Archiv der Kategorie: Allgemein

Paracetamol – nicht so harmlos wie gedacht?

Ich  möchte wetten, dass Sie auch schon Paracetamol genommen haben, um Ihre Kopfschmerzen loszuwerden. Das haben wohl die meisten von uns. In Deutschland nehmen rund 3,8 Millionen Menschen regelmäßig Kopfschmerztabletten.

Paracetamol ist ein weit verbreitetes Schmerzmittel aus der Gruppe der Cyclooxygenasehemmstoffe (Nichtopioid-Analgetika) und wird bei leichten bis mäßig starken Schmerzen unterschiedlicher Ursache eingesetzt. Zudem wird es als Fieber senkendes Medikament (Antipyretikum) eingesetzt. Paracetamol – nicht so harmlos wie gedacht? weiterlesen

Sind Bio-Lebensmittel gesünder?

Jedes Mal wenn Sie in einen Supermarkt gehen, haben Sie Tausende Produkte zur Auswahl. Essen muss schließlich jeder, und so bemühen sich mehr und mehr Konsumenten angesichts von farbenfrohen Verpackungen mit Bildern einer heilen Welt, die richtige Entscheidung für eine gesunde Ernährung zu treffen. Immer wieder werden diese Produkte als völlig neu und mit verbesserem Geschmack, Qualität und Inhaltsstoffen angepriesen.

Leider werden nur allzu oft alle möglichen chemischen Zusatzstoffe in die Produkte eingebracht, um diese „Verbesserungen“ zu erzielen. Geschmacksverstärker wie Salz und Zucker, Konservierungsstoffe, die für eine längere Haltbarkeit sorgen und Farbstoffe, damit diese sogenannten „Nahrungsmittel“ appetitlicher aussehen. Diese Substanzen sind der Traum eines jeden Verkäufers und extrem profitabel für eine Industrie, für die es nur um einen möglichst großen Marktanteil geht. Sind Bio-Lebensmittel gesünder? weiterlesen

Ein hoher Blutzuckerspiegel lässt das Gehirn schrumpfen

Manchmal kommt es doch auf die Größe an

Forscher haben eine direkte Verbindung zwischen einer Abnahme der Größe des Hippocampus – des Gedächtniszentrums des Gehirns – und der allgemeinen Hirngesundheit gefunden. Es wurde nachgewiesen, dass erhöhte Blutzuckerspiegel einen direkten Zusammenhang zur Hirnatrophie (Hirnschrumpfung) und daraus resultierenden Problemen betreffend des Erinnerungsvermögens, Lernens und kognitiven Fähigkeiten haben.

Eine Studie der Berliner Charité untersuchte 141 gesunde Probanden mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren, die weder einen Diabetes noch eine Demenz aufwiesen, hinsichtlich der Fragestellung, ob es einen Zusammenhang zwischen Gedächtnisleistungen und der Größe der Hippocampusregion im Gehirn gibt (1).

Es wurde eine Bewertung der Gedächtnisleistung und Lernfähigkeit für neue Inhalte durchgeführt und die Größe des Hippocampus mittels eines MRT (Magnetresonanztomographie) des Gehirns gemessen. Die Blutzuckerspiegel der Probanden wurden im Hinblick auf Verbindungen zu den anderen Parametern bewertet.

 

Niedrigere Blutzuckerspiegel sind mit besserem Gedächtnis, Lernfähigkeit und Hirnfunktion assoziiert

Die Untersucher fanden eine direkte Korrelation zwischen niedrigeren Blutzuckerspiegeln und positiveren Ergebnissen in mehreren Hirnfunktionsbereichen. Niedrigere Glucosespiegel hatten eine signifikante Verbindung zu besseren Gedächtnisleistungen sowie einer höheren Fähigkeit neue Dinge zu lernen. Es gab auch einen starken Zusammenhang zwischen den Blutzuckerspiegeln und der Größe des Hippocampus. Es fand sich eine deutlich ausgeprägtere Hirnschrumpfung bei Probanden mit hohen Blutzuckerspiegeln.

Co-Autorin Dr. Flöel merkt dazu an:

„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass es selbst für Menschen, die sich im normalen Referenzbereich bewegen, eine vielversprechende Strategie zur Vermeidung von altersbedingten Gedächtnisproblemen und kognitivem Verfall sein könnte, den Blutzuckerspiegel zu senken.“

2012 wurde die PATH Studie (Population Assessment of Tobacco and Health) veröffentlicht, die ebenfalls aufzeigte, dass Blutzuckerwerte im hoch normalen Bereich mit einem kleineren Volumen von Hippocampus und Amygdala (Mandelkerne) einhergehen (2). Die Amygdala beeinflussen als Teil des limbischen Systems Emotion und Erinnerung in vielfältiger Weise – vor allem, wenn Angst und Wut auftreten, sind sie im Spiel.

Die Autoren folgern dass sogar im subklinischen Bereich (die Blutzuckerspiegel, bei denen es zur Volumenabnahme von Hippocampus und Amygdala kam waren unter 6,1 mmol/L – das ist im Normbereich) und in Abwesenheit von einem Diabetes, die Überwachung und Steuerung von Blutzuckerspiegeln einen Einfluss auf die Gesundheit des Gehirns haben können. Sie stellen zur Diskussion, ob diese Ergebnisse, wenn sie von anderen Forschergruppen so reproduziert werden (was mit der deutschen Studie der Fall ist), zu einer Re-Evaluation des Verständnisses von „normalen“ Blutzuckerspiegeln und der Definition von Diabetes führen sollten.

Auch in Abwesenheit von Gesundheitsproblemen wie Typ II Diabetes und eingeschränkter Glucosetoleranz scheinen hohe Blutzuckerspiegel das Gehirn und die allgemeine Gesundheit negativ zu beeinflussen. Eine Senkung und Regulierung des Blutzuckers ist für viele gesundheitliche Aspekte wichtig, und jetzt können wir auch noch Gedächtnis und kognitive Leistung mit auf die Liste setzen.

Zusätzlich zu ihren Effekten am Gehirn haben hohe Blutzuckerspiegel auch Auswirkungen auf Herzerkrankungen (3), Diabetes, Adipositas (4) und Demenz (5).

 

 

Ein weiterer Grund hohe Blutzuckerspiegel zu vermeiden.

Die negativen Auswirkungen durch einfache Kohlenhydrate und Zucker in der Ernährung stehen schon seit einigen Jahren im Rampenlicht. Die Studie der Berliner Charité unterstreicht noch einmal die Wichtigkeit, auf Nahrungsmittel mit einem Blutzucker steigernden Effekt zu verzichten. Sorry, aber so ist es nun mal. Unser Körper ist für den von uns betriebenen Zuckerkonsum nicht vorgesehen. Und wie immer an dieser Stelle: Auch das gesunde Vollkornbrot und das Bio-Müsli gehören in diese Kategorie.

Die gute Nachricht ist, was übrig bleibt, wenn wir diese Dinge von unserem Speiseplan streichen, ist super lecker und vielfältig. Sie haben eine riesen Auswahl an bunten Obst- und Gemüsesorten, grünem Blattgemüse, Nüssen und Samen. Dazu kommt noch Protein von Tieren aus artgerechter Haltung, die nicht mit einer getreidelastigen Ernährung krank gemacht wurden, und wirklich leckere Fette wie zum Beispiel Butter von Weidetieren, Avocados, Olivenöl und fetthaltige Fische.

Warum Vorbeugung so wichtig ist: Abbau von Hirnmasse ist schwer umkehrbar

Es gibt jetzt mehrere Studien, die einen Zusammenhang zwischen Blutzuckerspiegeln und einer Volumenabnahme von wichtigen Hirnarealen nachweisen, die zu einer Verminderung von Gedächtnisleistungen und anderen Hirnfunktionen führen können.

Diese Ergebnisse sind besonders für die ältere Bevölkerung von Interesse, da es keine Medikamente gibt, die die Hirnmasse wieder aufbauen können. Zwar gibt es einzelne Fallbeispiele über Patienten mit Alzheimer Demenz, die durch eine radikale Ernährungsumstellung einen Teil ihrer verloren gegangenen Hirnleistung wiedererlangen konnten, aber Sie wissen ja: Vorbeugen ist besser als heilen.

Im besten Fall sollten Sie durch diese Studienergebnisse hoch motiviert sein, Ihren Blutzuckerspiegel durch entsprechende Ernährungsmaßnahmen möglichst niedrig zu halten. Und dabei ist es völlig egal, ob Sie jetzt alt oder jung sind. Im Gegenteil: Je früher, desto besser!

 

 

(1) Higher glucose levels associated with lower memory and reduced hippocampal microstructure. http://www.neurology.org/content/81/20/1746

(2) Higher normal fasting plasma glucose is associated with hippocampal atrophy: The PATH Study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22946113

(3) http://www.nhs.uk/news/2014/02February/Pages/Sugar-intake-linked-to-heart-disease-deaths.aspx

(4) https://intensivedietarymanagement.com/insulin-causes-weight-gain-hormonal-obesity-iv/

(5) Glucose Levels and Risk of Dementia. http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1215740

 

http://www.nhs.uk/news/2014/02February/Pages/Sugar-intake-linked-to-heart-disease-deaths.aspx

http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1215740

 

4 Ursachen warum Ihre guten Darmbakterien geschädigt werden können

Irgendwie haben wir ja schon immer so ein Bauchgefühl gehabt, dass unser Darm wohl ein ganz besonderes Organ ist. Und tatsächlich ist der Darm, bzw. seine Bewohner – das sogenannte Darmmikrobiom ein ganz heißes Forschungsgebiet.

Viele Menschen sind immer noch der Ansicht, dass Bakterien etwas Ekliges sind, das unbedingt bekämpft werden muss (sehen Sie sich nur mal die Reinigungsbomben in Ihrem Drogeriemarkt an). Aber bei Wissenschaftlern setzt sich inzwischen die Erkenntnis durch, dass diese kleinen Lebewesen für uns extrem wichtig sind und wir uns mit ihnen besser auf sehr guten Fuß stellen sollten. 4 Ursachen warum Ihre guten Darmbakterien geschädigt werden können weiterlesen

Statine – wenig Wirkung, viel Nebenwirkung

Millionen Menschen nehmen Medikamente, die einen erhöhten Cholesterinspiegel senken sollen. Die meisten davon gehören in die Klasse der Statine (zum Beispiel Simvastatin). Ursache dieser Verschreibungswelle ist die inzwischen eigentlich überholte Ansicht, dass ein zu hoher Cholesterinspiegel zu Herzerkrankungen (namentlich einem Herzinfarkt) führen kann.

Das Problem ist, dass diese Statine auch Patienten verschrieben werden, für die sie überhaupt keine Wirksamkeit haben. Die einzige Gruppe, für die eine gewisse – wenn auch sehr geringe – Wirksamkeit in Studien nachgewiesen werden konnte, sind Männer zwischen 40 und 50 Jahren, die bereits einen Herzinfarkt gehabt haben (also als sogenannte Sekundärprävention). In der Primärprävention (also bei Personen, die noch keinen Herzinfarkt gehabt haben) versagen sie vollkommen (1). Vor allem bei Patienten über 70 Jahre führen sie zu einer erhöhten Gesamtmortalität (Tod jeglicher Ursache). Statine – wenig Wirkung, viel Nebenwirkung weiterlesen

10 Gründe, warum Ölziehen zu Ihrer täglichen Routine gehören sollte

Ölziehen – oder auf Neuhochdeutsch Oil Pulling ist eine alte Therapie, die ihren Ursprung in Indien und Russland hat.

In der ayurvedischen Heilkunde wird das Ölziehen schon seit tausenden von Jahren bei vielerlei Beschwerden und Symptomen angewendet. In der ältesten ayurvedischen Schrift, der Charaka Samhita, wird schon das Ölziehen unter der Bezeichnung Kavala Gandoosha oder Kavala Graha beschrieben.

Es wurde als altes indisches Volksheilmittel genutzt, um Karies, Mundgeruch und Zahnfleischbluten vorzubeugen und die Zähne und das Zahnfleisch zu stärken (1). Die Heilsamen Eigenschaften, die dem Ölziehen zugesprochen werden, gehen aber weit über die Mundhygiene hinaus und erstrecken sich auf Beschwerden wie:

  • Bronchitis und grippale Infekte
  • Magengeschwüre und Magenschleimhautentzündungen
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
  • Erkrankungen des Herzens
  • Erkrankungen des Blutes
  • Erkrankungen der Nieren und der Leber
  • Thrombose
  • Chronische Schlaflosigkeit
  • Ekzeme, Akne, Schuppenflechte, Neurodermitis
  • Prämenstruelles Syndrom

10 Gründe, warum Ölziehen zu Ihrer täglichen Routine gehören sollte weiterlesen

Sind Sie auch ein Suchtopfer?

Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist zum vierten Mal in Folge gestiegen. Das geht aus dem Jahresbericht zur Rauschgiftkriminalität hervor. Nach einem jahrelangen Rückgang nahm auch die Zahl der Heroin- und Kokainkonsumenten wieder zu. Im Jahr 2015 starben 1226 Personen an den Folgen illegalen Drogenkonsums.

Wow, was für eine Zahl. Das ist natürlich ganz schrecklich und auch immer wieder eine Nachricht in der Tagesschau wert. Aber ich glaube, dass wir einfach den falschen Statistiken unsere Aufmerksamkeit schenken. Wie sieht es denn mit den ganz legalen Drogen aus? Ich meine hier natürlich Alkohol und Tabak. Ich darf Ihnen verraten, das ist wirklich keine schöne Statistik. Sind Sie auch ein Suchtopfer? weiterlesen

10 Nahrungsmittel, die Ihren Blutdruck senken

Aktuell sind in Deutschland etwa 35 Millionen Bundesbürger (knapp 44%) von Bluthochdruck betroffen. Als Bluthochdruck werden Blutdruckwerte bezeichnet, die systolisch über 140 mmHg und diastolisch über 90 mmHg liegen. Rechnet man die unter 20-Jährigen heraus, wären sogar deutlich über 50% der Bundesbürger Hochdruckpatienten.

Bluthochdruck erhöht das Risiko lebensbedrohlicher Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Aneurysmen (Aussackungen in Arterienwänden, die platzen können, wodurch es zu einem rapiden Blutverlust kommt) und Nierenerkrankungen. 10 Nahrungsmittel, die Ihren Blutdruck senken weiterlesen

Dampfen oder nicht dampfen?

Inzwischen trifft man sie fast überall an: E-Zigaretten oder E-Shishas. Die Umsätze von E-Zigaretten gehen steil nach oben. Für das Jahr 2016 erwartete der Verband des E-Zigarettenhandels ein Umsatzwachstum von 45 Prozent auf 400 Millionen Euro. 2015 lag der Gesamtumsatz der Branche bei 275 Millionen Euro. „Die Zahl der E-Zigarettennutzer wird sich von drei Millionen in 2015 auf 3,5 Millionen erhöhen, der Anteil der Gelegenheitsnutzer im Gesamtverhältnis sinken“, so der Verband. Dampfen oder nicht dampfen? weiterlesen

Typ II Diabetes – eine reversible Erkrankung

Vom Diabetes mellitus sind mehr als 5 Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Davon haben über 90 Prozent einen Typ 2 Diabetes. Allerdings geht man von einer Dunkelziffer von 40 bis 50 % unerkannter Diabetiker aus. Demnach dürfte die tatsächliche Zahl in Deutschland 7 bis 8 Millionen betragen, was bedeutet, dass etwa jeder 10. Bundesbürger betroffen ist.

Wenn Sie einen Typ II Diabetes haben, dann ist Ihnen bei der Diagnosestellung sicherlich von Ihrem Arzt gesagt worden, dass der Diabetes eine langsam fortschreitende Erkrankung ist, die zur Folge hat, dass Sie irgendwann Insulin spritzen müssen, um Ihren Blutzucker unter Kontrolle zu halten. Und das ist auch das, was in Studien immer wieder berichtet wird (1, 2).

Man weiß aber auch, dass eine Gewichtsreduktion den Diabetes beeinflussen und Blutzuckerwerte wieder in den normalen Bereich bringen kann (3). Typ II Diabetes – eine reversible Erkrankung weiterlesen