Alzheimer

Ein ganz normaler Tag im Leben eines späteren Alzheimer Patienten

 

Herr Müller ist ein Mensch, der bis spät in die Nacht arbeitet. Dabei kommt es häufig vor, dass er vor dem Zubettgehen noch Heißhunger auf einen kleinen Snack hat – vorzugsweise etwas Süßes, das seinen Insulinspiegel kurz vor dem ins Bett gehen nochmal so richtig in die Höhe treibt. Und weil er immer so beschäftigt ist, geht er meistens auch erst nach Mitternacht schlafen. Er wälzt sich im Bett herum, weil er eine Schlafapnoe hat (Atemaussetzer während des Schlafs, die vor allem – aber nicht nur – bei übergewichtigen Personen häufig anzutreffen sind).

Morgens um 6:30 Uhr wird er durch den Wecker aus dem Schlaf gerissen nach einer Nacht, die wieder einmal viel zu kurz war. Schon beim Aufstehen macht er sich Gedanken über den Tag, der vor ihm liegt, und bekommt den ersten Adrenalinschub, weil er Termine hat, die er unmöglich alle schaffen kann.

Um Kraft für den vor ihm liegenden Tag zu tanken isst er eine große Schale Müsli mit fettarmer Milch, nimmt sich ein Glas Orangensaft (denn Vitamine braucht der Mensch) und spült das ganze dann mit einem Schluck Kaffee (ebenfalls mit fettarmer Milch) hinunter.

Mit diesem Frühstück hat er es geschafft, sich eine ordentliche Portion entzündungsfördernder Milchprodukte einzuverleiben, mit dem Zucker aus dem Müsli und dem Orangensaft einen weiteren Schritt in die Insulinresistenz zu machen und seinen Darm mit dem Gluten aus dem Müsli zu durchlöchern.

Weil er unter Sodbrennen leidet, nimmt er schon seit Jahren einen Protonenpumpenhemmer, um die Magensäure zu reduzieren. Damit verhindert er auch gleichzeitig, das wichtige Nährstoffe wie Zink, Magnesium und Vitamin B12 aufgenommen werden. Außerdem nimmt er – wie die meisten Leute in seinem Alter – ein Statin, um seinen Cholesterinspiegel zu senken. Mit Hilfe dieser Pille hat er es geschafft, sein Gesamtcholesterin unter 150 mg/dl zu senken und wähnt sich vor einem Herzinfarkt geschützt. Leider weiß er nicht, dass zu niedrige Cholesterinwerte zu einer Hirnschrumpfung führen können. Das ist halt Pech.

Und übrigens finden alle diese Aktionen weniger als 12 Stunden nach seinem letzten Betthupferl statt, sodass sein Körper nicht die Chance hatte, den Autophagiemodus anzuschmeißen, der dafür sorgen würde, dass kaputte Zellen – und auch Amyloid Plaques (die Ablagerungen im Gehirn, die wir bei der Alzheimer Erkrankung antreffen) abgebaut werden.

Schon völlig gestresst macht er sich auf den Weg zur Arbeit und produziert dabei größere Mengen Cortisol (Stresshormon), dass dafür sorgt, dass Neuronen im Hippocampus geschädigt werden. Selbstverständlich fährt er mit dem Auto zur Arbeit, womit er Bewegung und auch die Sonneneinstrahlung erfolgreich meidet, was sicherlich zu suboptimalen Vitamin D Spiegeln führt.

Da am späten Vormittag sein Blutzucker auf unterirdische Werte gesunken ist, geht er im Büro schnell mal in die Küche, wo ein netter Kollege eine Dose Haribo hingestellt hat. Zucker und künstliche Farbstoffe sind doch Nervennahrung, oder?

Zum Mittagessen ist mal wieder nicht so richtig Zeit. So gibt es dann nur schnell ein belegtes Brötchen mit nitratversetztem Schinken. Oder er macht sich die Maccharoni mit Käse, die noch in seiner Schreibtischschblade liegen, schnell in der Mikrowelle warm. Ist doch super einfach und so bequem. Nicht mal einen Teller muss man schmutzig machen. Nur ein paar Löcher in die Plastikabdeckung pieksen und fertig. Und so werden durch die Mikrowellen nicht nur der Rest an – zugegeben synthetischen – Vitaminen zerstört, der es bis zu diesem Zeitpunkt noch geschafft hat, in einem absolut toten „Nahrungsmittel“ zu überleben, sondern durch die Hitze werden auch noch die Schadstoffe aus der Plastikverpackung ins Essen abgegeben und dann verspeist. Lecker. Dazu noch eine Cola Zero, die das Microbiom durch künstliche Süßstoffe total kaputt macht.

Das Alles ist mehr als ausreichend, um die Physiologie in Richtung Alzheimer zu steuern. Herr Müller kann es aber noch besser.

Die Zigarette nach dem Essen sorgt dafür, dass die Gewebe nicht richtig mit Sauerstoff versorgt werden – inklusive des Gehirns – und sorgt dafür, dass der Körper mit 100-ten schädlichen Substanzen versorgt wird.

Gegen die schnell einsetzende postprandiale Müdigkeit hilft der Frappuccino, den ein Kollege von Starbucks mitgebracht hat. Ansonsten sitzt Herr Müller an seinem Schreibtisch und starrt den Computerbildschirm an. Wer hat schließlich schon Zeit, immer mal wieder aufzustehen und sich zu bewegen? Und was würden die Kollegen denn denken, wenn er alle 30 Minuten mal 10 Kniebeugen macht.

Endlich wird es Zeit, nach Hause zu fahren. Wäre ja alles nicht so schlimm, wenn er nicht von so vielen Idioten umgeben wäre, die keine Ahnung vom Autofahren haben. Der Stress sorgt für einen viel zu hohen Blutdruck, der seine Blut-Hirn-Schranke ungefähr so löcherig macht wie das Sieb, durch das er die Spaghetti schüttet, die es zum Abendessen geben soll.

Oder sollte man die Zeit fürs Kochen sparen, und einfach unterwegs etwas besorgen? Schließlich kommt er doch bei McDonald’s vorbei. Also eine große Portion Pommes mit vielen Alzheimer verursachenden Advanced Glycation End Products (AGEs), Transfetten, oxidierten wiedererhitzten Ölen und neurotoxischem Acrylamid. Und dazu einen leckeren Burger mit Fleisch von Kühen aus Massentierhaltung, die mit Mais und Soja – und nicht etwa mit Gras und Heu – gefüttert wurden, und das deshalb viele entzündungsfördernde Omega-6 Fettsäuren und nur sehr wenige entzündungshemmende Omega-3 Fettsäuren enthält. Das ganze in einem Brötchen, das den perfekten Glutengehalt hat, um sowohl den Darm als auch die Blut-Hirn-Schranke zu durchlöchern. Oh, und wir wollen natürlich den Ketchup, der voller Zucker steckt, nicht vergessen.

Endlich zuhause. Der schimmelige Geruch wird einfach ignoriert. Herr Müller hat gerade noch genug Energie, sich auf die Couch zu fläzen und sich Filme auf Netflix anzusehen. Aber bloß nichts Anspruchvolles, über das man nachdenken müsste. Er möchte sich bitte einfach nur noch berieseln lassen.

Um den Abend perfekt ausklingen zu lassen, gibt es noch ein (oder mehrere) Gläschen Alkohol. Dann sind die Knabbereien, die es zum Fernsehen gibt, auch nicht so trocken.

Tja, und auf einmal ist es schon wieder nach Mitternacht und wirklich Zeit, endlich ins Bett zu gehen.

(Adaptiert nach Dale Bredesen „The End of Alzheimer’s„)

 

Erkennen Sie sich wieder? Dann sollten Sie ganz dringend etwas an Ihrem Lebensstil ändern. Alzheimer ist eine Erkrankung, die sich rasant ausbreitet, und für die die Schulmedizin keine Lösung hat. Tatsache ist aber, sie ist sowohl vermeid- als auch therapierbar. Dazu gehört jedoch auf jeden Fall, dass Sie nicht in die Fußstapfen von Herrn Müller treten.

 

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