Gute Mundhygiene – nicht nur für ein strahlendes Lächeln

 

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Viele wissen wie wichtige gute Mundhygiene ist (eigentlich alle, aber das ist eine ganz andere Geschichte). Schon unseren Kindern sagen wir von klein auf, dass sie sich zweimal täglich die Zähne putzen müssen, damit keine Löcher entstehen. Auch aus Höflichkeit unseren Mitmenschen gegenüber ist eine gute Zahnpflege wichtig. Wir alle kennen Menschen, die unter Parodontitis (Zahnfleischentzündung) leiden und einen entsprechenden Mundgeruch aufweisen. Unschön ist da noch der freundlichste Kommentar.

Neuere Forschung gibt Hinweise darauf, dass mangelnde Mundhygiene nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich zu Problemen führen kann, sondern auch einen nicht mehr von der Hand zu weisenden Einfluss auf die Gesundheit hat. Eine Studie der University of Central Lancashire in Großbritannien zeigte 2013 auf, dass ein Zusammenhang zwischen fehlender Mundhygiene und der Alzheimer Demenz wahrscheinlich ist (1,2). Sie untersuchten Verstorbene, die an Alzheimer Demenz erkrankt waren und fanden in den Amyloid Ablagerungen im Gehirn das Bakterium Prophyromonas Gingivalis. Der gleiche Erreger findet sich bei Patienten mit Parodontose. Man geht davon aus, dass das Bakterium durch alltägliche Verrichtungen wie Kauen und Zähneputzen (Zahnfleischbluten) in den Blutstrom und dann ins Gehirn gelangt. Bei einer Kontrollgruppe, die die Forscher ebenfalls untersuchte, und die keine Alzheimer Erkrankung aufwies, konnte dieser Erreger nicht im Gehirn nachgewiesen werden. Auch 2010 hatte schon eine Studie der NYU unter Leitung von Dr. Angela Kamer auf einen Zusammenhang zwischen Mundhygiene und Alzheimer hingewiesen (3).

Eine weitere Korrelation, die uns aufschrecken sollte, besteht zwischen Zahnfleischentzündungen und atheromatösen Plaques (der sog. Arteriosklerose). In den letzten Jahrzehnten war man davon ausgegangen, dass erhöhtes Cholesterin die Plaques verursacht. Diese Annahme hat sich jedoch als falsch herausgestellt. Nun gibt es immer mehr Hinweise dafür, dass Herzerkrankungen eine entzündliche Genese haben (was dann auch die erhöhten Cholesterinkonzentrationen erklärt, da Cholesterin bei Entzündungen praktisch als „Feuerwehr“ agiert). Neuere Untersuchungen haben nachweisen können, dass in den atheromatösen Plaques der Herzkranzgefäße die gleichen Bakterien gefunden werden können, die auch Patienten mit Parodontitis aufweisen (4). Diese Koronare Herzkrankheit (KHK) kann letzten Endes zum Herzinfarkt führen. Dabei zeigte sich, dass das Maß der Zerstörung des Parodontiums (Zahnhalteapparates) signifikant mit der Schwere der KHK korreliert (5). Das Ausmaß der Entzündung kann übrigens nicht über das CRP bestimmt werden (6), das vom Hausarzt sonst gerne als Entzündungsmarker verwendet wird.

Es werden aber von der Arteriosklerose nicht nur die Herzkranzgefäße angegriffen, sondern auch andere Blutgefäße im Körper wie zum Beispiel die Hirngefäße. Hierdurch kann dann ein Schlaganfall ausgelöst werden (7).

Wohlgemerkt, ich will damit nicht sagen, dass Sie mit optimaler Mundhygiene vor diesen Krankheiten geschützt sind. Schließlich haben alle oben genannten Krankheiten mehrere auslösende Faktoren. Aber einer davon besteht nun mal in der Zahnpflege und ist damit sehr einfach zu ändern. Die anderen Faktoren wie schlechte Ernährung, Übergewicht, Rauchen, Bewegungsmangel etc. können Sie nicht so einfach beeinflussen (na ja, den Bewegungsmangel eigentlich schon). Aber jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt, und womöglich sollten Sie Ihre Mundhygiene einmal genauer unter die Lupe nehmen.

 

(1)http://www.medicalnewstoday.com/articles/264164.php

(2)Sim K. Singhrao, Alice Harding, Sophie Poole, Lakshmyya Kesavalu, and StJohn Crean, “Porphyromonas gingivalis Periodontal Infection and Its Putative Links with Alzheimer’s Disease,” Mediators of Inflammation, vol. 2015, Article ID 137357, 10 pages, 2015. doi:10.1155/2015/137357

(3)http://www.medicalnewstoday.com/articles/196804.php

(4)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3084572/

(5)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17470018

(6)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2812915/

(7)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10539842

 

Apfel-Fenchel Salat

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Am Besten ist es, wenn man diesen Salat schon am Vortag vorbereitet und über Nacht im Kühlschrank gut durchziehen lässt. Die Chiasamen quellen auf und verleihen der Kokosmilch dann mehr die Konsistenz von Joghurt.

 

Zutaten:

  • 1 Fenchelknolle
  • 1 – 2 Äpfel
  • ca. 50 ml Kokosmilch
  • 2 EL Chiasamen
  • Pfeffer und Salz nach Geschmack
  • Nüsse zum Garnieren

Zubereitung

Äpfel und die Fenchelknolle würfeln. Die Kokosmilch mit den Chiasamen verrühren und darübergießen. Dann alles mit Pfeffer und Salz abschmecken. Für einige Stunden in den Kühlschrank stellen. Dann mit Nüssen garnieren und servieren.

 

 

Was Sie schon immer über Glyphosat wissen wollten, aber Monsanto Ihnen nicht erzählen wird

glyphoasatDie WHO hat Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend eingestuft, und seit Monaten läuft eine Diskussion darüber, ob die Anwendung von Glyphosat in der EU verboten werden soll. Glyphosat ist der aktive Bestandteil in Roundup, einem Unkrautvernichter, der von der amerikanischen Firma Monsanto hergestellt wird. Monsanto behauptet bis heute, dass Roundup für Menschen sicher ist und überhaupt keine Probleme hervorruft. Sie haben auch behauptet, dass Glyphosat im menschlichen Körper nicht gespeichert wird. Diese Aussage wurde inzwischen mehrfach widerlegt. Bei allen Testpersonen, auch solchen, die nur Bioprodukte essen, die nicht mit Glyphosat gespritzt werden dürfen, fanden sich im Urin Spuren dieses Gifts.

Die Frage, ob Glyphosat krebserregend ist, ist eigentlich längst beantwortet. Schon in den 80ger Jahren des letzten Jahrhunderts zeigten Studien diesen Effekt von Glyphosat(1). Für Aufruhr sorgte die Seralini Studie (2). Seralinis Studie, die nach der Veröffentlichung durch den Herausgeber des Magazins Food and Chemical Toxicology auf Druck von GMO-Lobbyisten (GMO = Genetisch Modifiziete – Organismen, z.B. Gengemüse) zurückgezogen wurde, zeigte auf, dass der Verzehr von Glyphosat bei weiblichen Ratten mit einem vermehrten Tumorwachstum in Brustgewebe sowie bei männlichen Ratten mit Nieren- und Leberschäden einhergeht. Bei beiden Geschlechtern kam es zu Funktionsstörungen der Sexualhormone.Dies wird darauf zurückgeführt, dass Glyphosat ein endokriner Disruptor ist, der wie ein künstliches Östrogen wirkt. Besser noch, kombiniert man Glyphosat mit Soja so wird dieser östrogene Effekt sogar noch verstärkt, da Glyphosat mit dem im Soja vorhandenen Genistein – einem Phytoöstrogen (Pflanzenöstrogen) -synergistisch wirkt. Interessant ist, dass die Studie, die von Seralini durchgeführt wurde, einen Zeitraum von einem Rattenleben beinhaltete, während Monsanto, die eine ähnliche Studie durchgeführt hatten, nur Ergebnisse bei einer Fütterung von 3 Monaten vorlegten, einem Zeitpunkt, zu dem noch keine negativen Effekte festgestellt werden konnten. Diese traten bei Seralini erst nach

dem 4. Monat auf. Ein Zufall??

Diskutiert wird auch, inwiefern Glyphosat eine (Mit-)Ursache für immer häufiger auftretende Depressionen sein könnte. Wie das geht? Eigentlich ganz einfach. Monsanto behauptet, dass Glyphosat keine Auswirkungen auf den Menschen hat, da es in den Shikamate-Weg eingreift, der beim Menschen nicht vorkommt sondern nur bei Bakterien. Es handelt sich beim Shikamate-Weg um einen Stoffwechselweg von Bakterien, Pilzen und Algen, der der Bereitstellung der Aminosäuren Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan dient. Aus diesen Aminosäuren, die für den Menschen essentiell sind, weil er sie nicht selbst herstellen kann, werden Proteine für viele Körperfunktionen produziert. Warum sollte uns aber ein Stoffwechselweg von einem Bakterium interessieren? Die Antwort ist, dass zwar nicht wir Menschen, schon aber unsere Darmbakterien, den Shikamate-Weg besitzen. Was den meisten Menschen nicht klar ist, ist, dass unsere Darmbakterien für uns diese Aminosäuren bereitstellen. Und wofür brauchen wir diese Aminosäuren? Trommelwirbel: Wir brauchen sie zum Beispiel für die Produktion von Neurotransmittern unter anderem von Serotonin unserem Glückshormon! Wow – noch Fragen? Wir halten fest, Glyphosat hemmt den Shikamate-Weg in Bakterien, was dazu führt, dass diese kein Tryptophan mehr bilden könnnen, das ein Baustein von Serotonin ist. Toll, mit einem niedrigen Serotoninspiegel brauchen wir uns über Depressionen nicht mehr wundern. Brot macht doch eben nur sehr kurz glücklich. Das böse Erwachen sehe ich tagtäglich im OP. 20jährige die Antidepressiva einnehmen. Medikamente, die die Hirnchemie verändern und in vielen Fällen zu Selbsttötungen führen.

Aber das ist ja bei weitem noch nicht alles, was Glyphosat kann. Laut Samsel und Seneff in einer Veröffentlichung in Entropy hat Glyphosat die folgenden vier zentralen Wirkmechanismen (3):

  1. Glyphosat wirkt wie ein Antibiotikum (als das es übrigens auch patentiert wurde). Es tötet gute Bakterien in der Darmflora und führt zu einem vermehrten Wachstum von pathogenen (krankheitserregenden) Bakterien.
  2. Es schädigt CYP Leberenzyme. Dies führt zu verminderter Synthese von Gallensäuren (wichtig für die Fettverdauung) und Vitamin D. Im Ergebnis führt dies dazu, dass der Körper toxische Stoffe nicht mehr entgiften kann.
  3. Die Schädigung der roten Blutzellen führt zu Anämie und durch Freisetzung von Eisen (aus den Erythrozyten) zu erhöhter Toxizität. Auf lange Sicht entwickelt sich daraus eine Sauerstoffunterversorgung und eine subklinische Enzephalopathie (Hirnentzündung).
  4. Es kommt zum Leaky Gut, also zu einer Barrierestörung im Darm. Nachfolgend kommt es auch zum Leaky Brain, das ist eine Barrierestörung der Blut-Hirn-Schranke. So gelangen gefährliche Metalle und Neurotoxine (Nervengifte) ins Gehirn.

Klingt nicht gut? Ist auch nicht gut.

Wir sind aber immer noch nicht am Ende. Untersuchungen zeigen, dass Glyphosat bei Pflanzen die Aufnahme von Eisen, Mangan und Zink verhindert. Das bedeutet Glyphosat behandelte Ernten haben einen deutlich geringeren Mineralstoffgehalt. Und da wundern wir uns, woher die ganzen Mangelerscheinungen kommen. Ein Manganmangel zum Beispiel führt unter anderem zur Schädigung von Mitochondrien (unsere Energielieferanten)und zur verminderten Ausschüttung von TSH und damit zur Schilddrüsenunterfunktion.

Und es geht noch weiter. Glyphosat ist ja nicht der einzige Bestandteil im Roundup, sondern nur die sogenannte aktive Komponente. Hinzu kommen noch Adjuvantien, die zum Beispiel die Handhabung verbessern sollen. Im Allgemeinen werden diese Stoffe als inert bezeichnet, das heißt sie haben keine Wirkung auf den Organismus. Tatsächlich aber könnnen diese Zusatzstoffe, die vom Hersteller nicht deklariert werden müssen (Betriebsgeheimnis) die Giftigkeit von Glyphosat bis zu 1000-fach verstärken (4). Diese synergistischen Effekte sind von Monsanto selbstverständlich nie veröffentlicht worden (vielleicht haben sie sich auch nicht die Mühe gemacht, danach zu suchen?).

Wichtig finde ich auch, dass wir uns nicht nur bei unserer Nahrung Gedanken über den Glyphosatgehalt machen müssen, sondern das Glyphosat inzwischen auch den Weg in Impfstoffe gefunden hat. Es wird immer wieder diskutiert, inwiefern Impfstoffe für die hohe Inzidenz von Autismus in Kindern und Jugendlichen verantwortlich gemacht werden können. Tatsache ist, dass mit Einührung von Glyphosat in die Behandlung von US Mais und Sojaernten die Autismusrate deutlich angestiegen ist. Die Rate weiterer Impfreaktionen wie Krämpfe, Ausschläge, anaphylaktischer Schock sind seitdem ebenfalls signifikant angestiegen. Halten Sie mich für altmodisch, aber dieser neue Kram macht mir Angst.

 

(1)http://www.i-sis.org.uk/Glyphosate_and_Cancer.php

(2)http://enveurope.springeropen.com/articles/10.1186/s12302-014-0014-5

(3)A Samsel and S Seneff, Entropy 2013, 15(4), 1416-1463

(4)http://www.mdpi.com/1660-4601/13/3/264

(5)http://www.tonu.org/2016/08/31/vaccine-glyphosate-link/

 

Butterkaffee – Volle Power für den Morgen

 

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Wenn es morgens mal wieder schnell gehen muss, ist ein Kaffee mit Butter und MCT-Öl, der nicht nur stundenlang satt macht, sondern auch noch die Konzentration fördert und Energie verleiht, einfach eine schon fast magische Sache.

Erfinder dieses Kaffeerezeptes ist Dave Asprey, ein Biohacker aus Amerika, der dieses Getränk unter dem Namen Bulletproof Coffee unter die Leute bringt.

Für Bulletproof Coffee benötigt man

Kaffeebohnen (selbstverständlich). Es ist darauf zu achten, dass Biokaffee verwendet wird, der möglichst frei von Schimmelpilzen sein sollte. Schimmelpilzbefall ist bei Kaffeebohnen weit verbreitet und nicht nur unappetitlich sondern auch gesundheitsschädlich (1).

Butter von Weidetieren. Bitte nicht die Billigbutter aus Massentierhaltung kaufen, da diese neben den Hormonen und Antibiotika, mit denen die Tiere häufig gefüttert werden, auch deutlich mehr Omega-6-Fettsäuren enthält (durch die nicht artgerechte Fütterung von Mais und Getreide). Weidebutter enthält sehr viel mehr Omega-3-Fettsäuren, die im Körper antientzündlich wirken (2).

MCT-Öl. Ein Öl, das aus mittelkettigen Fettsäuren (Medium-Chain-Triglycerides) besteht und aus Kokosöl oder Palmöl gewonnen wird. Das MCT-Öl wird in der Leber bevorzugt in Ketonkörper umgewandelt, die vom Körper und vom Gehirn verstoffwechselt werden können ⇒ erhöhte Energie und Konzentrationsfähigkeit.

Zimt (optional). Bei mir gehört Zimt zum Kaffee einfach dazu. Aber Zimt schmeckt nicht nur gut, sondern er hat auch einen sehr günstigen Effekt auf den Blutzuckerspiegel. In diversen Studien wurde nachgewiesen, dass Zimt positive Auswirkungen auf den Kohlenhydratstoffwechsel hat und den Blutzuckerspiegel stabilisiert (3).

So, nun kommen wir aber zum Rezept.

Zutaten:

  • 300 ml Kaffee
  • 2 EL Weidebutter (Kerrygold)
  • 1 EL MCT-Öl

Alle Zutaten in den Mixer geben und für ca. 30 Sekunden mixen. Dadurch wird der Kaffee schön cremig. Nur noch in eine Tasse gießen und genießen.

 

(1)http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0956713515002583$

(2)http://www.worldsoffood.de/gesundes-und-bio/item/634-butterstudie-der-universit%C3%A4t-gie%C3%9Fen-butter-aus-weidemilch-am-besten.html

(3)http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=1587

Kokos-Latte

 

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Wer wie ich nichts mehr liebt als sich mit einem schönen Latte Macchiato auf’s Sofa zu setzen, der hat im ersten Moment mit einer strikten Paleo-Diät, die ja Milch ausschließt, ein Problem. Dieses ist aber zum Glück schnell lösbar.

Auftritt: Kokosmilch (man kann auch ungesüßte Mandelmilch nehmen), aber Vorsicht Sie wollen eine Milch, die keine zweifelhaften Zutaten wie Verdickungsmittel und Emulgatoren hat. In Kokosmilch gehören nur Kokos und Wasser. Ich persönlich verwende Aroy D Kokosmilch.

Zutaten:
  • 250 ml Kokosmilch (oder 200 ml Kokosmilch + 50 ml Wasser für diejenigen, denen Kokosmilch zu fettig ist)
  • Espresso
  • Zimt und/oder Vanille

Ich bereite die Kokosmilch in einem Milchaufschäumer zu, wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass sie nicht so schäumt wie Tiermilch. Das Kokosmilch/Wasser-Gemisch schäumt ein bisschen mehr. Dann noch den Espresso hinzugeben, das Ganze mit Zimt und/oder Vanille garnieren und ab auf’s Sofa.

 

Die Paleo-Diät – Nur eine Modeerscheinung?

 

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Das ist jedenfalls das, was uns die Medien und Konzerne, die gut an unserem Konsumverhalten verdienen, weis machen wollen. In einem Ranking der besten 38 Diäten schneidet die Paleo-Diät als vorletzte ab (1). Den letzten Platz belegt die Whole 30 Diät, die mit der Paleo-Diät verwandt ist, aber noch striktere Vorgaben hat. Und wow: Der Biggest Loser ist auf Platz 11 – eine Diät, bei der die Leute fast verhungern und sich einem massiven Drill unterziehen müssen und bei der nach 3 Jahren fast alle mindestens ihr Ausgangsgewicht wieder auf den Rippen haben. Klingt gut. Noch besser sind die Weight Watchers, die es auf Platz 4 geschafft haben. Wieviel Gehirnwäsche muss man sich unterzogen haben, um tatsächlich zu glauben, dass Süßigkeiten Bestandteil einer Abnehmstrategie sein können, wenn man nur die richtigen Punkte einträgt? Da es viele Menschen gibt, die diesen Wahnsinn immer wieder mitmachen und immer wieder den Zyklus von Diät und Zunehmen durchlaufen, muss diese Geschäftsidee aber wohl aufgehen. Für die Betreiber ist es eine wahre Goldgrube. Vielen ist die Paleo-Diät ja zu restriktiv, deshalb haben es die Veganer auf Platz 21 geschafft (hören Sie da Sarkasmus raus? So war das auch gemeint!).

Aber kommen wir zur Paleo-Diät zurück. Das ist doch diese Diät, wo die Leute Unmengen Speck und anderes Fleisch essen, oder? Überraschung: Nein, ist sie nicht. Es gibt zwar einige Blogger, die diese Meinung vertreten, aber die schreiben nicht über die Paleo-Diät. Es ist die Ernährung, bei der vor allem viel Gemüse gegessen wird. Ja, das ist richtig. Ich gehe jede Wette ein, dass ich deutlich mehr Gemüse esse als die meisten Menschen, die sich Vegetarier nennen. Was die Paleo-Diät ausmacht ist einfach eine Rückkehr zur Ernährungsweise unserer Vorfahren – einer Ernährung, die die Menschheit seit ca. 2 Millionen Jahre gehabt hat, verglichen mit den 10.000 Jahren, die Menschen Ackerbau und Viehzucht betrieben haben und in denen begonnen wurde, größere Mengen Getreide zu essen. Es handelt sich also mitnichten um eine Modeerscheinung, sondern um unsere ganz normale Ernährung, auf die unsere Gene (die immer noch zu 97 % mit denen unserer paleolithischen Vorfahren übereinstimmen) eingestellt sind.

Archäologen haben herausgefunden, dass sich der Gesundheitszustand der Menschen mit Einführung von Getreide in die Ernährung verschlechtert hat. Die Menschen wurden deutlich kleiner (2)(3) und es traten Löcher in den Zähnen auf, was bei Jägern und Sammlern fast nicht vorkam (4). Heutzutage, wo wir Getreide in bisher ungeahnten Mengen essen, läuft unser Gesundheitszustand immer mehr aus dem Ruder: Diabetes, Bluthochdruck, Fettleibigkeit, Demenz, Depressionen, Zahnverfall und die Liste geht immer weiter. Es ist wirklich höchste Zeit, dass wir überdenken, was wir unserem Körper noch zumuten können.

Was nun macht die Paleo-Diät tatsächlich aus? Der große Brocken, der für die meisten schwer zu verdauen ist (das ist durchaus als Wortspiel gemeint), ist der Verzicht auf alle Getreide. Dies ist nicht nur wegen ihres Glutengehalts eine gute Idee, sondern auch weil Getreide viele Stoffe enthalten, die einer normalen Verdauung sehr abträglich sind (5).

Schwer geschluckt wird von den Meisten auch der Verzicht auf Milch und Milchprodukte. Hier empfiehlt sich immerhin ein zeitweiser Verzicht, um festzustellen, ob Sie persönlich ein Problem mit dieser Nahrungsmittelgruppe haben.

Weiterhin wird bei der Paleo-Diät auf Hülsenfrüchte verzichtet. Dies zum einen weil sie ebenfalls Stoffe enthalten, die die Aufnahme von Nährstoffen behindern können, zum anderen aber auch, weil sie nicht so nährstoffreich sind wie andere Nahrungsmittelgruppen, die im Zuge der Paleo-Diät gegessen werden (z.B. Innereien, Gemüse).

Ein ganz dickes NEIN! steht natürlich vor Zucker. Und das heißt nicht nur Tafelzucker, sondern auch Honig, Agavendicksaft, Trockenfrüchte etc. und künstliche Süßstoffe. Unsere paleolithischen Vorfahren hatten eine Ernährung, die nur einen moderaten Anteil Kohlenhydrate beinhaltete (selbstverständlich gab es Unterschiede im Kohlenhydratanteil abhängig von der Gegend, in der sie lebten). Und ja, sie haben auch sicher mal Honig gegessen, aber doch nicht in den Mengen wie wir das heute tun (haben sie schon mal versucht, Bienen ihren Honig abzunehmen? Gar nicht so einfach!). Aber trösten Sie sich, es dauert nur ein paar Tage und Ihre Geschmacksknospen haben sich umgewöhnt. Sie glauben gar nicht, wie süß auf einmal ein Apfel schmeckt.

Man muss es eigentlich fast nicht sagen, aber natürlich kommen in der Paleo-Diät keine industriell gefertigten Nahrungsmittel vor (oder können Sie sich einen Steinzeitmenschen bei ALDI vorstellen?). Das heißt die ganzen Convenience Lebensmittel sind out. Es darf wieder selbst gekocht werden!

Ganz wichtig sind gesunde Fette. Hier wird für die meisten von Ihnen ein Umdenken erforderlich sein, denn die gesunden Fette sind gerade nicht diejenigen, die uns als so wahnsinnig herzgesund angepriesen werden. Ich spreche hier natürlich vom guten Rapsöl und den anderen Pflanzenölen. Tun Sie sich einen Gefallen, und lassen Sie diese Öle im Supermarkt.   Kaufen Sie stattdessen natives Olivenöl, natives Kokosöl, Butter von Weidekühen (ja, die mit den gesättigten Fettsäuren) oder Ghee, und geben Sie ihren Mahlzeiten mit diesen Fetten wieder richtigen Geschmack. Wir haben ganz vergessen, dass Gemüse mit Butter eine wahre Delikatesse sein kann.

Warum sollten Sie sich überlegen, diese Ernährungsform zu verfolgen? Schließlich sind Höhlenmenschen doch nur 30 Jahre alt geworden. Tatsächlich war die Lebenserwartung in paleolithischen Zeiten 35,4 Jahre (für Männer), man muss aber verstehen, dass die Lebenserwartung eines Volkes extrem nach unten geht, wenn eine hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit vorherrscht. Dies war in der Steinzeit sicher der Fall (dort wurden Frühgeborene nicht auf Säuglingsintensivstationen aufgepäppelt). Die Menschen starben, weil sie von Tieren angegriffen wurden, weil sie Verletzungen oder Infektionen hatten. Sie starben nicht, weil sie chronische Krankheiten hatten, mit denen ihr Körper nicht mehr fertig werden konnte. Wie aus diesen Erklärungen folgt, sind Steinzeitmenschen auch nicht spätestens mit 35 Jahren gestorben, im Gegenteil gibt es Hinweise dafür, dass sie durchaus ein Alter von 60 – 70 Jahren erreichen konnten, wenn sie die oben genannten Gefahren überstanden. Im Gegensatz zu unseren Senioren, waren sie dann aber nicht krank und fragil sondern durchaus in der Lage, ihren Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten. Man kann dies heute noch in Jäger und Sammler-Gesellschaften sehen.

Es gibt inzwischen viele Untersuchungen, die zeigen, dass die Paleo-Diät positive Auswirkungen auf unsere „Zivilisationskrankheiten“ hat. Es konnte nachgewiesen werden, dass sie einen Typ II Diabetes und das Metabolische Syndrom verbessern kann (6). Desweiteren senkt sie den Blutdruck und verbessert die Blutfette (7). Selbst Multiple Sklerose konnte mit einer Paleo-Diät in Remission gebracht werden. Bekannt geworden ist hier Dr. Terry Wahls, die an Multipler Sklerose erkrankt bereits im Rollstuhl saß, und die inzwischen ihre Krankheit soweit unter Kontrolle hat, dass sie wieder Fahrradfahren kann (8).

Wie Sie leicht sehen können, wird eine Paleo-Diät für die meisten Menschen Verbesserungen bringen. Sie haben Ihre Gesundheit in der Hand! Mein Vorschlag: Probieren Sie es einmal 30 Tage lang aus. Das ist eine überschaubare Zeit, aber lang genug, damit Sie tatsächlich schon Unterschiede in Ihrem Wohlbefinden bemerken werden.

Eine letzte Bemerkung noch: Ich habe über die Paleo-Diät geschrieben, aber eigentlich beinhaltet die Paleo-Philosophie nicht nur die Ernährung, sondern einen ganzen Lebensstil. Die weiteren Pfeiler, auf die das Augenmerk gerichtet ist sind: Schlaf, Stressabbau, Bewegung und Sport. Und auch diese werden – Sie haben es schon geahnt – an die Lebensumstände unserer paleolithischen Vorfahren angepasst.

 

(1)http://news.health.com/2016/01/05/38-popular-diets-ranked-from-best-to-worst/

(2)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17003019

(3)http://beyondveg.com/nicholson-w/angel-1984/angel-1984-1a.shtml

(4)Weston A. Price „Nutrition and Physical Degeneration“

(5)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3705319/

(6)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2787021/

(7)http://universityhealthnews.com/daily/heart-health/paleo-diet-benefits-include-improved-cholesterol-triglycerides-blood-pressure-and-insulin-levels-after-only-10-days/

(8)http://www.mindbodygreen.com/0-12809/how-i-beat-progressive-ms-with-a-paleo-diet-functional-medicine.html

Meditation – Stressabbau und Gesundheit

 

balance-110850Da wir heutzutage in einer sehr stressigen Welt leben, müssen wir uns Wege zurechtlegen, mit diesem Stress umzugehen. Eine Möglichkeit besteht darin zu meditieren. Da höre ich immer wieder: „Also weißt du, da habe ich ja nun überhaupt keine Zeit zu, und dieses Rumsitzen macht mich wahnsinnig.“ Hallooo!!?? Das ist genau mein Punkt, und deshalb sage ich auch, dass genau diese Leute von einer täglichen (kurzen) Meditation extrem profitieren würden. Wenn Sie sich nicht die Zeit nehmen, etwas für sich zu tun (nämlich in diesem Falle, mal zur Ruhe zu kommen), dann laufen Sie immer weiter hübsch in Ihrem Hamsterrad herum, bis Sie nicht mehr können und Ihr Körper Sie dann ausbremst.

Meditation – was kann sie für uns tun?

Der wichtigste Faktor ist, dass Meditation Körper und Geist entstresst. Wer täglich meditiert, lernt mit Stress sehr viel besser umzugehen. Sind Meditationsübungen einmal verinnerlicht, so wird man beim Auftreten von Stress zum Beispiel automatisch in eine tiefere Atmung verfallen. Menschen, die meditieren haben insgesamt deutlich erniedrigte Stresslevel (1). Ich persönlich kann sagen, dass ich seit ich meditiere, nicht mehr das Verlangen habe, andere Verkehrsteilnehmer zu beschimpfen, wenn sie mich mit überhöhter Geschwindigkeit überholen, nur um sich dann schnell vor mich zu drängeln. Ein paarmal tief durchatmen, und ich sage mir „Was sind die doch arm dran, dass sie das nötig haben“.

Da bekannt ist, dass Meditation die Stressreaktion vermindert, und wir andererseits wissen, dass viele Krankheiten der modernen Welt durch Stress verursacht werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Meditation in der Prophylaxe und Therapie dieser Krankheiten weiterhelfen könnte.

In vielen Studien wurde gezeigt, dass Meditation den Bluthochdruck günstig beeinflussen kann (2). Dies verwundert natürlich nicht, da Stress ja ein Risikofaktor für einen Hypertonus ist. Es wurde sogar gezeigt, dass Meditation genauso gut wirkt wie eine Behandlung mit blutdrucksenkenden Medikamenten. Damit hat die Meditation ganz klar die Nase vorn, denn sie hat keine Nebenwirkungen.

Meditation stärkt auch das Immunsystem. Man erklärt sich diesen Effekt durch die Wirkung der Meditation auf das Parasympathische Nervensystem. Dieses Nervensystem ist Gegenspieler des Sympathikus (den wir schon bei der Stressreaktion kennengelernt haben) und ist verantwortlich für Regeneration und Verdauung. In Studien wurde gezeigt, dass durch Meditation pro-inflammatorische Gene heruntergefahren werden (3), das bedeutet, dass im Körper weniger entzündliche Prozesse ablaufen, die zu Krankheiten und vorzeitiger Alterung führen. In einer weiteren Studie erhielten 48 Probanden eine 8 wöchige Unterweisung in Meditation. Im Gegensatz zur Kontrollgruppe hatten sie nach diesem Zeitraum eine signifikant höhere Antikörperproduktion auf eine Grippeschutzimpfung (4).

Die Serotoninproduktion (Serotonin = „Glückshormon“) wird durch Meditation gesteigert, indem die Aktivität in den Stress produzierenden Regionen des Gehirns – den Amygdala und dem rechten präfrontalen Cortex (frontale Hirnrinde) gemindert und die Aktivität in der Glück produzierenden Region des Gehirns – dem linken präfrontalen Cortex erhöht wird (5).  Dies führt zu einer ausgeglicheneren Stimmung. Niedrige Serotoninspiegel findet man zum Beispiel bei Menschen mit Depression, Kopfschmerzen und Schlafstörungen.

Meditation stärkt die Konzentration. Das würde man natürlich schon erwarten, da die Meditation an sich ja eine Konzentrationsübung ist. Es gibt einige Untersuchungen zu diesem Thema. Yi-Yuan Tang ließ Probanden fünf Tage lang für je 20 Minuten meditieren und fand heraus, dass schon nach dieser kurzen Intervention die Probanden eine signifikant bessere Konzentrationsfähigkeit im Gegensatz zur Kontrollgruppe aufwiesen (6). Übrigens waren auch ihre Stresslevel geringer – nach nur 5 Tagen!

Meditation muss also weder für Jahre betrieben werden noch Stunden pro Tag in Anspruch nehmen. Fangen Sie langsam an. Für den Anfang genügen 1 – 3 Minuten. Setzen oder legen Sie sich bequem hin, atmen Sie tief in Ihren Bauch ein, halten Sie kurz den Atem an und atmen Sie dann bewusst wieder aus (Zähltechnik: 4 – 7 – 8). Diese Technik ist einfach und kann überall angewandt werden (an der Ampel, in der Warteschlange an der Supermarktkasse – vielleicht wollen Sie sich hier nicht hinlegen, sondern die Atemübung dann einfach im Stehen ausführen). Sie werden nach kurzer Zeit merken, dass Sie deutlich ruhiger auf Ihre Umgebung reagieren.

Die Website calm.com bietet schöne Bilder und Naturgeräusche, die Sie zum Meditieren verwenden können. Es gibt sogar einen Timer, mit dem Sie die Dauer Ihrer Meditation einstellen können. Und auf YouTube.com finden Sie viele geführte Meditationen.

Worauf warten Sie noch?

(1)https://www.welt.de/gesundheit/article119098145/Meditation-die-schaerfste-Waffe-gegen-Stress.html

(2)http://www.psychologie-heute.de/archiv/detailansicht/news/bluthochdruck_meditation_statt_medikation/

(3)http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0889159112001894

(4)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12883106

(5)https://www.brainwave-research-institute.com/meditation-increases-serotonin-levels-.html

(6)http://www.pnas.org/content/104/43/17152

Natürliche Vorbeugung gegen Grippe und Erkältung

Bald geht es wieder los mit der Grippezeit.

Wer sich nicht auf die Impfungsmoothie verlassen möchte, hat auch die Möglichkeit der Erkrankung mit natürlichen Mitteln zu Leibe zu rücken – ganz ohne Nebenwirkungen und im Endeffekt wahrscheinlich ebenso wirksam.

Was wir dazu brauchen, sind einige Viren- und Bakterienkiller, die die Natur für uns bereithält.

  • Knoblauch: wirkt antibakteriell und antiviral.
  • Zitronen: helfen durch ihren hohem Vitamin C Gehalt.
  • Kurkuma: wirkt vorbeugend gegen Erkältungen und stärkt das Immunsystem. Für eine bessere Resorption sollte man dem Kurkuma etwas schwarzen Pfeffer zusetzen.
  • Ingwer: stimuliert ebenfalls das Immunsystem.
  • Cayenne Pfeffer: Die enthaltenen Capsaicinoide haben eine antibakterielle Wirkung.
  • Ananas: Das in der Ananas enthaltene Bromelain wirkt antibakteriell, antiviral und stimuliert das Immunsystem.
  • Kaltgeschleuderter Honig: Flavonoide im Honig wirken entzündungshemmend und antiviral. Aber Vorsicht! Bei normalem Honig aus dem Supermarkt handelt es sich meist um Honig, der erhitzt wurde. Am besten finden Sie in Ihrer Gegend einen Imker, der seinen Honig selbst verarbeitet.

Aus diesen natürlichen Powerhouses stellen wir nun einen Smoothie her.

Zutaten:

Saft von 3 Zitronen

1 Knoblauchzehe, zerdrückt

1/4 TL Kurkuma Pulver + etwas schwarzen Pfeffer

1/2 TL Ingwer (frisch oder als Pulver)

1/8 TL Cayenne Pfeffer

1 Ananas (oder 360 ml Ananassaft)

1 EL kaltgeschleuderter Honig

 

Die Zubereitung ist denkbar einfach. Wir geben alle Zutaten in den Mixer (die Ananas vorher schälen und das Fruchtfleisch würfeln) und mischen sie gut durch. Wer lieber ein etwas dünnflüssigeres Getränk haben möchte, nimmt statt der ganzen Ananas einfach Ananassaft.

Zur Vorbeugung trinkt man von dem fertigen Smoothie 120 ml/Tag (das ist etwa ein Drittel des fertigen Smoothies). Den Rest kann man im Kühlschrank aufbewahren.

Sind schon erste Krankheitssymptome vorhanden trinkt man therapeutisch den gesamten Smoothie.

 

Warum wir Stress brauchen, aber zuviel Stress nicht gut für uns ist

Kennen Sie das? Sie rufen einen lieben Mitmenschen an, und das Erste, p1080071was Sie zu hören kriegen, ist: „Ich bin so im Stress“. Ich habe in meinem sozialen Umfeld Leute, die ich schon gar nicht mehr anzurufen wage, weil ich sie ja nicht in ihrem Stress störe möchte.

Welche Funktion aber hat Stress genau, und wann wird er gefährlich für uns?

Die Stressreaktion ist die Antwort unseres Körpers auf Belastungen. Diese können psychisch oder physisch sein. Zunächst einmal ist Stress eigentlich eine gute Sache. Er hilft uns, uns an neue Anforderungen anzupassen und zu überleben. Wenn Sie von einem Säbelzahntiger gejagt werden, sind Sie sehr froh darüber, dass Ihr Körper Ihnen blitzschnell Energie zum Laufen bereitstellt, die Blutzirkulation nur noch auf überlebenswichtige Organe beschränkt (Sie wollen sich nicht fortpflanzen, wenn Sie die nächsten Minuten womöglich nicht mehr überleben) und Ihr Gehirn nur noch einen Gedanken hat: „Rette sich, wer kann!!“

Unsere paleolithischen Vorfahren kannten den oben genannten Stress nur zu gut. Aber sie hatten in ihrem Leben nach so einem stressigen Ereignis auch wieder Zeit, sich zu entspannen (nämlich wenn sie dem Tiger entkommen waren). Und was haben sie dann gemacht? Tief durchgeatmet, sich gesagt „wow, das ging ja gerade nochmal gut“ und dann weitergemacht. Robert Sapolsky beschreibt diese Art der Stressbewältigung sehr gut in seinem Buch „Why Zebras Don’t Get Ulcers“.

Und damit sind wir auch schon bei der negativen Seite des Stresses. In unserer heutigen Zeit müssen wir nicht mehr vor Säbelzahntigern weglaufen. Anstelle dieser kuscheligen Tiere haben wir einen Chef oder Mitarbeiter, mit denen wir Ärger haben, hohe Anforderungen im Beruf, Hypotheken, eine Reizüberflutung von Lärm, Licht und digitalen Medien, durch Gentechnik erzeugte Lebensmittel und überhaupt industriell erzeugte Lebensmittel mit Zutaten, die unser Körper nicht kennt, und mit denen er nichts anzufangen weiß, und dann der Freizeitstress… Sie verstehen, was ich meine. Bei den meisten Menschen läuft die Stressreaktion inzwischen mehr oder weniger ununterbrochen ab, sie haben (fast) keine Ruhephasen mehr. Wenn der Körper sich aber vom Stress nicht erhohlen kann, dann bricht er irgendwann zusammen.

Sehen wir uns einmal die Stressreaktion an und welche Auswirkungen auf den Körper auftreten, wenn ein Individuum ständig unter Stress steht:

  • Stress aktiviert den Sympathikus (Herzfrequenz und Blutdruck steigen) ⇒ Herz-/Kreislauferkrankungen
  • Durch die Wirkung von Glucokortikoiden (v.a. Cortisol)  wird die Gluconeogenese in Gang gesetzt und der Blutzuckerspiegel steigt, um genug Energie bereitzustellen ⇒ Diabetes, Leber- und andere Organerkrankungen, Adrenal Fatigue (Nebennierenschwäche), Burnout
  • Die Darmtätigkeit wird reduziert, da Verdauung in einer Stresssitutation keine hohe Priorität hat ⇒ Magen-/Darmerkrankungen
  • Das Blut wird dickflüssiger, um bei Verletzungen den Blutverlust möglichst gering zu halten ⇒ erhöhte Thrombosegefahr
  • Der Muskeltonus steigt, um für Kampf oder Flucht vorbereitet zu sein ⇒ Verspannungen, Spannungskopfschmerz, Haltungs- und Gelenkschäden
  • Auch die Immunantwort wird bei Stress zurückgefahren. Sie brauchen nicht mit einem Infekt fertig zu werden, wenn vor Ihnen ein Tiger steht ⇒ häufige Infekte, Krebs
  • Die chronische Belastung durch Stress führt zu Schlafstörungen, Erschöpfung, Leistungsverlust und chronischen Entzündungen im Körper (⇒ erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko) .

Unserem Gehirn ist es übrigens egal, welcher Stressor für unseren Stress ursächlich ist. Es kann zwischen realer und eingebildeter Bedrohung nicht unterscheiden und sendet an den Körper nur die universelle Meldung: Stressreaktion! Auch wenn Sie einen todtraurigen Film ansehen und sich langsam durch die Kleenex-Packung heulen, wird Ihr Körper mit einer Stressreaktion antworten. Das heißt nicht, dass Sie keine traurigen Filme mehr gucken sollen, sondern dass Sie sich über diese Reaktion im Klaren sein sollten (tief durchatmen hilft).

Ein weiterer Stressor, den kaum jemand in Betracht zieht, sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Im Gegensatz zu Allergien wirken diese meist im Verborgenen und sind häufig nicht so schnell einem bestimmten Nahrungsmittel zuzuordnen (Unverträglichkeiten können bis zu 72 Stunden nach Nahrungsaufnahme auftreten und müssen sich nicht als Magen-/Darmbeschwerden äußern). Übrigens ist auch Schlafentzug ein Stressor. Da gestresste Menschen häufig nicht gut schlafen, kann sich so schnell ein Teufelskreis ergeben, den es zu durchbrechen gilt.

Eine Bestandsaufnahme des Stresslevels ist eine sehr komplexe Aufgabe, die viele Parameter mit einbeziehen muss. Es ist aber auch eine sehr lohnende Aufgabe, da die Minimierung von Stress zu deutlich mehr Lebensqualität und Gesundheit führt.

 

http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/STRESS/

http://www.spektrum.de/lexikon/biologie-kompakt/stress/11388

 

 

Kürbispommes

 

p1080832Alle lieben Pommes. Leider sind die normalen aus Kartoffeln aufgrund ihres hohen Kohlenhydratanteils nicht besonders gesund. Eine sehr viel bessere Alternative bieten da z. B. Pommes aus Kürbis.

 

Zutaten:

  • 1 Butternut oder Hokkaido Kürbis
  • 1 EL Ghee oder Kokosöl
  • Salz
  • Gewürze nach Geschmack, z. B. Kümmel, Curry, Paprika, Knoblauch
  • Oregano (optional)

Den Kürbis schälen und in Streifen schneiden. Man kann diese Kürbisse auch mit Schale essen, ich mag sie aber ohne lieber. Die Kerne lassen sich übrigens sehr gut rösten und dann als Salatzutat oder auch als Snack zwischendurch verwerten. Die Kürbisstreifen in eine Schüssel tun und die übrigen Zutaten hinzugeben. Jetzt kommt der spaßige Teil. Alles mit den Händen gut verrühren, sodass auch jedes Teil gut eingefettet und mit Gewürzen versorgt ist.

Dann kommt der Kürbis auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und wird im Ofen bei 180° C ca. 30 Minuten gebacken. Da jeder Ofen doch eine unterschiedliche Hitze entwickelt, zwischendurch einfach mal kontrollieren und die Kürbisstreifen gegebenenfalls wenden, damit sie von allen Seiten schön braun werden.