COVID-19

Stress lass nach

Natürlich ist es wichtig, sich über die Ausbreitung von COVID-19 und die Gegenmaßnahmen, die man ergreifen kann auf dem Laufenden zu halten, man kann es aber auch übertreiben. Wenn Sie sich dabei erwischen, dass Sie nur noch vor dem Bildschirm hängen (Computer oder Fernseher), um nur ja nichts zu verpassen, dann sollten Sie sich klar machen, dass dieses Verhalten Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit sehr negativ beeinflussen kann.

Eigentlich sollte ja jeder gemerkt haben, dass die Medien die Geschichte total aufbauschen.  COVID-19 wurde zur Pandemie erklärt (was inzwischen nur noch bedeutet, es ist eine weltweit auftretende Krankheit) und alle verfielen in Panik. Berichte über Todesfälle, Quarantänemaßnahmen und fehlende Schutzkleidung wirken da nicht gerade beruhigend. Aber Tatsache ist, wir haben immer noch nicht die geringste Ahnung, wie wir das Sars-CoV-2 Virus einzuschätzen haben. Uns fehlen einfach ganz elementare Zahlen. Täglich werden uns steigende Erkrankungs- und Todeszahlen um die Ohren gehauen, nur die wichtigste Zahl, die fehlt. Wie hoch ist die Durchseuchung in der Bevölkerung tatsächlich? Ist sie doppelt so hoch wie die bestätigten Fälle, dreimal, viermal……??

Nun, ohne die Zahl der Virusträger sagen uns die Zahlen der Todesopfer überhaupt nichts. Es macht einen Unterschied, ob von 62.435 positiv  getesteten Personen 541 verstorben sind, oder ob diese Todesfälle sich auf eine Gesamtzahl von vielleicht 200.000 oder 600.000 Personen bezieht, die vom Virus infiziert sind und nur deshalb nicht getestet wurden, weil sie überhaupt keine Symptome haben. Da kann man sich schnell mal um eine Zehnerpotenz verrechnen bei den Todesfällen, und dann erscheint eine Erkrankung, die eigentlich nichts Besonderes ist, als super gefährlich.

Stress macht krank

Nicht nur in Zeiten von Corona, aber da vielleicht ganz besonders. Stress macht Sie anfälliger für Krankheiten – auch für Atemwegserkrankungen, denn Stress schwächt Ihr Immunsystem (1). Wir hören täglich, dass es die Leute mit Vorerkrankungen sind, die an COVID-19 sterben, die Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist. Eine logische Folgerung ist also, dass Sie alles unternehmen sollten, um Ihr Immunsystem zu stärken, und da gehört die Stressreduktion ganz vorne mit dazu.

Unser Körper antwortet auf Stressreize sowohl geistig wie auch körperlich. Stressige Erlebnisse können dazu führen, dass man unglücklich ist oder sich total überfordert fühlt. Oft wird Stress von wahrnehmbaren körperlichen Symptomen begleitet: Herzjagen, Schwitzen, Muskelschmerzen oder Verdauungsstörungen (2). Psychischer Stress kann zu stark erhöhten Entzündungsreaktionen im Körper führen (3). Hierzu kommt es, weil Ihr Gehirn dafür sorgt, dass Stresshormone produziert werden, die dann Signale an das Nervensystem schicken. Wenn der Körper auf diese Stresssignale reagiert, dann leitet er sämtliche Energie um, um auf diese Gefahr zu reagieren. Tritt diese Reaktion kurzfristig auf (wie bei der Begegnung mit dem Säbelzahntiger), dann kann das für das Individuum durchaus vorteilhaft sein.  Chronischer Stress – und um den handelt es sich, was COVID-19 angeht im Moment – schwächt jedoch das Immunsystem (4) und damit die Fähigkeit Ihres Körpers, mit diesem Virus selbst fertig zu werden.

Stress und Gesundheit passen nicht zusammen. Je mehr Stress Sie haben, desto schneller werden Sie krank. Um in Zeiten wie diesen gesund zu bleiben, sollten Sie unbedingt an Ihrem Stressmanagement arbeiten.

Sechs Strategien gegen Stress

Es gibt eine Menge Möglichkeiten, mit Stress fertig zu werden. Hier nur einmal sechs Beispiele:

Überladen Sie sich nicht mit Informationen: Natürlich möchte man über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden sein, aber wenn Sie jeder Neuigkeit hinterherhetzen, birgt das die Gefahr, dass Sie Irrtümern erliegen. Selbst die Experten erkennen, dass Sie über neu auftretende Infektionskrankheiten nicht genug wissen (5). Atmen Sie einfach mal tief durch und nehmen Sie zur Kenntnis, dass niemand alle Antworten kennt. Damit vermeiden Sie viel Stress und Angst.

  • Setzen Sie Ihrem Informationsbedürfnis Grenzen. Ich weiß, viele von uns haben im Moment viel Zeit, aber beschränken Sie Ihre Recherche auf 30 Minuten pro Tag.

Seien Sie dankbar: In unsicheren Zeiten gewinnen negative Gedanken schnell die Oberhand. Umso wichtiger ist es, sich positive Erlebnisse bewusst zu machen – jetzige oder vergangene.

  • Schreiben Sie täglich eine Liste mit Dingen auf, für die Sie dankbar sind.
  • Schreiben Sie an jemanden, der einen positiven Einfluss auf Ihr Leben hat(te).

Versuchen Sie zu meditieren: Für manche Leute hat eine Aufmerksamkeits-Meditation eine enorm positive Wirkung nicht nur für die seelische sondern auch für die körperliche Gesundheit.

  • Sie müssen nicht stundenlang im Lotussitz ausharren und eine Nabelschau betreiben. Für den Anfang reichen einige Minuten völlig aus.
  • Im Internet finden Sie viele Videos zur Meditation sowie verschiedene Apps. Es ist sicherlich für jeden etwas dabei.

 

Entwickeln Sie eine Routine fürs Nach-Hause Kommen: Gewöhnen Sie sich an, zunächst die Hände zu waschen (das sollte eigentlich sowieso selbstverständlich sein, ist es aber anscheinend nicht für alle). Und dann machen Sie es sich gemütlich, um den täglichen Stress loszuwerden.

Legen Sie sich gute Gewohnheiten zu: Infektionskrankheiten wie COVID-19 oder die Grippe werden uns erhalten bleiben. Sie sollten sich Gewohnheiten aneignen, die dieser Tatsache Rechnung tragen. Essen Sie zum Beispiel jeden Tag eine andere Gemüsesorte, nehmen Sie ausreichend Vitamin D ein, schränken Sie die Zufuhr von Zucker und verarbeiteten Lebensmitteln ein (oder verzichten Sie am besten ganz darauf).

Sport:  Sport ist nicht nur Ablenkung, sondern kann tatsächlich Ihre Hirnfunktionen verändern und Stress abbauen (6).  Außerdem führt sportliche Betätigung zu einem Anstieg von Gute-Laune Neurotransmittern wie Serotonin (7).

  • Wichtig ist, dass Sie herausfinden, was Ihnen Spaß macht. Sport ist alles Mögliche: Tanzen, Boxen, Walken, Schwimmen, Yoga.
  • Nehmen Sie sich für den Anfang nicht zu viel vor. Sie brauchen keine ganze Stunde. Bauen Sie einfach mehr Bewegung in Ihren Tagesablauf ein. Wie wär’s mit Kniebeugen beim Wasserkochen oder dem Baum (Yoga-Pose) beim Zähneputzen.
  • Gehen Sie so häufig wie möglich nach draußen in die Natur. Auch wer in der Stadt wohnt, findet sicherlich irgendwo einen Park.

Wir können versuchen, uns die Situation schön zu reden oder aktiv etwas unternehmen. Ich habe in den letzten Tagen festgestellt, dass die Panik (und damit der Stresslevel) bei vielen Leuten schon auf ein sehr bedenkliches Maß angestiegen sind. Es wird Zeit, dass wir etwas  dagegen tun.

(1) Chronic stress, glucocorticoid receptor resistance, inflammation, and disease risk.  doi:10.1073/pnas.1118355109.
(2) The impact of stress on body function: A review.  doi:10.17179/excli2017-480.
(3) Inflammation: the common pathway of stress-related diseases. doi:10.3389/fnhum.2017.00316.
(4) The short-term stress response—mother nature’s mechanism for enhancing protection and performance under conditions of threat, challenge, and opportunity. doi:10.1016/j.yfrne.2018.03.004.
(5) Understanding risk information seeking and processing during an infectious disease outbreak: the case of Zika virus.   doi:10.1111/risa.13456.
(6) An examination of the anxiolytic effects of exercise for people with anxiety and stress-related disorders: a meta-analysis. doi:10.1016/j.psychres.2016.12.020.
(7) Exercise, stress resistance, and central serotonergic systems. doi:10.1097/JES.0b013e31821f7e45.

 

 

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