluss, dass die Strahlung bei der Mammograpie sehr viel krebserregender ist als angenommen wurde (6).

„Kürzlich durchgeführte Studien legen zwingende Beweise vor, dass die niedrigenergetische Strahlung, die für die Mammographie verwendet wird, 4-mal – womöglich sogar 6-mal – effektiver Mutationen erzeugt als höherenergetische Strahlung. Da sich die Schätzungen des Strahlungsrisikos auf hochenergetische Gammastrahlung beziehen, bedeutet dies, dass das Risiko für durch Strahlung verursachte Brustkrebserkrankungen um den gleichen Faktor unterschätzt wird.“

Bei den aufgezeigten Gefahren, die eine Mammographie mit sich bringt, muss man sich natürlich fragen, ob man diese Vorsorgeuntersuchung tatsächlich durchführen lassen will. Tatsache ist, es gibt bessere Methoden für die Brustkrebsfrüherkennung. Hierzu gehört natürlich auch die Selbstuntersuchung, aber eben auch die Ultraschalluntersuchung, die Thermographie (die wesentlich effektiver frühen Brustkrebs aufzeigen kann) und auch die Magnetresonanztomographie, die bei Patientinnen mit einer positiven Familienanamnese für Brustkrebs als strahlungsfreie Alternative angesehen wird (7).

 

 

(1) Long-Term Psychosocial Consequences of False-Positive Screening Mammography  http://www.annfammed.org/content/11/2/106.long

(2) Cumulative probability of false-positive recall or biopsy recommendation after 10 years of screening mammography  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3209800/

(3) Suicide and Cardiovascular Death after a Cancer Diagnosis  http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1110307#t=articleDiscussion

(4) http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/mammografie-screening-unklarer-befund-ist-meist-fehlalarm-a-1102432.html

(5) Effect of Three Decades of Screening Mammography on Breast-Cancer Incidence  http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1206809

(6) Enhanced biological effectiveness of low energy X-rays and implications for the UK breast screening programme.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16498030

(7) Mammography-oncogenecity at low doses.   https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19454801

 

Ein Gedanke zu „Mammographie – mehr Schaden als Nutzen?“

  1. Das höchste Risiko für eine Frau eine Brustkrebspatientin zu werden, ist wenn sie regelmässig eine Mammographie kriegt.

    Die echten Fakten über Brustkrebs und Mammografie (Bruströntgen) haben schon lange gezeigt, dass die vorsorgliche Früherkennung von „Krebsen“ mit Präventionsmaßnahmen (Beispiel: Mammografie, Tomosynthese und herkömmliche Mammografie) in vielen Fällen falsch ist (hauptsächlich wegen vielen Überdiagnosen) aber ganz viele Frauen trotzdem behandelt werden (deswegen sind die ein Opfer der Übertherapien). Das Ergebnis is, dass Millionen von Frauen missbehandelt und umgebracht worden sind wegen diesen „fortgeschrittenen“ Untersuchungen und medizinischen Behandlungen, und dass Mammografie (Tomosynthese und herkömmliche Mammografie) viel mehr schweren Schaden anrichtet als dass es bedeutendes Gutes bringt (Mammografie ist meistens Früherkennung von falschen „overdiagnosed“ Krebsen und Spätererkennung, nicht Früherkennung, von echten Krebsen) (Quellen: Peter Gotzsche’s ‚Mammography Screening: Truth, Lies and Controversy‘ and Rolf Hefti’s ‚The Mammogram Myth‘ – sehe https://www.supplements-and-health.com/mammograms.html ).

    Jeder der dieses Thema ein wenig genauer anguckt, kann sehen, dass es fast ausschliesslich fabrizierte Statistiken und „wissenschaftliche“ Daten/Evidenz vom medizinischen Riesengeschäft sind, die diesen Test unterstützen.

    Das riesige medizinische Krebsgeschäft hat schon jahrzehntelang das Volk angelogen mit falschen Statistiken. Dieses riesengrosse Geschäft sagt den Leuten wie unglaublich „forgeschritten“ ihre Präventionsmaßnahmen, Untersuchungen und Behandlungen sind, aber verschweight den grossen Schaden, den sie wirklich anrichten. Es ist fast alles Lüge.

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